Ausgabe 
22.7.1939
 
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Aus -er Stabt Gießen.

Innere Bilanz. Don Hans Hartmann.

Die Oorfuntersuchungen 1939 ,m Gau Heffen-Aaffau abgeschloffen.

Achtung!

Achtung!

5054V

Gießener

Die

Die Deutsche Arbeitsfront kreiswaltung Wetterau

Abt.: Verwaltungsstelle 24

Gießen, Schanzenstroße 18.

Dochenmarktpreise.

im Frühjahr 1938 erhebliche Formen angenommen hatte, bewirkte, daß der Rindmehbestand stark in Mitleidenschaft gezogen wurde. Die Dezemberzäh- lung 1938 wies nach, daß die Rindoiehbestand« tm alten Reichsgebiet, auch in Hessen-Nassau, um fast 3 d. S). zurückgegangen waren. In diesem Rückgang von Ende 1937 zu Ende 1938 drückte sich ober nicht nur der Einfluß des scharfen Maul- und Klauen­seuchenganges aus, sondern es kam auch zugleich der steigende Mangel an Pflege- und überhaupt Arbeitspersonal in den landwirtschaftlichen Betrie­ben zum Ausdruck.

Die zuständigen Stellen mußten auf Grund die­ses Zählungsergebnisses damit rechnen, daß der An­fall an schlachtreifen Rindern im laufenden Fahr 1939 wesentlich kleiner fein würde, als im Fahre zuvor. Bei dem im Verlauf der letzten Fahre in­folge der Vollbeschäftigung der Wirtschaft immer weiter erhöhten Fleischbedärf des deutschen Volkes mußte darauf gesehen werden, den Rekordbestand von Ende 1937 zu erzielen. In der Tat hat sich m den niedrigen Kälberzufuhren zu Ende vorigen Jah­res sowohl, als auch aus anderen Anzeichen ersehen lassen, daß die Dauern bestrebt waren, wenigstens den Ausfall, der durch die Maul- und Klauenseuche entstanden war, wieder zu ersetzen. Anderseits war man sich darüber klar, daß Rinderschlachtungen größeren Umfanges zu Anfang 1939 noch nicht zu vermeiden sein würden, weil der Bauer Rindvieh, das im Seuchengang Schaden genommen Hot, ab­stoßen würde, um seine Wirtschaft im Gleichgewicht zu halten. Infolgedessen nahm man erst davon Ab­stand, besondere Regelungen auf, dem Verordnungs­wege zu treffen, die die Richtung zur Wiederauffül­lung der Rinderbestänüe unterstützt hätten.

Fedoch Ende April d. I. unterstrich auch in unse­rem Gebiet die für den Monat März greifbare Schlachtziffer, daß bei Rindern und Kälbern der im Sinne einer ausgeglichenen Fleifchversorgung er­forderliche Ersatz im Bestand offensichtlich nicht zu­rückgehalten wurde. So beschloß man, durch eine bereits früher mit bestem Erfolg angewandte Maß­nahme die Wiederauffüllung des Rindviehstapels zu unterstützen. Dies geschah erst einmal durch die Herabsetzung des Schlachtkontingentes für Kälber, welches am 24. April 1939 von 100 v. H. auf 80 v. h. gesenkt wurde. Daran schloß sich, und zwar am 1. Mai 1939, auch eine Aenderung des Schlacht­kontingentes für Rinder selbst. Bis zu diesem Zeit- , punkt hatte auf den Märkten ein Schlachtkontingent- : satz von 100 v. h. gegolten. Dieser Satz wurde mit : dem 1. Mai ebenfalls auf 80 v. h. gesenkt.

Es stellte sich jedoch heraus, daß diese Maßnah­

men zur Erreichung des gesteckten Zieles noch nicht umfassend genug waren. Da die inländischen Rinder­bestände unbedingt geschont werden muffen, damit sie die erforderliche Leistung auch in ihrer Eigen­schaft als Fleischlieserant ohne Eingriff in die Sud

stanz ergeben können, mußte erneut seitens der maßgebenden Stellen Einfluß genommen werden. Dies ist nun wieder über die Schtachtungskontingen- tierung geschehen. Die Hauptvereinigung der Deut­schen Viehwirtschast hat eine weitere Senkung des Kontingentsatzes für Rinder vorgenommen, die eine Ermäßigung des Schlachtkontingentsatzes für Rinder und Rindfleischumsätze um 10 v. h. auf 70 v. h. bedeutet.

Nach den Erfahrungen, die bereits früher mit dem Einsetzen der Schlachtungskontingentierung für eine Wiederherstellung der vollen Leistungsfähigkeit un­serer Rinderbestände gemacht worden sind, sollte auch diesmal der Erfolg nicht ausbleiben, wenn der Erzeuger von sich aus takräftig mithilft, die Ausfälle im Bestand wieder zu ersetzen, heute sind zwar Arbeitskräfte auf dem Lande sehr knapp, eine

Bad-Nauheimer Aerztetagung fällt aus

Lpd. Bad-Nauheim, 21. Juli. Da der vom 22. bis 24. September vorgesehene XV. Foriblldungs- lehrgang der Vereinigung der Bad-Nauheimer Aerzte mit dem Großdeutschen Aerztetag zusmn- menfallen würde und eine Verlegung sich nicht mehr ermöglichen ließ, wird der Bad-Nauheimer Lehrgang abgesagt. Der im Bolneologischen Universitäts-Institut von Professor Dr. 2l. loeber vorgesehene Kurs für Elektrokardiographie und an­dere graphische Untersuchungsmethoden wird unoer« ändert vom 18. bis 21. September durchgeführt.

Richtige Briefanschriften!

Wenn es schon zu jeder Zeit im Jahre richtig und zweckmäßig ist, Briefe mit dienstlichem Inhalt immer nur an die jeweilige Behörde, Dienststelle oder Firma, niemals aber an einzelne Männer per­sönlich zu adressieren, so muß dieser Grundsatz be­sonders jetzt in der Urlaubs- und Reisezeit beson­ders beachtet werden. Sowohl in der Privatwirt­schaft, als auch bei den öffentlichen Körperschaften und Behörden sind in diesen Wochen zahlreiche Personen in Urlaub- die sonst als Sachbearbeiter sür die jeweiligen Gebiete zuständig find. Werden nun Briefe dienstlicher Art an solche Männer per­sönlich gerichtet, so besteht die Gefahr, daß der­artige Sendungen entweder bis zur Rückkehr des Adressaten aus dem Urlaub ungeöffnet liegen blei­ben oder ihm nachgeschickt werden, in beiden Fällen aber eine für den Briefschreiber meist unangenehme

(Der Erdstoß ist auch in Gießen von manchen Volksgenossen wahrgenommen worden. D. Schrift­leitung.)

Tatsache, die sich insbesondere bei der Rinderhaltung vielerorts empfindlich bemerkbar macht. Trotz die­ser unbestreitbaren Tatsache soll sich der Erzeuger den Verkauf von Rindvieh doppelt überlegen. Wenn es irgend angängig ist, sollten die Ställe wieder |o besetzt werden, wie es vor dem Seuchengang, also zu Ende 1937, der Fall gewesen ist. Die Seuche ist inzwischen so gut wie erloschen, so daß von dieser Seite her nicht noch zusätzliche Schwierigkeiten zu erwarten sind.

Dank des wieder zur vollen höhe gebrachten Be­standes an Schweinen kann jetzt zum Ausgleich der fehlenden Mengen an inländischem Rindfleisch auf inländisches Schweinefleisch zurückgegriffen werden. Es stehen laufend mehr Schlachtschweine inländi­scher Erzeugung zu erwarten, als im Vorjahr. Zu« dem hat sich ergeben, daß die Erzeuger hinsichtlich des Ausmästungsgrades der Schlachtschweine der Parole auf Schwermast der Tiere in einem Um­fange nachgekommen sind, der alle Erwartungen übertroffen hat.

liegen in <__,r

als eine gute halbe Wegstunde voneinander entfernt und haben viele verwandtschaftliche Beziehungen zu-

Iteue Beitragsmarken zur Deutschen Arbeitsfront ab 1. Oktober 1939.

hierdurch machen wir unsere Mitglieder daraus aufmerksam, daß die Deutsche Arbeitsfront am 1. Oktober 1939 neue Beitragsmarken einführt. Eventuelle Rückstände müssen bis spätestens 30. Sep­tember 1939, auch wenn gestundet, aufgeholt sein, da am 1. Oktober 1939 die seitherigen Marken un­gültig werden.

Sämtliche Ortswaltungen der Deutschen Arbeits- front und alle Betriebe mit Betriebskassierung wollen dementsprechend eine Ueberprüfung sämt- licher Mitgliedsbücher vornehmen, damit keine Rück- stände vorhanden sind und dadurch den Volks­genossen der Anspruch auf die Leistungseinrichtung nicht verloren geht.

wir machen ausdrücklich darauf ausmerksam, daß bei Beitragsrückständen von zwei Monaten der Anspruch auf jegliche Unterstützung verfällt.

früheren Einsätzen teilgenommen hatte; und da war von beiden Seiten so viel zu erzählen über all das, was sich seit dem letzten Zusammentreffen er­eignet hatte. Gewiß, in den Briefen, die im Semester hinüber- und herüberwechselten, war so manches berichtet worden; aber alles konnte man doch nicht schreiben mündlich ging das doch um vieles besser. Da konnte es denn auch den jungen Kameraden nicht schwer fallen, sich sofort heimisch zu fühlen.

Daß sie das taten zeigte das Zusammensein mit dem Ortsgruppenleiter Pg. Gebauer und dem Ortsbauernführer Pg. Zwior am Abend. Heber all den frohen Liedern, die wir zusammen fangen, fühlten mir in den Gesprächen manch einer viel­leicht zum ersten Male was uns bisher nur ein Wort war: Grenzwacht und Grenz lair-- f ch i ck f a l i m O st e n ! K. Pf.

Maul- und Klauenseuche, die bereits

Warum weniger Rindfleisch?

Oie Folgen der Maul- und Klauenseuche müssen behoben werden. Doller Ausgleich durch Schweinefleisch.

Verzögerung eintritt. Wer sich vor derartigen Nach­teilen schützen will, schicke seine Briefe oder Ein­gaben usw. niemals an die Anschrift bestimmter Personen, sondern immer nur einzig und allein an die Dienststelle, Behörde bzw. Firma als solche.

Führung durch den Botanischen Garten

Moraen, Sonntag, findet eine Führung durch den Botanischen Garten (Beginn: 9 Uhr pünktlich, Ein­gang am Brandplatz, Führung Dr. Heidt) statt. Als Seltenheit wird den Besuchern eine blühende Doryanthes gezeigt werden können, die sich seit etwa 35 Fahren im Gießener Garten befindet und in diesem Sommer zum erstenmal einen nahezu zwei Meter langen Blütenstand mit herrlich dunkel­roten Blüten getrieben hat. Anschließend an die Führung zeigt Garteninspektor Nessel im großen Gewächshaus feine (im Gießener Anzeiger Nr. 163 vom 15J16. Juli bereits gewürdigte) Käfer- und Schmetterlingsfammlung, die als eine der größten Sammlungen im Privatbesitz seltene in» und aus­ländische Formen aufweist. Zu dieser Veranstaltung hat jedermann freien Zutritt.

Gießener Studenten zur Erntehilfe im Osten Wiedersehen mit Trockengrund.

(Srief an den Gießener Anzeiger.)

Zum vierten Male hielten am vergangenen Mon­tag Studenten der Gießener Kamerad­schaftKaiser" Einzug in Trocken gründ. Freudig am Ortseingang empfangen von den Koblenzer Kameradinnen, die bereits vor vierzehn Tagen eingesetzt wurden, marschierten wir zusam­men in das gemeinsame Einsatzdorf. Froh klangen unsere Lieder über die Straße.

Wir wurden empfangen wie alte Bekannte und zum Teil waren wir das ja auch. So ganz anders war uns zumute als bei jenem Einzug der ersten drei Gießener im März 1938. Damals kamen mir aus dem Westen, unbeschrnert von irgend­welcher Kenntnis über Oberschlesien, das Land an der Grenze im Osten. Wir kannten nicht unsere Bauern, und sie nicht uns! Hnd so anders in diesem Sommer! Da wurde von cHrU Seiten ge­fragt nach diesem oder jenem Kameraden, der an

Die Untersuchungsarbeit in F^enithal und Mauloff begann mit dem Tagewerk der Dorfbewoh­ner. Am ftühen Morgen wurden Harn- und Blut­proben genommen von den Personen, die abends zur Hauptuntersuchung kamen. Abends vorher gab es einige Tabletten zu schlucken, reines Dttamm C. Die Urinuntersuchung gibt nun darüber Aufschluß, ob der Körper im allgemeinen genug von diesem so wichttgen Wirkstoff mit der Nahrung aufmmmt Ist das nämlich der Fall, dann wird das Zusätzlich verabreichte Vitamin C ausgeschieden und findet sich im Harn. Bekommt der Körper aber fonft zu wenig Vitamin C, so nimmt er das m der Tablette enthaltene gierig auf und gibt es nicht wieder ab. Aus diesen Befunden können und müssen wichtige Folgerungen für die Ernährung gezogen werden, denn bei ständigem Mangel an Vitamin E können sich gefährliche Krankheiten einstellen Außerdem er­folgt die Urinuntersuchung natürlich auch auf Zucker und Eiweiß. _ ,

Bei der Blutuntersuchung werden die Blutgrup­pen und die Zahl der weißen Blutkörperchen fest- gestellt. Außerdem kann aus dem Blut auf vor­handene, vielleicht aber noch gar nicht erkannte Krankheiten geschlossen werden. Die untersucherttren Mediziner selbst nehmen keine Behandlung vor son- dern geben die Sache an den zuständigen 2lrzt weiter. . , ,

Während diese Untersuchungen durchgefuhrt wer- den, sind auch Aerzte unterwegs tm Dorf und bringen die äußeren Lebensumstände in Erfahrung, die auf die Gesundheit Einfluß haben, z. B. Große der Wohnung, Beleuchtung, hygienische Verhältnisse, Lage der Schlafzimmer, ob nach Osten oder Nor-

* Gießen, 22. Juli. Auf dem heutigen Wochen­markt kosteten: Markenbutter, % kg 1,60 Mark, Matte 25 bis 50 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, deutsche Eier, Klasse S 13, A 12%, B 12, C 11%, D 10%, ausländische 10%, Wirsing, V- kg 10 bis 13 Weißkraut 8 dis 12, Rotkraut 20, gelbe Ruben 10 bis 14, das Bündel 8 dis 10, rote Rüden 10 bis 12, das Bündel 10 bis 12, Spinat 20, Römischkohl 10 bis 12, Bohnen, grün, 25 bis 35, gelb 30 bis 35, Erbsen 15 bis 20, Tomaten, deutsche 35 dis 50, italienische 20 bis 22, Zwiebeln 14 bis 15, das Bündel 10 bis 12, Rhabarber 8 bis 10, Pilze 50, Kartoffeln, neue, % kg 8 bis 11 Pf., 5 kg 85 Pf., 50 kg 7,60 bis 7,80 Mark, Frühäpfel, % kg 35 bis 40 Pf., Pfirsich« 35 dis 40, Himbeeren 35 bis 45, Dirnen 40 bis 45, Aprikosen 60, Susinen 50, Kirschen 25 bis 40, Heidelbeeren 35 bis 44, Stachelbeeren 10 bis 30, Johannisbeeren 12 bis 15, Erdbeeren 40, Mirabellen 45 Pf., junge Hähne 1,20 Mark, Suppen­hühner 90 Pf. bis 1 Mark, Tauben, das Stück 50 bis 70 Pf., Blumenkohl 10 bis 45, Salat 5 bis 10, Salatgurken 20 bis 40, Einmachgurken 3 bis 8, Oberkohlrabi 5 bis 10, Rettich 5 bis 10, Radieschen, das Bündel 8 bis 10 Pf.

NSG Das WortD o rf unter fu chu n g" wird Selen Volksgenossen neu I"n. Ebenso neu 'st mtHi hie Sadx. Sie liegt auf der Lime einer um- AftndenGesundhettsinventur" des pichen Vol­kes ebenso wie die vor einiger Z^tt begonnenen Betriebsuntersuchungen, die die ^euftche Arbeits­front durchführt. Es muß ja einmal sestgestellt wer­den, wie es um die Gesundheit bei der Masse der 80 Millionen Deutschen bestellt ist, damit die Stel- len denen die Sorge für die Gesunderhaltung ob« Lt Sozialpolittke?, Ärzteschaft usw., hieb- und stichfeste Unterlagen für ihre Ueberlegungen unt) praktischen Maßnahmen erhalten. Die Dorfunter­suchungen erstrecken sich nicht nur auf das rem medizinische Gebiet. Sie überschreiten auch den Rah­men ^der Betriebsuntersuchungen indem sie die Ein­flüsse der Umwelt auf die Gesundheit weit mehr berücksichtigen können, weil ber Lebens kreis der Untersuchten, eben dasDorf", sich mellei chter f \= fen läßt als z. B. der eines großstädtischen Arbei­ters. Die Dorfuntersuchung beschränkt sich also we­der auf bestimmte Allersklassen, noch Berufe, son­dern nimmt sich eine fast gänzlich geschlossene Em- beit das ,Dorf", vor. Alle m ihr lebenden Men­schen Bauer, Landarbeiter, Lehrer, Handwerker werden als Glieder der Gemeinschaft untersucht

In der Landesbauernschaft Hessen-Nassau hat die Universität Frankfurt in vier Dörfern solche Unter­suchungen durchgeführt, und zwar 1937'm A h r- hausen, 1938 in Treisberg und dieser Tage in Finsternthal und Maulofs im Kreis Oberlahn-Usingen. In Ahrhausen beschrankte man sich damals nur auf Messungen und Erforschung der allgemeinen Lebensverhältnisse. Eine vollstän­dige Untersuchung fand erstmals im vorigen Herbst in Treisberg statt. Ihre Ergebnisse Hegen jetzt m drei stattlichen Bänden gedruckt vor. Von Finstern­thal und Mauloff, wo die Untersuchungen eben abgeschlossen sind, werden die Einzelergebnisse im Laufe der nächsten Monate zu einem Gesamtbild

** Eine Dreiundachtzigjährige. Am kommenden Montag, 24. Juli, kann Frau Mar­garete Kimmel, Walltorstraße 37, ihren 8 3. Ge­burtstag feiern. Die hoch betagte Frau gehört seit Jahrzehnten zum treuen Leserkreis des Gie­ßener Anzeigers. (Wir beglückwünschen zum Ge­burtstag!)

. ** Gin Garten für d i e Bezirksspar­kasse. Die Bezirkssparkasse Gießen läßt jetzt hinter ihrem Gebäude einen Garten anlegen, der aus einem Rasenplatz und einigen Blumenbeeten be­stehen und insbesondere den auswärtigen Ange- tellten die Möglichkeit verschaffen soll, sich in der Mittagsstunde im Freien aufzuhalten. Zu diesem Zweck sollen auch mehrere Bänke aufgestellt werden. Die Vorarbeiten für das Vorhaben, das unter dem GedankenSchönheit der Arbeit" steht, sind im Gange.

Leichtes Erdbeben in ber Lahngegend.

Lpd. Frankfurt a. M., 21. Juli. Der Seismo­graph des Observatoriums auf dem Kleinen Feld­berg im Taunus verzeichnete am Freitag um 14 Uhr 4 Minuten 15 Sekunden ein leichtes Nah- beben. Der Herd lag in der Lahngegend. Der Erdstoß wurde vor allem in Koblenz, Limburg, Nassau und Holzappel verspürt. In dem Senkungs- gebiet der Lahn pflegen ähnlich wie in der ober­rheinischen Tiefebene öfter leichte Erdbeben aufzu­treten, wobei es sich meist um Oberflächendeben handelt.

Wie viele Menschen nehmen wohl jetzt, m ber Reisezeit das bekannte WortFerien vom IG in den Mund. Die meisten haben naturgemäß m erster Linie die Ferien von der ArbettÄmrde im Auge, andere denken an eine gewisse oajramen- losigkeit, die sie glauben, sich gönnen ö" dürfen. Aber es gibt sicher auch manche, die das Wort so nehmen wie es gemeint ist, nämlich: Abstand ge roinnen vom Alltag, auch von jenemlieben Ich- um das wir so gerne alles kreifen lassen.

Wo aber Abstand gewonnen wird, da stellt sich von selbst alsbald eine Ueberschau ein. Wie so mancher jetzt aus der höheren Sicht, aus der Vogel­perspektive, auf Täler und Gebirgszuge oder auch auf das Meer herabsieht, so geht es vielen mit dem inneren Leben. Ja, wenn wir irgendwo in einer Wiese ober in einem dunklen Walde ruhen, dann drängt es in uns nach Besinnung über uns selbst, und der Weg zur inneren Bilanz ist nicht weit. Es ist das Vorrecht des Menschen, dies zu können. Von unserem Innern wissen wir, daß es nach Klar­heit, nach Sauberkeit, nach neuem Anfang aus einem weißen Blatte drängt.

3roei Grundfragen treten in die vorderste Sicht, die eine: was kannst du? die andere: was hast du geleistet? Diese beiden Fragen sehen ganz einfach aus und enthalten doch Weiten von inneren und äußeren Erlebnissen. Was kannst du? Da steht sehr schnell alles das vor unserem geistigen Auge aus, was wir nicht können. Der eine fühlt, daß er nicht so strebsam gewesen ist wie sein Kamerad am Ar­beitsplatz; jetzt reut es ihn und er übertreibt, in­dem er zu sich sagt: du kannst eigentlich gar nichts außer dem Allernotdürstigsten. Die Hausfrau und Mutter klagt: wenn ich meine Bekannten sehe, jo können sie so viel, die eine malt, die andere musi­ziert, die dritte treibt Sport, wieder eine andere hat es in der Frauenarbeit zu einer führenden Stelle gebracht. Aber ich selbst? Nichts! Es ist gut sich so im Spiegel feiner selbst und anderer zu sehen. Aber es wäre verkehrt, wenn wir darum verzwei­feln wollten. Feder von uns kann etwas Rechtes. Die Ausnahmen sind so verschwindend, daß wir sie wirklich außer Acht lassen können. Es wäre nun der rechte Weg, das, was wir können, auszubauen und nicht überall herumzusehen, was die anderen vielleicht mehr können. Ein gerades Streben aus einem geraden Wege, das ist doch des Lebens ttef-

ftes Geheimnis.

Wenn wir darüber auf unserer Wiese oder unter unseren Bäumen ein wenig weiter nachsinnen, [o erfahren wir alsbald, wie unsere erste Bilanzprü­fung von selbst in die zweite mündet. Hast du das, was du kannst, fei es nun viel oder wenig, auch treu und am rechten Platze angewandt und hast du dich in den Dienst einer größeren Sache, als du selbst bist, gestellt? Das aber ist wichtiger als der Umfang oder gar die Masse dessen, was du und andere können. Darauf kommt es zwar auch an, aber viel weniger als auf die tteue Erfüllung der einmal gefetzten Aufgabe und die Hingabe, mit der du dein Werk tust. Wenn uns dies ein Ansporn ist, mit noch mehr Liebe als bisher unser Werk zu tun unbr unsere Mitmenschen zu behandeln, so war die Bilanz nicht umsonst und unsereFerien vom Ich" bekamen ihren tieferen Sirm.

Dornotizen.

Tageskalender für Samstag.

Gloria - Palast (Seltersweg):3m goldenen Westen". Deutsche Stenografenschaft: 20.30 Uhr ,Larlsruhe" Tanz- und Unterhaltungsabend.

Tageskalevder für Sonntag.

Gloria - Palast (Seltersweg):3m goldenen Westen". Gleiberg-Verein, 15 Uhr, auf dem Gleiberg:Gleibergfest 1939".

Hitler-Jugend Sonn 116.

Fliegergefolgschafi 1/116 (Gießen).

Sonntag, 23.7., Antreten der bestimmten Jg. zum Flugdienst in Lauterbach um 8 Uhr an der NS- Flieger-Korps-Dienststelle, Kaiserallee (Ludwigsplatz) in Uniform.

Die 3g., die nach Aßlar fahren, treten um 6.30 Uhr ebenfalls an der NS.-Flieger-Korps-Dienst- ftelle an. Ebenfalls in Uniform. Ferner fahren wir am Sonntag, 30.7., zu dem Großflugtag nach Frankfurt a. M. An dieser Fahri können sich sämt­lich« Jg. (auch Jg. anderer Einheiten) beteiligen. Bei genügender Anzahl wird auf Reichsbahn- «rmäßigungsscheinen gefahren (50 v. H.).

Die Teilnehmer melden sich am Dienstaa, 25.7., im Heim der Fliegergefolgschaft, Ludwigstr. 30, H.

Schl eüssner film

mit Garantieschein gegen Fehlbelichlung

erarbeitet. Mit dielen drei Dörfern H dann «n I S*

Ziemlich geschloffener Leben-kreis ersaßt ! B d & Arbei. Andere Mediziner befafsen sich mit d'ererwandschaftlichen Z^fe« ftrngen Sippentafeln an und stellen Sitten und Gebrauche fest. Auch was und wie gegessen wiri>, ob in der Hetze oder mit Ruhe, ob lange gekocht wird, ist wieder wegen des Vitamins C, das bei langem Kochen vernichtet wird wichtig ZU wissen. Ferner wird Art und Umfang der sozialen Betreuung und der Krankenversicherung festgestellt

Die Hauptuntersuchung ist am Abend. Neben ver­schiedenen Messungen werden Augen, Ohren, Nase und Gliedmaßen und die inneren Organe iirueriudjt. Wichtig ist die Zahnuntersuchung. Sie erfolgt durch den zuständigen Zahnarzt. Die Dorielle einer solchen Untersuchung liegen auf der Hand. Für den einzel- en muß es geradezu als ein Glück bezeichnet wer­den. wenn er durch eine |o gründliche Unie.^chuna erfährt, wie er in bezug auf (eine Gesundheit gestellt ist und wo es ihm fehlt. Die Einwohner der bishe». untersuchten Dörfer haben den Nutzen auch emge. sehen und sind mit ganz geringen Ausnahmen frei, willig zur Untersuchung gekommen.

Staat und Reichsnährstand fordern diese Unter- suchung und zollen den jungen Medizinern sowie den Professoren und Oberärzten volle Anerkennung; denn sie alle bringen ein Opfer an Freizett sowohl wie an Arbeitskraft. Es dauert Monate, eine solche Untersuchung vorzubereiten, und ebenso lange, die Ergebnisse auszuwerten. Die Opfer bringen sie aber gern in der Ueberzeugung, daß hier ein großes Werk begonnen wurde, dessen Bedeutung dann erst richttg abgesehen werden kann, wenn einmal nicht nur drei, sondern mehrere tausend Dörfer auf diese Weise untersucht worden sind. Aus der großen Zahl der Fälle, die jetzt noch nicht erreicht ist, wird man Folgerungen für die staatliche Sozialpolitik und die prakttsche Gesundheitsführung ziehen können.