Ausgabe 
22.7.1939
 
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Samstag, 22./§onntag,2Z.Zuli 1939

189. Jahrgang

169 Erstes Blatt

lonats-vezugspreis:

3

Mandatsskandal aus Neuguinea

Eingeborenen die einzige Erziehung geben muß, die überhaupt bekommt, nämlich ihm beizubringen,

Mrd England seine Wna-PM revidieren?

dessen. Besuch in London ausgearbeitet werden. Wie derEvening Standard" berichtet, soll einer der nächsten Reklame-Flüge der britischen Luftwaffe über Frankreich und das Mittelmeer n a ch A e g y fi­ten oder nach Französisch-Marokko fuh­ren. Für diesen Flug sind mehrere Geschwader Wellmgton-Bombenmaschinen ausersehen. Amtlich werden diese Flüge alsUebungsflüge" bezeichnet.

Oie Türkei baut bei Smyrna einen Flottenstützpunkt.

' enNiiM nb nad)W nichts onbM mit der trotyj lache unbb«p j noch mch! : Zernrohre p it das ilen ist es ch m Marsnirck zustandekom

\ gerade nach 6 og Denusui unseres Som n heutigen 6k z von Lebi esem Grunde t wie vor unsel b

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Was istCant"?

23on Otto Eorbach.

Einigung über eine Verhandlungs- grundsormel in Tokio erzielt. England gibt den japanischen Forderungen nach. Zustimmung des japanischen Kabinetts.

Tokio. 22. Juli. (Europapreß.) Di- am Freitag geführte Besprechung zwischen dem japanischen Außenminister Arita und dem englischen Bot­schafter Sir Robert C r a i g i e brachte eine Einl - . qung über d i e grundlegende Formel für den Umfang und Rahmen der Verhandlungen über Tientsin.Gleichzeitig wird amtlich darauf auf­merksam gemacht, die vereinbarte Formel bedürfe noch der Billigung der beiden Regierungen. Dem Vernehmen nach soll die von Arita und Craigie ge­fundene Formel sehr kurz sein. England werde darin den Notwendigkeiten, unter denen die japa- nische Armee in China operiert, Rechnung tra­gen und zugestehen, daß in China kriegs­mäßige Bedingungen herrschen. Die japa- nische Nachrichtenagentur Domei meldet ergänzend als Ergebnis der heutigen Unterredung, Japan und England seien sich einig darüber, daß der Chma- Konlikt eine besondere Lage zwischen Japan und China geschaffen hat, der besonders im Falle Tientsin Rechnung getragen werden muß. England werde Maßnahmen unterlassen, die gegen Japan und die japanische Armee gerichtet seien oder zur Unterstützung des Gegners dienen müßten. .

Der japanische K a b i n e t t s r a t, per am Samstagvormittag in Anwesenheit sämtlicher Staatsminister stattfand, b i l l i g t e die Ueber- e i n k u n f t zwischen Arita und Craigie über die Grundfragen zur Lösung des Tientsin-Zwischen­falles Nach einer halbamtlichen Mitteilung yat Außenminister Arita in dem Kabinettsrat folgende Ausführungen gemacht: Die wichtigsten Forderun­gen, die Japan gestellt hat, bezogen sich auf die britische Anerkennung aller M atz- nah m e n , die die japanische Armee zur Aufrecht­erhaltung der Ordnung in China durchzu­führen hat. Ferner soll England alle Maßnahmen oder Handlungen unterlassen, die zum Nach­teil Japans oder zum Vorteil bes iapa = nischen Gegners in China sein konnten. Außerdem wurde ein Uebereinkommen zwischen beiden Parteien erreicht, in dem England alle japa­nischen Forderungen bezüglich der Grund- fr a q e n im Zusammenhang mit der Ti e n t s in- Frage a n n a h m. Der Weg ijt also jetzt für

Ein Engländer klagt an.

Im Folgenden veröffentlichen wir den Aufsatz eines Engländers, der die Art der Verwaltung des Mandats Neu­guinea durch Australien heftig angrelst. Der Verfasser hat 20 Jahre auf Neuguinea gelebt und schreibt daher aus eigener Erfahrung und Sachkenntnis.

L o n d o n , 22. Juli. (Europapreß.) Das führende Londoner FinanzblattF i n a n c . a l N e w s be­stätigt den Beschluß der englischen Regierung, die bisher Tschiangkaischek gewährte finanzielle Unterstützung stufenweise ab zu bauen Das Blatt schreibt, England werde die bisher der chinesischen Währung gegebene Unterstützung zu - rückziehen. Der chinesische Dollar war bisher durch den Anglo-Chinesischen Währungs-^tabilisie- runqsfonds gehalten worden upd fiel vor wenigen Tagen merklich ab, als London die Stützung vor­übergehend aufgab. Das Blatt unterstreicht, bei die­ser englischen Maßnahme handele es sich um den er st en Schritt einer neuen englischen F e r n o st p o l i t i k. Die Ansicht eines m Chma- Fragen erfahrenen Parlamentariers fei, daß die Maßnahme Londons nach dem Zusammenbruch der chinesischen Währung für England und andere aus­ländische Staaten schwere handelspolittzche Schädi­gungen mit sich bringen müsse. ~

Die Tim^s" bestätigt die englische Bereitschaft, das gewaltige militärische U e b e r g e w >. ch t d e r Japaner in Nordchina anzuerkennen Das Blatt schreibt:Es hat den Anschein daß d e am vergangenen Sonntag von Außenminister Arita vorgebrachten Vorschläge zumindest in ihrer Fas­sung gemildert worden sind, da Ministerpräsident Chamberlain es klar gemacht hat, daß England nicht beabsichtigt, seine Außenpolitik auf das Dik­tat ausländischer Regierungen oder Generale hm

st Hagen: Die Illustrierte chener Familienblätter mal im Bild Die Scholle

tatsächlich ist denn auch der erzieherische Erfo g, Dri in Neuseeland erreicht worden ist, gleichnull. 6i Abgaben, die für diesen Zweck erhoben worden En)«, find aber sehr beträchtlich. In den letzten zwölf Ecuren ist jeder Arbeitgeber gezwungen, wenn er «ik^eimische Arbeitskräfte anstellt und in einem in rschlossenen tropischen Lande gehört dazu jeder L'. turträger, betreibe er eine Pflanzung, Bergbau 'jüir Handel der Regierung unter dem Titel Erzieh ungsfteu er" fünf Pfund und einen Shilling im Monat abzuführen. Es ist em blutiger M, daß der Arbeitgeber nicht nur diese Steuer Wahlen muß, sondern auch darüber hinaus dem

,u ändern. Zur gleichen Zeit ist es notwendig, d i e h a r t e n T a t s a ch e n d e r L a g e i n N o r d- china anzuerkennen, unter ihnen das ge­waltige militärische Uebergewicht der Japaner in Nordchina, ihre de facto militärische Besetzung der hauptsächlichsten Städte in diesen Gebieten und ihre Forderung, daß das Bestehen ausländischer En­klaven in diesem Gebiet nicht gegen die Sicherheit der japanischen Streitkräfte verstoßen darf oder aber gegen die Sicherheit jener.Chinesen, die die Japaner ihre Verbündeten nennen und die andere als die japanischen Klienten bezeichnen würden.

Wenn das alles ist, was die Japaner unter britischer Anerkennung desHintergrundes verstehen, so sollte die Möglichkeit bestehen, enie erfolgreiche Annäherung an die ins Ein­zelne gehenden Verhandlungen über den engeren . Fragenkomplex von Tientsin zu finden. Die eng­lische Regierung kann ohne Verlust'ihrer Wurde Zusicherungen geben, daß die Konzessi o n e n neutral bleiben werden. Sie kann die Mag- , lichkeit eines modus vivendi zwischen den ja­panischen Streitkräften in dem besetzten All Chi­nas und den Behörden in den neutralen Enklaven untersuchen. Die Schwierigkeit, eine passende For­mel für ein solches Uebereinkommen zu imten i|t offensichtlich, besonders wenn man daran denkt, daß die Japaner ein Gebiet besetzt halten, welches bet weitem nicht befriedet ist.

Don einem bestimmten Punkte ihrer Geschichte an hatten es die Engländer nötig, aus. ihrer besonderen Veranlagung zur Heuchelei ein politisches Gewerbe zu machen, das sieCant" nannten. Gerade gegenwärtig, wo kein Tag vergeht, ohne daß führende Engländer uns damit auf die Nerven fielen, verlohnt es sich, dem Ursprung dieses briti­schen Nationallasters nachzugehen. Dabei stoßen wir auf die merkwürdige Tatsache, daß das Wort Cant" in dieser Anwendung vor dem 16. Jahr­hundert im Englischen gar nicht vorkam. Es gibt zwei ältere Anwendungsarten desselben Wortes, die eine ganz andere Geschichte haben. Einmal ist es wie das deutscheKante" vom mittellateinischen cantus" abgeleitet und bedeutet Schrägung, Bie­gung, plötzliche Wendung usw. Das andere Mal bezeichnet man eine Auktion mitCant , wie im Deutschen mitGant". Dem entsprach im Altfran- encant", im Lateinischenin quantum .

Wenn nun im 16. Jahrhundert dasselbe Wort mit allerhand heuchlerischem Unwesen verknüpft wurde, so handelte es sich.um eine völlig selbstän»

Wenn Australien nicht über kurz oder lang m Mrnationale Schwierigkeiten wegen Neuguinea orrmt dann ist das sein. Glück, denn verdienen yllde'es diese Schwierigkeiten. Australien sitzt aus mm der reichsten und begehrenswertesten neuen | c iete der Welt: Neuguinea, und alles was es tut, > Hit darin, daß es Daumen dreht. Verschiedene Sxiüe in Australien, die in blutiger Unwissenheit )a; rreben, behaupten, Australien leiste in Neu- 1Ur.ea gute Arbeit. Das ist nillsts als Geschwafel, die Politiker daherreden. Tatsächlick) ... ist das leultat jämmerlich und keineswegs Simens wert. Wo find die neuen Gebiele, die ur europäisck)e Siedlungszwecke geöffnet worden ill*? Wieviel neue Pflanzungen find angelegt war- >er die den Platz der deutschen Pflanzungen -in ehmen sollen, jener deutschen Pflanzungen, die ch langsam vertrauten? Welche überhaupt erwah- imroerten Maßnahmen sind getroffen worden, um jti die Eingeborenen einen Gesundheitsdienst und Lr >ehungseinrichtungen zu schaffen?"

: ie eben zitierten Worte find nicht etwa eine tllncfe aus der Presse derbeaehrlichen" Achsen- Leitartikeln der in

besucht worden.

Der Verfasser kehrte darauf auf das Festland zurück die Entfernung ist selbst unter Segel m ein paar Stunden zurückzulegen und wandte sich sofort- an das Hospital, um Hilfe für die Bevölke­rung der Insel anzufordern. Aber dermedizinische Assistent", der nicht nur das Hospital, sondern die medizinische Versorgung des ganzen Distriktes un.er sich hatte, zeigte sich zwar gutwillig und hilssbere mußte aber zugeben, er könne die Station nid)t zu einer Inspektionsreise verlassen, da er der ein­zig e D e r t r e t e r d e s a rz t l i ch e n D ie n st e s überhaupt im ganzen Distrikt fei und daß die­ser Zustand schon seit drei Jahren andauere. Die Deutschen allerdings führten ärztliche Inspek­tionsreisen regelmäßig alle sechs Monate in allen Distrikten und Jnseln^durll). Aber das hin­dert die menschenfreundlichen Fachleute in Genf und die demokratischen Politiker in Canberra, der Haupt­stadt des Australischen Bundes, deren Stimmen ge­waltiger Chor erst kürzlich durch Lord Halisax er­gänzt worden ist, nicht daran, ihre scheinheiligen weiten meiter rwrzubrmgen, Tmgebor-N- und Kolonien wären einheiliges Pfand . Heiliges

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den Tag.

In schlagendem und wenig erfreulichem Gegensatz hierzu steht die Art, wie der kranke Eingeborene unter der Herrschaft derheiligen Verpflichtung" Australiens behandelt wird. Seine Pflege und auch die kleineren Operatio­nen führt ein völlig mangelhaft ausgebildeter Mann durch, der sich zwar offiziell des Titels einesme­dizinischen Assistenten" (medical assistant) erfreut, bei dem Pflanz aber alsmedizinischer Mörder (medical assassin) bekannt ist, und der Arbeitgeber muß dafür zwei Schilling pro Tag bezahlen! In Anbetracht des verheerenden Preises der Kopra kann der Pflanzer, der praktisch ruiniert ift, es sich nicht leisten, seinen kranken eingeborenen Arbeiter ine Krankenhaus zu schicken, und die praktische Folge, die sich haraus ergibt, liegt auf der Hand. Der Vernachlässigung der Gesundheit der Einge­borenen außerhalb des unmittelbaren Bezirkes der Regierungsstationen ist erschütternd. Der Verfasser besuchte vor ganz kurzer Zeit eine große Insel, nicht ganz vierzig Meilekt von einem Regierungs- hospital entfernt. Der Gestank, der aus einem Ge­meinschaftshaus, dem Knabenhaus, heraus ihm ent­gegenschlug, war überwältigend. Er brauchte nur den Leuten in dem Haus zuzurufen, fie sollten herauskommen, um sehr schnell und in peinlicher Weise die Ursache festzustellen. Die Plage der lau­fenden Tropengeschwüre, eine Geißel Neuguineas, die sich teilweise bis in die Knochen hinelnfrißt, stank buchstäblich zum Himmel. Auf Befragen erklärte der Häuptling, seit drei Jahr en sei die Insel von einer ärztlichen Inspektion nicht mehr

Pfand für wen?

Englische und französische Bombenge­schwader üben in der Sahara.

Varis, 21. Juli. (Europapreß.) Die englischen Bombenflieger werden in den nächsten Tagen da­mit beginnen, den Wüstensand der Sahara zui bom­bardieren. DerErcelsior" erklärt, daß auf ben bri^ tischen Inseln kein Gelände vorhanden sei, auf dem Ziel üb ungen mit 500 Kilogramm-Bomben ohne Ge° Mr düng der öffentlichen Sicherheit vorgenommen werden könnten Die französische Regierung habe deshalb die Sahara zur Verfügung ge stellt. Di« «glitoen J1'

Uebunaen gemeinsam mit lranzosis cy e durchführet und in El Goleo ftahoniert werden. Die Einzelheiten würden noch 301^^11 betn eng» j-schen Luftfahrtminister Sir Kingsley Wood unb seinem französischen Kollegen Guy La Chambre bei

mchte, sondern Auszüge aus

»uralischem Besitz befindlichenMonatshefte s i-die Pazifischen Inseln". Diese Monats- he» erscheinen in Sidney und sind als die best- «^rrichtete Zeitschrift in Süüseefragen anerkannt. Ilse Anklagen sind nicht nur nicht übertrieben, san­den es ist eher zu wenig gesagt worden. Greift man dc letzten PunktErziehung und Gesun d - h>its pflege" auf, so hätte diese Aufgabe die eiiiachste für Australien sein sollen, in Anbetracht bc Tatsache, daß der Verwalter von Neuguinea, eh er die Kontrolle über ein Volk von Kopfjägern Übtrnabm, Direktor einer presbyterianischen Mad- chnschule gewesen ist. Man könnte freilid) em- Beuben, die Erziehung junger unb zweifellos christ- stcchr Mädchen sei nicht ganz die geeignete Vor- bißuitg für die Entwicklung eines gewaltigen tropi- [tbin Landes; eines Landes, bevölkert mit eingebore-- petu die heute noch im Stadium der Steinzeitkultur

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bie Erörterungen ber besonderen aus dem Tientsin» Zwischenfall entstandenen Fragen frei. Das ge­lernte Kabinett stimmte dem Uebereinkommen zu. Anschließend erklärte Ministerpräsident .Ira» nima, daß die japanische Regierung entschlossen sei, auf Grund der festgelegten Richtlinien weiter- zuarbeiten unb das enbgüttige Ziel zu er­reichen. Wenn auch durch die Annahme der Grund- forberungen Japans ein Erfolg zu verzeichnen sei, wäre ein allzu großer Optimismus nicht angebracht.

Presse und politische Kreise in Tokio beurteilen die bisher erzielten Ergebnisse der Besprechungen im allgemeinen günstig, ohne freilich in der Beur­teilung der praktischen Auswirkungen ober der Einzelheiten bem Optimismus zu verfallen. Beson- bers scheint man sich bisher über bie Hinter- grünbe des plötzlichen Umschwunges in England nach nicht im klaren fein.Asahi Schi mb UN meint, daß die am Freitag vor Eröffnung der drit­ten Aussprache zwischen Arita und Craigie aus London eingetroffenen Instruktionen die Verhand­lungen vor einem Zusammenbruch gerettet hätten. Die Annahme der van Japan gestellten Forderun­gen und der von Japan aufgestellten Richtlinien stelle eine in der diplomatischen Geschichte Englands einmalige Nachgiebigkeit bar. "^4Q9l Schimbun" betont weiter, daß bie britischen G e - gen Vorschläge, die gewisse Einschränkungen der japanischen Forderungen vorsähen, am Freitag von Craigie fallen gelassen seien. Die internationale Lage habe sich anscheinend für England ungünstig gestaltet durch die Schwie­rigkeiten in Moskau, ferner durch bie Lage in Europa und endlich durch die Ablehnung der Re­form des Neutralitätsgesetzes in ben Vereinigten Staaten. Wesentlich jeboch fei Englanb durch bie entschlossene Haltung von Regierung unb Volk in Japan beeinflußt worden. Obwohl England nachgegeben habe, müsse Japan jetzt nod) bie Verhandlungen auch in den Einzelfragen erfolg­reich durchführen.Kokumin Schimbun" meint, daß England seine japanfeindliche Haltung noch nicht im 1 vollen Umfange aufgegeben habe. Die Schwie­rigkeiten würden er ft kommen ,. ebenso wie nach der Münchener Konferenz in Europa.

sie stolz vor Schreibmaschinen sitzen, mit der viel- agenben Unterschrift:Sie werben als Ardsitekten ausgebildet." Die Genfer Liga war wild vor Be­geisterung, sie pries freigebig Australiens edle Be­mühungen, um Licht in das Dschungel zu brin­gen, aber als ein skeptischer Pflanzer bie eigentlich naheliegende Frage stellte, wozu denn eigentlich bie Schreibmaschinen gut wären, antwortete ein hilfloser Eingeborenenknabe in klagendem Tone:We.no savvy, master! (Wir nid) weiß, Herr!)

Die Frage derPozifischen Monatshefte", was Australien eigentlich geleistet hat, kann also mit dem einen Worte: nichts! beantwortet werden. Der sog. Gesundheitsdienst ist ein Witz, wenn man nicht im Hinblick auf bie unseligen Eingeborenen von einer Tragöbie sprechen will. Währenb der Herrschaft ber Deutschen war bie Ge­sundheit ber farbigen Eingeborenen von über­ragender Bedeutung. Von einem glänzenden ärzt­lichen Dien st wurde eine menschenfreundliche und äußerst notwendige Arbeit durchgeführt; bei der Geschwindigkeit, mit der jede Krankheit bei ben Eingeborenen sich zu verbreiten unb epibemische Ausmaße anzunehmen pflegt, war eine solche Arbeit unentbehrlich. Jeber deutsche Posten hatte einen voll ausgebildeten ärztlichen Beamten, der an Ort und Stelle wohnte, und darüber hinaus wurden regel­mäßig ärztliche Mundfahrten durchgeführt. Nirgends hat Deutschland seinen anerkannten Ruf der Gründ­lichkeit besser verdient, als in der medizinischen Ar­beit. Dies noch dazu in.einem weitläufigen Lande, geschlagen mit jeder ber Wissenschaft bekannten Tropenkrankheit und vielen anderen, die erst em» geführt worden sind. Wurde ein Eingeborener krank, so wurde er in einem hervorragend ausgestatteten Krankenhaus operiert und gepflegt. Er wurde be­treut von einem gut ausgebildeten Arzte, und bie Kosten, die bem Arbeitgeber des Eingeborenen ent­standen, beliefen sich auf einen halben Schilling für

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Ar Lebe", * Ä S» Mi«

Paris, 21. Juli. (Europapreß.) Dem Ausbau der Befestigungsanlagen, die von ber Türkei unter Mitwirkung englischer und französischer Offiziere an den Dardanellen unb an ber klein- a iatischen Küste gegenüber bem Dobekanes, ber in italienischem Besitz befinblichen Inselgruppe mit bem Mittelpunkt Rhodos, errichtet werden, wid­men die militärischen Kreise in Frankreich eine be­trächtliche Aufmerksamkeit. Insbesondere wird mit Genugtuung bie Tatsache verzeichnet, daß bie tur- kische Regierung entschlossen sei, ben bei ber Insel kischen Chios, nicht unweit von Smyrna, gelegenen Ha- fen Tschesmeh zu einer Luft» und Flot­tenbasis ersten Ranges auszubauen.

wie er in einer Pflanzung, im Bergwerk ober im ; &Den zu arbeiten hat. Zehntaufenbe von Em- j gtnorenen, bie ihre drei ober vier Jahre Arbeit hin- ic sich haben, kehren in ihre Heimatbörfer zuruck, , olne auch nur bie leiseste Ahnung zu haben, was die Schule ist. Sie haben nämlich nie eine gesehen. U;?r von bem geplagten Arbeitgeber wirb von einer mnschenfreunblichen Regierung bie Erziehungs- jtmer regelmäßig eingetrieben, unb bie leichtgläubi-

Leute in Genf sind völlig davon überzeugt, baß L stralien trey und zuverlässig bieheilige Ver­richtung gegenüber den Eingeborenen" erfüllt.

Der Verfasser bieses Aufsatzes hat Tausenbe von Angeborenen beschäftigt unb Tausende von Pfun-

Sterling an Erzichungssteuer abgeführt; aber 1 ch t einer der Eingeborenen ift in sein Dorf strnickgekehrt auch nur mit soviel Bildung, baß er ?nen eigenen Namen schreiben konnte. Die Regie- ung hätte eine Erklärung über bie zweckmäßige 3frmenbung biefer ärgerlichen Steuer als peinlich n:pfinben müssen, darum hat man mit typisch emokratischer Wendigkeit ihre Bezeichnung kürzlich js fach inSteuer für Einheimischenarbeit" umge- tunbelt. '

Die © e n f e r ß i g a ift mit bemErfolg ber Er- ikyungsmaßnahmen in Neuguinea völlig einver- ioiTÖen. Dor einigen Jahren würbe ein höherer Er- jikyungsbeamter aus Australien tn Kokopo, m bet Kl he von Rabaul, eingesetzt. Nicht bas geringste :i Der für ihn vorbereitet. Aber man trommelte schnell

11 paar verschüchterte Eingeborenenjungens aus lei nächsten Buschdörfern zusammen, setzte sie feier- " i(h- als Schüler ein und brachte sie m einem ver- ;aCenen Nebengebäude unter, das schon längst als ubewohnbar bezeichnet worden war. Ein paar (i-geborene Polizisten wurden auf Wache gestellt, m 3u verhindern, daß die Schüler einfach sort- iiien, aber damit erschöpfte sich auch das vorge- ie eneErziehungsmaterial". Der verständnisvolle Fihrer der Polizeiwache brachte bann auch die Übmilben Ausreißer immer roieber Zurück, allen Vv ngs erst, nachbem er unb seineGefangenen ii-.. paar fröhliche Ferienwochen auf den Riffen und n Busch verbracht hatten. Derartige kleine Zwl- ct-nsälle hinderten keineswegs, baß ein reicy- üiftrierter Band herausgegen wurde, ber sich unter t.e- weißen Bevölkerung von Neuguinea der Be­rechnungGenfer Witze" erfreute. Dieses Buch :;eBte eben diese halbwilben Eingeborenenjungs, wie

Gietzener Anzeiger

. General-Anzeiger für Oberhessen

Druck und Verlag: vrühlsche Univerfitätsdruckerel «.Lange in Sietzen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schulftrahe ?