Ausgabe 
22.6.1939
 
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Deutschland fordert

-ie Befriedigung feiner natürlichen Lebensansprüche.

Dr. Goebbels in seiner Feuerrede auf der Berliner Sonnwendfeier.

Berlin, 21.Juni. (DNB.) Mehr als 120 000 Berliner erlebten im Olympia-Stadwn auf dem Reichssportfeld die Sonnwendfeier. 1800 Standarten und Fahnen formierten sich im gleißenden Schein- werferlicht auf der breiten, zum Marathontor ein- )orführenden Strecke. Dann hielten Hitler-Jugend, 8DM und Jungvolk ihren Einzug. Mehrere Reihen tief gestaffelt bildeten die Wimpelträgerinnen aus dem grünen Mittelrasen rund um den Holzstoß herum einen großen Kreis.Rur der Freiheit ge­hört unser Leben", singt die Hitler-Jugend... Als der dritte Vers verklungen ist, wenden sich alle Augen zum Tunnel am Marathontor, wo die ersten Fackelträger sichtbar werden. Ein schier endloser Strom hell lodernder Fackeln zieht langsam und feierlich ins Stadion ein, mit einem breiten, zehn- gliedrigen Band die Aschenbahn umsäumend. Stur- Mischer Bestall begleitet diesen imposanten Einzug der 6000 Fackelträger der Berliner SA. Rach Chor- gefangen und Fanfarenklängen gibt der Führer der SA.-Gruppe Berlin-Brandenburg, Obergruppenfüh­rer von Jagow, den Befehl, das Feuer zu ent­zünden. Dann nimmt, mit stürmischem Beifall emp­fangen, der Gauleiter Reichsminister Dr. Goeb­bels das Wort.

Es ist heute", so führte Dr. Goebbels aus,nicht so sehr eine Zeit, in der man Weltgeschichte mir fin­giert; augenblicklich wird in Deutschland Geschichte gemacht!" Mit schneidender Schärfe wandte sich Dr. Goebbels gegen die Ver­suche der Siegermächte von Versailles, unser 80- Millionen-Volk auch weiterhin von den Reichtümern der Welt auszuschließen. Solange man das ver­sucht, ist jedes Friedensprogramm ein leeres Ge­rede! Denn wir wollen nicht einen Frieden der Phrasen, sonder» einen Frieden der Ta­ten. Auch unser Volk soll in Zukunft an den Schätzen dieser Welt beteiligt sein! Eingehend setzte sich Dr. Goebbels dann mit der englischen Propaganda auseinander, die die Behauptung ausstreut, wir Deutschen wollten die ganze Welt unterjochen. Davon könne natürlich keine Rede sein. Rur unseren eigenen Besitz hätten wir uns zurückgeholt, und wo wir noch Forderungen er­heben, handele es sich ebenso um wohlbegrünbete

deutsche Rechte. Wenn die Engländer uns die Methoden zum Vorwurf machten, mit denen wir diese Rechte durchzusetzen suchten und wenn fie uns entgegenhielten, daß wir auch auf gütlichem Ver­handlungswege hätten zum Ziele kommen können, so sollten sie doch den Beweis für ihre Behauptuna beispielsweise in der Kolonial frage endlich einmal antreten. Soweit es sich allerdings um M i t- teleuropa handele, verbitte sich das deutsche Volk die dauernden Einmischungsoer- suche Englands auf das entschiedenste. Mittel­europa sei keinesfalls englisches Inter- essenaebiet. England wisse sehr wohl, daß es nicht mehr das schwache Deutschland von e i n st, sondern das nationalsozialistische Reich Adolf Hitlers vor sich habe:Die Engländer tun nur so, als wüßten sie das nicht. Die streuen ihrem eigenen Volk Sand in die Augen in der heim­lichen Hoffnung, doch noch irgendwo in Europa einen Festlanddeaen zu finden, einen Dummen, der für England die Kastanien aus dem heißen deutschen Feuer herausholen soll. Wenn wir die europäischen Völker über diese Hinterhältigkeit aufzuklären suchen, dann werden sie ungehalten. Sie machen dann in Moral; sie haben es leicht, moralisch zu sein, beim sie besitzen ja alles, was sie zum Leben brauchen.

Auch im Falle von Danzig, so führte Dr. Goebbels weiter aus, hätten die Engländer ihre mehr als sonderbare Moral bewiesen, denn sie erst hätten die Polen zu ihrer törichten .Hals­starrigkeit ermuntert in der Hoffnung, daß so in Europa ein Brandherd entstehen werde. Im übrigen sei die Frage Danzig für jeden Vernünftigen kein Problem mehr. Niemand könne bezweifeln, daß Danzig eine rein deutsche Stadt sei. Wenn die Polen heute noch erklären, es erübrige sich, auf unsere Argumente einzugehen, und wenn polnische Scharfmacher ihrem Lande mit törichten Gegen­forderungen zu dienen glauben, so sehen wir dem­gegenüber der weiteren Entwicklung in sicherer Ruhe und Gelassenheit entgegen. Allerdings glauben wir, daß es im Interesse der anderen Seite läge, die Danzigfrage und die Frage des Korridors einer möglichst raschen Lösung zuzufiihrem

Im übrigen soll man doch nicht glauben, daß der Führer sich durch Drohungen irgendwie beirren ließe! (Stürmischer Beifall.) Dor Erpressungen haben wir Nationalsozialisten noch niemals kapitu- tiert! Wir haben unsere internattonalen Forde­rungen erhoben. Sie lauten: Befriedigung unserer natürlichen Lebensanspruche. Darüber kann man nicht hinweggehen; diese For­derungen kann man nicht bagatellisieren. Wenn man das in London, Paris und Warschau dennoch versucht, so geschieht es zum Schaden dieser Staaten und Völker. Die Engländer und Franzosen lugen jetzt von Truppenverschiebungen m der Slowakei, von Aufständen im Protektoratsgebiet usw. An allen Ecken und Enden sollen große deut­sche Truppenkontingente gesichtet worden sein. Es ist dies ein Beweis dafür, ein wie schlechtes Ge­wissen die Engländer haben. Denn Truppen setzt man doch nur ein, um einen Zustand zu ändern, und die Engländer selbst haben wohl den Eindruck, daß einige Zustände in Europa geändert wer- d e n müßten.

Unsere Grenzen im Westen sind geschützt. Der Westwall steht. Wir haben in Europa Italien als guten Freund, der mit uns durch Dick und Dünn geht. Wir besitzen die stärkste Wehrmacht der Welt. Wenn man heute noch versucht, uns bange zu machen, so bleiben wir demgegenüber ganz hart, ganz gelassen, aber auch ganz e n t s ch 1 o s s en. Der Appell an die Furcht hat noch niemals im deutschen Herzen einen Wider­hall gefunden. Wir wissen, was wir wollen, aber wir wollen auch, was wir wissen! Und zu allem haben wir einen Führer, der die Nation in sechs Jahren von Sieg zu Sieg geführt hat, und in dessen Wortschatz das WortKapitulation" nicht vor- kommt. Wir und das Volk, wir sind unüber­windlich. So wie heute hier über 120 000 Men­schen sich zusammengefunden haben, um einem alten Brauch neuen Inhalt zu geben und ein Bekenntnis zum Staat und zu seinem Führer abzulegen, so steht heute das ganze Volk wie ein Block zu­sammen. So stehen wir alle zu unserem Reich, zu unserem Volk und zu unserem Führer!

macht als imperiales Instrument und in ihrer Heuchelei als Fviedenswaffe.

DieGazetta del Popolo" schreibt, England fei nicht imstande, in Ostasien etwas mit Gewalt durch- ,zusetzen ohne die Gefahr ernster Verwicklungen im Westen. Die britische Einkreisungs- und Gewalt- polittk sei zum kläglichen Mißerfolg verurteilt, weil es klar sei, daß Europa und Ostasien zwei von­einander abhängige Sektoren sind. Wenn England sich mit Japan in einen Krieg einließe, würde es in Europa rasch in Schwierigkeiten geraten, und wenn es durch die polnischen Lockmittel den Krieg in Europa verursache, erwüchsen ihm ebenso rasch in Ostasien die größten Schwierigkeiten. Man stehe daher vor einer Lage, die für England außerordent­lich ernst und kritisch sei.

SozialpolllischeAusammemrbett zwischen Deutschland und Ztalien.

Berlin, 26. Juni (DNB.) In Anwesenheit des Reichsarbeitsminifters S e 1 d t e und des Königlich- Italienischen Botschafters Attolico wurde am 20.Juni 1939 ein deutsch-italienischer Vertrag über Sozialversicherung unterzeichnet. Damit fanden die Anfang Juni begonnenen . Sozial- versicherungsverhandlungen chren Abschluß. Der Staatsvertrag begründet die volle Gleichbe­handlung der deutschen und italienischen Staats- angehörigen in ihren Rechten und Pflichten aus den beiderseitigen Sozialversicherungen. Die Versiehe- rungsleistungen werden gegenseitig den Berechtigten, auch wenn diese in dem anderen Staate wohnen, in vollem Umfang gewährt. Die Rechts­ansprüche aus der Kranken-, Unfall», Invaliden-, Angestellten- und knappschaftlichen Pensionsver­sicherungen werden eingehend geregelt. Die Zu» sammenrechnung der deutschen und der ita» lienischen V e r si che ru n g s ze i te n schafft eine Freizügigkeit zwischen der deutschen und der italienischen Sozialversicherung und schützt die beiderseitigen Versicherten, die in dem anderen Staat arbeiten, vor Nachteilen in ihren Dersiche- rungsansprüchen. Der Vertrag wird ergänzt durch ein Zusatzabkommen über Arbeits­losenhilfe, das auch auf diesem Gebiete die Angehörigen beider Staaten einander gleichstellt. Durch eine weitere Vereinbarung gilt diese gegen­seitige Gleich st ellung auch für Familien- beihilsen. Der Vertrag ist ein neuer Ausdruck der engen freundschaftlichen Zusammenarbeit der Achsen­mächte auf sozialem Gebiet.

Da in den letzten Monaten zahlreiche Italiener in die deutsche Landwirtschaft, die Bauwirtschast und auch in den Bergbau eingetreten sind, besitzt der Vertrag für sie eine hohe Bedeutung. Es han­delt sich um ein Gegenseitigkeitsabkommen, das durch Zusatzverttäge über die Arbeitslosenhilfe und über die Familienbeihilfe ergänzt wurde. Die vor­bildliches Leistungen der deutschen Sozialpolitik werden also tünftg auch den italienischen Arbeits­kräften zugute kommen, die sich unserer Wirtschaft zur Verfügung gestellt haben.

Dolle llebereinstimnmng der deutschen und italienischen Marine.

Berlin, 21.3unl. (DNB.) Die Besprechungen in Friedrichshafen zwischen Großadmiral Dr. h. c. Raeder und dem Unterslaalssekretär im Ualle- nifchen rNarineminislerlum Admiral Eavagnari haben die volle Ueberelnslimmung der Aufsasfungen zwischen der deutschen und der italienischen Marine ergeben und sind Mitlwoch- mitlag mit einem beide Teile voll befriedi­genden Ergebnis beendet worden. Die italienifchen Offiziere, die Mittwochvormittag noch Gelegenheit halten, mit ihren deutschen Kameraden die Schönheiten der Bodenseelandschaft zu genießen, werden sich am Donnerstagfrüh wieder nach Italien zurückbegeben.

Oeutsch-spanisch-italienische Kameradschaft.

Berlin, 21. Juni. (DNB.) Der Reichsminister -er Luftfahrt und Oberbefehlshaber der Luftwaffe, Generalfeldmarschall Göring, hatte die spani­schen und italienischen Offiziere, die augenblicklich in Deutschland zu Gast sind, sowie die Offiziere der Legion Condor zu einem Festessen im Haus der Flieger ein- gelaben, um damit hoch einmal der kameradschaft­lichen Verbundenheit Ausdruck zu geben. Der Staatssekretär der Luftfahrt und Generalinspekteur der Luftwaffe, Generaloberst Milch, hob dabei hervor, wie glücklich sich Deutschland schätze, die spanischen und italienischen Mitkämpfer des Frei­heitskrieges als Kameraden bei sich zu sehen. Er gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Gäste das Empfinden mit sich nehmen möchten, daß sich das deutsche Volk in enger Freundschaft mit dem spa­nischen und dem italienischen Volk verbunden fühlt. In einem Trinkspruch dankte der spanische General Aranda und betonte, daß alle italienischen und spanischen Gäste von dem Gefühl des Derbunden­seins und der Zuneigung überzeugt seien. Er werde in seiner Heimat von der gastlichen Aufnahme in Deutschland berichten und dafür sorgen, daß jeder Deutsche bei einem Besuch in Spa­nien ebenso empfangen werde. Das Ge­fühl der Zusammengehörigkeit trage bei zur Ueber- windung aller etwa noch in der Zukunft sich zeigen­den Gefahren.

Englische Kreuzerstapelläufe.

L o n d o n , 20. Juni. (Europapreß.) Die Dergröße- rung der englischen Kreuzerflotte findet ihren Aus­druck darin, daß zum erstenmal in der Geschichte der englischen Marine zwei Kreuzer an einem Tage vom Stapel gelassen werden. Es handelt sich um den 10 000-Tonnen-KreuzerNigeri a" und den leichten KreuzerD i d o" mit einer Wasserver­drängung von 5450 Tonnen, die beide am 18. Juli ihrem Element übergeben werden sollen. Die zahl­reichen Kreuzerneubauten dieses Jahres hängen da­mit zusammen, daß nach Aufkündigung des Washingtoner Abkommens von 1920 und des L ond on er Flottenabkommens von 1930 die Sollstärke der englischen Flotte an Kreuzern von 50 auf 70 erhöht worden ist. 1939 werden vor­aussichtlich insgesamt 15 Kreuzer vom Stapel ge­lassen werden (6 Stapelläufe dieser Klasse haben be­reits stattgefunden.)

Polens Enteignungsfeldzug.

Deutsche Krankenhäuser, Schulen und Kindergärten weggenommen.

Warschau, 21. Juni. (DNB.) Der Raub deut­schen Besitzes in Polen nimmt Ausmaße an, die nur zu sehr an dieTraditionen" von Versailles seligen Angedenkens erinnern. So hat der Woiwode von Posen der dortigen deutschen Genossenschaft des St. Johanniterordens mitgeteilt, daß er ihreExistenz" nicht anerkenne. Gleichzeitig wurde ein polnischer Liquidator eingesetzt, der die drei deutschen Krankenhäuser dieses Ordens in Kalmar, Pinne und Pakofch in Besitz nahm. Eine ähnliche Verfügung erließ der Woiwode von Pommerellen gegen die deutsche Johanniter - Ge­nossenschaft. Damit sind auch die beiden deutschen Krankenhäuser des Ordens in Dirfchau und BrieseninpolnischenBesitz übergegangen.

In Myslowitz wurde das Gebäude des deutschen Schuloereines beschlagnahmt. In dem Gebäude befanden sich die einzige deutsche Haushaltungsschule Ostoberschlesiens, ein Kindergar­ten und verschiedene 23erfammlungsräume. Sämt­liche deutschen kulturellen Organisationen von Mys- lowitz sind nunmehr ohne jede Möglichkeit, ihre Ar­beit, die durch die polnische Staatsverfassung ver­bürgt ist, fortzusetzen. Nachdem bereits über 100 deutsche Kinder durch die Zwangsweise Räumung der Kindergärten in Kattowitz und Za- w o d z i e ihrer Spielschulen beraubt worden sind, haben die polnischen Behörden nunmehr auch den deutschen Kindergarten in der großen Jndustrie- gemeinde Jalow im Landkreis Kattowitz geschlossen.

Seit einiger Zeit sind namentlich in Ostoberschle­sien sogenannteNationalkomitees", die sich aus Mitgliedern des berüchtigten Mestmarkenverbandes und anderer polnischer Hetzorganisatione'n zusarnrnen- setzen, an der Arbeit, um auch die letzten deut­schen Ange st eilten und Arbeiter um das tägliche Brot zu bringen. Sie stellen schwarze Listen auf, auf denen alle vorhandenen Beamten, Angestell­ten und Arbeiter verzeichnet sind, die deutschen Or­ganisationen angehören oder ihre Kinder in die deutschen Schulen schicken.

Kleine politische Nachrichten.

Die Reichsregierung hat sich veranlaßt gesehen, die britische Regierung um die 21 b b e r u f u n g des britischen Generalkonsuls in Wien zu ersuchen. Anläßlich eines Strafverfahrens hat sich ergeben, daß das britische Generalkonsulat in Wien in eine Angelegenheit verbotenen Nachrich­tendien st es verwickelt gewesen ist.

Der Führer empfang auf dem Obersalzberg den zur Zeit in Deutschland weilenden bekannten italie­nischen Straßenbauer Senator Puricelli im Beisein des Generalinspektors für das deutsche Straßenwesen Dr. Todt.

Auf Einladung des Stabschefs der SA. trifft eine größere Abordnung ttalieni scher Offiziere der Fafchistischen Miliz zu einem längeren Besuch in Deutschland ein. Die Abordnung wird von dem Vertreter des Stabschefs der Faschistischen Miliz, Unterstabschef General G u t t i e r i, geführt.

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Eine vom SA.-Obergruppenführer K n i ck m a n n geführte SA.-Abordnung ist am Sitz des General­kommandos der Faschistischen Miliz von General­stabschef Russo empfangen worden und hat an­schließend nm Ehrenmal der Gefallenen der faschi­stischen Miliz einen Lorbeerkranz niedergelegt. Am Mittwochvormittag hat sich eine Abordnung der faschistischen Miliz zu einem mehrtägigen Besuch nach Deutschland begeben.

Aus Einladung des Präsidenten der Vereinigung deutscher Frontkämpferverbände treffen 500 ita« lienische Frontkämpfer zu einem mehr­tägigen Besuch in Deutschland ein. Die Abordnung sieht unter Führung des kriegsblinden Ehrenpräsi­denten der italienischen Frontsoldaten Delcroix,

des Präsidenten der italienischen Frontkämpfer Rossi und des Präsidenten der italienischen Kriegsinvaliden General ^Baccarini.

Im Bereiche der Kriegsmarine wurde der 20jährigen Wiederkehr des Tages, an dem die beut- che Hochseeflotte in Scapa Flow versenkt vurde, in feierlicher Weise gedacht. Alle Kriegs­chiffe hatten die alte kaiserliche Kriegsflagge im Großtopp gesetzt. Die Kommandanten der Schifte und Boote und die Kommandeure der Landtrup­penteile wiesen bei der Musterung auf die Bedeu­tung des Tages hin. *

Den würdigen Abschluß der 6. Reichstagung der Nordischen Gesellschaft bildete am Mitt­wochabend die von der SA. gestaltete Feier der Sommersonnwende am Holstentor in Lübeck, bei der Stabschef der SA., Lutze, die Feuerrede hielt.

Reichsführer Ml Himmler nahm an der Sonn­wendfeier des 9. Sturmes der 39. ^-Standarte in Sorenbohm an der Ostsee teil und sprach zu den Männern der Schutzstaffeln, den Jungen der Nationalsozialistischen Erziehungsanstalt, sowie zur HI. und dem BDM. des Ortes.

Paris, 21.Juni. (Europapreß.) In diploma­tischen Kreisen wird erklärt, daß das türkisch» französische Abkommen am Freitag in Paris und Ankara unterzeichnet werden wird. Der türkisch-französische Beistandspakt wird in Paris von Außenminister Bonnet und dem tür­kischen Botschafter Suad Davas unterzeichnet wer­den, während das Abkommen über die Anglie­derung des Sandschaks Alexandrette an die Türkei in Ankara vom türkischen Außen­minister Sarazoglu und dem französischen Bot­schafter Massigst ratifiziert werden wird.

Der französisch - türkische Beistandspakt soll das gegenseitige Versprechen enthalten,sich für die Aufrechterhaltung des Friedens und der Ordnung im Balkan-Gebiet sowie im östlichen Mittelmeer einzusetzen". Bei der Unterzeich­nung werde der französische Außenminister eine einseitige Erklärung abgeben, in der fest- gestellt werde, daß sich Frankreich verpflichte, die Rechte über Syrien an keinen ande­ren Staat abzutreten, so lange das Re­gime eines Mandats für Syrien bestehen bleibe. In dem Abkommen über den Anschluß des Sandschaks Alexandrette an die Türkei werde erklärt, daß Frankreich den Sandschak ein­schließlich Antiochia an die türkische Souveränität abgebe. Als Gegenleistung verpflichte sich die Türkei,

Berlin, 21. Juni. (DNB.) Das Reichsgesetzblatt veröffentlicht einen Erlaß des Führers über die Gewährung von Straffreiheit in den fudeten» deutschen Gebieten und im Protekto­rat Böhmen und Mähren. Durch den Erlaß werden alle Strafen aufgehoben, die nach den Vorschriften des früheren tschecho-slowakischen Rechts wegen der Zugehörigkeit zur NSDAP., der Deutschen Nationalpartei, der Sudetendeutschen Heimatfront, der Sudetendeutschen Partei, ihren Gliederungen, Unterorganisationen oder angeschlossenen Verbänden bzw. wegen der Förderung oder Unterstützung der er­wähnten Parteien und Organisationen verhängt worden waren.

König Carol empfing den anläßlich der (Eröff­nung der Internationalen AusstellungFreude und Arbeit" in der rumänischen Hauptstadt weilenden Reichsleiter Dr. Robert Ley. Der Könia nahm Ge­legenheit, sich mit Dr. Ley fast eine Stunde zu unter­halten. Anschließend besuchte Dr. Ley nochmals die Ausstellung, wobei er besonders im Pavillon des Internationalen Zentralbüros Freude und Arbeit" von den zahlreichen Besuchern der Ausstellung leb­haft begrüßt wurde.

Das lettische Ministerkabinett ratifi­zierte einstimmig unter dem Vorsitz des lettischen Staats- und Ministerpräsidenten Dr. Ulmanis den deutsch-lettischen Nichtangriffspakt. Der Austausch der Ratifikationsurkunden findet in allernächster Zeit in Berlin statt.

Das Außerordentliche Staatsschutzgericht hat, wie dieStampa" meldet, vierzehn Personen aus Verona wegen staatsfeindlicher Umtriebe zu zwei bis vierzehn Jahren Zuchthaus verurteilt. Der Rädelsführer, Professor Giovanni Ventu­re 11 i, erhielt sechzehn Jahre Kerker.

eine Entschädigung für die französischen Be­sitzungen in diesem Gebiet zu zahlen, lieber die Grenzziehung verlautet, daß die Gebirge von Djebel Akra bei Syrien bleiben sollten, während Anti­ochia, wie ausdrücklich festgestellt werde, a n d i e Türkei falle. Weiter soll sich die Türkei verpflich­ten, die Rechte der Minderheiten zu achten und auf jede Provaganda in Syrien zu verzichten.

Petit Parisien' schreibt, man brauche nur die Landkarte anzusehen, um sich von der Bedeutung des französisch-türkischen Abkommens zu überzeugen. Dank ihrer strategischen Lage garantiere die Türkei im Kriegsfälle die Verbindung Frankreichs und Englands mit Rumänien und der Sowjetunion. Die englisch-französisch-türkische Zusammenarbeit werde von entscheidendem Wert für die Aufrechterhaltung des Status quo im öst­lichen Mittelmeer und für den Schutz der Anlieger­staaten Syrien, Palästina, Aegypten und Griechen­land sowie für den Suezkanal fein. Die Unterzeichnung des französisch-türkischen Vertrages werde in Frankreich mit Genugtuung ausgenommen werden. Die freundschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern, die man weit in die Geschichte zurückverfolgen könne, würden auf diese Weise eine glückliche Wiederbelebung erfahren. Das Blatt muß allerdings zugeben, daß der Verlust des Sand­schak ein beträchtliches Opfer fei.

Darüber hinaus wird Sttaftreiheit für Straf­taten und Verwaltungsübertretungen gewährt, die in den sudetendeutschen Gebieten vor dem 1. Dezember 1938 und auf dem Gebiete des Protektorats vor dem 16. März 1939 im Kampf für biß Erhaltung des Deutschtums ober für die Heimkehr ins Reich begangen wurden.

Ebenso wird Sttaffreiheit gewährt für Straf­taten und Verwaltungsübertretungen, die in den fudetenbeutfchen Gebieten vor dem 1. Dezember 1938 und auf dem Gebiet des Protektorats vor dem 16. März 1939 von deutschen Staatsangehörigen oder Volksdeutschen aus politischen Be­weggründen begangen wurden, sofern nicht .mehr als MI Ke-ihestsstrajs dis. zu zwei ScchkM

Vor Unterzeichnung

-es französisch-türkischen Beistandspaktes

Amnestie für politische Vergehen im fudetendeutschen Freiheitskampf.