lau 3:1 (2:1) durchzusetzen. Zwei gleichwertige Gegner stellten sich in Magdeburg vor. Der Frauen- SC. Magdeburg und Fortuna Leipzig trennten jid) nach erbittertem Kamps trotz Derlängevung 5:5 (4:4) unentschieden und werden nun wahrscheinlich in Leipzig erneut Zusammentreffen.
MSB. Fulda in der Sauliga.
Dey Aufstieg zur Handball-Gauliga hat sich in Gruppe Nord der hessischen Spiele der MSV. Fulda gesichert, der in Kassel den PSV. mit 11:7 Toren schlug und damit alle vier Spiele gewonnen hat. — Ungeklärt ist dagegen die Lage in der Gruppe Süd, da der Favorit TV. Kirchgöns aus eigenem Platz von Barbara Gießen 6:5 bezwungen wurde. Jetzt hat außer Kirchgöns noch der TV. Hörnsheim, der zu Haufe die Tgd. 38 Hanau 7:5 abfertigte, Aussichten zum Aufstieg in die Gauliga.
Großer Sieg des MSB. „Barbara" Gießen.
Dis Soldaten schlagen den Io. Kirch-Göns 6:5 (4:2).
Nachdem die Kirch-Gönser Turner bisher kein Spiel der Aufstiegsrunde verloren und das Vorspiel 13:3 siegreich beendet hatten, dachte kein Mensch, daß es dem MSV. gelingen würde, in Kirch-Göns erfolgreich zu bleiben. Aber die gute Form, die die Gießener in den letzten beiden Spielen gezeigt hatten, wurde in dem gestrigen Kampf noch gesteigert, die Mannschaft zeigte ein selten schönes Spiel, kombinierte flott und ließ sich in keinem Zeitpunkt des Kampfes entmutigen. Der Meister der Bezirksklasse Friedberg hatte Hemmungen und spielte nicht so frei und unbeschwert wie der Gegner. Zudem fehlte der gesperrte Spielführer, den der Ersatzmann nie vollwertig vertreten konnte.
Der Kampf begann mit einem gefährlichen Angriff der Platzbesitzer, aber der Schuß strich am Pfosten vorbei. Im Gegenangriff wurde der Linksaußen der Schwarz-Weißen' unfair gehalten und schoß den Strafstoß sofort ein. Dir Kirch-Gönser antworteten mit wilden Gegenangriffen und hatten schließlich mit einem Freiwurf Erfolg. An der Mauer vorbei flitzte der Ball ins Netz. Kurz darauf führte eine ähnliche Szene zum 2:1. Unentmutigt führten die Gäste den Kampf weiter. Nach schöner Kombination erzielte der Halblinke den Ausgleich, und der Rechtsaußen hatte kurz danach mit einem weiten Schuß Erfolg. Der Kampf war ausgeglichen, die Situationen vor beiden Toren wechselten blitzartig. Ein Alleingang des Gießener Halbrechten führte zum Halbzeitergebnis.
In der zweiten Hälfte gelang es den gelbroten Mannen auf 3:4 zu verkürzen. Dann fiel ein seltenes Tor. Ein prächtiger Schuß prallte von der Latte des Kirch-Gönser Tores ab. Nur der Linksaußen der Gäste eilte herbei und schoß unbehindert ein, während die gegnerische Verteidigung tatenlos zusah. Immer wieder stürmten dje Platzbesitzer vor. Einen Strafstoß schossen sie zum 4:5 ein und erzielten schließlich auch durch einen Strafstoß den vielumjubelten Ausgleich. Aber der Linksaußen der Schwarz-Weißen jagte einen Freiwurf zum 6:5 ins Tor und entschied das Spiel endgültig zu Gunsten des MSV.
Heber den Sieger ist zu sagen, daß er selten so gut gespielt hat. 5m Sturm wirkte Ollhoff wieder mit und schlug prächtig ein. Die Elf hatte keinen Versager. Ein besonderes Lob verdiente sich der Torhüter, der die tollsten Sachen hielt. Bei den Kirch-Gönsern klappte es nicht so wie sonst. Die Mannschaft hatte das Pech, auf einen Gegner in Hochform zu treffen.
Hessische Gaumeisterschast der Fechterinnen.
Else Wirth-Gießen Gaumeisterin.
In bet Turnhalle der Turngemeinde Bad-Nau- heim führte am gestrigen Sonntag das Gaufachamt Fechten im NSRÄ.-Gau 12 Hessen seine Gaukämpfe im Frauen-Florett durch. Die Veranstaltung hatte die Aufgabe, die Gaumeisterin dieses Jahres fest- zastellen und die der Sonderklasse 1939 angehörenden Fechterinnen der Spitzenklasse zu ermitteln.
Nachdem der Vereinsfllhrer der Turngemeinde Bad-Nauheim, der als Fechter im Gau bekannte Ottofranz Kutscher, den Gästen aus dem Hessengau ein herzliches Grußwort entboten hatte, wickelten sich die Kämpfe flott und reibungslos ab. Dem Leiter, Gaufechtwart Wilhelm Chateau (Kassel), stand ein erfahrenes Kampfgericht zur Seite. Allgemein kann gesagt werben, daß man selten so abwechslungsreiche und spannende Kämpfe bei einem Frauenfechten im Gau gesehen hat. Das Treffen war reich an schönen Begegnungen und Gefechten.
Wohl führte der alte Fechterinnen-Stamm, der seit Jahren schon die Gaumeisterschaft im wesentlichen bestreitet, noch den Kampf. Daß aber auch der junge Nachwuchs nach vorwärts strebt, zeigte deutlich das Beispiel der Kasselanerin Ruth Sch i e- befer, die man als Neuling erstmals in der Gau- klasse sah. Wenn es ihr auch noch nicht gelang, in die Spitzengruppe vorzudringen, so berechtigt ihre ausgezeichnete Haltung schon fürs nächste Jahr zu vielversprechenden Hoffnungen.
Bei den Fechterinnen der Spitzengruppe, die schon oft die Klingen miteinander gekreuzt haben, war der Ausgang'des Kampefs durchaus offen. Nur nach langen, technisch wunderbaren Gefechten, meist durch ein ganz geringes Treffer-Mehr entschieden, erwies sich die Fechterin mit den stärksten Nerven als die Beste unter den Besten.
Am Schluß der Runden standen sich die Vereinskameradinnen Else Wirth und Frau Christel D r e b e s vom T v. 18 4 6 Gießen mit der gleichen Zahl von Siegen als ebenbürtig gegenüber. Den dadurch erforderlichen Stichkampf, in seinem spannenden Verlauf eine hochwertige Begegnung, entschied Else Wirth mit einem 4:2-Sieg für sich. Die bewährte Gießener Fechterin, die wir bei ähnlichen Veranstaltungen zumeist auf dem zweiten zweiten Platz sahen, wurde damit erstmalig Gaumeisterin. Die vorjährige Gaumeisterin Grete O e l i g h o f von der CT. Hessen-Preußen Kassel war beruflich verhindert und konnte so ihren Titel nicht verteidigen.
Auch von den Fechterinnen auf den weiteren Plätzen wurde die gleiche Zahl von Siegen erkämpft. Für die Rangfolge war hier das Treffer- Ergebnis maßgebend.
Die Siegerverkündigung.
Die Siegeroerkündigung nahm Gaufachwart W. Chateau vor. Er beglückwünschte die Gau
meisterin namens des Gauführers SA.-Brigade- führer Schmidt (Kassel) zu ihrem schönen Erfolg und teilte ferner mit, daß der Sonderklasse der Fechterinnen 1939 die folgenden Gau-Siegerinnen angehören werden: 1. Else Wirth, 2. Christel Dre- bes, 3. Thilde Lengemann, 4. Lotte Hahn, 5. Erna Kutscher. Die übrigen Teilnehmerinnen am Gaukampf verbleiben, in der Gauklasse.
Im Auftrage des Gausportwartes Hausse (Kassel) zeichnete Gaufachwart Chateau dann mit anerkennenden Worten durch Ueberreichung des Lehrwart-Abzeichens des NSRL. die folgenden verdienten Fechter aus: Ludwig Gerhardt, SA- Kampfspielgemeinschaft Gießen; Heinz Lengemann, CT. Hessen-Preußen Kassel; Wilhelm Görg, Kronberg.
Mit dem Sieg von Else Wirth stellt die alte Fechter-Hochburg' Gießen in diesem Jahre alle Gaumeister im Fechten. Else Wirth ist berechtigt, an den Deutschen Fechtmeisterschaften in Wuppertal (28. Juni bis l.Juli) teilzunehmen. Mit ihr vertritt den Gau in Wuppertal noch Ludwig Ger
hardt (Gießen), der bekanntlich am 23. April b.g. in Kassel Gaumeister im Florett und im Säbel der Männer geworden ist.
Die Ergebnisse.
1. Sieg und Gaumeisterin Else Wirth, Id, 1846 Gießen, 6 Siege (durch Stichkampf);
2. Frau Christel D r e b e s, Id. 1846 Gießen, 6 Siege;
3. Frau Thilde Lengemann, CT. Hessen-Preußeck Kassel, 4 Siege (16 erhaltene Treffer);
4. Lotte Hahn, Id. 1846 Gießen, 4 Siege (19 er« haltene Trester);
_5. Frau Erna Kutscher, Tgm. Bad-Nauheim, 4 Siege (20 erhaltene Treffer);
6. Ruth Schiebeler, CT. Hessen-Preußen Kassel, 2 Siege;
7. Frau Dr. Hanni Pfeiffer, To. Wetzlar, 1 Sieg;
8. Frau Gerda Fincke, CT. Hessen-Preußen Kassel, 1 Sieg.
Fußball-Aufstiegsspiele in Hessen.
Im Gau Hessen brachte der Sonntag nur zwei Fußball-Aufstiegspiele, welche die erwarteten Ergebnisse zeitigten. In der Gruppe Nord bewies Tura Kassel, daß sie der Elf von BorussiaFulda im Zweikampf um den Gruppensieg ein durchaus ebenbürtiger Gegner sein wird. Die Kasseler fertigten diesmal den FV. Breidenbach klar mit 5:0 (2:0) ab, obwohl sie ohne ihren guten Torhüter Schwerste antreten mußten. Iura steht nun an der Spitze der Tabelle, und die Fuldaer müssen sich schon gehörig strecken, wenn sie die strebsamen Kasseler noch überflügeln wollen. Immerhin besteht bis jetzt noch keinerlei Anlaß zu Befürchtungen.
In der Gruppe Süd bestritt der Meister der Gruppe Friedberg, Phönix Bad Vilbel, nun endlich fein erstes Spiel — und verlor es gegen Teutonia Watzenborn-Steinberg klar mit 0:2 (0:1). Es hat ganz den Anschein, als sollten die Vilbeler doch nicht Diel zu bestellen haben. Die Tabellen:
Gruppe Nord.
1. Tura Kassel
2. Borussia Fulda
3. Reichsbahn-FSV. Bebra
4. FV. Breidenbach
Spiele Tore Punkte
3 10:2 6:0
2 11:2 4:0
2 2:8 0:4
3 2:13 0:6
Gruppe Süd.
Spiele Tore Punkte
1. TSV. 1860 Hanau 2 6:4 3:1
2. Teutonia Watzenborn-Steinberg 3 6:6 3:3
3. SC. Wirges 2 4:4 2:2
4. Phönix Bad Vilbel 1 0:2 0:2
Phönix Vilbel — Teutonia Steinberg 0:2 (0:1).
Zu ihrem ersten Sieg gelangten gestern die Teutonen in Vilbel. Die Mannschaft war sich der großen Aufgabe bewußt und kämpfte mit großem Eifer; denn durch eine erneute Niederlage wären die Steinberger ans Tabellenende gekommen. Jetzt allerdings ist die Sache noch vollkommen offen. Die Teutonen werden deshalb auch in der Folge gut tun, wenn sie immer mit dem gleichen Elan wie gestern kämpfen.
Vilbel stellte eine ausgeglichene Mannschaft^ ins Feld. Hart und verbissen kämpfte sie für den Sieg,
aber die Gäste waren vor allem in der Abwehö besser. Der gute Linksaußen und Mittelstürmer wurden von Heinzemann bzw. Hederich so bewacht, daß sie überhaupt nicht zur Geltung kamen. Sehr gut war auch der linke Verteidiger Zeiler, der oftmals in brenzlichsten Situationen dazwischenfuhr. Bei den Teutonen war gestern die Abwehr mit Läuferreihe das Glanzstück. Unermüdlich wurde immer wieder angegriffen. Nur so läßt es sich erklären, daß Happel verhältnismäßig wenig Arbeit hatte. Im Sturm klappte es nicht so wie gewöhnlich. Schließlich erzielte er jedoch zwei schöne Tore durch Haas und Lang und stellte damit den Sieg sicher.
Unter Leitung von Wingenfeld (Fulda) formiertet sich die Teutonen zu folgender Aufstellung: Happel, Fett, Buß, Hirz, Hederich, Heinzemann, Haas, Lang, Schmidt, Däublin, Wehrum. Es fehlte also Naui mann, der gestern nicht abkömmlich war.
Nach dem Anstoß sah man zuerst verteiltes Spiel. Die Gegner tasteten sich noch ab. Allmählich stellte sich heraus, daß Steinbergs Hintermannschaft un< überwindlich war. Vorlage auf Vorlage wanderte in den Sturm, aber hier konnte man eine sichtliche Nervosität feftstellen. Mitte der ersten Hälfte fiel nun das erste Tor. Fett ließ wieder einen seiner gefährlichen Strafstöße los, den der Tormann nur abprallen ließ. Haas war zur Stelle und drückte ein. Das war den Vilbelern doch etwas zu viel, und sie versuchten nun mit allen Mitteln, den Gleichstand zu erzielen. Aber alles Abwehren war zweck« los. Steinbergs Hintermann klärte alle Angriffe. Allmählich erzwang sich nun wieder Steinberg Vorteile, und nur großes Schußpech verhütete )eine weitere Torausbeute, so daß man schließlich mit dem 1:0 - Resultat zur Pause schritt. Nach dem Wechsel weiterhin das kraftvolle Spiel. Immer schneller wurde dieses Ringen um den endgültigen Sieg. Verschiedentlich wurden klare Gelegenheiten ausgelassen. Vilbel drängte nun mit Macht. Der Bann wurde gebrochen, als Lang 15 Minuten vor Schluß eins Vorlage von Däublin verwandelte. Das bedeutete den Sieg.
Teutonia II. — 1900 Gießen II. 1:0 (0:0).
Dieses Spiel war eine ziemlich eindeutige Angelegenheit der Platzbesitzer, die unbedingt höher gewinnen mußten.
Deutschland hat einen
musikalischen:
n
eltruf zu verteidigen.
Nationaler Musikpreis für den Geiger Siegfried Borries und die Pianistin Nosl Schmidt.
Düsseldorf, 21. Mai. (DNB.) Die Reichs- mufittage erreichten ihren Höhepunkt mit einer Kulturpolitischen Kundgebung, auf der Neichs- minifter Dr. Goebbels eine große Rede hielt. Die Feierstunde wurde eingeleitet mit der Uraufführung von Paul Graeners symphonischen Variationen „Prinz Eugen, der edle Ritter". Gauleiter Florin begrüßte den Minister. Heute könne er dem Minister melden, daß allen Widerständen zum Trotz das neue Düsseldorfer Opernhaus gebaut werde. Der Führer selbst habe seine Errichtung als die vordringlichste Bauaufgabe der Stadt Düsseldorf bezeichnet und ihn, den Gauleiter, beauftragt, unverzüglich mit der Projektierung zu beginnen, nachdem er die Lagepläne bereits genehmigt habe.
Hierauf nahm Neichsminister Dr. Goebbels das Wort. Er kennzeichnete zunächst den doppelten Zweck der Reichsmusikfefttage. Sie sollen die große Nepräsentationsgelegenheit schaffen, die für die deutsche musikalische Weit Treff- und An- ziehungspankt bildet und darüber hinaus gewissermaßen ein Erprobungsfeld für unsere jungen musikalischen Talente fein.
Dr. Goebbels begründete dann, daß wir unseren musikalischen Weltruf mit allen Mitteln auch für die Gegenwart und damit für die Zukunft wahren müßten:
„Kein Land und kein Volk hat 'einen solchen Schatz an wirklich großen musikalischen Meistern, aufzuweisen wie gerade wiv Deutschen. Wir sind eigentlich das auserkorene Musikvolk der Welt ... Ohne Deutschland, ohne seine großen Meister, die mit hinreißenden Sinfonien und großartigen Opern den musikalischen Spielplan aller Völker und aller Nationen heute noch beherrschen, wäre eine Welt- mufrt überhaupt nicht denkbar."
Dr. Goebbels fuhr dann fort: „Der Staat kann keine Musik und überhaupt keine Kunst schaffen. Der Staat ist gewissermaßen nur der Treuhänder der Kunst dein Volke gegenüber, so wie er der Treuhänder des Volkes der Kunst gegenüber ist. Der Staat muß seine Aufgabe darin sehen, wirkliche Talente zu fördern und alle ihnen im Wege stehenden Entwicklungshemmungen aus dem^Wege zu räumen." Als eine weitere Aufgabe des Staates und seiner Instanzen bezeichnete es Dr. Goebbels bann, jene Auswüchse zu beseitigen, die die Gefahr einer Ueberwucherung unseres musikalischen Schaffens mit artfremden Elementen in sich schließen.
„Der Künstler ist die kraftvollste Repräsentation des Kulturbewußtseins eines Volkes ... Im Volke hat er feine Wurzeln, und aus diesen Wurzln zieht er ununterbrochen die starke, schöpferische Kraft, die allein ihn zum künstlerischen Schaffen befähigt. Der Staat dagegen hat die Aufgabe, über das organische Wachstum beider Faktoren zu wachen. Er betreibt politische Kulturpflege nicht nur im Interesse des Künstlers, sondern vor allem auch im Interesse des Volkes; er baut gewissermaßen die
Brücke, auf der Volk und künstlerische Einzelpersönlichkeit miteinander in Berührung kommen und sich damit auch ergänzen und verständigen können."
Dr. Goebbels gab einen umfassenden Rechenschaftsbericht über das deutsche Musikleben und feine Leistungen. Er gedachte des umfangreichen Zuwachses an musikalischem Kulturbesitz, der schon seit seher zu unserem Volkstum gehörte, nun im Rahmen des gewaltigen politischen Geschehens auch praktisch in den Reichsbesitz übernommen wurde. Er erwähnte die großen deutschen Meister vom Range eines Gluck, Haydn, Mozart, Schubert, Hugo Wolf und Bruckner, die nun auch rein äußerlich zu uns, zur Größe des Reiches und zur Kultur unseres Volkes gehören. Er gedachte der Salzburger Festspiele und des Mozarteums in Salzburg, die Besitz der Kultur unseres nationalsozialistischen Reiches geworden sind. Durch große Reichszuschüsse sei eine Sicherung der drei Wiener Orchester und der Sudetendeutschen Philharmonie gewährleistet worden; die internationale Bruckner- Gesellschaft sei in die Deutsche Bruckner-Gesellschaft umgewandelt worden, und einer unserer repräsentativsten Musiker, Wilhelm Furtwängler, habe ihr Präsidium übernommen.
Mit Freude könne eine umfassende Wiederbelebung der musikalischen Aktivität unseres Volkes festaestellt werden. Dr. Goebbels führte in einer umfassenden Uebersicht aus, welche systematische Arbeit auf diesem Gebiet geleistet worden ist. Er erwähnte den Wiederaufbau des deutschen Konzertwesens und die Bildung eines neuen Konzertpublikums. Besonders viel sei für die Fürsorge für den Begab- tennachwuchs getan worden. In den „Stunden der Musik" komme das zeitgenössische Schaffen zu Wort; in 28 deutschen Städten fänden die „Konzerte junger Künstler" statt.
Zum erstenmal gab Dr. Goebbels dann die Verleihung des im vergangenen Jahr gegründeten Nationalen Musikpreises für den besten Geiger und den besten'Pianisten des deutschen Nachwuchses bekannt:
„Ich bin heute in dec glücklichen Lage, eine erstmalige Verleihung dieses Preises in höhe von je 10 000 H2U. nach erfolgreichem Auslesespiel für Violine und Klavier aussprechen zu dürfen. Der Nationale Musikpreis für den besten deutschen Nachwuchsgeiger in höhe von 10 000 Mark wird dem Konzertmeister Siegfried Vorries verliehen. Der Nationale Musikpreis für den besten deut- Nachwuchspianisten wird der Pianistin Rosl Schmidt verliehen. Darüber hinaus habe ich mich entschlossen, Kompositions- auftrage an drei junge deutsche Komponisten zu vergeben, die sich durch ihre auf den diesjährigen Musiktagen dargebotenen Werke als
Die Träger der Nationalen Musikpreise: Konzertmeister Siegfried Borries (rechts) und Pianistin Rosl Schmidt (links). — (Scherl-Bilderdienft-M.)
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besonders hoffnungsvoll erwiesen haben. Ich erteile einen Kompositionsauftrag in höhe von 10 000 RM. für die Schaffung einer neuen Oper an den Komponisten Werner E g k. Weiterhin erteile ich einen Kompositionsauflrag von je 5000 RM. für die Komposition eines neuen Örchesterwerkes an die Komponisten Paul Höffer und Theodor Berger. — Ich glaube damit am besten dem. was uns in unserem musikalischen Schaffen not tut, entgegenzukommen. Denn die schöpferische Kunst lebt nicht so sehr von der Subvention als vom Auftrag."
Dr. Goebbels erwähnte, daß die staatliche Musik pflege und -förderung in Deutschland einen beispiellosen Umfang angenommen habe. Endlich gab er ein Bild vorn materiellen Aufstieg unserer deutschen Musikkultur. Er erwähnte die Leistungen der Berforgungsstiftung der deutschen Komponisten, die insgesamt jährlich 377 Personen mit rund RM. 430 000 bedenke. Er nannte die Leistungen des Dr.-Goedbels-Heimes in Bad Harzburg, in dem allein im vergangenen Sommer 88 Komponisten mit ihren Angehörigen auf Kosten der Versorgungsstiftung zu Gast wären. Er betonte, daß die Stagrna heute an der Spitze aller Aufführungsrechts-Gesellschaften der Welt stehe. Ihr Aufkommen im Altreich sei im letzten Jahr von 11,5 Millionen RM. auf 12 150 000 RM. gestiegen. Den Versorgungsstiftungen der Komponisten, Textdichter und Mufikverleger hätten durch sie rund 860 000 RM. zugeführt werden können. Die Zentralstellenvermittlung für Unterhaltungskapellen in der Reichsmufikkammer habe allein im letzten Haushaltsjahr 3475 Kapellen für 5 221870 RM. Gagen-
umfatz vermitteln können. Die Umfatzsteigerung im deutschen Musikoerlag und ebenso im Musikalienhandel habe 1938 gegen 1937 rund 10 v. H. betragen.
„Wir haben heute als Deutsche einen Kultur- reichtum zu verwalten, wie kein anderes Volk der Welt. Wir sind nicht nur stolz darauf, sondern wir fühlen auch die schwere Verantwortung, die damit verbunden ist. Und so richte ich denn von dieser Stelle aus meinen Aufruf an den jungen musikalischen Nachwuchs unseres Volkes. Es ist ein Auf« r u f z u m F l e i ß , zur künstlerischen Disziplin, zu reiner und ungebrochener Schaffensfreude und zu schöpferischer Selbstzucht. Kunst wird nicht geschaffen durch Theorien. Genie ist divinatorische Begabung plus Fleiß. Durch beides haben sich unsere großen deutschen Meister auf allen Gebieten unserer Kunst ausgezeichnet; durch beides auch hat die deutsche Musik ihre unbestrittene Weltgeltung errungen. Dazu sollen auch die diesjährigen Musik-- fefttage in Düsseldorf wieder eine Mahnung und ein Ansporn fein.
Ausklang mit der Neunten Sinfonie.
Die Reichsmusiktage 1939 fanden ihren Ausklang mit Beethovens 9. Sinfonie. Zum Schlußkonzert in der überfüllten Tonhalle war Reichsminister Dr. Goebbels mit Gauleiter Staatsrat Florian und dem Leiter der Reichsmusiktage Generalinten- dant Dr. D r e w e s erschienen. Die Berliner Philharmoniker waren eigens für diesen Abend nach Düsseldorf gekommen. Als Soloquartett waren viert der schönsten Stimmen verpflichtet, die Kammersängerinnen Erna Berger und Margarete Klose und die Kammersänger Helge Roswänge und Ludwig Weber.


