Ausgabe 
22.3.1939
 
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Kamps und Aot des Auslandsdeutschlums.

Vannsiihrerschule im Dienst der Jugenderziehung

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Die M. S. in Ermenrod war wegen vorsätzlicher Brandstiftung angeklagt. Sie hat am 9. Oktober 1938 ie eigene Scheune in Brand gesteckt.

Die Angeklagte wurde aus der Heil- und Bflege- inftalt oorgeführt. Sie war geständig und erklärte, :-5 sei auf einmal so über sie gekommen, sie habe wie unter einem Zwang gehandelt und da habe sie ie Scheune in Brand gesteckt. Es ist festgestellt, " die Angeklagte früher (bis zum Jahre 1936) fleißig und arbeitssam war. Zu dieser Zeit fiel sie n einen 11 Meter tiefen Brunnen und erlitt dabei itne schwere Gehirnerschütterung. Seitdem leidet sie m geistigen Störungen, und sie ging von da ab mit Selbstmordgedanken um.

Man hat Zweifel an ihrer Zurechnungsfähigkeit. X)er Sachverständige erklärt, es handle sich bei der Angeklagten um geistige Störungen, die ihr ganzes Wesen derartig beeinflussen würden, daß sie nicht wr zu sinnlosen, sondern auch zu strafbaren Hand­ungen neige. Der Schutz des §51 StGB, sei ihr nzubilligen. Sie müsse in einer geschlossenen Anstalt iileiben.

©er deutsche Außenhandel im Februar.

Fwd. Im Außenhandel Großdeutschlands betrug im Februar die Einfuhr 471,5 Mill. RM., die Ausfuhr 411,0 Mill. RM. Während die Einfuhr sich gegenüber dem Vormonat (472,2 Mill. RM.) kaum verändert hat, war die Ausfuhr um 30,2 Mill. RM. (d. h. 6,8 v. H.) geringer als im Januar. Der Einfuhrüberschuß hat sich nach einem Rückgang in den beiden Vormonaten im Februar um 29,4 Mill. RM. auf 60,5 Mill. RM. erhöht.

Die Einfuhr des Altreichs einschl. der an­grenzenden sudetendeutschen Gebiete ist von Januar zu Februar abweichend von der saisonüblichen Ten­denz gestiegen. Mit 425,7 Mill. RM. lag sie um rd. 16 Mill. RM., d. h. 3,9 v. H., über der Einfuhr des Vormonats. Dem Volumen nach war die Erhöhung noch etwas stärker, da die Preise im Durchschnitt gesunken sind.

Im Bereich der Ernährungswirtschaft hat die Ein­fuhr von 155,5 auf 162,6 Mill. RM. zugenommen. Höher war besonders die Einfuhr von lebenden Tieren und pflanzlichen Nahrungsmitteln. In der Hauptgruppe Gewerbliche Wirtschaft wurde das Vormonatsergebnis um rd. 9 Mill. RM. überschrit­ten, und zwar waren an dieser Zunahme Rohstoffe, Halb- und Fertigwaren beteiligt.

In der Ausfuhr war im Februar nach der jahres­zeitlichen Tendenz und vor allem im Hinblick auf die Kürze des Monats ein Rückgang zu erwarten. Insgesamt war die Ausfuhr des alten Reichs­gebiets (einschl. der angrenzenden sudetendeutschen Gebiete) mit 388,3 Mill. RM. um 30,1 Mill. RM. geringer als im Vormonat. Wertmäßig (7,2 v. H.) war die Abnahme stärker als in den Vorjahren. Dem Volumen nach entsprach die Verminderung ( 4,5 o. H.) infolge einer verhältnismäßig star­ken Senkung des Ausfuhrdurchschnittswerts etwa der Veränderung im Februar der letzten beiden Jahre. Das Februarergebnis 1938 wurde wertmäßig um 9,1 v. H., dem Volumen nach jedoch nur gering­fügig unterschritten.

Don dem Rückgang gegenüber dem Vormonat wurde in erster Linie der Fertigwarenabsatz betrof­fen, und zwar ist hier lediglich die Ausfuhr von Enderzeugnissen (26,6 v. H.) gesunken. Auch bei Rohstoffen wurde das Vormonatsergebnis unter­schritten. Dagegen war die Ausfuhr von Halbwaren und Vorerzeugnissen nicht bzw. wenig verändert.

Die Handelsbilanz des alten Reichsgebiets einschl. der angrenzenden sudetendeutschen Gebiete, die im ^nuac einen Ausfuhrüberschuß von L.6 Mll. RW.

Der Volksbund für das Deutschtum im Ausland (VDA.), Ortsleitung Gießen, vereinigte am gestrigen Dienstagabend in der Aula des Gymnasiums viele Mitgliedes, Gäste und vor allem viele Kameradin­nen aus dem BDM. zu einem Vortragsabend.

Der Ortsleiter, Landrat Dr. Lotz, hieß die Be­sucher willkommen, insbesondere die zahlreich ver­tretene Jugend, und dankte dem Redner dafür, daß er aus dem Sudetenland herbeigeeilt sei, um auch in Gießen zu sprechen.

Der Sudetendeutsche Willy B a l i k gab dann in umfassender Ueberschau ein Bild von der Not und dem Kampf des Auslandsdeutschtums, wie er sich nach den Verträgen von Versailles und St. Germain aus der haßerfüllten Berechnung der Feindbund­staaten ergeben mußte. Der Redner rief die geschicht­lichen Ereignisse in die Erinnerung zurück, die zur Abtrennung des Sudetenlandes, zum Verlust von Oberschlesien, des Memellandes usw. und zur Schaf­fung der Tsecho-Slowakei führten, wodurch Millio­nen von deutschen Volksgenossen in Not, Elend und Drangsal gestürzt wurden.

Kreditnehmer mit 5000 bis 10 000 Mark. Auch der Kleinsparbetrieb zeigte eine weitere Aufwärtsent­wicklung. Die Einlagen der Schulsparkasse stiegen um weitere 171 Mk. auf 6719,90 Mark. An Karten­geldern wurden 9000 (8275) Mk. mehr vereinnahmt als im Vorjahr. Die Zinssätze für Hypotheken wur­den ab 1. Januar 1939 von 43A auf 4*72 v. H. ge­senkt, für Spareinlagen mit gesetzlicher Kündigungs­frist werden z. Zt. 3V< v. H. vergütet. Die Unkosten einschl. Steuern betragen 0,85 v. H. (0,9 v. H.) der Bilanzsumme. An Dividende sind für 1938 wieder 5 v. H. ausgeschüttet werden. Mitgliederbewegung: Anfang des Jahres 479 Mitglieder, Zugang 25, Ab­gang 10, somit am Ende des Jahres 494 Mitglieder mit 495 Geschäftsanteilen und einer Haftsumme von 247 500 Mark.

Rechner Schmitt erläuterte die Jahresrechnung, Vermögensbilanz sowie die Gewinn- und Verlust- rechnung. Der Reingewinn beläuft sich auf 2363,89 Mark: der je zur Betriebsrücklage und Reservefonds gutgeschrieben wird. Die Entwicklung der Kasse war folgende: Umsatz 2 982 642 Mk. (1937: 2 683 086 Mk.), Bilanzsumme 635 728 (579 308) Mk., Ein-

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Die Feier der Einweihung fand imSolmser Hof" statt, der aus diesem Anlaß festlich geschmückt war. Die Bevölkerung nahm regen Anteil. Bannführer Rohrbach umriß in seiner Ansprache die Auf­gabe und den tieferen Sinn, dem die Bannführer- schule zu dienen Hof und dankte der Stadtverwal­tung und der Bevölkerung für das der Sache ent­gegengebrachte Verständnis. Kreispropagandaleiter Rahner (Gießen) übermittelte Grüße des Kreis­leiters Backhaus und des Oberbürgermeisters der Stadt Gießen, Ritter, und sprach von den Zielen, denen unsere deutsche Jugend im Interesse der Zukunft unjec^s ganzen Volkes dienen müsse. Die Schule fte^t im Dienst dieser Zukunftsarbeit. Bürgermeister H ö g y (Laubach) sprach von der Bannführerschule als einer idealen Schule, in der nationalsozialistischer Geist gepflegt und von der Jugend höchste Leistung bewiesen werden könne. Die Stadt sei stolz, so führte er u a. aus, diese Schule in ihren Mauern zu bergen. Nach kurzen Darlegungen über die Notwendigkeit der Zusammen­arbeit von Hitler-Jugend, Schule und Elternhaus, überreichte Bürgermeister H ö g y den Schlüssel zur Schule an den Bannführer. Der weitere Verlauf des Abends brachte eine Fülle unterhaltsamer Dar­bietungen, die von Hitler-Jugend und BDM. be­stritten wurden und bei den Besuchern reichen Bei­fall fanden.

In feinen weiteren Darlegungen gab der Vor­tragende einen Ueberblick über das Auslandsdeusch- tum überhaupt, sprach vom Leben der Deutschen in Südosteuropa und von ihrem unermüdlichen Kampf um die Erhaltung ihrer deutschen Wesensart. Er ließ an Hand von Zahlen erkennen, daß h^ute noch ein Fünftel aller Volksdeutschen im Ausland lebt, und vermittelte damit einen Eindruck von dem Ge­samtumfang des Problems.

In feinen abschließenden Darlegungen sprach der Redner besonders von dem Kampf der Sudeten­deutschen um ihre völkische Behauptung, er zeichnete in vielen Einzelheiten ein Bild von den Verfolgun­gen und dem Terror, dem die sudetendeutschen Volksgenossen im ehemaligen Staatsverband der Tschecho-Slowakei ausgesetzt waren, schilderte, wie viele in Gefängnissen litten und gab hier auch einige feiner eigensten Erlebnisse zur Kenntnis. Der Red­ner schloß mit dem Bekenntnis der unablösbaren Treue zu Führer und Reich.

Landrat Dr. Lotz dankte dem Medncr für feine aufrüttelnden Darlegungen und schloß den Abend mit dem Gedenken des Führers.

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aufwies, schließt im Februar mit einem Einfuhr- Überschuß von 37,3 Mill. RM. ab.

Beseitigung der Uebersetzung im Einzelhandel.

Fwd. Die im Einzelhandel noch immer bestehende Uebersetzung mit Verkaufsstellen, Versandgeschäften und Bestellkontoren sowie die ans dem Vierjahres­plan erwachsene Notwendigkeit, Kräfte für den Ar­beitseinsatz freizumachen, erfordert eine Auskäm- mung des Einzelhandels.

Der Reichswirtschaftsminister hat deshalb eine Verordnung zur Beseitigung der Uebersetzung im . Einzelhandel erlassen, die soeben zusammen mit einer Ersten Durchführungsordnung im Reichsgefetz- biatt verkündet wird. In der Verordnung wird be­stimmt, daß Verkaufsstellen, Verfandgeschäfte und Bestellkontore des Einzelhandels geschlossen werden können, wenn ihr Inhaber oder die mit ihrer Lei­tung beauftragte Person nicht die persönlichen oder sachlichen Voraussetzungen erfüllt, die zur Führung eines Einzelhandelsgeschäftes erforderlich find. Nach der Durchführungsanordnung ist die Schließung dann zu verfügen, wenn der Inhaber des Betriebes in den letzten zwei Jahren während bestimmter Zeiträume Wohlfahrts- ober, Arbeitslosenunter­stützung bezogen hat oder wenn er nicht in der Lage ist, ohne Gefährdung des Unternehmens den steuerlichen Verpflichtungen aus dem Gewerbe­betrieb und den laufenden Verpflichtungen der Ge­folgschaft gegenüber regelmäßig nachmkommen oder von der Steuer freigestellt ist. Die Schließung darf erst vollzogen werden, wenn dem Betroffenen vom Arbeitsamt ein anderer Arbeitsplatz nachgewiesen ist. Für die Abwicklung der betroffenen Betriebe ist ein besonderes Verfahren vorgesehen.

Gutes Gparergebnis im Februar.

FWD. Wie aus den Monatsausweifen der deutschen Sparkassen, Girokassen und Kommunalbanken für Ende ö'Cbruar ersichtlich ist, sind im Altreich die Spar­einlagen im Berichtsmonat um 236,0 Mill. RM. gestiegen. Der Hauptteil dieser Erhöhung entfällt auf den Einzahlungsüberschuß, der mit 175,2 Mill. RM. abermals über dem des Vergleichsmonats des Vor­jahres (155,8 Mill. NM.) lag. Das gute Sparergebnis war wiederum auf die günstige Entwickliing der Ein- Zahlungen zurückzuführen, die mit 573,7 Mill. RM. 51,9 Mill. RM. mehr erbrachten als im Februar 1938 (521,8 Mill. RM.). Die Rückzahlungen sind bagegeu weniger stach uiü> zwar von 366,0 Mill, RM. ßitf

Urteil: Auf Grund des § 42b StGB, wird die Verbringung der Angeklagten in eine Heil- Kflegeanftolt angeordnet.

Giehener Feuerschutzpolizei Hilst in Lich.

H Lich, 21. März. Die schon seit langem ge­plante Reinigung der Licher^Wasser- leitung wurde anfangs dieser Woche von der Feuerschutzpolizei Gießen unter Leitung von Brandinspektor Lenz durchgeführt. Die Durch­spülung der etwa 5 Kilometer langen Strecke vom Wasserreservoir am Höhler bis zur Quelle bei Ai­li ach war mit etlichen Schwierigkeiten verbunden, da verschiedene Windungen und Höhenunterschiede berücksichtigt werden mußten. Am Montagmittag legte die aus 10 Feuerschutzpolizisten bestehende Be­dienungsmannschaft entlang der Wasserleitung vom Reservoir bis zum QueUg'ebiet ein Fernsprechkabel mit entsprechenden Fernsprechstationen an den ein­zelnen Wasserschiebern, um so mit der Pumpe in Verbindung zu bleiben. Am Dienstagmorgen wurde mit der etappenweisen Durchspülung begonnen, d. h. man reinigte zuerst die Strecke vom Reservoir bis zum Schieber I und setzte dann die Durchspülung bis zum nächsten Schieber fort, bis man nachmittags an der Quelle angelangt war. Die Durchspülung, die gegen den Strom und mit einem Anfangsdruck von etwa drei und einem Enddruck von acht Atmosphä­ren erfolgte, wurde mit einer zweistufigen, durch einen 100-?8-Dieselmotor angetriebenen Pumpe be­werkstelligt, deren Höchstleistung 3000 Liter in der Minute beträgt bei 80 Meter Förderhöhe. Diese der Gießener Feuerschutzpolizei gehörende Pumpe dürfte zu den modernsten auf diesem Gebiete zu rechnen sein.

Todessturz mit dem Fahrrad.

LPD. Schotten, 21. März. Ein Mann aus Unter-Schmitten, der mit seinem Sohne auf der Radfahrt von Kölzenhain nach Hause begriffen war, stürzte, während sein Sohn schon ein Stück vorausgefahren war, mit seinem Fahrrad so unglücklich, daß der T o d des Mannes auf der Stelle eintrat. Der durch das Ausbleiben feines Vaters beunruhigte Sohn fuhr nach einiger Zeit zurück und fand dann feinen Vater tot auf der Landstraße liegend auf.

Spar- und Darlehnskaffe Watzenborn-Steinberg.

"T Watzenborn-Steinberg, 20. März. 2lm Samstagabend fand im SaaleZur Krone" die Jahres-Hauptversammlung der Spar - und Darlehnskasse statt.

Aufsichtsratsoorfitzender, Bürgermeister Schä - f e r, leitete die Versammlung. Er gedachte eingangs der im abgelaufenen Geschäftsjahr verstorbenen Mit­glieder, die in üblicher Weise geehrt wurden.

Hierauf erstattete der Direktor, Lehrer Philipp, den Geschäftsbericht. Daraus war zu entnehmen, daß das hbgelaufene Jahr auch für die Genossen­schaft ein recht erfolgreiches Jahr war. Bei dem immer mehr anwachsenden Geschäftsbetrieb zeigten sich die derzeitigen Geschäftsräume zu klein. Es konnte ein passendes Haus, das den Ansprüchen ent­sprach, zum Preise von 12 000 Mk. kaust ich erwor­ben werden. Ab 1. April 1938 wurde die Unterhebe­stelle übernommen. Die Kassengeschäfte waren äußerst günstig. Die Zahlen in Klammern sind die des Vorjahres. Die Einlagen sind um 70 400 Mk. (41000 Mk.) gestiegen. An neuen Sparbüchern wur­den 76 (63) ausgegeben. Die Bilanzsumme ist um weitere 56 000 Mk. (11000 Mk.) angewachsen. Die Bankschuld betrug am Ende des Jahres 18 000 (35 000) Mark. Auch das Kreditgeschäft erfuhr eine weitere, ganz erhebliche Steigerung. Es wurden 47 (34) neue Kredite bewilligt im Gesamtbeträge von 13 000 (57 000) Mark. Die gesamten Außenstände etzen sich aus 599 010,89 Mk. zusammen, und zwar wie folgt: 55 Kreditnehmer mit 500 Mk., 50 mit 500 bis 1000 Mk., 33 mit 1000 bis 1500, 38 mit 1500 bis 2000 Mk., 105 mit 2000 bis 5000 Mk. und 14

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tico her gesehen. 3. Pflichten des Lehrlings ?flxf)ten des Lehrherrn. 18.30:Frühling läßt fein laues Band ..." Hörfolge mit Musik. 19.15: Tages- ficgeL 19.30: Der fröhliche Lautsprecher. (Jndustrie- GtMpIatten und Eigenaufnahmen.) 19.45:Ost- riesißifches Gold als Frühlingsstrauß". Zur letzten HiHsstraßensammlung entstehen Schneeglöckchen (ie Bernstein. 20: Nachrichten. Grenzecho. 20.15: Sil den Stadtsälen in Marburg:Singendes, klin- (mies Marburg" in Verbindung mit der NS.-Ge- rrisischaftKraft durch Freude". 22: Nachrichten. 21-0: Unsere Kolonien:Adolf Lüderitz",

Ein Erzgauner.

3n zehn Jahren 20mal bestraft.

LPD. Marburg, 21. März. Der Lebensgang $5 33jährigen Albert Miller aus Augsburg, Lr vor dem Schöffengericht wegen Betrugs im -ückfall unter Anklage stand, war in den letzten Wen eine fast ununterbrochene Kette von Gefäng- isstrafen. In den Polizeiakten wird M. als ein Nensch bezeichnet, der einer regelmäßigen Arbeit cus dem Wege geht und sich statt dessen auf be- tMgerische Art durchs Leben zu schlagen sucht. Im umi v. I. wurde M. nach Verbüßung einer län- firen Strafe aus dem Gefängnis entlassen. Er ränderte von Augsburg über Nürnberg und Hessen- ?^ssau nach Westfalen und beging unterwegs wieder sthlreiche Betrügereien, indem er sich in Gast- I iufern einmietete und bann unter Hinterlassung inner Zechschulden verschwand. In Westfalen konnte nan ihn erwischen und zu einem Jahr drei Mo­niten Zuchthaus (seine 19. Strafe) verurteilen. Mitt- I rweile hat es sich herausgestellt, daß M. auf seiner Jsife durch Hessen auch in Fronhausen (Lahn) einen Gastwirt um etwa 15 Mark' ge­sellt f)at. Er erschien dort im September v. I. crends unter der Angabe, daß er bei Belin- hiausen mit seinem Wagen den er gar nicht bifaß eine Panne gehabt und die Abschleppung bs Wagens veranlaßt habe. Etwa zwei Tage blieb in der Wirtschaft, übernachtete dort, ließ sich n.Tföftigen und trank nach Angabe der Wirtin in b tfer kurzen Zeit etwa 40 Glas Bier. Unter dem Birmanb, auf bem Postamt Geld abholen zu wol­le,, verschwand er dann und hinterließ seine Zech- Iduulben. Das Urteil des Schöffengerichts lautete dusmal unter Einbeziehung der in Westfalen er= kannten (Strafe auf zwei Jahre Zuchthaus, K'ü Mark Geldstrafe oder weitere 20 Tage Zucht- jcius und 5 Jahre Ehrverlust. Dem Verurteilten |d6 man zu erkennen, baß er bei einer nochmaligen Erroftat mit Sicherungsverwahrung rechnen müsse.

Lieber 8000 Erbhöfe in Hessen.

LPD. Darmstadt, 21. März. Nach amtlicher Z; sammenstellung gibt es jetzt in Hessen 8418 k bhöfe mit einer Gesamtfläche von 112 905 Hektar. Die meisten Erbhöfe, nämlich 6500, besitzen b:driebsflächen zwischen 7,5 und 20 Hektar.

Rundsunkprogramm

Donnerstag, 23. März.

Uhr: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. Es spielt te kleine Dresdner- Orchester. 7: Nachrichren. 8.10: lstimnastik. 8.30: Froher Klang zur Werkpause. Es IpiMt das kleine Orchester des Reichssenders Königs- Itig. 9.40: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 10 Schulfunk: Volksliedsingen. Wiederholung Lie- holatt 25. 11.40: Ruf ins Land. 12: Mittagskon- /tr. Es spielt bas kleine Runbfunkorchester. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 1145: Auf gut Glück! Improvisiertes auf Schall- ifciten. 14.45: Für unsere Kinber:Der golbene Ämtz am Meeresgrunb". Ein Märchenjpiel von Eva Win. 16: Nachmittagskonzert. 17 bis 17.10: Bücher, Di denen man spricht. 18: Aus Arbeit und Beruf: 1 Aktuelle Nachrichten. 2. Wehrdienst vom Be-

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* Laubach, 22. März. Schon feit einigen Mo­naten ist die Bannführerschule Laubach des Bannes 116 der Hitler-Jugend von einem Leben erfüllt, wie es immer die Jugend mit sich bringt. Bei aller Disziplin ist bas Haus schon bisher mit geräusch­voller Fröhlichkeit erfüllt gewesen, aber auch mit dem Geist, der der Führerschaft der Hitler-Jugend zu eigen ist und zu eigen sein mußt. Schon vor einiger Zeit konnten wir in Wort und Bild darüber berichten, in welcher Form sich die Schulung und das Leben in der Bannführerschule abspielen. Jeder Besucher, der Gelegenheit hatte, Einblick in die Bannführerschule zu gewinnen, gewann den Ein­druck, daß in jenem Hause beimSchützenhof" eine Arbeit geleistet wird, die zunächst der Jugend dient, darüber hinaus aber der Volksgemeinschaft und eine Arbeit auf weite Sicht darstellt. Das Haus war für die Zwecke der Bannführerschule vollständig neu eingerichtet worden, die Räume wurden gründlich überholt, alle Einrichtungen wurden so gestaltet, daß sie den Zweck der Schule in allen Beziehungen ent­sprechen. Nachdem nun diese Ausbauarbeiten in allen Teilen abgeschlossen worden sind, fand in der Form eines Volksgemeinschaftsabends die Einwei­hung der Bannführerschule statt. Der Feier ging eine Besichtigung des Heimes durch die Vertreter der Partei und der Behörden voraus, bei der jeder­mann den besten Eindruck gewann.

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lagen: 563 674 (493 244) Mk., Geschäftsguthabett 24 161 (23 226) Mk., Reserven 26 778 (24 695) Mk., Gewinn 2363 (2132) Mark.

Bürgermeister Schäfer dankte dem Direktor, sowie dem Rechner für ihre ausgezeichnete Arbeit. Die satzungsgemäß ausscheidenden Vorstandsmitglie­der Hermann Sommer, vom Aufsichtsrat Hein­rich Schäfer I., Johannes Schäfer III. und Balthasar Häuser II. wurden in ihre Aemter wieder verpflichtet.

Nach Verlesung des Protokolls durch den Schrift­führer Karl Philipp wurde die gut besuchte Ver­sammlung vom Vorsitzenden in üblicher Weise ge­schlossen.

Landkreis Gießen.

A Rödgen, 22. März. Am heutigen Mittwoch kann der Weichenwärter i. R. Philipp Wiegel, Adolf-Hitler-Straßei, in körperlicher kmd geistiger Frische seinen 7 5. Geburtstag feiern. Unseren herzlichen Glückwunsch.

$ Steinbach, 22. März. Am heutigen Tage feiert Herr Karl Balser IV. seinen 72. G e - burtstag in guter Gesundheit und körperlicher und geistiger Rüstigkeit. Wir gratulieren herzlich.

5 A1 bach , 22. März. Am morgigen 23. März feiert Frau Katharina Lenz, geb. Balser, Witwe des schon von 36 Jahren verstorbenen Philipp Lenz, ihren 8 8. Geburtstag. Frau Lenz, die Mutter unseres Bürgermeisters, ist die älteste Frau unserer Gemeinde, ihr Gesundheitszustand ist für ihr Alter erträglich gut. Herzliche Glückwünsche!

s. Lang-Göns, 20., März. Am Sonntag hielt der hiesige Obst- und Garteilbauverein seine diesjährige Hauptversammlung ab. Nach Be- grüßungsroorten des Vorsitzenden Willi Spies verlas Rechner W. Rudolph den Kassenbericht. Nach allen Abzügen, auch für eine Süßmostpresse, die der Verein angeschafft hat, verblieb ein kleiner Barbestand. Eine Verlosung fiel in diesem Jahre aus. Die Rechnung wurde geprüft und für richtig befunden. Die Anzahl der Mitglieder stieg im letz­ten Jahre um 4 auf 61. Darauf berichteten 3mei Mitglieder über die am Morgen ftattgefunoene Tagung in Friedberg, anläßlich des Baüerntages. Der Verein will in diesem Sommer eine Autofahrt nach einem bekannten Obstbaugebiet unternehmen, damit die Mitglieder Gelegenheit haben, neue Er­fahrungen zu sammeln. Nach einigen geschäftlichen Mitteilungen wurde die Versammlilng geschlossen. Die Bekämpfungsmaßnahmen (Baumspritzungen) liegen auch in diesem Jahre in den Händen des Obstbauvereins und werden zur Zeit durchgejührt..

+ Grünberg, 20. März. Der Obst- und Gartenbauverein hielt am Samstagabend in der Wirtschaft Schmitz feine Hauptversammlung ab, die zahlreich besucht war. Der Vorsitzende, Berufs­schullehrer Gengnagel, erstattete den Jahres­bericht. Das Andenken der verstorbenen Mitglieder Ehr. Schweißguth und Frau Robert Wwe., die beide eifrig im Verein tätig waren, wurde in der üblichen Weise geehrt. Der Verein hat bei der von der Stadt durchzuführenden Reinigungsaktion der Obftbäume mitgewirkt. Eine Zählung des gesamten Obstbaum­bestandes der Gemarkung ergab die Summe von 16 000 Obstbäumen. Ein Drittel der Gemarkung wurde bei der Reinigungsaktion in Angriff genom­men. Mit der vom Bezirksobstbauverband zur Ver­fügung gestellten Motorspritze wurden 2500 Bäume mit 1200 kg Karbolineum gespritzt. 250 kranke oder überalterte Bäume wurden entfernt. In Anerken­nung der geleisteten Hjlfe gewährte die Stadt dem Verein einen Zuschuß von 50 RM. Die Rechnungs­ablage ergab einen kleinen Ueberschuß. Dann hielt Obstbautechniker Leib (Wetzlar) einen Vortrag über Beerenobstbau. Besonders wies er darauf hin, daß durch den Rückgang des gewerbsmäßigen Anbaues von Beerenobst gerade der Beerenobstzucht im Haus­garten erhöhte Bedeutung für die Herstellung von Marmelade zukomme. In einem anschließenden Kurzvortrag behandelte er noch die Blumenpflege in Haus und Garten. Eine rege Aussprache schloß sich an, bei der der Redner bereitwillig Auskunft auf gestellte Fragen gab. Der Vorstand wurde durch die Herren Gebauer und Uhrmachermeister P f e f - f e r ergänzt. Zum Schlüsse fand noch eine Freiver- lasung von Gebrauchsgegenständen für den Garten statt.

Geldstrafe von 150 Mark, ersatzweise 30 Tage Ge­fängnis, verurteilt. Dem Angeklagten, der ein halt­loser, willensschwacher Psychopath ist, wurde klar- aemacht, daß er, wenn er nicht auf eine andere Bahn komme, mit Zuchthaus und Sicherungsver­wahrung zu rechnen habe. Die Rechtskraft des Ur­teils wurde anerkannt.

Große Strafkammer Gießen.

Der M. G. in Nieder-Aula war beschuldigt, am :22. November 1938 durch Fahrlässigkeit den Tod «eines Menschen verursacht zu haben. Der Angeklagte jsuhr mit feinem Personenkraftwagen auf der äußer- iften rechten Straßenseite der Landstraße in Richtung BrauerschwendRenzendorf den in der Fahrtrich­tung fahrenden Hermann Dotzert aus Romrod an unb verletzte ihn so schwer, daß er an den Folgen Der Verletzunaen starb. (Vergehen nach § 222 Abs. 1 mnb 2 StGB.) Der Angeklagte will von einem ent­gegenkommenden Kraftwagen geblendet worden ijcin.

Die Zeugeil haben von einem Kraftwagen, oder -inem Radfahrer nichts bemerkt. Ein Zeuge, der lieben dem Verletzten ging, behauptete, er und der Verletzte feien auf dem rechten Fußweg und nicht auf dem Fahrdamm gegangen. Dagegen wurde an­genommen, daß der Verletzte sich doch teilweise auf Der Fahrbahn bewegt hat.

Der Vertreter der Anklage beantragte eine Ge- ängnisftrafe von sechs Monaten. Der Verteidiger neontragte eine wesentlich geringere-Strafe, da dem Angeklagten nur ein geringes Verschulden zur Last gelegt werden könne.

Urteil: Der Angeklagte ist schuldig eines Ver­chens der fahrlässigen Tötung nach § 222 Ahs. 1 und 2 StGB, in Tateinheit mit einer Übertretung uach §§ 1, 9, 49 der Reichsstraßenverkehrsordnung und wird zu einer Gefängnis st rafe von K)r e i Monaten verurteilt.

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