Aus der engeren Heimat.
Som Deutschen Frauenwerk
Gfs. Eine Tagung der Abt. Hilfsdienst des Deutschen Frauemverkes fand im „Deutschen Haus" zu Butzbach statt. Es wurden vor allem die großen Gesichtspunkte der sich immer mehr ausbreitenden Arbeit des Hilfsdienstes und die Wichtigkeit der Zusammenarbeit mit den anderen Parteistellen erörtert. Die Hauptabteilungsleiterin des Hilfsdienstes, Frau Bodenbender. gab Auskunst über die bisherigen Aufgaben der Abteilung und die starke Erweiterung, die diese Arbeit in'der letzten Zeit erfahren hat. Sie kam zum Schluß auf die Verantwortlichkeit der Abteilung Hilfsdienst im nationalsozialistischen Aufbauwerk zu sprechen. Dann erfolgte eine allgemeine große Aussprache, die viel zur Klärung der einzelnen Arbeitsgebiete beitrug.
Ferner fand eine Tagung der Abteilung Presse und Propaganda des Deutschen Frauenwerkes in Butzbach in der Stadtschule statt. Die Abteilungs- letterin führte den Frauen die Wichtigkeit ihrer Arbeit gerade zu Werbungszwecken eindringlich vor Augen. Dann gab sie Auskunft über neu hinzu gekommene Arbeiten und veranlaßte eine Aussprache, bei der die Frauen ihre Sorgen und Bedenken zum Ausdruck brachten. Die Abteilungsleiterin wies zu Anfang und zu Ende der Tagung darauf hin, daß auch diese nationalsozialistische Arbeit nur mit größtem Idealismus zu meistern sei.
Landkreis Gießen.
* Annerod, 22. Febr. Polizeidiener Heinrich W e h r u m und Ehefrau Marie, geb. Röhmig, feiern am heutigen Mittwoch, 22. Februar, das Fest der Silberhochzeit. Dem Jubelpaar unseren herzlichen Glückwunsch.
A Steinbach, 20. Febr. Im Saale „Zum Hessischen Hof" fand ein Liederabend der beiden hiesigen Gesangvereine zu Gunsten des Wlnterhilfswerkes statt. Nach dem Sängergruß sprach Vereinsführer Fr. Wald von der „Einttacht" Begrüßungsworte und dankte für den zahlreichen Besuch. In seinen weiteren Ausführungen betonte er das gute Einvernehmen zwischen der Politischen Leitung und den Steinbacher Sängern. Wie auch immer die Sänger zur Stelle gewesen seien, so sollte auch dieser Abend ein großes Bekenntnis zu dem Führer und seinem großen Werk sein. Es wurden dann abwechselnd Chöre unter Stabführung der Chorletter Harnisch und Sommer zu Gehör gebracht, die wohlverdienten Beifall fanden. Gute Darbietungen des Turnvereins trugen zu dem vollen Gelingen des Abends bei. Vereinsführer Schneider von der „Germania" sprach in seinen Schlußworten allen seinen Dank aus, die $u dem guten Gelingen des Abends beigetragen hatten.
5 Steinbach, 22. Februar. Am morgigen Donnerstag kann Philipp Haas V., Landwirt und früherer Dreher, feinen 81. Geburtstag in guter Gesundheit feiern. Am gleichen Tage wird Frau Kacharina Margarecha Haas, geb. Krämer, Witwe des am 27. Nov. 1921 verstorbenen Heinrich Haas XIII., 80 Jahre alt Ihr Gesundheitszustand ist befriedigend. Den beiden Geburtstagskindern herzliche Glückwünsche!
5 Steinbach, 22. Febr. Am heutigen 22. Februar feiern Heinrich Becker VII., Weißbinder« meister, und seine Ehefrau Anna, geb. Hahn, das Fest der Silbernen Hochzeit. Unseren herz- ttchen Glückwunsch.
t Reiskirchen, 20. Febr. Der Büraermeister hatte die Obstzüchter und .die Schafhalter zu einer Versammlung eingeladen. Zunächst wurde in grundsätzlichen Ausführungen über die Notwendigkeit und die Formen der Bekämpfung des Kartoffelkäfers gesprochen und dabei praktische Vorschläge gemacht. Wildschaden und Beschwerden des Jagdpächters wurden ebenfalls besprochen. Im Mittelpunkt des Abends stand die Erörterung fachgemäßer Obstbaumpflege. Der Bürgermeister und der Feldschütz, der Vereinsführer des Obstbauvereins ist, sprachen ausführlich über die Entästung, Spritzung und Pflege der Obstbäume. Der Kampf gegen den Frostspanner soll schon in den nächsten Tagen ausgenommen werden. Aus der „Stock" soll jetzt mtt der Spritzung begonnen werden. Im An-
schluß daran aab der Bürgermeister den Schafzüchtern einen Ueberblick über das vergangene Jahr der Gemeindeschäferei unter dem neuen Schäfer Nachtigall. Die Gemeinde besitzt gegenwärtig 115 ältere und etwa 60 junge Schafe. Der Schäfer hat eine eigene Herde von 125 älteren und 55 jungen Tieren. Da nur Weidegelegenhett für 280 Tiere innerhalb unserer Gemarkung vorhanden ist, pachtete der Schäfer eine Weide in der anliegenden Gemarkung Winnerod. In der Aussprache wurde noch manche Frage beantwortet.
.CD Beuern, 21. Febr. Der hiesige T u r n v e r - e i n hielt im Saal von Dietrich fein Wintervergnü- gen ab. Vereinsführer Wallbott begrüßte die zahlreichen Teilnehmer. Die Turnerriege zeigte zunächst unter Leitung von Turnwart Schneider ihr Können am Barren, am Pferd, in den Freiübungen und am Reck. Ehrenoereinsführer A r - n o 1 b dankte den Turnern für ihre beachtenswerten Leistungen und wies auf die Arbeit des vergangenen Jahres hin. Besonders gedachte er der beim Hoherodskopf-Bergturnfest unb beim Turnen in Holzheim für den Verein errungenen Siege. Der Abend brachte in seinem weiteren Verlauf noch die Aufführung eines luftigen Theaterstückes und noch manche Stunde der kameradschaftlichen Unterhaltung.
± I r e i 5 a. b. Lba., 20. Febr. Bei Holzhauerarbeiten im hiesigen Wald ereigneten sich zwei Unfälle. Die Landwirte H. Becker XIV. und W. Becker IV. wurden bei Schleifarbeiten von einem Stamm so unglücklich zu Fall gebracht, daß H. Becker mehrere Rippenbrüche und W. Becker einen schweren Bluterguß im Bein erlitt Bei einem zweiten Unfall wurde der Landwirt H. O p p e r von einem abstürzenden Ast so unglücklich an der Schulter verletzt, daß er für geraume Zeit arbeitsunfähig fein wird. Die Verunglückten sind um fo mehr zu bedauern, als am nächsten Tage die Holzfällungs- arbetten eingestellt werden sollten.
< Treis a. d. L d a., 22. Febr. Am heutigen Mittwoch feiern der Weißbinder Wilhelm Hofmann und feine Ehefrau Margarethe, geb. Kehr, das Fest der Silbernen Hochzeit. Dem Jubelpaar herzlichen Glückwunsch.
A Großen-Linden, 20. Febr. Der Turnverein Großen-Linden hatte feine Mitglieder und deren Angehörige am Samstagabend zu einer Feier in die festlich geschmückte Turnhalle eingeladen. Die Begrüßungsansprache des Vereinsführers, bei der alle Turner und Turnerinnen im Sportdreß mtt der Fahne auf der Bühne standen, gestaltete sich zu einem wirkungsvollen Auftakt Es folgten turnerische Hebungen, Tänze, Spiele usw. aller Abteilungen. Hierbei gefielen besonders die Glanzleistungen der Spitzenturner am Barren und Reck. Im Laufe des Abends wurden langjährige Mitglieder geehrt Es erhielten die goldene Ehrennadel für 40jährige Mitgliedschaft Karl Faber, Ludwig Fischer, Ludwig Velten, Heinrich Größer und Karl Faber (Gießen), die silberne Ehrennadel für 25jäh- rige Mitgliedschaft Otto Schulte, Heinrich Keßler, Wilhelm Faber, Wilhelm Schmidt, Wilhelm Menges und Wilhelm Keßler. Bei dieser Gelegenhett überreichte her Oberturnwart dem Vereinsführer Dr. Römer für zehnjährige Dereinsführung die silberne Ehrennadel. Der Oberturnwart hob die großen Verdienste von Dr. Römer hervor und sprach im Namen des Vereins tiefempfundenen Dank aus. Dr. Römer fei ein wahrer Vereinsführer, der zu jeder Zeit der Sache uneigennützig diene. Für diese Ehrung dankte der Vereinsführer in bewegten Worten. Bei Tanz und geselliger Unterhaltung hielten die Teilnehmer der Feier bis in die frühen Morgenstunden aus.
# Allend orf (Lahn), 22. Febr. Am heutigen Mittwoch kann unser Mitbürger Philipp Luh III. in geistiger und körperlicher Frische seinen 7 0. Geburtstag feiern.
0 Leihgestern, 20. Febr. Der hiesige G e - sangverein „Eintracht" veranstaltete am Samstag im großen Saale seines Vereinslokales „Zur Krone" eilten Konzertabend. Nach Begrüßung unb einem einleitenden Musikstück der Kapelle K r e n g e t (Gießen) folgten als Auftakt Chöre von Silcher, zum Gedächtnis des 150. Geburtstages des Komponisten. Weiter heroorzuheben sind aus der Kantate Welliges Vaterland" Hymne, Gelöb
nis und Dankchoral mtt Mädchenchor und Orchesterbegleitung, die großen Anklang fanden. Ferner lösten starken Beifall aus die Chöre „Lustig ist's Matrosenleben" unb der Marsch für Mannerchor mit Orchester „Frei weg", die wieberholt werben mußten. Eine dankbare Zuhörerschaft des bis auf den letzten Platz besetzten Saales spendete reichen Beifall. Mit Stolz kann die „Eintracht", die unter Leitung des Dirigenten Fritz Leib (Gießen) steht, auf diesen Abend aurüdblirfen, der sich würdig ihrer Vergangenheit anschließt. Eine für bas Winterhilfs- werk durchgeführte Sammlung erbrachte einen stattlichen Betrag. Der Abend wurde in der üblichen Weise geschloffen.
<£ Leihgestern, 21. Febr. Aus Einladung des hiesigen Ob st- unb Gartenbauvereins hielt im Lokale von Karl Dem der Gartenbauinspektor Rentsch (Friedberg) einen Vortrag über Obst- unb Gemüsebau im Hausgarten. Ausgehend
Oer deutsche Außenhandel im Januar.
Fwd. Nach einer Steigerung im Dezember vergangenen Jahres sind die Außenhandelsumsätze im Januar 1939 in Ein- unb Ausfuhr wieder gesunken. Auf der Ausfuhrfeite ist die Verminderung ausschließlich als jahreszeitliche Erscheinung zu betrachten. Die Ausfuhr ist in den letzten Jahren regelmäßig von Dezember zu Januar stark 3urücfgegan= gen. Auch der Einfuhrrückgang ist durch jahreszeitliche Tendenzen mitbedingt, jedoch war die Abnahme her erheblich starker, als im Durchschnitt der voran- gegangenen Jahre.
Im Außenhandel Großdeutschlands nahm die Einfuhr von 541,9 Mill. RM. im Dezember auf 472,3 Mill. RM. im Januar, d. h. um 13 v. H., ab. Die Ausfuhr ging von 504,1 Mill. RM. auf 4413 Mill. RM., b. h. um rund 12 v. H., zurück. Die Handelsbilanz des gesamten Reichsgebiets schließt mit einem Einfuhrüberschuß von 31,0 Mill. RM. gegenüber 37,8 Mill. RM. im Dezember ab.
Im Außenhandel des Altreichs, einschließlich der angrenzenden sudetendeuffchen Gebiete, nahm die Einfuhr um 76 Mill. RM. auf 409,8 Mill. RM. ab. Die Verminderung (—15,6 v. H.) war hier also noch großer als bei der Einfuhr des gesamten Reichsgebiets. Die Abnahme beruht ausschließlich auf einer Verminderung des Einfuhrvolumens. Der Durchschnittswert hat sich kaum verändert. Von dem Rückgang wurden alle Warengruppen betroffen. Am stärksten hat die Einfuhr im Bereich der Ernäh- rungswirffchaft abgenommen (— 50 Mill. RM ), und zryar sind hier vor allem die Bezüge von pflanz- lick)en Nahrungsmitteln gesunken; jedoch wurde auch in der Einfuhr non lebenden Tieren, Nahrungsmitteln tierischen Ursprungs und Genußmitteln der Stand des Vormonats nicht erreicht. Im Bereich der Gewerblichen Wirtschaft hat die Einfuhr insgesamt um 26 Mill. RM., d. h. erheblich weniger als bei der Ernährungswirtfchaft, zugenommen. Bei Rohstoffen, deren Einfuhr im Dezember gestiegen war, wurde das Dormonatsergebnis um 7,6 v. H., der Menge nach sogar nur um rund 5 v. H. unterschritten. Bei Halbwaren betrug die Abnahme rund 11 v. H. unb bei Fertigwaren rund 12 v. H.
Die A u s f u h r des A l t r e i ch s (einfchl. der angrenzenden sudetendeutschen Gebiete) war im Januar mit 418,6 Mill. RM. um 12,6 v.H. geringer als im Vormonat (479,0 Mill. RM.) Der Rückgang ergibt sich zum ausschlaggebenden Teil aus einer Verminderung des Ausfuhrvolumens, jedoch ist auch der Ausfuhrdurchschnittswert etwas gesunken. Die Verminderung der Ausfuhr war sowohl wert-, als auch mengenmäßig erheblich geringer, als im gleichen Vorjahrsmonat, in dem die Ausfuhr dem Wert nach um fast ein Fünftel abgenommen hatte. Das Januarergebnis 1938 wurde daher nur um rund 6 v. H. unterschritten.
Gießener Schlachtviehmarkt.
Zum gestrigen Gießener Schlachtviehmarkt (Schlachtviehverteilungsmarkt) in der Viehverstei- gerungshalle Rhein-Main in Gießen wurden 9 Ochsen, 6 Bullen, 40 Kühe, 22 Färsen, 142 Kälber, 101 Schweine, 12 Schafe aufgetrieben.____________
von der Bodenbearbeitung unb Düngung sprach tt über Aussaat, Behandlung und Pflege der einzelnen Pflanzen und Gemüsearten, wozu nur allerbester Samen gerade gut genug sei. Er empfahl nur die Rechensaat, damit sich die Bodenlockerung bester durchführen lasse, wodurch vieles Gießen erspart würde. Weiter behandelte er den Obstbau und die Schädlingsbekämpfung, wobei er die regelmäßig zu wiederholende Spritzung der Obstbäume als Vorbedingung an eine gute Ernte bezeichnete. An den Vortrag, an dem auch Hausfrauen teilnahmen, schloß sich eine Aussprache an.
8. Lang-Göns, 20. Febr. Der hiesige Gesangverein „Germania" trat nun auch, wie fein Bruderverein „Frohsinn", mit einer größeren Winterveranstaltung an die Öffentlichkeit. Am Samstag fand in der Turnhalle ein Konzert statt, das sehr gut besucht war. In glücklicher Weise wurde dabei die Musik eines Orchesters (eine Abtei-
Preise: Ochsen 40 bis 45,5 Pf., Bullen 37 bis 44,5, Kühe 11 bis 43,5, Färsen 41 bis 44,5, Kälber 35 bis 65, Schafe 25 bis 44 Pf. je Pfund Lebendgewicht. Für Schweine wurden je Rg Lebendgewicht folgende Preise bezahlt: Klasse a (150 kg und mehr) 1,15 RM., bl (135 bis 149,5 kg) 1,13, b2 (120 bis 134,5 kg) 1,11, c (100 bis 119,5 kg) 1,03, d—f (unter 100 kg) 0,97, gl (fette Specksauen) und i (Altschnei- der) 1,13 und 1,11, g2 (andere Sauen) und h (Eber) 1,01 RM.
Marktverlauf: Großvieh und Schweine zugeteilt, Kälber und Schafe ausoerkauft.
Mein-Mainische Börse.
INitlagsbörse uneinheitlich.
Frankfurt a. M., 21. Febr. Die Börse blieb am Aktienmarkt still und zurückhaltend. Der Ausfall der süd- und westdeutschen Aufträge machte sich weiterhin bemerkbar, auch sonst zeigte die übrige Kundschaft kaum Interesse. Die Umfatztätigkeit beschränkte sich daher wieder nur auf einzelne Werte. Die Kursentwicklung blieb uneinheitlich, die Veränderungen betrugen indessen nur Prozentbruch- terle. Don den führenden Papieren gingen IG. Farben auf Glattstellungen weiter zurück auf 151,75 (152,40), ferner Reichsbank auf 180,50 (181), Rhein-, stahl auf 136 (136,65), während Hoesch 0,50 v. H. anzogen auf 109 und Vereinigte Stahl 0,25 v. H, gewannen auf 110,75 sowie AEG. 0,25 v. H. auf 121,50. Von Zellftvffwerten blieben Aschaffenburger im Angebot mit 106,25 (107). Maschinen- und Autowerke lagen größtenteils gut behauptet, Adlerwerke 0,25 v. H. höher mit 107,75, andererseits MAN. 142,65 (143).
Der Rentenmarkt blieb bei kleinen Umsätzen gut behauptet; das Interesse für Papiere mit kurzfristiger Fälligkeit bestand fort. Von öffentlichen Werten Reichsaltbesitz unverändert 129,65, Reichsbahn-Vorzugsaktien 0,13 v. H. ermäßigt auf 123,25. Im Freiverkehr hatten Kommunal-Umschuldung zu 93,10 (93,13) einigen Umsatz. Am Pfandbriefmarkt zeigte sich nach ßiquibationsroerten teilweise etwas Nachfrage bei 0,13 bis 0,25 v. H. höheren Kursen. Staats- und Stadtanleihen waren meist ohne Geschäft. Industrie-Obligattonen lagen gut behauptet, teilweise etwas höher.
Der Frei verkehr lag ruhig und wenig verändert. Etwas niedriger nannte man Ufa mit 85 (85,75), Elsass. Bad. Wolle mit 96,50 bis 98,50 (97 bis 99) und Rastatter Waggon mit 56,50 (57) Brief. Tagesgeld unverändert 2,25 v. H.
Die Frankfurter Abend börse fiel wegen Fastnacht aus.
Frankfurter Schlachkviehmarkl.
Frankfurt a. M., 21. Febr. Austtieb: Kälber 628 (gegen 668 am 14. 2 ), Schafe 178 (181), Schweine 3289 (3282). Notiert wurden je 50 kg Lebendgewicht in RM.: Kälber a) 60 bis 65 (62 bis 65), b) 55 bis 59 (55 bis 59), c) 46 bis 50 (45 bis 50), d) 32 bis 40 (35 bis 40). Hämmel bl) 45 bis 50 (45 bis 50), b2) 42 bis 44 (40 bis 44). Schafe a) 40 bis 42 (42), b) 38 bis 39 (35 bis 38). c) 28 bis 32 (28 bis 32). Schweine a) 58,50 (58,50), bl). 57,50 (57.50), b2) 56,50 (56,50), c) 52,50 (52,50), d) 49,50 (49,50). Sauen gl 57,50 (57,50). Marktverlauf: Kälber und Schweine zugeteilt, Hämmel und Schafe mittel.
Wirtschaft.
Das Moöchm MO
Holl hängte den Hörer ein und ging pfeifend zurück. „Bobs" war niemand anders als Maxie Hegemann, die einzige Tochter des Chefs. „Mathilde" und „Eusebius" waren zwei belgische Riesenkaninchen, Stammeltern einer großen Nachkommenschaft und üblicher Treffpunkt zweier Liebesleute. Dieses Deckwortsystem, das sich übrigens tadellos bewahrte, hatte Maxie ausgeheckt, um den Damen in der Telephonzentrale ein Schnippchen zu schlagen und ihnen schlaflose Nächte zu bereiten. Denn das Verhältnis Maxie - Holl war vorerst noch tiefstes Geheimnis für die Umwelt. Maxies Ettern inbegriffen. Seit einem Vierteljahr zerbrach sich Maxie den Kopf, wie sie dieses Geheimnis dem Papa Hegemann und seiner Frau beibringen könnte, ohne daß eine Ohnmacht sich ereignete. Denn Holl war sozusagen ein Herr Garniemand, im Hegemannschen Riesenbetrieb ein kleiner unbekannter Arzt auf Probe, und Maxie war em Mädchen, für das nach Ansicht von Frau Adele nur ein Prinz gut genug war.
.Idylle beendet?" empfing Kistenmacher den Kott legen spöttisch im Verbandszimmer. „Da sind noch ein paar zum Wickeln. Ich schwöre dir, schon noch heraus, wer dieses aufregende Mädchen „Bobs" ist, das zu jeder Tages- und Nachtzeit anklingell, den Bettieb stört „und mit verstellter Stimme ins Telephon meckert."
„Uebertreibe nicht so, Mensch. Wann rufft sie schon an — gar nicht der Rede mert!"
„Das scheint d i r so. Und ich habe das Kreuz mit dem Herbeiholen."
Jomm’ sei friedlich, Kistenmacher. Ich schreibe dir auch deine zwei Gutachten, die noch immer herumliegen", lachte Holl.
„Das ist ein Wort." _ „
Als die Sprechstunde zu Ende • war, ging Holl auf sein Zimmer, das wie bie übrigen Raume des Werkkrankenhauses ganz in Weitz gehalten und fachlich eingerichtet war. Ein paar mit Reißnägeln befestigte Bilder bemühten sich, Wärme und eine persönliche Note hinein,^bringen. Holl knüpfte vor dem Spiegel seinen Schlips, der aus Kunstseide war und eine Mark gekostet hatte. Krawattenbinden war seine schwache Seite. Auch Kragenknopschen und Schuhbändel waren ewige Widersacher. Wenn es nach Holl ginge, liefen alle Männer m Polo- hemd und Riemenhose herum, basta
Holl war ein gehöriges Stück Mann etwas groß und wuchtig geraten, mit einem wetterfesten Gesicht, das voll Kanten und Ecken war Er hatte gute Zähne, dunkle Augen und eine kühne Nase, die zu-
Noman von Mlther Moepsser.
dopyclght bg Carl Duncker Verlag,Aeclln^Z5
2. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
Nein Gott fei Dank." Gaidl prüfte die Banknoten, schob den Pack in eine Tasche und griff nach seinem Hut. ,Zch hab' ja gewußt, daß der Herr von Tinser mit sich reden lagt. Gehorsamsten Dank. Ich möcht' jetzt nicht länger stören. War mir em Vergnügen, Herr Baron!" _ ..
iinfer übersah die hingestreckte Hand, biß die Zcchne zusammen und stierte finster auf die Buhne, wo sich jetzt die falschen Kanakenrnadchen mit falschen Hidiskusblüten bewarfen.
„Glückliche Reife", sagte Gaidl von der Logentür %eh zum Teufel, dachte Tinser. gehässig Es war böckste ^eit, daß man von Wien fortkam Am nächsten Tag verließ er die Donaustadt mit dem Fruhzug. Als er in München ausstteg hatte er ein Gefühl der Erleichterung und der Hoffnung zugleich. .
„Du, Holl, dein „Bobs" ist wieder mal am Telephon", sagte Dr. Kistenmacher der Zwei^ Werk- arzt von F. I- Hegemann, zu seinem Kollegen, dem dritten Werkarzt Dr. Holl Kistenmacher war klein, dick und etliche Jahre alter als der große schlanke Holl ., „
„Dante. Grinse nicht so unverschämt.
Holl wickette einem Maschinisten schnell die letzten Bindentouren um die Pfote und beschwor ihn, kein Del an den Verband zu bringen. Dann sauste er mit wehendem Mantel aus dem Verbandszimmer in die
„Du hör mal. Ich habe einen kolossalen Einfall.
'Errätst du im Leben nicht. Er ist noch ganz frisch und knusprig. Kann ich dich> in
Stunde, sagen wi? Punkt 11.50 Uhr bei Mathilde und Eusebius treffen? Laßt sich das machen.
„Wunderbar laßt sich das machen Bobs Heute ist ein hervorragend ruhiger Tag. Nicht mal einen Unfall. Darf man wissen —? __.
„Sei nicht so neugierig, Georg. Wiedersehen.
„Wiedersehen, Bobs!"
weilen beim Küssen störte. Das war der junge Holl, den Maxie seit vier Monaten liebte. Holl war 28, sie 22.
Holl verließ jetzt das Zimmer und ging zum Tierzwinger hinüber, der burd) Rascninseln und allerhand Buschwerk vom Krankenhaus aetrennt war. Er summte ziemlich falfd) eine Melodie aus „Tosca" und dachte: So ein Betrieb wie der von Hegemann ist wahrhaftig eine kleine Stadt. Sieh einer bloß die vielen Fenster, die so eine Fabrik hat. Und hinter jedem wird Arbeit geleistet. Pulver, Tabletten, Salben, Ampullen, Herstellung, Versuche, Export. Jetzt haben sie wieder etwas ganz Neues, den Föpplfaden, ein chirurgisches Nahtmaterial für Aerzte. Müssen ein eigenes Haus dafür bauen Beim zweiten Stock sind sie schon. Nächstes Jahr soll das Dings in den Handel kommen, da dürfen sie sich schon beeilen. Ein Mann wie dieser Hegemann schläft nicht auf errungenen Lorbeeren. Hegemannwerke — Fabrikattonsgebäude, Verwaltungs- bau. Wissenschaftliche Abteilung, Krankenhaus, Güterschuppen, Maschinenbaus, Gleisanlagen, Wagenpark, Tiergehege — Donner und Doria, so weit möchte ich's auch mal bringen. Je mehr Hegemann in seiner Achtung stieg, desto kümmerlicher wurde Holl zumute. Ein solcher Mann hatte mit seiner Tochter doch Pläne! Wie konnte da ein simpler Werkarzt, der noch nicht mal fest angestellt war, überhaupt antreten? Das Herz wurde chm eng vor Befürchtungen.
Er grübelte: die Maxie, nun ja, die mag mich; mit der ist alles richtig. Auf die baue ich Häuser. Ich verstehe zwar nicht so recht, was sie an mir findet. An mir ist doch nichts Besonderes dran. Ra, aber sie muß es ja schließlich am besten wissen Man darf nicht so viel denken; es wird schon recht werden mit uns beiden. Daß ich mit ihrer Hilfe die Stellung hier ergattert habe, ist ein Riesenglück Achtzig ’ Mark und freie Station sind zwar nicht viel, aber die Fortbildungsmöglichkeiten auf einem solchen Posten! Sprechstunde, klinische Tätigkeit, Labor, Bibliothek, physiologische Dersuchsabtellung, Material in Hülle und Fülle — mein lieber Georg, wo hast du das gleich wieder.
„Füttern Sie die Hasen, lieber Gieseke?" fragte Hall den Hausmeister mißtrauisch, der mit einem Korb Kohlblätter auf den Tierzwinger zuging. Herr Gieseke war ihm augenblicklich nicht recht erwünscht.
Ein bißchen Abfall aus der Küche; damit nichts umkommt", erklärte der alte Mann. Er trug sauber gebürstetes graues Haar und ein putziges Kinn- därtchen.
Sie schritten nebeneinander her. Bei den Kaninchenställen angelangt, warf Gieseke in jeden eine Handvoll Blätter.
„Sehense mal, wie dieser Geizhammel sich wieder auf das Futter hockt, damit ja kein anderer was abkriegt", schimpfte Gieseke und meinte Eusebius, dessen knabberndes Maul wie ein Maschinchen auf- und zuging.
„Kann ich Ihnen Helsen?"
„Nö, danke. Das mache ist schon", brummelte Gieseke. Dieser Doktor Holl, dieser lange, schwarze Kerl, war chm immer ein bißchen unheimlich. Gieseke las in feiner freien Seit nämlich Groschenromane, in denen es von Wildschützen, Defperatos und Schmugglercapitanos nur so wimmelte.
Holl kraulte Eusebius zwischen den Schlappohren. Wenn Maxie jetzt anrückte — es war Schlag 11 Uhr dreißig — wie würde das gute Mädchen sich aus der Verlegenheit ziehen? Das bewegte ihn brennend. Dieser Gieseke trödelte aber auch herum, es war nicht zum Ansehen.
Plötzlich ein leichter Schritt auf dem Kies, etwas Helles, Strahlendes bog um die Ecke: Marie war da. Sie hatte ein weißes Kleid an und trug einen Tennisschläger in der Hand.
„Tag, meine Herrschaften? Puh, ist es heute warm Gieseke, guter, bester Gieseke, würden Sie mir einen Gefallen tun? Wenn ich recht schön bitte?"
„Jeden Gefallen der Wett, Fräulein Hegemann/*
,^)aben Sie noch von diesem herrlichen Waffer« Sie wissen schon?"
„Soviel Sie wollen. Sßarf, ich hole Ihnen ent Glas. Ich bin gleich wieder da", versicherte des Hausmeister eifrig und verschwand.
Maxie Hegemann lachte.
„Siehst du, Georg, so macht man das. Dieses „gleich wieder da" dauert genau zehn Minuten. Bis er in seine Wohnung geht, dis rr den Hahn aufdreht, bis er wiederkommt — und außerdem mache ich dem Mann noch eine Freude. Aber nun müssen die zehn Minuten auch ausgenützt werden"« sagte sie energisch
„Selbstverständlich", gab Holl zu und ffah ihÄ abgefeimt in das hübsche erhitzte Gesicht.
„Nicht so, wie du wieder denkst. Ich habe diH doch was zu sagen."
Zwei Arbeiter mit einer Korbflasche gingen vorüber, ließen ihre Blicke wohlgefällig auf Maxiruhen und grüßten.
(Fortsetzung folgt!)


