Ausgabe 
21.12.1939
 
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Steuerliche Begünstigung der Mehrarbeit

Zusammen

schnei sich der Lohnsteuer- Loh n st u f e n. Durch den

Die Lohnsteuer bere<

Zusammen

er ist Gewaltverbrecher?

berechnen:

Wochenlohn von 50 RM., Lohnsteuer nach der Lohnsteuertabelle

Mehrarbeitslohn 8 RM., Lohnsteuer 18 v. H.

nach der Lohnsteuertabelle Mehrarbeitslohn 5 RM., Lohnsteuer

6 v. S).

tabelle gemäß nach L , , , ,

Mehrarbeitslohn kommt das Gefolgschastsnutglied »ft in eine höhere Lohnstufe. Dadurch wird »ft eine unverhältnismäßig hohe Lohnsteuer aus- Selöst. Der Reichsmimster der Finanzen hat ange-

Die Regelung tritt mit Wirkung vom 18. Dezember in Kraft/

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unterliegt der Mehrarbeitslohn von 6 RM. nicht mehr dem Kriegszuschlag. Der Wochenlohn ohne den Mehrarbeitslohn beträgt 50 RM. Er überschreitet wicht die für den Kriegszuschlag vorgesehene Frei' grenze von 54 RM. wöchentlich. Der Arbeitnehmer hat keinen Kriegszuschlgg zu entrichten.

gruppe II erhält einen Wochenlohn von 55 RM. Durch Mehrarbeitslohn, z. B. für Ueberstunden, er« höht sich der Wochenlohn um 5 RM. auf 60 RM. Bisher betrug der Kriegszuschlag zur Einkommen­steuer nach einem Wochenlohn von 60 RM. 2,55 RM. Nunmehr unter Hegt der Mehrarbeitslohn von 5 RM. nicht mehr dem Kriegszuschlag. Der Wochen­lohn ohne den Mehrarbeitslohn beträgt 55 RM. Der Kriegszuschlag von diesem Wochenlohn beträgt 1 RM.

B. Ein Arbeitnehmer der Steuergruppe I erhält einen Wochenlohn von 50 RM. Durch Mehrarbeits­lohn, z. B. für Ueberstunden, erhöht sich der Wo­chenlohn um 6 RM. auf 56 RM. Bisher betrug der Kriegszuschlag zur Einkommensteuer nach einem Wochenlohn von 56 RM. = 2 RM. Nunmehr

flnb/ um die schönen Sachen für das Brüderchen oder Schwesterchen mit abzuholen, gehen nicht leer aus, sie kriegen eine Puppe und eine Tafel Scho­kolade in die Hand gedrückt. Den Müttern selbst ist ein Paket Butter und ein Päckchen Fett zugedacht; ist eine blaß und sichtlich abgekämpft, dann kriegt sie eine Flasche stärkenden Wein oder ein Kräfti­gungsmittel mit. Die Soldatenpapas aber werden nidjt fortgelaffen, ehe sie sich nicht mit einer Schach- tel Zigaretten oder einer Buddel Schnaps haben be­lohnen lassen.

/danz überraschend kam für die meisten Mütter die Einladung zu der Bescherung. Nach gewissen­hafter Prüfung ihrer Verhältnisse und ihrer Wür­digkeit als erbgesunde und auch sonst einwandfreie Familien durch die NSV. wurde ihnen eine Post­karte ins Haus geschickt, auf der die Aufforderung steht, zur Bescherung zu erscheinen. Und es ist fast rührend, zu sehen, wie die Ueberraschung bei den meisten Müttern vollauf gelingt. Ganz sichtlich wer­den ihre Erwartungen bei weitem übertroffen und wenn es ans Einpacken der Sachen geht und immer noch neue Sächelchen in den Karton wandern, dann kommen sie aus dem Staunen überhaupt nicht mehr heraus. Jede kriegt soviel wie die andere, nur b e i 3 w illingsmüttern ist alles in doppel­te r A u f l a g e da und das ist ja nur selbstverständ­lich. Eine Zwillingsmutter allerdings mußte erst darüber belehrt werden, das ihr wirklich von allem zwei Sachen gehören sollte, sie wäre auch mit einer Garnitur schon vollauf beglückt gewesen.

Wenn die beglückten Mütter und Väter dann mit ihren Geschenken abziehen bedauert man nur, daß man ihre Ankunft zu Hause bei dem Säugling, dem all die hübschen Sächelchen in Zukunft gehören, nickt miterlebt. Gewiß wird ihm erst einmal all der niedliche Krimskrams anprobiert. Aber man bedauert auch, daß die Spenderinnen, die mit soviel Liebe und Sorgfalt alle diese Winzigkeiten genäht und gestrickt und gefertigt haben, den Glücksschimmer nicht sehen und die Dankbarkeit nicht erleben können, die diese Sachen bei den Müttern auslösen.

Allwöchentlich werden nicht nur in Berlin, son­dern in allen deutschen Gauen Mütter auf solche Weise beschert und damit belohnt für das Ge­schenk, das sie der Nation mit jedem Kinde dar- bringen. Bald wird es keine bedürftige Mutter in Deutschland mehr geben, deren Mann als Soldat im Felde steht, der nicht ein Teil von dem Segen in den Schoß gefallen ist, den die Spender des Wunschkonzertes für die Wehrmacht den Soldaten- frauen unseres Volkes zudenken. Dr. Buresch.

ordnet, daß der Arbeitslohn (Grundlohn und Zu­schläge), der für Mehrarbeit, Sonntags-, Feiertags­und Nachtarbeit gezahlt wird, nach den festen Hun- dertfätzen des § 35 der Lohnsteuerdurchführungsbe­stimmungen besteuert werden kann (z. B. 10 v. SS. bei Steuergruppe III, 3 v. H. bei Steuer gruppe IV und Kinderermäßigung für drei Personen), wenn das für das Gefolgfchaftsmitglied günstiger ist als beim lieber gang in eine neue Lohnstufe der Lohn­steuertabelle.

Beispiele: C. Ein Arbeitnehmer der Steuer­gruppe I erhält einen Wochenlohn von 50 RM. Durch Mehrarbeitslohn, z. B. für Ueberstunden, erhöht sich der Wochenlohn um 8 RM. auf 58 RM. Bisher be­trug die Lohnsteuer bei einem Wochenlohn von 58 RM. nach der Lohnsteuertabelle 6,90 RM. Nun­mehr ist die Lohnsteuer in der folgenden Weise zu

4,86 RM.

1,44

6,30 RM.

Der Arbeitnehmer hat keinen Kriegszu- schlag zu entrichten (Hinweis auf Beispiel B).

D. Ein Arbeitnehmer der Steuergruppe IV mit Kinderermäßigung für zwei Personen erhält einen Monatslobn von 180 RM. Durch Mehrarbeitslohn, z. B. für Ueberstunden, erhöht sich der Monatslohn um 5 RM. auf 185 RM. Bisher betrug die Lohn­steuer bei einem Monatslohn von 185 RM. nach der Lohnsteuertabelle 2,86 RM. Nunmehr ist die Lohn­steuer in der folgenden Weise zu berechnen:

Monatslohn 180 RM., Lohnsteuer

3n der amtlichenDeutschen Justiz" äußert sich Staatssekretär Dr. freister vom Reichsjustiz- irrimfteriuni über die Verbrecherabwehr im Kriegs- strasrecht und die neue Gewaltverbrecher-Verord­nung. Das Kriegsstrafrecht bekämpfe zunächst d i e destruktive Haltung an sich, weil sie einem Zersetzungsferment auch zur Umgebung Zu­tritt gebe. Hier sei an das Abhören auslän­discher Sender zu denken. Das Kriegs- parasitentum werde vor allem in der Kriegs- Wirtschafts-- und in der Verordnung gegen Volks- fchädlinge gefaßt. Täter seien hier fast immer bereits mehrfach nicht unerheblich Vorbestrafte, die mit Sicherheit zum Berufsverbrechertum gehörten. Soweit Jugendliche in diesem Rah­men betrpffen sind, handele es sich fast stets um die- jmige Gruppe, an die der Gesetzgeber dachte, als er hie Verordnung gegen frühreife Schwerverbrecher schuf, also um solche, Deren Erbgut ihnen schon den Weg nach abwärts als wahrscheinlich vorzeichnet. Stur eine Gruppe von Tätern falle aus diesem Rah­men: die Volksschädlinge, die Scheunen usw. ange- Zündet und sich dadurch an der Emährungsgrund- rage versündigt haben. Ihre Zahl sei^ gering. Sie hätten alle mit dem Leben gebüßt. Sie handelten stets aus persönlicher Rache. Ihr Motiv und ihr Ziel habe nichts mit dem Kriege zu tun gehabt. Eodann gelte der Abwehrkampf vor allem auch Dem Verrat an Führer, Volk und Reich.

Die neue Gewaltverbrecher - Verordnung wolle das Gangstertum im weiteren Sinne nrit dem Tode bestrafen, wobei der Gangster eben» sv gut Allein- wie Bandentäter sein könne. Seine lat könne sehr wohl auch seine erste Straftat fern, ßür die gesetzlich angeführten Beispiele. Notzucht,

1,82 RM.

0,30

2,12 RM.

Straßenraub, Bankraub habe das der Gesetzgeber zwingend festgelegt. Es werde für gleichge - artete und gleich schwere Gewalt­taten etwa die Beraubung eines Kassenboten grundsätzlich ebenso gelten müssen. Daneben könn­ten alle anderen Straftaten, die das Gewaltelement enthalten, den Täter als Gewaltverbrecher charak­terisieren, z. B. die hochverräterische Nötigung oder Gefangenenmeuterei. An sich gehöre hierher auch der Totschlag. Freilich müsse immer geprüft und festgestellt werden, ob der Täter durch Die Tat sich alsGewaltverbrecher" erwies. Jedenfalls fei nicht anzunehmen, daß der Gesetzgeber den Mord und den Totschlag nunmehr mit der gleichen, Der ab­soluten Todesstrafe, habe bedrohen wollen. Bei der schweren Gewalttat müßten Waffen oderandere gleichgefährliche Mittel" angewandt werden wie Salzsäure, Gas, Pfefter. Die Waffenanwendung müsse sich gegen einen Menschen richten. Der Dieb, der mit Hilfe einer Waffe einbricht, etwa eine Tür mit einem Beil aufklemmt, würde dadurch noch nicht Gewaltverbrecher. Die Verordnung wolle nicht den Einbrecher an sich unter Todesstrafendrohung stellen. Der Fall werde aber ganz anders, wenn Der Einbrecher Personen mit dem Beil bedroht, die chn überraschen.

Drei Todesurteile des Reichsgerichtes.

Auf Grund außerordentlichen Einspruches des Oberreichsanwaltes gegen rechtskräftige Urteile trat ber Sonder st rafsenat beim Reichsge­richt unter dem Vorsitz Des Re,chsgerlchtsprasi- Dcnten erneut zu zwei Sitzungen zusammen» Die erste Verhandlung richtete sich gegen Franz

Berlin, 20. Dez. (DNB.) Der Krieg, der Dem Deutschen Volke aufgezwungen ist, verlangt von der deuffchen Volkswirtschaft gewaltige Anstrengungen. Der Stell.' I aiIf ollen Gebieten so viel wie möglich

n mit hi gearbeitet werden. Die Leistung von Mehrarbeit, hfhncJl Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeit führt bei 5 1'4 ! den Gefolgschaftsmitgliedern zu M e h r a r b e i t s-

lohn. Der Reichsminister der Finanzen hat ange» ordnet, daß dieser Mehrarbeitslohn nicht dem Kriegszuschlag zur Einkommen st euer unterliegt und auch für die Frage außer Be­tracht bleibt, ob Die Freigrenzen beim Kriegs­zu schlag zur Einkommensteuer überschritten werden. Beispiele: A Ein Arbeitnehmer Der Steuer-

Bescherung vor Weihnachten,

egen aus den Spenden der Wehrmachts-Wunschkonzerte.

Von unterer Berliner Schristleitung.

Sch°n als wir bie IreppYn'^roufTommen^en mir aufgeregtes Stimmengewirr unb freubiqe Aug" rufe uxe non bem frohen Seifammenfein oiekr Machen. Unb als wir bie schwere Tllr zu bem aroßen Lagerraum ,m zweiten Stock bes hohen schaftshauses am Alexanberpiatz in (Berlin Hifn.n erblicken wir lauter frohe Geficher Saffeht.in -ong-r. breiter Tifch, her'burch'h?-ganze L b s gew'ß nicht kleinen Raumes läuft, bepackt mit 3 5 rJLl. Zende n Sa uglingsausstattun- gen Wie eine weihnachtliche Ausstellung mutet das den Nichteingewelhten an und er muß sich erst sagen lassen, was denn hier eigentlich vor sich aebt

Die Antwort geben eigentlich schon Die 35 - nein, was sage ich Die fast 50 strahlenDen Ge- Wer, die vor diesen Herrlichkeiten wie vor^nem Märchen stehen: 35 Mutter werden hier in einer vorweihnachtlichen, aber darum nicht weniger fest­lichen Bescherung mit den Gaben bedacht, Die ihnen Die zahlreichen großherzigen SpenDer Der Wunschkonzerte Der Wehrmacht zuae- dacht haben Sie sind nicht allein gekommen; Die einen brachten ihre kleinen Kinder mit, Die anDern kamen mit Mutter oder Schwester, Die gern Den festlichen Augenblick erleben wollten, andere wieder wurden von ihrem Mann begleitet, Der geraDe von Der Front auf Urlaub Da ist.

Man sieht es ihnen an Der Nase an, Daß sie alle tief gerührt sind über soviel Beschenktwerden Für jede liegt da eine vollständige Säug­lingsausstattung, von der bunten, seidenen Steppdecke für den Wagen bis zum gläsernen Töps- chen. Da liegt alles, was so ein kleiner Mensch beim Antritt seiner Erdenfahrt nötig hat Strick- fäckchen, Mützchen, Handschuhe, Söckchen, Windeln, Binden, Lätzchen, Schnuller und Püppchen und tau­send Kleinigkeiten mehr. Jede Ausstattung gleicht in Zahl der Sachen und ihrer Art der andern, nur in den Farben und in der Ausführung ist jede wie- Der anders, man kann kaum sagen, welche einem am besten gefällt. Die glücklichen Mütter jedenfalls neh- men immer wieder jedes Stück in Die Hand und schütteln bewegt und ungläubig den Kopf, daß das alles Urnen gehören soll. Einige von ihnen, die es besonders nötig haben, bekommen auch noch einen Kinderwag en dazu und manch eine hat dicke Tränen in den Augen, wenn Frau Richter, Die Treuhänderin Der NSV. für Die Verteilung Der Geschenke, ihr so einen schönen großen Wagen zuschiebt.

Aber auch die Geschwisterchen, die mitgekommen

Mit Schippe

Oer Arbeitsdienst im

Der Frontsoldat von 1914/18, der jetzt wiederum im feldgrauen Rock in den Krieg gezogen ist, ftndet manches in Diesem Krieg anders, als er's damals gewohnt war, manches Neue auch, Das er früher aar nicht kannte. So ist ihm zunächst auch Der Arbeitsdienst-Mann an Der Front itn ungewohnter Anblick gewesen, und er hat sich erst einmal wieDer erinnern müssen, Daß es Damals tm Großen Krieg ja Doch auch Armierungssoldaten ge­geben hat, die mit Schippe und Spaten chren keineswegs leichten und Darum auch nicht eben sehr begehrten Dienst leisteten. Inzwischen ist ihm nun auch dieser Anblick der Kameraden in Der erd­braunen Uniform, von der jetzt Die gelbe Wehr­machts-Armbinde so freundlich absticht, oertraut ge­worden, ohne daß er allerdings nun schon über» blicken könnte, wps dieser Kamerad vom Reichs- arbeitsdienst für ihn leistet und schon geleistet hat.

Diese Leistung aber ist erstaunlich, gleichgültig, ob es sich um den eigentlichen Reichsarbeits- dienst handelt, also um jene junge Mannschaft, Die zur Zeit ihrer regulären Arbeitsoienstpfticht ge­nügt, ober um Die Bautruppe, Die im Gegen­satz hierzu einen Wehrmachtsteil Darstellt, Dessen Führer aus Stamm-Mannschaften des Reichs- arbeitsDienftes in ein Wehrmachtsverhältnis über­führt worden sind. Ein Besuch bei einem dieser Vaubataillone in der vorderen Saar fte l luna gibt ein eindringliches Bild dieser Leistung. Die Zahl der Ausgaben, die hier an den inzwischen zusätzlich gebauten Stellungen gelöst worden sind, ist beträchtlich: Freimachen des Schußfeldes, Ver­füllen von Bunkern, Anlage von Höfen, Tarnen der Kampfftände, Betonieren von Artillerie-Beobach­tungsständen und Bau von Artillerie-Feuerstellun­gen, Wege- und Kabelgrabenbau, Verstärken der Hindernisse, Anlage von Drainagen und Sinker­schächten, Innenausbau der Kampfftände, Stollen­bau und vieles andere mehr.

<Sri>- und Kriegsgeschichte.

Die Arbeiten an der Saar, wo es immer wieder was Neues zu sehen gibt, bringen mancherlei Ab­wechslung, und ein frischer Sinn ist auch dankbar für einen kleinen Exkurs in Der Erdgeschichte. Aus den Erd- und Gesteinsmassen, Die beim Freimachen des Schußfeldes entfernt werden müssen, fördert Der Pickel manches in Den Lava-Massen vorgeschicht­licher Zeiten versteinerte, schön gezackte Farnmuster, und mit berechtigtem wissenschaftlichen Stolz kann uns der Arbeitsführer, der das Baubataillon befeh­ligt, ein paar eben an diesem Vormittag geförderte, besonders schöne Stücke zeigen. Auch Geschichte der

und Spaten.

Einsatz am Westwall.

Kriegführung läßt sich am praktischen Beispiel be­treiben: Neben den Arbeiten in der Bunkerlinie zeigt der Stollenbau für Artillerie-Gefechtsstände auf einmal wieder Das Gesicht des Weltkrieges, er­weckt im alten Frontsoldaten gleichsamheimische" Gefühle. Nur tritt hier zur altvertrauten Karbid- lampe mit ihremanheimelnden" Geruch auf ein­mal die elekttische Glühbirne, Die uns in Den Stol­len Der Weltkriegsfronten zum FremDwvrt geroor- Den war.

Bei all Dem ist's kein WunDer, wenn Das Ein­treten an Der FelDküche besonders gut klappt. Trotz des total verregneten Vormittags stehen sie nun frisch und erwartungsvoll an Der Gulaschkanone, Die Jungen mit roten Backen, als kämen sie vom Sport, Die alten Mannschaften nicht minder elastisch und frisch!

Sprechende Zahlen.

Sie Dürfen aber auf ihre Leistungen getrost auch stolz sein. Dafür sprechen die Zahlen, Die wir uns über die Arbeit eines1 einzigen Abschnittes für eine Zeit von vier Wochen geben ließen, eine beredte Sprache. In diesem kurzen Zeittaum arbeitete man an 215 Gefechtsständen, Kampfwerken, Scharten­türmen, Avtillerie-Ständen, MG.- und Pak-Stän- Den und erzielte dabei folgende Leistungen: Die Fläche, auf der Schußfeld gelichtet, Rasen geschält, Rodungen ausgeführt und Tarn- und Schotter­arbeiten verrichtet wurden, betrug insgesamt 46 000 qm; Erd- und Verfüllungsarbeiten erreichten eine Gesamthöhe von 17 506 cbm; Beton arbeiten eine solche von 3630 cbm; die Fläche, auf Der zur Tar­nung Grassamen eingefät wurde, betrug 6100 qm, Diejenige Des Tarnanstrichs 3015 qm; 3320 Bäume wurden, um Das Schußfeld zu lichten, gefällt, 2680 junge Bäumchen zur Tarnung gepflanzt; Der Wege- ausbau unb Kabelgrabenbau erreichte eine Gesamt­länge von 1200 laufenDen Metern; vier Artillerie- BeobachfungsstänDe rourDen völlig neu errichtet. Sprechende Zahlen fürwahr, und doch reden sie nur von Der Arbeit, soweit sie sich zahlenmäßig er­fassen läßt. Die unermüdliche Arbeitsleistung in Regen und Sturm, in Wind und Wetter wird Da­mit noch nicht registriert. Wer aber Die Kameraden in Der erdbraunen Uniform Dort an Der Saar in Der stürmischen nassen Herbstwitterung mit ihren Führern hat werken und wirken gesehen, der weiß, daß sie ihre Wehrmachtsarmbinde zu Recht mit Stolz tragen. Daß sie wirkliche Männer Des Arbeitsdienstes sind, indem sie ihren Mann stehen auf dem Posten, auf dem sie in dem schick­salhaften Waffengang Des deutschen Volkes, in Die Wehrmacht eingeKiedert worden sind. Leo Barth.

Sckraus st etter und Cölestin K a u ß n e r, zwei vielfach oorbeftrafte Verbrecher, Die nach einem Wirtshausstreit einen Arbeitskameraden in der ge­meinschaftlichen Wohnung grundlos erneut angegrif­fen und in grausamster Weise zu Tode gemar­tert hatten. Beide Täter wurden zum Tode verurteilt. In der zweiten Sitzung wurde gegen Rudolf Bromü11er und Wilhelm Jung­klaus aus Würzburg verhandelt, die unter Ausnutzung derVerdunkelung einen erst tags zuvor aus Polen zurückgekehrten Heereshand- werker überfallen und beraubt hatten. Der Senat verurteilte Bromüller, einen gefähr­lichen Gewohnheitsverbrecher, zum Tode. Jungklaus, der noch jung und unbestraft ist, an Der Tat auch nur in geringem Maße beteiligt war, wurDe mit acht Jahren Zuchthaus bestraft.

Vollstreckung von Todesurteilen.

Am 20. Dezember 1939 sind Die 19jährigen Peter Gast! und Josef Schmalhofer aus Augsburg hingerichtet worden. Die vom Sondergericht Mün­chen wegen Verbrechens nach § 4 Der Verordnung gegen Volksschädlinge zum Tode und zum Dauern­den Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt worden sind. Gastl und Schmalhofer, zwei sittlich verwahrloste und schon in jungen Jahren auf die Verbrecherlaufbahn geratene Burschen, haben am 27. September 1939 einen Arbeitskame­ra D e n , der als Soldat im Felde stand, in f e l ner Heimatwohnung bestohlen. Nachdem sie seinen Schrank erbrochen hatten, haben sie den größten Teil seiner Habseligkeiten und ein Spar­kassenbuch seiner Braut entwendet. Mit der Voll­streckung Der Todesstrafe hat eine besonders ver­werfliche Tat, durch die ein Frontkämpfer unter Ausnutzung Der durch den Kriegszustand geschaffe­nen Verhältnisse ausgeplündert wurde, ihre gerechte Sühne gefunden.

Ferner ist am 20. 12. 1939 Der vom Sonder- gericht in München wegen Verbrechens gegen die Verordnung gegen Volksschädlinge zum Tode und zum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilte Wilhelm Endres hingerichtet worden. Endres, ein vielfach vorbestrafter G e - w o h n h e i t s v e r b r e ch e r , gab sich am 9. Sep­tember 1939 in München gegenüber der Mutter eines im Felde stehenden Soldaten als dessen Ober­feldwebel aus und schwindelte ihr zahlreiche, für ihren Sohn bestimmte Sachen ab.

Kleine politische Nachrichten.

Im 22. Wunschkonzert gab Der Reichskriegerfüh- rer eine erste SpenDe Der Kriegerkameradschaften Des NS.-Reichskriegerbundes für unsere an Der Front stehenden Soldaten bekannt. Diese Spende von 50 000 RM., die für hie Anschaffung von 750 Rundfunkapparaten verwandt wurde, soll der engen Verbundenheit der im NS.- Reichskriegerbund vereinigten Weltkriegssoldaten mit ihren jetzt an her Front stehenden Kameraden Ausdruck verleihen.

In der Wechnachtssikung des Ehrenausschusses Der vom Führe in Leben gerufenen Stiftung für Opfer der Arbeit wurden 1653 Gesuche mit Zuwendungen aus Der Stiftung bedacht. Der bewilligte Unterstützungsbetrag beläuft sich auf 300 046 RM. Die unterstützten Familien gelangen noch vor Weihnachten in den Besitz her Beträge. Die aus der Stiftung bisher erfolgten Zuwendungen erreichen einen Gesamtbetrag von rund 6,3 Mill. Reichsmark.

Die deutsche Wirtschaftsabordnung mit Botschafter Dr. Ritter und Gesandten Dr. Schnurre ist mieb^ ;n Moskau eingetroffen. Sie wurde dort begrüf s ben sowjetrussischen Divi­sionsgeneral Sawi bor als stellvertretender Leiter ber sowjetrussi'chen Wirtschaftsdelegation vor kurzem in Deuffchland gewesen ist.

Der neue Landesleiter her NSDAP., Dr. Emil Ehrich, ist mit anderen Amtsleitern im Palazzo Littorio von dem Sekretär her Faschistischen Partei, Minister M u hi, empfangen worben. Der Sekretär der Faschistischen Partei dankte dem Landesleiter für seinen Besuch. Dr. Ehrich legte alsdann am Ehrenmal Der Gefallenen Der Revolution einen Lorbeerkranz nieder.

*

Admiral Darlan, her Dberftfommanblerenhe der französischen Flotte, wird sich nach London begeben, um hier mit Churchill unb anderen Persön­lichkeiten im Marineministerium Besprechungen ab­zuhalten unb Weisungen entgegenzu­nehmen.

Nach einer Meldung vonHet Nationale Dagbfab* sind englische Postbeamte, die mit ber Sortierung von Paketen in einer kleinen Ortschaft ber Grafschaft Hampshire beschäftigt waren, auf eine Anzahl von Paketen mit Äinberballons gestoßen, bie kurz darauf in Brand gerieten. Die Postbehörden vermuten, daß es sich hier wieder um einen Anschlag der irischen Freiheitskämpfer gehandelt habe.

Nachdem her Präfident Der Oener alb Ire f- tion Der 0 ft bahn feinen Amtssitz bereits nach Krakau verlegt hatte, ist mm auch bie lieber- fieMung sämtlicher Verwaltungsabteilungen her Ge­ne rald-irektion her Ostbahn nach Krakau beendet. Präsident Beck hat daher Die vorüdergehend noch in Lodfch eingerichtete Abwicklungsstelle der Gffen- bahndirektion Lodfch aufgehoben.

Aus aller Welt.

Grohbeulschlanhs Glocken laufen bie Weihnacht ein.

Stärker benn je ruft ber dröhnende KlanH der Glocken über dem steinernen Gewirr der Städte zur Weihnachtszeit die Menschen zur Besinnung unb Einkehr. Viele können in biesem Jahr bi.e Glocken ber Heimat nicht hören, weil sie fern an ber Front weilen. Ihnen allen gilt ganz besonders in diesem Jahr die Glockensenbung, bie ber Reichssenber Frankfurt wieder zusammen- gefteüt hat unb bie am 24. Dezember um 18.45 Uhr gefenbet wirb.Im Glockenklang deutscher Dome grüßt bie Heimat bie Front" so ist biefer Glocken­klang bes Mikrophons zusammengefaßt. Wenn bie Glocken ehrwürdiger beutscher Dome ihre Stimme erschallen lassen, wenn Musik, Gesang unb oerbin- benber Text bie Wirkung noch unterstreichen, bann kann sich niemand ber Schönheit unb Feierlichkeit ber Stunde verschließen. In biesem Jahr treten zu ben Glocken aus Dem Altteich, aus der Ostmark unb Sudetenlanb noch biejenigen her zurückoewon- neuen Ostgebiete, wie bie von Bromberg, Thorn, Graudenz unb Danzig hinzu. Die Glockensenbung wirb am Silvesterabenb wiederholt.

Zusammenstoß eines englischen 20 OOO-t-Dampfers.

Der PassagierbampferSamaria" (19597 t), der her Cunard White-Star-Line gehört, ist nach einem Zusammenstoß auf hoher See in Den Hafen zurückgefahren, aus Dem er gekommen war, um nach Amerika zu fahren. Die Brücke und Die Ret­tungsboote sind, beschädigt. Der Zusammenstoß for­derte keine Opfer. An Bord befanden sich einige hundert Amerikaner, Die jetzt mit einem anderen Passagierdampfer reisen werden.

Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum- schein. Verantwortlich für Politik, Feuilleton und bie Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Stadt Gießen. Pro­vinz unb Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für ben Inhalt ber Anzeigen: Theodor Kümmel. Druck unb Verlag: Brühlsche Universttätsbruckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis 2,05 RM. einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit ber Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. unb Samstags 15 Pf., mit Der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Aeit Üt lürgifiltfU Nr. 5 vom L DfflmbeK 19Ä aüittfo