Ausgabe 
21.12.1939
 
Einzelbild herunterladen

*

Nveih, Wh I Eil,: L^r. 25. Dr, rt^nb

, !* .l«in« b eine Dor6e, n'gnisi "d An- JftlQfllt nl und

^Qfllen Mia. habe?

ch.

rt a.®. ch unter teitsoer. sucht w 1 v« N flf '«gleiten, H der loriotu «fe; ks init* entnahm Beiterijin hbetniar N Eesamt.

3rer

MAST

rtennunj von jetin t gehait, der An- Härte, ein Angell-ein Bi­en selgt- geringere it anheim, rechte ad- um einen

i nach V- in jnsi n schuld!? fthalis- ie bürger- Dauer dos

Mt

'S "K rf w i 1 $0«^ K-W ;;»x- »}£ A

raubt" UlüHtr* e umnuP

n »P fW? )»«4J tten W lurts-f Mant D?

? B-dch ieb. N,

itnia^nc^ »erreiche Lchgesl«' luljaal d» nia htrp geschmü^ ruppe hi'! -zlich f dem Tc; OrtJR ^ichnendo! nden W MahM! m w die W er ubW

w; $

S

S 'S

m.299 Erste? Blatt

Donnerstag, 2i. Dezember 1939

189. Jahrgang

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Prüft und Verlag: vrühlsche Univerfitütr-ruckerei R. Lange in Gietzen. Zchriftlettung und Geschäftsstelle: Zchulstrafte 7

Ermäßigte Grundpreise Bäderanzeigen und behördliche Anzeigen von 22 mm Breite 6 Rpf.

Lrjchemt täglich, anher Sonntage und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gienener Familienblatter Heimat im Bild Die öcholle

Monatr-Vezug§pret§:

Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte 1.80 Zustellgebühr. . -.25 Auch bet Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt zernsprechanschlüsfe

unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach. richten Anzeiger Gießen

Postscheckkonto:

jftantturi am Main 11686

Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8ft,Uhr des Dormittags Grundpreise für l mm höhe für Anzeigen

von 22 mm Brette 7 Rpf. für Textanzeigen

von 70 mm Breite 50 Rpf. Wiederholung Malstaffel I Abschlüsse Mengenstaffel B

Platzvorschrift nach vorheriger Vereinbarung 25 % mehr.

liegt der Fall ganz lind Kriegs's chi

f f e und als solche von uns

behandeln. Die Gewässer um England sind

ände ausgebrochen. Insgesamt

Br

Stellen

e

ringe und Schellfische zu fangen. In Wirklichkeit liegt der Fall ganz anders. Die Vorpostenboote

ssriegsgebiet, und wer sich darauf hinaus- öagt, weiß, daß er gewärttg sein muß, zum Opfer Neptuns zu werden.

England selbst hat seine Fischerflotte ausdrücklich in den Dienst des Krieges gestellt Am 30. November

erließ die britische Admiralität einen Aufruf, der ie Fischer aufforderte, Kriegsdienste zu tun, und

Kampfflugzeuge vom Typ WickersDellinglon fest­zustellen sind.

Von Der Deutschen Luftwaffe Drei weitere britische Vorpostenboote versenkt.

Oer Wehrmachisbencht vom Mittwoch.

Große Erfolge unserer Luftwaffe in der Nordsee.

Berlin. 20. Dezember. (DRV.) Das Dbet- kvmmando der Wehrmacht gibt bekannt:

An mehreren Stellen der Westfront gelang es eigenen Spähtrupps, in die feindlichen Stell un­ten einzudringen und dabei eine Anzahl Gefan- gmer zu machen.

Die deutsche Lusl mässe führte unter schwie- Wen Wetterverhältnissen Erkundungen und iingrisse gegen Seeziete in der Ikord- !«e durch. Nach den bisherigen JeststeUungcn wur- Ifn dabei vier Schisse britischer leichter Seefkreit- (täfle durch Bombentreffer zerstört. Lm deutsches ilisNärungsslugzeug griff ein grohes britisches jlugbool an und brachte es ,um Abflur,. 3n den listen drei Tagen hat die deutsche Luftwaffe 2 3 Schisse der britischen vorpvst-nslrei,- lräste vernichtet, u. a.Pearl

Jtero Ehoice",Eilend wray".Evelina, Sed- l-Ily".Trinity".

Vie Verluste der Briten in der cust- !chlacht vom IS. 12. haben sich um ;wei »eitere AIug;euge erhöh«, so daß als seind- Ich« Lesamtverlust« dieses Tages nunmehr 3

Rückzug -er Finnen an der Peffamo-Front

Starke russische Fliegertätigkeit über ganz Südfinnland.

gegen deutsche Apparate angehen mußten, die ja .bekanntlich ungleich rascher und leich­ter manövrierbar" seien ... Wir haben er­fahrungsgemäß keinen Grund, dieses ungewollte Lob der Messerschmitt-Maschinen zu schmälern. Sich in die widersprechend suggerierten Köpfchen der Engländer hineinzudenken, ist indessen wirklich nicht ganz einfach.

Kapitän zur (See Hans Langsdorfs gestorben. Berlin. 21. Dez. (DRV.) Das Oberkommando der Kriegsmarine keilt mit: Der Kommandant des Panzerschiffes ..Admiral Gras Spee", Kapitän zur See Hans Langsdorfs, wollte den Untergang seines Schisses nicht überleben. Getreu althergebrachter Ueberlieferung und im Sinne der Erziehung des Offizierkorps, dem er fast drei Jahrzehnte angehörl hatte, faßte er diesen Ent- schluß. Nachdem er seine ihm anvertraute Besatzung in Sicherheit gebracht hat. sah er seine ihm gestellte Aufgabe als gelöst an und folgte seinem Schiss. Die Kriegsmarine versteht und würdigt diesen. Schritt. Der Kapitän zur See Langsdorfs hat damit als Kämpfer und Held die Erwartungen erfüllt, die sein Führer, das deutsche Volk und seine Warme auf ihn setzten.

Englands Handelskrieg gegen die Neutralen.

Erhöhte Sicherheitsmaßnahmen für die dänische Schiffahrt.

auf D e ck mit sich führt, da es sich gezeigt hat, daß es bei Schiffsuntergängen oft unmögkich ist, die Rettungsboote schnell genug auf Wasser zu setzen. Die Flöße sollen ausgerüstet sein mit Trinkwasjerbe- hältern, Proviantvorräten in wasserdichten Ver­packungen, Verbandstoffen, stärkenden Medikamen­ten, schmerzstillenden Mitteln und drei kompletten Seemansausrüstungen Außerdem wird ein beson­ders konstruiertes Karbidfeuer vorgeschlagen, das sich selbsttätig entzündet, sobald das Floß das Was­ser berührt. Auf diese Weise würde dafür gesorgt sein, daß ein begleitendes Schiff das treibende Floß auch nachts wahrnehmen kann. Zur Vervollständi­gung der Sicherheitsmaßnahmen würde jedes Floß noch batteriegespeiste Signallampen mit sich führen.

Bei Terschelling auf Mine gelaufen unD gesunken.

Amsterdam, 21. Dez. (DRV. Funkspruch.) Auf der höhe von Terschelling, der westlichsten der westfriesischen Inseln, ist ein Schiff von bisher un­bekannter Nationalität auf eine Mine gelau­fen und innerhalb von 10 Minuten gesunken. Wie man annimmt, ist die Besatzung des Schiffes durch ein in der Nähe fahrendes, gleichfalls der Nattonalität nach unbekanntes Schiff gerettet wor­den. Ein holländisches Rettungsboot ist auf die Nachricht vom Absinken eines Schiffes zur Hilfe­leistung ausgefahren, mußte aber unverrichteter Sache zurückkehren, da von Schiff und Besatzung nichts mehr zu sehen gewesen sei.

Rettung abgeschoffener englischer Flieger.

Die Ritterlichkeit deutscher Soldaten.

Berlin, 20. Dez. (DNB.) Am 19. Dezember ge­riet, wie schon der Bericht des Oberkommandos der Wehrmacht bekanntgab, ein deutsches Auf­klärungsflugzeug mit einem großen eng­lischen Flugboot in einen Lustkampf, in des­sen Verlauf das englische Flugboot in Brand geschossen wurde und in Flammen auf die See herunlerstürzte. Daraus sandte der deutsche Flie­ger 505-Rufe, um die englischen Kameraden, die sich sehr tapfer geschlagen hatten, zu retten und er-

Amsterdam, 20.Dez. (DNB.) Die holländische Morgenpresse am Mittwoch berichtet wieder von einer ganzen Anzahl von Schiffsversenkungen. Zu den bereits bekannten Verlusten erfährt man die Namen weiterer durch deutsche Flugzeuge versenkten Vorpostenboote:Aktive" (185 Tonnen),Ocean" (244 Tonnen) undAstros" (275 Tonnen). Ein deut- fches Bombenflugzeug, das über der Nordküste der Shetland-Inseln gesehen wurde, griff sechs Minensuchboote an. Eins der Boote erreichte die Inseln mit zwei Toten an Bord. Die Mannschaft berichtete, sie habe Rauch von einem anderen brennenden Minensuchboot aufsteigen sehen. I* . *

Die Aktivität der deutschen Kriegführung zur See >eigt sich u. a. darin, daß die britischen Vorposten- streitkräste vernichtet und vertrieben werden. So stnd nach dem OKW.-Bericht vom 20. Dezember ^ innerhalb von drei Tagen nicht weniger als 23 inttische Vorpostenschiffe durch die deutsche. Lust- «affe auf den Meeresgrund geschickt worden. In England, wo die Piraterie, wenn sie durch britische Streitkräfte betrieben wird, als selbstverständlich md dem Britengott wohlgefällig angesehen wird, ivo man aber sofort' in humanttätsphrasen sein Leid ausheult, wenn die deutsche Abwehr solche Sorniertheit züchttgt, wo ein Ehrenmann wie Chamberlain die tapfere Besatzung desAdynral Aras Spee" alsPiraten und Plünderer" zu ver- iSumden wagt, in diesem bigotten England herrscht iber die neueste Angriffstaktik der deutschen Lust- vaffe heulen und Zähneklappern. Die W e g - läumung der Vorpostensicherung zur See durch deutsche Unternehmungslust wird natür­lich als direkte Bedrohung der Insel gefühlt - llber die britische Lügenpropaganda verbreitet trä= ü entlief ende Meldungen, wonach die bösen Deut- | !chen harmlose Fischerkutter versenkt hät- len, deren Besatzung nichts anderes getan, als he-

K o p e n h a g e n, 20. Dez. (Europapreß.)Die vie­len und schmerzlichen Verluste der neutralen Schiff­fahrt auf den Nordseerouten haben den Zugang an Seeleuten ganz natürlich begrenzt. Des­halb haben auch mehrere Schiffe im Augenblick Schwierigkeiten, ihre Mannschaften zu bekommen." Mit diesen Worten umreißtPolitiken" am Mitt­wochmorgen die Lage der neutralen, in erster Linie der dänischen Schiffahrt. Aus der Darstellung geht weiterhin hervor, daß die U n k o st e n der däni­schen Reedereien fast stündlich ansteigen und daß man weiter bei der Uebernahme neuer Verpflich­tungen auf dem dänischen Frachtenmarkt überaus zurückhaltend und vorsichttg ist.Die Tonnage- kn a p p h e i t macht sich daher auf fast allen Mark­ten ständig mehr geltend", schreibt das Blatt wei­ter Die Kriegsoersicherunasprämien für Schiffe in Kohlenfahrt nach England sind auf das Doppelte gestiegen, und die verlän­gerte Schiffsroute und unvorhergesehene Aufenthatte haben zur Folge, daß die K o h l e n f r a ch t s a tz e weiter an st eigen. Seit Beginn dieser Woche werden jedoch kaum Geschäfte abgeschlossen, obwohl die Nachfrage sehr stark ist

Mit dem Untergang der beiden dänischen Fracht- bampfer23 o g o e" (1950 Tonnen) und31) 11 e (2750 Tonnen) hat sich die Zahl der Todesopfer des englischen Krieges aus den Reihen der dänischen Seeleute aus 83 erhöht. Von derBogoe fanden 14 non 17 Mann der Besatzung den Tod und bei der Jytte" verunglückten zehn von achtzehn Mann. In beiden Fällen rechnet man mit M i n e n s p re n - au n q en. DieBogoe" befand sich auf dem Wege nach Schottland, wo sie Kohlen für Dänemark laden sollte. Die ,Zytte" befand sich mit emer englischen Kohlenfracht an Bord auf dem Wege nach Schweden.

Der Ausschuß zur Prüfung neuer Sicherungs- möalichkeiten für die dänische Nordseeschiffahrt hat dem Seefahrtministerium Vorschläge gemacht, von denen man annimmt, daß sie noch heute durch eine Anordnung des Ministers in Kraft gesetzt werden. Dänische Dampfer sollen in Zukunft auf ihren Nord­seefahrten von großen Fischkuttern be- al eitet werden. Damit wurde man J>ief Web Lngöboote stets im Wasser haben". Man ist sich tm Haren darüber daß eine solche Vorkehrung die t^ahrt der Dampfer oerlangsamen, ihre Sicherheit jedoch erhöhen muh Weiter, fordert man. dah jeder Dampfer m Zukunft zweiRettungsflo&e

könne man annehmen, daß im Lause des Tages mehr als 200 feindliche Flugzeuge über Finnland erschienen seien. Auch Die fin­nischen Flieger seien sehr aktiv gewesen. Gemel­det werden Aufklärungsflüge und Bombenangriffe auf militärische Ziele der Sowjetrussen. Insgesamt seien 20 russische Flugzeuge abgeschossen worden.

Keinerlei Benetzung der norwegischen (Grenze.

O s l o, 21. Dez. (DNB. Funkspruch.) Aus Kirkenes wird gemeldet, daß von den norwegischen Grenz­patrouillen keinerlei Verletzung der norwegischen Grenze berichtet wurde. Die Grenzpatrouillen be­stätigen auch, daß die am weitesten vorgeschobene sowjetrussische Stellung sich bei dem finnischen Dorf Nautsi befindet, nahedem südlich st en Punkt der Grenze zwischen dem östlichen Teil der Graf­schaft Finmark und Finnland. Die Nacht und der Tag verliefen ruhig. Es herrschen sehr kalte S ch n e e ft ü r m e. Die intensive sowjetrussische Tranporttätigkeit hält jedoch an.

Die Engländer haben sich immer noch nicht an- gewöhnt, für ihre Lügen einheitliche Sprachrege­lungen auszugeben. Bis vor kurzem waren Die deutschen Messerschmitt-Maschinen für sie noch plumpe und ungelenke Kisten, die beim ersten Schuß wie ein Stein ins Meer fielen, lieber den großen deutschen Luftsieg bei Helgoland, bei dem unsere Messerschmitt-Jäger mindestens 36 bri­tische Flugzeuge nicht zuletzt auf Grund ihrer Ge- lenkiakeit und Geschwindigkeit abschossen, berichtete der Londoner Rundfunk:Man will uns einreden, daß die englischen Flugzeuge wie eine Schar auf» gescheuchter Vögel auseinanderflatterten und ausgerechnet do r den Messerschmitt- Maschinen, die noch nie bewiesen haben, daß sie den englischen und französischen Maschinen ge­wachsen sind."

Ganz anders sieht die Dinge freilich der Luft­berichterftatter derTime s", der die gewaltige britische Schlappe in diesem Kampf mit der Fest­stellung entschuldigt, daß die britischen Flugzeuge

Helsinki, 21. Dezember. (DNB. Funkspruch.) Wie die Finnen berichten, hoben die Russen am Dienstaa ihren Angriff auf der Kareli­schen Landenge fortaesetzt. Ihre Infanterie sei durch schwere Artillerie-Vorbereitung und mehrere hundert Tanks unterstützt worden. Der Feind habe beträchtliche Verluste erlitten. An der Petsamo-Front hätten sich Die finnischen Truppen bei Kornet- ti j ä r v i zurückziehen müssen. Die russische Flotte und Luftwaffe hätten am gleichen Tage d i e Küstenbatterien bei Koivjsto angegriffen.

Auch habe am Dienstag die bisher lebhafteste Lufttätigkeit feit Ausbruch der finnisch-russi­schen Feindseligkeiten stattgefunden Russische Flug­zeuge hätten das Operationsgebiet auf der Karelischen Landenge und nördlich des Ladoga-Sees angegriffen. Sie feien ferner i n das Innere des Landes eingedrungen und hätten Turku, Sortavala, die Umgebung von Hel­sinki, Hangö sowie die Küste Südfinnlands bom­bardiert, wobei zahlreiche Personen ge­tötet worden seien. Auch seien an verschiedenen

ler Marinesachoerständige desDaily Telegraph" hilderte mit ausführlichem Zahlenmaterial, wie chr die großen Fifcberkutter im Weltkriege als Mi- ensuchboote der Kriegsmarine geholfen hätten In iejem Krieg habe die britische Admiralität zunächst 0 solcher Boote eingestellt, dazu seien aber infolge es Hilferufes Winston Churchills noch 67 große ?ifd)erfutter gestoßen Sie seien in den Dienst der Admiralität getreten, ihre Besatzung sei als Kriegs­eiatzung zu betrachten Unzweifelhaft bilden also ie englischen Fischerkutter einen B e st a n d t e i l er englischen Kriegsmarine. Das jetzige Geschrei der Briten ist daher böswillig und ver- bgen. Es ist auch nach allen Erfahrungen aus dem Beltkriege anzunehmen, daß sie nicht nur Minen suchen, sondern daß sämtliche britischen Fischkutter als Vorposten fungieren, d h auf der Wacht flegen den bösen Feind stehen und sofort Alarm shlaaen, wenn dieser sich zeigt. Die Versenkung der drittschen DorpostensLreitkräfte durch deutsche Waf- fcn ist also durchaus kriegsgemäß. Die kriten mögen darüber stöhnen, aber daß sie diese glaubte und notwendige Kriegshandlung jetzt, da fle englische Interessen verletzen, als unmoralisch artprangern zeigt nur die hoffnungslose Verfilzung Don Heuchelei und Lüge, die Englands Politik auch svnst aufweist. E-s-

Tödlicher Ernst."

Der englische Ministerpräsident Chamberlain hat bei seinem mehrtägigen Aufenthalt in Frank­reich so ziemlich mit jedem verhandelt und beraten, der in Frankreich auf einem maßgeblichen Posten steht. Außer zwei längeren Besprechungen mit Mi­nisterpräsident Daladier gab das obligate Früh­stück in Paris Gelegenheit zu ausführlicher Be­sprechung mit der französischen Regierung. Außer­dem aber traf er in den rückwärtigen Teilen der Maginot-Linie mit dem französischen Oberkomman­dierenden, General G a m e l i n , zusammen, der ihn dann auf der Rückfahrt nach Paris begleitete. Dort erfolgte bann em neuer Kriegsrat, an dem außer dem französischen Regierungschef und Game- lin auch noch die Chefs der drei Waffengattungen teilnahmen. Wir w'ffen nicht, welche Gefühle Herrn Daladier beseelten, als er dem Kollegen aus London feine Glückwünsche zu den Erfolgen der englischen Krieaführung aussprach; die Empfindun­gen des Gebenden und des Empfangenden dürften angesichts der rauhen Wirklichkeit dabei ziemlich gleich gewesen sein

Denn daran kann kein Zweifel fein, daß Cham­berlain nicht nach Frankreich gekommen ist, um die untätig Herumliegenden englischen Tvuppen zu bewundern. Der eigentfidjc Anlaß zu der Reise bestand darin, den französischen Bundesgenossen zu einer lebhafteren Kampftätigkeit zu Lande, zu Wasser und in der Luft zu animieren, wie das von jeher englische Sitte gewesen ist. In diesem Punkt aber ist Chamberlain und sein für alle Fälle mitgebrachter Außenminister Lord Hali­fax auf französische Wünsche gestoßen, die den eng­lischen gleichen wie ein Ei dem andern. In bei­den Ländern wird die Kriegspolitik und die Kampf­tätigkeit immer offener einer so scharfen Kritik un­terzogen; wie es die radikale Zensur in London und Paris nur irgendwie zuläßt. Schärfe und Um­fang dieser Kritik, an der sich nicht nur Pressever­treter, sondern in zunehmendem Maße auch mili­tärische, wirtschaftliche und technische Sachverstän­dige beteiligen, läßt sich daraus entnehmen, daß die Blätter vor allem in Frankreich mit immer zahlreicheren Zensurlücken erscheinen; ja zuweilen sind die Artikel so stark verstümmelt, daß die stehengefrliebenen Reste überhaupt keinen Zu­sammenhang mehr erkennen lassen. Es ist klar, daß diese planmäßige Verhinderung einer Unter­richtung des Volkes in England und Frankreich steigende Beunruhigung und Miß­trauen zur Folge haben.

Der Kriegsrat der Entente in Paris ist mithin in einer Atmosphäre verlaufen, die zwar die beider­seitigen Ermunterungen zu verstärkter Kampftätig­keit durchaus begreiflich erscheinen läßt, aber selbst zu dem bescheidensten Glückwunsch nicht den gering­sten Anlaß boten. In diese Atmosphäre hinein schlug

reichte, daß drei Rettungsboote zur Suche nach dem englischen Flugboot ausliefen. Damit ist die ritterliche Kampfesweise deutscher Soldaten wie­der einmal unter Beweis gesteift. Ist der Gegner kampfunfähig gemacht, dann wird dafür gesorgt, daß ihm Hilfe zuteil wird. Aehnlich wurde auch während des großen Luftkampfes über Helgoland ver­fahren, wo noch während des Gefechtes deutsche Flugsicherungsschiffe und Flugzeuge unterwegs waren, um abgeschossene englische Flugzeugbesatzungen in Borkum an Land zu bringen.

Oberstleutnant Schumacher.

\

i u »

/

- n

Oberstleutnant Schuhmacher, der Geschwaderchef der deutschen Jäger, die über der Deutschen Bucht im Luftkampf 36 moderne britische Bomber abschossen, ist 1896 in Rheine i. W. geboren, trat am 14.8. 1914 als Kriegsfreiwilliger bei der Ersatzabteilung Feldartillerieregiment Nr. 7 ein. Im Jahre 1916 trat er zur Kriegsmarine über, wo er am 16. März 1918 Leutnant zur See wurde Im Weltkrieg er­warb er sich das E K. II und das Flieger-Beob- achter-2lbzeichen. Am 22. November 1919 schied er aus dem Wehrdienst aus. Am 1. Mai 1934 wurde er wieder Soldat. Am 1. Mai 1936 wurde er zum Major und am 1. Oktober 1939 zum Oberstleutnant befördert. Nach dem erfolgreichen Lustkampf erhielt er das E. K. I. (Bild: Scherl-Bilderdienst-M^