Ausgabe 
21.10.1939
 
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m. 247 Drittes Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)

2l./22. Oktober 1959

der Nacht das Licht einaeschaltet hatte. Sie hatte aber auch fjen, denn vergessen, es beim Herausgehen wieder auszuschal­

weiteren Honigkochen am Abend und in

ten. Dem Besitzer des Grundstückes wird die er-

lenkers allerlei Grund zur Rüge gegeben ist, zückt

R. B.

Licht­

spielhaus, Bahnhofstraße:

Flucht ins Dunkel".

forderliche Belehrung zuteil; vor allem wird ihm nachdrücklich vor Augen gehalten, daß gerade e r am Ortsrand mit dem Licht besonders vorsichtig sein muß, weil es von hier aus weithin in der Finsternis zu sehen ist. Das gilt übrigens nicht nur für Dorf-Güll, sondern auch für alle übrigen

Wenn Augen versagen Magnus-Brillen tragen!

auch ihm wird klargemacht werden, daß zur Ver­dunkelung jeder Volksgenosse verpflichtet ist und daß die Kontrolle durch den Reichsluftschutzbund kein Privatvergnügen der ausübenden Männer darstellt.

Mängel an dem Fuhrwerk festgestellt. Resultat: eine Anzeige, damit hierdurch den Erfordernissen der Zeit nun endlich Geltung verschafft wird.

und als Mutter nachzukommen vermag. Daß sie aber entschlossen und arbeitsfreudig an diese Aufgaben herangeht und sie alle zu einem guten Ende führt, verdient unseren Dank und unsere Bewunderung.

Kommt dann der Mieter, wie wird es dann im Dorfe aussehen? Werden die Frauen und Mädchen sich zusammensetzen und Tannengirlanden winden, mit denen die Häuser für die siegreich heimkehrenden Soldaten geschmückt werden sollen? Oder werden sie Pulswärmer und sonstige wärmende Hüllen stricken für die Feldgrauen draußen vorm Feind? Werden, vielleicht sogar im nächsten Frühjahr gelbe und rote Rüben dort stehen, wo noch in diesem Jahr Goldlack, Akelei und Rittersporn prangen? Wer will es Vor­aussagen? Was aber auch eintreffen mag, eines steht unumstößlich fest: Das Dorf und der deutsche Bauer werden jederzeit ihre Pflicht erfüllen bis zum letzten, und die große Zeit unseres Volkes findet sie bereit und wird sie immer bereit finden, sich einzusetzen und hinzugeben für Volk und Führer.

freier Form an. Wie vorher in Dorf-Güll, so kann auch in Lich der Gesamtheit der Bevölkerung nur volle Anerkennung für ihre Durchführung der 23er« dimkelungsnwßnahmen ausgesvroebpn werden. Den Schönheitsfehler" stellt nur eine Frau dar, die in­mitten anderer Frauen mit einer hellbrennenden kleinen Sturmlaterne vom Bahnhof her zur Stadt geht. Als die Frau zur Rede gestellt wird, zeigt sie sich über die helldrennende Lampe selbst bekümmert, denn sie hat zur Abblenbung dunklen Stoff um die Glasglocke gelegt, der aber von einer herausreichen­den kleinen Flamme in Brand gesetzt wurde und abgebrannt war. Der ratlosen Frau wird emp­fohlen, die Glasglocke zu schwärzen und nur eine kleine Stelle hell zu lassen, damit dadurch, wie bei den Kraftfahrzeugen, ein Lichtpunkt sichtbar ist. Dankbar für diesen Rat verspricht die Frau sofor­tige Abhilfe zu schaffen.

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teuer werden.

Diel ernster sind die Mängel in einem Hause, wo im Laden nach der Straße zu keine Lichtschleuse vor­handen ist, so daß bei dem häufigen Oeffnen der Tür jedesmal ein breiter Lichtstrom in die Dunkel­heit hineinleuchtet, außerdem auch, wie bei einer

angebracht werden. Es war bisher Zeit genug dazu, und der Mann hätte die ganze Sache erheblich bil­liger haben können, als sie nun insgesamt kosten wird.

Auch ein Fuhrwerkslenker, der mit hellbrennender Laterne an seinem Wagen daherkam, macht ein recht bedeppertes Gesicht, als er gestellt wird. Zu seiner Entschuldigung führt er mancherlei an, das von dem Gendarmeriebeamten natürlich nicht angenommen werden kann, sein besonderes Pech ist aber, daß zu

das Brett vor dem Fenster nicht vergessen, denn sonst könnte bei einer neuen Kontrolle der Honig

Schon von weitem sieht man am Ortsrand von Dorf-Güll ein Licht weithin in die Dunkelheit strahlen. Je näher man an den Ort herankommt, desto größer wird die Lichtquelle. Bei der Nach­prüfung an Ort und Stelle ergibt sich, daß in einem Gehöft die Großmuttergerade eben" ein­mal in die Waschküche gegangen war und dabei

ung aller Rückwanderer, Volksdeutscher und Kolo« nialdeutscher, die sich eben in Deutschland befinden), ein neues Ziel für ihre Arbeitsnachmittage gesetzt. Die Frauen arbeiten drei Säuglingskörbe mit je einer vollständigen Kleinkindausstattung. Die Körb­chen werden mit hübschem Kretonne bezogen, und eine als Säugling angezogene Puppe bildet den Inhalt. Bei der Ausstattung wird nichts vergessen sein, angefangen bei der Matratze, dem Bettchen, Kißchen mit Bezügen, allem Bedarf an persönlichen Kleidungsstücken des Kleinkindes, bis zu den Ge­brauchsgegenständen für Bad und Pflege. Die fer­tigen Körbchen kommen dann ins Grenzland oder

Brust der Hügel gedrängt und zumeist ohne Regel und Kunst gebaut; denn der Winzer setzte dis Steine so auf- und nebeneinander, roie er sie beim Hacken in seinem Wingert fand. Sie sind reich an dunklen Spalten und schwarzen Löchern, oft vvm Netz der Spinnen zu gewebt, andere hat sich die graue Eidechse zum Unterschlupf gewählt, und der Rotschwanz oder die Meise haben scheue Nester darin.

Diese Mauern sind die Mauern der Winzer, die den selbstgekelterten Wein verzapfen; der Strauß, zumeist ein Fichtenwedel, hängt dann unter ihrem Hausgiebel, und man sitzt, wenn man den länd­lichen Wein trinkt, mitten unter der bäuerlichen Familie an einem weiß gescheuerten Tisch, auf dem das Landbrot Derb feit ist und die Ringe der Gläser sich abzeichnen. Winzergeschlecht nach Winzer­geschlecht hat gearbeitet, bis die knie- oder brust­hohen Mauern und Mäuerchen errichtet waren. Jeder Stein darin bedeutet einen Schlag mit der Hacke, jeder ein Bücken, jeder einen Handgriff. Es gibt Mauern aus rotem Sandstein, die mit langen Blutschnüren die Weinhügel gürten. In der Glut des Juli und des August fühlen sie sich wie heißes Fleisch an. Andere bestehen aus den grauen Stei­nen des Kalks oder aus dem Leuchten des Glim­mers. Sie saugen die Glut der Sonne in sich und bewahren die Wärme. Wie Oefen wirken sie, welche die gesammelte Tageshitze noch in der Abenddäm­merung in die Gehänge der Trauben widerstrahlen.

Im Herbst steht auf den Mauern der Korb, wo­rin das Essen der Winzer aufbewahrt ist: Brot, geräuchertes Fleisch unt) eine Kanne Trebernmost. Auch die Bütten lehnen dort; die dreizinkige Holz­gabel noch, roomit die geernteten Trauben in der Bütte zerstampft werden, dann die Geräte und die vielen Pfähle. Die herbe Heckenrose blüht an der Weinbergmauer und hängt die roten Fruchttränen auf ihr Gestein. Der Quittenbaum schießt an der Mauer empor, sein Blätterschatten ist groß und blau, und wenn die wollige Frucht der Quitte reif wird, fällt sie polternd auf den Mauerrand und rollt zwischen die Traubenzeilen.

Der Weinbergshüter sitzt auf der Mauer, er klopft die schwarze Holzpfeife auf ihr aus, zerfetztes und pulvergeschwärztes Papier liegt zu seinen Füßen. Die Steinplatten sind mit weißem Vogel­kot besät. Auch die Vögel saßen auf der Mauer, die Kröpfe waren zum Platzen ntrt Beeren gefüllt.

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Dichterabend August Hinrichs.

Mit der am Montag, 23. Oktober, stattfindenden Lesung des bekannten Dichters und Bühnenautors August Hinrichs wird der Goethe-Bund und Kaufmännische Verein in Zusammenarbeit mit der Volksbildungsstätte Gießen der NS.-Gemeinschaft Kraft durch Freude" allen Freunden des Schrift­tums und des Buches ein besonderes Erlebnis ver­mitteln. Hinrichs Werke find aus dem Menschen- unb Landschaftserlebnis feiner niederdeutschen Hei­mat gewachsen und tragen in hervorragendem Maße dazu bei, die Lebensfreude unseres Volkes zu erhöhen. Diese Dichterstunde wird sicherlich all­seits größte Beachtung finden.

Gießener Konzert-Verein.

Der Gießener Konzertverein eröffnet die Reihe feiner diesjährigen Veranstaltungen mit einem Or­chesterkonzert unter Leitung von Professor Dr.

waffe.

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Das Gesamtergebnis der Kontrollfahrt ist dahin zusammenzufassen, daß man mit der Verdunkelung insgesamt zufrieden sein kann und nur einige ge­legentlicheSünden" noch auszumerzen bzw. von vornherein zu unterlassen sind Jedenfalls hat man allen Grund, den einsichtiaen und verständnisvollen Volksgenossen auf dem Lande für ihr sorgsames Verhalten die gebührende Anerkennnung zu fernen.

B.

Weiter geht die Fahrt nach Garbenteich. Diesem Orte muß man gleichfalls lobende Anerken­nung dafür aussprechen, daß die Bevölkerung mustergültig verdunkelt hat. Ein Schönheitsfehler ist es allerdings, daß ausgerechnet in dem Augen­blick, wo die Verdunkelungskontrolle vor einem Haufe in der Dorfmitte steht, mehrmals in einem nicht abgeblendeten Zimmer Licht eingeschaltet und dadurch die Kontrolleins rechte Lichh," gesetzt wird. Spornstreichs stiefelt der Luftschutzdezernent hinauf und stellt denMinutenknipser", der vorübergehend in dem Zimmer zu tun hatte. Dabei hätte er aller­dings wissen müssen, daß er vor dem Einschalten des Lichtes dunkel zu machen hatte, oder er hätte eben aus dem Zimmer herausbleiben sollen. Im übrigen gibt es hier keinerlei Beschwerdepunkte.

Schließlich geht die Fahrt nach Lich. Auf dem Wege dorthin wird ein Fuhrmann angetroffen, dessen Fahrzeug ebenfalls mancherlei Mängel auf­weist. Da auch in der Person des Fuhrwerks­

Norf im Kriege.

Von Ernst JRint Echzell.

In der Stille des Landes hallen die Schläge ge-

Dornotizen.

Tageskatender für Samstag.

Gloria-Palast, Seltersweg:Heimatland".

Temesväry am Donnerstag, 26. Oktober, irn Städtchen ter. Solist ist Helmut R 0 l 0 f f. Das Programm enthält die Jupiter-Symphonie von Mozart und das Bs-ckur-Konzert von Beethoven. DOM - u.IM -llnterqau 116 Gießen

Vetr. August-hlnrichs-Abend.

Am Montag, 23. Oktober, findet in der Veran- staltungsreihe des Goethebundes ein Dichterabend mit August Hinrichs in der Universitätsaula statt. Jedes BDM.-Mädel in Kluft erhält den er­mäßigten Eintrittspreis von 30 Rpf., bei größerer Anzahl nur 20 Rpf. Antreten in Kluft um 19.40 Uhr vor der Universität.

Neue Aufgaben im Frauenwerk.

Gfs. Die Abteilung Grenzland-Ausland des Deut­schen Frauenwerkes hat sich neben ihren vielen, der jetzigen Zeit entspringenden Arbeiten (roie Betreu-

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Weinbergsmauern.

Von Anton Schnack

Es gibt Mauern der Erinnerung und des Ruh­mes, Brvnzetafeln mit verwischten Inschriften sind in sie gefügt; Flanken unverwüstlicher Mauern aus römischer Zeit stehen noch, die den matten Glanz zerbeulter Schlachtschilder haben; es gibt die Schweigsamkeit von Friedhofsmauern, von den grünen Zungen des Efeus beleckt und von den ß»h erringen gemieden; es gibt die furchtbaren Mauern versunkener Jnkatempel; es gibt die ver­winkelten, erkerverzierten und schießlöcherreichen Mauern deutscher Städte des Mittelalters an allen wurde mit guter Handwerkskunst und strenger Bau- regel gearbeitet, mit Wasserwage, Maß, Winkel, Speis und Mörtel, sie wurden unter Stöhnen und Flüchen errichtet und mit dem Blut der Fronenden und Sklaven, der Kämpfenden und Stürmenden ge­kittet.

lieber die Weinbergsmauern ist nur Schweiß ge­flossen. Der Schweiß, der unter blauen Kitteln dampft, unter großen Strohhüten und regenzer­mürbten Kappen hervorrollt oder aus weißen und unter dem Kinn geknoteten Kopftüchern fällt.

Diese Mauern sind locker gefügte Werke, an die

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Aus der Stadt Gießen

Der rechte Flügelmann.

Auf Verdunkelungskontrolle im Landkreis Gießen

Beobachtungen beim Abendbefuch in mehreren Orten

Ende in Gestalt einer Anzeige kommt nach.

In Lich trifft man die Verounk-lluna in einwand

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feiten des Friedens gegen die des Krieges ab, so hält I jetzt die volle Verdunkelung jeden einzelnen im Hause | fest, und die Gassen und Plätze liegen wie ausge- storben. Kein Lichtschein bringt nach außen, und nur das Brüllen einer Kuh, Kettengeklirr und klappernde Eimer verraten, daß das Leben in den abgedunkelten Höfen nach wie vor seinen Gang nimmt.

Die Dorfgemeinschaft ist sich ihres großen Auftrags in der Heimatfront voll bewußt. Viele Manner sind eingezogen; dafür rücken die Daheimgeblrebenen näher zusammen und versuchen, einander zu helfen, wo und wie es nur immer geht. Auf dem Dorf, wo jeder jeden von Jugend an kennt und um seine Note Bescheid weiß, ohne erst darum fragen zu müssen, ist diese Gemeinschaft naturgemäß viel enger, als sie es sonstwo zu sein vermochte. Aus der nahen Stadt ist die HI. zur Erntehilfe eingetroffen, und bei em- brechender Dunkelheit kommen die Jungen und Mädel vom Felde heimgefahren auf den mit Kar­toffelsäcken schwer beladenen Wagen. Sie sind von der ungewohnten Arbeit müde, sogar sehr müde, sie sind aber nicht weniger stolz und froh, sich vollwertig einqliedern zu dürfen in die große Schicksalsgemem- frfiaft ihres Volkes. Anderntags geht es dann mit Körben und Leitern zur Apfelernte auf das Baum­stück und welchem Jungen wäre jemals ein Baum zu hoch gewesen? Daß die Soldaten in ihrer bienst- freien Zeit überall zugreifen, wo immer starke Fauste m Hof unb auf bem Felb gebraucht roerben versteht sich bei beutschen Solbaten von selbst. Sieht man sie in ihrem Drillichzeug auf ben Aeckern auftauchen, darf ber Bauer mit Sicherheit annehmen baß er bis 311m Abend alle Kartoffeln von diesem Acker wohl­behalten in seinem Keller hat.

Nicht der Uniformrock macht den rechten Flügel­mann, sondern der Mann. Noch trägt er weder Tressen noch Achselstücke, und doch steht er an be­leuchteter Stelle. Wie Millionen andere ech ein­facher Soldat, in Reih' und Glied aber bedeutet er mehr, und dieses Mehr muß er selbst mitbringen

ist eben da, eine Naturerscheinung, und braucht nur entdeckt zu werden. 1

9f|trigen Freitagabend. Im Schiffenberger -lveg stehen einige Kraftwagen und dabei zehn Manner. Tiefe Finsternis hüllt alles ein, so daß n dem spärlichen Schein des schwachen Lichtstrahls, der durch die Schlitzkappe der Auto­lampen bringt, bie Umrisse biefer Gruppe von Män­nern sehen kann. Nach kurzer orieniierenber Aus­sprache besteigen bie Männer bie Kraftwagen und Jahren in Richtung Schiffenberg los. Es handelt sich bei der kleinen Autokolonne um eine Kontrvll- sahrt zur Prüfung der Verdunkelung in einer Reihe oon Orten des Landkreises Gießen. Damit verbun­den wirb, soweit bie Zeit unb bie Hauptaufgabe es gestatten, eine Kontrolle ber Fahrzeuge auf den Lanbstraßen. Die Fahrt erfolgt unter Leitung des Lanbrats Dr. Lotz, ben der Luftschutz- unb Ver- kehrsbezernent bes ßanbfreifes Gießen, Regierungs­rot Dr. Fuhr, zwei Beamte ber Genbarmerie, vier Luftschutzführer vom Reichsluftschutzbunb unb bie Vertreter ber Gießener Presse begleiten.

Zunächst macht die Autokolonne Halt in Hau - s e n. Unterwegs muß ber Derkehrsdezernent schon an einigen Fahrzeugen allerlei Mängel feststellen, ba aber ber Zweck ber Fahrt vor allem in ber Prü- fung ber Verbunkelungsmahahmen besteht, kommen diese Verkehrssünder diesmal noch ungerupft da­von. In Hausen kann man zwar die Feststellung machen, daß die Derdunkelungsmaßnahmen im all­gemeinen mit allem Verständnis ordnungsmäßig durchgeführt werden, es werden aber auch einige "Sünder" bemerkt, bie selbst heute noch der Be­lehrung bedürfen.

Da ist zunächst ein Haus in ber Hauptstraße, besten kleine Vorhalle schön beleuchtet in bie Dunkelheit hin­einragt. Die Ortsbesichtigung ergibt, baß bie Verdun­kelungsvorrichtung vorhanden ist. Man hat nur ver­gessen, sie bei Einbruch ber Dunkelheit ordnungs­mäßig herunterzulassen. Also kein böser Wille, son­dern nur Gedankenlosigkeit. Zur Schärfung der Ge­danken gibt es für heute noch keine Anzeige, dafür aber eine gebührenpflichtige Verwarnung, die eine Mark kostet. Immerhin ein kostspieliger unterlasse­ner Handgriff, der doch so einfach gewesen wäre.

Wenn man Zwetschen- und Birnenhonig kocht, so ist das sicherlich eine feine Sache. Der Duft vom Kochkessel im Keller bringt geradezu verlockend burch bas weitgeöffnete Fenster hinaus ins Freie. We­niger schön ist es allerdings, daß die Männer, bie da kontrollierend durch den Ort wandern, nicht nur auf den Duft aufmerksam werden, sondern auch eine schöne Beleuchtung bes Hofeinganges und einer hellen Nachbarwand durch das Licht im Keller wahr­nehmen müssen. Das ist während ber Verdunkelung natürlich ein unmöglicher Zustand, auch wenn der Duft bes Honigkochens etwas milder stimmt. Die fleißigen Kocher, die nach ber Ermahnung durch den Luftschutzbe zementen sich beeilen, ein großes Brett vor das Fensterr zu stellen, kommen biesmal noch glimpflich davon. Hoffentlich werden sie beim

Schon beim Rekrutenabschieb in seiner Heimat hat ihm mancher alte Soldat und manches junae Mädchen die stolz« Ahnung mit in d?n ffin Händedruck gelegt, beim ersten Antreten schauen seine Vorgesetzten nach ihm aus, respektvoll drängen 'seine Kameraden nach bem linken Mgel hin bis er als eine Selbstverständlichkeit übrigbleibt' der rechte Flügelmann, und allmählich in seinen' ver- antroortungsvollen Dienst hineinwächst.

Bei jedem Kommando:Richt' Euch!" wird er zum Blickpunkt aller Kameraden von links Sie tasten sich in die Linie seines Profils, in den Schim- Inter feines Gesichtes, feiner Knopfreihe, feines Kop­pelschlosses, seines geschulterten Gewehrs. Wer mehr .von ihm sieht ober auch weniger, wird scharf zur Richtungsgemeinschaft gerufen. Die kleinste, ihm be­fohlene Richtungsärtberung kostet ben ganzen linken Mgel ausgreifende Bewegung, und umgelehrt wird ||Mn ihm Ruhe, Haltung und Festigkeit oerlangt.

Nicht als ob ich selbst rechter Flügelmann ge- vesen wäre und deshalb noch gelegentlich in Selbst­es piegelung und Ueberwertigkeitsgefühlen schwelgte Rein, unter dem mMärärztlichen Meßgerät langte (5 immer nur für bie Richtungsgefolgschaft. Aber ms der täglichen Hebung heraus gewann mir mein leibhaftiger rechter Flügelmann immer mehr an iMchtungfordenber Symbolkraft, so beim Anschluß an den rechten Flügel großer militärischer Ver- Mände, rote später bei Hingabe an Hochziele mensch­lichen Strebens und Leistungswillens.

Balliger Ereignisse länger nach als in ber lauten Bewegtheit ber Stadt, deren gesteigerter Lebens- r»ythmus erhöhte Aufnahmefreubigkeit, aber auch fhnelleres Vergessen bebingt. Nicht anbers schwingt bneres Erleben bes einzelnen nachhaltiger als beim dauern, weil bas Gleichmaß seiner Tage ihn nicht v bem Maße abzulenken vermag, roie ben Stäbter d-r stete Wechsel neuer Einbrücke. Für ben Bauern bedeuten bie beiben Jahre ber aktiven Solbatenzeit das große Erleben, an bas er ein ganzes Leben lang erinnerungsfroh zurückbenkt, unb von bem ber Re- sirvistenkrug unb bas bunte, überaus martialische Golbatenbilb ber älteren Generation noch Kindern uib Kinbeskinbern künben. Von welch einschneiben- b;T Bebeutung muß ba erst bas Erlebnis ber vier pifyre bes Weltkrieges für ben Bauern unb somit Ki bas Dorf gewesen fein! Wer bies bebend unb llsiß, welche Rolle bas erzählende Wort im Dorfe hielt am Sonntagnachmittag unb an ben langen Kinterabenben in ber wannen Bauernstube, ber tii'.rb verstehen, warum Verbun unb Flanbern, Tan- n-nberg unb bie Karpathen niemals in Vergessenheit gnieten. So kann bas Erlebnis eines neuen Krieges ^knüpfen an Fäden, bie überhaupt noch nicht ao- Misten waren, an benen hier mehr als sonstwo bie örhre hinburch weitergesponnen würbe.

v Der Kriegsherbst 1939 Hal das Gesicht des Hessen- birfes nur in wenigem gewandelt. Wie im ressten trieben fahren bie Gespanne aufs Felb unb geht b*r Bauer seinem Tagewerk nach. Tagsüber be- Nrfd)t allerdings bas gelbgrau ber einquartierten llr b überall in ben Häusern mit großer 5)er3licbeit r ^genommenen Solbaten bas Dorfbilb. Mit ihnen fthb viele frembe Gesichter an bie Stelle von so man- hm, feit langem vertrauten getreten, beren gewohn­ter Anblick unb Gruß man täglich aufs neue ver-

Vor ber Dorfschrniebe, in ber von morgens bis a.tenbs felbqraue Beschlagschrniebe ben Blasebalg hen unb ben Hammer schwingen, warten Solbaten 1,11 ihren Pferben, unb ber Geruch verbrannten fernes, ber bekanntlich nicht zu ben lieblichen zahlt, vH überhaupt nicht mehr weichen. Saßen noch vor I paar Wochen bie Männer abenbs - rar"nnpn

6,r den Haustüren unb wogen ltuw

Und heute ist der Frontfoldat wieder zum leib- taftiqen rechten Flügelmann der inneren Front mferer Heimat geworden. Und zwar ber Front- ol'bat schlechthin, in feiner Ganzheit und schlichten Dirklichteit im feldgrauen Ehrenkleid, im Stahl­helm und mit ber Waffe in der Hand im täglichen Kampf mit dem Feind, einsatzbereit bis zum letzten Md höchsten Opfer:Gi'tt's mir oder gilt es dir!" 5n Richtungsgemeinschaft mit ihm werden unsere Linschrönkungen und Opfer an materiellen Gütern, rn Zeit und Arbeitskraft gering, und er selbst wird 'ch auf seinen linken Flügel bis zum letzten Kame- :aben verlassen können, solange das Schicksal die Volker zum blutigen Appell ruft.

Ortsbesichtiaung festgestellt wird, an ber Rückseite Orte, unb es sollte überall entsprechen!) beherzigt bes Grunbstücks alle Fensterschon beleuchtet" finb unb bemach gehandelt werden.

und ebenfalls keinerlei Verdunkelungseinrichtung Ein anderer Einwohner des Dorfes ist offenbar aufweisen. Hier kann selbst die Erinnerung an ben noch bes Glaubens, baß bie ganze Sache ber 23er- versöhnlichen Honigbuft nicht milber stimmen. Ein j bunfelung für ihn gar nicht gilt unb auch die 23er- ©enbarmeriebeamter macht die erforderlichen No-' tretet bes Reichsluftschutzbunbes ihmnichts zu ttzen, unb eine Anzeige mitgepfefferten" Folgen sagen haben". Die Melbung biefes unbegreiflichen wird bas Ergebnis fein. Natürlich müssen bie not- j Stanbpunftes an bie Genbarmerie wirb für den wendigen Verdunkelungseinrichtungen sofort noch i Mann von wenig erfreulichen Folgen begleitet sein;

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ben mancherlei Wibrigkeiten seiner Fahrt nun auch lenkers allerlei Grund zur Rüge gegeben ist, zückt noch der Genbarm auftaucht. Außer der hellbren-j der ©enbarmeriebeamte sein Notizbuch. Das dicke nenben Laterne roerben noch mancherlei andere Enbe in Gestalt einer Anzeige kommt nach.

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herein ehemaliger 116er Gießen: 20.15 UhrZum Fabres", Kameradschaftsabenb.

Tageskalender für Sonntag.

Stabttheater: 19 bis gegen 22 UhrGasparone*. Kloria-Palast, Seltersweg:Heimatland". Licht­dielhaus, Bahnhofstraße:Flucht ins Dunkel". Narine-Kamerabschaft: 10.30 Uhr Monats-Muste- | nmg. Saalbau, Liebigstraße: 20 Uhr Zauder- $ tmstler Bellani.

ErstausführungSafparone im Stadttheater.

Am morgigen Sonntag gelangt die Operette Masparone" von Karl Millöcker zur Erstauffüh­rung. Mit der Aufnahme vonGasparone" in den >pielplan wirb eines ber reizvollsten Werke klasti- her deutscher Operette zu Wort kommen und so e mitZigeunerbaron" begonnene Linie ber I fslege klassischen Operettengutes fortsetzen. Die Spielleitung hat Harry Grüneke, bie musika- fche Leitung Heinz Markwarbt. Chöre: Ri- ! carb Boeck, Leitung ber Tanzgruppe: Thea Maaß, liühnenbilb: Karl Löffler. Die Vorstellung finbet \ cußer Mete statt. Beginn 19 Uhr, Enbe gegen Uhr. ' ___________

(Siner sei hier aber mit befonberer Hochachtung gedacht: der deutschen Bäuerin. In vielen Hausern fehlt ber Mann oder der Sohn oder der Knecht und es kommt vor, dah zwei von ihnen -ingezogen sind. So liegt in vielen Fällen die ganze Verantwortung, daß der Betrieb ungestört weii-rg-ht und nach wie vor seinen Teil zur Ernahrungsfrecheit des deut­schen Volkes beiträgt, ganz allem be, der Bauerm, Und weil das beste der beiden Pserde auch schon in den ersten Kri-gstag-n geholt wurde, fahrt st- nun einspännig hinaus aufs Feld, und für sthw-r-r- fkuhren hilft ihr der Nachbar m.t stnnem letzt gleich-

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