Aus der engeren Heimat
Landkreis Gießen.
Wirtschaft
schaffensfreuhige Frau se gefesselt. — Seinen 8 0.
37. Fortsetzung.
(Nachdruck verboten!)
Auskünfte über Deutsche im feindlichen Ausland.
Schnappschüsse im Herbst mit einer Kamera von Photo-Geller, am Bahnhof.
O Allendorf a. d. Lahn, 20. Sept. Im Alter von fast 88 Jahren st a r b das ä l t e st e Gemeindeglied, der frühere Müller auf der Untersorgermühle Jakob Hahn. Seit dem Tode seines Vaters, 1876, hatte er die Mühle betrieben, bis er sie vor Jahren an seinen Sohn abtrat. Die Familie sitzt jetzt in der vierten Generation auf der Mühle. 1823 übernahm sie der Großvater des jetzt Verstorbenen, Johannes Hahn. Er kam von Heuchel- beim und hatte vorher die Absicht gehabt, mit seiner Familie nach Amerika auszuwandern, wie es wegen der schlechten Zeiten damals viele taten. In Heuchelheim war die heute dort noch blühende Familie bereits durch mehrere Geschlechterfolgen hindurch ansässig. Der erste kam Ende des 17. Jahrbunderts dorthin und heiratete die Anna Elisabetha Sack. Er stammte aus Hartershausen im Schlitzerland. Die Vorgänger der Familie Hahn auf der Mühle waren, in lückenloser Reihenfolge seit etwa 1670, Melchior am End, gestorben 1693. Heute schreibt diese alte Müllerfamilie ihren Namen in einem Wort Amend. Nach dessen Tod heiratete ein Johann Henrich Kleber seine Witwe und übernahm die Mühle. Von ihm ging sie über an einen Johannes Konradi. Dessen Nachfolger wurde um 1712 Johann Henrich Stamm. Woher er kam, ist nicht sicher ausgemacht, vielleicht von einer Mühle lahnabwärts. Bestimmt gehörte er in eine Müllerfamilie. Später übernahm er die Mühle bei Stau- fenberg und überließ seinem Sohn Johannes die Allendörfer. Für kurze Zeit ging sie, um 1750, über an Johann Kaspar Duten Höffer. Dann übernahm sie Joh. Henrich Stamms zweiter Sohn, Johann Ludwig. Er starb 1788. Sein Schwiegersohn Johann Georg B r i e g e l von Steinberg wurde sein Nachfolger. Dieser war nicht lange auf der Mühle geblieben. Sie ging über an einen Müller Weber, unbekannt woher stammend. Auch er verließ bald die Allendörfer Mühle und übernahm eine in Gießen. Nach ihm kamen, 1823, die Hahn.
< Leihgestern, 21. Sept. Ihren 78. Geburtstag kann am Freitag, 22. Septentber, die Ehefrau Katharine Velten, geborene Rohrbach dahier, begehen. Leider ist die früher immer so c**'"^*' seit Jahren krank ans Bett
-... .. Gburtstag kann am
nächsten Samstag, 23. September, der Rentner Peter Arnold dahier in guter Gesundheit begehen. Beiden Jubilaren unseren herzlichen Glückwunsch.
bach. Wir gratulieren herzlich. — Am 24. September kann der Zimmermeister Louis Heinrich Roth in guter Gesundheit seinen 7 8. Geburtstag feiern. Der alte Herr, der vor einigen Jahren sein Geschäft an seinen Neffen abgegeben hat, ist noch erstaunlich rüstig. Unsere herzlichen Glückwünsche.
Eine Hundertjährige.
Lpd. Lindenfels (Odenwald), 20. Sept. Am Donnerstag kann die älteste Einwohnerin des mitt- •leren Odenwaldes, Witwe Margarete L a n d r o ck, ihren 10 0. Geburtstag tn verhältnismäßig guter Rüstigkeit begehen.
Lastkraftwagen vom Zuge erfaßt.
Zwei Toke und zwei Schwerverletzte.
Lpd. Limburg, 20. Sept. Auf der Westerwald, strecke Limburg—Montabaur ereignete sich in der Nähe der Station Goldhausen ein folgenschweres Verkehrsunglück. Ein leerer Lastkraftwagen aus Ebernhahn, der einige Personen mit-
DNB. land im
I geschleppt werden. — Dieser Tage wurde der in der Gemarkung Watzenborn-Steinberg angebaute Flachs von den Schulkindern unter Aufsicht ihrer Lehrer geerntet
5 Steinbach, 21. September. Am heutigen Donnerstag, 21. 9., feiert Herr Jakob Haas III. fein 35 jähriges Dienstjubiläum als Kirchendiener, Friedhofswärter und Keichzeitig Glöckner der Ge- meinde Steinbach. Der Jubilar, der im 74. Lebensjahr steht, erfreut sich noch einer guten Gesundheit und verrichtet noch alle landwirtschaftlichen Arbeiten. Er ist der Nachfolger im Kirchen-Gemeindedienst seines Vaters Karl Haas III., der am 20. 9. 1904 infolge eines Sturzes vom Baum beim Aepfel- pflücken tödlich verunglückte. Der Jubilar übernahm dann am 21. 9. 1904 zunächst kommissarisch den Dienst seines Vaters und war, wie jener, auch jahrzehntelang Totengräber der Gemeinde Stein-.
Der Täter mitten unter uns Roman von Kurt Riemann Copyright by Verlag Oskar Meister, Werdau L Sa.
hin, daß die Jubilarin im Verlaufe ihres arbeitsreichen und gesegneten Lebens auch fünf Kriege erlebte, nämlich die Feldzüge von 1864, 1866, 1870/71, 1914/18 und den jetzigen Krieg. Seit vielen Jahrzehnten, nämlich feit ihrer Verheiratung, gehört Frau Schwall auch ununterbrochen zu dem treuen Bezieher kreis des Gießener Anzeigers. Die Ereignisse unserer jetzigen großen Zeit verfolgt die alte Dame noch mit größtem Interesse. Der Jubilarin, die sich als alte Gießenerin in weiten Bevölkerungskreisen unserer <Äadt und als einstige Leiterin und Mitarbeiterin eines weithin bekannten Geschäftes auch über den Kreis unserer Stadt hinaus großer Wertschätzung erfreut, bringen auch wir unsere herzlichen Glückwünsche zu ihrem 86. Geburtstage dar.
** BD M.- Erntehilfe-LagerUtphe. Unserem gestrigen Bericht über den Erntehilfeeinsatz bei der Kartoffelernte in Utphe ist nachzutragen, daß es sich dabei um ein Erntehilfelager des BDM. handelt.
** Stueranmahnung. Die Stadtkafse mahnt die 5. und 6. Vorauszahlungsrate der Grundsteuer zur umgehenden Zahlung an. Der Beitrag zur Land- und forstwirtschaftlichen Berufsgenofsenschaft für 1938 ist ebenfalls fällig.
△ Watzenborn-Steinberg, 20. Sept. (Glück im Unglück.) In den gestrigen Abendstunden ereignete sich am Waldausgang aus der Straße Gießen—Watzenborn-Steinberg ein Autounfall, ber leicht hätte schlimme Folgen haben können. An dem Personenauto des Bäckermeisters Engel aus Holzheim, das von der Ehefrau gesteuert wurde und sich aus dem Heimweg befand, löste sich das linke Vorderrad und rollte selbständig weiter. Das Auto geriet dadurch ins Schleudern, kam an einer Stein- brütfe auf der linken Straßenseite noch gut vorbei und landete schließlich im Straßengraben. Wie durch ein Wunder kam die Fahrerin, die alleinige Insassin des Autos war, ohne Verletzungen mit dem Schrecken davon. Das Auto jedoch mußte ab-
mit 202,13 (202,40), aber Hoesch mit unv. 107,75. Südd. Zucker gaben auf 220 (222) nach. Etwas hoher setzten Adlerwerke Mit 87,75 (87) und Holz, mann mit 137,50 (137) ein. Unverändert lagen u. a. Scheideanstalt mit 214 und Rheinmetall mit 114.
Am Renten markt war die Gesamthaltung weiterhin still und wenig verändert. Reichsaltbesitz bröckelten 0,25 v. H. ab auf 131,40. Jndustrie-Obli- gationen waren überwiegend noch weiter erholt, insbesondere 5 v. H. Gelsenberg auf 97,65 (96,50). Steuevgutscheine I gingen im Telefonverkehr per Dezember mit 98,65 (98,40), per Januar mit 98,05 bis 98,10 (97,80) um, per Februar bis April nannte man 97,52V- bis 97,60 (97,52V-). Liquidations- Pfandbriefe schwankten um Prozentbruchteile. Im übrigen blieben die Rentenkurse unverändert.
In der zweiten Börsenstunde dauerte die Ge- schästsstille an und vielfach bröckelten die Kurse weiter etwas ab. JG.-Farben 156,25 nach 157, Gesfürel 133 nach 134, Siemens 201,65 nach 202,13, Rheinmetall 113 nach 114, Mannesmann 101 nach 101,13 und Deutsche Erdöl 128,50 nach 129. Bei den später notierten Werten überwogen gleichfalls Ruckgange bis zu 2 v. H.; AG. für Verkehr —2.50 ü. $. auf 104; nach Pause Betula 154 (160) unb DDM. 167,50 (170). Soweit Erhöhungen ein» traten, gingen sie über 0,50 bis 1 v. H. nicht hinaus.
Frankfurter Getreidebörse.
Frankfurt a. M., 20. Sept. Die Marktlage zeigte keine Veränderung, ebenso blieben die Notierungen unverändert. Tendenz: ruhig.
Frankfurter Schlachtviehmarkt.
Frankfurt a. M., 21. Sept. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 567 Rmder (80 Ochsen, 93 Bullen, 241 Kühe, 153 Färsen), 574 Kalber, 95 Härnrnel, 68 Schafe, 600 Schweine. Es kosteten: Ochsen 37,50 bis 46,50 RM., Bullen 35,50 bis 44,50, Kühe 18 bis 44,50, Färsen 35,50 bis 45,50, Kälber 28 bis 65, Härnrnel 35 bis 50, Schafe 20 bis 42, Schweine 52 bis 61 RM. — Marktverkauf: Großvieh, Kälber und Schweine zugeteilt: Härnrnel und Schafe flott.
genommen hatte, wurde auf einem unbeschrankten Bahnübergang von einem Personenzug erfaßt und eine Strecke weit mitgeschleift. Der Fahrer des Lastwagens, eine neben chm sitzende etwa 30jährige Frau aus Thalhe'«i und Deren neunjähriger Sohn wurden bei dem Zusammenstoß vom Sitz geschleudert, wobei die Frau und ihr Junge so schwer verletzt wurden, daß sie kurz dar- auf ft a r b e n. Der Fahrer und der Vater der getöteten Frau erlitten schwere Verletzungen und sanden Ausnahme im Krankenhaus. Der Vater des schwerverletzten Fahrers und einige andere Mit- fahrende wurden leicht verletzt.
Bahnfchloffer i.R. Wilhelm Schumann, Katha- rinengaffe 15, feinen 89. Geburtstag feiern. Wir beglückwünschen herzlich.
** Eine Sechsundachtzigjährige. Am morgigen Freitag, 22. September, kann Frau Johanna Schmall, geborene Herbert, Witwe des im Jahre 1908 verstorbenen Biergroßhändlers Emil Schwall, ihren 86. Geburtstag begehen. Die Jubilarin, Kaiserallee 37 wohnhaft, erfreut sich noch guter Gesundheit und bester geistiger Frische. Frau Schwall stammt aus dem Hause der früheren Brauerei Herbert auf der Mäusburg. Ihrem Gatten stand sie jahrzehntelang als sorgsame Mutter von 11 Kindern nicht nur in der Familie, sondern auch bei der Führung des Geschäfts im „Frankfurter Hof" am Linden platz zur Sette, später, nach 1900, nachdem die Familie Schwall ihr Geschäft in den „Hessischen Has" in der Frankfurter Straße verlegt hotte, wirkte sie auch Dort ununterbrochen eifrig mit ihrem Gatten bei dem Betrieb des Unternehmens. Während des Weltkrieges, als fünf Söhne im Felde standen, führte sie allein den Betrieb weiter und schuf damit die Grundlage für die Erhaltung und den Ausbau des Unternehmens zu seiner heutigen Gestatt. Bemerkenswert ist weiter-
Berufskleidung und Bezugscheinpflicht.
Fwd. Die Bestimmungen über die Bezugschein- pfticht von Spinnstoff- und Schizhwaren sind bekanntlich u. a. dahingehend gelockert worden, daß Arbeits- und Berufskleidung von der Bezugschein- pfticht freigestellt wurde. Obwohl die entsprechende Freigabeliste ziemlich umfangreich ist, sind Zweifels- fragen entstanden, weil die Liste nicht erschöpfend sein kann. „ Die Textilzeitung führt diese Zweifel darauf zurück, daß manchmal „Kombinationen" für irgendeinen Beruf zusammengestellt werden, wobei dann unklar ist, ob diese Kombination unter die Bezugscheinfreiheit fällt. So wird z. B. beim Anfordern einet Manchesterhose zur Ausübung des Steinmetzberufes — Steinwetzschutzkleidung ist bezugscheinfrei — diese Hose als Bestandteil der Schutzkleidung angesehen. Diese Auslegung ist nicht richtig. Nur solche Berufskleidung kann bezug- scheinftei verkauft werden, die eindeutig für einen bestimmten Beruf besttwwt ist und eine Verwendung für andere Zwecke nicht zuläßt. Die Man» chesterhose aber z. B. dient Den verschiedensten Verwendungszwecken und kann daher nicht bezug- scheinftei verkauft werden.
Nhein-Mainische Börse.
Mttagsbörfe überwiegend leichter.
Frankfurt a. M., 20. Sept. Die bemerkenswerteste Tatsache des heutigen Börsenverkehrs war das stark geschrumpfte Geschäft. Von Der Kundschaft lagen die vielfach erwarteten Anlagekäufe kaum vor, so daß Der Berufshandel zu Glattstellungen schritt. Die am Aktienmarkt überwiegend ein leichtes Nachgeben Der Kurse auslösten. Durchschnittlich hielten sich Die Abweichungen bei etwa 1 bis 1,50 v. H. Rheinstahl gingen etwas wehr auf 125,50 (127,75) zurück. Von Den führenden Papieren eröffneten JG.-Farben mit 157 (158,50), Verein. Stahl mit 92,25 (93,50), Mannesmann mit 101,13 (102,40), AEG. mit 113,25 (114,50), Gesfürel mit 134 (134,50) unb Siemens
Vertreter und sonstige Erziehungsberechtigte sind verpflichtet, Dafür Sorge zu tragen, daß Das Verbot nicht durch Die ihrer Aufsicht unterstehenden Personen verletzt wird. Zuwiderhandlungen werden bestraft.
„Was glauben Sie wohl, was ich Ihnen Neues bnnge?" Er schaltete eine große Kunstpause ein.
„Machen Sie keinen Unsinn, Pembroke!" mahnt Onkel William ungeduldig. „Wenn Sie nicht ohne Umschweife zur Sache kämmen, verschwinde ich
„Das würde Ihnen ewig leid tun. Auf mein Wort! Denn Die erste Ueberraschung ist schon da! Die Vorstellung beginnt mit einem verblüffenden Trick. Achtung, meine Herrschaften! Ich zähle eins ... zwei ... drei ..." seelenruhig greift er in seine Aktentasche und zieht einen langen gelben Geschäfts- Umschlag heraus, „... schon ist Das erste Wunder passiert!"
„Die Pläne ..." stammelt Onkel William entsetzt.
„Ganz recht!" trompetet Pembroke. „Die gestohlenen Pläne! Und wer Die Pläne hat, hat auch bald den Dieb! Nicht wahr? Er heißt Eric Söder- blom! Ja, ja, Fräulein Claire, da staunen Sie! Sie meinen. Das sei unmöglich? Den Namen hätten Sie noch nie gehört?
Nun, ich kenne ihn auch erst seit kurzer Zeit. Aber bleiben Sie Doch noch, Mister Perttns! Sie kennen ja des Rätsels Lösung noch nicht!"
„Sie interessiert mich nicht! Lassen Sie mich!"
„Nicht, ehe Sie sich dieses herrliche kleine Indiz besehen haben! Staunen Sie, was ich jetzt hervorzaubere ..." Er greift von neuem in die Tasche: „Ein Fingernageu Ein abgebrochener Daumennagel! Ich fand ihn an einem gGüssen Abhang an der Küste bei Dartmoor! Sie brauchen Ihre Rechte nicht so eifrig zu verstecken! Ja, er fehlt Ihnen, Mister Perkins. Wollen Sie probieren?"
„Hände yoch!"
Mit einem Satz ist William Perkins von seinem Sessel empor.
meine Damen: Inspektor Linkerton, von Scotlanb- Aard, dessen Bekanntschaft Sie ja bereits gemacht haben. Die Herren daneben sind zwei der tüchtigsten Beamten. Dieser ältere, etwas niedergeschlagene Herr da aber ist Herr Friedrich Hellmers, den ich als Zeugen gebeten habe.
Und damit kommen wir zum letzten Teil dieses kleinen Zwischenspiels, Den Inspektor Linkerton übernehmen wirb."
„Eric Söderblom, ich verhafte Sie wegen zweifachen MorDes, begangen an Sir John Perkins und dem Sänger Asbjörn Holgerson! Ich mache Sie darauf aufmerksam, daß alles, was Sie von fetzt ab sagen, vor Gericht gegen Sie verwendet wird!"
Ein dumpfes Aechzen ... Dann schnappen stählerne Ringe um Die Gelenke Des Verhafteten, Der stumm und ergeben fein Spiel verloren gibt.
„Das Spiel ist aus, Mister Söderblom. Ich freue mich. Daß wir Joachim Hellmers vor Ihnen retten konnten. Der Vorhang zum Abschluß Ihrer erbärmlichen Rolle öffnet sich erst wieder vor einem andern Tribunal.
Die irdischen Richter und Der letzte Richter über Gut und Böse werben Ihr Urteil sprechen. Ich bin am Ziel. Es gibt keinen Beweis gegen Sie, Der nicht in unserer Hand wäre."
Pembrokes Stimme ist voll schneidender Schärfe.
Mit geheimem Erschauern erkennen Die beiden Frauen einen anDeren, ihnen noch unbekannten Pembroke, Der grausam und unerbittlich in Der Verfolgung seines Zieh und bis zum Ende hart wie Stahl sein kann. Im Augenblick aber, Da er sich zu ihnen wendet, ist er wieder ganz Der alte, Der große Junge mit Dem Spitzbubengesicht.
33.
Mr. Pembroke erzählt.
Die Pforte hat sich geschlossen, Der alte Hawkins schließt sie sehr sorgfältig und bedächtig ab.
In Der Ferne heult Die Sirene Des abrollenden Polizeiautos.
Lange steht der Alte still und sieht auf die Stelle, an Der in jener Nacht Asbjörn Holgerson verblutete.
„Unbegreiflich, unbegreiflich!" murmelt er. Sein grauer Kopf kann es noch immer nicht fassen, Daß lener Mann der Unhold war, dem er Morgen für Morgen Das Rasierwasser bereitstellte, Der jo gern ein wohlwollendes Lächeln um Die Lippen spielen
Drohend liegt der Revolver im Anschlag.
Perkin's Gesicht zeigt eiserne Entschlossenheit, die Augen, sonst so gutmütig erstaunt, sind schmale, Drohende Schlitze."
,^ch knalle jeden, der sich vom Flecke rührt, ohne weiteres nieder! Weg vom Fenster da! Den Weg frei!"
„Onkel William! Onkel William!"
Beide Frauen haben Augen, Die im Schreck unnatürlich geweitet sind, und strecken abwehrend die Hände aus.
Mit aller Kraft stößt William Perkins plötzlich einen Hocker gegen Die Tür Des Speisezimmers.
Aber Die rührt sich nicht.
„Vergebliche Liebesmüh!" lacht Pembroke, als sei nichts geschehen. „Darf ich Ihnen beim Deffnen behilflich fein?"
„Rühren Sie sich nicht von der Stelle, Herr Zauberkünstler!" droht Perkins. ,Zch habe jetzt feinen Sinn mehr für Ihre albernen Witze. Zurück!"
„Pembroke!" schreit Claire entsetzt aus. „Sind Sie wahnsinnig?"
Ohne zu wissen, was sie tut, schlingt sie Die Arme um ihn, will ihn mit ihrem eigenen Leibe decken, will ihn zurückhalten ...
Es ist ein Wirbelspiel in Bruchteilen von Sekunden ...
Da Drückt Perkins ab.
„Klack!" sagt Der Revolver. Ein klägliches, beschei- Denes „Klack!" ...
Ein wilder Fluch ist die Antwort auf das Versagen Der Waffe.
Pembroke aber lacht glücklich und zufrieden, als. sei ihm soeben ein herrlicher Witz gelungen.
„Wozu Die Aufregung? Mit diesem Revolver kann kein ernstliches Unheil angerichtet werden. Ich habe Dem Herrn Da schon vor vierzehn Tagen seinen gesamten Kugelvorrat gegen bildhübsche Blindgänger aus gewechselt. Stück für Stück ungefährlich. Stecken Sie Ihre Kanone nur wieder weg, bester Herr! Und Dann ... drehen Sie sich bitte mal um!"
Geräuschlos öffnet sich die Tür des Speisezimmers. Perkins steht erstarrt, seine Arme sinken ihm langsam und wie erstorben nieder.
Aus Dem zum Aeußersten entschlossenen Verbrecher wird wieder ein armseliger alter Mann.
„Gestatten Sie", ruft'Pembroke mit Der Stimme eines viel beschäftigten Ausrufers, „gestatten Sie,
ließ und mit soviel Güte und Verständnis aus heiteren Augen in die Wett blickte. Der dritte Mann, den das Geschick aus diesem Hause mit unerbittlicher Hand hinwegführte.
Zwei holte Der Tod ... den dritten Das Gesetz.
Liegt ein Flug über dem stillen Garten und seinen Gebäuden?
Schweren Schrittes kehrt er ins Haus zurück. Durch die Wolken bricht der Mond, leuchtet hell und laßt den Kies auf Den Wegen silbern schim- mern.
Es wird klar diese Nacht, denkt Hawkins mechanisch und geht in Die Küche, um Den Leuten zu berichten, was sich soeben zugetragen.
Inzwischen sitzen Die beiDen Frauen noch immer stumm unD wie gelähmt. Es ist, als sei nach den Aufregungen Der letzten Stunde nun nicht mehr Die Kraft in ihnen, auch nur ein einziges Wort zu sagen.
Behutsam stellt Pembroke Den Hocker wieder auf, Den Der Verhaftete umwarf. Er zögert absichtlich bei dieser Tätigkeit, er will Zeit gewinnen... Zeit, Die Die Erregung ab klingen läßt.
Aber als auch Dann keine Der beiDen Frauen spricht, fragt er leise, ob er gehen solle. Es sei genug Zeit, auch morgen noch alles zu erklären, was jetzt noch Dunkel und unverständlich scheine. Sonst aber stehe er selbstverständlich Den Damen zur Verfügung.
„Reden Sie", sagt Claire endlich wie erwachend, „so reden Sie doch schon! Oder wollen Sie uns nun auch noch mit Worten und Heimlichkeiten auf Die Folter spannen? Ich Denke, davon haben wir für heute genug."
„Ich bitte um Vergebung", entschuldigt er sich reife, „vielleicht habe ich Ihnen wirklich ein wenig oiel zugemutet. Aber früher konnten wir Den Vogel nicht fangen, weil noch nicht alle Stricke zu seinem Netz geflochten waren. Ich bin vor gut zwei Stunden erst aus Schweden zurück. Und morgen wäre es bereits zu spät gewesen.
Es war anzunehmen. Daß meine Schwedenreise nicht unbemerkt bleiben konnte. Sicherlich hätte her Mann, her sich William Perkins nannte, Davon erfahren unD einen Weg gefunden, sich aus her Schlinge zu ziehen."
(Sortierung folgt)
Einkaufs- und Hauöhaltshilfe für werktätige Frauen.
Die beim Deutschen Frauenwerk bereits bestehende Einrichtung her Nachbarschaftshilfe wird nunmehr einen beträchtlichen Ausbau zugunsten her berufstätigen Frauen erfahren. Die Reichsfrauen- führung und Das Frauenamt her DAF. haben eine entsprechen De Aktion eingeleitet. Es gilt, in wesentlich erweitertem Umfang her hoppelt beanspruchten erwerbstätigen Hausfrau und Mutter Hilfe zu bringen. Frauen und Mädchen, Die sich für diesen hohen Ehrendienst als Nachbarschaftshelferin zur Verfügung stellen wollen und werktätige Frauen, Die um eine Nachbarschaftshilfe bitten, wenden sich an die Ortsgruppen her NS.-Frauenfchaft. Ehrenamtliche Hilfskräfte werden im Rahmen dieser Nachbarschaftshilfe vor allem für folgenhe Tätigkeiten eingesetzt: 1. für die Besorgung Der täglichen Einkäufe auf Bezugscheine. Dabei kann es sich um Einkäufe im Wohngebiet, aber auch um Sammeleinkäufe über den Betrieb, Der eine Nachbarschaftshelferin anforhert, handeln: 2. zur Mithilfe bei außergewöhnlichen Haushaltsarbeiten, vor allem bei her Wäsche und Der Wohnungsreinigung, bei Krankheitsfällen unD vor und nach der Niederkunft: 3. zu allgemeinen Hilfeleistungen im Haushalt, 3- B- zum Ausbessern, Stopfen der Wäsche und Kleidung, und zwar im eigenen Haushalt der Helferin oder an einem Gemeinschaftsabend her NS- Frauenschast, ferner zum Bügeln, Heizen und ähnlichen Arbeiten: 4. soll die Nachbarschaftshilfe durch Betreuung her Kinder, soweit sie nicht in Kinderheimen usw. untergebracht werden können, einsetzen. Hausfrauen mit größeren Wohnungen könnten hierbei zur Einrichtung von Kinderstuben für die Zeit der Abwesenheit der werktätigen Mutter Räume zur Verfügung stellen und die Betreuung und Verpflegung Der Kinder übernehmen.
Gietzener Wochen Marktpreis?.
* G i e ß e n, 21. Sept. Aus dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, % kg 1,60 RM., Matte 25 bis 50 Rpf., Käse, das Stück 4 bis 10, Wirsing, kg 5 bis 7, Weißkraut 4 bis 5, Rotkraut 6 bis 8, gelbe Rüben 7 bis 8, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 20, Römischkohl 8 bis 10, Bohnen, grün 15 bis 20, gelb 18 bis 20, Unterkohlrabi 8, Erbsen 25, Feldsalat, Vio 10 bis 15, Tomaten, Vi kg 10 bis 13, -Zwiebeln 8 bis 12, Kürbis 8, Pilze 40 bis 60, Kartoffeln, % kg 4 Rpf., 5 kg 40 Rpf., 50 kg 3,25 bis 3,45 RM., Aepfel, % kg 15 bis 30 Rpf., Fall- äpfel 5, Birnen 10 bis 25, Hauszwetfchen 10, Eier- zwetschen 15, Blumenkohl, Das Stück 10 bis 35, Salat 5 bis 8, Salatgurken 10 bis 30, Einmachgurken 1 bis 5, Endivien 8 bis 12, Oberkohlrabi 5 bis 8, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 10, Sellerie 10 bis 25, Radieschen, das Bündel 8 bis 10, Pfirsiche, % kg 35 Rpf.
*
**. Ein Neunundachtzigjähriger. Am heutigen Donnerstag, 21. September, kann der
In den Ländern, mit Denen sich Deutsch- Kriegszustand befindet oder mit denen die normalen Beziehungen gegenwärtig unterbrochen sind, leben eine beträchtliche Anzahl von Deutschen (Reichsdeutsche, Volksdeutsche, Staatenlose), über Deren Ergehen die hiesigen Angehörigen begreiflicherweise Auskunft zu erhalten wünschen. Damit hängt die Herstellung des Postverkehrs, hie Beobachtung her Verhältnisse für die Deutschen in den fraglichen Ländern und, soweit erforderlich, deren Betreuung, Entlassung und Heimschaftung zusammen. Diese Ermittlung und Maßnahmen werden ausschließlich durch das Auswärtige Amt durchge- führt, das hierfür die Vermittlung der mit dem Schutze der deutschen Interessen in den feindlichen Ländern betrauten neutralen diplomatischen Vertretungen in Anspruch nimmt. Angehörige, die der- artige Auskünfte wünschen, werden gebeten, sich mündlich aber schriftlich an das Auswärtige Amt, Berlin w 8, Kronenstraße 10, zu wenden und dabei möglichst genaue Angaben über Die Person, Staatsangehörigkeit und die letzte Adresse des Gesuchten zu machen. Die Nachforschungen erfolgen kostenlos, lieber die Frage her Ermittlung von Personen in besetzten Gebieten erfolgt weitere Nachricht.


