Donnerstag, A. September M9
Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheben)
lr. 221 Zweites Blatt
SLLS-LEL L-LS-L
(Genaue Anschrift des Bestellers)
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Sochschulnachrichten.
Wir gehen früher sOlafen.
lau.
(Feldpostanschrist genau angeben)
Die Äezugsrechnung zahlt:
US der Stadt Gießen
Fruchtsegen im Herbstwald.
Don M. A. v. Lütgendorff.
Wirtschaftsleben unseres Volkes. Es ist also so, daß Englands Kriegsbrand nur widerlicher Neid und Krämergeist gegenüber dem von unserm Führer zu neuer Stärke und zu wachsender wirtschaftlicher Kraft gebrachten Volke sind. Diese Tatsache müssen wir alle uns immer vor Augen halten und daraus die Schlußfolgerung ziehen, daß jeder einzelne von uns das.stärkste Interesse daran hat, die Absichten der Engländer unter allen Umständen
zum Scheitern zu bringen.
Als ein Beispiel dafür, in welch' erfreulicher und verheißungsvoller Weise der wirtschaftliche Aufstieg unseres Volkes seit 1933 erfolgt ist, kann man d:e Entwicklung des Steueraufkommens ansehen; sie ist einer der besten Gradmesser für die Beurteilung der wirtschaftlichen Erstarkung. Im Bezirk des Finanzamts Gießen offenbart sich bei einer Rückschau aus die Zert seit 1933 ein fortgesetzter Anstieg des Steueraufkommens, der sich in nahezu völlig gleichlaufender Parallele mit dem Anwachsen der Steuer- kurve für das ganze Reichsgebiet entwickelt hat. Seit 1937 ist dieser Anstieg sogar außerordentlich steil nach oben gegangen, ein Beweis dafür, daß gerade vom Steuerjahr 1937 ab auch die Wirtschaftskraft unseres Volkes sehr erheblich erstarkt ist. Wenn man die Entwicklung des Steueraufkommens im bisherigen Verlaufe des jetzigen Steuerjahres 1939 gegenüber dem Steuerjahr 1938 betrachtet, so ergibt^sich auch im Vergleich dieser beiden Jahre ein erheblicher Unterschied, der wieder eine erhebliche Besserung des Steuerertraaes im Jahr 1939 Gegenüber dem Ertrag von 1938 ausmacht. Das ist eine sehr erfreuliche Entwicklung, die noch dadurch an Wert gewinnt, daß auch die Kurve für das Steueraufkommen im gesamten Reichsgebiet die gleiche Linie aufweist.
Jedoch nicht nur die .Entwicklung des Steueraufkommens hat diese erfreuliche Gestalt angenommen, auch die Zahlungswilligkeit und die Zahlungs-
liegt, wie die Verärgerung aller Anwesenden wird, wenn ich die Tasche brüsk wegschiebe oder gar mit mehr oder weniger höflichen Worten um die Entfernung ersuche? — Solche überlegte Rücksichtnahme ist nicht nur Neroenschonung für die Mitfahrenden, sondern auch eine ausgezeichnete Selbsterziehung zur Ruhe.
Steigende Mrtschasts- und Sleuerkrast im Fmanzamisbezirk Gießen. -
An die Ettern der DDIN.-Mädel, die diese Woche im Lrntediensi sind.
Woche zum mit, daß die vorgesehene 'Einbringung der Hackfru
„Noch auf etwas möchte ich Hinweisen", fuhr Prof. De Crinis fort, „was den Nerven Ruhe und Kraft gibt: In der Öffentlichkeit sollte sich jeder bemühen, so liebenswürdig und höflich wie möglich zu sein!" Daß man sich selbst. ,n Aufregung versetzen kann, wenn man ohne Not allzu schnell durch die Straßen läuft, hat wohl jeder schon an sich selbst beobachtet. Lieber ein paar Minuten früher aufstehen, als zum Büro rennen müssen! Man kann aber auch auf Bahnhöfen, an Haltestellen usf. bei solchen Hasten andere Leute anrempeln und das gibt Aerger und Aufregung auf allen Seiten: Bei den beiden Beteiligten und bei den zahlreichen Zuschauern. Wenn dagegen jemand in der Bahn für eine ältere Dame Platz macht, dann verbreitet das ebenso eine Atmosphäre der Freundlichkeit! Und ist es so schlimm, daß die Tasche des Nebenmannes mit einer Ecke auf meinem Knie
die Mädel noch weitere 8 Tage bei den Bauern verbleiben. Irgendwelche Rückfragen sind durch die Dienststelle des Untergaues zu erreichen (Tel. 3171).
VDIN.-Werkgruppe 2a/116.
(Auslandskunde, Literatur, Orcheste r.) Der Heimabend ist wegen der Verdunkelung auf sonntags verlegt worden. Der nächste Dienst für die Auslandskunde und die Literaturschar sowie für die Mädel vom Orchester, die in einer der beiden Scharen Dienst machen, findet am Sonntag, 24.9., von %9 bis ^11 Uhr im Moeser-Heim statt.
VDIN.-Derkgruppe 4a/116., Werkschar.
Der Dienst findet nicht mehr freitags, abends, sondern sonntags, morgens von 10.30 bis 12.30 Uhr, im Moeser-Heim statt.
Oie Ruhestätte der Gefallenen.
Zu Dozenten ernannt wurden für Klassische Philologie Dr. phil. habil. Hermann Gundert, Heidelberg; für Klassische Philologie Dr. phil. habil. Werner Hartke, Königsberg; für Chirurgie Geschwaderarzt Dr. med. habil. Hellmut Heim, Kiel, für Innere Medizin Dr.med. habil. Johannes H ermannfen, Hamburg; für Dor- und Frühgeschichte Dr. phil. habil. Hugo Hoffmann, Munster; für Geburtshilfe und Gynäkologie Dr. med. habil. Herbert Huber, Kiel; für Haut- und Geschlechtskrankheiten Dr. med. habil. Herbert Hüllstr ung, Tübingen; für Chemische Technologie der Dr.-Jng. habil. Alfred Jäppelt, Freiberg; für Kinderheilkunde Dr.med. habil. Ulrich Köttgen, Munster; für Physikalische Grundlagen der Medizin Dr. rer. nat. habil. Adolf Krebs, Frankfurt a. M.; für Mathematik Dr. phil. habil. Walter Landherr, Rostock; für Innere Medizin Marmeober- stabsarzt Dr. med. habil. Gerhard Lepel, Siel; für Mineralogie und Petrographie der Dr. rer. nat. habil. Joachim Lietz, Universität Hamburg; für Mineralogie, Petrographie und Lagerstattenlehre Dr. phil. habil. William Lindley an die Technische Hochschule Darmstadt; für Experimentalphysik Dr.-Jng. habil. Werner Maurer an die Technische Hochschule Darmstadt; für Organische Chemie Dr. phil. habil. Eugen Müller, Jena; für Metall-Chemie Dr. phil. habil. Willy Oelsen, Munster- für Organische Chemie Dr. phil. habil. Joses Pirsch, Wien; für Elastizitätstheorie Dr. techn. habil Adolf Pucher, Technische Hochschule Berlin; für Frauenheilkunde Dr. med. habil. Hans R e t- chenmiller, Tübingen; für Mathematik Dr. phil. habil. Arnold Schmidt, Marburg; für Innere . Medizin Stadtmedizinalrat Dr. med. habil. Erich
Schröder, Düsseldorf; für Haut- und Geschlechtskrankheiten Dr.med. habil. Hans Schuermann, i Berlin; für Philosophie Dr. phil. habil. Wolfram i Steinbeck Berlin; für Botanik Dr. phil. habil. - Hans von Witsch, Göttingen; für Vor- und 5 Frühgeschichte Dr. phil. habil. Lothar Zotz, Bres-
d liest und — g e h t o a Ja die Verdunklung si° non d-nunnerme.°u-yen—I bestimmt zugute! Die wiß hat sie es oft nicht leicht, emzurausen.
Der AliWsMM Des MenerMeigers hält die ersehnte Derbinduna unserer Soldaten und unsererArbeitsmänner mit ihrer oberhessischen Heimat täglich aufrecht! - Senden Sie an uns die Anschrift Ihres Familienangehörigen oder Ihres Freundes ein; alles übrige wird von hier aus pünktlich erledigt.
An den *
Benag des Gießener Anzeigers, Gießen
Versenden Sieden Gießener Anzeiger zum Bezugspreis von RM. 1.80 für den Monat unter folgender Anschrift:
Geelenkräste wollen wir Hamstern
Oer „Nervenkriegs wird mit kleinen Freuden gewonnen.
Nach den Worten des Führers hat das deutsche Volk als verschworene Gemeinschaft diesen Kamp ausgenommen. Aus dem Dröhnen der Hämmer, aus dem Summen der Dreschaschinen, aus dem Knattern der Gewehre und Krachen der Geschütze formt fick, die große Schicksalssymphonie unseres Volkes, immer stärker und mächtiger anschwellend zu einem gewaltigen Chor der Zuversicht und Siegesgewißheit. Auch die ernsten Klänge fehlen nicht in. diesem Chor: die Stimmen des Opfers, das jeder Kampf nun einmal fordert. Alle diese Opfer wer- s. s.;« txx«n-rntfi iinX non hpr 6)emeinlckiai!
von Geschmacks- und Nutzstoffen, die sich sehen lassen kann. Zur Bereitung von Fruchtmus, das auch mit Aepfeln oder Preißelbeeren zusammengekocht werden kann, eignen sich die kleinen Hag^ butten der Heckenrose am allerbesten. Wenn auch die Edelrose viel prächtiger blüht, so können sich ihre Hagebutten, was ihren Geschmack anbelangt, mit der' unscheinbaren Schwester am Waldesrand doch nicht messen.
Ebenso wie den Hagebutten tut auch den zierlichen,, glutroten Träubchen der Berberitze ein langes Hängen am Strauch und ein wenig Frieren nur gut.'Ihrer Säure wegen kann man sie aber nur als Zusatz zu zuckerreichem Fruchtmus, wie etwa von süßen Aepfeln, verwenden und dieses Schicksal teilt auch die in mittel- und süddeutschen Wäldern bisweilen noch wildwachsende- Mispel mit ihr, die übrigens zu ihrem pikanten, weinähnlichen Geschmack auch erst durch eine leichte Durchfrostung kommt.
Bortwfuen.
Tageskalender für Donnerstag.
Gloria-Palast, Seltersweg: „Kitty und die Weltkonferenz":
DOM.-llntergau 116 Gießen.
Eng-°nd will nach feinen neunen J^r^n | ber*t D-ben fi» feit ^3 W Gießen im Laufe der letzten Jahre die Steuerruck-
Um Nervenkraft für die unbedeutenden Aufregungen wie für ernste Entscheidungsstunden zu hamstern, gibt es eine große Zahl kleiner Mittel des Alltags. „Einen modernen Krieg wird die Frau gewinnen! betonte Professor De Crinis. „Aus unserem Heim, das fte mcyr nur sauber hält, sondern immer wieder auch nett und behaglich herrichtet, aus dem Familienleben, dessen Züge letztlich sie ausprägt, holen wir die besten seelischen Reserven, — wir alle, sie selbst nicht zuletzt." Gerade auch mit kleinen Dm gen Freude zu machen, das nimmt sie gefangen und lenkt sie von den unvermeidlichen Sorgen ao. vö-
Steuerpflichtigen im steigenden Maße termingerecht ihre steuerliche Pflicht erfüllen; auch die Steuerehrlichkeit ist immer stärker festzustellen, denn das Finanzamt Gießen sah sich erfreulicherweise der Tatsache gegenüber, daß die Zahl der wesentlichen Beanstandungen von Steuererklärungen immer mehr zurückging. Diese Besserung der Steuermoral hat u. a. auch die begrüßenswerte Folge gehabt, daß der Beitreibungsdienst beim Finanzamt Gießen einen Personalabbau erfahren konnte, denn zu Beitreibungen von Steuerfälligkeiten hat sich im Laufe der Jahre feit 1937 immer weniger Anlaß geboten. Wir können also auch nach dieser Richtung hin mit Befriedigung die steuerliche Entwicklung während der letzten Jahre betrachten.
Natürlich hat der Ausbruch des Krieges diese Linie der steuerlichen Gestaltung bis zu einem gewissen Grade unterbrochen. Die Einberufung zahlreicher Männer zum Heeresdienst hat selbstverständlich ihre Auswirkung aus das Steueraufkommen, soweit es sich nach den bicherigen friedensmäßigen Gesetzen entwickelte, ebenso steht natürlich auch das Geschäftsleben bis zu einem gewissen Grade unter der Wirkung der veränderten Verhältnisse. Auf der anderen Seite treten die Kriegssteuerzuschläge für die künftige Gestaltung des Steueraufkommens nun aber in Erscheinung. Das Finanzamt wird selbst verständlich bei den steuerlichen Angelegenheiten von Einberufenen und von Geschäften der jeweiligen Lage entsprechend alles gebotene Entgegenkommen walten lassen, es kann aber in durchaus berechtigter Weise nicht von dem Grundsatz abgehen, daß das Steuerzahlen — und vor allem auch die pünktliche Bezahlung! — gerade in der Kriegszeit eine der besonders wichtigen Pflichten aller steuerpflichtigen Volksgenossen ist. Jeder Steuerpflichtige muß daher feine vornehmste Pflicht darin erbMen, der Steuerzahlung stets pünktlich und in dem erforderlichen Ausmaß gerecht zu werden.
Personalausweise und neue Lebensmittelkarten.
Der Oberbürgermeister gibt heute die Termine ür die Ausgabe der Personalausweise und der neuen Lebensmittelkarten bekannt, gleichzeitig macht er darüber Mitteilung, welche Lebensmittelkarten in Zukunft Gültigkeit haben. Die Ausgabe der Ausweise und der neuen Lebensmittelkarten erfolgt buchstabenweise nach dem Alphabet am morgigen Freitag, am Samstag und am Sonntag. Es sei betont, daß die Karten pünktlich abgeholt werden müssen, da sie vom nächsten Montag ab in Kraft treten.
Drachensteigen verboten.
Der Reichsstatthalter — Landesregierung — hat für das Land Hessen eine Polizeiverordnung erlassen, nach der das Steigenlassen von Drachen jeher Art und jeden Orts verboten ist. Eltern, gesetzliche
sind für jeden ausreichend Lebensmittel vorhanden, aber bas, was sie sich |o hübsch ausgebacht hat, gib es vielleicht im Augenblick nicht. Dann darf sie nicht griesgrämig etwas anderes nur auf den Tisch stellen.
Dos mutz eben für heute genügen!', sondern sie wird auch dies andere Gericht mit Liebe anrichten. Dann wird sie den Tisch mütterlich decken, nicht Messer und Gabel nur hinstreuen, sondern jedem Familienmitglied den Platz.richten; vielleicht kann man eine Blume in die Mitte stellen. D a s Auge ißt mit! „Ganz falsch wäre e5 W , erklärte Prof. De Crinis „den Haushalt praktisch aufzulösen und ins Wirtshaus essen zu gehen. Der Familientisch kann ein Jungbrunnen unserer Nerven sein."
„Die Moral von der Gelchichi'."'
schworenen Gemeinschaft: der waffentragenden Mannschaft der Nation. Kameraden fochten Schulter an Schulter an feiner Seite, Kameraden betteten ihn zur letzten Ruhe, Kameraden liegen neben ihm im Soldatengrab — wahrlich eine verschworene Gemeinschaft im Leben und im Tod. Dieses Band soll durch Ueberführung einzelner Gefallener in die Heimat nicht zerrissen werden. Dort, wo das deutsche Heer gefochten und gesiegt hat, sollen auch die Gräber der Gefallenen liegen als unvergängliche Zeugen für die Kraft und Starke deut- chen Soldatentums in der Abw'ehr feindlicher Angriffe auf deutsches Land. Das Großdeutsche Reich wird die für die Ehre und Freiheit des deutschen Volkes Gefallenen niemals vergessen. Das Oberkommando der Wehrmacht hat die Kriegsgraberfur- forqe bereits ausgenommen und in engen Verbindung mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgraber- fürsorge eine geeignete Organisation geschaffen, die ich sofort aller Gräber annehmen und dafür Sorge Tagen wird, daß sobald als möglich in den Kampfgebieten würdige Ehrenstätten errichtet werden.
Körper gebunden und kann sich nur durch feine Organe äußern. Ebenso wie große Seelenstarke oft einen schwächlichen Körper mitreißen kann, so wird umgekehrt die Seele behindert, wenn der Körper nicht gesund genug ist, um durchzuhalten. Zum gesunden Leben gehört aber in erster Lime a u s - reichender Schlaf, wie wir ihn uns in der „beleuchteten" Zeit gestehen mir es offen —, nicht immer leisten." .
Zum gesunden Leben gehört aber auch, wie Pros. De Crinis besonders hervorhob, daß wir gerade jetzt nicht auch den Sport und das Wochenende vergessen. Auch diese körperliche Kräftigung beim Segeln und Rudern, beim Schwimmen ober Wandern, dies unbeschwerte Ausarbeiten tn guter Luft und in den Schönheiten der freien Natur schafft seelische Reserven. Wenn der Mensch ständig in einer Tretmühle ist, wenn er immerfort die gleiche Arbeit zu leisten hat, dann sind auch seine Kräfte nur in einer Richtung beansprucht und zahllose andere Kraftströme laufen ungenutzt ab. Das ermüdet doppelt: Man wird dabei der einen Aufgabe überdrüssig und, was man ftiit Unlust tut, das strengt stets mehr an. In der Frühzeit der Sportbewegung haben sich viele Leute gewundert, daß der Fabrikarbeiter oder der Knecht, der doch ohnehin körperlich genug in der Woche angestrengt ist, am Sonntag sich auch noch durch Leibesübungen ermüdete. Heute ist der Ausgleichssport für uns eine Selbstverständlichkeit. — Wir alle brauchen aber für unsere Nerven auch den „Ausgleichssport
। im Geistigen und Seelischen!
Muh man sich gleich ärgern.
Bücher von Wilhelm Busch liegen auf jeher Station meiner Nervenklinik für die Pflegerinnen und Pfleger und auch für die Kranken, die sich aus dem Wege der Besserung befinden , erzählte schmum zelnd der erfahrene Psychiater, "^afur sorge ich schon seit Jahren. Denn Buschs Knittelverse stecken o voller fröhlicher Lebensweisheit, daß sie tue Itter* oen einfach entspannen müssen. Sie wirken auch nicht im Augenblick des Lesens allem. Man werkt sich die sinnigen Reime leicht und sehr oft lost sich der Schreck eines Erlebnisses oder der Druck angst- voller Erwartung durch ein humoristisches Sitat. Das klingt dann vielleicht etwas schnoddrig, aber es gibt dem Menschen eine innere Überlegenheit über die widrige Lage und — er wird ruhiger Ich glaube, wir können zur Stunde Buschs Bucher ebenso wenig entbehren wie Goethes Gedichte.
Seit Jahrhunderten ist es in Deutschland nicht mehr so finster gewesen wie jetzt, wo alle Hauser, Straßen und Wagen verdunkelt sind. Da geht man naturgemäß weniger aus. Aber auch innerhalb der Wohnung drängen sich alle mehr zusammen. D sitzt man ein wenig gemütlich zusammen, plauder, -*-• " geht dann frühzeitig zu Bett.
• " - kommt unseren Nerven ganz Seele ist nun einmal an den
Wie wappnet man sich gegen die Aufregungen, die unsere Zeit nun einmal mit sich bringt? — Auf diese Frage gab der bekannte Psychiater und Leiter der Berliner Universitäts-Nervenklinik, Prof. Dr D e Crinis unserem Mitarbeiter eine Neihe wertvoller Ratschläge.
Seit Monaten leben wir im „Nervenkrieg". Daß unsere Staatsmänner bei ihrer zermürbenden Arbeit die klare zielbewußte Ruhe bewahren, setzen mir als selbstverständlich voraus. Eine Vorbedingung ihres Erfolges ist jedoch, daß jeder Deutsche a u ch für sich und feine Familie- „die Nerven behält". Dafür hat der einzelne selbst zu sorgen. — „Ich bin aber nervös!" mag vielleicht lemand einwenden. „Ich kann doch nichts dafür, daß ich emporfahre und an allen Gliedern zittere, wenn nur eine Tür zuknallt. Die Nerven kann man nicht komman- vieren!" — „Freilich, wenn die Explosion schon im Gange ist, wenn die Schimpfkanonade rollt, wenn der Körper wie von Krämpfen geschüttelt wird, wenn die Tränen haltlos Heraussturzen, laßt sich im Augenblick nicht viel machen" entgegnete öer Leiter der Berliner Universitäts-Nervenklinik Prof. De Crinis. „Der Fehler liegt weit vor dem Anfall: Der Betreffende hätte — sofern es sich nicht um ein ererbtes Nervenleiden handelt —, für Die notwendigen seelischen Reserven sorgen können und daher auch sorgen müssen."
freuen und Freude machen.
'^H«sSSZsr
—dind LÄL»«-
„den y)iti.ertsmit§ -oeseitigen". Es meint damit > nichts anderes als den Kampf gegen das unter
Schon brauen am frühen Morgen die Herbstebel Über den Wiesen, aber wenn dann die Son- ienstrahlen den Nebel verscheuchen, .buftet es auf,, iem trockenen, sonnenbeschienenen Boden der Wald- < ichtungen noch genau so würzig wie im Sommer; . uberatt reift es noch und glänzt es rot und blau ; tus grünen Blättern heraus: der Fruchtsegen des , )erbstwakdes.
Ohne Uebertreibung . kann man sagen, daß in ^n Wildbeeren unserer Wälder Millionenwerte tege» Die Heidelbeeren, denen in volkswirtschaft- icher Beziehung die größte Bedeutung zukommt, vurden bereits eingeerntet, ebenso wie die Preißel- leeren. Aber da und dort stecken doch noch viele ttreißelbeeren ihre roten Köpfchen zwischen den trockenen Tannennadeln hervor und verlocken, zum Mücken und zum Einkochen. Gibt es doch kaum cine Frucht, deren Geschmack noch im gekochten Zu- tanb so stark die Erinnerung an den Wald hervor- Mbert, in dem sie wuchs, wie gerade die Preißel- ° Ihren Ehrenplatz hat die kleine rote Frucht schon eit alter Zeit im Wintervorrat der Hausfrau. Gut eingekocht hält sie sich, vorausgesetzt, daß nur gut ausgereifte Beeren verwendet wurden, jahrelang. Kompott, Gelee und Marmelade sind die bekannte- iten Arten ihrer Konservierung. Wer es aber noch nicht wissen sollte, dem sei verraten, daß em Tee aus etwa 40 Gramm getrockneter Prsihelbeer- älätter, in einem Viertelliter Wasser gekocht, ein gutes Heilmittel gegen Rheumatismus ist. Denn der anfehnliche Gehalt der Blätter an heilkräftigen Substanzen, besonders Hydrochinon bzw. Arbutin und Gerbsäure, macht sie wie geschaffen zu einem wirksamen Heilmittel. '
Später als die Preißelbeere und bis weit tn den Spätherbst hinein reifend, sind die Brombeeren nicht weniger wichtige Wildfrüchte. Unterschieden ropiben sie gewöhnlicy nur in die stark stachligen, schwarzglänzenden und die weniger bestachelten, blaubereiften und in die stachellosen dunkelroten Beeren aber in Wirklichkeit ist die Auswahl mehr als groß, da es an 300 Arten und Unterarten gibt. Die blaubereiften Beeren werden oft zu Unrecht unterschätzt, weil man den blauen Reif als übles Kennzeichen eines erlittenen Frostes anfiefst, obwohl die Färbung in erster Linie durch die Bodenbeschaffenheit bedingt wird. Frostempfindlich sind diese Arten so gut wie gar nicht, lassen sich sogar unter einer leichten Schneedecke noch pflücken und j bleiben trotzdem gut im Geschmack. Am köstlichsten mundet die Brombeere freilich als Kompott, das mit seinem würzigen Waldgeschmack eine ganz auserlesene Feinkost ist.
Nicht zu vergessen übrigens, daß es auch -örmv beeren gibt. Ja, wirklich: Bnmbeeren. Allerdings wachsen sie nicht im Wald, aber dereinst werden sie vielleicht auch in unseren Wäldern, sicher aber in unferen Gärten zu finden sein. Es sind nämlich im Forschungsinstitut zu Müncheberg durch Kreuzungen der Brombeere mit der Himbeere erhaltene Zwischenformen, die ausgezeichnet schmecken und eine reiche Ernte bringen.
Am Waldrand, wo es warm und sonnig war tm Sommer, leuchten aus dem dornigen, wirrverastel- ten Gesträuch der Heckenrose weit bis in den Spätherbst die hochroten glänzenden Hagebutten, aber richtig reif werden sie doch erst, wenn der erste Frost sie trifft, weil er sie weich macht und ihnen ihr eigenartiges Aroma gibt. Das Fleisch der Hagebutte ist besonders reich an Kali — sie wird hierin nur vom Apfel übertroffen — ferner auch an Natron, Kalk und Eisen. Zudem enthält sie tW als 10 v. H. Magnesia, ein Prozentsatz, der tn dieser Höhe unter unseren Früchten fast einzig da- steht. Ihr angenehm säuerlicher Geschmack beruht dagegen auf ihrem Gehalt an Apfel-, Zitronen- und Gerbsäure, und so findet sich *" A 61Y'*>T kleinen Hagebutte wirklich eine ,
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ar- fffforn hör BDM -Mädel die diese den für die Gemeinschaft und von der Gemeinschaft
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