Aus der Stadt Gießen
Jrffe Hilfe bei Betriebsunfällen.
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SA.-Gruppe Heffen auf dem Mchsparieitag
Tischplatte.
Die
Oie Geburtsstunde des „Roten Kreuzes".
Zum 75. Jahrestage des Abschlusses der Genfer Konvention am 22. August
Im Sommer 1859 tobte bei Solferino am Gardasee die Schlacht, in der 160 000 Sardinier und Franzosen über 140 000 Oesterreicher einen der blutigften Siege des Jahrhunderts erfochten. Am Abend dieses furchtbaren Ringens aber geschah ein Wunder. Der junge Genfer Kriegsberichterstatter Henri Dunant war kurz vorher bei der Etappe des italienisch-französischen Heeres eingetroffen und erlebte so aus nächster Nähe die Schlacht mit. Er ah am Abend in dem Städtchen Castigl'one die grausam verstümmelten Verwundeten zusammen- trömen, hörte vom fernen Schlachtfeld die Jammeraute der Schweroerwundeten und Sterbenden chauerlich herüberklingen. Es schien keine Möglichkeit zu geben, diesen Unglücklichen Hilfe zu bringen. Die kleine Schar der Aerzte und Sanitäter war machtlos gegenüber diesem Meer von Not. Da wandte Dunant sich an die Einwohner von Eastigli- one mit der Bitte um Hilfe. Er fand Achselzucken und Kopfschütteln. Jeder sah und hörte das gleiche wie der junge Genfer, viele fühlten vielleicht Mitleid, aber alle verschlossen sich dagegen. Das war eben der Krieg, da war nichts zu machen, es wäre sinnlos, sich den Siegesrausch dadurch zerstören zu lassen, man mußte verrückt sein, wenn man als einzelner glaubte, da helfen zu können.
Henri Dunant war der „Verrückte". Er wandte sich vor allen Dingen an die Frauen, er bat, er beschwor im Namen der Menschlichkeit, der Mütterlichkeit, er bot Geld, und endlich sammelte sich tatsächlich ein kleiner Stab freiwilliger Helfer um ihn, die ihm mit Verbandzeug. Transportgerät, erfrischenden Getränken aufs Schlachtfeld folgten. Als aber einmal der Anfang gemacht war, wirkte das Beispiel anstecken. Was anfangs nur der Wille eines Einzigen gewesen war gegen eine scheinbar unüberwindliche Welt von Widerständen, dann die Hilfsbereitschaft eines kleinen Kreises, wurde eine Bewegung, die die ganze Bevölkerung ergriff und der sich keiner mehr entziehen konnte. Lombardische Frauen wetteiferten, die Verwundeten zu pflegen, ohne Unterschied, ob Freund oder Feind. „Tutti fratelli!" sagten sie: Alles Brüder! Der Glaube an das Gute im Menschen und der Wille zum Guten hatten über Gleichgültigkeit und Haß gesiegt.
Die Eindrücke von Solferino ließen Dunant nicht mehr los. Es durfte kein einmaliges Geschehnis bleiben, für alle Zeiten mußten die Mindestforderungen der Menschlichkeit auch im Kriege hochgehalten werden und alle Nationen sich verpftichten, sie zu achten. „Un souvenir de Solferino — eine Erinnerung an Solferino" war der Titel eines Büchleins, das drei Jahre nach der Schlacht erschien und in dem Dunant nach der Schilderung seiner Erlebnisse, des trostlosen Zustandes des Ambulanzwesens, des schrecklichen Schicksals der Verwundeten die Mittel zur Abhilfe vorschlug: eine internationale Organisation zur Hilfe für die Kriegsverletzten und ein allgemeiner Völkervertrag, der alle Staaten verpflichtete, die Verwundeten, ihre Aerzte und Pfleger als neutral anzuerkennen. „Die Verwundeten dürfen nur so weit leiden, als es der Zweck des Krieges verlangt. Sind sie außer Kampf gesetzt, so hören
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.drei schwarzen Sterne' tauchen auf.
Oer Führer als Pate.
* N i d d a, 20. August. Bei dem im Mai d. I. geborenen neunten Kinde, einem Knaben, des Straßenwärters M ö b u s hat der Führer die Patenschaft übernommen. Das Elternpaar besitzt neun Kinder, und zwar fünf Mädels und vier Knaben. Bei dem siebenten Kinde, ebenfalls einem Knaben, war der Generalinspekteur für das deutsche Straßenwesen, Dr. Todt, Pate.
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Im die Nachforschung nach fehlenden Arbeitspieren zu erleichtern, hat die Deutsche Arbeitsfront in Einvernehmen mit dem Generalinspektor für das wische Straßenwefen eine Nachweisstelle in Wies- ftoen eingerichtet.
Arbeitskameraden, die beim Bau der Westbefesti- tingen beschäftigt waren und deren Arbeitspapiere ber Beitragsmarken fehlen, werden sich unter An- dbe von Vor- und Zunamen, Geburtsdatum und cinauer Anschrift sowie Benennung der Baufirmen, Hi denen eine Tätigkeit im Westen ausgeübt wurde, ci die Deutsche Arbeitsfront, Verbindungsstelle ■ iiesbaben, Kaiserhof.
Sie SA. bei der Erntehilfe.
: Di- Stürme 14/116, 41 R./116 und 42 R./11S stell- bn am Samstag und Sonntag eine große Anzahl M.-Männer für die Einbringung der Ernte zur ‘srfügung. An verschiedenen Orten und auf mehre- im Gutshöfen im Standartenbereich sah man die M. tatkräftig bei der Arbeit. Wenn auch manchem Lameraden diese Tätigkeit ungewohnt gewesen sein
Wie steht geschrieben? ... Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib! ...
Schwer sinkt Joachim Hellmers Kopf auf die
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borgten schwarzen Rock vor einem Kreis gelehrter Männer, und in seiner Hand ruhte das Doktordiplom: summa cum laude.
Es kam die Zeit der Stellungssuche, dann die Anstellung, die erste Erfindung, der zähe Kampf, diese Erfindung nicht den Geiern der Wirtschaft zu überlassen...
Es waren böse Tage.
Erst jene schicksalhafte Begegnung in der Berghütte wandelte alles von Grund auf. Wie eine geheime Macht hatte es die beiden Männer zu- einandergezogen. Zwar hatte nie jemand etwas davon verlauten lassen. Der alte Perkins wäre eher erstickt, als eine solche Andeutung über seine Lippen zu bringen. Aber ein unausgesprochenes Gesetz zwang sie beide zueinander: den Alten und den Jungen. m ,
Sie waren wie ein Mann in ihrem Wesen und ihrer Arbeit, und immer, immer hat Perkins ihn gestützt, gestärkt und gefördert. Ohne Worte, aber beständig und mit aller Macht, die hinter seinem Namen stand ... als hätte er geahnt, daß er eines Tages gehen müsse, plötzlich und ohne Vorbereitung, und daß dann einer da sein mußte, der ohne Zögern an seinen Platz trat.
Aber kann aller Erfolg, alle Freude an der Arbeit einem Menschen das ersetzen, was erst Licht und Wärme in das Leben bringt?
Immer ist jene alte Knabensehnsucht in ihm wach geblieben: eine Hand streicht über deinen Kopf, eine Liebe, stille Hand ... Eine Stimme spricht zu dir, zwei große Augen sehen dich an ... und es steht dvin geschrieben, daß du geliebt wirst ... Immer hat diese Sehnsucht heimlich gewacht, hat an seinem Bett gestanden, ehe er einschlief.
Nie hat eine Frau ihm bisher etwas bedeutet. Er hatte keine Zeit für Flirt und Spiel, es liegt ihm auch nicht, das scherzhaft und leicht zu nehmen, was schwer und schicksalhaft ihm als heilige Bestimmung erscheint. So ging er schnell vorüber, wenn irgendwo ein Augenpaar lockte, und hatte es bald im Drang der Arbeit vergessen.
Aber heute morgen haben ihn zwei Augen angesehen, die wird er nie vergessen.
So blickt das Schicksal. Dunkel, rätselhaft und voller Hoffnung und Träume ...
Die Frau aber, der sein Herz in lohem Brande sMegenschlägtr iß eines andern WsmreL Mih- —
der, Schuhmacher, Tischler, Zimmermänner, Nachrichtenmänner, Schreiber, Kraftfahrer und sonstige Hilfskräfte, die sich schon wiederholt beim Vorkommando bewährt haben, nach dem Lager Langwasser bringt.
So wird auch in diesem Jahre wieder alles getan, um in Nürnberg vor dem Führer bestehen zu können. Eine Unsumme von Arbeit ist notwendig, um diese herrlichen Festtage der Bewegung erstehen zu lassen, aber sie wird auch vom letzten SA.-Mann gern getan, denn er weiß, daß ihm diese Tage nicht nur Freude, sondern auch neue Kraft geben zum weiteren Einsatz als politischer Soldat seines Führers.
Die SA.-S1andarte 116 übt für den Reichspatteilag.
Nur noch drei Wochen trennen uns von dem großen Tag der SA. in Nürnberg. Nachdem die
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NSG. Rund 3 4 00 SA.-Männer der SA.- Gruppe Hessen nehmen an dem diesjährigen Reichsparteitag teil. Mit vier Sonderzügen werden sie am 8. September ihre Standorte in Frankfurt, Kassel, Fulda, Marburg, Gießen usw. verlassen und die Nacht durch der Stadt der Reichsparteetage entgegenrollen. Ein weiterer Sonderzug wird am 4. September von der SA.-Gruppe Hessen allein 250 Fahnen mit Kornetts und Begleitern sowie alle Wettkämpfer der Gruppe für die NS.-Kampfspiele aufnehmen. Am 30. August verläßt das erste Vor- kommMo der SA.-Gruppe Hessen Frankfurt, um in NuMberg im Zeltlager Langwasser die ersten Vorbereitungen treffen zu können. Am 31. August folgen dann die 20 Standarten der Gruppe mit ihren Kornetts und Begleitern. Mit 22, also mit zwei vom Führer neu geweihten Standarten werden die Männer der Gruppe am 11. September in ihre Standorte zurückkehren. Am 2. September wird das eigentliche Vorkommando mit dem Lastkraftwagen von Frankfurt aus in Marsch gefetzt, das Köche, Schnei
Inspektor Linkerton hat mit dem weltberühm- ten Schiffsoffizier gleichen Namens aus Puccinis „Madame Butterfly" wenig gemeinsam, ja, er ist alles andere als ein schneidiger Liebhaber, der jungen Geishas das Herz betört. Er ist eigentlich ein Bär, denn er hat nicht nur die robuste Figur eines Bären, sondern auch ein Stückchen seines Wesens. Meist ist er freundlich, gemütvoll, zu Scherzen jederzeit aufgelegt und von einem Optimismus, der seinen Kollegen oft unbegreiflich erscheint.
„Der sieht noch in 'nem Massenmörder ’ne verlorene Seele, die ttöstlichen Zuspruch braucht!" so sagt man in Scotland-Pard.
Und wirklich, auf den ersten Blick hat es den Anschein, als sei das der Hauptzug seines Wesens. Aber ganz stimmt das nicht, denn dieser Bär hat auch Tatzen und eine Nase, die verdammt scharf riecht.
„Drei Meilen gegen den Wind!"
Außerdem kann er auch ungemütlich werden und gerade dann zum Sprung ansetzen, wenn feiner tzran denkt. Und seine Sprünge enden meist mit einem Geständnis seines Opfers.
Es hat sich allmählich eine Art Nimbus um ihn verbreitet, der ihn gewissermaßen als unfehlbar rühmt. Das ist natürlich nicht, das weiß keiner besser als Linkerton. Aber er denkt: Laß sie nur reden! Glauben macht selig.
Sein Arbeitszimmer hat nichts mit einem nüchternen Arbeitszimmer gemeinsam. Linkerton ist trotz seiner zwei Zentner ein Mann von ausgesprochenem Schönheitsbedürfnis.
„Der Tisch fliegt 'raus und die Stuhle auch, und die Plakate könnt ihr ebenfalls obreren. Hier kommt mein Schreibtisch hin, da drüben ein Klubsessel, hier ein netter Rauchtisch ... ans Fenster den Blumenständer. Vorsicht mit den Kakteen? ... Sooo ... nun sieht das schon anders aus! Und morgen bringe ich meine Bilder mit!" „ (Fortsetzung folgt)
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Nie hat er bisher erfahren, was Liebe bedeutet. Seine Eltern hat er nicht kennengelernt. In einem Institut in Wien ist er aufgewachsen... immer war Geld für ihn da... er wußte nicht woher. Angeblich hatten es seine Eltern hinterlegt. Immer war für ihn gesorgt... aber nie hat eine Hand über feinen Jungenschädel gestrichen und eine Stimme qeflujtert: „Mein Bub..." Immer waren es Erzieher, Lehrer, fremde Menschen... o .
Ach, er erinnert sich noch gut jener Zeit, wo er mit brennenden Wangen umherschlich und neidvoll stillstand, wenn eine Mutter ihr Kind an der Hand ührte, wie es ihm die Tränen heiß m die Augen rieb, wenn er zufällig Zeuge mütterlicher Zcntttch- keit wurde. Er war immer allem und verlassen. Dann kamen die Jahre der Schule. Es machte ihm Spaß, zu lernen. Er suchte tn der Arbeit Ersatz für das, was ihm das Leben versagte.
T Als er sein Abitur mit Auszeichnung bestanden hatte bekam er das einzige Stück in die Hand, das Kunde von feinen Eltern gab: Zwei verblaßte Bilder. Das eine zeigte ein sehr ernstes, schmales Mädchengesicht, das war einmal seine Mutter. Es hieß sie sei bei feiner Geburt gestorben.
Das andere Bild war die gut gelungene Aufnahme eines jungen Mannes von forschem Aussehen die linke Wange von zwei tiefen fast paralle- en Schnitten durchzogen, ein breites buntes Band trua er über der Brust. Al o em Studentenbild.
£as war sein Vater. Er hatte das Geld für feine Ausbildung hinterlegt, war nach Amerika gezogen und niemals drang eine Kunde wieder übers aroße Meer zu ihm. Verschollen, hieß es.
Allmählich gewöhnte sich Joachim Hellmers daran ^umuyiiu; y > $ Kameraden so
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Schwestern Braut, Geliebte ... er richtete ,eme aan?e unverbrauchte Krast auf feine Arbeit unb mürbe jener Dr Joachim Hellmers, ber nun bereits “nige Patente non weittragenber Bebeutung mit feinem Namen zeichnete , . r, e hnf ihm
Das Leben hat ihm bitter mttgespielt. Es hatihm nichts erspart. Die harten Jahre kamen und wischten das Kapitel hinweg, das ihn bisher vor aller wirtschaftlichen Not geschützt hatte. Sein Studium war erst halb beendet, es begann em erbarmungsloser Kampf mit dem Hunger. .
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mafl, so gaben doch alle eingesetzten Männer ihr Bestes in freudiger Einsatzbereitschaft, um auch an dieser Stelle ihren Dienst für Führer, Volk und Vaterland zu leisten.
Prüfung zum GA.-Wehrabzeichen.
Auf der Reichsstraße Gießen—Reiskirchen, unweit Annerod, trafen sich am gestrigen Sonntag wiederum eine große Anzahl Prüflinge zur Abnehme der Gruppe III (Geländedienst) für die Erlangung des SA.-Wehrabzeichens. Das Ergebnis der Prüfungen hat gezeigt, daß jeder einzelne Prüfling gut durchgebildet ist und daß die Stürme eingehende Vorarbeit geleistet haben. Gerade die Gruppe in ihrer Vielseitigkeit bedarf einer guten Ausbildung jedes einzelnen und stellt große Anforderungen an körperliche Leistungen und Wissen.
Reichsbeihilfen für Maulbeerpflanzungen.
FWD. Der Reichsernährungsminister hat erneut Mittel für Maulbeerpflanzungen bereitgestellt und den Kreis der Beihilfeberechtigten noch erweitert. Im vergangenen Jähr konnten Private, die auf eigenem Grund und Boden mindestens 500 und höchstens 2000 Maulbeeren setzten, zum Kaufe der Pfanzen 15 RM. Zuschuß je 1000 Stück erhalten. Den gleichen Zuschuß können in diesem Jahre auch die Träger von Siedlungen und Kleingartendaueranlagen bekommen, wenn sie mindestens 2000 Maulbeerpflanzen setzen. Nach oben ist diese Menge zahlenmäßig nicht begrenzt. Anträge auf diese Beihilfen nehmen die Landesbauernschaften entgegen.
Versammlung der Bienenzüchter.
Nach der Sommerpause hielt die Ortsfachgruppe Gießen der Imker wieder eine Versammlung im Hotel Hopfeld ab, die in erster Linie der Erledigung der Vergütungen für die Zuckerbeschaffung diente. Der Vorsitzende der Ortsfachgruppe, Bodenben- d e r, sprach über die Auswirkungen des Wetters auf die Arbeit, die sich als günstig erwiesen habe, so daß die Honigernte in diesem Vorjahre reichlicher als im Vorjahr ausgefallen ist. Wie er weiterhin mitteilen konnte, ist für Oberhessen eine große Jmkerausstellung im Jahre 1940 vorgesehen, die voraussichtlich in Gießen stattfinden wird. Dann sprach er über die Einwinterung der Bienen, ferner über die Zusetzung der Königinnen und ging hieran eingehend auf die verschiedenen Möglichkeiten ein, wobei er seine praktischen Erfahrungen vermittelte. Im Anschluß daran wies er auf die Pflicht jedes Imkers hin, die Wachsgewinnung zu steigern und dafür zu sorgen, daß keinerlei Reste oder Rückstände bleiben, sondern alles anfallende Wachs auf dem Wege über die Industrie der Allgemeinheit zugeführt wird. Nachdem in diesem Jahre ein reichlicher Honigertrag zu verzeichnen ist, hat der Bienenzüchter auch die Pflicht, einen entsprechenden Beitrag zur Honig- spende für das WHW. zu leisten.
sie auf, Feinde zu sein unb werden Gegenstand der Hilfe. Diese Hilfe darf nicht gestört werden durch eindliche Maßregeln: Aerzte, Spitäler, Heilmaterial sind außerhalb des Krieges gestellt ..." Diese Sätze gingen gedruckt in alle Welt unb rüttelten überall die Herzen unb Gewissen wach. Wohl gab es auch jetzt noch viele unentwegte Kritiker unb Ungläubige, die eine solche Einigung der Völker zum Zwecke ber Menschlichkeit für unmöglich hielten unb über den „Träumer und Weltverbesserer" den Kopf schüttelten. Aber überall warb Dunant persönlich für seine Idee. Unermüdlich reifte er in ber Welt umher, hielt Vorträge, ging zu Königen unb Parlamentariern, zu Ministern unb Militärchefs. _
In Preußen fand Dunant von Anfang an verständnisvolles Entgegenkommen. Der Kriegsminister von Roon begegnete seinen Plänen mit der höchsten Achtung unb Bereitwilligkeit, ber König erwärmte sich für sie, Köniain Augusta wurde ihm eine tatkräftige Färberin. Auch bie anberen deutschen Fürsten traten für die Idee ein, unb barauf- hin lub im Herbst 1863 bie Genfer „Gemeinnützige Gesellschaft" sämtliche europäische Staaten zu einem Kongreß nach Genf ein. Schon auf dieser ersten Konferenz würbe der vorläufige Entwurf einer internationalen Übereinkunft fertiggefteUt, und auf dem entscheidenden Kongreß vom August 1864, den auf Einladung des Schweizer Bundesrats 16 Staaten beschickt hatten, erfolgte die endgültige Gründung der „Genfer Konvention vom Roten K r e u z". Am 22. August wurde ber Vertrag unterzeichnet und sogleich von 10 Staaten ratifiziert. Vier Jahre später waren alle europäischen Staaten der Konvention bei getreten, unb wieber einige Jahre später gehörten ihr sämtliche Staaten ber Welt an.
Seine segensreiche Rolle spielte das „Rote Kreuz" zum erstenmal im Kriege von 1866. Obwohl Oesterreich zu dieser Zeit der Genfer Konvention noch nicht angehörte, ließ König Wilhelm ber feindlichen Heeresleitung mitteilen, daß die preußischen Truppen alle in der Konvention angegebenen Humanitätsrückfichten gegen Sanitätsbeamte unb -anstalten ausüben würben. Auch bie Österreicher haben nach diesen Grundsätzen gehandelt, unb so hat bas Rote Kreuz zum erstenmal feinen Hilfe unb Heilung sperrenden Schutz auf den böhmischen Schlachtfeldern entfaltet. Bald nach diesem Kriege, am 11. November 1866, wurde in Preußen auf Anregung der Königin Augusta der „Vaterländische Frauenverein vom Roten Kreuz" gegründet, der seitdem in Krieg und Frieden seine großartige Schutz- und Hilfstätigkeit in aller Not des deutschen Volkes entfaltet hat, in der Pflege von Kranken und Verwunde, ten, in der Fürsorge für Sieche, Krüppel, Altersschwache, Kinder und Arme, in der Hilfe bei Naturkatastrophen und Notständen. Heute widmet sich das deutsche Rote Kreuz wie je der Fülle seiner Aufgaben in Gemeinschaft mit der NS.-Volkswohlfährt, dem Deutschen Frauenwerk, ber NS.^Frauenschaft unb den anderen umfassenden Organisationen des neuen Deutschland. C. K.
Vornotizen.
Tageskalender für Nlonlag.
Ilona-Palast, Selter sw eg: „Die barmherzige L«e". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Gellte".
Wichtig für Westwallarbeiter!
Sei den Baufirmen im Westen liegt noch eine ßtfee Anzahl von Arbeitspapieren (Invaliden-, Buer- und Urlaubskarten, Arbeitsbücher, DAF.- A gliedsdücher, Beitragsmarken), die den Eigen- tÜr.ern nicht zugestellt werden konnten, sei es, daß di! Arbeitskameraden den Arbeitsplatz oder ihren Dhnort gewechselt haben ober daß eine Heimat- Schrift überhaupt nicht bekannt ist. Das Fehlen der 4lt eitspapiere ober auch nur einzelner Jnvaliden- rde Beitragsmarken kann zu erheblichen Nachteilen
** P e r f o n a 11 e. Dem Bauamtssekretär Jose Herbert in Gießen, der am' 31.Juli 1939 infolge Erreichung der Altersgrenze in den Ruhestand getreten ist, wurde ber Dank des Führers für feine bem deutschen Volke geleisteten treuen Dienste ausgesprochen.
** Ein heftiges Gewitter entlud sich am gestrigen Sonntag zwischen 14 und 15 Uhr über Gießen und Umgegend. Das Wetter brachte neben starken Regenfällen eine Zeitlang auch ansehnlichen Hagelschlag, verbunden mit zum Teil heftigen elek- trischen Entladungen. Glücklicherweise ist durch den Hegelschlag und auch den starken Regen fein Schaden angerichtet worden. Einige Blitzschläge waren zum Glück-nur kalte Schläge, die ohne weitere Folgen blieben.
I betriebsunfälle lassen sich ttotz ständiger Unfall- yrhütungsarbeit aller zuständigen Stellen nicht fln3 vermeiden. In dieser Erkenntnis haben die tziufsgenossenschaften im Rahmen ihrer Unfall- „i-hütungsvorschriften auch Vorschriften über „Erste ft je und Verhalten bei Unfällen" erlassen. Dabei isl den Betriebsführern zur Pflicht gemacht, dafür m sorgen, daß den Unfallverletzten die notwendige JjLje zuteil wird. Bei allen nicht ganz leichten Urletzungen muß Behandlung durch einen Arzt 110 notfalls Ueberführung in eine Heilanstalt erlögen. Das etwa notwendige Fahrzeug für die Zziehung des Arztes unb die Ueberführung des Arletzten muß vom Betriebsführer gestellt ober tudjafft werben. Der Betriebsführer hat außer- yn bei Betriebsunfällen darauf zu achten, daß ör Verletzte die Arbeit unterbricht, so lange eine o’iene Wunde nicht sachgemäß versorgt ist. Durch Äusbildung einzelner Arbeitskameraben zu Be- tt-bshelfern wird bafür gesorgt, daß Hilfeleistung «rslat. Die Betriebshelfer werden von den zu- ttniugen Berufsgenossenschaften ausgebildet und ^ssen in einer bem Umfang unb ber Art bes Be° (jr'bes entsprechen!)en Anzahl vorhanben und jeher- ' *»7 erreichbar sein. In Betrieben mit einer großen Anzahl von weiblichen Beschäftigten sind «üh weibliche Betriebshelfer auszubilden. Kennt- m über die erste Hilfeleistung wird den Arbeits- jneraben durch eine allgemeinverständlich geschrie- QI j ice „Anleitung zur ersten Hilfe" vermittelt, die Ntud Abbildungen erläutert ist unb in jedem Be- i tribe aushängen muß. Verbandzeug ist vorrätig spalten, rechtzeitig zu ergänzen und stets erreich- fjc- und sachgemäß, besonders aegen Vevunreini- vpig geschützt, in einem Verbandkasten ober 93er- tabschrank aufzubewahren. Der Inhalt des 93er- tcidkastens hat den Vorschriften der Berufsgenos-
der Täter mitten unter uns
Roman von Kurt Riemann
Copyright by Verlag Oskar meister/ weröau L Sa.
311. Fortsetzung. (Nachdruck verboten!)
9.
Ein Mann entdeckt sein Herz.
„Sind sie weg, Morell?"
^Jawohl, Herr Doktor. Ich habe sie selber 'raus- zeen sehen. Ist übrigens 'n hübsches Frauchen ge- oirben, die kleine Vivie. Habe sie ja schon gekannt, il; sie noch Wadenstrümpfe trug."
Doch Hellmers hört gar nicht, was Morell er- Dlt.Er atmet nur erleichtert auf und denkt immer M" das eine: Warum muß mir das Schicksal diese Jtiu über den Weg führen? Warum?
zr ist jetzt zu jeder vernünftigen Arbeit unfähig.
: vcs weiß er. Er gibt Morell unb den Arbeitern j|)' kurz seine Anweisungen und macht sich davon.
Ihr hinaus jetzt! Allein fein! Eine einzige Stunde illiin fein, das ist fein heißer Wunsch.
üt achtet nicht auf verwunderte Gesichter der h.ieiter, die das noch nie erlebt haben, daß ihr .Duktor" sie allein läßt, er hört gar nicht auf Morells Gemurmel, der vergeblich versucht, ihn hier festzu- K'cen, er läßt alles gehen und stehen und läuft irmn.
’m feinem stillen Arbeitszimmer im weiten nieb- j Mn Laboratorium kommt er erst wieber recht zur | 8e Innung.
i| 2as ist nur mit mir los? fragt er sich. Ich laufe ■ot meiner Arbeit, ich werbe mir selbst untreu... 1 Ui alles nur, weil eine Frau gekommen ist?
' (fr läßt sich schwer in ben harten Sessel fallen, * In ihn schon manche Nacht hier sitzen sah.
Ttein, es ist mehr... es sitzt tiefer. Es ist bas . (hen, das mich gerufen hat, ja, das Leben! Als Itize ich bisher nur geträumt, so ist mir zumute, j de gehe nun plötzlich die Sonne auf und die Nacht «worüber «i«
'iert j°l. iß'ijaften zu entsprechen. In Kraftwagen, auf bii Iren unfallversicherte Personen mitfahren, ist ' «ten Verunreinigung geschütztes Verbandzeug stän- ti mitführen. Richtige und schnelle erste Hilfelei- ifthg bewahrt den Unfallverletzten vor unnötigen tzMerzen, beschleunigt den Heilungsprozeß und enringert so den Ausfall an Arbeitskräften und Lveitstagen. Die erste Hilfe muß sich auf das 8)-- bem Eingreifen des Arztes Notwendige und Keckmäßige beschränken und darf keinesfalls den mb wih fttgt zu ersetzen suchen.


