„Der polnische und der deutsche Soldat." Von Hans Tkiträm.
Qualität sind. Die Erdölförderuna verlangt irn ^Kriegsfall eine stark gesteigerte Einfuhr. Entscheidend ist jedoch, daß die wichtigsten Industrien Polens sich in Grenznahe und damit in ausgesprochener Gefahrenlage befinden. Es handelt sich dabei vor allem um Ost-Oberschlesien und das Olsa- Gebiet. Die gesamte Kokereierzeugung, vier Fünftel der Roheisen- und Rohstahlgewinnung, der überwiegende Teil der Stahlgußerzeugung, drei Viertel der Steinkohlenförderung, zwei Fünftel der Stromerzeugung und fast die gesamte Zinkerzgewinnung entfallen auf diese Gebiete. In Erkenntnis dieser Gesahrenlage hat Polen im Rahmen eines 15-Jcch- res-Planes die Schaffung eines zentralen I n - dustriereviers im Raume Radom—Kielce— Sandomir eingeleitet.
Obwohl in diesem Rüstungsdreieck mancherlei geleistet wurde, muß doch gegenüber den propagandistisch recht hoch geschraubten polnischen Berichten festgestellt werden, daß das meiste noch auf dem Papier steht. Außerdem kommt hinzu, daß seit der Auflösung der Tschecho-Slowakei die Luftsicherheit dieses Raumes sehr in Frage gestellt ist. Es darf auch nicht vergessen werden, daß der Ausbau des Verkehrsnetzes für die Einschaltung dieses neuen Industriegebietes in das übrige Polen noch sehr im argen liegt. Im allgemeinen kann man über das Verkehrswesen sagen, daß nach dem gegenwärtigen Stande die Militärtransporte und die Frage des Nachschubs durch den mangelhaften Zustand des Verkehrsnetzes ebenso in Frage gestellt sind wie die geordnete Verteilung und Versorgung der einzelnen Teilgebiete mit lebenswichtigen Gütern. Wenn man nun noch berücksichtigt, daß d i e Zufuhr über See re ft los gedrosselt werden kann, so bleiben zur Deckung etwaigen Ausfalls nur noch die Verkehrswege nach Süden und Südosten offen. Und auch von hier ist Hilfe nicht zu erwarten.
„Der moderne Krieg ist fein Kampf von Kriegsmaschinen, Maschinengewehren, Geschützen und Flugzeugen, sondern in erster Linie des Menschen mit dem Menschen, des Charakters mit dem Charakter ... Es wird derjenige gewinnen, welcher den stärkeren Willen hat, welcher 15 Minuten länger auszuhalten vermag", hat der polnische General Sosnowski im Mai dieses Jahres gesagt. Das ist gewiß richtig, allerdings unter der Voraussetzung, daß beide Gegner zahlenmäßig gleich stark und einigermaßen .gleichwertig mit zeitgemäßem Kriegsmaterial ausgestattet sind. Ob nun aber gerade Der als Slawe leicht zu Depressionen
Königsberg, 20. August. (DNB.) Die 27. Deutsche Ostmesse wurde hier durch den Oberpräsidenten der Provinz Ostpreußen, Gauleiter Erich Koch, eröffnet. Oberbürgermeister Dr. Will begrüßte die Vertreter der Reichs« und Staatsbehörden, insbesondere die Staatssekretäre Dr. Landfried, Dr. Neumann und P f u n d t - ner, die Gesandten der zwei Nachbarstaaten Lettland und Litauen, den Präsidenten des Danziger Senats, Greiser, dessen Anwesenheit er als ein Zeichen für die unlösliche Verbundenheit der deutschen Stadt Danzig mit dem Großdeutschen Reich bezeichnete, ferner die Vertreter der an der 2Reffe beteiligten ausländischen Staaten, nämlich außer den bereits genannten die Vertreter Estlands, Finnlands, Schwedens und Norwegens, der Sowjetunion, Ungarns, Bulgariens, Mandschukuos und zum ersten Male auch Italiens, sowie Besucher aus Frankreich, den Niederlanden und aus Dänemark.
Staatssekretär Dr. Landfried
sprach dann anstelle des verhinderten Reichswirtschaftsministers und Reichsbankpräsidenten Funk. Für die nationalsozialistische Staatsführung, so sagte er, war es vom Tage der Machtübernahme an eine nationale Pflicht, die Provinz Ostpreußen auf allen Gebieten des kulturellen und wirtschaftlichen Lebens zu fördern und nach innen und außen zu stärken, damit sie ihter geschichtlichen Aufgabe für alle Zukunft gewachsen bleibt, Bollwerk des Deutschtums im Osten zu sein. Von welch aktueller und ernster Bedeutung diese Aufgabe ist, wird uns in diesen Wochen auf das eindringlichste vor Augen geführt, da man in Polen Ansprüche auf uraltes deutsches Land erhebt, die in ihrer grotesken Maßlosigkeit einen abgrundtiefen Haß gegenüber allem Deutschen erkennen lassen. Wir haben auch in wirtschaftlicher Hinsicht d i e Lehren aus dem verlorenen Weltkriege gezogen. Nicht nur in seiner politischen Ausrichtung und Einigkeit und in der Ausschöpfung seiner militärischen Machtquellen, auch in wirtschaftlicher Hinsicht steht das deutsche Volk heute anders da als 1914. Heute haben wir den wirtschaftlichen General st ab, der uns 1914 fehlte. Wir wissen, daß wir militärisch keinen Krieg gewinnen können, wenn wir ihn wirtschaftlich verlieren. Deshalb haben wir uns auch wirtschaftlich wohl gerüstet und vorbereitet, um die volle Lebens« und Kampfkraft der Nation auch wirtschaftlich sofort einsetzen zu können, wenn eine feindliche Welt uns hierzu zwingen sollte.
Seit der Machtübernahme durch den Nationalsozialismus hat Deutschland das Bestreben, seine Außenhandelsbeziehungen überall dort auszubauen und nach Möglichkeit auf längere Sicht zu regeln, wo die natürlichen Voraussetzungen dazu vorliegen. Die Erfolge, die unsere Außenhandelsbeziehungen insbesondere mit den östlichen und südöstlichen Nachbarstaaten sowie mit den süd- und mittelamerikanischen Staaten aufweisen, zeigen deutlich, daß wir mit diesem Grundgedanken auf dem rechten Wege sind.
Ich kann mir nicht versagen, auch daran zu erinnern, daß vor etwa einem Jahr ein neues Handelsabkommen mit P o - len in Kraft trat, das für einen Zeitraum von 2Vs Jahren gelten sollte und eine bedeutende Ausdehnung des gegenseitigen Warenverkehrs vorsah. Außerdem wurde im Oktober vorigen Jahres ein zusätzliches Wareukre- bifabfommen geschlossen, nach dem Polen in Deutschland Bestellungen zur Durchführung geplanter Jnvestitionsanlagen bis zu 120 Millionen Zloty vornehmen konnte; der Kredit sollte von Polen in Form von Warenlieferun- en getilgt werden. Es ist nicht unsere Schuld,
neigende Pole diesen Wettlauf um die letzten 15 Minuten aushalten wird, erscheint fraglich. Die Polen rühmen sich sicher mit Recht, daß sie bescheiden zu leben vermögen. Diese Tatsache wird aber reichlich wettgemacht dadurch, daß die meisten von ihnen dank ihrer ländlichen Herkunft und dem auf 7,5 Millionen bezifferten Analphabetentum auch nur einen bescheidenen Horizont besitzen und darum den geistigen Anforderungen des modernen, technischen Krieges kaum gewachsen sein dürften.
Die biologische Kraft des polnischen 35-Millionen- Staates ist sicherlich so, daß die polnische Wehrmacht über gewisse, aber letzten Endes doch durch die Gesamtzahl des Volkes beschränkte Menschenreserven verfugt. Aber auch hierbei ist zu bedenken, daß zwei Fünftel des Staatsvolkes aus Nichtpolenbestehen, daß diese fremden Minderheiten geschlossen siedeln, noch dazu in wichtigen Grenzgebieten, und daß sie in enger Verbindung mit ihren Blutsverwandten jenseits der Grenzen stehen, z. B. die Ukrainer, die Weißrussen, die Litauer und die Deutschen. Beachtenswert ist auch die Tatsache, daß rund 10 v. H. der Gesamtbevölkerung, also über 3 Millionen, Juden sind.
Der polnische Hauptmann P o 1 e s i n s k i hat m seiner Propagandaschrift „Der polnische Soldat und der deutsche Soldat" mit Recht betont: „Die Unterschätzung des Gegners ist ein Leichtsinn." Die Polen sind anscheinend auf dem besten Wege, gegen diese von ihnen selbst erkannte Wahrheit zu verstoßen. Dazu kommt aber noch die typisch polnische Heber- schätzung der Bundesgenossen, obwohl das beredt^ Schweigen in England nach der Inspektionsreise des britischen Generals Jronside die Polen schon längft hätte stutzig machen müssen wie die britische Haltung in der Anleihefrage. Die lieber« schätzung der Bundesgenossen und die Unterschätzung des Gegners spielen eine große Rolle in den nationalen Wunschträumen der Polen.
Zum Abschluß sei noch hingewiesen auf die nicht uninteressante Beurteilung der Gesamtlage durch den englischen Luftkommooore L. E. 0. CH a r 11 o n, der in der Zeitschrift „United Services Review Nr. 4150" kürzlich u. a. schrieb: „Die Polen sind zweifellos tapfer und werden sich sicherlich für die Verteidigung ihres Landes aufopfern. Aber Tapferkeit und Vaterlandsliebe reichen nicht aus, wenn eine Armee, die an einem Mangel an Hilfsquellen leidet, auf ein besser ausgerüstetes Heer stößt."
wenn diese Abmachungen, die die schwere Collage der polnischen Landwirtschaft fühlbar erleichtert hätten, nicht zur Auswirkung kommen können. Aber diese für einen längeren Zeitraum getroffene Regelung ist mit ein Beweis dafür, daß Deutschland stets an eine friedliche und vernünftige Lösung der schwebenden deutsch-polnischen Fragen geglaubt hat.
Mr unterlassen es bewußt, dem Welthandel ausgerechnet durch politische Kredite helfen zu wollen, wie das gegenwärtig gerade die Nation betreibt, die sich in Welthandelsfragen besonders erfahren fühlt. Im politischen Kredit sehen wir nämlich den größten Feind der Weltwirtschaft. Durch ihn werden alle jene negativen Kräfte ausgelüst, die nicht den Aufbau sondern die Z erst ö r u n g wollen und die natürlichen Handelsbeziehungen vernichten. Da dem politischen Kredit außerdem die strukturellen Voraussetzungen für seine Verzinsung und Tilgung zu fehlen pflegen, bilden solche festfrierenden Schuldenblocks auf lange Sicht ein schweres Hindernis für den gesamten Welthandel.
Wir sehen aber in dem wirtschaftlichen Ausbau von Landwirtschaft und Industrie bei unseren Nachbarn lediglich eine Steigerung ihres Wohlstandes und damit ihrer Kaufkraft, die die wichtigste Voraussetzung zur weiteren Vertiefung unserer Beziehungen ist. Warum will man ihnen verübeln, wenn sie dorthin verkaufen, wo ihnen bei guten Preisen die geringsten Frachtkosten entstehen? Wir unterhalten mit zahlreichen nichtautoritären Staaten ausgezeichnete Handelsbeziehungen, desgleichen ist auch unser Wirtschaftsverkehr mit den demokratischen Ländern England und Frankreich recht erheblich. Tatsächlich ist ein Wirtschaftsaustausch immer möglich, so verschieden auch die Regierungs- unD Wirtschaftssysteme der beiden Handelspartner sein mögen, wenn nur auf beiden Seiten der aufrichtige Wille dazu vorhanden ist.
Zu den Machenschaften, mit denen man das Vertrauen zu Deutschlands Wirtschaftskraft im Ausland untergraben und unsere Außenhandelsbeziehungen stören möchte, gehören auch die Verdächtigungen der deutschen Währung. Der Rotenumlauf ist bei uns in den ersten sieben Monaten des laufenden Jahres von 8,2 auf 9,0 Milliarden RM. gestiegen. 3m gleichen Zeitraum stieg er in Frankreich von 110,9 auf 124,5 Milliarden Franken, in England von 504,7 auf 520,6 Millionen Pfund und in den Vereinigten Staaten von 6,9 auf 7,1 Milliarden Dollar. Die Steigerung beträgt in Prozentziffern ausgedrückt bei den Vereinigten Staaten rund 3 v. h., bei England 3,2, bei Deutschland 9,8 und bei Frankreich 12,3 v. h. hieraus ergibt sich, daß wir uns durchaus im internationalen Rahmen hallen, und daß daher die ausgeslreuten Verdächtigungen einer Grundlage Entbehren. Vielleicht interessiert es aber unsere ausländischen Kritiker zu hören, daß der Tiofenumlauf Polens in der gleichen Zeit um nicht weniger als 36 v. h. in die höhe geschnellt ist. Solche Zahlen zu kennen, ist ganz nützlich, wenn man nicht nur durch das Band der Freundschaft, sondern auch durch Kredite verbunden ist!
Wir aber, meine deutschen Volksgenossen, wollen unbeirrt von Anwürfen aller Art unseren Weg weitergehen und an der Verwirklichung unserer Ziele arbeiten. Ich möchte daher meine Ausführungen schließen mit einem Appell an den deutschen Exportkaufmann Jedes Exportgeschäft bringt Deutschland ein Stück vorwärts. Der deutsche Exportartikel wirbt für Deutschland und legt in seiner Gediegenheit Zeugnis ab von deutscher Art und deutschem Fleiß. Jede neue Geschäftsverbindung
Der deutsche Soldat ist in seinen eigenen Äußerungen ü'beröen Wert fremder Soldaten außerordentlich spröde und zurückhaltend. Es entspricht der deutschen Mentalität und damit der Auffassung des deutschen Soldaten, nicht über den Soldaten fremden Volkstums öffentlich zu urteilen, am wenigsten ihn zu schmähen und herabzusetzen. Wir haben das auch gar nicht nötig. Es gibt wohl keinen Menschen in der Welt, der nicht die Haltung und Leistung deutschen Soldatentums im Weltkriege hoch anerkennt. Es gibt nur sehr wenige, die ehrlich glauben, daß der deutsche Soldat von 1939 gegenüber dem von 1914 bis 1918 an Wert verloren hätte. Wer dieses jedoch zu konstruieren versucht, könnte durch die Leistungen deutscher Freiwilliger in Spanien hinreichend beschwichtigt werden.
Die P o l e n denken über diese Fragen anscheinend anders. In Presse und Schrifttum wird dort seit einiger Zeit ganz systematisch der Wert des deutschen Soldaten herabgesetzt. Ein Hauptmann, Sladyslow P o l e s i n s k i, reift als Vortragsredner in ganz Polen herum und hält markige Ansprachen, in denen er den deutschen Soldaten als völlig minderwertig hinstellt. Von ihm stammt auch eine in Polen veröffentlichte Broschüre „Der polnische Soldat und der deutsche Soldat. Es soll hier nicht auf die Behauptungen dieses Verfassers eingegangen werden, in denen er versucht, den Wert des polnischen Soldaten in den Himmel zu heben. Uns kann das gleichgültig sein. Für eine derartige Propaganda mag in Polen selbst eine unbedingte Notwendigkeit bestehen. Den deutschen Soldaten aber wird es interessieren, was der polnische Hauptmann über seinen Wert zu sagen hat. Vorauszustellen ist dabei allerdings noch Die Frage, woraus Polesinski sein Wissen über den Wert des deutschen Soldaten schöpft. War er bei den deutsch-polnischen Grenzkämpfen in Oberschlesien Dabei? Hat er am Annaberg mitgekämpft? Er selbst gibt hieraus keine Anwort!
Doch lassen wir Herrn Polesinski selbst zu Worte kommen: „Wenn man von den Deutschen spricht, so muß man daran denken, daß es sich nicht um einen einheitlichen Typ handelt. Es bestehen große Unterschiede zwischen den brutalen und rücksichtslosen Preußen, die übrigens viel slawisches Blut haben, die stark in Der Minderheit sind, und Den langsamen, gutmütigen, schmerbäuchigen Biertrinkern unD Pfeifenrauchern aus Süddeutschland und Oesterreich. Die Oesterreicher finD doch auch Deutsche, aber sie haben sich im Weltkrieg als Soldaten nicht allusehr mit Ruhm bedeckt." — „Der polnische Soldat ist mutiger als Der deutsche. Bekannt ist z. B. die große Streitsucht Der Polen im Frieden. Wo niemand Da ist, mit Dem wir kämpfen können, kämpfen wir eben unter uns. Man hat berechnet, Daß in einem polnischen Dorfe im Laufe Des Jahres mehrere taufenD Fälle schwerer Körperverletzung infolge von Schlägereien Vorkommen." — (lieber Die tatsächlichen Gründe dieser gemeingefährlichen Streitsucht wollen wir mit Herrn Polesinski nicht rechten.) — „Der deutsche Durchschnittssoldat ist ein städtischer Spießer, auf Den in hohem Maße die negativen Merkmale der Seele des Städters paffen." — „Der moderne Krieg verlangt von den Kämpfenden viel Selbständigkeit und Individualität. Das kommt von der starken Verwendung von Feuermitteln auf dem Schlachtfelde. Der Deutsche ist seit alters her an Die Tätigkeit in Der Masse gewöhnt, im Einzelkampf fühlt er
bringt die Angehörigen eines fremden Volkes und des eigenen einander näher und hilft so mit, das Netz von Verdächtigen zu zerreißen, das man über uns zu werfen sucht. Arbeit im Dienste Des Außenhandels ist Arbeit am Frieden, feiner Erhaltung uyd Festigung.
Oberpräfihent Sauleiter Erich Koch
erklärte Dann, die Tatsache Der Deutschen Ostmesse sei ein sichtbarer Beweis Dafür, daß DeutschlanD Den Frieden nicht nur wolle, sondern auch im Frieden seiner Arbeit mit Erfolg nachgehe. 2400 Aussteller seien auf Der Ostmesse vertreten, unD 11 auslänDische Staaten hätten trotz Der Unruhe in Der Welt Den
Tokio, 21. August. (DNB. Funkspruch.) Zu Der englischen Verlautbarung über Die Tientsin-Verhandlungen veröffentlicht Das japanische Außenministerium eine Gegenerklärung. England hatte mitgeteilt, daß es in den Tientsiner Wirtschaftsfragen, Die es nicht als rein lokale Tientsin-Angelegenheit ansehen könne, keine EntscheiDung ohne Befragung Dritter Mächte zu treffen in Der Lage sei. Demgegenüber stellt Japan fest, daß es sich bei den japanischen Forderungen — Unterbindung Der Störung Der öffentlichen Sicherheit durch Machenschaften, die gewisse Elemente in der britischen Konzession mit der Papierwährung außerhalb Der Konzession treiben, und die Uebergabe der Silbervor - röte in Tientsin — um rein lokale Tien - tsin - Fragen handele. England habe sich bei Eröffnung der Tokio-Verhandlungen zur Behandlung der Wirt s ch aftsfragen bereiterklärt, sie also nicht von vornherein aus- geschieden. Japan werde daher jedem Versuch Englands, dritte Mächte zu seinen Gunsten gegen Japan aufzubieten, entgegentreten. Außerdem würden dadurch die' zur Erörterung stehenden Fragen nur kompliziert werden.
Das Echo in London.
Morgen Kabinettssitzung über das Fernostproblem.
London, 21. Aug. (Europapreß.) Der englische Außenminister Lord Halifax wird sich am Mon- tagoormittag wieder in London einfinden. Auch Chamberlain, der sich feit dem Beginn der Parlamentsferien in Schottland aufgehalten hat, ist am Sonntagabend nach London abge- r ei ft. Auch wird sich Kriegsminister Höre- Belisha, der einige Tagen in Cannes Ferien genommen hatte, am Montag wieder in London einfinden. Die Rückkehr Der Minister steht im Zusammenhang mit Der für Dienstag angesetzten Kabinettssitzung. Die Lage im Fernen Osten
sich unsicher (siehe VerDun, Sommeschlecht, Flandern unD Annaberg). Der Deutsche arbeitet gut in star- ren unD festgelegten Situationen unD paßt sich nur schwer einem häufigen Wechsel an und unterliegt leichter Der Panik."
Der polnische Offizier ist nach Ansicht Des Verfassers naürlich wesentlich hochwerttger als Der deutsche. Der deutsche Offizier führt nach Ansicht des Verfassers durch seinen Dünkel unD seine Ein, bildung eine scharfe Trennung zwischen sich und feinen Mannschaften herbei. Hierzu wäre es interessant, Die Aussagen Der 197 polnischen lieber, läufer in Den letzten vier Wochen zu hören: Denn Diese Aussagen gaben zum großen Teil bas Dem Deutschen Offizier zum Vorwurf gemachte Verhalten als GrunD ihres Ueberlaufes an! — Der Verfasser beweist Dann feine Ausführungen mit Den angeblichen Aussagen „zahlreicher" deutscher lleberläufer. So wären am 1. Mai ein Soldat und am 18. Mai sechs Soldaten zu Den Polen übergelaufen. Wie großartig Diese polnische Propaganda fundiert ist, kann man aus einer Mel, Dung Des „Dziennik Poranny" vom 21. Juli erkennen. Diese Zeitungsmeldung berichtet über das Ueberiaufen von fünf deutschen Soldaten Des Heeres. In den Angaben wird auch die Forma- tionszug^hörigkeit bekanntgegeben. Es ist Dabei interessant, Daß es Derartige Formationen, wie sie in Der MelDung angegeben sind, im Deutschen Heere nicht gibt. Im übrigen ist amtlich fest, gestellt, daß diese Meldung Des ,L)ziennik Poranny" in vollem Umfang erlogen ist.
Der Verfasser behauptet weiter, Daß es Den Vorfall des lieberlaufens im polnischen Heere über. Haupt nicht gibt. Hierzu kann nur auf die erst kürzlich in Der Deutschen Presse veröffentlichte Mel. Dung nom lieberlaufen Der 197 polnischen Deserteure in Den letzten vier Wochen hingewiesen wer- Den. Es befinDen sich Dabei Angehörige von insge. samt 38 verschieDenen Regimentern, wobei aller- Dings ein Regiment, und zwar Das Schützenregi- ment 11, mit 48 Ueberläufern Den Ruhm • Der Spitzenleistung erhält. Wie genau Der Verfasser unterrichtet ist, geht auch aus seiner Bemerkung hervor, daß Der Deutsche in einem kommenden Kriege des tschechischen Soldaten durchaus unsicher sei. Ist es Dem Verfasser wirklich unbe- könnt, daß tschechische Staatsangehörige im deutschen Heer nicht Dienen unD auch im Kriegsfälle nicht Dienen roerDen?
Mit Diesen wenigen Auszügen ist Der Wert Der Broschüre Polesinskis hinlänglich gekennzeichnet. Der Deutsche Soldat wirD diese Einschätzung seiner Werte durch Die Polen zur Kenntnis nehmen. Er wird notfalls durch Die Tat beweisen, wer er wirklich i ft. Ziemlich am Anfang feiner Broschüre schreibt Hauptmann Polesinski: „Die Unterschätzung Des Gegners ist ein Leichtsinn". Herr Po- lefinski scheint selbst sehr leichtsinnig zu sein. Im übrigen läßt sich aus Derartigen Propagandamätzchen nur der Schluß ziehen: Das polnische öolt hat anscheinend viel Optimismus notwendig,' um Den eigenen Mut angesichts des Chauvinismus Der jetzt führenden Schicht in Polen aufrecht erhalten zu können.
Weg nach Königsberg zur Dftmeffe, Dem errieten Zentralrnarkt Des Ostens, gefunDen. Der Außen- hanDel DeutschlanDs mit Den Ländern Des Ostens fei von 576 Millionen RM. im Jahre 1934 auf 674 Mil- lionen RM. im Jahre 1938 geftigen. Bei Der Aus- fuhr DeutschlanDs in Die Länder Des Oftens handele es sich zu 99,2 v. H. um Erzeugnisse Der deutschen Jndustriewirtschaft, bei der Ausfuhr Der Länder Des Ostens nach Deutschland um 92 v. H. agrarische Produkte und Rohstof f e. Die Volkswirtschaften ergänzten sich also in natürlicher Weise. In diesen Wirtschaftsbeziehungen Deutschlands zum Osten habe Die Ostmesse die Rolle des Mittlers und Die ostpreußifche Wirtschaft selbst eine wirtschaftliche Brückenstellung.
macht der Downing-Street mehr Sorgen, als man nach außenhin zeigt. Japans Antwort auf Die englische Ablehnung, in zweiseitige Verhandlungen über die chinesische Währungsfrage einzutreten, ist am Sonntag zu spät in London eingegangen, so daß die Presse eine Stellungnahme dazu nicht mehr vornehmen konnte. Offenbar liegt in Den Redaktionen das Bestreben vor, die Rückkehr Chamberlains abzuwarten. Der „Dailn Expreß" setzt sich lediglich mit der Drohung japanischer Militärkreise in SüDchina auseinander, wonach der Zusammenbruch der Tokioter Gespräche zu einer Blockade Hong/ t o n g s führen würde. Das Blatt schreibt: „Wir werden dieser Drohung erst dann Glauben schenken, wenn die Regierung in Tokio ihre Unterstützung des Sprechers von Kanton bekanntgibt. Die Japaner werden es sich lange und ernsthaft überlegen, bevor sie eine englische Kronkolonie angreifen. Es würde sie in die ernstesten Verwicklungen verstricken. England hat seine Hände in Europa voll, aber es kann immer noch im Fernen Osten Hiebe austeilen."
Ernster Zwischenfall in Schanghai.
Schanghai, 20. Aua. (DNB.) Zwischen Vertretern der japanischen Armee, der Marine, der Diplomatie und Vertretern der Nankinger Regierung, der Stadtverwaltung von Groß-Schanghai sowie des Stadtrates der Internationalen Niederlassung fanden Sitzungen statt im Zusammenhang mit einem schweren Zwischenfall, bei dem ein englischer Polizeibeamter der Internationalen Niederlassung von einer durch chinesisches Gebiet führenden Straße aus, Die selbst zur In* ternationalen NieDerlassung gehört, mit einem schinengewehr aus einem Panzerwagen zwei chinesische Polizisten erschossen um* sechs weitere verwundet hat.
Der Polizist Der Internationalen Niederlassung
Eröffnung der Deutschen Ostmesse in Königsberg.
Wirtschaftliche Brücke zu den Ländern des Ostens.
Die Krisis der Tientsin-Verhandlungen.
Japan gegen Beteiligung dritter Mächte an der Behandlung der Wirtschastsfragen.


