Ausgabe 
21.8.1939
 
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-.194 Erstes Blatt

189. Jahrgang

Montag, 21. August 1939

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<=gen, als ob nicht einige Kilometer weit die Polen Befestigungen bauen würden, als ob sie nicht täglich

G l e i w i tz , 21. Aua. (DNB.) Der chauvinistische des polnischen Pöoels tobt sich in immer neuen

chaß

Restlose polomsienmg der Grenzzone

Unmenschliche Rohheitstaten polnischer Aufständischer.

-richten. Die Menschen sind hier vergnügt und rstig. Lachen schallt mir von allen Seiten ent-

cohen würden, Danzig in Grund und Boden zu hießen. Aber die Menschen hier, die Deutschen aus Mn Reich, die Danziger, die vielen Deutschen aus

Strecke mit der Bahn, denn man wollte nicht noch einmal den kläglichen Reinfall erleben, daß wie in den Jahren vorher über die Hälfte liegcnblieben. Man zog es vor, die Mannschaften über 45 Kilo­meter der nicht ganz 90 Kilometer langen Weg­strecke per Bahn zurücklegen zu lassen.

Es ist bezeichnend für dieBeliebtheit", die dieser Terroroerband des Wojewoden Grazynski in der einheimischen oberschlesischen Bevölkerung ge­nießt, daß dem Marsch unterwegs so gut wie keine Beachtung geschenkt wurde. Nirgends hatten sich größere Menschenmengen eingefunden. Ebenso war fast nirgends Fahnenschmuck festzustellen. An der Protektoratsgrenze hielt Gra­zynski eine Ansprache, die der Öffentlichkeit bisher nicht zugänglich gemacht wurde. Ihr un­zweifelhaft aufwiegelnder Inhalt wird wahrschein­lich erst entsprechend frisiert werden.

Das Organ des Aufständischenverbandes erklärt, im Oktober vorigen Jahres sei einer der beiden schlesischen Teile, die von Polenlosgerissen worden seien, obwohl sie uralte polnische Erde darstellten", an Polen zurückgekehrt, nämlich das Olsa- Gebiet. Außerhalb stehe noch der zweite Teil, wodie polnische Oder fließe und polnische Brüder in Unfreiheit lebten". Wenn die Stunde der Vorsehung schlage, würde sich das Aufständischen­heer in Marsch setzen und die Wiedervereini­gung aller schlesischen Teile unter der polnischen Fahne vollziehen. Der dies­jährige Marsch an die Oder sollte die Bereitschaft dazu zum Ausdruck bringen und daran erinnern, daß es das Ziel des Aufständischenoerbandes fei, d e m germanischen Ansturm die Stirn zu bieten und im Kampf um Deutsth-Ober- schlesien nicht eher aufzuhören bis der Sieg er­reicht ist."

Flug nach Danzig.

Von unserem LUD.-Sonderberichterstatier.

DNB. kallowih, 20. Aug.Nowy Kurjer" feilt mit, daß das Dekret über die Zwangs- parzellierungeninderGrenzzone einen weiteren Rahmen als das Agrarreformge- feh habe. Diesesschützte" einen Rest von 30 000 Hektar Grund und Boden in Posen und Pomme- rellen, die sich noch in deutscher Hand be­fanden, vor der Parzellierung. Das Dekret des Staatspräsidenten hebe diesesPrivileg" auf und befehle aus Gründen derSicherheit des Staates und der Verteidigung der weffgrenze" d i e Parzellierung ohne Rücksicht auf die Inten­sität der Erzeugung, auf die Industrialisierung der Wirtschaften oder die besonders betriebene Tier­zucht. wenn man die Verhältnisse in den Grenz­gebieten kenne, wisse man, daß die polnische Be­völkerung das Dekret mitvoller Anerkennung der polnischen Staatspolitik im Grenzgebiet begrüße. , Potoma schreibt, daß die polnischen Grenzzonen restlos po Ionisiert werden und daß das Land sofort in polnische Hände über- gehen müsse.

»Marsch an die Ober."

Klägliche Agitationsfahrt des Polnischen Aufständischenverbandes.

Kattowitz, 20. August. (DNB) Am Samstag und Sonntag wurde in Ost-Oberschlepen dertradi­tionelle Marsch an die Oder" des polnischen Auf- ständischenverbandes durchgefuhrt. Der Start lag in Myslowitz , das Ziel zum ersten Male i n Oderberg im Olsa-Gebiet. Entgegen der bis­herigen Hebung, den Marsch zu Fuß zuruckzulegen, fuhren die Verbände mehr als die Halste der

Der Zustand von jetzt mit den Grenzen von jetzt, so sägte er, kann und darf nicht bestehen bleiben! Aber mag auch die Lage ernst sein, jeder Volksgenosse und jede Frau muß wissen, daß es im Leben von Völkern Fragen gibt, die gelöst werden müssen, und wenn es noch so hart ist. Eine solche Frage ist die Danziger Frage! Die Partei habe die Herzen gestählt, Kraft und Glauben eingeflößt. Heute stünde neben den Glie­derungen der Partei die -Heimwehr Dan­zigs als Symbol der Entschlossenheit und Abwehr­kraft genau so wie. die Danziger Landes- polizei. Die Haltung der Danziger Bevölkerung ist mustergültig! Wir gehen zuversichtlich in die kommenden Tage. Sechs lange Jahre stand der All­mächtige an der Seite unseres Führers, er wird auch weiter bei ihm stehen.

Mißglücktes englisches Lügenmanöver.

DRB. Berlin, 21. August. Englische Blätter melden, daß der Führer auf dem Ober- salzberg den italienischen Botschafter A f t o - lico empfangen habe, der ihm eine negative A n t- wort des Duce, die Salzburger Besprechungen betreffend, überbracht hätte. Dazu wird amtlich mitgefeilt, daß die Nachricht vollkommen frei erfunden ist und jeder Grundlage ent­behrt.

gar über den Seesteg von Zoppot. Eindeutiger als das phrasenhafte Gerede in den polnischen Zeitun­gen beweisen diese Strahlen der Scheinwerfer über Gdingen und der in den Glanz der Lichter getauchte Seesteg von Zoppot mit feinen fröhlichen Gästen, wo die Nervosität herrscht und die Hetze und wo das starke Selbstvertrauen. Im Dunst der See glaubt man, die Silhouetten der polnischen Zer­störer von Orlowo zu erkennen, und vielleicht denkt man auch manchmal an das polnische Gerede und die Drohung, daß die Geschütze auf Danzig gerich­tet seien. Und trotzdem fühlen sich die Menschen hier geborgen, fühlen sich sicher. Sie wissen sich im Schutze des großen und starken Deutschland, sie glauben, daß der Tag kommt, an dem der Führer sie heim ins Reich rufen wird.

Danzigs Zuversicht unerschütterlich.

Gauleiter Forster

an die Danziger Bevölkerung.

Danzig, 20. Aug. (DNB.) Gauleiter Forster sprach am Sonntagmittag auf dem Tag des Krei­ses Danzig-Langfuhr der NSDAP.

und brutaleren Gewalttaten und Roheitsakten aus. Der Volksdeutsche Varsbender aus Katto­witz, dem es gelang, über d i e Grenze zu flüchten, wo der völlig Erschöpfte die erste Hilfe erfuhr, schildert das Schicksal.einer deut­schen Familie^ mit der er im gleichen Grund­stück in Kattowitz wohnte.

Nach dem Bericht Barsbenders überfiel in den 'Abendstunden des 18. August eine Horde von sechs Aufständischen unter Führung des be­rüchtigten Rädelsführers K o z c i a l s k i die Woh­nung des Volksdeutschen Alfred Pracheda, der ein kleines Glaswarengeschäft besitzt, das die pol­nischen Behörden bereits vor 14 Tagen ohne An­gabe von Gründen geschlossen hatten. Pracheda, der mit seiner Frau und seinen beiden kleinen Kindern in der Wohnung war, wurde von den Rohlingen auf den Hof gezerrt und von einem der Aufstän­dischen in sinnloser Wut unablässig mit einem Hammer über den Kopf geschlagen, bis er blutend zusammenbrach. Auf den bewußtlos am Boden Liegenden schlug ein anderer noch mit einem schweren Knüppel ein. Dann schleif­ten die Rohlinge Pracheda in einen Holzstall, wo sie den Hilflosen liegen ließen. Die Frau des Unglücklichen, die die Aufständischen anflehte, Er­barmen zu haben, wurde von einem der Burschen unter gemeinen Schimpfworten an den Haaren ge­packt und gegen die Hofmauer gestoßen. Was aus den Kindern geworden ist, konnte der Augenzeuge dieses unmenschlichen Verbrechens nicht mehr fest­stellen. Er hörte nur noch, daß die Aufständischen laut lärmend die Wohnungseinrichtung zerstörten und wie die Kinder schrien. Bars-

benber flüchtete aus dem zum Garten gelegenen Fenster und konnte erst nach langem Umherirren über die Grenze entkommen. Das Entsetzen über die schreckliche Tat, deren Augenzeuge er gewesen war ohne helfen zu können, hatte ihn noch nicht verlassen.

In L i p i n e (Landkreis Kattowitz) wurden von 'den Aufständischenhorden die vorher mit Hetzauf­schriften und Totenköpfen gekennzeichneten deutschen Häuser und Wohnungen heimgesucht. Hunderte von Fensterscheiben und Fensterkreuzen wurden zertrümmert und die Woh­nungseinrichtungen vernichtet. Die verängstigten Deutschen waren-geflüchtet und halten sich in den Wäldern v e r st e ck t. Wie erst jetzt bekannt wird, ist das fünf Monate alte Kind des Volksdeutschen Paul Kaletta aus Scharley am Donnerstag den schweren Mißhandlun­gen erlegen, die entmenschte polnische Horden diesem unschuldigen Geschöpf zufügten. Während die Eltern im Gefängnis schmachteten, war polnischer Mob in die Wohnung eingedrungen, hatte dort alles kurz und klein geschlagen und sich schließ­lich in seiner Blutgier an dem fünf Monate alten Töchterchen Edeltraut vergriffen. Das Kind war von der Verbrecherbande aus dem Kinderwagen ge­rissen, zuerst gegen d i e Wand geschlagen und dann zum Fen st er hinausgewor- f e n worden. Es ft a r b am gleichen Tage w i e fein Vater, der im Gefängnis buchstäblich zu Tode geprügelt worden ist. Das ist das Schicksal einer Volksdeutschen Familie in Ost-Ober- schlesien: die Mutter im Gefängnis, das Kind in viehischer Weise getötet und der Vater im Gefäng­nis zu Tode gemartert.

ölen, die hierher gekommen sind, um wenigstens nmal in freier Luft atmen zu können, sie wissen, sie hier sicher sind.

Wir haben uns für alle Eventualitäten orbereitet. Wir wollen dafür sorgen, daß kein Unischer Soldat Danziger Boden betritt. Wir wol- i unsere Heimat mit dem Einsatz aller unserer raffe verteidigen", sagt mir ein junger Danziger, Im sich freiwillig zur Danziger Schutzpolizei gerne!« i t hat. Ich spreche mit dem Hotelwirt.Wissen i le", sagt er zu mir,ich wundere mich, daß so rle Leute aus beim Reich hierhergekommen sind bei hm Geschrei und der Greuelhetze über Danzig, die c and) Ihnen bekannt ist." Darüber wundern sich te Danziger. Daß es aber in Danzig so ruhig ist, Urüber wundern sich wieder die Gäste.

Auch die Opern, die an der herrlichen Richard- Zagner-Feststätte mitten in einem Tal des Zop- Wter Waldes aufgeführt werden, erfreuen sich eines großartigen Besuches. Im Laufe der Jahre ist die Zoppoter Waldoper zu einer einzigartigen Weihe- ätte für den großen deutschen Meister geworden, Do Menschen aus allen Berufsständen seinem Werk n Andacht huldigen.

Aus dem Seesteg, der von den großartigen An- ngen des Kurgartens umrahmt wird, dessen wir- mgsvollen Hintergrund die großen Gebäude des Kasinos und des Kasinohotels bilden, herrscht ein sbhaftes Treiben. In bunten Strandgewändern vandeln hier die Menschen auf und ab. Dor dem steg von A d l e r s h o r st, das jetzt Orlowo heißt, I »egen in einer Reihe zwei polnische Zer st ö - I ' er, in einiger Entfernung hinter dem einen liegt n weiteres Kriegsschiff. Es ist ein Schulschiff der Toten, ein alter Kreuzer, der noch gerade so im ?-afen Herumpaddeln kann und den die Polen vor Orlowo aufgefahren haben, um die theatralische Wirkung dieser kriegerischen Kulisse der polnischen v-eernacht zu verstärken. Die Leute auf dem Steg lassen sich davon wenig beeindrucken. Sie alle haben schon einmal deutsche Kriegsschiffe gesehen, und sX wissen ganz genau, wo die wahre Stärke liegt imd wo die Ausmachung, hinter der nichts anderes s-ckt als Großmäuligkeit.

Arn Strande entlang gehe ich zur Grenze, (nmge hundert Meter vor der Grenze sind Pfähle ungerammt. Tanksperre. An bewaldeten Höhen rvrbei, von denen man einen wunderbaren Aus- tiitf auf die See hat, geht es den immer mehr sch verengenden Strand entlang. An einem kleinen IJoacf) liegen die Grenzhäuser. Inmitten eines bun- tm Steinmosaiks, das das Wappen der Freien frtabt Danzig darstellt, erhebt sich ein steinerner k ock.Versailles" steht darauf geschrieben. Lor dem Grenzhause stehen Danziger Zollbeamte. 5 e plaudern mit den Menschen, die hierherkom- T-n, um mal zu erfahren, wie es auf der anderen v- ite aussieht. Drüben ist kein Mensch zu entdecken, d»? Grenzbeamten sitzen in ihrem Grenzhäuschen, sicher einmal herrschte hier reger Verkehr. Viele, di- auf polnischer Seite wohnten, kamen nach Zop- PtS. Heute ist so etwas nicht einfach. Heute vergällt nun den Leuten, die nach Zoppot wollen, den Übertritt über die Grenze. Stundenlang wird man residiert, untersucht und zurückbehalten. Kein Wun­de-, daß nur wenige diesen Widerständen trotzen erb doch nach Zoppot kommen.

Drüben soll man auch Tanksperren gebaut und brzützengräben ausgehoben haben, und in Gdin - ci n wird englisches Kriegsmaterial ausgeladen. Gingen, das mit amerikanischer Hast aufgebaut tiirbe und in dem die Bautätigkeit im vergangenen viegr einen noch nie dagewesenen Höhepunkt er« leicht hatte, kämpft jetzt auch mit Schwierigkeiten.

Preise für Bauplätze sind um 3Q v. H. und nchr gesunken. Die Geschäftemacher von Gdingen gruben nicht mehr an die Zukunft ihrer Stadt.

In die strahlende Pracht des hellen Lichterglan- der vielen Lampen gehüllt liegt am Abend der ) : e ft e g von Zoppot. Die Kurgäste machen ipsen Abendspaziergang, lieber Gdingen flammen i( Scheinwerfer auf. Sie geistern in den 3*Iten, und ab und zu gleitet ihr Strghl so-

polens kriegerische Kulisse.

Danzig, August 1939.

Am Ausgang des Danziger Hafens zur rechten Beite liegt d i e W e st e r p l a t t e, die die Polen or einigen Jahren widerrechtlich besetzten und wo le ein Munitionsdepot errichteten. Sie drohen, daß >e von hier aus die ganze Stadt in die Lust fpren- en werden. Jetzt buddeln sie hier herum und bauen Befestigungen. Hinter einer großen Mauer, hinter tacheldraht stehen polnische Soldaten auf anziger, auf deutschem Boden.

Jede fünfte Minute fährt von Danzig ein Auto- us nach Zoppot. Stets voll besetzt sind die Zagen. Durch die herrliche Hindenburgallee mit iren uralten Bäumen, an der Technischen Hoch- hule vorbei, durch Langfuhr und Oliva über die lometerlange Adolf-Hitler-Straße, die bis zur pol- ischen Grenze führt, geht der Weg nach Zoppot. n der stillen Bucht von Danzig gelegen, ist Zoppot m wahres Kleinod unter den deutschen Ostsee­ädern. Munteres, lebendiges Treiben herrscht hier. 5 ist nichts von einergähnenden Leere" zu mer« n, von der die ausländischen Zeitungen seit Wochen

polnische Seifenblasen.

Von Hauptmann Or. Murawski.

Die Polen haben es für nötig befunden, sich selber bereits die Vorschußlorbeeren eines erträum­ten Sieges über Deutschland zuzuerkennen. Beson­ders bezeichnend ist hierfür das Propaganda» märchen von dererfolgreichen Schlacht bei Berlin". Beschwingte Phantasie war schon immer die Stärke der Polen. Die harte Wirklich­keit sah allerdings meist anders aus und hat ihnen im Laufe der Geschichte viele Enttäuschungen be­reitet. Es erscheint zweckmäßig, dieser Stimmungs­mache gegenüber einmal die wirkliche Lage der polnischen Wehrkraft nüchtern festzustellen.

Polen ist noch heute ein Agrarland, und diese Tatsache tritt auch in seinem Heer deutlich in Er­scheinung. Das Pferd dominiert, und große Kavallerieverbände sind bevorzugt. Das ist zwar im Hinblick auf die wenigen, und schlechten Verkehrswege Mittel- und Ostpolens und auf den unwegsamen Charakter dieses Teiles des Landes angebracht. Damit aber zeigt das polnische Heer zugleich eine beträchtliche Schwäche gegenüber jedem zahlenmäßig gleichwertigen, aber zeitgemäß ausgerüsteten Gegner gerade auch im Westen des Landes. Gegen geländegängige und schnellbewegliche Panzerverbände mit ebenso beweglicher Artillerie ist nun einmal mit Lanze und Karabiner nicht anzukommen. Während in der deut­schen Wehrmacht jeder Soldat mit der gleichen er­probten Waffe ausgestattet ist, führen die polnischen Truppen heute noch französische, deutsche, öfterrei« chische und russische Gewehre neben solchen pol« nischer Erzeugung. Auch die Geschützausstattung ist uneinheitlich,'da neben Geschützen polnischen Ur­sprungs französische und russische verwendet werden. Besonders gilt dies für die schwere Artillerie und die Flakartillerie. Während die leichte Panzerwaffe aus polnischer Anfertigung stammt, setzt sich die schwere Panzerwaffe aus englischen und franzö­sischen Fabrikaten zusammen. Diese Vielgestal­tigkeit von Waffen und Kriegsgerät stellt eine nicht zu unterschätzende Schwäche des polnischen Heeres dar.

Die polnische ßu f tm a f f e ift nur eine Hilfswaffe des Heeres und als solche viel zu schwach und zu Operationen größeren Stils nicht geeignet. Daß die polnische Kriegsmarine mit ihren wenigen, kleinen Einheiten einem überlegenen Gegner gegen­über auch nur wenige Tage lang den Zugang zum Meere offenzuhalten vermag, erscheint so gut wie ausgeschlossen. Schließlich bleibt noch sestzuftellen, daß die polnische Rüstungsindustrie trotz guter Fortschritte in letzter Zeit doch keineswegs in der Lage ist, den etwaigen Kriegsbedarf allein zu decken.

Betrachtet man die Kraftquellen der polnischen Wehrwirtschaft, so wird ohne Zweifel infolge des Ueberflusses an Agrarprodukten die Ernäh­rung des Landes sichergestellt fein. Auch Rohstoffe sind genügend, zum Teil sogar im Ueberfluß vorhanden, wie zum Beispiel Kohle, während Eisenerz eingeführt werden muß, da die inländischen Vorkommen gering und von schlechter

Deutsches Handels- und

Kreditabkommen

mit der Sowjetunion.

Berlin, 20. Aug. (DNB.) Die feit längerer Zeit zwischen Deutschland und der UdSSR, über eine Verbreiterung des beiderseitigen Warenverkehrs geführten Verhandlungen wurden am 19. August 1939 erfolgreich ab« geschlossen. Das Ergebnis der Verhandlungen ist ein Handels- und Kreditabkommen, das auf deutscher Seite von dem Vortragenden Le­gationsrat im Auswärtigen Amt Dr. K. S ch n u r r e, auf sowjetrussischer Seite von dem stellvertretenden Leiter der Handelsvertretung der UdSSR, in Deutschland, E. Babarin, unterzeichnet wurde. Das Abkommen sieht einen Warenkredit von 2 00 Millionen RM. vor, den Deutschland der UdSSR, gewährt und der für den Bezug deutscher Waren zur Verfügung steht. Das Abkommen legt ferner fest, daß die UdSSR, innerhalb der nächsten zwei Jahre sowjetrus- s i s ch e Waren an Deutschland im Werte von 180 Millionen RM. liefert.

Erneuerung des deutsch­südafrikanischen Warenabkommens.

Berlin, 20. August. Von der deutschen Gesandt­schaft in Pretoria und der südafrikanischen Regierung wurde ein Abkommen über den deutsch-süd­afrikanischen Waren- und Zahlungs­verkehr unterzeichnet, das im wesentlichen eine Erneuerung des geltenden vorsieht. Das Abkommen sichert den deutschen Bezug von Wolle, wofür 3,7 Millionen Pfund Sterling zur Verfügung stehen, von Mangan- und Chromerzen, von Gerb­rinde, von Walöl und anderen für uns wichtigen Rohstoffen. Auch hat Deutschland wiederum den Be­zug von Weinbau- und Gartenbauerzeugnissen, ins­besondere von Apfelsinen, zugesagt. Schließlich ift der deutsche Bezug von Karakulfellen und von Butter vorgesehen, an denen die Farmerschaft in Deutsch-Südwestafrika, das unter dem Mandat der Südafrikanischen Union steht, interessiert ift. Die Bezahlung der deutschen Bezüge aus Süd­afrika erfolgt wie bisher ausschließlich durch deutscheWaren.