faßte sich darauf mit dieser Meldung. Nun war man in Bukarest mehr als erstaunt, ausgerechnet aus England von einem solchen „Ultimatum" zu hören. Die rumänische Regierung teilte dem britischen Gesandten offiziell mit, daran sei kein Wort wahr. Es war also eine Lüge, die nur zu dem Zweck lanciert wurde, um den Balkanstaaten und Polen Furcht vor Deutschland einzu- flösen und sie vor den englischen Kriegswagen zu spannen. Aber noch interessanter ist die Tatsache, daß der Leiter der englischen Gräuelpropaganda, der „Berater" des englischen Außenamtes Vansit- t a r t, zusammen mit dem anglophilen rumänischen Gesandten diese Schwindelnachricht — in London ausgeheckt hat! Und unbekümmert um die Deut« scheu und rumänischen Richtigstellungen fuhren die englischen Blätter fort, das Dementi dahin zu umschreiben, der „Druck" Deutschlands in Rumänien sei stärker geworden.
Selbstverständlich dürfen in diesen Taumel der Lüge die Vereinigten Staaten nicht fehlen, wo die jüdische Presse mit der Behauptung arbeitet, Deutschland habe schonen Brasilien Flugzeugstützpunkte angelegt, um von dort aus Amerika anzugreifen. Dieselbe Presse setzte Übrigens die Lügenmeldung in Umlauf, Italien Hobe Albanien militärisch besetzt, um das Ostufer der Adria zu beherrschen. An den Haaren herangezogen ist auch die Lüge, daß das deutsche Volk an den letzten Ereignissen keinen inneren Anteil nehme. Der triumphale Einzug des Führers in Berlin, der gar nicht begeisterter verlaufen konnte, widerlegt diese Märchen om besten. Oder will man uns sagen, daß es in einer Hauptstadt des feindlich gesinnten Auslandes möglich wäre, daß sich Millionen von Men« scheu stundenlang in Wind und Wetter aufstellen, nur um den Einzug eines Staatsmannes zu erleben? Es hat keinen Zweck, sich mit diesen Lügen- Phantasien des längeren zu befassen. Schon vor einem Monat prophezeiten amerikanische Hetzblätter auf Tag und Stunde den Krieg, den Deutschland angeblich vom Zaune brechen wollte und sie setzten dafür den 6. März fest. Damals war an die überraschende Zuspitzung des tschechischen Problems noch gar nicht gedacht, aber es war notwendig, Sti/n- muna für die Rüstungskredite zu machen. um so willkommener mag den jüdischen Agitatoren der jetzige Anlaß sein, erneut gegen dos deutsche Volk zum Sturm zu blasen. —
Dahinter steckt die Tendenz, die kleinen Staaten Europas wieder für englische Kriegszwecke benutzen zu wollen. Man kann sie nicht besser kennzeichnen als durch den Hinweis auf die Geschichte. Stets gelang es England während der letzten Jahrhunderte, den jeweils stärksten Staat d-s europäischen Festlandes durch Koalitionen der anderen Mächte abzuwürgen, ohne daß England selbst einen Tropfen Blut aufgewendet hätte. Nur durch englisches Geld, die sogenannten Subsidien, machte man die jeweiligen Koalitionsmächte bereit, zur Steigerung dec britischen Wohlfahrt ihr Blut zu vergießen. So wurde die Weltmacht Spanien niedergeworfen, dann Holland, dann Frankreich, so wurde während des Siebenjährigen Krieges Habsburg als europäische Vormacht des 18. Jahrhunderts gelähmt und später Napoleon schachmatt gesetzt. Jetzt soll das gleiche gegenüber Deutschland geschehen, und der pessimistische Satz, daß die Völker aus der Geschichte nichts dazu gelernt haben sollen, liehe sich dahin ergänzen: England will, wie es seiner traditionellen Politik entspricht, kleinere Völker abermals für sich die Kastanien aus dem Feuer holen lassen.
Deshalb die neue Brüderschaft mit Frankreich, das Daladier soeben die Diktatur übertrug, deshalb die wachsende Intimität mit dem Moskauer Kreml, deshalb das verständnisvolle Spiel mit Roosevelt. Wenn Chamberlain uns heute anklagt, das Münchener Abkommen nicht innegehalten zu haben, so muß dem entgegengehalten werden, was sich der Pariser ^Figaro" aus London berichten läßt: Noch dem Münchener Abkommen habe „der britische Premierminister gehofft, Deutschland zu distanzieren auf Grund einer beträchtlichen Rüstungsanstrengung und auf Grund einer Wirtschaftsoffensive, deren Ziel es war, dem Reiche Hindernisse in den Weg zu legen und die Staaten Südost- und Nordosteuropas um die Westmächte neu zu gruppieren. Durch sein schnelles Vorgehen hat Deutschland den Schlag pariert". Das war Englands Ziel. Chamberlain wird es jetzt unmöglich sein, nachzuweisen, daß er nicht sofort nach München darangegangen ist, Großdeutschland insgeheim auf jene englisch-traditionelle Weise einzukreisen, die er jetzt offiziell als Leitfaden der britischen Politik bloßgelegt hat.
Lord Halifax vor dem Oberhaus
1 London, 21. März. (DNB) Am Montagnachmittag sprach Lord Halifax, der englische Außen- mmister, vor den Lords im Oberhaus. Er schilderte die letzten Ereignisse in Mitteleuropa und gab dabei, ähnlich wie Chamberlain, einer vom britisch-egoistischen Gesichtspunkt diktierten Auffassung Raum, indem er die Neuordnung in Böhmen und Mähren in einer Form darstellte, die auch nicht die Spur eines objektiven Verständnisses für die Folgerichtigkeit und Notwendigkeit dieser Entwicklung im deutschen Raum erkennen ließ. Wie wenig die Auffassung Lord Halifax' mit den realen Tatsachen in Ueber- cinftimmung zu bringen ist, geht schon aus der Behauptung hervor, daß die Deutschen nach seiner Auffassung in der Tschecho-Slowakei nach München „außergewöhnlich privilegiert" geworden seien. Gegenüber den zur Abwehr der englischen Hetze gelegentlich betonten Erinnerungen an die Geschichte der Entstehung des britischen Weltreiches erklärte Lord Halifax, der Grundsatz, nach dem das britische Weltreich geleitet werde, sei „Selbstregierung", und wo immer es in der Welt aufgetreten sei, habe es die Spuren der „Freiheit und Selbstregierung" hinterlassen.
Lord Halifax gab immerhin zu, daß Südosteuropa ein natürliches Feld für die Ausdehnung des deutschen Handels sei. Er begrüßte es sogar, daß die rumänische Regierung selbst „einen Bericht" — wie er die unverschämte Lügenmeldung bezeichnete — dementiert habe, der von einem deutschen Ultimatum in Rumänien phantasierte, und bestritt auch nicht, daß das englische Volk „einige der Fehler erkenne, die im Versailler Vertrag eine Korrektur erfordern". Im übrigen ließen seine Ausführungen jedoch die Einsicht in die geschichtlichen Zusammenhänge, die sich in den jüngsten Ereignissen in Mitteleuropa offenbaren, und jede unvoreingenommene Erkenntnis des historischen und natürlichen Rechtes Deutschlands auf Lebensraum sowie der vorbildlich friedlichen und legitimen Maßnahmen der deutschen Polittk vermissen.
Norwegens Außenminister dementiert französische Lügenmeldung.
O s l o, 20. März. (DNB.) Außenminister K o h t, der von einem mehrtägigen Besuch in Paris zurück-
kehrte, trat sogleich Hetzmeldungen der französischen Presse aufs entschiedenste entgegen, wonach tue deutsche Regierung schon vor zwölf Tagen von den skandinavischen Staaten unter Drohungen verlangt haben solle, sich sowohl in wirtschaftlicher als auch in politischer Beziehung Deutschland anzuschließen. Der Außenminister erhärt, ihm sei hiervor auch nicht das geringste bekannt. Er könne nur sagen, daß aller Grund vorhanden sei, solchen Pressemeldungen in Zeiten wie den jetzigen mit allergrößter Skepsis zu begegnen.
Oaladiers Vollmacht.
Die neuen Maßnahmen zur Stärkung der Landesverteidigung.
Paris, 21. März. (Europapreß.) Die im Ministerrat vom Montag beschlossenen Verordnungen zur Erhöhung der Schlagkraft der Landesverteidigung enthalten in ih^ern ersten Teil eine Ermächtigung, „die Militärpersonen der Disponibilität und der Reserve" einzuberufen, d. h. zu einer Mobilmachung ohne Befragen des Parlaments zu schreiten. Unter der „Disponibilität" find die beiden jeweils zuletzt entlassenen Jahresklassen zu verstehen. Die Reserve geht bis zum fünfzigsten Lebensjahr. Eine weitere Verordnung ermächtigt die Regierung zu einer Verstärkung des Offizier- und U n t e r a f f i z i e r k o r p s und zur Schaffung eines sogenannten „Goum". Goum ist die Bezeichnung für die aus Eingeborenen bestehenden mobilen Einheiten zum Schutze der Sicherheit in Nordafrika. Die Stärke eines Goum kann von einem Bataillon bis
London, 21. März. (DNB. Funkspruch.) Die zahlreichen diplomatischen Besprechungen, die Lord Halifax am Montag hatte, veranlassen die Londoner Dienstagmorgenblätter zu ausgiebigen Spekulationen. Die Betrachtungen der Blätter lassen den Schluß zu, daß man trotz aller Lügen im Augenblick keine unmittelbaren Befürchtungen bezüglich einer weiteren „Aggression" zu hegen scheint; immerhin will man eine gemeinsame Erklärung Englands, Frankreichs und Sowjetrußlands herbeiführen, etwa des Inhaltes, daß weitere „Aggressionen" in Europa auf kollektiven Widerstand stoßen würden. Der sowjetrussische Vorschlag, eine Außenministerkonferenz einzuberufen, findet in englischen Regierungskrisen wenig Beifall. Die „Times" stellt fest, daß sich gegenüber dem sowjetrujfischen Vorschlag die Frage erhebe, ob mit einer Konferenz den Interessen des Friedens besser gedient sei als durch die Fort- etzung der diplomatischen Fühlungnahme. Die unmittelbare Besorgnis in Rumänien scheine etwas nachgelassen zu haben.
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Auch in Paris zeigen rechtsgerichtete Blätter wie Journal, Matin, Petit Journal und Jour durchaus keine große Begeisterung für die von Litwinow- Finkelstein bei England und Frankreich angeregte
zur Stärke von mehreren Bataillonen gehen. Das dritte Dekret betrifft die Verdoppelung der sechsten M i I i t ä r r e g i o n , deren Sitz Metz ist, was also die Schaffung eines neuen A r - meekorps an der Ost grenze bedeuten dürfte. *
Neun weitere Verordnungen betreffen Maßnahmen zur Intensivierung der Produk- 11 o n und Verlängerung der Arbeitszeit in den Rüstungsbetrieben. Das Korps der Militär-Ingenieure in der Waffenfabrikation wird verstärkt. — Weitere Verordnungen bestimmen die Einberufung von technischem und Verwaltungspersonal bei der Waffenfabrikation sowie bei der Luftfahrt. Schließ- lich die Schaffung eines „Zentraldienstes für die Aktion und Information" bei der Ministerpräsipent- fchaft, die Möglichkeit zur Enteignung für Arbeiten, die der Luftabwehr dienen, usw.
„Keine Sorge
um die Unabhängigkeit Hollands."
Amsterdam. 21. Marz. (DNB.) Der „Maas- bode" schreibt, daß man von gewisser Seite dem holländischen Volke seit dem Verschwinden der Tschecho-Slowakei Angst und Sorge um die Unabhängigkeit Hollands einreden wolle. Diese Sorge sei jedoch wenig begründet, da der deutsche Schritt auf die schwierige Wirtschaftslage Deutschlands zurückzuführen sei. Der „Drang nach Osten" fei wirtschaftlich zu einem „Zwang nach Osten" geworden und fei daher die Haupttriebfeder des deutschen Vorgehens. Deutschland habe aber nicht denselben Drang nach Westen.
„große Konferenz". Die Russen müßten nun gerade bei dieser Gelegenheit versuchen, so schreibt Journal, wieder in die europäische Politik zurückzukehren. Dieser Fall sei jedoch äußerst heikel; «Rußland stelle zwar auf dem Papier- eine große Macht «dar, aber eine Macht, die vor allem Rumänien und mehr noch Ungarn und Polen beunruhige. Das Petit Journal betont, daß Polen auf keinen Fall sowjetrussische Soldaten auf seinem Gebiet haben wolle. Man dürfe jedoch nicht vergessen, daß die erste Bedingung für eine Rückkehr Sowjetruh- lands in den europäischen Kreislauf in der Zustimmung der am meisten und unmittelbarsten interessierten Mächte, d. h. also Polen und Rumänien, liege. Die Warschauer Regierung habe bereits der französischen Regierung mitteilen lassen, daß Polen auf keinen Fall die Anwesenheit auch nur eines Einzigen sowjetrussischen Soldaten auf seinem Gebiet dulden würde. Aus diesem Grunde scheine man in Paris als erste Maßnahme die Schaffung eines ungarisch-polnisch-rumänischen Blok- kes (!??) ins Auge zu fassen. Diese Frage werde auf der Tagesordnung der diplomatischen Besprechungen stehen, die Ministerpräsident Daladier und sein Außenminister Bonnet am kommenden Wochenende in London mit den englischen Ministern haben würden.
Erfolge die Frucht harter, unermüdlicher Arbeit sind, die seit Jahren im Heere geleistet wird, Arbeit auf dem Gebiet der Vorbereitungen zum blitzschnellen Handeln und zur peinlichsten Durchführung der befohlenen Operationen, Arbeit auf dem Gebiet der Erziehung und Ausbildung, die die Truppe erst zur Ausführung der gegebenen Befehle unter schwierigen Verhältnissen befähigt.
Soldaten des Heeresgruppenkommandos 3, des IV., XIII., XIV. und XVI. Armeekorps, des VIII. Armeekorps und ihr jungen ostmärkischen Verbände des Heeresgruppenkommandos 5, des XVII. und XVIII. Armeekorps! Ihr habt den Beweis erbracht, daß alle unsere mit heißem Herzen für die Größe und Stärke des Heeres geleistete Aufbauarbeit e r - folgreich war. Ihr alten und ihr jungen Verbände des deutschen Heeres habt gezeigt, daß in euch — treuer Überlieferung gemäß — die alten Soldatentugenden leben, ohne die ein Heer nicht bestehen wird und nicht siegen kann. Auf euch, die ihr jetzt die Ehre hattet, seinen Namen zu oertreten, blickt das ganze Heer mit Freude, Genugtuung und- StolZ.
Es lebe der Führer! Es lebe Grohdeutschland! Es lebe das deutsche Heer!
Gez. von Brauchitsch, Generaloberst.'
Der Gebrauch der deutschen Sprache in präg.
Prag, 20. März. (Europapreß.) Während bisher der Gebrauchder deutschen Sprache im Verkehr mit den Prager städtischen Aerntern nicht nur verpönt, sondern durch eine Reihe von Vorschriften geradezu verboten war und vor wenigen Tagen noch gegen die letzten deutschen Firmenaufschriften in Prag ein scharfer Kampf geführt wurde, ist jetzt eine grundlegende Aenderung eingetreten. Am Montag hat das Präsidium der Stadt Prag ein von dem Primator Dr. K l a p k a gezeichnetes Rundschreiben erlassen, in dem über den Gebrauch der deutschen Sprache bis zur endgültigen Regelung folgendes bestimmt wird:
1. Die deutschen Vertreter aller Gemeindekörper, schäften sind befugt, bei allen Verhandlungen . ih r e Muttersprache zu benützen.
2. Deutsche Eingaben werden angenommen und in deutscher Spracheerledigt. Ist der zuständige Beamte der deutschen Sprache nicht mächtig, sargt er für die Beiziehung eines anderen, sprachen kundigen Beamten. Für Den mündlichen Verkehr Deutscher mit den städtischen Aerntern gilt sinngemäß das gleiche.
3. Eintrittskarten zu allen Veranstaltungen 'können in deutscher Sprache abgefaßt werden.
4. Es steht jedem frei, bei Geschäfsauf- s ch r i f t e n , Bekanntmachungen und Plakatierungen sich der deutschen Sprache zu bedienen.
Neue Unruhen in Syrien.
Damaskus von französischenTruPpen besetzt
Paris, 20. März. (Europapreß.) Neue Unruhen in Damaskus, die mehrere Opfer forderten, haben den französischen Oberkommissar Puaux zum Einschreiten veranlaßt. Auf seine Weisung hin ist Damaskus, die Hauptstadt des syrischen Mandatsgebiets, von französischen Truppen besetzt worden. Die Truppen haben die wichtigsten Gebäude der Stadt und die Hauptverkehrspuittte in Besitz genommen. Jede öffentliche Kundgebr//?g wurde verboten. Der jetzige Zustand ist eine Foltze der bei den syrischen Nationalisten herrschenden Unzufriedenheit darüber, daß D ej: syrisch-französische Vertrag vom Jahre 1936, der dem syrischen Mandatsgebiet die S e l b st ä n d i g k e i t geben sollte, von Frankreich immer nod) nicht in Kraft gesetzt worden ist. Die durch den Rücktritt des letzten Kabinetts Lu f t i Haffnr aus- gelöste Ministerkrise ist ebenfalls noch nicht bei gelegt, da der nationalistische Block die Mitarbeit an jeder neuen Regierung verweigert, die nicht in der Lage ist, die Inkraftsetzung des syrisch-französischen Vertrages vom Jahre 1936 herbeizuführen.
Kleine politische Nachrichten.
Der deutsche Botschafter in Paris, Graf Welczeck, hat Auftrag erhalten, zur Bericht« erstattung nach Berlin zu kommen.
Auf Wunsch des Reichswirtschaftsminifters Funk hat der preußische Finanzminister, Professor Dr. P o p i tz , den Staatssekretär des preußischen Finanzministeriums Dr. L a n d f r i e d für die Zeit des Krankheitsurlaubs des Staatssekretärs Brink« mann zur Wahrung der Geschäfte des Staats« sekretärs im Reichswirtschaftsministerium zur Verfügung gestellt. Ferner wurd^ zu seinem Vertreter für die ihm nach dem Bankgesetz obliegenden Geschäfte als Reichsbankvizepräsident das Mitglied des Reichsbankdirektoriums Emil Puhl bestellt.
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Reichsschatzmeister der NSDAP., Reichsleiter Franz laoer Schwartz, hatte seine Beauftragten in die Hauptstadt der Bewegung zur 6. Arbeits« tagung der Finanz- und Parteiver« m a 11 u n g berufen. Unter Leitung des Stabsleiters, Hauptdienstleiter Saupert, nahmen neben sämtlichen Gauschatzmeistern Großdeutschlands die Leiter der Hauptämter und Aemter aus dem Dienstbereich des Reichsschatzmeisters und die Beauftragten des Reichsschatzmeisters in Revisionsangelegenheiten bei den Bauleitungen teil. Ferner wohnten Mitarbeiter vom Stabe des Stellvertreters des Führers der Tagung als Gäste bei.
NSKK.-Obergruppenführer Genera! der Jnfan« terie Herzog'von Coburg, der Präsident des Ständigen internationalen Frontkämpferkomitees, ist nach dreitägigem Aufenthalt in Sofia am Sonn« tagabenb nach Belgrad weitergereist. Als Vertreter des Königs hatte sich zur Verabschiedung Prinz Kyrill eingefunden.
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In der ganzen Slowakei wurden am Sonntag Dankgottesdienste aus Anlaß der Befrenmg der Slowakei abgehalten. In Preßburg im.St.-Mar- tins-Dorn nahm an dem Gottesdienst nahezu Die ganze slowenische Regierung teil. Vor dem Dom hatte eine Ehrenkompanien der Hlinka-Garde 21 ur stellung genommen, deren Vorbeimarsch bann De Außenminister Dr. Durcanschky abnahm.
Die bisher gültigen Briefmark«» und Wertzeichen werden in der Slowakei mit dem Vermerk „Slowakischer Staat 1939" über druckt. Sie sollen bis zur Herausgabe' besonderer slowakischer Briefmarken und Wettzetchen gelttib
Eine ernste"
arnnng an England
Berlin, 20. März. (DNB.) Die der Wilhelm-, traße nahestehende „Deutsche Diplomatisch - politische Information" schreibt zur Haltung Englands zu der Lösung der tschecho-slowa-^ tischen Frage:
Die Berufung der deutschen Botschafter in London und Pans zur Berichterstattung nach Berlin sowie die Zurückweisung des englischen und französischen Protestes ist keine formale Angelegenheit, sondern zeigt bas Mißfallen Der beutfchen Reichsregierung anber Haltung vor allem E n g l a n b s zu ber Lösung der tschecho-slowa- kischen Frage aus. Die Stellungnahme der englischen Zresse und die Aeußerungen englischer Politiker und es Ministerpräsidenten haben in Deutschland außerordentlich verstimmt. Deutschland hat — wohl gemerkt — auf Wunsch der legalen tschecho-slowakischen Regierung eine allgemein, für Deutschland aber besonders unerträgliche Situation bereinigt und eine ausschließlich Deutschland angehende Angelegenheit in Ordnung gebracht. England hat darauf in Reden und in der Presse eine Hetze entfaltet, die an Verantwortungslosigkeit gegenüber der europäischen Zusammenarbeit kaum noch zu überbieten ist. Der Versuch, Rumänien durch Lügen zu mobilisieren und mit diesem Staate eine neue Beneschpolitik gegen Deutschland zu exerzieren, kann nur als verbrecherisch bezeichnet werden. Man ist in Deutschland erstaunt darüber, daß ausgerechnet England in einer Frage sich moralisch entrüstet, für Deren Entstehung und Zuspitzung es in allererster Linie selbst verantwortlich war.
Gewisse Nachrichten aus Prager amtlichen Kreisen offenbaren mit verblüffender Deutlichkeit, daß England bis in die jüngste Zeit hinein die für den Frieden in Europa und die Befriedung vitaler deutscher Interessen unerläßliche Lösung der tschechv- lowakischen Fragen keineswegs gefördert hat. Jrn Lichte dieser Nachrichten bekommt die propagandistisch so beflissen ausgewertete Mission Chamberlains in Münchenund Godesberg eine Deutung, die nicht mit der britischen These übereinstimmt, daß die britische Politik uneigennützig und einzig von dem Wunsche nach dem Frieden in Europa getragen gewesen märe. Vielmehr muß es heute scheinen, als ob Chamberlains Weg nach München und Godesberg von dem Bestreben geleitet war, in letzter Minute ein endgültiges Debakel der englischen Politik im mittel« europäischen Raum durch eine angebliche Friedensgeste und ein politisches Kompromiß zu verschleiern.
Mit besonderem Nachdruck muß heute darauf hingewiesen werden, daß Deutschland immer und auf allen Gebieten versucht hat, zu einem Ausgleich, ja z u einem freundschaftlichen Verhält- nis mit England zu kommen. Aus dieser Einstellung heraus wurden das deutsch-englische Flottenabkommen und die deutsch-englische Erklärung von München abgeschlossen. Beide Abkommen sind aus dem Geiste geboren, daß Deutschland und England unter Wahrung ihrer vitalen Lebensinteressen auf der Basis ihrer völkischen Verwandtschaft und ihrer wirtschaftlichen Beziehungen in freundschaftlicher Zusammenarbeit ihre verschiedenen und verschiedenartigen Missionen in der Welt erfüllen können. Beide Abkommen haben demnach ihre Grundlage in diesem Geist, und es handelt sich nicht um. Gelegenheitsverträge, Die isoliert und unabhängig von einander betrachtet werden könnten, sondern um zusammenhängende, sich gegenseitig bedingende Ausdrucksformen einer poli
tischen Ueberzeugung.
Wenn die Presse und die amtlichen Stellen Londons erklären, daß die Lösung Der tschecho-slowaki- schen Frage eine Aufhebung des Münchener Abkommens darstelle, so kann nur Die deutsch-englische Erklärung von München gemeint sein, denn ein anderes Abkommen zwischen England und Deutschland in bezug auf ihre beiderseitigen Interessen und Aufgaben ist in München nicht abgeschlossen worden. Die Haltung der englischen Presse und maßgebender Kreise muß demnach den Eindruck erwecken, daß England alle Abmachungen und Probleme nur vom Blickpunkt seiner Machtposition aus wertet, sich als Feind jeder Stärkung Der deutschen Position fühlt und versucht, Deutschland bei der Befriedung und Sicherung seines ihm zuftehenden Lebensraumes Schwierigkeiten zu machen. Unter solchen Umständen würde Deutschland allerdings gezwungen fein, feine grundsätzliche Einstellung einer einschneidenden und endgültigen Revision zu unterziehen.
Die Besetzung reibungslos vollzogen.
Das goldene Ehrenzeichen für Brauchitsch und Keitel.
Berlin, 20. 2Närz. (DNB.) Der Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst von B rauch i l f ch, meldete dem Führer bei feiner Ankunft in Berlin auf dem Görliher Bahnhof als der Träger der vollziehenden Gewalt die reibungslose und vollständige Besetzung des böhmisch-mährischen Raumes durch die deut- scheu Truppen und die erfolgte Uebernahme sämtlicher militärischen Anlagen durch die örtlichen TNililärbefehlshaber.
Der Führer hat aus Anlaß des so erfolgreichen Abschlusses der militärischen Operation in Böhmen und Mähren den beiden Generalobersten von Brauchitsch und Keitel das Goldene Ehrenzeichen der Partei überreicht. Der Führer verband damit seine persönliche Anerkennung und seinen Dank für die verdienstvolle Arbeit der beiden Generale.
Dank an die Truppe.
Die Frucht unermüdlicher Erziehung und Ausbildung.
Der Oberbefehlshaber Des Heeres hat folgenDen Tage.sbefehl ausgegeben:
An Das Deutsche Heer'!
Am 16. März sprach mir Der Führer auf Dem HraDschin in Prag feine Anerkennung für Die hervorragenden Leistungen Der in Die Tscheche! einmarschierten Teile Des Deutschen Heeres aus. Ich habe Die cmerfcnnenDen Worte freudigen Herzens entgegengenommen. Auf meinen Fahrten zu den eingesetzten Armeekorps habe ich mich Dann selbst von Der ausgezeichneten Haltung Der Truppe allerorts überzeugt. Ich kann heute allen Stellen Des Heeres, Die zu dem großen Erfolge der letzten Tage beigetragen haben, meinen aufrichtigen Dank sagen.
Ich bin mir dessen bewußt, daß die militärischen
Diplomatische Aktion in Paris und London.


