Englands neue Rüstungsanleihe
II
Das neue Heilpraktiker-Gesetz
Heinrich, während er ans der Tiefe der Erde zwei
..Die Bayern Backbord-Fallreep!
Bald darauf standen Öde sieben Heldensohne in
mit dem
„Die gemeldete Anzahl Bayern angetreten!" Streng prüfend musterte der Erste Offizier bier-
Oie beiden Lieblinge.
Don Theodor von Hanffstenqel.
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verschimmelte, angefressene Tornister hervorzog. Zitternd äugten die beiden. Was würde Heinrich tun? Er drehte, befühlte, beroch, dachte nach, sah sich um — und ließ die Tornister wieder dort verschwinden, woher sie gekommen waren. Kerzengerade stand Heinrichs junger Apfelbaum über dem Tornistergrab. Die Zwillinge auf ihrem Ausguck sahen sich an.
„Heinrich ist ein feiner Kerl", sagten ihre Blicke.
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suchte und seinen Rücken daran scheuerte.
„Ähr seid doch nicht etwa bange? Artige Kinder brauchen nicht bange zu sein."
Tante Miezes scharfe Augen verlangten dringend eine Antwort.
„Wir sind aber meistens unartig", gestand Rudi. „Das ist gerade das Dumme", pflichtete Hans bei
„Oh, oh! Das ist aber schlimm! Da wird euch der Lehrer —" Weiter kam Tante Mieze nicht. Die beiden Lieblinge hatten sich unerwartet empfohlen.
So fing es an. Mit Tante Miezes pädagogischen Kunstgriffen fing es an. Tante Mieze war also die eigentliche Ursache, daß da, wo jetzt der Apfelbaum — doch davon später.
Weihnachten war da, das Fest der Freude und des Glücks. Das Glück kam auch zu den beiden Lieblingen. Es bescherte jedem einen Schultornister aus wundervollem Leder, eine Lust für jedes artige Kind.
..Wenn es nur schon Ostern märe!" jauchzte Tante Mieze an Stelle der beiden Lieblinge, die um die Tornister schlichen wie das Raubzeug um den Köder. Sie tasteten und schnupperten daran, aber man wartete vergeblich auf einen Begeisterungssturm
„Ähr freut euch wohl nicht?" fragte Mutti.
Die beiden Lieblinge natürlich! Wer denn sonst!.
Und damit war alles erledigt. Batt hatte niemals Zeit, wenn er die Zwillinge verhauen sollte, und Muttt sagte, das sei Männerarbeit. Außerdem aber kamen die beiden Lieblinge ja Ostern zur Schule. Da hörten diese Streiche ganz von selbst •auf.
Wie so häufig-, war das den Eltern fehlende pädagogische Talent in desto reichererem Maße Tante Mieze zuteil geworden.
Es war nicht lange vor Weihnachten, da kam Tante Mieze zu Besuch. Sie traf die beiden Lieblinge im Vorgarten. Die zwei waren gerade nicht ohne Erfolg bemüht, eine neue Sorte Streichhölzer an der um den Weinstock gewundenen Strohhülle auszuprobieren.
„Ra, ihr beiden", sagte Tante Mieze. „Ostern ist es nun so weit? Freut ihr euch denn auch auf die Schule?"
Die Antwort der beiden Lieblinge bestand darin, daß sich jeder einen Pfosten der Gartentür aus-
Rudi.
„Hast du niemals Schläge gekriegt?" wollte Hansi wissen.
Batt beeilte sich, das Gespräch wieder auf die Tornister zu bringen.
Än Rudis Augen leuchtete es plötzlich auf. „Wenn man nun aber keinen Tornister hat?"
„Dann kann man nicht zur Schule gehen. Das ist gerade so, als ob ein Soldat ohne Gewehr in den Krieg wollte."
Vor dem Einschlafen flüsterte der eine Liebling s dem anderen .zu: „Du — ohne Tornister kann man nicht in die Schule gehen, hat Vati gesagt."
' Ostern kam. Aber die Ostereier schmeckten den beiden Lieblingen nichtt besonders. Sie waren überhaupt ernst, sittsam und nachdenklich geworden.
„Der segensreiche Einfluß der Schule macht sich schon jetzt bemerkbar", stellte Tante Mieze fest.
Fleiß und Ordnungsliebe wurden in diesen letzten Tagen der Freiheit die Hauptmerkmale der beiden Lieblinge. Mit Feuereifer schafften sie an ihrem kleinen Blumenbeet. Das Graben wurde zur
dem BacEord-Ächterdeck. Rach Dormusterung s durch den Wachtmeister und den wachhabenden
London, 20. Febr. fDRB.) Schatzkanzler Sir John Simon brachte am Montag den vor einigen Tagen im Unterhaus angekündigten Antrag em, der die Regierung ermächtigt, Anleihen für Verteidigungszwecke in Höhe biszu 8 0 0 Millionen Pfund Sterling aufzulegen. Der Antrag sieht vor, daß die Anleihe nicht nur, wie bisher, für rein militärische Zwecke verwendet werden darf, sondern auch für die Zwecke des Lu f t- scbutzes, die Ansammlung von Lebensmitteln und kriegswichtigen Rohmaterialien.
Zur Begründung des Antrages führte Sir John Simon aus, es fei bereits früher darauf hingewie- fen worden, daß die Rüstungsausgaben sich auf mehr als 1,5 Milliarden Pfund Sterling für den Fünfjahresplan stellen würden. Die britische Produktionsfähigkeit fei schnell gesteigert worden, und die britische Rüstungserzeugung habe nunmehr einen Umfang angenommen, wie es ihn bisher niemals in Friedenszeiten gegeben habe. Das kommende Jahr werde zum ersten Male die Produktion in vollem Schwung sehen. Was das Flottenbauprogramm anlange, so würden am 31. März 660 000 Tonnen im Bau sein, darunter neun Großkampsschiffe. Die Bewaffnung der Armee und die Beschaffung von Kriegsreserven halte'hiermit Schritt. Die Luftwaffe habe eine große Anzahl neuer Flugzeuge angeschafft, die Fabriken würden weiter vermehrt. Das nächste Jahr, das dritte des Aufrüstungsplanes, werde 580 000 Millionen Pfund Sterling erfordern. Er nehme an, daß 230 000 Pfund aus Einnahmen und 350 000 aus der Anleihe beschafft werden müßten. Simon zählte hieraus die steuerlichen Maßnahmen der Regierung in den letzten Jahren auf —
„Amerika den arischen Amerikanern".
22000 Menschen protestieren gegen die jüdische Hetze.
R euyo r k, 21. Febr. (DRB. Funkspruch.) Unter dem Motto „Amerika den arischen Amerikanern!" sand anläßlich des Geburtstages Washingtons im Madison Square Garden eine Masserversammlung statt, die v o m A m e - rikadeutschen Volksbund einberufen worden war. Die riesige Halle, die 22 000 Besucher saßt, mar bis auf den letzten Platz besetzt. 1800 Polizisten waren eingesetzt worden. Vor und nach der Versammlung kam es zu Zusammenstößen der Polizei mit jüdisch-kommunistischen Demon- str an t e n.
Die Versammlung selbst verlief in mustergültiger Disziplin. Rund 30 bis 40 v. H. der Versammlungsbesucher waren Amerikanernichtdeutscher Ab st a m m u n g. Sämtliche Redner des Abends bewiesen an zahlreichen Beispielen, in welchem Maße der jüdische Bolschewismus, der sich als Wortführer der Demokratie und der amerikanischen Ideale aufspiele, in Wahrheit die politische Philosophie des Landesvaters George Washington untergrabe. Besonders starken Beifall erntete Pfabrer v o n B o s s e aus Philadelphia, der daran erinnerte, daß das deutschamerikanische Element einen überragenden Anteil an dem Aufbau Amerikas hat Er zitierte dabei Washingtons Wort: ,F)hne Steuden kein Washingto n". Dann geißelte er vor allem die jüdische Greuelhetze über angebliche Religionsverfolgungen in Deutschland, wobei er darauf hinwies, daß die deutschen Kinder im Gegensatz zu den amerikanischen sogar in der Schule Religionsunterricht genießen.
Das Bundestnitglied F r o e b e s e aus Milwaukee wies nach, daß die amerikanischen Arbeiterwirren vor allem auf die jüdischen Gewerkschaftsbonzen zurückzuführen seien und kritisierte auf, das schärfste den jüdischen Boykott, .der die nicht- jüdischen Amerikaner in außerordentlich starkem Maße schädige und nur ein Mittel zur Errichtung der jüdischen Weltherrschaft sei. Sämtliche Redner betonten bert amerikanischen Charakter des Bundes. Uebereinstimmend wurde ferner erklärt, daß der Kampf für ein freies Amerika sich in erster Linie gegen Kommunismus und Judaismus richten müsse. Ein Kampf gegen den Nationalsozialismus sei völlig irrsinnig, zumal der Nationalsozialismus nach Hitlers eigener Erklärung kein Exportartikel sei.
Broscheites aus Memel.
Don G. G Irhr. von Iorstner.
Im Juli 1904 lagen mir mit dem I. Geschwader im schönen norwegischen Fjorj) vor Molde. Unser Geschwaderchef, Prinz Heinrich von Preußen, holte mit seinem Flaggschiff SMS „Kaiser Friedrich III." den späteren Prinzregenten von Bayern aus Bergen ab. Gegen 11 Uhr vormittags paradierten wir vor dem hohen Gast unseres prinz- lichen Geschwaderchefs. Gleich nach dem Ankern stieg das Flaggensignal empor:
„Sämtliche Bayern 5 Uhr nachmittags an Bord des Flaggschiffes senden!" *
Wie waren hiervon nicht überrascht. Auf Geschwader-Tagesbefehl hatten wir nämlich tags zuvor bereits die Anzahl der an Bord befindlichen Bayern melden müssen.
Unser Erster Offizier befahl dem Wachtmeister, ihm die Bayern gut rasiert und mit geschnittenen Haaren in erster Garnitur Blau um 4 Uhr zur Musterung vorzuführen. Sorgsam überwachten Korporalschastssührer und Divisionsoffiziere die
■ Wer hatte die frische Wäsche im Garten Dreckspritzern verziert, wer hatte die Luft aus Reifen gelassen, wer hatte dem Hunde Pluto ein Abführmittel eingegeben, wer hatte unreife Pflaumen pfundweise im Magen?
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bcfähigung und Heilerfolge für einen Zeitraum von mindestens drei Jahren nachzuweisen. Die Anträge sind an die zuständige Höhere Verwaltungsbehörde zu richten. Diese prüft die Voraussetzungen und legt den Antrag dem Reichsmini- ster des Innern zur Entscheidung vor. Vor der Entscheidung ist ein Gutachte raus schuß zu Horen. Der Gutachterausschuß hat den Antragsteller einer Krankenanstalt zuzuweisen, in der seine Heilbefähigung und feine Heilerfolge durch den zuständigen leitenden Arzt unter Hinzuziehung eines Heilpraktikers zu überprüfen sind. Eine auf Grund des § 2 Abs 1 des Gesetzes erteilte Erlaubnis berechtigt zur Ausübung der Heilkunde unter der Berufsbezeichnung „Arzt für Naturheilkund e". Personen, denen diese Erlaubnis erteilt ist, unterstehen der Reichsärzteordnung.
Anträge auf Zulassung zum Studium der Medizin sind an die zuständige höhere Verwaltungsbehörde einzureichen. Die Antragsteller dürfen das 30. Lebensjahr noch nicht überschritten haben. Die höhere Verwaltungsbehörde legt nach Abschluß der Ermittlungen den Antrag mit dem Gutachten des Gutachterausschusses des Reichsminister des Innern vor, der im Einvernehmen mit dem Stellvertreter des Führers gegebenenfalls den Antrag an den Reichsminister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung weiterleitet.
Zur'Wahrung der Berufsbelange der zur Ausübung der Heilkunde zugelaffenen Personen ist die Deutsche Heilpraktikerschaft E. V. mit dem Sitz in München errichtet worden. Sie wird als alleinige Berufsvertretung anerkannt. Ihr Leiter wird vom Reichsminister des Innern im Einvernehmen mit dem Stellvertreter des Führers berufen und abberufen. Er regelt in einer Berufsordnung die Berufspflichten der Mitglieder.
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des Heilvraktikergesehes.
Das neue Reichsgefetz „zur Neuregelung auf dem Gebiete. der Heilkunde" enthält eine grundsätzliche Neuerung. Die seit 70 Jahren im Altreich bestehende „K u r i e r f r e i h e i t" ist a u f g e t) o b e n worden. Damit ist eine Entscheidung gefallen, die schon oft erstrebt wurde, die aber erst der Nationalsozialismus zur Tat werden ließ. Die gegenwärtig vorhandenen Heilpraktiker üben ihren Beruf gegen eine besondere staatliche Erlaubnis weiter aus. Die Genehmigung hierzu wird nur solchen Personen zuerkannt, die schon bisher berufsmäßig auf diesem Gebiete tätig waren und auch charakterlich die notwendigen Erfordernisse erfüllen. Ihre Berufsbezeichnung „Heilpraktiker" steht unter gesetzlichem Schutz, sie sind auch verpflichtet, ihrem Berufsverband anzugehören. Für die Zukunft werden keine weiteren Heilpraktiker zugelasfen. Ihre Schulen werden geschlossen, begabte Teilnehmer erhalten erleichterten Zugang zum Studium oder in besonders gelagerten Fällen auch ohne die sonst vorgeschriebene Ausbildung die Zulassung als Arzt für Naturheilkunde. Jede anderweitige Ausübung der Heilkunde von feiten eines Nichtarztes ist strafbar.
Damit ist für Großdeutschland eine einheitliche Regelung getroffen, die allein von den Rücksichten auf die Volksgesundheit bestimmt war. Wer in selbstloser Weise seinen Mitmenschen hilft, Krankheiten vorzubeugen ober zu heilen, soll daran nicht gehindert werden: wer aber berufsmäßig Heilkunde ausübt, muß es unter staatlicher Aufsicht tun und seine Befähigung unter Beweis stellen. Da es einen Neuzuzug von Heilpraktikern nicht mehr gibt, so wird in nicht ferner Zeit die völlige Einheit des deutschen Gesundheitswesens, soweit es die Aerzte betrifft, erreicht fein. Damit ist keineswegs gesagt, daß die Naturheilkunde als solche aufgehört haben soll, Anregungen und Neuerungen zu liefern, aber ein zweiter Berufsstand kann nicht zugelassen werden.
Das neue Gesetz will nichts anderes, als die beste gesundheitliche Betreuung des deutschen Volkes zu gewährleisten. Der mit natürlicher Heilbegabung ausgestattete und sich seiner Verpflichtung gegenüber der nationalsozialistischen Volksgemeinschaft
deutlich werden und sagen, w a s e i g e n t l i ch im Werden begriffen ist. So europäisch fühlt man in London noch, um nun nicht alles mitzumachen, was Roosevelt unb Genossen für unerläßlich halten. Reuter hat, ganz gewiß nicht aus eigenem Trieb, mit erstauntem Augenaufschlag feftgestellt, baß hierorts von „deunruhigenben Nachrichten" nichts bekannt fei. Unb in Europa müßte man doch eigentlich unterrichtet sein.
So, nun steht Herr Roosevelt als der Mann da, der mit seinen „beunruhigenben Nachrichten' nicht ganz bei der Wahrheit geblieben ist. Oder man hat ihn beschwinbelt. Um so schlimmer für ihn, wenn er bann ohne genauere Nachforschungen in Panik macht. Man mag bie Dinge brehen wie man will, bei diesem Abenteuer schlleibet Roosevelt besonders schlecht ab. Er wird sogar von seinem englischen Bundesgenossen fallen gelassen, der beschwörend die Hände erhebt und damit zum Ausdruck bringt, baß man es beim doch nicht zu weit treiben möge Aber Herr Roosevelt kennt keine Grenzen, was bedeutet, daß er bie Völker nur aufeinanberhetzen will, um sie zum Weißbluten zu bringen. Um so reicher ist bann bas Erde. Vielleicht überlegt man sich einmal, welchen Wert „beunruhigende Nachrichten" in Der von Roosevelt gewünschten Auswirkung gerade für England und Frankreich haben können.
Beim vorletzten Mann aber wurde er stutzig: „Wachtmeister, der Mann ist doch nicht aus
Bayern? Da müßte ich mich doch sehr irren!"
Der nie verlegene Wachtmeister meldete hierauf aber nur kurz:
„Jawohl, Herr Kapitän! Das ist aber auch ein guter Mann, es ist der Broscheites aus Memel!"
Dies ging dem Ersten Offizier denn doch etwas gegen den Strich:
„Wie kommen Sie dazu, den Mann hier einfach zwischen die Bayern zu stellen?"
„Herr Kapitän! Sieben mußte ich doch haben, die hat bas Kommanbo schriftlich gemelbet. Und nun hat sich gestern abenb ausgerechnet ber verfluchte Kerl, ber Huber aus München, an Land betrunken, unb wir müssen den noch bestrafen. Da können wir den Mann doch unmöglich Seiner Königlichen Hoheit vorführen! Der verdient es gar nicht, dem Prinzen vor bie Augen zu treten und womöglich noch einen Taler, und eine Medaille zu kriegen."
„Wachtmeister! Alles schön und gut. Aber das geht wirklich nicht, ausgerechnet diesen Ostpreußen, als Ersatz-Bayern herüberzuschicken. Könnten wir da nicht noch schnell wenigstens einen Mann aus Süddeutschland sich klar machen lassen? Wenn Königliche Hoheit die Leute anspricht und ber Broscheites bann nur ben Munb aufmacht, finb wir boch gleich reingefallen!"
Ueberlegen melbete ber.Wachtmeister aber hierauf nur:
„Herr Kapitän! Das kann gar nicht passieren. Den Mann habe ich schon entsprechend ausgesucht. Er ist mein Aufklarer im Zwischendeck und immer sehr fleißig. Dem möchte ich gerne ben Taler zukommen lassen, ben bie Leute boch wohl kriegen werben. Der kann uns gar nicht verraten. Der arme Kerl stottert ja so unb ist immer gleich ganz aus ber Tüte, wenn ein Vorgesetzter ihn anspricht. Dann kriegt er überhaupt kein einziges Wort heraus, unb ich hab bas vorhin noch ein paarmal mit ihm burchexerziert. Sobalb Königliche Hoheit bas merkt, wie verlegen ber Broscheites ist, und ich habe ihm noch extra befohlen, bet jeder Anrede gleich einen ordentlichen roten Kopf zu kriegen — dazu braucht er bloß ein paarmal mit den Backen zu würgen —. dann wird Königliche Hoheit schon den nächsten weiter fragen. Er kann es Herrn Kapitän ja gleich einmal vormachen "
Prächtig ging hierauf die letzte Generalprobe oor sich
Um 6 Uhr nachmittags tarnen die Bayern stolz mit ber Lubwigs-Mebaille an ber Helbenbrust unb einem blanken Taler in ber Hanb an Bord zurück.
Besonbers stolz unb bantbar war Broscheites aus Memel.
.........auf bie Bayern, bie nun bald der hohen Ehre „Das spricht nun wieder für sie — diese Anhäng- teilhaftig werden sollten, vor ihrem zukünftigen lichkeit an ihr altes Beet", sagte bie mit päbogo- Lanbesherren stehen zu dürfen. Nichts hatte er gischem Scharfblick behaftete Tante Mieze. Dis bei-1 an den ersten fünf Leuten auszusetzen.
Berlin, 20. Febr. (DNB.) Im Meichsgesetzblatt wird das Gesetz über die berufsmäßige Ausübung der Heilkunde ohne Bestallung'(Heilpraktikergesetz) vexöffentlicht. Es bestimmt: Wer die • Heilkunde, ohnealsArztbe stallt zu fein, ausüben will, bedarf dazu der E r l a u b n i 5. Ausübung der Heilkunde im Sinne dieses Gesetzes ist jede berufs- oder gewerbsmäßig vorgenommene Tätigkeit zur Feststellung, Heilung oder Linderung von Krankheiten, Leiben ober Körperschäben bei Menschen, auch wenn sie im Dienste von anberen ausgeübt wirb. Wer bie Heilkunbe bisher berufsmäßig ausgeübt hat unb weiterhin ausüben roilj, erhält bie Erlaubnis nach Maßgabe der Durchführungsbestimmungen: er führt bie Berufsbezeichnung „H e i l p r a k t i k e r".
Wer die Heilkunde, ohne als Arzt bestallt zu fein, bisher berufsmäßig nicht ausgeübt hat, kann eine Erlaubnis in Zukunft nur in besonders b e - gründeten Ausnahmefällen erhalten (§ 2 Abs. 1). Wer durch besondere Leistungen seine Fähigkeit zur Ausübung der Heilkunde glaubhaft macht, wird unter erleichterten Bedingungen zgm S t u d i u m d e r M ebizin zugelassen, sofern er feine Eignung dafür nachweist.
Die Erlaubnis berechtigt nicht zur Ausübung ber Heilkunbe im Umherziehen. Es ist verboten, Ausbildungsstätten für Personen, bie sich der Ausübung ber Heilkunde im Sinne dieses Gesetzes widmen wollen, einzurichten ober zu unterhalten. Wer ohne Erlaubnis die Heilkunbe ausübt, wird bestraft. Die Ausübung ber Z a h n h e i 1 k u n d e fällt nicht unter dieses Gesetzes. Der Reichsminister des Innern kann auch andere Verrichtungen von den Bestimmungen dieses Gesetzes ausnehmen.
Oie erste Durchführungsverordnung
bestimmt:
Wer bei Verkündung des Gesetzes, ohne als Arzt bestallt zu sein, die Heilkunde am Menschen berufsmäßig ausgeübt hat und sie weiter ausüben will, hat die Erlaubnis bis zum 1. April 1939 bei der für seinen Niederlassungsort zuständigen Unteren Verwaltungsbehörde zu beantragen. Aptrags-
anscheinend, um es zu rechtfertigen, daß keine weiteren Steuern auferlegt werden — unb erklärte bann, bie jetzige Generation habe damit zweifellos ihren Beitrag für die Aufrüstung geleistet. Eine Rüstungsbegrenzung müßte eine wesentliche Aenderung ber finanziellen Lage Englanbs mit sich bringen, boch sei bas englische Volk gezwungen, solange eine solche Begrenzung noch nicht zustande- gekommen sei, bie Ausgabenlast im Interesse des Staates zu tragen.
Der Abgeorbnete. Da11on von ber Arbeiterpartei behauptete, im Jahre ,1932 habe Sir John Simon als Außenminister in Genf unterlassen, bie Führung in ber Frage einer wirksamen Rüstungsbegrenzung in die Hand zu nehmen unb habe Eng- lanb auch nicht auf bie Linie mit ben Staaten gebracht, bie bamals eine Abschaffung ber schweren Bomber unb anberer Kampfmittel geforbert hätten. Im übrigen forberte Dalton eine stärkere Versteuerung ber Aufrüstungsnutznießer unb eine Erhöhung ber Zusatzsteuer für große Einkommen. Schließlich schlug er vor, baß bie Erbschaftssteuer erhöht würbe. Dalton sprach sich im übrigen nicht grundsätzlich gegen bie Aufrüstung aus, gab vielmehr feiner Unzufriebenheit darüber Ausdruck, baß seit September kein wesentlicher Fortschritt in ber Aufrüstung festgestellt werben könne. Hinzu komme noch bas Mißtrauen gegen bie Außenpolitik der Regierung. Die Arbeiterpartei habe sich aus diesem Grunde entschlossen, zwar nicht gegen die Finanzpolitik als solche zu stimmen, wohl aber einem Gegenantrag einzubringen, der die Verminderung d e r A n 1 e i h e e r l a u b n i s für die Regierung auf eine Million Pfund vorsehe.
berechtigt sind ferner die zur Zeit auf den Schulen des Reichsheilpraktikerbundes befindlichen Schüler. Ist der Anttag rechtzeitig gestellt, so darf der Antragsteller bis zur Entscheidung über denselben die Heilkunde weiter aus üb en. Die Erlaubnis wird nicht erteilt, wenn der Antragsteller das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet hat: wenn er nicht die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt; wenn er oder sein Ehegatte nicht deutschen ober artverwanbten Blutes ist: wenn er nicht mim bestens abgeschlossene Volksschulbilbung nachweisen kann; wenn er nicht im Besitz ber bürgerlichen Ehrenrechte ist; wenn sich aus Tatsachen ergibt, baß ihm bie politische unb sittliche Zuverlässigkeit fehlt, insbesonbere, wenn schwere strafrechtliche ober sittliche Verfehlungen vorliegen; wenn ihm. infolge eines körperlichen Leibens ober wegen Schwäche seiner geistigen ober körperlichen Kräfte ober wegen einer Sucht bie für die Berufsausübung erforderliche Eignung fehlt; wenn mit Sicherheit anzunehmen ist, daß er die Heilkunde neben einem anderen Beruf ausüben wird
lieber den Antrag entscheidet die Untere Verwaltungsbehörde im Benehmen mit dem Gesundheitsamt. Gegen den Bescheid können der Antragsteller, die Deutsche Heilpraktikerschaft e. V. unb bie zuständige Aerztekammer binnen 2 Wochen Beschwerde einlegen, lieber diese entscheidet bie Höhere Verwal- tungsbehörbe nach Anhörung eines Gutachterausschusses. Die Beschwerbe hat aufschiebende Wirkung. Der Gutachterausschuß besteht aus einem Vorsitzen- ben, ber roeber Arzt noch Heilpraktiker fein barf, zwei Aerzten sowie aus zwei Heilpraktikern. Gegen bie Versagung ber Erlaubnis burch bie Höhere Ver- waltungsbehörbe ist binnen einem Monat bie weitere Beschwerbe an den Reichsminister des Innern zulässig. Dieser entscheidet im Einvernehmen mit dem Stellvertreter des Führer endgültig. Wer eine Erlaubnis erhält, ist verpflichtet, Mitglied der Deutschen Heilprak- tikerschaft e. V. zu werden.
Wer einen Aufnahmeantrag nach §2 A b s. 1 des Gesetzes stellen will, hat seine Heil-
„So einen schönen hatte ich nicht", versichette den Lieblinge drangen mit ihren Bitten nicht durch. Vati. „Aber ich habe ihn doch voll Stolz getragen." Heinrich begann feine Arbeit. Er ahnte nicht, daß Zum Ansporn holte Mutti Vatis Kinderbild vom oben im Wipfel der Tanne die beiden Lieblinge ersten Schulgang. Vatt hatte genau das runde, ver-, saßen, atemlos. „Sowas habe ich mir gleich gelegene, pfiffige Kindergesicht wie seine beiden dacht — die beiden werden mal gut", murmelte Sprößlinge. Von Stolz' war nicht viel zu sehen.
Der mußte wohl mehr im Innern sitzen.
„Du warst wohl immer artig?" erkundigte sich
„Ader Vati hat es doch gesagt!"
Vati erklärte seine Aeußerung von Weihnachten ......
für ein Mißverständnis. Toilette und den Anzug ber Bayern. 10 Minuten
Mit langen Gesichtern, zwei billige Ersatztornister: vor 4 Uhr ließ ber wachbadende Offizier burch ben auf dem Rücken, zogen sie los. Vatt hatte sie de- Bootsmannsmaaten ber Wache auspfeifen: schwindelt. Unb was würbe ber Lehrer zu so schädigen Tornistern sagen!
Leidenschaft.
„Morgen geht's los", sagte Mutti. „Holt eure Tornister, Kinder."
Die Tornister waren nicht zu finden. Alles suchte, am eifrigsten die beiden Lieblinge. Kommoden, Schränke wurden ausgeräumt — vergebens.
„Nun können wir morgen nicht zur Schule", stellten die beiden Lieblinge mit Bedauern fest.
„Quatsch", sagte die zürnende Muttt.
Mittags kamen sie strahlend wieder. „Es war so tadellosem Anzug schnurgerade ausgerichtet auf schön — viel schöner, als wir dachten." Aber d>e ~
Weihnachtstornister blieben verschwunden. ,____, _______........... ____ ____ __________
Äm Herbst wurde der Garten umgestaltet. Der Offizier meldete der Wachtmeister dem gestrengen Chauffeur Heinrich erhielt den Auftrag, an Stelle Ersten Offizier die Leute zur General-Musterung: des Kinderbeetes einen Apfelbaum zu pflanzen.' ~ ‘
Die beiden Lieblinge waren untröstlich. „Bitte nicht auf unser Beet!" „Warum denn nicht?" „Oh —"


