bewußte Nichtarzt luirb aiiertaiini — öie oft üum Quacksalber (der mit dem Heilpraktiker im heutigen Sinn nichts zu tun haben darf) ausgenutzte Kurierfreiheit vergangener Zeit wird aufgehoben. Wie aus Stellungnahmen des Reichsärzteführers Dr. Wagner und des mit der Führung der Heilpraktiker beauftragten Reichshauptstellenleiters Ernst Kees hervorgeht, wird die gesetzliche Neuregelung der Heilpraktikerfrage von beiden warm begrüßt. Bei der Abgrenzung offenkundiger Scharlatanerie vom Wirken des ernsthaften Heilpraktikers hat sich der letztere besondere Verdienste erworben. Der Oeffent- lichkeit längst bekannt ist vor allem aber das große Interesse des Stellvertreters des Führers Rudolf Heß an einer wahrhaft nationalsozialistischen Volksgesundheitspflege.
Oie Neichsführerschule des Deutschen Noten Kreuzes.
In Groß-Schulzendorf unweit Zossen im Kresse Teltow wurde die Reichsführerschule des Deutschen Roten Kreuzes vom Geschäftsführenden Präsidenten des DRK., ^-Brigadefllhrer Dr. G r a w i tz , ihrer Bestimmung übergeben. Sie dient der Ausbildung der Hauptabteilungsleiter und -leite- rinnen der DRK.-Land^sftellen. Außerdem ist sie Führerschtile der DRK.-Landesstelle III, die hier die Ausbildung von Zug- und Bereitschaftsführern und -führerinnen in sechstägigen Lehrgängen durchführt. Bisher find im Reich neun Landesführerschulen. Der Lehrplan umfaßt sanitäts- techmsche, weltanschauliche und rassepolitische Themen sowie Sport- und Ordnungsdienst.
Die neue Reichsführerschule, die zu den schon bestehenden Landesführerschulen hinzutritt, ist aus dem Umbau der früher im Privatbesitz befindlichen Räumlichkeiten entstanden. Die Gebäude umfassen zwei Unterrichtsräume mit modernem Anschauungsmaterial wie Film- und ProjekUonsgerät, anatomische und sanitätstechnische Wandtafeln usw., Schlafräume für 30 bis 36 Lehrgangsteilnehmer, einen Dusch- und Waschraum, ein Lese- und Schreibzimmer, ein Spielzimmer, einen Krankenraum und einen Speisesaal. Der körperlichen Ertüchtigung dienen ein Sportplatz, eine Sporthalle und ein ideales Waldlaufgelände in dem zur Reichsführerschule gehörenden 9 Morgen großen eingezäunten Waldgrundstück. Die Schule liegt in der reizvollen märkischen Landschaft unweit des Rangsdorfer Sees und ist durch die Nähe der Bahnlinie Berlin—Zossen leicht zu erreichen.
Oer Kampf gegen den Krebs.
In enger Zusammenarbeit zwischen dem Reichsgesundheitsamt und dem Reichsausschuß für Krebsbekämpfung in Verbindung mit der Reichsärzteführung sind mit Hilfe der Statistik auf dem Gebiet der Krebsbedrohung und -Bekämpfung, neue Forschungsergebnisse erzielt worden, über die der Präsident des Reichsgesundheitsamts, Prof. Dr. Reiter, und Regierungsrat Dr. Haubold im Deutschen Aerzteblatt berichten. Es läßt sich hiernach sagen, daß die Gefahr für den einzelnen Volksgenossen, heute früher oder häufiger an Krebs zu erkranken als vor dem Kriege, nicht besteht. Die individuelle Krebs- bedrohung des einzelnen ist nicht gestiegen. Da jedoch jedem Lebensalter eine bestimmte Krebsbelastung entspricht und die 4Üjährigen und älteren Volksgenossen zahlenmäßig zunehmen, steigt die Zahl der Krebstoten, und damit wächst die biologische Krebsgefährdung der Gesamtbevölkerung. Der Krebsvorbeugung und Krebsbekämpfung muß deshalb in Zukunft ganz andere Aufmerksamkeit als bisher zugewendet werden. Prof. Reiter schätzt die wahrscheinliche Krebssterblichkeit auf 130000 bis 150000 gegenüber 99000 gemeldeten Krebsopfern. Eine genaue Kontrolle dieser Schätzung werde die notwendige Meldepflicht aller Krebserkrankungen ermöglichen. Die Untersuchungen haben weiter ergeben, daß die häufigste Krebserkrankung der Magenkrebs ist, dann folgen in weiterem Abstand der Lungen- und Bron- chialkrebs, der Mastdarmkrebs usw. Eine weitere Frage konnte eindeutig beantwortet werden, daß nämlich der Krebs keine reine Alterskrankheit ist. In zehn deutschen Großstädten waren nur 21,6 v. H. der krebskranken Männer und 23,1 v. H. aller krebskranken Frauen dem Krebs jenseits des 70. Lebensjahres zum Opfer gefallen. Der Krebs ist vorwiegend eine Erkrankung der reifen Frauen und Männer, nur ein Viertel bis ein Fünftel der Krebsopfer stirbt als Greis. Die Weiterführung dieser Untersuchungen wird für die Zukunft den Aufbau einer Krebsbekämpfung entsprechend' der nationalsozialistischen Gesundheitsführung ermöglichen. Der Krebskranke soll nicht nur geheilt werden, nach Möglichkeit soll auch der Ausbruch dieses furchtbaren Leidens hinausgeschoben oder ganz verhindert werden.
„Deutscher Sportdank."
Umfassende Hilfe für Sportgeschädigte.
Der Reichsminister des Innern Dr. Frick hat beim Deutschen Turn- und Sportfest i n Breslau die Errichtung der Stiftung „De u t s ch e r S p o r t d a n k" verkündet. Aus der Stiftung sollen deutsche Sportler, die durch einen Sportunfall eine dauernde schwere Beeinträchtigung lhrer Erwerbsfähigkeit erlitten haben, und die Hinterbliebenen tödlich v e r u n g I u cf t e r deutscher Sportler eine zusätzliche Versorgung erhalten. Aus der nunmehr erlassenen Satzung sind folgende Bestimmungen von Interesse:
Als Sportunfall gilt jebe Verletzung die ein Sportler bei einer unter Aufsicht stehenden Ausübung des von. ihm betriebenen Zweiges der Leibesübungen erlitten hat. Die Hilse ber ©hf g greift dann Platz, wenn durch den Unfall eine dLuerndeErwerbsminberungvonwe- nigstens 50 v. H. eingetreten ist- Die Unterstützung erfolgt ausschließlich durch Gewährung eines Geldbetrages, und zwar entweder in Gestalt einer Rente oder durch Zahlung einer einmaligen Beihilfe. Die Leistungen der Stiftung sind Zusätzlich , durch die Unterstützung sollen daher^ andere ßet- stungsträqer, besonders die öffentliche Fürsorge, nicht entlastet werden. Die Stiftung greift nur dann em, wenn eine b e s o n d e r e N o t l a g e oder Bedürftigkeit vorliegt. Ihre Leistungen sind freiroilhg, e.n Rechtsanspruch besteht nicht. Anträge auf Gewährung einer Unterstützung sind an die Seidysgttoäfts- stelle her Stiftung- „Deutsche Sporthilfe , Berttn- Uarlottenburg 9?Hans des Deutschen Sports - Reichssportfeld, zu richten.
Lieber 50 000 Senoffenschaften jetzt unter einem Hut.
Der Vi^evräsident der Deutschen Zentral- g°n°n5nsch°stsk°,s°, Ernst Gün her geht in dem Organ „Die Staatsbank auf die f
Äie Förderung der HL-Heim-Veschassung.
Berlin, 20. Febr. (DNB.) lieber das Gesetz Zur Förderung der HI. - Heimbeschaffung, über das wir bereits berichteten, sprach Ministerialdirektor Dr. Suren vom Reichsministerium des Innern vor der Presse. Im Heimabend der HI. versammeln sich heute allwöchentlich über acht Millionen deutsche Jungen und Mädel, um zu nationalsozialistischen Männern und Frauen erzogen zu werden. Diese Aufgabe kann restlos nur erreicht werden, wenn der HI. g e s u n d e u n d w ü r- dige Heime zur Durchführung ihres Dienstes gegeben werden. Deshalb gründete der Reichsjugendführer bereits im Herbst 1936 den Arbeitsausschuß für HI. - Heimbeschaffung. Anfang 1937 erließ der Führer seinen ersten Aufruf für die HI.-Heimbeschaffung, in dem er betonte, daß die „Heime der Hitler-Jugend" Erziehungsstät- ten einer Ocneration seien, die dazu aus- ersehen sei, die Zukunft des Reiches zu sichern. Im' Anichluß daran wurde eine Planung über das 9,onze Reich aufgestellt, die der Anzahl der Jugendlichen in den einzelnen Gemeinden, der Länge der Anmarschwege und den architektonischen Voraussetzungen der zu erstellenden Heime entsprach. Der Reichsminister des Innern wies am 14. Januar 1937 oie Gemeinden an, im Rahmen ihrer finanziellen Möglichkeiten an die Heimbeschaffung heranzutreten und Rücklagen für künftige Heimbauten anzusam- meln. Nun stellten sich Hunderte von deutschen Gemeinden freudig in den Dienst der Heimdeschaffung.
Eine gesetzliche Regelung war deshalb geboten, meil es sich um ein Aufgabengebiet handelt, das eine staatliche Lenkung ebensowenig wie der Volks- schulbau entbehren kann. Zudem mußte sichergestellt werden, daß die Tätigkeit der Gemeinden ständig mit den großen Zielen der Staatsführung, insbe
sondere auch mit den Aufgaben des Vierjahresplanes in Einklang steht. Die sonstigen Aufgaben der Gemeinden, insbesondere auch auf dem Gebiete der Volksschulunterhaltung, sollen dadurch in keiner Weise beeinträchtigt werden. Anderseits soll die Erklärung der HJ.- Heimbeschaffung zu einer gesetzlichen Aufgabe der Gemeinden diese veranlassen, vor Inangriffnahme neuer freiwilliger Aufgaben in Aufstellung einer vernünftigen Rangordnung der ihnen obliegenden Betätigung zunächst den Erfordernissen der vom Führer befohlenen Erziehungsarbeit an der deutschen Jugend Rechnung zu tragen, ohne z u S t e u e r e r h ö h u n g e n schreiten zu müf° s e n.
Die Einschaltung der Landkreise bringt auch diese in lebendige Fühlung mit der HI. Zugleich wird ein gewisser Lastenausgleich innerhalb des Kreises zugunsten der kinderreichen und daher meist steuerschwachen Gemeinden erreicht. Damit kommt das Gesetz den Bestrebungen der deutschen Jugend entgegen, in er ft er Linie für b i e kleinen und Hein ft en Gemeinden auf dem Lande einfache, aber würdige und zweckmäßige, der jeweiligen Landschaft angepaßte Heime zu erstellen, wie es schon in den vergangenen zwei Jahren — vielfach mit weitherziger Unterstützung von Partei und Staat — erfolgreich geschehen konnte. Auch darin liegt einwirksamesMittel zurBekämpfungderLandflucht. So wird das Gesetz dazu helfen, für alle deutschen Gemeinden „Heime der Hitler-Jugend" zu erstellen, die von deutscher handwerklicher Wertarbeit Zeugnis ablegen, deutsche landschaftliche Eigenart bekunden und Pflegestätten nationalsozialistischer Kameradschaft und Volksgemeinschaft' sind.
Genossenschaftswesen wichtige Uebertragung der Ge- nossenschaftsabteilungen der Dresdner Bank in Berlin und Frankfurt a. M. auf die Deutsche Zentral- genossenschaftskasse ein. Es seien nunmehr weit über 20 000 Kreditgenossenschaften des Reichs- verbandes der ländlichen Genossenschaften, sowie des Deutschen Genossenschaftsverbandes mit der Deutschen Zentralgenossenschaftskasse als Kreditspitze vereinigt. Ebenso seien die rund 30 000 Bezugs- und Absatz-, Molkerei-, Elektrizitäts-, Einkaufs-, Verbraucher- und sonstige Genossenschaften ebenfalls mit dieser Spitze verbunden. Damit fei die Deutsche Zentralgenossenschaftskasse nunmehr, alleiniges Spitzenkrebitinstitut der deutschen Genossenschaften geworden. Eine Fülle von Doppelarbeit und Nebeneinander und Gegeneinander werde in Zukunft vermieden. Die Bilanzziffern der Zentralkassen des Deutschen Genossenschaftsverbandes hätten sich von 47 Millionen Reichsmark 1924 auf 202 Millionen Reichsmark 1938 erhöht.
Japanischer Protest in Schanghai
Schanghai, 20. Febr. (Europapreß-Funkspr.) Der japanische Generalkonsul in Schanghai suchte den Vorsitzenden des Schanghaier Stadtrates auf und teilte ihm mit, Japan verfolge mit großem Ernst die schweren Terrorakte der letzten Zeit. Für diese Vorgänge legte der Konsul dem Stadtrat die unbeschränkte Verantwortung zur Last. Ursache des japanischen Protestschrittes sind die verschiedenen Mordanschläge, die während des chinesischen Neujahrsfestes stattgefunden haben, so insbesondere ein bewaffneter Ueberfall auf vier japanische Zivilisten in der Internationalen Niederlassung, der Mord an dem Außenminister der Nanking- Regierung und endlich ein Handgranatenanschlag in einer japanischen Baumwollfabrik.
Nach Meldungen aus Tokio bereiten die Befehlshaber der japanischen Streitkräfte in Schanghai schon drastische Maßnahmen vor, um den fortgesetzten Störungen in der internationalen und besonders in der französischen Konzession ein Ende zu machen. „Tokyo Asahi Schimbun" verlangt, den internationalen Stadtrat in Schanghai energisch aufzufordern, dem Treiben der unsauberen Elemente in den internationalen Niederlassungen einen Riegel vorzuschieben. Di« sich häufenden Zwischenfälle könnten nur die Beziehungen Japans zu den fremden Mächten, insbesondere zu England, verschärfen.
England und Eowjetrußland.
L o n d o n, 20. Febr. (DNB.) Chamberlain hat im Unterhaus- angekündigt, daß der Staatssekretär im Ueberseehandelsamt, Hudson, Moskau besuchen werde. Der Besuch soll Gelegenheit zur Besserung der allgemeinen Beziehungen zwischen England und Sowjetrußland bieten. Man ist jedoch in der Beurteilung der politischen Bedeutung des Besuches sehr zurückhaltend. Die Wirtschaftsbeziehungen zwischen beiden Ländern dürften die Hauptrolle spielen.
Bolivien siedelt Polen an.
Warschau, 20. Febr. (Europapreß.) Wie „Expreß Poranny" berichtet, hat die südamerikanische Republik Bolivien beschlossen, polnischen Siedlern, die das Land bewirtschaften wollen, die Einwanderung zu ermöglichen. Die bolima= Nische Regierung stellt für Siedlungszwecke 300 000 Hektar zur Verfügung und will den polnischen Siedlern auf zehn Jahre Befreiung von Steuern ge= währen. Um ihnen die Möglichkeit zu ^eben, sich einzuwirtschaften, erhalten sie nach ihrer Ankunft unentgeltlich je fünf Hektar Land für die Familie und ein Darlehen von 150 zl. je Person. Insgesamt sei vorgesehen, 4300 polnische Familien nach Bolivien kommen zu lassen. Ein bolivianischer Konsul soll nach Warschau kommen, um den Sied- lungsplan zu verwirklichen.
Frankreichs Truppenzusammenziehung in Dschibuti.
m aris, 21. Febr. (DNB. Funkspruch.) Dem „Fl- aaro" wird aus Port Said gemeldet, Frankreich, das bisher in Dschibuti am Roten Meer bereis über eine Militärmacht von 3000 Senegalesen, 30 Militärflugzeugen und zwei Torpedobooten verfugt, habe nunmehr noch weitere 5000 Senegatneger, einen Kreuzerund ein weiteres Torpedoboot nach Dschibuti entsandt.
Marschall Badoglio in Tripolis.
Rom, 20.Febr. (DNB.) Marschall Badoglia ist i n T r i p o l i s eingetroffen, wo er vorn General- gounerneur Marschall Batbo empfangen morben ift. In unterrichteten Kreisen wird erklärt, Marschall Badoglio, der durch feine vierjährige Tätigkeit al*
Gouverneur von Tripolis eine gründliche Kenntnis Libyens habe, werde während feines dortigen Aufenthaltes die italienischen Truppen inspizieren. Es handele sich um einen durchaus normalen Vorgang, wie ja auch die verschiedenen Inspektionsreisen hoher französischer Generalstabsoffiziere während der letzten Monate in Nordafrika von französischer Seite stets als durchaus normal bezeichnet worden seien.
Kleine politische Nachrichten.
Anläßlich des Besuches von Reichsleiter Alfred Ro f e n b e r g in Königsberg im Rahmen der Kant- Coppernicus-Woche wurde ihm durch den Oberbürgermeister der Stadt Königsberg, Dr. Will, die Kant-Medaille überreicht. Die Medaille besitzen bereits Reichsminister Dr. Goebbels und der Forscher Dr. F i l ch n*e r.
InBern fand bie Uebergabe des spanischen Gesandtschaftsgebäudes an den Vertreter der nationalspanischen Regierung, Domingo de las Barcenas, statt. — Zum schweizerischen Gesandten bei der nationalspanischen Regierung hat der Bundesrat seinen bisherigen Vertreter in Burgos, Legationsrat Eugen B r o y e , ernannt.
Wie die polnische Presse berichtet, ist für Ende März ein Besuch des polnischen Außenministers Beck in London vorgesehen.
Kunst und Wissenschaft.
Goethe-Medaille für Hermann Butte und Josef Stolzing-Cerny.
Der Führer hat auf Vorschlag des Reichsministers für Volksaufklärung und Propaganda dem Dichter Hermann B u r t e aus Anlaß seines 60. Geburtstages in Anerkennung feiner Verdienste um das deutsche Schrifttum die Goethe-Medaille verliehen. Die gleiche Ehrung erfuhr der Schriftsteller Josef Stolzing-Cerny in München, der das 70. Lebensjahr vollendete, und der sich um die nationalsozialistische Kulturpolitik große Verdienste erworben hat. *
Hermann Burte (eigentlich Struebe) stammt aus Maulburg in Baden und wurde zuerst durch seinen Roman „Wiltfeber" bekannt; von feinen Dramen seien ,Katte". „Simson". „Warbeck", „Krist vor Gericht" und „Mensch mit uns" genannt. Auch als Lyriker hat sich Burte (mit hochdeutschen und alemannischen Gedichten) einen Namen gemacht. — Josef Stolzing-Cerny hat sich als Kunstbetrachter und Kulturpolitiker um die Durchsetzung und Ausbreitung nationalsozialistischen Gedankenguts verdient gemacht. Er schrieb u. a. ein Drama „Das Reich des Heils", ferner „Aus arischer Weltanschauung zu deutscher Wiedergeburt", „Christian de Wet" und „Friedrich Friesen".
Eingliederung der Forstlichen Hochschule Hann.-Münden in die Universität Göttingen.
Anläßlich der Eingliederung der Forstlichen Hochschule Hann.-Münden als selbständige Fakultät in die Universität Göttingen sand im Rathaussaal der Stadt Hann.-Münden eine Feier statt, an der als Vertreter des Reichsforstmeisters Staatssekretär Alpers teilnahm. Er erklärte, innerhalb einer großen Universität fei die Möglichkeit für Gemeinschaftsarbeit für den Lehrenden wie für den Lernenden in höherem Maße gegeben, als an einer kleinen Hochschule. Alle maßgebenden Stellen seien bestrebt, die forstliche Tradition in Hann.-Münden aufrecht zu erhalten. Aus diesem Grunde würden schon in allernächster Zeit forstliche Dienststellen nach Hann.-Münden verlegt werden. Professor Dr. B a a - de.r (früher in Gießen) hielt dann einen Vortrag über „Forstwissenschaft und Forschung". Der Rektor Dr. K ö st l e r verkündete zwei Ehrenpromotionen, und zwar die von Professor Dr. Alfred Dengler und die des bayerischen Dberforftrats a. D. Wolfgang Hohenadel.
hebbelwoche in Bochum.
Der Reichsminifter für Volksaufklärung und Propaganda hat bestimmt, daß die unter feiner Schirmherrschaft stehende Friedrich- Hebbel-Woche in Bochum vom 23. bis 30. April stattfindet. Das Programm umfaßt neben sieben Aufführungen Hebbelscher Dramen eine Kulturtagung, die Eröffnung einer Hebbel-Ausstellung sowie die Eröffnung der westfälischen Schauspielschule.
Ein ungarisches Nationaldrama.
Die Intendanz des Gießener Stadttheaters teilt mit, daß „Cfongor und Tünd e", das bedeutendste Werk der ungarischen Romantik, von dem ungarischen Nationaldichter Vörösmarthy stammt und nicht von einem modernen ungarischen Dichter, wie irrtümlicherweise bekanntgegeben wurde. Das Werk ist zur Uraufführung am Stadttheater Gießen vorgesehen. Die Uebertragung ins Deutsche stammt von Ferd. K l e i n - K r a u t h e i m. Der Termin der Uraufführung liegt noch nicht fest.
Kaschings-Wih.
Das Sudetenland und die Ostmark haben sich nach langen bitteren Jahren Heuer einen Fasching nach Art des Rheinlandes und Münchens beigelegt. Daher denn auch im Wiener Faschingszug eine Gruppe des Vaters Rhein auftauchte, der mit dem Donauweibchen koste. Damit das Bild auch dem ferner stehenden Publikum wohlverständlich fei, erschienen die „Hauptpersonen" in wahrhaft monumentaler Uederlebensgröhe. Selbstverständlich gaben sich bei diesem Umzug auch die Altwiener Lieblingsgestalten des lieben Augustins, des Fiakers und der Stadtgöttin, der allen Vindobona, ein Stelldichein. Die eifrigen Arrangeure hatten aber den Blick nicht nur rückwärts gelenkt. Sie warteten auch mit einem sehr tatfrohen Storch auf, der in Begleitung eines Hebammenchors und eines Kinderwagen-Troffes erschien. Der alte Amtsschimmel wurde auf der Bahre und der junge Amtsschimmel mit einer Saugflasche vorgeführt.
Es ist für den Leidensweg, den Men in dem letzten Vierteljahrhundert gehen mußte, bezeichnend, daß sich nur die älteren Semester noch an die
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Karnevals-Umzüge der Vorkriegszeit erinnerten, die allerdings in Wien immer einen etwas beschränkteren Charakter hatten als im Rheinland oder in München. Der bekannte Maler und große „Arrangeur" Hans Makart schuf vor sechzig Jahren zwar auch Kostümumzüge, aber sie trugen einen festlich-politischen Charakter, und die eigentlichen Faschingsfreuden waren in die Tanzsäle verwiesen. Nur in einzelnen Vororten hielten sich durch die Jahrhunderte Faschingsumzüge als ursprünglich- bodenständige Gepflogenheit; es ist charakteristisch, daß Wiener Kulturgeschichtler ihren Ursprung in Zusammenhang mit einer Bauern-Hochzeit des Jahres 1687 in den damaligen Dörfern bringen, die noch weit außerhalb der Stadtmauern lagen.
Die Münchener haben in diesem Jahr unter Beweis gestellt, daß der Leistungsgedanke auch für den Faschingszug gilt und daß sie den zusätzlichen Wettbewerb Wiens keineswegs scheuen. Sie sind mit zwei positiven Aufbauvorschlägen hervorgetreten: Der eine Vorschlag will im Hof des Finanzamts eine Freilichtbühne für Sondervorstellungen von Schillers „Räubern" schaffen und der zweite Vorschlag hat zum Ziel, die Errichtung einer Hochschule für Bierologie und den Bau einer ergänzenden Bibliothek für Hektoliteratur. Ser sex appeal des angelsächsischen, besonders amerikanischen Films wurde' entschieden ins Männliche umgedeutet und verwandelte sich in einen Seppel-Appeal in Leb e r - hosen, der beutegierig Mädchenskalpe eroberte. Ein anderer Wagen zeigte — klein und heimlich — die Kuppeln der Frauentürme hinter einem Kieshaufen und gab damit die Versicherung, daß die Baugruben Münchens seine berühmte Kirche noch nicht verdrängt haben. Die Fortschritte der Motorisierung wurden nach Gebühr gefeiert: Henne und Hühnlein legten um die Wette' ihre Rekorde als Eier und gl'eichzeit wurde die Münchner Lösung der Parkplatzfrage durch das summarische Verbot des Parkens einem verehrlichen Publico zur heilsamen Kenntnis gebracht.
120 000 Zuschauer beim Mainzer Hosenmontagszua.
In Mainz stand der Fassenachtsmon» t a g s z u g unter dem Motto „D a s Sprichwort t m Na r r e n f p i e g e l". In 140 Nummern, davon rund 40 Wagen und ebenfooielen Gruppen fand das Leitwort eine vielseitige lustige Deutung und einem halben hundert Sprichwörter und Redensarten allgemeiner, örtlicher ober politischer Färbung war in origineller Form Gestalt und Farbe gegeben worden. Häufig war der Sinn des Sprichwortes gerade unter Heranziehung lokaler ober politischer Gesichtspunkte mit berart verblüffendem Humor ins Plastische übersetzt worden, baß bie Wirkung auf bas Zwerchfell nicht ausblei- ben konnte. Dabei gab es manchen netten Einfall zu belachen, so, wenn aus bem Wvrtinnern bes Namens „Jerusalem" bie Deutung USA. als Herz von Palästina entstand. Das Sprichwort: „Wer sich in Gefahr begibt — kommt barin um", wurde burch bie Blutspinne Stalin illustriert. Die Reichspost ließ einen Wagen mit einer ins Drastische übersetzten Form bes Fernsehens laufen. Neben den politischen und allgemeinen Darstellungen fanden die lokalbetonten natürlich bie stärkste Wirkung. Einige Sprichwörter hatten originelle Abwanblungen ge- funben, so hieß eines mit Anspielung auf bekannte Solbatenfreuben „Besser bas Dienstmädchen in ber Hand, als bie Gnäbige auf dem Balkon". Jebem Sprichwort wurde das Motto in Form eines gol- benen Spiegels oorangetragen. Einige Wagen waren als Prunkwagen gestaltet, so ber mit bem Motto „Jebem Narr' gefällt sein Kapp'", ber die fünf Karnevalftäbte Mainz, Düsselborf, Köln, München und Wien zeigte, sowie ber Wagen bes „Staatsministeriums", ber bie Form eines Riesen- spiegels hatte, auf bem sich bas Komitee in weißem Narrenkleid befand'.
Bei herrlichem Wetter — meistens schien die Sonne — zog,der farbenschimmemde Zug mit feinen 20 Musikkorps an den fröhlich gestimmten Zuschauern vorbei, unter denen sich etwa 1 20000 Fremde befanden. Auf ber Ehrentribüne am Stabttheater sah man @auX ter Sprenger unb andere führenbe Mäner der Partei, bie Spitzen ber Wehrmacht und der Behörden und zahlreiche Ausländer.
Oeisterzug und „Deedelszöq" in @öht.
Am Karnevalssamstag vollzog sich in der Kölner Altstadt die Einleitung ber brei tollen Tage unter bcm Motto: „Singenbes, klingenbes, lachenbes Köln" mit bem trabitioneüen G e i ft e r z u g. Rote unb blaue Funken, Prinzengarbe, Ehrengarben unb Kölsche Grenabiere, bazu zahlreiche Masken von Gespenstern unb Kölner Typen eskortierten mit Fackeln unb unter klingenbem Spiel Prinz, Bauer unb Jungfrau in einem Schimmelviergefpann unb führten bie Fürstlichkeiten ber Narrheit zum Rathausvorplatz. Dort empfing der Vertreter des Stabt- oberhauptes ben neuen Herrscher unb überreichte Prinz Jupp I. ben goldenen Schlüssel des Rathauses. Thomas Ließem, als Vorsitzender des Festausschusses, gab seinen Segen mit einem dreifachen „Kölle Al'aaf!" Sonntag sollte ber Straßen-


