Ausgabe 
21.1.1939
 
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Nr. 18 Erstes Matt

189. Jahrgang

Samstag, 2(./$onntag, 22. Januar 1939

Eichener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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)er Einzug her natto- wahren Triumphzug.

I g u a l a i

Die Stadt Jgualada liegt in hügeligem Gelände in einem Kessel und bietet reiche Verteidigungs- Möglichkeiten. Die Bolschewisten hatten sämtliche Zufahrt st raßen in großer Ausdehnung und Tiefe gesprengt und die Trümmer zu Schutz- w all en aufgestapelt. Auch sämtliche Brücken waren zerstört, so daß der Vormarsch der nationalen motorisierten Abteilungen auf große Hindernisse stieß. Am späten Nachmittag des Freitags lag die Stadt im Blickfeld der nationalen Truppen, die jedoch von einem sofortigen Sturmangriff absahen und die Stadt planmäßig einkreisten. Auf diese Weise gelang es, das östliche Ausfalltor, die Hauptstraße über Manresa nach Barcelona abzuschneiden. Die Bolsche­wisten begannen daraufhin die Stadt zu räumen und nach Süden in Richtung auf Villafranca zu flüchten. Jgualada wurde von der bekannten bolschwistischen Lister-Brigade verteidigt, die schwere Verluste erlitt. Gegen 23 Uhr war die Einnahme der Stadt in allen Einzelheiten vorbereitet. Dann drangen zu­nächst die nationalen Tankabteilungen ein, denen der Hauptteil der nationalen Armee folgte. An­schließend wurden sofort die Höhen nördlich und östlich der Stadt besetzt.

Die Bevölkerung von Jgualada hatte wäh­rend ber bolschewistischen Schreckensherrschaft be- sonbers zu leiden, da die Stadt zunächst das Hauptquartier des Oberbefehlshabers der katalani-

vor den roten Bedrückern verborgen gehalten hatten.

- - Jt eine der bedeutendsten Städte

ber Provinz Barcelona. Sie zählt über 15 000 Ein­wohner und liegt an der Haupt st raße Sa­ragossa Barcelona, 45 Kilometer Luftlinie von Barcelona entfernt. Damit haben die Nationalen ihren bisher am weitesten nach Osten vorgeschobenen Punkt erreicht. Die Stadt hat bedeutende Lederindustrie, Gerbereien, Zement­fabriken und eine altberühmte Textilindustrie, die

und Obstbau gut vorankommen, und schließlich die schon fast afrikanische Landschaft Murcias und An­dalusiens, wo in Berieselungsoasen Zuckerrohr und Dattelpalme unter glühender Sonne reifen, das sind Gegensätze, die auch auf die Bewohner nicht ohne Einfluß bleiben konnten und jenes Sonder­dasein der einzelnen Landschaften begünstigt haben, das in der Gefchichte Spaniens so oft eine verhäng­nisvolle Rolle gespielt hat.

Wenn auch der Kampf gegen die Araber die ver­schiedenen christlichen Königreiche der Halbinsel einte, so blieb doch auch nach der Vereinigung unter denkatholischen Königen" Ferdinand und Isabella Ende des 15. Jahrhunderts der politische Gegensatz zwischen der Zentrallandschaft und den Randland- ichaften vor allem dort latent, wo zu den Unter­schieden von Klima und Boden noch solche der Rasse, der Sprache und der wirtschaftlichen Struktur kamen, wie besonders in den baskischen Provinzen und Ka­talonien. Letzteres hatten nach Vertreibung der Araber im achten Jahrhundert die Franken erobert. Karls des Großen Sohn gründete die Spanische Mark, aber wenig später rissen sich die Katalanen vom fränkischen Reich los und gründeten die Graf­schaft Barcelona, die 1149 durch Heirat an das Königreich Aragon fiel und mit diesem 1479 mit Kastilien vereinigt wurde, aber seine eigene Ver­fassung und viele Sonderrechte behielt, um deren Behauptung der Kampf mit der Zentralgewalt nie geruht hat, wobei die Katalanen auch vielfach nicht davor zurückschreckten, sich mit ausländischen Mäch­ten gegen Madrid zu verbünden. So erhoben sie sich gegen Philipp IV., als dieser während des Dreißig­jährigen Krieges in den Kampf gegen das machtvoll aufsteigende Frankreich Richelieus und Mazarins eingriff. Damals behaupteten sie sich lange gegen die spanischen Heere, bis 1652 die Eroberung Barce­lonas dem Kampf ein Ende machte. Aber die kata­lanische Grafschaft Roussillon mit Perpignan, heute

südlich Jgualadas besetzte die Arragon-Armee Prats del Rey sowie mehrere andere Orte süd-

wegen ihres vorzüglichen Leinens in ganz Spanien guten Ruf genießt.

In den späten Abendstunden des Freitag gelang es den Truppen General Pagues, die bedeutende Kreisstadt Vendrell zu erpbern. Vendrell liegt an der Straße von Tarragona nach Barcelona und ist nur noch 5 7 Kilome­ter von Barcelona entfernt. Die Stadt stellt einen wichtigen Knotenpunkt der Eisenbahn und Straßen dar. Außerdem besitzt Vendrell größere Hafenanlagen. Nordöstlich Ceveras konnte die Mae- strazgo-Armee zahlreiche Orte erobern. Im Abschnitt

der SA. am 15. Januar in seiner Goslarer Rede angekündigte engere Zusammenarbeit zwischen Wehrmacht und SA. ihre grund­sätzliche Festlegung erfahren, die in den zu erwar­tenden vom Stabschef der SA. mit den Oberbefehls­habern der Wehrmachtsteile zu erlassenden Aus- f ü h r u n g s b e st i m m u n g e n die Definierung praktischer Einzelheiten bringen wird.

In der gesamten SA. und darüber hinaus in der Partei wird die Nachricht von dieser Verfügung des Führers große Freude auslösen. In der SA. vor allem deshalb, weil nunmehr eine jahrelange mit aller der SA. eigenen Einsatzbereitschaft angefaßte Arbeit ihre Anerkennung und feste Veranke­rung in der w e h r p o l i t i s ch e n Gesamt­ausgabe des Staates gefunden hat. Das gute Einvernehmen zwischen der Wehr­macht des deutschen Volkes und dem politi­schen Soldatentum des Führers kann durch die vorliegende praktische Zusammen­arbeit nur noch bestätigt werden.

Es konnte bei allem nie einem Zweifel unter­liegen, daß die SA., der stärkste und schlagkräftigste Arm der Bewegung, einmal zur Lösung einer Aufgabe herangezogen werden würde, deren Lösung ihrer ganzen Struktur nach eben nur mit der SA. und durch die SA. herbeigeführt werden kann. Die vor- und nachmilitärische Wehr­erziehung ist eine Angelegenheit, die in alle Schich­ten und Stände des deutschen Volkes hineingreist, die keinen wehrfähigen deutschen Mann ausläßt, ganz gleich, welche Stellung er im zivilen Leben einnimmt. Darum konnte dem Erfordernis der Breitenwirkung entsprechend die Organisations­form für die Wehrerziehung nur die schon be­stehende, außer den praktischen auch die weltanschau­lichen Voraussetzungen erfüllende Organifatton der SA. sein.

Das SA.-Sportabzeichen, in seinen Anforderun­gen bereits ausschließlich auf Wehrsport ab­gestellt, ist, vom Führer zum SA.-Wehrabzeichen erhaben, die Grundlage aller kommenden vor- und nachmilitärischen Erzie­hung geworden, d. h. also: schon die Vor­bereitung zum regulären Dien st mit der Waffe findet nach den Grundsätzen statt, auf die das SA.-Wehrabzeichen aufgebaut ist. Unter Berücksichtigung dessen, daß die Bedingungen, nach denen das SA.-Wehrabzeichen erworben werden muß, selbstverständlich den praktischen Anforderun­gen entsprechen müssen, die die Wehrmacht an ihre

Die Stadl Zgualada von nationalspanischen Truppen erobert

Noch 45 km bis Barcelona. Oer erste Derieidigungsgüriel Kataloniens überwunden

wurde der Ort Calafell, der bereits östlich Vendrells liegt und nur noch 14 Kilometer von Dillanueva y Geltru entfernt ist, eingenommen.

Die Einnahme der beiden bedeutenden Kreisstädte Vendrell und Jgualada, die beide wichtige Ver­kehrsknotenpunkte sind, erleichtert den Vormarsch auf Barcelona in bedeutendem Maße. Die nationa­len Truppen haben nunmehr das bergige Gelände hinter sich gelassen und rücken in die große Küstenebene von Villafranca ein. Erst unmittelbar vor der Stadt Barcelona treten die Berge wieder ans-Meer heran. Die nationale Front verlauft jetzt in gerader Linie und in 45 Kilo­meter Lange von Jgualada direkt südlich nach Vendrell. Nach einer Offensive von weni­ger als einem Monat legten die nationalen Abtei­lungen von ihrem Ausgangspunkt Lerida aus 94 Kilometer zurück. Sie haben den ersten Ver­teidigungsgürtel Kataloniens, auf den die Bolschewisten große Hoffnungen setzten, nach kurzem Kampf überwunden und bereiten sich zum letzten entscheidenden Schlag gegen Barce­lona vor, wo sie von der Bevölkerung als Befreier erwartet werden.

Roter Hilferuf in Paris.

Der rotspanische Vertreter fordert von Bonnet Deffnung der Grenze.

Paris, 20. Jan. (DNB.) Außenminister B o n - n e t' hatte eine Besprechung mit dem rot­spanischen Vertreter in Paris. Wie der Matin berichtet, hat der rotspanische Vertreter er­neut versucht, die Regierung Frankreichs zur Oeffnung der Pyrenäengrenze, mit an­deren Worten also zu einer aktiven Einmischung zu Gunsten Rotspaniens zuzustimmen. Er hat dabei in beweglichen Klagen auf die verzweifelte Lagederrotspanifchen Truppen in K a - t a l o n i e n und auf die Schwierigkeiten hingewie- sen, die für die bolschewistischen Machthaber in Bar­celona unabwendbar sind, wenn sie nicht auf dem Wege über die Pyrenäen Unterstützung bekommen.

gültige Besetzung erfolgte gegen Mitternacht. Seit Freitag 16 Uhr waren in unmittelbarer Nähe der Stadt heftige Kämpfe im Gange. Die Sowjet­spanier leisteten in Verständnis der Bedeutung von Jgualada verzweifelten Widerstand.

Berlin, 21. Jan. (DNB.Funkspruch). Der Führer Hal, wie die Reichspressestelle der NSDAP, milleill, mit dem 19. Januar 1939 nach, stehende Verfügung erlassen:

In Erweiterung meiner Erlasse vom 15. Feb­ruar 1935 und 18. Wärz 1937 über den Erwerb des SA.-Sportabzeichens und die jährlichen Wie- derholungsübungen erhebe ich das SA.- Sportabzeichen zum SA.-wehrab- Zeichen und mache es zur Grundlage der vor- und nachmilitärischen Wehrer­ziehung.

Zum Träger dieser Ausbildung b e st i m m e ich die SA.

Jeder deutsche Wann, der das 17. Lebensjahr vollendet hat. und den Vorbedingungen zum Ehren­dienst mit der Waffe entspricht, hat die sittliche Pflicht, zur Vorbereitung für den Wehrdienst das SA.-wehrabzeichen zu erwerben.

Die Jahrgänge der HI. sind ab voll­endetem 16. Lebensjahr auf den Erwerb des SA.-Wehrabzeichens vorzubereiten.

Die aus dem aktiven Wehrdienst ehrenvoll aus* scheidenden und dienstfähigen Soldaten sind zur Erhaltung, ihrer geistigen und körperlichen Kräfte in Wehrmannfchaften einzu- reihen und der SA. anzugtiedern, sofern sie nicht anderen Gliederungen der Partei (ff, NSKK., NSFK.) zur Sonderausbildung zugewiesen werden und in diesen ihre Wehrertüchtigung auf der Grundlage des SA.-Wehrabzeichens erfahren.

Den Erfordernissen der Wehrmacht ist die Gliede­rung und Ausbildung Rechnung zu tragen.

Der Stabschef der SA. erläßt die erforder­lichen Ausführungsbestimmungen im Einvernehmen mit den Oberbefehlshabern der Wehrmachtteile. Er ist für die Durchführung allein verantwortlich.

Die Dienststellen von Partei und Staat haben die $21. in dieser Erziehungsarbeit zu unterstützen und den Besitz der Urkunde für das SA.-Wehrabzeichen entsprechend zu bewerten.

Gez.: Adolf Hitler.-

Hierzu schreibt die national) osiali ft i s ch e Parteikorrespondenz: Mit dieser Verfü­gung des Führers hat die bereits vom Stabschef

Innerhalb der Stadt wurden zwei fowjetruffifche Tanks und viel Kriegsmaterial erbeutet und zahl­reiche Gefangene gemacht. Aus ihren Aussagen geht hervor, daß eine große Zahl der bolschewisti- stischen Bonzen bereits nach Frankreich geflüchtet ist. Ferner bestätigen sie, daß die Be­völkerung Kataloniens die endgültige Flucht aller Bolschewistenhäuptlinge und die Uebergabe der Macht an den Einwohnerrat von Barcelona erwar­tet, der die Absicht haben soll, sich sofort dem Gene­ral Franco zu ergeben.

Oie SA. Trägerin der vor- und nachmüilä'rischen Wehrerziehung. Ein Erlaß des Führers: Das SA.-Sportabzeichen zum SA.-Wehrabzeichen erhoben Wehrmannschasten werden den SA.-Einheiten angegliederi.

L er r d a , 21. Januar (DNB.-Funkfpruch). Wie Ifaft vollständig in ber Stadt verblie - her o^ontberlchterftatter des deutschen Nachrichten- b e n. Danach gestaltete sich ber Einzug ber natio- buros meldet, wurde die wichtige Kreisstadt nalen Truppen zu einem wahren Triumphzug. Jgualada, die er,te größere Stadt der Provinz Die befreiten Einwohner eilten von allen Seiten Barcelona, m der Nacht zum Samstag von d e n herbei, umarmten die nationalen Soldaten und n.5}J i o n al e n Truppen erobert. Die end- schwenkten nationale Fähnchen, die sie jahrelang

Soldaten stellt und auch die nachmilitänsche Aus- bildung durch die SA. nach den gleichen Richtlinien des SA.-Wehrabzeichens erfolgt, ist hiermit die Einheitlichkeit der Ausbildung durch alle Jahrgänge hindurch, von der Jugend bis ins höchste wehrfähige Alter hinein, gewährleistet.

Die vormilitärische Ausbildung wird sich wie schon bisher geschehen neben dem Erwerb des SA.-Wehrabzeichens auf die Vorbereitung von Anwärtern für (5 p e 3 i a 11 r u p p e n = keile erstrecken, was weiterhin durch den zusätz­lichen Erwerb der SA.-Reiter-, SA.-Nachrichten-, SA.-Pionier- und SA.-Sanitätsscheine erfolgen wird. Hierdurch wird eine von der SA. im Ein­vernehmen mit der Wehrmacht schon vor längerer Zeit geschaffene Einrichtung in ihrem Wert nach­drücklich unterstrichen.

Während in der SA. s e I b ft das Prinzip der Freiwilligkeit selbstverständlich beibehalten wird, erfordert die nachmilitärische Aus­bildung, schon um bei den einzelnen aus dem aktiven Wehrverhältnis entlassenen Soldaten im Gesamten einen Gleich st and der Ausbil­dung zu erhalten, eine V e r p f l i ch t u n g. In dem Erlaß des Führers heißt es deshalb, daß die aus dem aktiven Wehrdienst ehrenvoll ausscheidenden Soldaten in Wehrmannschaften einzu­reihen und der SA. anzugliedern sind. Ersaßt werden von dieser Bestimmung alle Angehöri­gen des Beurlaubten st andes, soweit sie neuzeitlich ausgebildet sind und d e r R e - ferne ober Landwehr angehören.

Mit diesen vom Führer verfügten Maßnahmen vollzieht sich eine organische Entwicklung, auf deren Fortführung die SA. dank ihrer in den letzten Jahren geleisteten Arbeit und dank der praktischen Erfahrungen, die sie bei dieser Arbeit sammeln konnte, bestens vorbereitet ist. Die prakttsche Wehrerttichttgung, die in der vor- und nachmilitärischen Ausbildung liegt, finbet nach der theoretischen Seite hin in der SA. ihre Ergän­zung in ber wehrgeistigen Erziehung, die nach wie vor die Grundlage wehrpolitischer Er­folge sein wird. In beiden Richtungen bahnbrechend gewirkt , zu haben, ist heute schon das Historische Verdienst der SA., das durch die nunmehr noch enger gestaltete prakttsche Zusammenarbeit zwischen Wehrmacht und SA. ein Grundpfeiler der Wehrkraft des deutschen Volkes für alle Zukunft sein wird.

Der Marsch aus Barcelona.

General Francos in den Weihnachtstagen des Vorjahres begonnene Offensive in Katalonien ist nicht zum Stillstand gekommen, wie man vielleicht hätte erwarten können, wenn die Kampftruppen der ersten Linie erschöpft sind und keine ausreichenden Reserven bereitgestellt werden konnten, um nach dem Durchbruch die Vorwärtsbewegung aufzuneh­men und weiterzutragen. General Franco hat offenbar diesen kritischen Augenblick jeder Offen« sive vermieden durch Bereitstellung ausgeruhter Truppen, deren Angriffe den roten Milizen keine Möglichkeit des Atemholens lassen und durch ihren schnellen Vormarsch das Entstehen einer neuen roten Abwehrfront bislang verhindert haben. Wenn auch den Operationen Francos aus ber Ausdehnung der Etappe gewisse Schwierigkeiten für die Nachfüh­rung von Munition und Verpflegung erwachsen, die vielleicht das Einlegen einer Kampfpause notwendig machen werden, so sind diese Schwierigkeiten doch gering im Vergleich zu den Nöten der roten Ver­teidiger Barcelonas, deren Bewegungsfreiheit von Tag zu Tag mehr eingeengt wird. Die Hauptsorge General Francos ist, ob es ihm gelingen wird, zwischen Tremp und den Pyrenäen über den Segre vorzustoßen, um den roten Milizen die Rücken­deckung der französischen Grenze zu nehmen, ihren Uebertritt nach Frankreich zu verhindern und mit dem roten Widerstandsnest in Katalonien restlos aufräumen zu können. Die Widerstandskraft ber roten Milizen, bie ja keineswegs mehr die wilden Haufen der ersten Kriegsmonate sind, sondern durch ausländische, vornehmlich sowjetrussische Offiziere geschult und zu kampffähigen Verbänden organi­siert worden sind, hat sich überraschenderweise als recht gering herausgestellt, obwohl mit allen Mitteln ausgebaute starke Verteidigungsstellungen ihnen zur Verfügung standen und obwohl sie wissen, daß es bei der Abwehr dieser nationalen Offensive u m Barcelona geht, die Zentrale ber bolschewisti­schen Herrschaft in Spanien, deren Verlust macht- politisch wie moralisch nicht wieder aufgeholt wer­den könnte.

Um so bemerkenswerter ist dies offensichtliche Ver- fagen der roten Front, als wohl in keinem andern Teil Spaniens ber Bolschewismus mehr auf Unter­stützung aus der Bevölkerung heraus hat rechnen können wie gerade in Katalonien. Das liegt tief begründet in ber völkischen Eigenart, ber ge­schichtlichen Entwicklung und wirtschaftlichen Struk­tur dieser Landschaft und ihrem Verhältnis zum übrigen Spanien. Die iberische HalbttHel war im frühen Mittelalter in eine ganze Reche selbstän­diger Herrschaften aufgeteilt, verursacht durch die geographische Vielseitigkeit des Landes, deren Ge­birgskämme die Bildung abgeschlossener Landschaf­ten begünstigt hat. Klima und Boden hat sie sehr verschiedenarttg gestaltet. Kalte Winter, heiße und trockene Sommer mit starken Temperaturunterschie­den zwischen Tag und Nacht beherrschen bie kasti­lische Zentrallandschaft, ein wasser- und vege­tationsarmes Hochland, aus dessen eintönig fahlem Graubraun unvermittelt die Mauern der altspani­schen Städte Burgos, Salamanca, Valladolid aufragen. Hier und da zeugt ein breites, von Pappeln umsäumtes Flußbett, durch dessen Geröll sich im Sommer ein dünnes Rinnsal seinen Weg sucht, von der plötzlichen Gewalt der Wasser, die in den kurzen regenreichen Uebergangsmonaten alles grundlos machen. In den Feldzugsberichten vom spanischen Kriegsschauplatz der ersten Zeit ist oft davon die Rede gewesen. In denkbar schärfstem Gegensatz dazu stehen die durchweg vom Seeklima begünstigten Randlandschaften, mögen sie auch untereinander wieder beträchtliche Unterschiede auf« weisen. Das lebhafte Grün der Buchenwälder und Wiesen Galiciens und Asturiens im Nordwesten, die Eichen- und Kastanienhaine der baskischen Pro­vinzen im Nordosten und Kataloniens, wo Wein-

schen Armee, General P o z a s, war, danach Hauptquartier des Generals Hernandez Ara- ________ _

b i a und schließlich großes Hauptquartier des ro- lich von C a l a f.' Im Südabschnitt bei Vendrell ten Generalstabschefs General Rojo Die Be- wurden ferner noch Pontons, San Jeime, San Vi- völkerung hatte sich geweigert, dem Räumungs- eens dels Calders, Santa Oliva sowie einige andere befehl her Bolschewisten nachzukommen und war Orte von den Nationalen befreit. An der Küste