Ausgabe 
20.12.1939
 
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Speisen schneller gar macht. Auch Einsätze aus Drahtgeflecht oder Aluminium -um Dämpftn von Kartoffeln, Gemüse oder Obst werden als Geschenk sicher willkommen sein. Ein besonders praktisches und dabei schönes Geschenk ist eine Auflauf- form aus Jenaer Glas oder feuerfe st e m Porzellan. Auch anderes Geschirr sowie Koch­töpfe, Milchtöpfe, Suppenterrinen usw. gibt es aus diesem Material. Die Gerichte können sowohl m diesem Geschirr auf das Feuer gebracht und ge­kochte als auch gleichzeitig darin angeriedtet wer­den. Es erübrigt fid). dabei ein Um- und Aussüllen der Speisen. Ein praktisches Geschenk sind auch Gemüsezerkleinerungsmaschinen, die sowohl reiben, raffeln und schnitzeln als auch Ge­müse und Kartoffeln in feine Scheiben schneiden. Ein Passiersieb mit dazu passendem beweg­lichem Rührholz ist auch ein Geschenk, das be- stimmt Freude bringen wird. Zum Schluß seien noch einige Kleinigkeiten erwähnt, so z. B. die A s b e st p l a t t e, auf die man das Essen stellen kann, ahne daß es anbrennt, oder die vierzinkige Kartoffelgabel, die das Herunterfallen der Kartof­feln beim Pellen verhindert oder auch der prak­tische Fisch- oder Fleischheber aus Aluminium, der gleichzeitig zum UmweNden von Bratkartoffeln dienen kann.

Aus der Stadt Gießen.

55000 Weihnachtskerzen aus -em Gau Heffen-Nassau.

Grüße der NSKOV -Kameraden an die Front.

NSG. In stolzer Erinnerung an das eigene Er­leben der Kriegsweihenacht vor 25 Jahren haben die alten Frontsoldaten des Weltkrieges mit Be­geisterung die in Art und Umfang einzigartig zu nennende Anregung aufgegriffen, ihren heute wieder fern der Heimat an der Front stehenden Waffen- rrüdern in echt kameradschaftlicher Verbundenheit das Fest des Lichts mit jenen Symbolen verschonen zu helfen, die mit dem Inbegriff der deutschen Wethenacht untrennbar verbunden sind und auch ewig bleiben werden.

Einem Appell des Reichskriegsopferfuhrers em- mutig folgend, machten sich die in der Schicksals- gememschaft der NSKOV. geeinten Teilnehmer und Hinterbliebenen des Weltkriegs zu wahren Spendern des Hellen Lichts, zum Vertreiben der Finsternis, einer überraschenden Freude, zur Ueberwindung des grauen Alltags und eines unerschütterlichen Glau­bens an den Widerstandswillen der Front der Heimat. ,, ,, , , ,

Wie im gesamten Großdeutschen Reich, so haben auch im Gau Hessen-Nassau die Mitglieder der

NSKOV. durch eine ebenso sinnvolle, wie praktische Spende ihrer engen kameradschaftlichen Verbunden­heit mit der Front nicht nur sichtbaren Ausdruck verliehen, sondern sie haben auch durch diesen m die Tat umgesetzten Gemeinschaftsgeist ihren Willen be­kundet, den Kameraden an der Front Licht, Freude und Glauben zu bringen.

Das praktische Ergebnis einer freiwillia aufge­brachten Spende waren 55 000 Weihnachlskerzen nebst Zubehör.

Diese 55 000 Kerzen werden in der Weihenacht in den Bunkern aus Stahl und Eisen, in den Unter­ständen der Vorpostenstellungen im Niemandsland sowie auch in den behaglichen Stuben der westdeut- chen Bauerndörfer in Hellem Licht erstrahlen. Jede dieser hell lodernden Kerzen ist gleichzeitig ein Gruß der Heimat an die Front.

I So hell und klar wie diese Kerzen Bald werden brennen an der Front, Mög' stets auch in der Heimat Herzen Begeist'rung glühen f ü r die Front.

Frühere Lebensmitteleinkäufe zu Weihnachten und Neujahr.

Die Lage des Weihnachtsfestes macht es erfor» derlich, daß die Verbrat cher die für den ersten und zweiten We'ihnachtsfeiertag benötigten Lebens- mittel schon in den letzten Tagen der Vorweih­nachtswoche einkaufen. Für diesen Zweck können, wie das Reichsernährungsministerium mittestt, elbstverständlich auch schon ab 22. Dezember Em- zelabschnitte der Lebensmittelkarten verwendet wer- den, die nach ihrem Aufdruck erst für die am 25. De­zember beginnende Woche gelten. Entsprechend kann auch Neujahr verfahren werden.

Strafkammer Gießen.

Der K. H. B. aus Kiel, zur Zeit ohne festen Wohnsitz, war beschuldigt, im September bei seiner Wanderung durch Alsfeld ein Fahrrad und eine Tuchhose gestohlen zu haben. Der einschlägig vorbe­strafte Angeklagte war geständig. . .

Der Anklagevertreter beantragte eine ©efanignis« strafe von einem Jahr und sechs Monaten und An­rechnung der Untersuchungshaft. Der Angeklagte wurde des Rückfalldiebstahls schuldig erkannt und zu einer G e f ä n g n i s st r a f e v o n 1 I ahr un d 6 Monaten, abzüglich 2 Monate und 3 Wochen Untersuchungshaft, verurteilt. Dem Angeklagten wurde eröffnet, daß er bei nochmaliger Straffällig- teit mit Sicherungsverwahrung zu rechnen habe.

Kameradschaft im Alltaa.

Gegen 15 Uhr, wenn die Ladengeschäfte wieder offnen, ließ meine Frau so von ungefähr emfuehen: Wenn du in die Stadt gehst, kannst du mir dies und das mitbringen!" Nun habe ich weder jemals versucht, mich für den Sektor Einkauf zuständig zu machen, noch deutete im Augenblick irgend etwas darauf hin, daß ich in die Stadt gehen wollte. Aber sinngemäß war in solchem Zusammenhang mitbringen" großzuschreiben. Und so empfand ich es als eine Kameradschaftshilfe, daß ich auch wieder einmal an die Reihe kommen sollte, einen Gang für den Haushalt zu tun.

Bei dem, was ich mitbringen sollte, waren auch knusprige Wasserwecke mit Einlagen. Mit unbe­kümmerter Selbstverständlichkeit sagte ich zur Der- täuferin:Geben Sie mir bitte noch zwei von die­sen Brötchen!" Freundlich fragte die Verteilerin zu­rück-Haden Sie Brotmärkchen?", und als ich an­scheinend stutzte, fügte sie erläuternd hinzu:Ja, Idel m-inem Bäcker bekomme ich auch keine Brötchen ohne Brotmarken!"

Damit hatte ich den Boden unter den Fußen ver­loren. Nein, ich hatte keine Märkchen bei mir, unb ich hätte auch keine gebraucht, wäre ich im Rah­men meines Auftrags geblieben. Zwischen den knu prigen Wasserwecken und mir tat sich eine un- überbrütfbare Kluft auf. Mit sauer-süßer Miene und hoher Schulter wollte ich mich entfernen.

Da nahm eine Frau neben mir ihre Handtasche vom Arm, sie durchblätterte ihre Bezugscheinmappe, und indem sie mit freundlichem Lächeln kurzerhand einen ihrer Scheine über den Ladentisch reichte, sprach sie zu der Verkäuferin die gütigen Worte: Die zwei Märkchen können Sie von meiner Brot­karte abzuschneiden!"

Irgendwelche Einrede blieb mir m diesem Augen­blick im Halse stecken. Wie häßlich hätte eine auch noch so höfliche Ablehnung auf diese Frau wirken müssen! Dem stürmischen Kampf meiner Gedanken Märkchen abgeschnitten und zwei Brötchen mit Ein­lage mir hübsch eingewickelt überreicht. Ich zahlte, und mit einem:Nochmals herzlichen Dank!" ver­abschiedete ich mich von meiner unbekannten Spen­derin, die obendrein mein Gemüt noch mit einem freundlichen:Keine Ursache!" entlastete.

Auf der Straße wogte es noch lange in mir nach. JedesWarum" oderWieso" aber jagte ich ent­schlossen in seinen kalten Schlupfwinkel zurück. Doch eins stand bei mir fest: Diese Frau hatte vor­bildlich kameradschaftlich gehandelt. R. B.

Vornotizen.

Tageskalender für IMlkwoch.

Stadttheater: 14.30 bis 17.15 Uhr:Der gestiefelte Kater". Gloria-Palast, Seltersweg:Verdacht au Ursula". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Gold in New Frisco". Oberhessischer Kunstverein: 15 bis 16 Uhr Ausstellung im Turmhaus am Brand.

Sladttheaier Gießen.

Am heutigen Mittwochnachmittag wird das Weih­nachtsmärchenDer gestiefelte Kater" wiederholt. Spielleitung: Karl Volck. Musikalische Leitung: Richard Boeck. Bühnenbild: Karl Löffler. Die Abendvorstellung fällt aus.Der Zigeunerbaron" findet für die Mittwoch-Miete am 1. Januar statt.

Neue Felvpostanschrist für Angehörige der Luftwaffe.

Für die Zustellung der Feldpost an Angehörige der Luftwaffe ist eine neue Regelung getroffen wor­den. Die Feldpostanschrift für die dem Oberbefehls­haber der Luftwaffe unterstellten Luftwaffenein- heiten ändert sich dahingehend, daß in Zukunft vor der Feldpostnummer der Kennbuchstabe L und hin­ter der Feldpostnummer der Ortsname des zustän­digen Luftgau-Postamtes anzufügen ist. In der An­schrift von Luftwaffeneinheiten, die dem Oberbe­fehlshaber des Heeres unterstellt sind, tritt gegen das bisherige Feldpostverfahren keine Aenderung ein.

Die Benachrichtigung über die neue Feldpostan- schrift erfolgt durch die Soldaten der betreffenden Luftwaffeneinheiten. Die von diesen mitgeteilte Aenderung der Feld Postanschrift ist genau zu be­achten.

600 Puppenbettchen für die NSV.

Die Frauen des Deutschen Frauenwerkes, Kreis Wetterau, haben aus alten Zigarrenkistchen unge­fähr 600 kleine Puppenbettchen gearbeitet, um sie der NSV. Mr Weihnachtsbescherung zur Verfügung zu stellen. Die Bettchen sind allerliebst geraten. Alle sind mit hübscher Bemalung versehen, der Phanta­sie waren hier keine Grenzen gesetzt, und man muß sagen, es sind zum Teil kleine Kunstwerke entstan­den- Auf blauen, roten, grünen oder gelben Unter­grund wurden bunte Blümchen aufgemalt. Entchen und Gänschen schwimmen im Wasser, Teddybären zeigen ihr luftiges Gesicht, kurz alles, was ein Kei­nes Kinderherz erfreuen kann, ist auf den Bettchen zu sehen. Als Inhalt: ein niedlich angezogenes Püppchen in bunten Kretonnekissen. Man war wirk­lich versucht, selbst mit diesem Spielzeug zu spielen. Die Freude der Kinder an Weihnachten wird der beste Dank und die beste Anerkennung für all die fleißigen Hände sein, die so liebevoll die kleinen Kunstwerke zustandebrachten. Gfs.

Dor

rung gelangen.

Großes Januar-Programm der NSG.Kraft durch Freude"

Die NS.-GemeinschaftKraft durch Freude" ent­öltet im Laufe des Monats Januar 1940 wieder eine außerordentliche rege Tätigkeit. Während in den Tagen um Weihnachten in den Unterkünften der Soldaten noch verschiedene Feiern und unter­haltsame Abende durchgeführt werden, die geschlosse­nen Charakter tragen, finden im Januar viele Ver- anftaltungen statt, zu denen jedermann Zutritt hat. Am 4. Januar wird der .Ligeunerbaron im Stadt- theater aufgeführt; am 6. Januar findet in der Neuen Aula der Universität ein Liederabend mit W. Domgraf-Faßbaender statt, bei dem auch das Rhein-Manische Landesorchester mit­wirken wird. Am 8 .Januar wird in einer geschlosse­nen Vorstellung für KdF. noch einmalGasparone im Stadttheater gegeben. Am 18. Januar gelangen dieLustigen Weiber von Windsor" zur Auffüh­rung.Brasilianische Zauberspiele" gibt es in den Tagen des 20. und 21. Januar in Gastspielen im Cafe Leib zu bewundern. Am 22. Januar findet dann wieder im Stadttheater eine geschlossene Vor­stellung für KdF. mit dem LustspielSer müde Theodor" statt.

Das Januarprvgramm sicht aber neben Musik

und Theater auch einige hochinteressante tragsDeranftaltungen vor. Am 11. Ja.iuar spricht im Großen Hörsaal der Universität der be­kannte Weltreisende Walter Stötzner über das ThemaDer ferne Osten und Europas Zukunft . Am 25. Januar wird die Fallschirmabspringerm Lola Schröter über ihre Erlebnisse als Fall­schirmpilotin plaudern.

Eine wertvolle Neuerwerbung kann die NS.-Ge­meinschaft ,Kraft durch Freude" mit der Anschaf­fung eines Schmal-Tonfilm-Gerätes ver­zeichnen. Mit diesem Gerät sollen täglich, und zwar möglichst nachmittags und abends Vorführungen stattfinden. Das Gerät ist für den Einsatz in den Unterkünften der Wehrmacht und auf dem Lande bestimmt. Es sollen dabei schöne und wertvolle Kul­tur- und Landschaftsfilme gezeigt werden, jeweils aber auch die aktuellsten Wochenschauen, so daß auch die Landbevölkerung an den Ereignissen der Zeit durch das lebendige Bild teilnehmen ta in. Darüber hinaus sollen aber auch immer wieder die Spiel­filme der besten deutschen Produktton zur Vorfüh-

Arbeitstagung des AS.-Reichsknegerbundes.

Am Sonntag fand eine Zusammenkunft der Kameradschaftsfuhrer der Gießener Kameradschaften im NS.-Reichskriegerbunb unter Leitung des Kreis- kriegerführers, Regierungsoberveterinärrat Dr. Monnard, statt. Der Kreiskriegerführer sprach

Ullll Ivcuuilltyuuiia/tr tiLX CW"VCVr

Kameradschaften aufgetragen, so weit es noch nicht geschehen ist, die Kameradschaftsappelle wieder durchzuführen und die noch in der Heimat gebliebe­nen Kameraden zu erfassen.

Hieraus umriß Kreispropaaandawart, Kamerad Polizeimeister Diesel, die Aufgaben der Kame­radschaften. In den Vordergrund seiner Ausfüh­rungen stellte er die Verpflichtung, die Treue zum Führer auch dadurch zu bekunden, daß die Ange­hörigen der im Felde stehenden Kameraden un= eigennützig betreut und die Trupvenkameradschaften mit allen Mitteln gefördert werden. Im Standort anwesende Feldsoldaten sind zu den Kameradschafts, appellen einzuladen, die Appelle sind so auszuge- ftalten, daß sie anregend wirken. Der Kreiskrieger­führer hatte den Wunsch ausgesprochen, daß auch in Gießen Mannschaften ausgestellt werden, um verstorbenen Soldaten bei der Beerdigung die Ehrensalven M schießen. Der Kreis propagandai- wart gab zur Aufstellung solcher Mannschaften die nötigen Anweisungen. Weiterhin ging er auf die

Pflichten und Aufgaben der Propagandawarte ein. Aus eine besondere Aufgabe, für die der alte Sol- bat viele Erfahrungen nfitbringe, machte Kamerad Diesel noch aufmerrfam, nämlich die Mitarbeit bei der Abwehr des sichtbaren und unsichtbaren Fein- und durch Aufklärung dafür sorgen, daß sich jeder Volksgenosse immer bewußt ist, daß der Feind tritt- hört und darum M schweigen ist. Unser unsichtbarer Feind ist bas WeltjUdentum, das zwar über die Fanze Welt verteilt, aber doch in sich geschlossen ist und als Hauptkampfmittel das Geld anwendet.

Anschließend berichtete Kreisschießwart Hanfs über die Ergebnisse der Wettkampfschießen des leg­ten Jahres, wobei er auf gute Erfolge des Kreis­verbandes Gießen Hinweisen konnte. Mit seiner Ge­samtschießleistung steht der Kreisverband Gießen innerhalb des Gaues an 16. Stelle, in der Gruppe A kam der Kreisverband durch die Erfolge der Kameradschaft Rüddinashausen sogar an die 2., in ber Gruppe B durch Die gleiche Kameradschaft an die 9. Sie sie im Gau.

Das Fechtwesen soll wieder in vollem Umfange ausgenommen werden, weil die Sammlungen in erster Linie zur Unterstützung von Verwundeten- Heimen und Waisenheimen Verwendung finden.

Deutsches Turnen im kriegswinler 1939/40.

Das Gaufackamt Turnen tagte.

Uitter Leitung von Gaufachwart Hermann Schäfer (Kassel) führte bas Gaufachamt Turnen im NSRL.°Gau 12 Hessen in dem turnfreudigen Orte Heuchelheim bei Gießen eine Arbeits­tagung durch. Die Tagung, mit der auch Lehr­gänge im Männer- und im Frauenturnen verbun­den waren, hatte die Aufgabe, Richtlinien für die turnerische Arbeit im Kriegswinter 1939/40 zu er­arbeiten und die wichtigsten Veranstaltungen des Gaufachamtes vorzubereiten.

Gaufachwart Hermann Schäfer eröffnete die Tagung mit einem Dankeswort an die Kameraden von Heuchelheim, die ihre schon so oft bewährte Gastfreundschaft wieder unter Beweis stellten.

Die turnerische Arbeit muß auch während des Krieges fortgeführt werden! Diese Forderung stellte der Gaufachwart seinen weiteren Ausführungen voraus. Mögen sich der Aufrechterhaltung eines geregelten Turnbettiebs auch Schwierigkeiten ent­gegenstellen, so wird es sich bei gutem Willen doch einrichten lassen, daß in irgendeiner Form der Weg Mm Einsatz gefunden wird. Läßt sich ttotz besten Willens eine Uebungsmöglichkeit während der Win­termonate nicht finden, dann muß, wie der Gau- fachwart ausfuhrte, auf jeden Fall das Gemein­schaftsleben erhalten werden. Das Ziel muß bleiben, so zu arbeiten, daß nad) dem Kriege der Turn- betneb zu 100 v. H. wieder auf genommen werden kann.

In diesem Sinne äußerte sich auch der stellver­tretende Gauamtmann Beuermann (Kassel), der zunächst die Grüße der Gauführung überbrachte und dann überzeugend aufzeigte, wie wichttg es ist, in schwerer Zeit alle Kräfte einzusetzen, um die bewährte Organisation der deutschen Leibesübung zu erhalten. Der Gauamtmann behandelte anschlie­ßend wirtschaftliche Fragen.

Recht aufschlußreich waren die Berichte, die die Kreisfachwarte bzw. Kreismännerturnwarte und die Kreisfrauenturnwartinnen erstatteten. Es ergab sich daraus das Bild, daß nach anfänglichem Still­stand der Arbeit nach Kriegsbeginn in fast allen Kreisen der Turnbetrieb wieder ausgenommen wor­

den ist. Vorturnerstunden sind bereits durchgeführt worden, zum Teil mit guten Besucherzahlen; Wett­kampf- oder Werbeveranstaltungen sind für den Nachwinter geplant.

Nachdem Gaujugendwart und Gebietsfachwart beim Gebiet Kurhessen der HI., Henner Beck (Kassel) die Möglichkeiten einer erfolgversprechenden Zusammenarbeit der HI. mit dem NSRL. aufgezeigt hatte, entwickelte der Gauobmann für Männerturnen, Richard Becker (Kassel) den Arbeitsplan des Gaues im Männerturnen. Das besondere Augenmerk ist zunächst den Vereinsmannschaftskämpfen zuzuwen­den. Diese werden durchgeführt in einer allgemeinen Klasse für Turner, für die ein Achtkampf der Kreis­klasse und ein Fünfkampf der Unterkreisklasse zur Ausschreibung gekommen sind, ferner in zwei Alters­klassen (Vierkampf). Erstmals gibt es in diesem Win­ter Gaugruppenwettkämpfe mit Gaumannschaften von je acht Mann. Städte- und Kreiswettkämpfe sind ebenfalls geplant. Zu den Deutschen Kriegseinzel­meisterschaften im Geräteturnen stellt der Gau Hessen drei Teilnehmer, die durch ein Ausscheidungsturnen ermittelt werden. Richard Becker verbreitete sich wei­ter über die geplante Lehrgangsarbeit.

Wie Gaufrauenturnwartin Luise Schwarz (Friedberg) mitteilte, steht auch das Frauenturnen im Gau vor einer Reihe wichtiger Aufgaben. Für die Vereinsmannschaftskämpfe der Turnerinnen ist ein Sechskampf ausgeschrieben worden; sie kommen nur innerhalb der Unterkreise und Kreise zum Aus­trag. An den Kriegsmeisterschasten der Frauen nimmt der Gau mit je einer Turnerin teil.

Der Gauvbmann für Sommerspiele, Karl Pfef­fer (Gießen) trat für die Pflege des Korbball- spiels im Frauenturnen ein und empfahl die Ver­anstaltung von Städtewettspielen.

Gaufachwart Hermann Schäfer verlas am Schluß der Tagung einige Stellen aus Jahns Deutschem Volkstum". Mit einem Gruß an die im Felde stehenden Kameraden und mit dem Treue­bekenntnis M Führer und Volk beschloß der Gau- fachwart die Arbeitstagung.

Gondergerichi in Nutzbach.

Der Christian K l o tz b a ch aus Frankfurt a. M. war angeklagt, am 27. November in Butzbach unter Ausnutzung der Verdunkelung ein Sittlichkeitsver- brechen an einem 15jährigen Mädchen versucht zu haben. Das Mädchen wollte zum Bahnhof Der Angeklagte, von dem Mädchen nach dem Weg ge­fragt, erklärte sich bereit, sie dorthin zu begleiten, führte sie aber absichtlich einen anderen Weg, der ins Feld führte. Als bas Mädchen bas Vorhaben des Angeklagten erkannte, schrie es um Hilfe; bas Mädchen verlor auf der Flucht ihre Handtasche. Der Angeklagte ergriff die Tasche und entnahm daraus den Geldbetrag von 11,45 RM. Weiterhin ist der Angeklagte in zwei Fällen des Zechbetrugs beschuldigt. Er war im wesentlichen geständig.

Der Anklagevertreter beantragte eine Gesamt-

BUCHERbeiHolderer

GEGENÜBER DEM GLORIA-PALAST

zuchthausstrafe von 10 Jahren und Aberkennung der bürgerldjen Ehrenrechte auf die Dauer von zehn Jahren. Der Angeklagte habe die Absicht gehabt, sich an dem Mädchen unter dem Schutz der 23er- bunfelung zu vergehen. Der Verteidiger erklärte, ein versuchtes Sittlichkeitsverbrechen fei dem Angeklag- ten nicht nachzuweisen, der Diebstahl sei ein Ge­legenheitsdiebstahl, der entstandene Schaden sei ge­ring. Er beantragte, auf eine wesentlich geringere Strafe zu erkennen, und stellte dem Gericht anheim, von Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte ab­zusehen, da es sich beim Angeklagten nicht um einen asozialen Menschen handele.

Der Angeklagte wurde des Verbrechens nach §2 der Verordnung gegen Dolksschädlinge in zwei Fällen und des Zechbetrugs in zwei Fällen schuldig -..v- «'Uci ^esamlzucyiyaus- strafe von 6 Jahren verurteilt. Die bürger­lichen Ehrenrechte wurden ihm auf bie Dauer von 5 Jahren aberkannt.

Aus der engeren Heimat.

Landkreis Gießen.

<£ Leihgestern, 18. Dez. Arn Sonntagnach­mittag fand in einer Feierstunde die Ueberreichung der Mutterehrenkreuze an die Leihgester- ner kinderreichen Mütter statt. Ein Schulfaal der neuen «Schule war zu diesem Zwecke sinnia herge­richtet und mit einem Weihnachtsbaum geschmückt. Nach einem Gesangsvortrag der KdF.-Gruppe hieß die Framnschaftsleiterin H. Will herzlich will­kommen. Jungmädel des BDM. sagten dem Tag angepaßte Gedichte auf. Hieraus nahm Ortsgrup­penleiter Will die Ehrung der auszuzeichnenden Mütter vor. 99 Ehrenkreuze nebst Urkunden wur­den in drei Stufen verliehen. Mit der Mahnung an die Mütter, sich allezeit für bie vom Führer gestellten Aufgaben einzusetzen, wurde die Feier­stunde von der Frauerischaftsleiterin in der üblichen Weise geschlossen.

A Laubach, 18. Dez. Am Sonntagnachmittag fand im Saale des GasthausesZur Traube" die feierliche Ueberreichung von 18 Mütter­ehrenkreuzen statt. Die Feier wurde umrahmt von Gedichtvorttägen der HI. und des BDM. Orts- Gruppenleiter Pott würdigte nach den Begrü­ßungsworten bie Bedeutung des vom Führer den deutschen Müttern verliehenen Ehrenkreuzes und die Wertung der deutschen Mutter im Dritten Reich. Die 1. Stufe des Mütterehrenkreuzes wurde ver­liehen an Lina Emmelius geb. Schlorb, Marie Hö­gel geb. Althaus und Magdalene Troffer geb. 2)off­ner (Altersheim). Die 2. Stufe erhielten Elisabeth Moll geb. Frank, Luise Kopp geb. Rieb, Marie Leidner geb. Funk, Elisabeth Herzberger geb. Fied­ler und Marie Rausch geb. Ludwig (Oberseenerhof). Mit der 3. Stufe des Mütterehrenkreuzes wurden ausgezeichnet: Minna Diehl geb. Stork, Gräfin Emma zu Solms-Laubach, Magdalene Bourree geb. Donderheid, Marie Stotz geb. Pitz, Johanna Fischer geb. Althof, Magdalene Krauß geb. Kircher, Magdalene Kraft geb. Rühl, Marie Reitz geb. Seipp, Katharine Trailer geb. Saalfeld und Luise Walter geb. Rahn. Die würdig verlaufene Feier wurde tritt dem Treuegelobnis an den Führer ge­schlossen.

Rundfunkvroaranim

Donnerstag, 21. Dezember.

6 Uhr: Morgengruß. 6.10: Morgengymnastik. 630: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8: Landvolk, merk auf! 8.10: Gymnastik. 9.15: Was wir Frauen heute wissen müssen. 9.30: Schulfunk (Mittel- und Oberstufe):Jul- und Mittwinterbrauche". 10: Frohe Weisen. 11: Konzert. 11.50: Stadt und Land Hand in Hand. 12. Mittagskonzert. 12.30: Nach­richten. 13.15: Aus Turin: Italienische Musik. 14: Nachrichten. 14.15: Der fröhliche Lautsprecher. 15.55: Bücher für unsere Soldaten. 16: Weihnachtsfeier 'm Lazarett. 17: Nachrichten. 18: Rus ins Land. Berichte vom Landesernährungsamt. 18.25: Unter­haltungskonzert. 18.30: Aus dem Zeitgeschehen. 19.10: Berichte. 20: Nachrichten. 20.15: Uedertra- gung vom Deutschlandsender. 22: Nachrichten. 24s Nachrichten.