ttr^298 Zweites Blatt
Eichener Anzeiger iGeneral-Anzetgrr für Oberheffen)
Mittwoch, 20. Dezember 1939
praktische Kleinigkeiten für den Gabentisch der Hausfrau.
Will man der Hausfrau eine Freude zu Weihnachten bereiten, so können es ruhig einmal praktische Dinge sein, von denen man weiß, daß sie ihr im täglichen Gebrauch manche Annehmlichkeiten bringen und oft sogar die Arbeit erleichtern Helsen. Zuerst fei das Sägemesser genannt. Es kann sowohl zum Schneiden von Kuchen, frischem Brot, Fleisch und Wurst als auch zum Zerkleinern von Tomaten, Gurken usw. dienen. Jede praktische Hausfrau ist darauf bedacht, beim Kochen möglichst wenig Strom, Gas oder Feuerungsmaterial zu verbrauchen, und manche hat schon deswegen versucht, verschiedene Gerichte aus nur einer Flamme, nämlich in zwei Töpfen üdereinanderstehend, gar zu machen. Doch nicht immer passen die Deckel oder die Töpfe aufeinander, deswegen wird sie sich über einen Deckel, der das „Turm- ko che n" erleichtert, gewiß sehr freuen. Diese Deckel, die es für jede Topfgröße passend gibt, haben in der Mitte eine Oeffnung, damit der Dampf des unteren Topfes ungehindert an den Boden des darüber sichenden Topfes dringen kann und somit die
spannen — sie leiden nut ihrer" 'TtnoirhjAf - sowieso schon Höllenqualen! —, sondern die Bescherung sobald als möglich ansetzen. Wenn es sich mit der Zeit der Eltern nur irgend vereinbaren läßt, wartet man nur den Einbruch der Dunkelheit ab, um den Lichterbaum zu entzünden. Das hat allerlei Vorteile: Erstens wird das Kind von der Qual des Wartens schneller erlöst, zweitens hat es dann mehr Zeit, mit all den Herrlichkeiten zu spielen, che es ins Bett muß, drittens ist dann auch dieser schöne, nur einmal im Jahre wiederkehrende Abend, auf den auch wir Großen uns jedes Jahr wieder fteuen, möglichst lange aus- aedchnt und viertens schmeckt das Festmahl besser, wenn schon die Bescherung vorüber ist, die erregten Gemüter zur Ruhe kamen, um nun in Behagen sich den leiblichen Genüssen widmen zu können.
Sind kleinere Kinder im Hause, so mutz man sie gleich nach dem Mittagessen, zu einer Mittagsruhe ins Bett stecken. Das erleichtert den Eltern das Herrichten des Wechnachtszimmers, wozu uns die
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unbeobachteten Augenblick an uns vorbeischlupften, um einen Blick ins weihnachtliche Paradies werfen zu können. Vor allem aber tut man den Kindern den größten Gefallen damit, daß sie gut ausgeschlafen zur Bescherung erscheinen: sie können sich frisch und munter unter dem Baum mit den neuen Spielsachen beschäftigen und werden nicht so schnell müde werden. Dadurch wird der Heilige Abend auch für die Erwachsenen erquicklicher; denn Kinder, die vorzeitig ermüden und dadurch unleidlich werden, tragen nicht gerade zur gemütlichen, friedlichen Weihnachtsstimmung bei.
Die Wechnackts-Zensur.
Aus dem Reiche der Krau Störe dein Kind nicht beim Spiel.
Der Weihnachtsabend — ein Festtag der Kinder.
Wo Kinder im Hause sind, wird der Weihnachtsabend einen schöneren und freudevolleren Verlauf nehmen, als dort, wo nur Erwachsene das Weth- nachtsftst begehen. Das ganze Jahr über freut sich das Kind auf das Fest und kann die! Zeit bis zum Heiligen Abend kaum erwarten. Schon zahlt es die Tage und schließlich nur noch die Stufen bis zur Bescherung. Deshalb wollen wir die Kin-
Beobachten wir ein Kleinkind am Spieltisch. Es baut mit Klötzen einen Turm. Da erkennen wir, daß es in ein paar Tagen als Erfahrung gelernt hat, die Klötze richtiger aufeinanderzusetzen, in ein paar Tagen haben die Fingerchen etwa an Geschicklichkeit zugenommen, so daß das Ganze besser gelingt. Das Kind merkt diesen Fortschritt, ist stolz auf ihn und gibt sich große Mühe, es noch besser zu können, und dabei — lernt es. Nicht lange. Die Geduld reicht nicht weit. (Merken wir das im Zusammenspielen mit dem Kind, so sollten wir nicht erzieherisch auf ein immer weiteres Sich- Mühe-Geben dringen, wir strengen es nur an, das Kind muß seinem schnelleren Ermüden nachgeben können). Es baut unordentlicher, Klötze fallen vom Turm ab ... es wird immer ungeduldiger ... bautz — mit beiden Händen stürzt es den Turm ein. Nun lehnt es sich im Stühlchen zurück, nimmt das Däumchen und schaut gedankenlos auf das Durcheinander der Klötze. Es träumt, es ruht aus. So ging das Spiel über Arbeit und Lernen zur
tenszene, vielleicht bedingt durch die Szenerie, nicht so zur Wirkung kam, so wuchs ihre Maria in der Aussprache mit Elisabech zu einer Heroine von Format, deren kultivierte Sprache auch den leidenschaftlichen Ausbruch des Zorns und der Empörung ebenso meisterte wie das befreiende Aufatmen eines sich von allem frei gesprochenen gequälten Herzens. Die innere Läuterung wußte sie in der Abschreds- szene erschütternd zu gestalten.
Die Elisabeth Hilde Kneips, von der untersetzten Statur und in dem reichen, fast überladenen Prunkgewand, wie wir die „jungfräuliche Königin auf zeitgenössischen Bildern zu sehen gewohnt sind, hatte den verschlagenen, fast argwöhnisch-scharfen Blick der stets auf den Eindruck bedacht ist. Bei der Begegnung mit Maria hätte man sie.sich säst noch beherrschter gewünscht, schneidend wie Peitschenhiebe fallen ihre maßlos verletzenden. Worte aus eisigem Herzen, das zynisch berechnet, wohin es treffen will. In den beiden großen Monologen des vierten und fünften Aktes vermochte Hilde Kneip das ganze Wesen der Elisabeth, den Zwiespalt zwischen Schein und Sein, voll auszudeuten. Mit Bedacht gewählte Pausen würden vielleickt die Wirkung gerade dieser Monologe noch zu steigern ver- ^Dittor v. Gschmeidler bot als Burleigh in guter Maske eine ausgezeichnete Leistung. Sem hageres Greisenhaupt mit dem schütteren Kinrwart und den tiefliegenden spitzigen Augen, die den Gegner wie Dolche durchbohren, gehört einem Manne, dessen Dämon der Staat ist, neben dem keine menschliche Regung Platz hat. Der fester Hans Geißlers war uns nicht geschmeidig und überlegen genug für den aalglatten Höfling, der mit höchstem Einsatz um sein Leben spielt. Karl V o l ck spielte den edlen Talbot würdig und zuverlässig. Die chwierige Rolle des Mortimer hatte man Hans Caninenberg anvertraut, zu Recht, er hielt das große Pathos des jugendlichen Schwärmers in den Grenzen eines edlen Feuers. Aus der großen Reihe der kleineren Rollen können nur noch genannt werden die Amme Kennedy der Rose Stirl, Hilmar Manders als biederer Paulet und Hans Albert S ch e w e als treuer Melvil.
Das gut besuchte Haus, das der Aufführung mit großer Anteilnahme gefolgt war, dankte dem Regisseur und seinem Ensemble mit herzlichem Beifall. 3 Dr. Fr. W. Lange. 4
Gerade zu Weihnachten überlegt und arbeitet Mr, um mit irgendetwas dem anderen eine Freude zu machen. Erwachsene wie Kinder. Macht Äne altere Schwester oder die Mutter mit den ?ech n.0chtSorbetten, so können sie selb st - verftanAich verhindern, daß ein kindliches Ge chenk unbrauchbar wird. Aber oft denkt sich ein Kind nut besonderer Freude selbständig etwas aus und bastelt, klebt, stichelt, sägt rf>er mott stundet und m größter Heimlichkeit, um am He-ilia- ctab zu Uberralcheu. Kein Wunder, wenn diele Geschenke ungeschickt angesertigt und nicht selten unpraktisch sind. Trotzdem darf man dies jedoch das Kmd Nicht entgelten lasten: es hat gewiß sein Bestes an Geduld, Fleiß und Phantasie in dem guten Glauben gegeben, etwas besonders Schönes gearbeitet zu haben.
Es ist vorgekommen, daß ein unbeholfen, aber leuchtend bemalter Kalender ins unterste Schreib- tischschubfach wanderte und ein Kind sich lange darum grämte. Mit einzigem guten Willen läßt sich aber fast immer ein Ausweg finden. Vielleicht kann man einen solchen Kalender in die Küche hängen und dem Kind sagen, man hätte gerade dort einen nötig. Auch geht man oft mit den Geschenken von Kindern nicht so sorgsam um wie mit anderen und Dürft etwa — natürlich aus Versehen — schon bald bi« Masche Eau de Cologne um, die vom lang ersparten Taschengeld erstanden wurde —„Für Mutti, weil sie das so liebt!".
Ich möchte den „Großen" zum Bewußtsein bringen, daß sie auch dem Geschenk des Kindes Achtung entgegenbringen sollen, denn nicht nur Gaben von Erwachsenen haben einen Wert! Das Kind müht sich oft mit größerer Intensität ab, und es kann ja nur schenken, was feinem Alter und feiner Ueber- legung entspricht, Wer eine richtige Einstellung zum Kind schlechthin hat — und sie ist nur mit großer Liebe und unendlicher Geduld zu erlangen —, wird dessen (sefajcrrrc ntaji .-u- .
stecken, sondern sie gebrauchen, so gut es eben geht.
Am Weihnachtsabend sollten alle daran denken und Nicht vergessen, daß diese Stunden voll Freude fein sollen und niemand, auch kein Kind, einen Kummer haben darf. Das Leben an sich ist hart und schwer genug — warum es schon den Kindern sclnverer als notwendig machen?
Marianne Weidenbach.
und mein Handwerk zu verstehen". Und tatsächlich wird man immer wieder frappiert und von höchster Bewunderung erfüllt, wie die in die drei letzten Lebenstage der Maria zusammengedrängte Handlung des Dramas, dessen Ausgang ja schon nach den ersten Szenen klar vor aller Augen steht, sich zu gewaltigen Steigerungen hebt, da der Dichter immer wieder die Hoffnung auf eine Schicksalswende aufkommen läßt, bis schließlich nach der äußersten Zuspitzung in dem Zusammentreffen der beiden Königinnen das Drama ausklingt m der seelischen Läuterung Marias und der Entlarvung Elisabeths, die im Augenblick höchsten Triumphs sich von allen verlassen sieht. Wie die beiden Königinnen in harten Kontrasten gegenübergestellt sind, so sind auch die Räte der Elisabeth und das Gefolge Marias in scharfen Charakterzeichnungen ungemein lebendig. So ist die „Maria (Stuart" in der edlen pointenreichen Sprache Schillers von einer ungeheuren theatralischen Wirkung.
Das Stadttheater bot gestern eine im ganzen geschlossene und würdige Aufführung. Die Regie Dr. Hannes R a z u m s hatte größere Streichungen erfreulicherweise vermieden und trotzdem die innere Spannung des Dramas auch über den Gipfel der großen Gartenszene hinaus feftzuhalten gewußt. Diese hätte man sich zu Beginn vielleicht geloster, den Abgang der Elisabech bewegter denken können. Sehr würdig war die Abschiedsszene des fünften Aktes und besonders eindrucksvoll das Schlußbild, das das Problematische des Triumphes der Elisabeth augenfällig unterstrich. Gleichsam als Kontrast zu diesem Finale hatte Razum, abweichend von den Anweisungen des Dichters, zur Introduktion des Dramas die Maria langsam und schweigend die schwarzen Stufen ihres Gefängnisses herab schreiten lassen, ein überraschender und vielleicht doch nicht hinreichend motivierter Effekt. Karl Löffler hatte als Bühnenrahmen einen schweren, wuchtig-lasten- den romanischen Bogen geschaffen, in den mit stumpfem Schwarz und sattem Rot die wechselnden Szenenbilder komponiert waren, durch wirkungsvoll zusammengefaßtes Licht herausgehoben (Remigius Konen). , . . , .
Die Maria spielte Hilde Heinrich in edler, hoheitsooller Haltung und mit anmuttg-gelockerten Bewegungen. Wenn die wundervolle Beschwingtheit der ^illerschen Verse zu Beginn der großen Gar-
len oder gar eine 4 im Diktat geschrieben haben, und Mutter sich gar nicht anders zu helfen weiß. Aber mit Pädagogik hat eine solche Drohung nichts mehr zu tun. Das sollten sich alle Mütter einmal klar machen. Schon manche Tragödie in Kinderherzen Hat sich aus diesem verhängnisvollen Satz ergeben. Denken wir dabei doch auch nur einmal an die eigene Kinderzeit. Gibt es denn etwas Grausameres als ein Kinderherz mit der Drohung zu schrecken: der Weihnachtsmann bringt nichts — und dazu noch „als ©träfe"! Hat nicht immer unser Herz ganz laut geklopft vor Aufregung, ob wir auch das ersehnte Schaukelpferd oder die sprechende Puppe bekommen werden? Angst vor der Weihnachtszensur? Nein, die wollen wir unseren Kindern ersparen.
Damit soll natürlich nicht den faulen Kindern das Wort geredet werden, die nun einmal härter angefaßt werden müssen. Aber wieweit auch bei ihnen Drohungen angewandt werden dürfen, das sollte jede Mutter sehr gut abwägen. Die Hauptaufgabe für die Eltern bleibt doch immer, den Kindern, die Schulangst und damit auch die Angst vor der Zensur, ganz besonders der Weihnachtszensur, zu nehmen. Wie soll sich denn ein Kind auf das Fest reuen und am Weihnachtsabend die selig-de- glückende Weihnachtsstimmung empfinden, die doch
) reinen Beschäftigung über, bis auch dazu die Er- : mÜbung zu groß wurde und bas Ausruhen folgte.
Nach einiger Zett n>irb es roieber tatenluftig. Will es nicht weiter Finger unb Gehirn beschäftigen, , sondern fängt an, aus dem Stühlchen zu klettern, t so braucht es jetzt zur Abwechslung körperliche - Hebung. Genau wie wir mit Gymnastik ober Sport 1 sitzende ober geistige Tätigkeit unterbrechen. Nur, baß wir mehr Ausbauer zu allem haben, eine Ausdauer, die den meisten kleinen Kindern nicht eigen ist. Die Mutter, die das Kinb in bas Stühlchen zurücksetzt, wird meist auf Widerstand stoßen, einen langen Kampf ausfechten müssen, denn das Kind versucht immer wieder, zu Turnübungen zu kommen. Ist das Stühlchen tiefgestellt, fällt das Kind beim Mißlingen auf einen weichen Teppich, dann lasse sie es klettern, je gewandter unb sicherer es wirb, desto weniger kommt es zu Schaden. Ist das Stühlchen hochgestellt, das Kind angegurtet, dann nehme sie es heraus unb setze es auf den Boben ober ins Ställchen, gebe ihm einen großen Ball, dann kann es sich bewegen, bis es wieder müde wird.
Wenn die Mutter dem Spiel an sich Wichtigkeit beimißt, bann wirb sie durch Beobachtung ihres Kindes beim Spiel zu mancher kleinen Erkenntnis kommen. Wie ein Kind zum Spielen steht, ist auch deshalb nicht unwichtig, weil in ihm der Tätigkeitsdrang des Kindes befriedigt wird. So hat, wenn nicht Krankheit der Anlaß dazu ist, das Kind ohne Spiellust keinen Trieb in sich, zu wirken und zu schaffen. Wenn bas größere Kind lüft- unb tatenlos dem Spiel der anderen zusieht, so liegt, wenn auch hier nicht körperliches Befinden es hindert, eine Teilnahmslosigkeit vor, die beachtet werden muß. Es gibt Mütter, die stolz darauf sind, wenn ihr Kind nicht mitspielen mag, sie meinen, durch innere Reife stände es bereits über kindlichem Spiel. Sie hätt ein Kind, das still dabei steht und nicht mit den anderen rennt und lärmt und Ruhe stört, für besonders artig. Bequem mag solch artiges Kind sein, artiger aber nicht. Was heißt hier überhaupt „artig"? In das Leben des Kindes gehört bas Spiel, das beim lebhaften natürlich lärmend wirkt. Im Spiel ist das Kind in feiner Welt. Wenn es nicht fein muß, reiße man fein Auto, keinen Chauffeur, kein Pferd, keinen Räuber durch den <jx\r- ruf: Dieter? ober Fritz? aus der Phantasiewelt, in der die Kinder sich so glücklich fühlen. Auch erweitern sich mit der Einfühlung in ein anderes, fei es auch ein fühlloses Wesen, ihr Gesichtskreis und ihre Erkenntnisse.
Diele Eltern beobachten nur, wie ihr Kind sich zu den Anforderungen der Schule stellt, wie es bas (Spiel auffaßt und anfaßt, rft aber auch wichtig, — : schon vor der Schule ttn Kleinkind-Alter.
Elsa Schwahn. j
radezu unerträglich wird, wenn wir hinter dieser Kulisse das in rafenber Eifersucht und kleinlichem Haß sich verzehrende Weib erblicken, das selbst vor tückischem Mort» Nicht »urücfbebt, wenn nur der Schein gewahrt bleibt. Diesen Kant der als Er- -cugnis britischen Geistes zu zweifelhaftem Ruhm oetommen ist, sehen wir in Elisabeth verkörpert, wie sie Schiller in all den Abstufungen eines so komplizierten, von Grund auf unaufrichtigen meisterhaft zeichnet unb wie es der geschichtlichen Heberlieferung entspricht.
Alles Licht wirft Schiller auf die unglückliche Maria, der es zum Verhängnis wird, daß sie, die vor ihrem über ihren Lebenswandel empörten Volke geflüchtet, nun in ftemdem Lande die Hoffnung aller Hnzufriedenen, das Feldzeichen aller Verschwörungen gegen das Regime der Elisabeth wird ohne selbst mehr zu wollen als ihre Freiheit Es ist Marias Tragik, daß ein Urteil sie auf das Schafott bringt, das sich auf falsche 3eugendu5hgengrunbt Sie acht nicht für ein Verbrechen in den Tod das sie in England begangen hat ober für das fte beths Richtern Rechenschaft schuldet, sie büßt viel- mebr die schwere Schuld, die sie m ihrer Jugend Äottlanb auf sich geladen hat. als sie Dam- lens ihres Gatten, Ermordung zuließ und den Mörder ehelichte. Aber bis Maria selbst ihr rag - iches Geschick als eine gerechte Sühne empfindet ind in ihrem Tod eine gnädige Fügung sieht die sie von ihrem drückenden Schuldbewußtsein befreit,
SchN-^rgFukel^Si'e sieht sich°sch°n" E Lester nn seinem Arm ZU neuem Liebesglück unb »äffc > wssrfe "üb «1 Jn her erareifenben Beichte vor ihrem greisen sich T bem abgeklärtem Bekenntnis
@ot würdigt mich, durch diesen unverdienten Tob bie frühe schwere Blutschulb obzubußen
RAitter selbst bat in einem Bries an ben Dres- freund Christian Sottfrieb Korner über «ne Maria Stuart" geäußert: „Ich fange en»* an mi* des dramatischen Organs zu bemachttgen
nun einmal der Inbegriff dieses schönsten aller Feste ist, wenn es wochenlang in zitternder Angst vor der Weihnachtszensur schwebt!
Schon immer sind Stimmen laut geworden, die im Interesse der Kinder für Abschaffung der Weihnachtszensur eingetreten sind. Inzwischen aber sind wir zu der Heberzeugung gekommen, daß diese Zen- u k eV 6? -1TG -j/vdich,. Mttttl „mit-
können. Unb nur so ist diese Zensur aufzufassen. Eltern und Kind haben also die Ansicht des Lehrers gehört und können demgemäß im kommenden Vierteljahr handeln, um eine Verbesserung in bem o^r jenem Fach zu erzielen, b. h. also, um die Kräfte des Kindes in der Folgezeit zu verteilen und zu konzenttieren. Jedes Kind ist vernünftigen Gedan- kengänqen gegenüber aufnahmefähig, und die liebevolle, klug auf die Veranlagung des Kindes emge= teilte „Zensur - Aussprache" zwischen Vater und Sohn wird so immer ihren Erfolg haben. Nach dieser Aussprache aber soll bann auch Schluß fein, und das Weihnachtsfest — das Fest der Liebe — oll zu seinem Recht kommen. Es geht nicht an, daß Vater und Mutter täglich dem Kind die schlechte Zensur vorhalten und Mahnungen daran tnüpfem Mio fort mit den Drohungen vor der schlechten Zensur, sondern Verständigung zwischen Mutter und And — und dann ein frohes Weihnachtsfest! L.
Gießener Giadiiheater.
Friedrich Schiller: „Maria Stuart".
Wenn Schillers „Maria Stuart" auch nicht m dem Sinne ein politisches Drama ist, wie etwa ./Die Räuber" die „Louise Millerm' ober der „-Don Carlos",' so sind für unsere, durch die Zeitereignisse geschärften Ohren die politischen Tone doch kaum zu überhören, die auch in der.„Maria Stuart am klingen unb für uns die Königin Elisabeth die bedeutendste Herrscherin, von der die britische Ge- schichte zu berichten weiß, und noch heute nn^ Bewußtsein bes englischen Volkes lebendig geradezu zum Sinnbild ber politischen Maximen England überhaupt stempeln. Man tonnte g^e.gt s - Elisabeth die eigentliche tragische Gestalt des Dra was zu sehen, die im Konflikt Mischen Jrauh$e.r Milbe unb ihrer königlichen Pflicht. emer Ent- scheibung gebrängt wird, ber sie ^ mnerlich wider trebMaum gibt, weil bas "Wohl des Äaates es so von ihr verlangt. Aber Elisabeth. fp t e t diese tragische Rolle nur, damit sie vor ber Welt in ihrem vZn bohrender Eifersucht unL quälend» Angst geleiteten Handeln gerechtfertigt erschei . ÄX“ FJSÄWg SB ix ft WS'ff “Ä id>™‘ Anna Boleyn, die Heinrich VIII.
ESBsBag eindringlicher demonstriert habe ^ottin
Wechsel aller Dinge, einmal der schonen zuwenden könnte, deren Erbansp $ Tubortönigs von England als Urenkelin des ersten Tu^on g kaum schlechter begründet ist als das ‘ *"r^lflU5s Elisabeth, die ihr Vater einst von^der Er 1s 3 „ n geschlossen hat. Elisabeth.haLttl £ Gedanken der Verbannung gelernt, ihre - Heuchelei
zu verbergen, sie hat es m er «unft fie
Zur wahren Meisterin gebrach , England
auf dem so viel umstrittenen h steht,
im scharfen Rampenlicht ber ft -nietter eines spielt sie auch virtuos auf der ganen &
a buttgÄ. m°r°ltrief°nd°n und d°ch durch un° durch »erlegenen Pharisäertums, das jur uns ge
Wer schenken...
Großvater M^Wechnachten^nen^jMenr^ick'^"^! hatte chn mir allein au5geba*7 2®’ 3d>
blauen Filzes wurden dufammenaenähf 2 ^9en drauf kam ein f^HernU YsÖ' °bw „Nun, mein Kind", sagte mein
am Weihnachtsabend mein Geschenk prüfend sah, „diesen Tintenwischer hast du mirfnch Z gemacht. Ich danke dir? 2 S$JeI)r nett lhn. mal lieber wieder an dich, denn n^nn^rf! meine Feder an dem Filz abwische beP^m^ § lauter Fusseln an die Tinte". Mehr 'sactte ^ n^?
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Heine Ereignis - und denke trotzdem voll sörae voll, S‘±r’ *** fraS[etbe crW h°bm ober noch eneben werden.
••• Warum soll ich denn mein Kind mdjt m feiner Spielerei stören? denkt sicher manche Mutter. Nun, es ist nicht etwa so gemeint, daß eine Mutter sich ruhig verhalten und das Kind auf Temen gatt zu unterbrechen hat, solange es spielt, oas md)! 2Iber das Gegenteil noch weniger. Es gibt IKutter, die dem Spiel an sich gar keinen Wert bei- meffen, es zugunsten einer anderen <5ad)e oft und gern unterbrechen, — und das ist falsch. Besonders nervöse Mütter mit sprunghaften Ideen reißen ihre Kinder oft aus einem eben begonnenen Spiel, meu ... sie zum Einkaufengehen sie mitnehmen wollen oder zu Besuch bei Tante Lina, weil sie gerade jetzt mit ihnen die Schularbeiten durchsehen wollen, weil ... ihnen irgendein plötzlicher Einfall gekommen ist. Unb Kinder nervöser Mütter sind natürlich an sich in Gefahr, auch nervös zu werden, wenn sie es nicht schon sind.
Gerade nervösen Kindern ist nichts gesünder °ls Spiel, nichts ungesünder als viel Ablenkung, schneller Wechsel und viele verschiedene Eindrücke. So wird das nervöse Stadtkind, das wohl viel im Grünen spielen und spazierengehen soll, besser möglichst wenig durch den Verkehr hierhin, dorthin mitgenommen, womöglich mit verspätetem Nachhause- kommen und späterem Zubettgehen als gewohnt.
Das Spiel des Kindes ist keine unwichttge Angelegenheit, weil es in ihm alles hat, was es braucht. Wir Erwachsenen arbeiten im Beruf, das Äinb im Spiel. Das wir an Anregung uns aus Kunst, Literatur und anderem zichen, das holl sich das Kind, von uns Erwachsenen aus gesehen, in spielerischer Weise, aus Dingen, die in der enger gezogenen Grenze kindlichen Schauens und Erlebens liegen.
„Warte nur, wenn du Weihnachten eine schlechte Zensur nach Haus bringst, bringt dir auch der Weihnachtsmann nichts!" Diese mütterliche Drohung kann man gerade in den letzten Wochen vor Weih- % nachten oftmals mitanhören, wenn die Kinder un- Zl gezogen sind, etwa keine Schularbeiten machen wol- 1 Ki


