als Mittelpunkt des Menschen- und Kriegsmaterial- schmuggels nach Sowjetspanien wieder in aller Munde, wurde damals an Frankreich abgetreten. Im spanischen Erbfolgekrieg zwischen Bourbonen und Habsburgern, der Spanien Gibraltar gekostet hat, standen die Katalanen auf Seiten Karls, des habsburgischen Thronanwärters. Ein französisches Heer erstürmte und zerstörte 1714 Barcelona und nach Friedensschluß hoben die Bourbonen die alte Verfassung Kataloniens auf, auch die meisten Sonderrechte gingen im Laufe der Zeit verloren. Aber Katalonien blieb ein Herd des Separatismus, der sich nach dem Sturz der Diktatur Primo de Riveras 1930 mit den Madrider Marxisten gegen das Königtum verband. Oberst Macia wurde Vorkämpfer für eine katalanische Autonomie, ihm blieb jedoch auch in der Republik der Erfolg versagt.
Diesen nur aus der geschichtlichen Entwicklung verständlichen Gegensätzen, zu denen noch die Betonung der dem Provenzalischen ähnliche katalanischen Sprache und das Herausstellen der landschaftlich eigentümlichen katalanischen Kunst und Literatur kommen, entsprechen auch Gegensätze der wirtschaftlichen Struktur. Katalonien ist mit Kantabrien und den baskischen Provinzen das industriereichste Gebiet Spaniens. Seine Textil- und Eisenfabriken versorgten das ganze Land. Barcelona, mit 1,2 Millionen Einwohnern die volkreichste Stadt Spaniens, war auch zweifellos seine weitaus bedeutendste Handels- und Industriestadt, die mit ihrem pulsierenden Leben in den breiten Palmen- und Platanenalleen am Hafen, in dem Straßengewirr der Altstadt und in den parkartig aufgelockerten Vororten, die sich mit ihren vielen Bauten in dem phantastischen neukatalonischen Stil bis zum aussichtsreichen Tibidabo und anderen Höhen hinaufziehen, vor dem Bürgerkrieg dem Besucher das Bild außerordentlicher Betriebsamkeit bot, wie sie keine andere Stadt Spaniens aufzuweisen hatte. Die Schattenseite dieser wirtschaftlichen Blüte war die Zusammenballung großer Arbeitermassen, wie sie in diesem Ausmaß ebenfalls keine andere Stadt Spaniens kannte. So wurde Barcelona schon vor vielen Jahrzehnten Sitz des spanischen Marxismus in feinen radikalsten und gefährlichsten, den romanischen Ländern eigentümlichen Formen des Syndikalismus und Anarchismus, Spielarten, die ja auch während des augenblicklichen Bürgerkrieges immer wieder um die Macht im marxistischen Lager gekämpft haben. Moskau fand also hier leicht das Sprungbrett für die bolschewistische Revolution, die man mit Hilfe der Volksfront in Madrid und der Syndikalisten in Barcelona in Gang setzte. Von Barcelona, dem Sitz der roten Regierungsausschüsse aus, wurde bis heute der Kampf gegen Franco geleitet. Deshalb wird der Enderfolg der Franco-Offensive in Katalonien, der wohl kaum noch ernstlich in Frage steht, mag auch das Kriegsglück höchst wandelbar fein, dem Bolschewismus in Spanien einen Schlag versetzen, von dem es keine Erholung geben dürfte.
Das wissen auch alle Kreise des Auslandes, denen an einer Konsolidierung der Verhältnisse in Spanien nicht gelegen ist, sei es aus ideologischen Gründen, weil für sie die Niederlage des Bolschewismus in Spanien gleichbedeutend wäre mit einer verlorenen Schlacht in ihrem Haßfeldzug gegen die autoritären Staaten, sei es aus machtpolitischen Gründen, weil ihnen ein starkes nationales Spanien als selbständige Mittelmeermacht höchst unbequem wäre. So ist die spanische Frage wieder zum Prüfstein geworden für die Völker, an dem es sich entscheiden muß, wer in dem neuen Geist des Münchener Abkommens entschlossen ist, stetig und zielbewußt mitzuarbeiten an dem Aufbau einer neuen europäischen Friedensordnung, die auch dann den natürlichen Lebensnotwendigkeiten der europäischen Nationen zu ihrem Recht verhelfen muß, wenn etwa machtpolitische Sondevinteresfen dem entgegenzustehen scheinen. Und was könnte im Geist von München selbstverständlicher sein als Spaniens Recht auf Selbstbestimmung seiner nationalen Zukunft? Aber es ist für den ganzen Verlauf des spanischen Bür- gerkrieges bezeichnend, daß die Nichteinmischungspolitik, auf die sich auch die westlichen Demokratien in London feierlich verpflichtet haben, immer dann prompt ins Wanken gerät, sobald General Francos Waffen einen Erfolg errungen haben, der die nationale Sache dem Endsieg näherbringt. Sofort setzen in Paris und London Volksfront und Opposition zum Sturm auf die Regierungen ein, um sie zum Eingreifen in Spanien zu veranlassen.
Chamberlain wie Daladler haben bislang diesem Sturm standgehalten, aber mit welchen Mitteln man ihnen zusetzt, zeigt die enge Verknüpfung ideologischer und machtvolitischer Argumente, die die Parteigänger des Bolschewismus gegen die Nichteinmischungspolitik der Regierungen ins Feld führen. Der Hinweis auf das Schicksal Gibraltars ober die Verbindungslinien des französischen Imperiums bei einem Sieg des nationalen Spaniens führt auch Chauvinisten der äußersten Rechten, wie Keryllis in Paris oder Churchill in London, in das Lager der Bolschewisten freunde, die mindestens die Oeff- rrung der französischen Grenze zur Unterstützung der roten Verteidiger Barcelonas fordern. Mussolini hat in den römischen Besprechungen mit Chamberlain keinen Zweifel darüber gelassen, daß er sich nur so lange an die Nichteinmischungspolitik gebunden hält, wie sie auch von Frankreich und England beobachtet wird. Es ist auch ferner fein Zweifel möglich, daß Mussolini den in Paris mit einiger Nervosität erwarteten Eintritt in Verhandlungen über eine Neugestaltung des französisch-ita- lienischen Verhältnisses von der Bereinigung der spanischen Frage abhängig macht. Vielleicht ist das die heste Bürgschaft dafür, daß in London wie in Paris auch künftighin die nüchterne Ueberlegung und das europäische Deranttvortungsbewußtsein der leitenden Staatsmänner die Oberhand behält gegenüber dem aufgeregten Kriegsgeschrei der Kommunisten, Vazifisten und Chauvinisten, die in brüderlichem Verein sich zum letzten Sturm gegen den Sieg des Ordnungsprinzips in Spanien zusammen« finden. Dr. Fr. W. Lange.
Schützengräben und Befestigungen in Barcelona.
Bilbao, 20. Ion. (DNB.) Aus Barcelona eingetroffene Nachrichten besagen, daß die Roten in fieberhafter Eile innerhalb des Stadtgebietes Befestigungen, Schützengräben und Unterstände anlegen. Besonders die Stadteingänge und die hauptsächlichen Zufahrtsstraßen werden befestigt. Für diese Arbeiten müssen Frau en und Kinder Frondienste leisten, natürlich unter der Aufsicht schwerbewaffneter Sowjetschergen. Die Panikstimmung innerhalb der Bevölkerung ist durch diese Maßnahmen noch mehr gestiegen, da sie Kämpfe im Innern der Stadt befürchten lassen.
Unser Außenhandel im Lahre 1938.
kurzem zu beachtlichen Erfolgen auf dem Gebiete des Außenhandels geführt.
Don unserer Berliner Schristleitung.
Im Vorjahre ist der Welthandel weiter rückläufig gewesen. Die Ausfuhr Deutschlands, zu der noch ab 1. Oktober die des heimgekehrten Sudetenlandes kam, ist infolgedessen ebenfalls um 9 d. 5). gefunden, öie hat gegenüber 1937 um 531 Millionen Mark abgenommen, und zwar volumenmäßig, nicht wertmäßig, da für unsere Ausfuhr durchweg etwas höhere Preise als 1937 bezahlt wurden. Dagegen war die deutsche Einfuhr insofern billiger, als die Einkaufspreise im Ausland durchweg um 8 o. H. niedriger lagen als im Jahre 1937. Mengenmäßig wurden die Sätze des Vorjahres hier überall überschritten. Unser gesamter Einfuhrüberschuß beläuft sich 1938 auf 432 Millionen Mark, während wir 1937, natürlich noch ohne Ostmark und Sudetendeutschland, einen Aktivsaldo von 413 Millionen Mark aufzuweisen hatten.
Das Jahr 1938 war für unseren Außenhandel insofern anormal, als die Krisenmonate das Aufnahmevermögen der Welt für deutsche Waren sehr verringerten, während Deutschland andererseits gezwungen wurde, nicht nur durch die Ländergewinne, sondern auch für andere Zwecke größere Plengen Auslandsware hineinzunehmen, Momente, die aber sich im gleichen Ausmaß nicht wiederholen dürften. Interessant ist nun, daß dabei weniger ein erhöhter Bezug an Rohstoffen den Ausschlag gibt, denn mengenmäßig nahm die Rohstoffeinfuhr nur um 4 v. H. zu, wodurch sich die verstärkte Produktion neuer Werkstoffe in Deutschland bemerkbar machte, sondern daß Halb- und Fertig- waren und planzliche Nahrungsmittel in erster Linie in Betracht kommen, nämlich mit einer Steigerung von 22,17 und 14 v. H.
I Entgegen allen pessimistischen und sehr oft bös- ! willigen Behauptungen vorwiegend englischer ' Stellen ist Deutschland also kein schlechterer, sondern ein besserer Kunde der Weltwirtschaft geworden, und gerade jetzt hat der südafrikanische Verteidigungsminister P i r o w fest« । gestellt, daß durch die deutschen W o l l k ä u f e, die nach dem deutsch-südafrikanischen Handelsabkommen getätigt wurden, die Wollfarmer Südafrikas direkt vor dem Zusammenbruch gerettet wurden. Es ist nur natürlich, daß wir nur dort kaufen, wo man unsere Waren nicht diskriminiert, und daß mir die weltwirtschaftlichen Beziehungen nur auf der Basis der Gleichberechtigung pflegen können. In dieser Hinsicht hat i Reichswirtschaftsminister und Reichsbankpräsident Walther Funk ganz offen in b^r Sonderausgabe der Zeitschrift „Der Vierjahresplan" gesagt, daß die Diskriminierung der deutschen Waren in ben USA. und die Hetze gegen die deutsche Politik uns veranlassen würden, andere Länder als Bezieherstaaten statt USA. zu suchen. Wir werden, so führt der Minister fort, „Ersatz für die Bestellungen in den Vereinigten Staaten sinden, und zwar bei den Balkanländern und der Türkei, die die naturgegebenen Aus-
I tauschwirtschaften für Deutschland sind, weil sie durch die Steigerung ihrer Produktion durch erhöhte Bezüge Deutschlands und vermehrte Einfuhr deutscher Jnduftrieprodukte einer wirt»
1 schaftlichen Erstarkung und einer Verbesserung der Kaufkraft ihrer Bevölkerung und ihres Lebens-
। standards kommen." E. S.
Die Aufgaben
-es neuen Reichsbankpräsidenten.
Oer Führer an Funk und Schacht.
Berlin, 20. Ian. (DNB.) Der Führer hat an Reichsminister Funk folgendes Schreiben gerichtet:
Sehr geehrter Herr Minister!
Ich nehme den Anlaß Ihrer Berufung zum Präsidenten der Deutschen Reichsbank wahr, um Ihnen zur Aebernahme Ihres neuen
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Amtes meine aufrichtigsten Wünsche auszu- fprechen. Ls wird Ihre Aufgabe fein, 1. in Ihrer nunmehr die beiden wichtigen
Refforts vereinigenden Stellung so wie bisher die unbedingte Stabilität der Löhne und der Preise sicherzustellen und damit der Mark ihren Wert auch weiterhin zu bewahren;
2. für den privaten Geldbedarf den Kapitalmarkt in erhöhlerem Umfange zu erschließen und zur Verfügung zu stellen;
3. die mit dem Gesetz vom 10. Februar 1937 eingeleitete Umgestaltung der durch den Dawes - Pakt der uneingeschränkten Hoheit des Deutschen Reiches entzogenen
Dienste meinen aufrichtigsten und wärmsten Dank auszusprechen. Ihr Rame wird vor allem für immer mit der ersten Epoche der nationalen Wieder- aufrichlung verbunden sein. Ich freue mich, Sie in Ihrer Eigenschaft als Reichsminister nunmehr zur Losung neuer Aufgaben einsehen zu können.
Mit deutschem Gruß Ihr Adolf Hitler.
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Zu dem Wechsel m der Reichsbankleitung schreibt der „Völkische Beobachter", daß durch die Ernennung des Reichswirtschastsministers Funk auch zum Reichsbankpräsidenten die Produktion und die Finanzierung eine weitere Stabilität erfahren. Die Berufung bringt in erster Linie eine weitere Kräftezusammenfassung für die in der nächsten Zeit gestellten Aufgaben. Mit der Vereinigung der beiden Aemter sind wesentliche Voraussetzungen für eine gesteigerte Kräfteentfaltung geschaffen. Reichsminister Dr. Schacht hat sich in seiner Eigenschaft als Reichsbankpräsident große Verdienste um den nationalsozialistischen Wiederaufbau erworben. Der Führer hebt in seinem Schreiben insbesondere hervor, daß sein Name für immer mit der ersten Epoche der nationalen Wieber- ausrichtung verbunden sein wird und daß er ihn in seiner Eigenschaft als Reichsminister immer zur Lösung neuer Aufgaben einsetzen kann.
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Der Berliner Lokalanzeiger schreibt: Mit Schacht verläßt ein Mann die Reichsbank, dessen Verdienste unbestritten sind. An der F i n a n - zierung der Ausrüstung hat er hohen Anteil. Schacht wird jedenfalls in der Liste der Reichsbankpräsidenten als eine der Hervorragendsten Persönlichkeiten verzeichnet bleiben. Daß der Führer den Reichsminister Dr. Schacht zur Lösung neuer Aufgaben einsetzen wird, wird die Wirtschaft im Hinblick auf die lebhafte Aktivität Dr. Schachts sicherlich begrüßen. — Der neue Reichsbankpräsident Funk ist ein Mann der Theorie und der Praxis zugleich. Sein Herz verbindet ihn feit langer Zeit mit dem Nationalsozialismus, und sein praktischer Verstand hat chn erst vor
Die Berliner Börsenzeitung stellt in den Mittelpunkt ihrer Betrachtungen über Funk dessen Rede vom 1. Juli 1938 in Stettin und hebt folgende Sätze besonders hervor: „Deutschland hält an der stabilen Währung fest, die durch eine sichere Produktionsgrundlage und f e st e Preise untermauert wurde und unerschüt- tert dasteht. Wir bieten der Welt die große Chance, auf der Basis dieser festen Grundlage mit uns neu aufzubauen. — Auch die Berliner Börsenzeitung zeigt in ihrer Würdigung der Derdienste Dr. Schachts sich sehr erfreut, baß dieser das Feld der großen Arbeit nicht verlassen werbe. Mit seinem Namen sei einmal die erfolgreiche Politik der stabilen Reichsmark von 1 9 2 3 bis 19 3 3 — mit einer kurzjährigen Unterbrechung — verbunden. Mit seinem Namen sei auch bas vom Auslanbe fälschlich sogenannte b e u tsch e „Finanzwunder" seit 19 3 3 verknüpft. Schacht sei nach dem Weltkriege ein Pionier der deutschen Kolonialforderungen gewesen und zugleich ein unsentimentaler Prediger für eine gesunde Finanzwirtschaft der öffentlichen Hand. Im Frühjahr 1938 sei ihm vielleicht sein größter Erfolg gelungen, die öffentliche Finanzierung auf den Weg eines wohlbedachten Scbleusensystems zu bringen, das durch die jetzige Personalunion zwischen RWM. und Reichsbank unter Walther Funk nur gefördert werden könne.
Pin „Fieseler Storch" für Marssball Balbo.
Berlin, 20. Jan. (DNB.) Der Reichsminister der Luftfahrt und Oberbefehlshaber der Luftwaffe, Generalfeldmarschall Göring, hat dem italienischen Luftmarschall B a I b o als ein freundschaftliches Gegengeschenk ein Flugzeug „Fieseler Storck" überbringen lassen. Major v. Cramon, der Leiter der Attachegruppe Luft, hat es auf einem schwierigen Winterflug über Alpen und Apennin nach Rom geflogen. Auch bei diesem Winterflug hat der „Fieseler Storch" feine guten Eigenschaften wieder bewiesen. Selbst Landungen bei über 70 Zentimeter Neuschnee bereiteten keine Schwierigkeiten. Gleichzeitig mit dem Flug- zeug wurde ein Handschreiben des Generalfeld» marschalls an Marschall Balbo im Beisein des Luftattaches bei der deutschen Botschaft in Rom, Generalmajor Freiherr von Bülow, übergeben. Besonders herzliche Ausnahme fand der deutsche Flieger bei den italienischen Kameraden in Bozen, Trient, Verona, Bologna und Iesi.
Londons Flugplatz Hendon unter Polizeischuh.
London, 20. Jan. (Europapreß.) Die Flugzeugschuppen des Flugplatzes Hendon bei London sind am Freitagmorgen geräumt worden, da man Bombenanschläge befürchtet. In der Nacht zum Freitag hatte ein unbekannter Mann von einem Münzfernsprecher aus die Flugplatzleitung und Scotland Pard benachrichtigt, daß ein Akten- t a t größeren Ausmaßes auf den Flugplatz benot« stehe. Der Flugplatz und feine Umgebung wurden aus diesem Grunde seit Freitagmorgen durch st arte Polizeiaufgebote bewacht. Gleichzeitig sind sämtliche Gebäude des Flugplatzes eingehend untersucht worden, da man befürchtet, daß sich an irgendeiner Stelle eine Bombe mit Zeitzündung befindet. Bisher ist jedoch nichts Verdächtiges gefunden worden. Die Vorsichtsmaßnahmen, die den Flugverkehr stark behindern, werden einige Tage andauern. Inzwischen hofft die Kriminalpolizei, das Rätsel lösen zu können.
Polizeiliche Durchsuchung japanischer Hotels in Singapur.
Singapur, 20. Jan. (Europapreß.) In Singapur, dem britischen Kriegshafen an der Straße von Malakka, haben polizeiliche Durchsuchungen in japanischen Hotels und Büroräumen stattgefunden. Gegen Mittag sperrte Polizei plötzlich die Straßen um einige japanische Hotels und um das japanische Jndustriebüro sowie die japanische Handelskammer ab. Die Gebäude wurden von Polizeibeamten nach Schriftstücken durchsucht. Dabei soll eine Reihe von Schriftstücken beschlagnahmt worden sein, über deren Inhalt die Polizei jedoch jede Auskunft verweigert. Insbesondere sollen der Beschlagnahme Schriftstücke verfallen sein, die sich im Be°
damaligen Reichsbank zu einer der Souveränität des Staates bedingungslos unterstellten deutschen Rotenbank zu jenem Abschluß
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zu bringen, der den nationalsozialistischen Prinzipien entspricht.
Mit deutschem Gruß Ihr Adolf Hitler.
Der Führer hat an Reichsminister Dr. Schacht das folgende Schreiben gerichtet:
Berlin, 19. Januar 1939.
Sehr geehrter Herr Minister!
Ich nehme den Anlaß Ihrer Abberufung vom Amte des Präsidenten des Reichsbauk- dlrektoriums wahr, um Ihnen für die Deutschland und mir persönlich in dieser Stellung in langen und schweren Iahren ekneut geleisteten
Das Programm des ersten nationalsozialistischen Memeldirektoriums.
Eine Unterredung mit dem Präsidenten Bertuleit.
Memel, 20. Jan. (DNB.) Der neuernannte Präsident des Memeldirektoriums Willi Bertu - leit hat dem Gouverneur die Mitglieder des neuen Direktoriums benannt, und zwar die Memeldeutschen Sziegaud, Monien und Dr. Böttcher. Die Geschäftsübernahme erfolgt am Montag. Das „Memeler Dampfboot" veröffentlicht eine Unterredung mit Präsident Bertuleit, der darin das Programm des künftigen nationalsozialistischen Memeldirektoriums entwickelte.
Bertuleit stellt zunächst fest, daß die seiterzeit gegen den Willen her Landtagsmehrheit eingesetzten litauischen Direktorien sich als Verfechter der Autonomie ausgegeben und versprochen hätten, aus dem Memeltzebiet ein Paradies zu machen. Man habe aber dabei an ein Paradies ohne Memel- deutsche gedacht und man habe das Statut im Sinne des jüdischen Kronjuristen Mandelstamm auslegen wollen. „Jetzt", so stellte Bertuleit fest, „haben die Memel deutschen das Heft in der Hand, und ihre Führung wird das Schicksal unserer schwergeprüften Heimat so gestalten, wie es den Wünischen der über 90 v. H. betragenden deutschen Mehrheit des Gebietes entspricht."
Auf die Frage nach den hauptsächlichsten Wünschen der Memeldeutschen erklärte Bertuleit u. a., es fei nicht zu leugnen, daß auf kulturellem Gebiet ein Einlenken der litauischen Regierung zu verzeichnen sei, doch befriedige der gegenwärtige Zustand noch keineswegs. Das Schulwesen z. B. müsse und werde eine gründliche Neuordnung und eine weltanschauliche Ausrichtung erfahren. Die im Gebiet noch amtierenden aus Groß-Litauen importierten Lehrer, etwa 20 an der Zahl, werden von ihrer unmöglichen Rolle, Erzieher der
memeldeutschen Jugend zu fein, befreit werden müssen. Der litauischen Filmzensur, von der auch nichts im Statut zu finden sei, werde beigebracht werden müssen, daß die deutsche Wochenschau und deutsche Kulturfilme nichts mit der Sicherheit des litauischen Staates zu tun haben den den Memeldeutschen ohne weiteres zugänglich sein müssen.
In wirtschaftlicher Beziehung müßten vor allem die Folgen der statutswidrigen litauischen Eingriffe beseitigt werden, mit deren Hilfe man alle Wirtschaftszweige des Memellandes in eine politische und wirtschaftliche Abhängigkeit zu bringen suchte. Z. B. deckten die Preise für landwirtschaftliche Produkte in den für die litauische Zentralregierung abgeschlossenen Verträgen z. T. nicht einmal die Produktionskosten, so daß die memelländische Landwirtschaft im erschreckenden Ausmaß verschuldet sei. Bertuleit wandte sich weiter gegen die monopolähnlichen Vorrechte der halbstaatlichen litauischen Handelsgesellschaft e n , bie den einheimischen Handel benachteiligten. Diese Methode müsse im Sinne des Statuts und im Interesse eines normalen memelländischen Handels abgestellt werden.
Zum Schluß erklärte der Präsident des Memeldirektoriums, daß die weitere Entwicklung eine feste Verankerung und Ausbreitung der nationalsozialistischen Weltanschauung im Memelgebiet gewährleiste. Bertuleit sicherte zu, daß er sich für die ungefähr 30 Memeldeutschen einsetzen werde, die immer noch i n litauischen Zuchthäusern sitzen, ebenso werde er die Klagen der beim litauischen Militär befindlichen Memeldeutschen prüfen.


