blicke, da ich mir selbst, grübelnd und brütend, die
Frage vorlegte, ob ich es wohl vor meinem eigenensessen haben -r- und auch heute noch sitzen!
kenntnis dieser wahren Schuldigen am Unfrieden in der Welt wird eines Tages auch dem englischen Volk dämmern. Aber bis dahin werden auch die Kriegstreiber in England erfahren, daß dos durch die Schule des Nationalsozialismus gegangene deutsche Volk keine Kapitulation kennt. Ein friede- rizianisches Deutschland ist in diesen Krieg gezogen, den es nicht gewollt hat, den es nun aber, wo man es angegriffen hat, mit äußerster Entschlossenheit und den gleichen Waffen führen wird, die der Gegner führt. Englands Hungerblockade enthüllt die Verlogenheit der britischen Phrase vom Kampf gegen das „Nazi-Regiyie" vollends. Nicht dem Regime, sondern dem deutschen Volk, seinen Frauen und Kindern gilt Englands Kampf und Deutschland nimmt die Herausforderung an. Das deutsche Volk, dessen innere Geschlossenheit, tapfere Gesinnung und fanatische Entschlußkraft der Führer bewegt pries, hat ihm mit den jubelnden Danzigern Donk gewußt für seine Worte, aus denen es im Glauben an den Führer und seine Sendung und in stolzem Vertrauen zur deutschen Wehrmacht, die im polnischen Feldzug, der großen Tradition deutschen -Soldatentums würdig, neuen Ruhm an ihre Fahnen geheftet hat, neuen Mut und neue Kraft schöpft durchzustehen bis zum Siege seiner gerechten Sache. Fr. W. Lange.
polen war den britischen Kriegshetzern nur ein Mttel zum Zweck.
Dort erklärte man. daß Deutschland überhaupt nicht als Macht zu werten feL Dort wurde den Polen eingeredel. daß sie ohne weiteres in der Lage sein würden, gegen Deutschland Widerstand zu leisten. Dort ging man sogar einen Schritt weiter, indem man nämlich die Versicherung abgab, daß Polen, wenn ihr eigener Widerstand etwa nicht genügen sollte, sich jederzeit des Widerstandes, d. h. der Beihilfe der anderen versichern könnte. Dort wurde jene famose Garantie abgegeben, die es in die Hand eines größenwahnsinnigen Kleinstaates legte, einen Krieg anzufangen oder auch zu unterlassen. Für diese Kriegshetzer war allerdings auch Polen nur ein Mittel zum Zweck, heute erklärt man ja bereits ganz ruhig, daß es sich bei diesem Kriege gar nicht um den Bestand Polens handele, sondern um die Beseitigung des deutschen Regimes?
Ich Hobe immer vor diesen Männern gewarnt. Sie werden sich, meine deutschen Volksgenossen, meiner Reden von Saarbrücken und Wilhelmshaven erinnern. Ich habe in diesen beiden Reden auf die Gefahren hingewiesen, die darin liegen, daß in dem einen Lande ohne weiteres Männer ausstehen und ungeniert den Krieg als eine Notwendigkeit predigen dürfen, wie es die Herren Churchill, Eden, Duff Cooper usw. usw. getan haben. Ich habe darauf hingewiesen, wie gefährlich das vor allem in einem Lande ist, in dem man nie genau weiß, ob nicht diese Männer in kurzer Zeit an der Regierung sein werden. Man erklärte mir darauf, das würde nie der Fall sein. Meines Wissens sind sie jetzt die Regierung! Es ist also genau das eickgetreten, was ich damals vorhergesagt habe. Ich habe damals die deutsche Nation vor diesen Menschen gewarnt, aber auch keinen Zweifel darüber bestehen lassen, daß Deutschland unter keinen Um-, ständen vor ihrenDrohungen und auch nicht vor ihrer Gewalt mehr kapitulieren werde. Man hat diese meine Antwort damals auf das schwerste angegriffen. Denn es hat sich in diesen Demokratien so allmählich eine b e ° stimmte Praxis herausgebildet: In Demokratien darf zum Krieg gehetzt werden; dort dürfen fremde Regierungen und Staatsoberhäupter angegriffen, verleumdet, beschimpft und beschmutzt werden, denn — dort herrscht Rede- und Pressefreiheit! In autoritären Staaten aber darf man sich nicht dagegen zur Wehr setzen — denn dort herrscht Disziplin! Demnach ist es nur in disziplinlosen Staaten zulässig, zum Kriege zu Hetzen, wogegen in disziplinierten Staaten die passende Antwort darauf nicht erteilt werden darf. Das würde in der Praxis dazu führen, daß in den undisziplinierten Staaten die Völker zum Kriege verhetzt werden, während in den disziplinierten Staaten die Völker gor keine Ahnung haben, was eigentlich um sie vorgeht. Ich habe mich daher damals p"tschlossen. dem deutschen Volk allmählich Kenntnis von dem Treiben dieser Verbrecherclique zu geben, Um es in jene
Volk werde verantworten können, solche Vorschläge der polnischen Regierung zu unterbreiten. Ich tat es, weil ich dem heutigen und auch dem polnischen Volk das Leid einer kriegerischen Auseinandersetzung ersparen wollte.
Dieses damalige Angebot habe ich nun in diesem Frühjahr in konkretester Form wiederholt: Danzig sollte zum Deutschen Reich. Eine exterritoriale Strafe sollte — natürlich auf unsere Kosten — nach Ostpreußen gebaut weroen. Polen sollte dafür in Danzig sreiepe Hajenrechte und einen exterritorialen Zugang erhalten. Dafür war ich bereit, den an sich für uns kaum tragbarem Zustand der Grenze jogar noch zu garantieren und endlich Polen an der Sicherung der Slowakei teilhaben zu lassen.
3d) weiß nicht, in welcher Geistesverfassung sich die polnische Regierung befand, als sie diese Vorschläge ab lehnte ?? (Stürmische Zustimmung der Zehntausende.) Ich weiß aber, daß viele Millionen Deutsche damals aufatmeten, da sie auf dem Standpunkt standen, daß ich mit diesem Angebot eigentlich zu weit gegangen wäre. Polen antwortete mit dem Befehl zur ersten Mobilmachung. Zugleich setzte ein wilder Terror ein. Meine Bitte an den damaligen polnischen Außenminister, mich in Berlin zu besuchen, um noch einmal diese Fragen durchzusprechen, wurde abgelehnt. Er fuhr statt nach Berlin nach London. Es kamen nun jede Woche und jeden Monat fortgesetzt sich steigernde Drohungen, die schon für einen kleinen Staat kaum erträglich waren, für eine Großmacht aber auf die Dauer unmöglich waren. In polnischen Zeitschriften konnten wir lesen, daß es sich überhaupt nicht um das Problem Danzig handele, sondern um das Problem Ostpreußen, das in kurzer Zeit Polen einverleibt werden müsse. Das übersteigerte sich nun von Tag zu Tag. Andere polnische Zeitungen erklärten, daß auch Ostpreußen das Problem nicht lösen könne, sondern daß auch Pommern unter allen Umständen zu Polen kommen müßte. Endlich wurde es als fraglich hingestellt, ob überhaupt die Oder als Grenze genügen könnte und nicht eigentlich die natürliche Grenze Polens die Elbe sei. Man zerbrach sich sogar den Kopf darüber, ob man unsere Armee noch vor oder hinter Berlin zerhacken sollte. (Tosende Zurufe brausen über den weiten Platz.) Ein polnischer Marschall, der heute jammervoll seine Armee im Stich gelassen hat, erklärte damals, daß er Deutschland und die deutsche Armee zerhacken werde.
Parallel damit setzte ein Martyrium für unsere Volksdeutschen ein. Zehntausende wurden verschleppt, mißhandelt und in der grausamsten Weise getötet Sadistische Bestien ließen ihre perversen Instinkte an ihnen aus und — diese demokratische, fromme Welt sah zu, ohne mit einer Wimper zu zucken. (Minutenlang wiederholen sich die stürmischen Zurufe der Danziger Volksgenossen.) Ich habe mir nun die Frage vorgelegt: Wer kann Polen so verblendet haben? Glaubt man dort wirklich, daß die deutsche Nation sich das alles auf die Dauer von einem so lächerlichen Staat bieten lassen würde? Man muß es wohl geglaubt haben, weil man es den Polen von einer gewissen Stelle als möglich geschildert hatte; — von jener Stelle, an der die Generalkriegshetzer nicht nur in den letzten Jahrzehnten, sondern in den letzten Jahrhunderten ge»
Abwehrstellung zu bringen, die ich für notwendig hielt, um nicht eines Tages überrascht zu werden.
Als der September kam, war unterdessen der Zustand unhaltbar geworden. Sie kennen die Entwicklung dieser Augusttage: Ich glaube aber trotzdem, daß es auch in diesen letzten Tagen ohne die britische Garantie und ohne die Hetze dieser Kriegsapostel noch möglich gewesen märe, eine Verständigung zu erreichen.
In einem gewissen Augenblick versuchte England selbst, uns mit Polen in eine direkte Aussprache zu bringen. Ich war dazu bereit! Wer natürlich nicht kam, waren die Polen. Ich setzte mich mit meiner Regierung zwei Tage nach Berlin und wartete und wartete. Unterdessen hatte ich den neuen Vorschlag ausgearbeitet. Er ist Ihnen bekannt. Ich habe ihn am Abend des ersten Tages dem britischen Botschafter mitteilen lassen. Er ist ihm Satz für Satz vorgelesen worden, außerdem wurden ihm von meinem Außenminister noch zusätzliche Erklärungen abgegeben. Es kam der nächste Tag, nichts geschah, nichts außer — d i e polnische Generalmobilmachung, erneute Terrorakte und endlose Angriffe gegen das Reichsgebiet!
Nun darf man Geduld auch im Völkerleben nicht immer mit Schwäche verwechseln. Ich habe jahrelang mit einer grenzenlosen Langmut diesen fortgesetzten Provokationen zugesehen. Was ich in dieser Zeit oft selbst mitlitt, das können nur wenige ermessen. Denn es verging kaum ein Monat, ja, kaum eine Woche, in der nicht eine Deputation aus diesen Gebieten zu mir kam, um mir das Unerträgliche der Lage des Deutschtums zu schildern und mich immer wieder zu beschwören, doch endlich einzugreifen.
Ich habe immer wieder gebeten, es weiter in Geduld zu versuchen. Jahr für Jahr ging das so weiter. In der letzten Zeit habe ich allerdings gewarnt, daß das einmal ein Ende finden müsse, und ich habe mich dann nach monatelangem Warten und immer neuen Vorschlägen endlich entschlossen, wie ich im Reichstag schon erklärte, mit Polen in der Sprache zu reden, in der Polen selbst reden zu können glaubte, in jener Sprache, die es wohl allein versteht!
Aber auch in diesem Augenblick war der Friede noch einmal zu retten. Das befreundete Italien, der Duce, halte sich dazwifchengeschal- tet und einen Vermittlungsvorschlag gemacht. Frankreich war damit einverstanden, und auch ich hatte mein Einverständnis erklärt. England aber hat auch diesen Vorschlag abgelehnt und statt dessen geglaubt, dem Deutschen Reich ein zweistündiges Ultimatum mit einer unmöglichen Forderung schicken zu können. Die Engländer haben sich dabei in einem getäuscht. Einst hatten sie im Deutschland des Rovember 1918 eine Regierung, die von ihnen ausgehalten wurde, und sie verwechselten nun wohl das heutige Regime mit diesem von ihnen aus- gehallenen, und die heutige deutsche Ratioq
Deutschland und Rußland werden in Polen jenen Zustand wiederherstellen, der es erlaubt, in Vernunft und Ruhe mit Vertretern des polnischen Volkes sprechen zu können. Dann wird sich zeigen, wie unendlich begrenzt Deutschlands Ziele sind und den Engländern wird der Alpdruck deutscher Welt- erooerungspläne, die in den phantastischsten Farben auszumalen, sie sich gar nicht genug tun können, genommen werden. Aber darüber ließ freilich der Führer nicht den geringsten Zweifel, daß Deutschland diese seine durchaus begrenzten Interessen mit äußerster Entschlossenheit und gegen jedermann vertreten werde.
Wofür kämpft nun England? Nachdem man zur Rettung Polens in London keinen Finger gerührt hat, erklärt die Clique britischer Kriegshetzer, es gehe in diesem Kriege für England ja gar nicht um Polen, sondern um die Beseitigung des „Nazi- Regimes" in Deutschland. Mit schärfet, Worten geißelte der Führer die bodenlose Gewissenlosigkeit dieser Leute, vor deren gemeingefährlichem Treiben er die Welt immer schon gewarnt hat und die nun in brutalem Zynismus einen Krieg vom Zaun brechen, weil ihnen das innenpolitische Regime eines Landes, das sie gar nichts angeht, nicht paßt. Aber dahinter steckt die unersättliche Profitgier einer kleinen machthungrigen Klasse, die am Kriege verdienen will, ohne den eigenen Kopf zu riskieren. Die Er-
Führer von dem englischen Ultimatum und stellte unter dem stürmischen Beifall der Danziger ein für alle Mal fest, daß man sich in London getäuscht habe, wenn es das Deutschland von heute, Volk und Regierung, mit dem von 1918 verwechselt habe. „Dem heutigen Deutschland", so rief er aus, „stellt man keine Ultimaten mehr!"
Vor aller Welt prangerte der Führer die wahren Schuldigen an, die Clique britischer Geschäftemacher, die Polen in den Krieg hineinhetzten, um am Kriege zu verdienen, aber selbst glauben, sich seinen Folgen entziehen zu können. Er warnte sie, daß ihre Hoffnung auf ihr größtes Geschäft nicht ihre größte Enttäuschung werde. Die Vernichtung der polnischen Armee und der Zerfall des polnischen Staates müßten ihnen zu denken geben. Polen wird in der Gestalt, wie es der Vertrag von Versailles geschaffen hat, niemals mehr auferstehen, so stellte der Führer fest, dafür garantieren Deutschland und Rußjand, auf deren Dexuneinigung zu bauen, eine trügerische Hoffnung der Engländer ist, denn beide Völker sind sich nach den bitteren Lehren von vier Kriegsjahren darin einig, niemals mehr auch nur einen Mann für englische Interessen zu opfern. Nachdrücklich erklärte der Führer, daß die britische Behauptung von der Unbegrenztheit der außenpolitischen Ziele des nationalsozialistischen Deutschlands eine Lüge sei, die zu widerlegen jetzt die Gelegenheit gekommen sei.
Das naiionahozialistische Deutschland wird niemals kapitulieren.
Oer Führer spricht vom befreiten Danzig aus zum deutschen Volk und zur Welt
Mein Gauleiter! Meine lieben Danziger Volksgenossen uni) Volksgenossinnen! Diesen Augenblick erleben nicht nur Sie, es erlebt ihn auch das ganze deutsche Volk in tiefer Ergriffenheit. Ich bin mir der Größe dieser Stunde bewußt. Ich betrete zum ersten Male einen Boden, der von deutschen Siedlern ein halbes Jahrtausend vor der Zeit in Besitz genommen wurde, als die ersten Weißen sich im heutigen Staate Neuyork niederließen. Ein halbes Jahrtausend länger ist dieser Boden deutsch gewesen und deutsch geblieben. Er wird — dessen können alle überzeugt sein — auch immerdeutsch bleiben! (Brausender Beifall.)
Das Schicksal, das diese Stadt und dieses schöne Land betroffen hat, ist das Schicksal ganz Deutschlands gewesen. Der Weltkrieg, dieser wohl sinnloseste Kampf aller Zeiten, hat auch dieses Land und diese Stadt zu seinen Opfern gemacht — dieser Weltkrieg, der nur Verlierer und keinen Gewinner hatte, der nach seiner Beendigung wohl alle in der lieb erd eugung zurück- ließ, daß ein ähnliches Schicksal sich nicht mehr wiederholen würde, und der leider gerade von denen anscheinend vergessen wurde, die schon damals die Haupthetzer und auch die Hauptinteressenten an diesem Dölker- gemetzel gewesen waren. Als dieses blutige Ringen zu Ende ging, m das Deutschland ohne jedes Kriegsziel eingetreten war, wollte man der Menschheit einen Frieden gewähren, der zu einer neuen Wieder auf erstehung des Rechts und damit zu einer endgültigen Beseitigung aller Not führen sollte. Dieser Friede wurde unserem Volk aber nicht etwa zu freiem Verhandeln vor gelegt, sondern durch ein brutales Diktat aufgezwungen.
Die Väter dieses Friedens sahen in ihm das Ende des deutschen Volkes. Vielleicht glaubten viele Menschen in diesem Frieden das Ende der Rot zu sehen, aber er war nur der Anfang neuer Wirren. Denn in einem aber haben sich die damaligen Kriegshetzer und Kriegsbeendiger getäuscht: nicht ein einziges Problem wurde durch dieses Diktat gelöst, zahllose Probleme neu geschaffen. Es war nur eine Frage der Zeit, wann die zertretene deutsche Ration sich aufraffen würde, um die ihr aufgezwungenen Probleme nun ihrerseits selbst zur Lösung zu bringen.
Das wesentlichste Problem hat man damals überhaupt übersehen. Die Tatsache nämlich, daß die Völker nun einmal bestehen, ob dies dem einen oder anderen britischen Kriegshetzer passen mag oder nicht. Es sind nun einmal 82 Millionen Deutsche hier in diesem Lebensraum, vereint. (Erneuter stürmischer Beifall.) Diese 82 Millionen Deutsche wollen leben und sie werden leben, auch wenn das diesen Hetzern wieder nicht passen sollte. Deutschland wurde durch den Frieden von Versailles das schlimmste Unrecht zuge- fügt. Wenn heute ein Staatsmann eines anderen Volkes glaubt, sagen zu dürfen, daß ihm das Vertrauen in das Wort deutscher Staatsmänner oder des deutschen Volkes fehle, dann haben im Gegenteil wir Deutsche das Recht, zu sagen, daß uns jegliches Vertrauen in di e Zusicherungen jener fehlt, die damals ihre feierlichsten Versprechungen so erbärmlich gebrochen haben. (Wieder erhebt sich langanhaltender Beifall.)
Ich will nun gar nicht vom Unrecht von Versailles sprechen, *- das schlimmste im Völkerleben ist vielleicht gar nicht das Unrecht, sondern vor allem dev Unsinn, der Aberwitz und die Dummheit, mit denen man damals der Welt einen Frieden aufoktroyierte, der alle historischen, wirtschaftlichen, alle volklichen und politischen Gegebenheiten einfach zur Tagesordnung überging. Man hat damals Regelungen getroffen, bei denen man nachgerade bezweifeln muß, ob die Männer, die sie verbrochen haben, wirklich bei Vernunft gewesen sind. Var jeder Kenntnis der geschichtlichen Entwicklung der europäischen Lebensräume, bar auch jedes wirtschaftlichen Verständnisses, haben diese Menschen in Europa herumgewütet, Staaten zerrissen, Landschaften zerteilt, Völker unterdrückt und 'uralte Kulturen zerstört.
Auch dieses Danziger Land war ein Opfer des damaligen Wahnwitzes, der polnische Staat als solcher ein Produkt dieses- Unsinns! Was Deutschland für diesen polnischen Staat opfern mußte, ist vielleicht der Welt nicht genügend bekannt. Denn das eine muß ich aussprechen: alle diese Gebiete, die damals Polen einverleibt worden sind, verdanken ihre Entwicklung ausschließlich deutscher Tatkraft, deutschem Fleiß und deutschem schöpferischen Wirken. Daß man damals mehr als eine Provinz vom Deutschen Reich riß, und sie diesem neuen polnischen Staat zuteilte, wurde mit völkischen Notwendigkeiten motiviert. Dabei hat später die Abstimmung überall ergeben, daß in diesen Provinzen niemand eine Sehnsucht gehabt hatte, in diesen polnischen Staat zu kommen.
nur daran verhindert, sich den Weg zum Reich zurück zu suchen, sonders es wurde versucht, sie planmäßig allmählich über tausend Umwege 3ii polonifieren, und
2. war der Verkehr einer vom Deutschen Reick abgetrennten Provinz abhängig von allen denkbaren Schikanen bzw. dem Wohlwollen des dazwischen liegenden polnischen Staates.
Keine Ma chtder Welt hätte diesen Zustand so lange ertragen wie Deutschland! Ich weiß nicht, was wohl England zu einer ähnlichen Friedenslösung auf feine Kosten gesagt haben würde, ober wie man sie in Frankreich hingenommen hätte ober gar in Amerika.
Ich habe nun versucht. Wegezueinertragbaren Lösung auch dieses Problems zu finden. Ich habe diese Versuche in Form mündlicher Vorschläge den damaligen polnischen Machthabern unterbreitet. Sie, meine Volksgenossen, kennen diese Vorschläge: sie waren mehr als maßvoll. Ich bemühte mich, einen Ausgleich zu finden zwischen unserem Wunsch, Ostpreußen wieder in Verbindung mit dem Reich zu bringen und dem Wunsch der Polen, einen Zugang zum Meer zu behalten. Ich habe versucht, eine Synthese zu finden zwischen dem deutschen Charakter der Stadt Danzig und ihrem Willen, zum Deutschen Reich zurückzukehren, und den wirtschaftlichen Forderungen der Polen.
Ich glaube wohl sagen zu dürfen, daß ich damals mehr als bescheiden war. Es gab Augen-
Polen, bas aus den Blutopfern zahlloser deutscher Regimenter entstanden war, hat dies auf kosten alten deutschen Siedlungsgebietes und vor allem auf kosten jeder Vernunft und jeder wirtschaftlichen Möglichkeit ausgedehnt. Es ist in den letzten zwanzig Jahren klar erwiesen worden: Der Pole, der die Kultur nicht begründet hatte, war nicht einmal fähig, sie auch nur zu erhallen. Es hat sich wieder gezeigt, daß nur derjenige, der selbst kulturschöpferisch veranlagt ist, auf die Dauer auch eine wirkliche kulturelle Leistung zu bewahre^ vermag. Fünfzig Jahre weiterer polnischer Herrschaft würden genügt haben, um diese Gebiete, die der Deutsche mühselig mit Fleiß und Emsigkeit der Barbarei entrissen hat, der Barbarei wieder zurückzugeben. Ueberall zeigen sich bereits heute die Spuren des Rückschrittes und Verfalls.
Polen selbst war ein Nationalitätenstaat; man hatte in ihm das geschaffen, was man dem alten österreichischen Staat als Schuld vorwarf. Polen war niemals eine Demokratie. Eine ganz dünne, schwindsüchtige Oberklasse beherrschte diktatorisch nicht nur fremde Nationalitäten, sondern auch das sogenannte eigene Volk. Es war ein Gewaltstaat, regiert durch den Gummiknüppel der Polizei und letzten Endes auch durch das Militär. Das Los der Deutschen in diesem Staat war entsetzlich.' Dabei ist es noch ein Unterschied, ob ein Volk von einer minderen kulturellen Bedeutung das Unglück hat, von einem kulturell bedeutenderen regiert zu werden, oder ob ein Volk von hohem Kulturstand dem tragischen Schicksal unterworfen wird, von einem kulturell minderentwickelten vergewaltigt zu werden. Denn in diesem minderen Volk werden sich alle nur denkbaren Minderwertigkeitskomplexe gegenüber dem besseren kulturtragenden auswirken und abreagieren. Man wird dann grausam und barbarisch dieses überlegene Volk mißhandeln. Die Deutschen sind seit nun bald zwanzig Jahren Opfer eines solchen Schicksals gewesen.
Ich brauche hier nicht im einzelnen das Los der Deutschen zu schildern. Es war über alles tragisch und schmerzlich. Trotzdem habe ich wie überall so auch hier versucht, eine Regeluna zu finden, die vielleicht zu einem billigen Ausgleich hätte führen können. Ich habe mich einst bemüht, im Westen und im Süden des Reiches endgültige Grenzen zu ziehen und damit Gebiet um Gebiet der politischen Unsicherheit zu entreißen und für die Zukunft dort den Frieden zu sichern. Das gleiche war ich a u ch hier im Osten zu erreichen bestrebt gewesen.
Damals regierte in Polen ein Mann von einer unbestreitbaren realistischen Einsicht und Tatkraft. Es war mir gelungen, mit dem Marschall Pil- sudski ein Abkommen zu erzielen, das den Weg zu einer friedlichen Verständi - gung der beiden Nationen ebnen sollte; ein Abkommen, das sich bemühte, unter vollkommenem Heb er geh en des Versailler Vertrages wenigstens die Grundlage für ein vernünftiges, tragbares Nebeneinander sicherzustellen.
Solange der Marschall lebte, schien es, als ob dieser Versuch vielleicht zu einer Entspannung der Lage beitragen könnte. Sofort nach feinem Tode setzte aber wieder ein verstärkter Kampf gegen das Deutschtum ein. Dieser Kampf, der sich in tausenderlei Formen äußerte, verbitterte und vergiftete die Beziehungen zwischen den beiden Völkern in steigendem Ausmaß.
Es war auf die Dauer nur sehr schwer möglich, geduldig zuzufehen, wie in einem Lande, das an sich schon Deutschland das schwerste Unrecht zugefügt hatte, die dort lebenden deutschen Minderheiten in einer geradezu barbarischen Weise verfolgt wurden. Die Welt, die sonst Tränen vergießt, wenn aus dem Deutschen Reich ein erst vor wenigen Jahrzehnten zugewanderter polnischer Jude hinausgewiesen wird, ist gegenüber dem Leid derjenigen, die zu Millionen in Vollzug des Versailler Diktats ihre frühere Heimat verlassen mußten, vollkommen stumm und taub geblieben. Denn hier handelt es sich ja nur um Deutsche.
Da? Bedrückende und Empörende war dabei, daß wir das alles von einem Staat erdulden mußten, der tief unter uns stand. Denn letzten Endes war Deutschland eben doch eine Großmacht, auch wenn ein paar Wahnsinnige glaubten, das Lebensrecht einer großen Ration durch einen sinnlosen Vertrag oder ein Diktat auslöschen zu können, konnte eine Großmacht wie Deutschland auf die Dauer zusehen, wie ein tief unter ihm stehendes Volk und tief unter ihm stehender Staat Deutsche mißhandelte?
Es waren besonders zwei Zustände ganz unerträglich:
1. eine Stadt, deren deutscher Charakter von niemandem bestritten werden konnte, wurde nicht


