Ausgabe 
20.7.1939
 
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Neues für den Büchertisch

Auf-

Politik und Geschichte

Türme auf offenen Linien.

in

zu

Bewegliche Figuren.

um

Oie Narrenkappe.

Der Miller vom Deutschen INuseum."

weiterhin nur Prozentbruchteile. Daimler 118,25 ' nach 117,75. Bei den erst später festgestellten Kur­sen gingen die durchschnittlichen Veränderungen bis zu 1 o. H. Iunghans gewannen 1,50 v. H. auf 93,50. Am Einheitsmarkt Schöfserhof-Binding nach Pause 187,75 (184).

Abendbörfe still.

Die Abendbörse war ohne Anregung und daher sehr ruhig. Für Aktien blieb die Kursgestal­tung uneinheitlich bei im allgemeinen nur geringen und vorwiegend nominellen Abweichungen um 0,25 bis 0,50 v. $). Montanwerte gingen hierbei meist etwas zurück, Verein. Stahl 99,50 (99,75), Rhein­stahl 135 (135,25), Deutsche Erdöl 117,50 (118), Mannesmann 103,25 (103,40) und Klöckner unver­ändert 117. IG. Farben wurden mit unverändert 143 in nur kleinen Beträgen umgesetzt. Don Elektro­werten waren Lahmeyer 1 v. H. höher gefragt mit 107, aber AEG. 111,25 (111,50). Sonst stellten sich u. a. Reichsbank auf 179,75 (179,40), Adlerwerke auf 97,25 (97), MAR. auf 137,50 (138), Rhein- mctall auf 113,75 (114), Gcsfürel auf unverändert 126,50, Metallgesellschaft auf unverändert 112,25, DDM. auf unverändert 168 und Holzmann auf unverändert 148. Der Rentenmarkt zeigte

Geld, Geld und abermals Geld!" Ueberzeugt von dem Wert dieses einzigartigen Denkmals deutscher Technik, trat Miller an zahllose Behörden, Indu­strielle und sonstigeGeldmänner"' heran. Selten bat er um einen Beitrag; nichts als die hohe, ver­pflichtende Ausgabe sehend, forderte er einfach von ihnen, ihre Pflicht zu tun und eine entsprechende Summe zu zeichnen.

Sparen Sie sich die Reiseanstrengungen!" schrieb ein Industrieller, dem Miller seinen Besuch ankün« digte.Zahle freiwillig zehntausend ..."

*

Bis nach Amerika drang die Kunde von Millers Werk und feiner Art, das dafür erforderliche Kapi­tal zu erhalten. Von seiner Reise durch USA. er­zählte man eine bezeichnende Anekdote:

Auf einer Autofahrt in den Staaten wurde Mil­ler von Banditen angehalten, die ihn ausplünder­ten. Sie fanden seine Visitenkarte und fragten: Sind Sie etwa der Miller vom Deutschen Mu­seum?" Als Miller bejahte, gaben die Kerle ihm Geld, Uhr und Brieftasche zurück und erklärten: Don Kollegen nehmen wir nichts!"

*

Im Deutschen Museum mar Miller unumschränk­ter Gebieter zum Segen dieser Forschungsstätte! Ein Freund schlug ihm vor, an der Tür seines Arbeitszimmers den Spruch anzubringen: ,Hn die­sem Hause kann jeder tun, was er will!"

Schreckliche Geschichte.

Die Examensfrage, die ein Professor einem seiner Prüflinge vorlegte,' lautete:Wer schrieb Hamlet?", und die Antwort darauf:Ich nicht, Herr Pro­fessor!". Hier nahm das Unglück seinen Anfang. Abends in einer Gesellschaft erzählte der Professor diesen Fall seiner Tischnachbarin, und interessiert erwiderte sie:Und er war es wirklich nicht?" Jetzt wandte sich der Professor seiner Nachbarin zur Linken zu und erzählte ihr den Fall.UnO er mar es doch?" fragte diese. Stöhnend berichtete er das Erlebnis mit allen Antworten der Gastgeberin. 6*2 sagte:Also wird man nie herausb-ekommen, wer es gewesen ist?" Tief enttäuscht verläßt der. Pro­fessor mit einem Engländer das Hau« und erzählt auch ihm die Sache. Besonders wundert er sich über die Antwort der Dame des Hauses:Also wird man nie herausbekommen ...", und der Eng­länder erwidert grinsend:Allright! Augenschein­lich nicht!"

Schach-Ecke

Gearbeitet von K. Helling.

Die abgebildete Stellung kam vor im Turnier die Meisterschaft von Wien zwischen Herl (Weiß) und Becker (Schwarz). Weiß hatte im Interesse des An­griffs eine Figur geopfert. Wie konnte Weiß sie zurückerobern und dadurch mindestens ein gleiches

Spiel erreichen?

Lösung

der SchachaufgabeOpfer und Ruckgewinn".

Weiß: Kgl, De5, Tdl, Sd7, Sf6, Ba2, b2, c2, f2, g2, H2 (11). Schwarz: Ke7, Db7, Td8, TH8, Lc5, Ba7, b6, e6, f7, H7 (10). Weiß gewinnt. 1. Sf6b5+, Ke7Xd7 (die achte Reihe darf der König nicht betreten wegen De5XH8->-). 2. Sd-5e7 + ! (Beide Springer werden geopfert, um die Linien für Dame und Turm freizulegen.) 2. ..., Kd7Xe7. 3 De5g5-s-, f7f6. 4. Dg5g7-st, Ke7e8. 5. Dg7XH8-j-. (Jetzt gewinnt Weiß alles Material wieder zurück.) 5...., Lc5f8. 6. TdlXd8-b, Ke8Xd8. 7. DH8Xf8-F, Kd8c7. 8. Df8f7+, und nach dem Damentausch ist das Bauernendspiel mit Hilfe des Mehrbauern leicht zu gewinnen«

Das Riesenwerk des Deutschen Mussums München erforderte nach einem Wort seines Schöp­fers Oskar von Miller vor allem drei Dinge:

Reichsaltbesitz knapp gehalten mit 131,70 (131,75), dagegen Reichsbahn - DA. 0,13 v. H. erhöht auf 121,90, 5 v. H. Mittelstahl und 6 v. H. IG. Farben beide unverändert mit 99,50 bzw. 119,25. Steuer­gutscheine II etwas erholt, olle Abschnitte gingen mit 93,90 um, ferner Serie I mit unverändert 99,15 bis 99,25.

Frankfurter Getreidebörse.

Frankfurt a. M., 19. Juli. Es notierten (Ge­treide je Tonne, alles übrige je 100 kg) in Mark: Weizen W 9 193, W 11 195, W 12 196, W 13 197, W 16 200, W 18 202, W 19 204, W 20 206; Roggen R 11 179, R 12 180, R 14 182, R 15 183, R 16 185, R 17 186 R 18 187, R 19 189 Groß­handelspreise der Mühlen der genannten Preisge­biete; Weizenmehl Type 812 W 13 bis W 20 ein­schließlich Kreis Alzey 30,15, W 20 KreisWorms 30,50, zuzüglich 0,50 Mark Frachtausgleich. Für Weizenmehl Type 812 mit Beimischung von Mais­backmehl liegen die Preise 30 Pf. niedriger; Rog­genmehl Type 997 R 12 22,45, R 15 22,80 R 16 22,95, R 18 23,30, R 19 23,50 zuzüglich 0,50 Mark Frachtausgleich; Weizenfuttermehl W 19 13,60, Weizenoollkleie W 19 11,60; Weizenkleie W 13 10,75, W 16 10,90, W 18 11,00, W 19 11,10, W 20

Die abgebildete Stellung kam vor im Turnier zu Karlsbad zwifchen Weichert (Weiß) und Kraßnigg (Schwarz). Es gelang dem Nachziehenden, seine günstige Figurenstellung in wenigen Zügen zur Gel­tung zu bringen und entscheidend'"' Materialvorteil erzielen. Wie spielt Schwarz am stärksten?

Heinrich Schnee: Die deutschen Kolonien vor, in und nach dem Welt­krieg. Geb. 1,80 RM. (Wissenschaft und Bildung

Lösung

der SchachaufgabeUngeschützte Figuren".

Weiß: Kh3, Tb4, Lb6, Lc4, Ba5, b2, f2, H2 (8). Schwarz: KH8, Tb8, Lf6, Sf3, Ba6, g6, H7 (7). Weiß gewinnt. 1. Lb6d4! (Doppelangriff gegen Tb8 und Lf6.) 1. .. Tb8f8. 2. Tb4--b8! Sf3g5-st. (Nach 2..... Sf3Xd4. 3. Tb8Xf8ch,

Kq8g7. 4. Tf8f74- behält Weiß sogar einen Turm mehr.) 3. KH3g2, Lf6Xd4. (Oder 3. ..., KH8g7. 4. Tb8Xf8 nebst 5. Ld4Xf6 mit Figuren- gewinn.) 4. Tb8Xf8-l-, KH8-g7. 5. Tf8e8, und Weiß gewinnt durch fein Uebergewicht.

Bei den Spareinlagen hat das zweite Vierteljahr 1939 einen Einzahlungsüberschuß von 2514 JRiU. Mark erbracht, womit der Gesamtspareinlagenbe­stand auf nunmehr 18,86 Milliarden Mark (zweites Vierteljahr 1938 16,89 Milliarden Mark) angest^ aen ist Einlagen der sonstigen Gläubiger haben sich ?m zweiten Äierteliahr 1939 um 80,0 Mill. Mark gegen 40,2 Mill. Mark in der Vergleichszeit des Vorjahres erhöht. Unter sämtlichen Aktivposten der Sparkassenbilanz zeigten die eigenen Wertpapiere im letzten Vierteljahr die größte Veränderung. Ins­gesamt ist der Wertpapierbestand der «parkayen um 365,4 Mill. Mark auf über 8,1 Milliarden Mark gewachsen. Dem örtlichen Kreditgeschäft konnten die Sparkassen in der Berichtszeit rund 60 Millionen Mark zusätzlich zuführen.

Mein-Mainische Börse.

TNillagsbörse still und uneinheitlich.

Frankfurt a. M., 19. Juli. Die Börse eröff­nete nach den leichten Befestigungen der Vortage zwar nicht schwächer. Das Geschäft bewegte sich aber bei wieder zunehmender Zurückhaltung in so engen Grenzen, daß eine klare Tendenz zunächst nicht zu erkennen war. Die anfangs nur ganz ver­einzelt zur Notiz gekommenen Aktienwerte waren wenig verändert. IG. Farben etwas ange- boten und auf 143 (143,75) rückläufig, ebenso Reichsbank mit 179,40 (180). Don Montanwerken zogen Hoesch auf 107 (106,50) an, Verein. Stahl lagen mit 99,75 behauptet. Fest lagen Aschaffen­burger Zellstoff mit 83,50 (82), ferner Heidelberger Zement mit 141 (140,25). Sonst notierten vor­läufig nur noch Daimler mit 117,75 (118) und Rheinmetall mit 114 (113,75).

Auch der Rentenmarkt vermißte anfangs jegliche Geschäftstätigkeit in den amtlichen Werten Nur in Steuergutscheinen entwickelte sich etwas Umsatz; Serie I 99,15 bis 99,20 (unverändert), Serie II in allen Abschnitten 94,20 bis 94,10 (un­verändert). Die halbamtliche Notiz brachte wieder fühlbare Rückgänge, und das Geschäft stagnierte. Juni 93,90 (94,10), Juli 93.65 (94,10) und August 93,70 (94,10). Industrie - Obligationen lagen eher weiter schwächer, besonders in den Fünfprozentern kam Material heraus. Liquidationspfandbriefe ebenfalls meist nur knapp gehalten, hingegen Pfandbriefe zwar still, ebenso Stadtanlechen und Staatspapiere, die aber unverändert notierten. Reichsbahn-VA. 0,13 v. H. ermäßigt auf 121,75, Reichsaltbesitz unverändert 131,75.

Im Verlaufe dauerte die Stille an, und die Ent­wicklung bei den nur vereinzelt umgesetzten Werten blieb uneinheitlich. Die Abweichungen betrugen

Rinder (135 Ochsen, 197 Bullen, 417 Kühe, 196 Färsen) zirka 500 Kälber, zirka 40 Hammel, zirka 50 Schafes zirka 1000 Schweine. Es kosteten: Och en 37,50 bis 46,50 Mark, Bullen 35 50 his 44,50 , Kühe 20 bis 44,50, Färsen 36,50 bis 45,50, Kalber 30 bis 65, Hämmel 35 bis 50, ©cfjafe 25 bis 42, Sc^veme 53 bis 62 Mark. Marktverlauf: Rinder, Kalber und Schweine zugeteilt, Hämmel und Schafe mittel.

Schweinemarkt in Homberg.

Homberg, 19. Juli. Zum heutigen Schweinemarkt waren 224 Ferkel aufgetrie- ben. Für 6 bis 8 Wochen alte Ferkel wurden 20 bi< 25 Mark, für 8 bis 10 Wochen alte 25 bis 30 Mark und für 10 bis 12 Wochen alte Ferkel 30 bis 35 Mark je Stück gezahlt. Der Handel war schleppend; es verblieb ein Ueberstand.

Gesamtvermahlung nicht übersteigen. Eine entspre­chende Anordnung der HD. wird demnächst ergehen. Für eine gleiche Verpflichtung zum Bezüge alt- erntigen Weizens liegt zur Zeit em Anlaß nicht vor.

Lebhaftes Frühtartoffelgeschäft.

Fwd. Die Stimmung an den Frühkartoffelmärkten ist zur Zeit ausgesprochen lebhaft, -bie Ernte hat allenthalben eingesetzt. Bei der lebhaften Kauffreu­digkeit vollzieht sich die Unterbringung mfo gebe fen durchaus reibungslos. Außerdem sind ausländisch Frühkartoffeln nunmehr entbehrlich geworden und werden nur noch in kleinen Restmengen umgesetzt, desgleichen Winterkartoffeln. Futterkartoffeln hatten kleine Abschlüsse in aussortierten Frühkartoffeln.

Oie Sparkassen

im zweiten Vierteljahr 1939.

Fwd. Don den Ausweisen der deutschen Spar­kassen, Girokassen und Kommuna banken des St ­reichs, die künftig nur noch vierteljährlich bekannt- gegeben werden, liegt nunmehr der Bilanzausweis für Ende Juni 1939 vor, aus dem die Geschäfts, entwicklung der Sparkassen für das zweite Diertel- jahr ersichtlich wird. In dieser Berlchtszeit sind den Sparkassen wiederum beträchtliche neue Mittel 3U- aeflossen Der Spareinlagenbestand hat sich feit Ende März um 295,0 Mill. Mark erhöht, die son­stigen Gläubiger sind um 80,0 Mill. Mark gestiegen, so "daß der Zufluß an Gesamteinlagen im letzten Vierteljahr 375,0 Mill. Mark betragen hat . Damtt entspricht der Einlagenzufluß der Sparkassen im zweiten Vierteljahr 1939 etwa dem des zweiten Quartals im Vorjahr; ' der Unterschied von 375^ Mill. Mark gegen 385,0 Mill. Mark ist unerheblich und dürfte zum Teil mit der in diesem ^hr früh­zeitiger begonnenen Urlaubs- und Reisezeit zusam-

11,20 Mühlenfestpreis ab Mühlenstation: Roggen­futtermehl R 18 Roggenoollkle.e R 18 10,90, »Ä 5 3 Weffi °b Ä Unstation; Wiesenheu, ^nöcl5.übl%^Ueu5nx7roCfe^ Grnte) 5,00 bis 5,20, do. gut gesund und trocken 5,60 bis 6,00; Ackerheu gutz gesund trocken 6 00 bis 6 30- Kleeheu, handelsüblich 6,00 bis 6,40, oo. gu- gesund trocken 6,40 bis 6,80; Luzerneheu handel - Hhfirh 6 60 bis 7,00, do. gut, gesund, trocken 7,00 vis 7 50- Weizenstroh, bindfadengepreßt oder gebun- h'u/arte (jmte) 2,80, Roggenstroh, do. 3,00, Hafer- urt" ®erFknfkof). d°^ 2,60 bis 2 70 ®r3.u«erpr«» ab Erzeuger-Verladestation. Tendenz ruhig:

Frankfurter Schlachtviehmarkt.

Frankfurt a. M., 20. Juli. (Dorbericht.) Um lO Uhr war folgend- Marktlage: Vorauftrieb: 945

charakters zu gewinnen. Die witzige Form, im Stil des Konversationslexikons den ungeheuren Stoff in alphabetischer Reihenfolge zu behandeln, macht das Buch ungemein lebendig und anregend, freilich muß man hin und wieder Wiederholungen und Ueber- chneidungen in Kauf nehmen. Die Krists der euro­päischen Volksgemeinschaft, die wir durchleben, ist zu einem guten Teil psychologisch bedingt. Daher ist es von entscheidender Bedeutung, daß die Völ­ker einander verstehen lernen. Wir möchten Mün­chen, daß den Franzosen ein Landsmann ein Buch über das nationalsozialistische Deutschland in die Hand gäbe, das bei voller Wahrung des eigenen nationalen Standpunktes so ehrlich und verständ­nisvoll berichtet, wie hier Hans Wendt das Frank­reich von heute vor uns hingestellt hat.

Dr. Fr. W. Lange.

-Ulrich Noack: Das politische E t h o s ;n bet europäischen Diplomatie mit 30 Karten und graphischen Darstellungen des Ver­fassers und einer Einführung von Professor Karl Haushofer. Verlag Hoffmann und Campe in Ham- bürg. Preis geb. 3 Mark. (111) Die klein, aber höchst gewichtige Schrift des Frankfurter Histo­rikers spürt dem inneren Wesen dem Leitgedanken, dem Lebensgesetz der großen außenpolitischen Kon­zeptionen etwa seit Beginn des vorigen Hahrhun derts nach und er findet zwei Grundlinien den Ordnunqsgedanken und den Befreiungsgedanken, nehmen wir für den einen symbolhaft di^Vorstel- lunqen, die sich Metternich von feiner Aufgabe als europäischer Staatsmann machte und für den an­dern die englische Auffassung von der Volkssou- oeränität, wie sie (Tarnung vertrat Der V rfasser untersucht dann weiter, wie statt des vielleicht zu erwarteten Zusammenstoßes dieser beiden rein ent­falteten Weltordnungen sie sich immer wieder selbst zerstörten durch den Abfall von ihrem Ethos ihrem politischen Lebensgesetz. Dieser Gedanke wird geist­voll, klar und überzeugend bis zur Gegenwart durch- qeführk und im Ethos der befreienden Ordnung das tragende Prinzip der Gegenwart gesehen Seine Bewährung in Raum wird an höchst aktuellen Pro­blemen interessant dargestellt. Das nationalsoziali-, stische Reich schuf in seinem Kampf für die Revi­sion der Verträge die natürlichen Grundlagen zu einer wirklichen ethischen Ordnung unter den Staaten Europas. Dr. Fr. W. Lange.

Hans Wendt: Frankreich heute und wir, ein blau-weiß-rotes Abc. Preis kart. 4,80 Mark, Verlag E. S. Mittler & Sohn, Berlin SW. 68. (6) Hans Wendt hat als lang­jähriger Pariser Korrespondent deutscher Zeitungen jede Phase der französischen Politik aus nächster Nähe studiert, aber er ist auch dem französischen Volk nahe gekommen. Er kennt seine Schwächen, weiß jedoch auch, was vielleicht wesentlicher ist, um feine außerordentlichen sittlichen Werte und die lebendigen Kräfte, die in ihm stecken. So räumt sein Buch mit manchen allzu eingewurzelten Vor­urteilen und übereilten Schlüssen aus gewissen Er­scheinungen im öffentlichen Leben Frankreichs auf, die man bei uns gelegentlich schon als Verfall gedeutet fand. Die aktuellen Probleme der franzö­sischen Politik werden ebenso gründlich beleuchtet wie versucht wird, aus der Betrachtung des Alltags­lebens der Franzosen ein Bild des französischen Volks- Die witzige Form, im Stil

bis zur Kongokonferenz, die die stachenhaste teiluna Afrikas unter die Kolonialmächte einleltete. Aus der Erkenntnis heraus, daß das größte kolo­nialwirtschaftliche Aktivum Afrikas die Eingebore­nen sind, widmet Rohrbach diesem Problem sehr genaue Untersuchungen nach Rasse, Lebensformen, geistiger Struktur und Art ihrer wirtschaftlichen Le- tätigung, woraus sich dann die Möglichkeiten für eine erfolgreiche 'Eingeborenenpolitik ergeben, deren Ziel es nicht sein kann, aus dem Neger einen schwarzen Europäer zu machen oder einen Zwit­ter, der als Afrikaner entwurzelt, aber nicht Die geistige Veranlagung besitzt, ein Europäer zu wer­den Englische und deutsche Eingeborenenpolitik wird an höchst eindrucksvollen Beispielen gegenuberge- stellt. Das wichtigste Kapitel behandelt die afrika­nische Zukunstswirtschaft. Sanierung der Lebens­bedingungen der Eingeborenen und das daraus folgende Wachstum der Bevölkerungszahl ist die eine Grundbedingung, Steigerung der Bodenleistung und Verbesserung der Verkehrswege die andere, um das tropische Afrika als wirtschaftlichen Ergänzung^ raum Europas voll leistungsfähig zu machen. Auch Rohrbachs Untersuchung der Möglichkeiten weißer Siedlung kommt zu interessanten Schlüssen, die manchen phantastischen Vorstellungen Landesunkum diger ein Ende machen. Ein Schlußkapitel legt noch die weltwirtschaftliche Verflechtung Afrikas dar und gibt eine kurze Charakteristik des europäischen Kolo­malbesitzes im tropischen Afrika. Das ungemein sach­liche und aufschlußreiche Buch, das nur em Mann schreiben konnte, der aus eigener Anschauung und durch jahrzehntelanges Studium mit dem schwarzen Kontinent und seinen Problemen aufs innigste ver­traut ist, ist in dem fruchtbaren Zukunftsglauben, der Paul Rohrbachs ganzes Lebenswerk kennzeich­net, dem jungen deutschen Geschlecht gewidmet, das wieder auf deutschem Boden koloniale Arbeit leiften wird. Ihm ist mit Rohrbachs Afrika-Buch em wert­volles Hilfsmittel in die Hand gegeben.

Dr. Fr. W. Lange.

Iugendbekenntnisse des Alten Kaisers, Briefe Kaiser Wilhlems I. an Fürstin Luise Radziwill, Prinzessin von Preußen 1817 bis 1829. mit 16 Bildtafeln. Preis in Leinen geb. 7,80 RM. Verlag Koehler & Amelang in Leipzig (95) Die hier von Dr. Kurt Iagow, dem Betreuer des Hohenzollernschen Hausarchivs zum ersten Mal i*-r Öffentlichkeit unterbreiteten Briefe des jungen Prm- zen Wilhelm an die Mutter der Prinzessin Elisa, die als Gattin heimzuführen ihm die streng legitimi'ti- schen Grundsätze des Königs nicht gestatteten, sind zwar in gewisser Weise eine Ergänzung des BuchesWilhelm und Elisa", aber mehr noch geben sie uns einen tiefen Einblick in die Entwicklungs- und Bildungsjahre des Prinzen Wil­helm, der, wie man aus diesen Briefen an die von ihm sehr verehrte Prinzessin Luise schließen muß, keineswegs so ausschließlich militärische Interessen hatte, wie die allgemeine Vorstellung es bislang wahrhaben wollte. Eine tiefe Religiosität, Freude an Natur und Kunst und lebhafte Anteilnahme an den politischen Ereignissen seiner Zeit sprechen aus diesen Selbstzeugnissen, die sich sehr aufrichtig geben, sicher auch in dem Wunsch, über die Mutter auch der

Band 57), Verlag Quelle & Meyer, Leipzig H64) __ Der letzte Gouverneur von Deutsch-Ost. afrtfa zeichnet Har, sachlich, ohne Weitschweifigkeit ein Bild deutscher fiolonialarbett vor dem Kriege, Die hoffnungsvoll- Entwicklung wurde ,ah unter- brochen, als die Kolonien der Mondatsverwaltung der Sieger" unterstellt wurden, die Die deutschen Pflanzer vertrieb und so den Verfall heraufde« schwor. Nur eine Wiedervereinigung mit Deutsch, land wird unfern Kolonien einen neuen Aufschwung ermöglichen, wird uns zugleich die dringend be­nötigten Rohstoffquellen und Absatzmärkte erschlie- ßen und unferm eingeengten Volk neuen Lebens« raum geben.

Soldatentum.

_ Oberstleutnant UI i cf) : Unter« qebene, Vorgesetzte, Kameraden ein Streifzug durch 24 Dienstjahre eines Soldaten. Preis gebunden 1,60 RM. VerlagOffene Worte', Berlin W 35.(184) In der schlichten, klaren, präzisen Sprache des deutschen Offiziers, die fern wenn und aber, keine Umschweife, ferne Kompro- misse keine Ausflüchte und Vorbehalte kennt, legt der Verfasser in größter Offenheit und mit schöner Aufrichtigkeit gegenüber sich selbst, dabei stets mit dem vollendeten Takt des echten Soldaten an Hand seines eigenen militärischen Werdegangs ferne Er- fahrungen im Kriege, in der Reichswehr und tm neuen Heer dar, niemals mit schulmeisterlich er­hobenem Zeigefinger und doch durch das Beispiel wirkend und 'erziehend. Die Menschenfuhrung ist ja wie auf allen Gebieten des Volkslebens so beson« ders im Heer die schlechthin ausschlaggebende Auf­gabe, freilich auch die weitaus schwierigste, die nie aufhört, denen Rätsel aufzugeben, die zu ihr be­rufen sind. So wird dies famose, aus dem frischen und vornehmen Geist besten deutschen L>oldaten- tums geschriebene Büchlein jedem jungen Offizier willkommen sein. Darüber hinaus wird es jedem, der das Glück gehabt hat, einmal Soldat gewesen zu sein, ein nachdenkliches Stündlein bereiten. Und das ist schon viel Fr. W. Lange. ,,

Dr. phil. Johannes Ullrich: Das Kriegswesen im Wandel der Zeit en. In Halbleder. Volksverband der Bücherfreunds Wegweiser-Verlag GmbH., Berlin-Charlottenburg 2. (180) In einer Zeit, da die Mächte aufrusten, wie die Welt es bisher noch nicht erlebt, drangt sich die Frage von neuem auf, welche Entwicklung das Kriegswesen im Laufe der Zeiten genommen hat. Das Buch behandelt in einer großen zusammen« fassenden Uebersicht: die Methodik der Knegsfuh- rung und ihre Voraussetzungen in den verschiedenen Epochen und einzelnen Ländern, Staatsoerfassung, wirtschaftliche und soziale Verhältnisse in ihrer Ein­wirkung auf das Kriegswesen, die Bedeutung der technischen Entwicklung für die Kriegskunst, den Einfluß geistiger und religiöser Bewegung-en, und schließlich die Probleme der Taktik und Strategie.

Sprechstunden der Redaktion.

11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstagnach« mittag geschlossen.

(Beliebten Einblick in seine Lebensauffassung und seinen Jnteressenkreis zu geben. Schon in diesen Briefen des Dreißigjährigen bewundern mir das klare, abgewogene Urteil über Menschen und Dinge, den gütigen und vornehmen Charakter und n'cht zuletzt die Prägnanz des Stils, die die Briefe des Alten Kaisers als literarische Zeugnisse einer gro­ßen politischen Epoche neben die Bismarcks und Moltkes stellen. Dr. Fr. W. Lange.

Das Kolomalprodlem.

PaulRohrbach und Iustus Rohrbach: Afrika heute und morgen. Grundlinien europäischer Kolonialpolitik, mit 22 Abbildungen. Preis geb. 8,20 RM. Verlag Reimar Hobbing, Per- lin. (129) Wir sprachen schon in unserem Aufsatz zum 70. Geburtstag Paul Rohrbachs von diesem neuesten Werk des'hervorragenden Asrika- kenners, das die Impressionen seiner früheren Reise­bücher nach der systeniatischen Seite hin ergänzt. Nach einem einleitenden Kapitel über das Afrika bes Mittelmeers wird die Betonung vorzüglich auf das tropische Afrika gelegt, dessen' klimatische und bodenkundliche Verhältnisse im einzelnen unter­sucht werden als wesentliche Voraussetzungen für eine wirtschaftliche Aufschließung. Ein inter'ejsantes Kapitel gibt einen knappen Abriß der geschichtlichen Entwicklung des tropischen Afrika vom Altertum

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