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Grenz- und Auslandsarbeit im Deutschen Krauenwerk.
Achtung!
Detr.: Tagung der Betriebsobmänner und Betriebsführer der Groh- und Einzelhandelsbetriebe am INiltwoch, dem 21. Juni, 14.30 Ahr.
Die obenstehende Tagung findet nicht, wie in unserem kreisrundschreiben angegeben, im Cafe Leib, sondern am INiltwoch, dem 21. Juni 1939, 14.30 Uhr, im grohen Saale des Restaurants „ZumBurghof-, Giehen,Burggraben, statt. 4405D
Ausbau der Mangold-Hütte am Hoherodskopf.
Die Sommerarbeit des Schiklubs Giehen.
Der Schiklub Gießen, eine der zahlenmäßig stärksten sportlichen Vereinigungen in unserer Staüt, hat zwar seine besondere und selbstverständliche Aufgabe in der Pflege des Wintersports — diese Tatsache bedeutet aber nicht, daß deshalb beim Schiklub im Sommer eine tödliche Stille herrschen müßte. Sehr das Gegenteil ist der Fall! Zahlreiche Mitglieder des Schiklubs treffen sich, um ihre körperliche Elastizität zu erhalten, jeweils am Mittwochabend und am Sonntagmorgen auf dem Universitäts-Sportplatz, um dort in regelrechten Uebungsstunden in verschiedenen leichtathletischen Disziplinen zu trai- nieren.
Eine weitere große Aufgabe hat der Schiklub gegenwärtig mit dem Erweiterungsbau des Mangold-Hauses am Hoherodskopf auf sich genommen, das so ausgestaltet werden soll, daß es im kommenden Winter ein ideales und durchaus ^„zünftiges" Standquartier für die Mitglieder fein kann. Das Mangold-Haus erfährt eine Erweiterung in Ausmaßen von 3X5 Meter. Die Grundmauern für diesen Erweiterungsbau sind bereits aufgeführt. Der hölzerne Aufbau ist bereits fertiggestellt und solid an Ort und Stelle verschindelt werden. Man hofft, das Haus so einrichten zu können, daß 15 bis 18 Schiläufer dort ohne weiteres und bequem Nachtlager finden können. Da Kochgelegenheit vorhanden ist, da auch für Petroleumlampen gesorgt wird, die an den Winterabenden mit ihrem heimlichem Licht dazu betragen werden, die Hüttenstimmung zu erhöhen, werden sich unsere Gießener Schiläufer in ihrem eigenen Haus sehr wohl fühlen. Der Schiklub Gießen hat für den Aus- und Erweiterungsbau den Betrag von rund 1000 RM. vorgesehen.
In den kommenden Wochen wird der Schiklub Gießen seinen Mitgliedern mit einer „Fahrt ins Blau e" und mit einer Fahrt zum Rhönsegelflug-Wettbewerb auf der Wasserkuppe eine Freude zu bereiten versuchen.
Oer „Tag des deutschen Gastes" in Gießen.
Der Leiter des Deutschen Fremdenverkehrsverbandes, Staatssekretär, Staatsminister a. D. Hermann Esser, hat den Samstag, 29. Juli, zum „Tag des deutschen Gastes erklärt". Dieser Tag soll einmal in besonderer Form den Satz unter Beweis stellen, daß „Deutschland das gastlichste Land der Welt" ist. Alle jene, die am Fremdenverkehr, wie an der Beherbergung der Gäste beteiligt sind, sollen beweisen, daß sie alles tun, um dem Gast den Aufenthalt in unserem Vaterlande so schön wie möglich zu gestalten. Insbesondere sollen dabei die Gaststätten derjenigen Städte und Orte hervortreten, die als Fremdenverkehrsorte bekannt und gerne aufgesucht sind. Zu diesen Städten zählt auch Gießen! Es hat aus diesem Grunde zwischen den unmittelbar Beteiligten eine erste Besprechung ftattgefunden, in der in großen Zügen über die Ausgestaltung des „Tags des deutschen Gastes" gesprochen wurde. Es ist vorgesehen, den Gast an diesem Tage durch eine besondere Leistung des Betriebes angenehm zu überraschen, ferner ist beabsichtigt, die Gaststätten äußerlich zu schmücken, darüber hinaus aber in den Gasträumen durch einen gesteigerten Blumenschmuck den besonderen Charakter des Tages zum Ausdruck zu bringen. In einem Ausschuß, der sich aus Vertretern der Stadt Gießen,
des Derkehrsvereins, der Wirtschaftsgruppe des Gaststätten- und Beherbergungsgewevbes, des Reisebüros üsw. zusammensetzen wird, sollen die für den „Tag des deutschen Gastes" zu treffenden Maßnahmen noch eingehend besprochen werden. Am Vorabend wirb Staatssekretär Esser über den Großdeutschen Rundfunk eine Ansprache halten.
Schrottsammelaktiorfim Dienste der Rohstoffversorgung.
NSG. Die neue Schrottsammelaktion, die im Gau Hessen-Nassau durchgeführt wird, um den westdeutschen Schrottverbrauchern zusätzliche Mengen Altmaterial zuzuführen, hat nunmehr am 15. Juni begonnen. Bis 15. August werden systematisch in allen Städten und Dörfern des Rhein-Moin-Gebie- tes die Schrottvorräte abgesammelt. Die Aktion wird durch den Reichsluftschutzbund in Verbindung mit dem ortsansässigen Rohproduktenmittelhandel in Angriff genommen. Für die Einsammlung der Schrottmengen, die vom Luftschutzhauswart einige Tage vor der festgelegten Sammlung im Hof ober Vorgarten bereitgelegt werden sollen, stehen Fuhrwerke zur Verfügung. Nach Sortierung wird das Altmaterial an die Schrottpressebetriebe abgeliefert.
Im freien Gelände, in Betrieben und Haushaltungen liegen unbeachtet ganze Mengen nutzloser Gegenstände. Vielfach find es Dinge, die als Abfälle oder bereits infolge allzulanger Verwendung für den Besitzer keinen praktischen Wert haben. Ganz gleich, ob es sich hierbei um Kleineisenteile, alte Pfannen, Töpfe ufw. handelt. Die Volksgenossen unseres Gaues werden aufgefordert, die Winkel und Ecken der Höfe und Keller durchzusuchen und den Sammlern alles mitzugeben. Dadurch werben auch die Höfe von allem Unrat befreit. Darüber hinaus ist eine solche Schrottsammelaktion der geeignete Zeitpunkt für eine gründliche Beseitigung jener nutzlosen Sachen, die es nötig haben, durch neue ersetzt zu werden. Das Altmaterial kann wieder für neue Werkzeuge und sonstige Gebrauchsgegenstände verarbeitet werden. Diese Wiederverwendung bedeutet ein großes Ersparnis auf dem ©ehret der Rohstoffbeschaffung. So ist es möglich, durch sinnvolles Zusammentragen des einzelnen, einen Rohstoffersatz herbeizuführen, der erst im Einsatz der Gesamtheit als wesentliche Devisenersparnis erkennbar ist.
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Deutscher Tee als Genußmittel, l
Aus dem Fernen Osten, aus China und Rußland wurde der Tee bei uns eingeführt. Wir lerntenv das hellbraune, duftende Getränk schätzen, und es wurde uns fast unentbehrlich. Leider ist die Freude daran für uns heute nicht ganz ungetrübt: der schwarze Tee enthält einen Giftstoff, der ähnlich wie das Coffein eine belebende, aber schädliche Wir kung auf den Organismus ausübt. Der reichlich tägliche Genuß von Tee kann für die Volksgesundheit nachteilige Wirkungen zur Folge haben.^ubem kostet uns dieses Genußmittel eine erhebliche Summe an Devisen. Schließlich — wenn wir ehrlich sind -~ ist es nicht langweilig, jeden Abend Tee zu trinken? Ist es überhaupt richtig, anstelle des uns fehlenden Kaffees schwarzen Tee zu trinken? Diese Punkte sollte sich jede Hausfrau einmal überlegen und darüber nachdenken, ob sie ihrer Familie statt desse, nicht ein anderes, ebenso schmackhaftes Getränk uc-t setzen kann, das außerdem unschädlich für die Gesundheit ist und dem Volk Devisen erspart.
Was liegt näher, als einmal unter den einheimischen Kräutern Umschau zu halten, aus denen man ein gutes, wohlschmeckendes Getränk Herstellen! kann. Wenn der Japaner aus den grünen Blättern seiner einheimischen Teepflanze ein herrliches Getränk zu brauen versteht und daraus sogar eine fast kultische Handlung, die Teezeremonie, entwickelt hat. warum sollen nicht auch wir aus den Kräutern unserer Wälder, aus den Blüten unserer Wiesen einen Tee für den täglichen Gebrauch Herstellen können! Die verschiedenartigsten Sorten stehen uns zur Verfügung. Die gesundheitsfördernde Wirkung der Heilkräuter kennen wir seit langem, daß man aber die Kräuter auch für den täglichen Genuß gut gebrauchen kann, ist noch nicht allgemein bekannt. Wir werden in der nächsten Zeit in den Fachdrogerien eine Reihe von Kräutern und Kräutermischungen finden, die unter der Bezeichnung „Deutscher Haustee" in den Handel gelangen. Dieser Name kennzeichnet deutsche Teegetränke, die als Genußmittel von den Heiltees mit starker arznei- licher Wirkung eindeutig abgegrenzt find und dis mir getrost in den täglichen Küchenzettel aufnehmen können. Auch geschmacklich werden wir eine Bereicherung davon haben. Es ist keinesfalls so, botz Kräutertees schlecht schmecken, wie wir es von Krcm!- heitstagen her vielleicht in Erinnerung haben.
Nur noch ein Wort über die Zubereitung. 3n jedem Haushalt gibt es eine Kaffeekanne, eine Teekanne, einen Milchtopf. Diese Gefäße benutzen wir für den Kräutertee nicht. Auch hierfür ist ein besonderes Gefäß notwendig. Metallkannen sind für die Teebereitung wegen der Gefahr einer teilweise« Veränderung der Wirkstoffe ungeeignet. Auch offene Gefäße sollte man nicht benutzen. Wer auf ein formschönes, praktisches Gerät Wert legt, der fei aufi eine aus Jenaer Glas hergestellte Kräuterteekanne hingewiesen, die eine Zierde für jeden Haushalt ift Diese Kanne hat einen einfachen, zweckmäßigen Einsatz und eignet sich für alle Zubereitungsarten: mam kann darin eine Abkochung bereiten, denn das Glas ist feuerfest, und man kann darin die Kräuter heitz überbrühen und ausziehen lassen, der Auszug ift klar abzugießen. In gleicher Weise ist mit falten Wasser auch ein kalter Auszug herzustellen.
Noch einen weiteren, nicht zu unterschätzendem Vorteil bietet der deutsche Tee: er ist billig. Man fapn sich auch den Teevorrat für das ganze Jahr ir: den Sommerferien oder auf Ausflügen selbst fast" mein. Wertvolle Anleitungen dafür bietet die Bik und Schriftenmappe „Deutsche Teepflanzen" m Dr. Hermann und Bernhard Hoermann.
Die deutsche Hausfrau, die schon daran gewöhn!! ist, nicht nur an ihre eigene Haushaltskasse ziu denken, sondern bei ihren Einkäufen auch darauf W achten, daß sie nicht unnötige Dinge tauft, bi« Devisen beanspruchen, wird auch in diesem Fall! Einsicht und Verständnis aufbringen.
(Siebener Dochenmarklpreise.
* Gießen, 20. Juni. Auf dem heutigen Wochen» * markt kosteten: Markenbutter, % kg 1,60 Mar!« Matte 25 bis 50 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10« Wirsing, Vi kg 18 bis 20, Weißkraut 20 bis 25, gelte Rüben, das Bündel 18 bis 20, Spinat 18 bis 20„ Römischkohl 20, Bohnen, grün, 20 bis 30, Spargel.
11. Sorte 47, 2. Sorte 43 bis 44, 3. Sorte 33, 4. Sorü
Deutschen Frauenwerkes ist in drei Arbeitsgruppen eingeteilt: in die G r e n z l a n d a r b e 11, m die volksdeutsche Arbeit und m die aus - landsdeutscheArbeit. Wenn man sich überlegt, daß im Ausland 30 Millionen Deutsche leben, also über ein Drittel der Zahl, die im Inland lebt, dann wird man verstehen, daß es mi Inland der Organisationen bedarf, die sich dieser Deutschen im Ausland annehmen und die Verbindung aufrechterhalten. Ein kleiner Teil dieser Deutschen sind nun Reichsdeutsche, d. h. sie sind im Ausland tätig, besitzen aber die deutsche Staatsangehörigkeit und kehren wohl eines Tages wieder für immer ms Vaterland zurück. Mit diesen Deutschen dürfen die Frauen des Deutschen Frauenwerkes ganz offiziell in Verbindung treten, sie dürfen nach unserer Art geschult werden und teilhaben an dem Gedankengut des Reiches unseres Führers. Sie fallen unter das Gebiet der Ausländsdeutschen Arbeit. Diese Arbeit ist verhältnismäßig leicht. Weit schwieriger ist die Betreuung der Volksdeutschen. Unter Volksdeutschen versteht man die Menschen, die durch staatliche Verträge, wie z.B. durch den Versailler Vertrag, oder aber durch Auswanderung fremde Staatsangehörigkeit annehmen mußten. Dem Blute nach aber sind sie Deutsche geblieben. Wir haben durch den Führer gelernt, daß Volk eine unlösbare Gemeinschaft aus Blut, Sprache und Art bedeutet. Wir verstehen, daß unser Volk in seiner Gesamtheit zu erfassen ist. Um aber die Rechte des fremden Staates nicht zu verletzen, übernimmt der VDA.,
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erkennen läßt, offenbahrt sich bereits die freie Entfaltung des Veronesers, jene feine Auswägung der Maßen, die für fein späteres Schaffen fo charakteristisch bleibt, wie auch die Behandlung der Lichteffekte schon seine typische Art xeigt. Zwei Jahre später finden mir Paolo mit der Ausschmückung der großen Säle des Dogenpalastes beschäftigt. Sein Stil wird ausgeprägter, wenn auch seine Hinneigung zum Manierismus noch deutlich erkennbar ist. Aber bei diesen ersten Arbeiten im Dogenpalast treten feine klar abgefetzten Farbtöne, fein Malen im Lichte, der quellende Reichtum feiner Phantasie mit ganzer Klarheit in Erscheinung.
War Tizian der Maler der hoheitsvollen, ruhenden Schönheit, hatte Tintoretto in stürmisch begeisterter Leidenschaft das dramatische Element in seinen Werken zu höchster Entfaltung gebracht, so blieb es Veronese vorbehalten, die Apotheose der Beherrscherin der Adria, des oenetia- nischen Lebens zu gestalten, ihren Reichtum und ihre Macht mit seinen Farben zu feiern und zu verewigen. Er schöpfte aus dem Dollen des Lebensgenusses einer Stadt auf der Höhe ihres Ruhmes, und der aus ärmlichen Verhältnissen stammende Veronefer sollte der grandioseste Schilderer der Lebenspracht und des Lebenstriumphes werden. Die monumentalen Gemälde aus dem Dogenpalast: Jugend und Alter, die Bestrafung des Fälschers, der Sieg der Tugend über die Sünde und Juno,, die ihre Gaben über Venezia ausstreut — diese" Werke sind der Ausdruck, die Verkörperung des unermeßlichen Reichtums und der ungestümen Lebenskraft jener großen Zeit.
Die monumentale Komposition Paolos erlebt weitere Triumphe in feinen Fresken der Kirche San Sebastiano und in feinen Gastmahlbildern, von denen das Mahl im Haufe des Pharisäers Simon als einziges auf der Schau zu sehen ist. In diesen Gemälden kann er seine reiche Erfindungsgabe ausströmen lassen Die menschlicl)e Gestalt in ihrer unendlichen Vielfalt ist es, der Rhythmus der Körper- fompofition und ihre Gruppierung im Raume, die Veronese zu höchster Meisterschaft entwickelt.
Unweit von Venedig vollendete Paolo wenige Jahre später den Freskenschmuck der Villa Maser in Treviso, in dem bas dekorative Element seine stärkste Formensprache erreicht. Die Malerei sprengt hier den geschlossenen Raum, indem sie auf Wände und Deckenflächen Figuren projiziert, Gestalten aus der Wirklichkeit des täglichen Lebens in buntem Ineinander mit allegorischen, mythologischen und religiösen Darstellungen verwebt. Mit überzeugender Macht enthüllt sich, daß die Architektur bas Werk 1 Veroneses erfüllt und beseelt. In der vollendeten i Beherrschung des Architektonischen liegt ein weiterer
Es wäre falsch, solche Aktionen zu unterschätzen oder gar als zu kleinlich anzusehen, um dafür auch das Beste beizutragen. Große Mengen Altmatenal würben bei den letzten Aktionen gesammelt und trugen wesentlich zur Versorgungslage der westdeutschen Schrottverbraucher bei. Auch diese Aktion muß wieder ein voller Erfolg werden.
Dazu trage jeder Volksgenosse bei!
Kristablauf für die handwerkliche Altersversorgung.
Der Reichsstand des deutschen Handwerks weist darauf hin, daß nach dem Gesetz über die Altersversorgung Versicherungsfreiheit und Halboersicherung nur dann mit dem 1. Januar 1939 beginnen, wenn der zur Inanspruchnahme dieser Rechte berechtigende Lebensversicherungsvertrag vor dem 1. Juli 1939 abgeschlossen wird. Der Reichsstand empfiehlt deshalb dringend, daß alle Handwerker schnellstens noch bis Ende Juni bei einer Versicherungsgesellschaft den Abschluß einer Lebensversicherung beantragen, soweit sie ihre Altersvorsorge nicht über die Angestelltenversicherung suchen wollen oder entsprechende Schritte bereits veranlaßt haben. Wenn bas Gesetz als Voraussetzung an sich den tatsächlich vollzogenen Abschluß des Vertrages und damit die Aushändigung des Versicherungsscheins verlange, so sei doch zu hoffen, daß in der Durchführungsverordnung auch jene Verträge anerkannt werden, bei denen vor dem 1. Juli lediglich der Antrag auf Abschluß der Lebensversicherung gestellt worden sei.
Nach dem Angestelltenversicherungsgesetz wird auf Antrag von der Versicherungspflicht befreit, wer beim Eintrit in die Versicherungspflicht das 50. Le- bensjahr vollendet hat. Diese Möglichkeit stände an sich auch dem Handwerker zu. Wie der Reichsstand weiter mitteilt, ist jedoch bestimmt damit zu rechnen, daß die zu erwartende Durchführungsverordnung zum Altersversorgungsgesetz diese Befreiungsmöglichkeit beseitigen wird, weil sie eine wesentliche Durchbrechung des Versorgungsschutzes für das Handwerk bedeuten könnte. Don der Stellung von Befreiungsanträgen soll deshalb schon jetzt abgesehen werben. -
____________a. Der Abteilung Grenziano — ^iusiuhu obliegt nun Die Verpflichtung, die Frauen im Inland über die Lebensgewohnheiten und Gebräuche, Dialekt ufw. dieser Volksdeutschen aufzuklären, daß uns diese Menschen nicht fremd sind und die innere Verbindung mit ihnen nicht verloren wird; denn wer einmal deutsch war, wirb immerbar mit seinem Herzen am deutschen Vaterlande hängen. Außerdem befassen sich die Frauen in der auslandsdeutschen Arbeit noch mit den Kolonien. Da es den Kolonial- deutschen hauptsächlich um geistige Verbindung mit dem Daterlande zu tun ist, werden sie erfreut mü Zeitungen, Büchern und Briefen, die ihnen durch die Abteilung übermittelt werden.
Sehr weit gesteckt sind die Ziele der Grenz- 1 a n b a r b e i t. Durch ben Versailler Vertrag wurde in den abgetretenen Ländern viel Unglück und Elend geschaffen. Je mehr der so gewaltsam vom Mutterlande getrennte Deutsche an seinem alten Daterlande hängt, desto größer sind die Leiden ideeller und materieller Art. die ihn treffen. So besteht hier die Aufgabe der Abteilung darin, die Volksgenossen in ihrem Abwehrwillen Hegen fremdes Volkstum, das ihnen mit aller Gewalt aufgezwungen werden soll, wirksam zu unterstützen und nach Möglichkeit die materielle Not zu lindern. Vor allem wird für gute Bekleidung gesorgt, aber auch für Freuden. Es werden Spielsachen geschickt, Mundharmonikas, Ziehharmonikas und deutsche Liederbücher, damit die schönen heimischen deutschen Weisen Kraft zum Durchhalten geben möchten.
Eine deutsche Tiobinsonade.
Zu dem genialsten deutschen Roman des 17. Iaht" Hunderts, dem „Simplicissimus Deutsch" des H. 3X von Grimmelshausen, gibt es eine weniges bekannte Fortsetzung, die sogenannte „Continuatio'„ und in dieser ist, ein halbes Jahrhundert vor Defoe« „Robinson Crusoe", eine wirkliche Robinsonade ei- schienen, auf die als die älteste deutsche ProseM Dr. Jahn Hendrick Schölte in den „Forschung^ und Fortschritten" ausführlich hinweist. In Diel'ffl deutschen Robinsonade wirb erzählt, wie ein portii" aiesisches Schiff auf seiner Heimreise unfern dm Insel Madagaskar Schiffbruch erleidet. Nur zw<>: Männer, der portugiesische Schiffszimmermann unü Simplicius Simplicisfimus, ein deutscher Reisende:.' erreichen auf Treibholz eine unbewohnte Insel. dieser richten fie sich ein, sie verwerten die reiche Gaben der Natur und gelangen zu einem friedliches Leben. Dieser Idylle fehlt jedoch die SpannM? nicht: an den jungen Zimmermann tritt die 2»" suchung in Gestalt einer Frau heran. Es befte schon die Gefahr, daß er ihrer Macht erliegt. die naiv-fromme Lebenshaltung des Simplicissiin^ bem Teufelsspuk der vermeintlichen Abessinien^ ein plötzliches Ende macht. Der Zimmermann s nun zwar von dieser Gefahr gerettet, aber er erlieft nun einer anderen Versuchung, der Fülle geistig^' Getränke, die sich aus dem Pflanzenreichtum oj’ Jnselparadieses leicht bereiten lassen. So blei^ Simplicissimus allein auf der Insel übrig und W einsam, aber zufrieden.
Auch in dieser Geschichte wird wie in dem großer Roman des Grimmelshausen Abkehr von der Wa- und Hingabe an die Barniherzigkeit des Mm höchsten gepredigt. In dieser Stimmung des 2m zichts und der Gottesfurcht trifft Simplicissimus dem holländischen Schiffskapitän Jan (Somriiliw von Haarlem zusammen. Dieser kommt mit eina- Ladung Spezereien von den Molukken und besing- sich auf der Suche nach Trinkwasser, als die SW-' mannschaft auf einer unbekannten Insel zwei auf dem Gebirge stehende Kreuze beobachtet Richtung daraus nimmt. Sie legen an und lern^ auf der Insel die fromme Welt des Einsiedls kennen. Vergebens suchen sie ihn zu bewegen, in ihnen in die bewohnte Welt zurückzukehren. Simp-?' cissimus zieht die Einsamkeit vor, in der er ■■ Leben zu beschließen hofft. Aber er schenkt v", Kapitän seine auf Palmenblätter geschriebene bensgeschichte, die erste Robinsonade der M-' literatur, die ganz auf Erbauung gerichtet ist. .
C. iv
Paolo Veronese, der Maler des Lebenstriumphes.
Zu einer Ausstellung in Venedig.
Venedig hat in den letzten Jahren durch große Ausstellungen der Werke Tizians und Tintorettos zwei feiner größten Künstler gefeiert. Nun schließt der dritte des glänzenden Dreigestirns der Venezianer Malerei des Cinquecento den Ring: Paolo V er o n e \ e. Wieder hat man bas Gesamtjchaffen eines der gewaltigsten Meister der Farbe, ben Italiens Erde hervorgebrackt hat, in einer Auswahl von typischen Werken jeoes Lebensabschnittes darzustellen versucht. In fünfzehn Sälen des gotischen Palazzo Giustinian sind rund hundert Werke Veroneses zur Schau gestellt, die aus ben Galerien und Kirchen ^Venedigs, aus ben Sammlungen anberer Städte Italiens und aus dem Auslande zusammengetragen worben sind. Aus Deutschland haben durch besondere Genehmigung des F ü h r e r s das Wiener Kunsthistorische Museum, das Berliner Kupferstich- Kabinett, das Landesmuseum in Darmstadt, die Dresdener Staatsgalerie und die Salzburger Studienbibliothek zu der einzigartigen Schau ihre Bei- träae geliefert. Im Gegensatz zu den früheren Ausstellungen im Palazzo Pesaro hat man den eigenen künstlerischen Schmuck bes Palastes Giustinian zu Gunsten der Wirkung der ausgestellten Werke gänzlich geopfert; auf diese Weise wurden Räume geschaffen, in denen sich von graublauen, die Wände verkleidenden Samtvorhängen Veroneses Gemälde in chrer ganzen Unmittelbarkeit abheben.
Don dem Frühwerk der Pala Bevilacqua bes Jahres 1548, das die thronende Madonna mit dem Kinde barstellt und schon die Eigenart des Meisters deutlich erkennen läßt, bis zu dem prachtvollen Bilde des Hl. Pantalone, das Paolo kaum ein Jahr vor seinem Tode vollendete, umspannt die Schau — einem gewaltigen Bogen gleich — den ganzen Schaffensinhalt von Paolos Lebens
Wenig ist der Nachwelt über die Person Paolo C a I i a ri s , nach seiner Vaterstadt allgemein Veronese genannt, überliefert worden. Wir wissen, daß er 1528 geboren würbe; über seine Jugenb und seine Lehrjahre ist nichts Näheres bekannt. Jeben- falle war aber Verona, wo sich bie verschiebenen Kunstströmungen ber damaligen Zeit eng berührten, für das abgeschlossene Wesen des Künstlers und für feine Schulung ein besonders geeigneter Platz. Paolo nimmt von allen Seiten auf und prägt schon früh seine Eigenart.
In der 1551 entstandenen Pala Giustiniani, die sichtlich PaoloL Bewunderung für die Kunst Tizians
Grund ber gewaltigen Wirkungen von Paolos @e» rnälben. Naturgesetze ber Architektur sind es. bie ihnen jene Zwanglosigkeit ber Anordnung, die Natürlichkeit der Haltung geben, die man bei anderen Meistern der Farbe kaum mit ber gleichen Vollkommenheit mieberfinbet.
Die Venezianer Schau läßt auch jene Seite des Künstlers hervortreten, bie bisher etwas im Schatten geblieben war: Paolos Meisterschaft im Porträt. Das Bildnis des Grafen Da Porto, das Familienbild aus San Franzisko, bas Florentiner Porträt bes Edelmannes beweisen, daß Veronese auch in ber Erfassung bes menschlichen Persönlichkeitsausdrucks mit den anderen großen Porträtisten feines Jahrhunderts auf einer Ebene steht.
Wenn auch bie späteren Lebensjahre bes Meisters keine neuen Elemente mehr bringen, so zeigt sich bei Paolo bis an das Ende seines Schaffens nicht eine Spur von Ermattung ober* Niedergang. Verschiedene seiner Charakterzüge werden vertieft, in seinen Grundsätzen bleibt er unwandelbar. Das Freie und Unbefangene, das absichtslos Lebensfrohe beherrscht nach wie vor sein Schafien. Die Farben werden satter, die Tönungen kräftiger, mehr von abendlicher Stimmung erfüllt. In ben Deckengemälden des Kollegiumssaales aus dem Dogenpalast, die in den Jahren 1575 bis 1577 entstehen, tritt dieses Spiel Paolos mit dem Lichte noch stärker als früher hervor. Sei es das hellenistische Züge tragende Bild vom Raub ber Europa, das lyrisch empfindungsvolle Wiener Gemälde „Hagar und Ismael", oder bie zahlreichen Darstellungen kirchlicher Art, immer steht man bewundernd vor ber unendlichen, nie'sich wiederholenden Fülle der Einfälle und Vielseitigkeit. Die letzten Jahre sind von rastloser Tätigkeit aus- gesüllt, von einem Schaffensdrang ohnegleichen. Die Bilder des Hl. Nikolaus und des Hl. Franziskus aus ber Venezianer Akademie gehören zum Ein- brucksvollften ber venezianischen Malerei, oas kleine Gemälde „Mars und Venus" ist ein Meisterwerk bes malerischen Effekts und ber Motivbehanblung.
Was Veronese für bie Malerei ber späteren Jahrhunderte bedeutete, offenbart die Ausstellung im Palazzo Giustinian in überraschender Weise; seine Kunst war bie unerschöpfliche Kraftquelle, bie noch den großen Meistern bes 17. unb 18. Jahrhunberts bis Rubens und Tiepolo, selbst bis Watteau, Delacroix, Manet und Cezanne ihre Einflüsse aufgeprägt hat. 1588 setzte das Schick- fal dem Schaffen Paolo Veroneses das Ende. Was an ihm sterblich war, ruht in ber Kirche San Sebastiano inmitten ber von ihm geschaffenen unvergänglichen Werke, bie mit ber unnachahmlichen Sprache ihrer Farben ber Nachwelt seine Größen künbcn.
Otto Midler, Mailand,
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