Mörder hatte also ausreichend Zeit gehabt, wenn er das Dorf um sieben Uhr verlassen hatte.
Der Onkel war nicht zu finden. Der Inspektor gab seinem Kollegen Steed den Auftrag, sich auf die Suche nach dem Verschwundenen zu machen. Dann legte sich der Inspektor mit dem Gefühl schlafen, daß der Fall erledigt sei.
Francis Steed machte sich indessen an die Auffindung des mutmaßlichen Mörders. Er fand ihn in der Scheune versteckt, wo er angeblich gerade Ordnung machen wollte.
»Kennen Sie dieses Papier?" fragte er und hielt dem anderen das Korpus delikti unter die Nase.
Der Bauer sah das Papier an. „Ja", meinte er bedächtig, „mein Frühstück war heute in so ein Blatt eingewickelt."
„So..." sagte Steed, „und wo waren Sie heute?"
„Im Wald hinter der Iägerhütte..." antwortete der Bauer, verwundert über das Verhör.
„Wie kamen Sie in diese Gegend?" fragte der andere weiter und blickte scharf auf.
„Ich habe doch den Inspektor hingeführt", war die Antwort, „und weil er so lange herumgesucht hat, habe ich inzwischen mein Früstück gegessen und das Papier ins Gebüsch geworfen."
Hafenarbeiter als Laienkünstler.
Es mag unglaubhaft erscheinen, daß zierliche feine Handarbeiten auch einmal von Männern mit wahrhaft schwieligen Fäusten geschaffen werden können, aber die Hamburger Hafenarbeiter — sie verfügen über ordentliche Fäuste! — haben den Beweis dafür geliefert. Kürzlich kam die Gesamthafenbetriebs-Gesellschaft, der die Verteilung der jeweils im Hafen benötigten Arbeiter obliegt, auf den Gedanken, die Freizeitarbeiten ihrer Gefolgschaftsmitglieder auf dem „Hein Godenwind", dem Segelschiff mit der bekannten Jugendherberge, auszuftellen. Die Schau fand so viel Anerkennung, daß man sich entschlossen hat, sie öfter und in größerem Rahmen zu wiederholen, zumal durch diese erste Veranstaltung auch ,nehr Arbeitskameraden Mut gefaßt haben, mit ihren heimlichen Liebhabereien ans Tageslicht zu kommen.
In der Ausstellung war z. B. ein getreu nachgebildeter Schlepper zu sehen, wie er werktags zielsicher, stark und dennoch behende seinen Weg durch die belebten Wasserstraßen findet. Ein Arbeiter hat lediglich nach Abbildungen in Büchern zwei Koggen aus dem 17. Jahrhundert gebaut. Diele Zeichnungen und Oelgemälde hatten immer wieder das Schiff, am liebsten das Segelschiff oder die Arbeit im Hafen zum Vorwurf. Einer hat einen ganzen
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)
Ir. 141 Zweites Blatt
Gießen
die Liebigfiadt
Neue Werbemaßnahmen des Städtischen Verkehrsamts
Rechtspflege für die Volksgemeinschaft
winschen, als eine tadellose Unterkunft, einen
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schatt
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Vor einigen Tagen fand in Lauterbach die Amtseinführung des neuernannten dienstaufsichtführenden Richters des Amtsgerichts Lauterbach, Amtsaerichts- rat Ziegler, in feierlicher Form statt. (Wir berichteten bereits kurz darüber!) Aus Anlaß dieser Amtseinführung hielten, wie uns der Pressedezernent beim Landgericht Gießen berichtet, Landgerichtspräsident T h ü r e und Oberlandesgerichtspräsident Dr. <5criba Ansprachen, in denen u. a. in grundsätzlichen Ausführungen die Bedeutung der Rechtspflege für die Volksgemeinschaft umrissen wurde.
Landgerichtspräsident T h ü r e sprach zunächst über die Stellung des Richters und seine verantwortungsvolle Aufgabe 'n der jetzigen Zeit, wobei er vor allem die Aufgaben des Richters an den kleineren Amtsgerichten vorzeichnete, der den Kampf um die Erneuerung des Rechts im vordersten Schützengraben zu führen hätte. Das Recht, so führte der Redner weiter aus, sei nicht Selbstzweck, sondern habe den Sinn,' die Lebensordnung der Volksgemeinschaft sicherzustellen. Die Aufgabe des Richters fei es, dem Volke zu dienen und zu helfen. Der Richter dürfe hierbei nicht Diener der Paragraphen sein, sondern müsse sich als Diener des Rechts erweisen. Solange die Erneuerung der nationalsozialistischen Gesetzgebung noch nicht zum Abschluß gekommen sei, sei es Aufgabe des Richters, die alten Gesetze mit nationalsozialistischem Geiste zu erfüllen. Das Rechtsbewußtsein des Richters müsse stets im Einklang stehen mit dem Rechtsbewußtsein des Volkes, sonst
Hitler-Jugend Bann 116.
Marine-Gefolgschaft 1/116.
Am heutigen Dienstag, 20. Juni, 20 Uhr, Gefolgschaftsappell am Heim, Roonstraße 28. Am Mittwoch Sonnwendfeier; Antreten nach besonderem Befehl. Der übrige Dienst in dieser Woche fällt aus.
„Ein Code?" fragte der eine Gendarm, der mitgelesen hatte und 'seine kriminalistische Erfahrung zeigen wollte. Leems lachte. „Keine Spur. Sehen Sie nicht, daß dieses Blatt die Seite eines Schulheftes ist? Wir brauchen nur den Ortslehrer zu fragen, ob er die Schrift erkennt, woran ich nicht zweifle, und wir haben eine herrliche Fährte."
Sie weckten den Bauern auf, der ihnen den Weg gezeigt hatte und den die ganze Untersuchung nicht interessierte, und ließen sich ins Dorf zurücksühren.
Der Lehrer erkannte die Schrift auf dem Blatt Papier sofort.
„Das ist der Aufsatz von Henry Blombery über den Frühling. Eine sehr mangelhafte Arbeit."
Der Inspektor ließ sich den kleinen Henry vorführen. Es war ein achtjähriger Junge, der sich vor den fremden Männern fürchtete und dem Weinen nahe war., Leems gewann sein Vertrauen durch ein Stück Schokolade und einige 'freundliche Worte. Schließlich zeigte er ihm das Blatt und fragte ihn, ob er den Aufsatz- geschrieben habe.
Der Kleine begann zu weinen. „Ich habe eine Vier bekommen und das Blatt herausgerissen, damit es der Vater nicht sieht."
Inspektor Leems sah seine schöne Fährte schon in Nichts zerrinnen. Er fühlte sich von dem anstrengenden Marsch müde zum Umfallen. Trotzdem zwang er sich, die Untersuchung fortzusetzen.
„Wem hast du denn das Blatt gegeben?" fragte er den Knaben.
„Gwendy Loopers", antwortete Henry.
Leems schöpfte neue Hoffnung. Gwendy war die Tochter eines Bauern der Umgebung, wie er erfuhr, und eine Spielgefährtin des kleinen Henry. Die Loopers standen neben anderen Bauern im Verdacht des Wilddiebstahls. Die Fährte nahm also wieder greifbare Formen an.
Gwendy war ein aufgewecktes Mädchen von neun Jahren. Sie erkannte das Blatt Papier sofort.
„Ja, das ist der Aufsatz vom Henry. Er hat ihn ganz schlecht gemacht, ich sage ihm immer..."
„Es handelt sich nicht um den Aufsatz", unterbrach sie der Inspektor, „sondern darum, ob du dich erinnerst, was du mit dem Blatt gemacht hast..
Das Kind nickte. „Freilich weiß ich das. Ich hatte heute kein anderes Papier, um meinem Onkel das Frühstücksbrot einzupacken. Deshalb nahm ich dieses Blatt."
„Um wieviel Uhr war das?" fragte Leems.
„Um 7 Uhr morgens."
Der Inspektor sah sich seinem Ziel nun einen großen Schritt näher. Der Mord war, wie der Arzt festgestellt hatte, um acht geschehen. Der
kundigen Erklärungen mit großem Interesse verfolgten. Den Besuchern, die aus dem Bereich der Landwirtschaft nach Gießen kommen, soll in Verbindung mit dem Museumsbesuch auch eine Gelegenheit gegeben werden, die landwirtschaftlichen Institute unserer Universität, wie auch die beiden Versuchsgüter an der Hardt kennenzulernen.
Im Rahmen dieser Werbeaktion will das Städtische Verkehrsamt gleichzeitig Programme ausarbeiten, die für den Fremden, der Gießen besuchen will, Anregungen geben, wie der Aufenthalt in Gießen und Umgebung am wertvollsten und am schönsten zu verbringen ist. Diese Pläne werden für Wochenendaufenthalte, wie auch für Aufenthalte über mehrere Tage vorbereitet. Außerdem ist man bemüht, in bereits bestehende Reiseprogramme einen Besuch der Stadt Gießen einzugliedern. Dabei ist besonders daran gedacht, die Tagungsteilnehmer der „Achema" (die auch in diesem Jahre wieder in Frankfurt a. M. stattfinden wird) zu einem Besuch der Stätten des Wirkens Justus von Liebigs zu veranlassen.
Für die Führung durch das Liebig- Museum sollen geeignete Führer aus der chemischen Fachschaft unserer Universität gewonnen werden. Neben dieser unmittelbaren Form der Werbung für die Stadt Gießen als Liebigstadt soll auch in großzügiger Weise in Fachzeitschriften auf Gießen aufmerksam gemacht und damit der große Kreis all derer erfaßt werden, die in irgend welcher Form mit der wissenschaftlichen Arbeit Justus von Liebigs verbunden find. Außerdem ist vorgesehen, im Herbst im Rahmen einer „Justus-von-Liebig-Woche" das Andenken des bedeutenden Mannes besonders nachdrücklich wachzurufen.
Mädel dieser Gruppen treten ab Dienstag, 20. Juni, jeden Dienstag um 20.15 Uhr am Univer- fitätsfportplatz an.
Betr.: Gruppenappell. Am Dienstag, 27. Juni, treten alle Mädel der Gruppe um 20.15 Uhr am Unioerfitätsfportplatz an. Die Beurlaubungen haben keine Gültigkeit.
könne das Volk das Recht nicht verstehen. Landgerichtspräsident T h ü r c umriß sodann die Pflichten und die Verantwortlichkeit des Richters als Behördenleiter, wobei Offenheit, Vertrauen und kameradschaftlicher Geist die notwendige Grundlage einer ersprießlichen Zusammenarbeit zwischen diesem und seiner Gefolgschaft sein müßten. Nach außen hin gelte es, zu den Dienststellen der Partei und ihrer Gliederungen und zu anderen Behörden stets gute Beziehungen zu pflegen und zu fördern.
Oberlandesgerichtspräfident Dr. Scriba sprach über die Bedeutung der Rechtspflege für die Volksgemeinschaft. Während früher, so führte er hierzu aus, der einzelne Mensch im Mittelpunkt alles Geschehens stand und auch das Recht nur ein Inbegriff von Vorschriften war, die das Interesse des einzelnen begrenzten und bestimmten, wissen wir heute, daß das A und O jedes Handelns die Volksgemeinschaft aller deutschen Menschen ist. Auch das Recht, das im Volke lebe und das unser Volk bestimme, beruhe auf diesem Grundgedanken; kein Recht dürfe es mehr geben, das der Volksgemeinschaft schade oder das sich gegen diese Volksgemeinschaft richte.
Der Oberlandesgerichtspräsident 'kam sodann auf die rechtschöpferische Tätigkeit des Richters zu sprechen. Der Kern eines Richterspruches, so stellte er heraus, sei die lebendige Auslegung des Rechtes ; die besten Gesetze nützten nichts, wenn sie nicht richtig ausgelegt und angewendet würden.
Das Städtische Verkehrsamt ist gegenwärtig dabei, der Steigerung des Fremdenverkehrs in unserer Stadt durch eine Reihe besonderer Maßnahmen zu dienen. Es ist daran gedacht worden, Gießen als die Stadt, in der der bedeutende Chemiker Justus von Liebig lange Zeit wirkte, in breiterem Kreise bekannt z u machen. Zu diesem Zweck ist eine Werbeschrift herausgebracht worden, mit der in Bild und Wort ein Eindruck vom Gießener Liebig-Museum gegeben wird. Diese Schrift soll nun an zahlreiche Betriebe der chemischen Industrie versandt werden, um deren Gefolgschaften damit die Anregung zu geben, Gießen zu besuchen und damit eine Besichtigung des Liebig-Museums zu verbinden. Man hofft, daß gerade in Kreisen der chemischen Industrie besonderes Interesse dafür bestehen wird, denn erst durch den praktischen wissenschaftlichen Unterricht in der Chemie, wie ihn Justus von Liebig eingeführt hat, sind die wesentlichen Grundlagen geschaffen worden für den Aufschwung und die Vorherrschaft der deutschen chemischen Industrie. Gleichzeitig wird darauf hingewiesen werden, daß im Laboratorium Justus von Liebigs die ersten Vorstellungen erwuchsen, die von der Chemie hinüberreichten zur Physiologie und zur Landwirtschaft.
Da Justus von Liebig als der Begründer einer rationellen Bodenkultur gelten darf, wird nun vom Städtischen Verkehrsamt versucht, auch die Führer der Landwirtschaft, der Bezirks-, der Kreis- und der Ortsbauernschaften für diese einzigartige Stätte, die das Liebig-Museum darstellt, zu interessieren.
Daß dieser Gedanke nicht abwegig ist, bewies vor einiger Zeit der Besuch von rund 80 Bauernführern aus dem Waldecker Land, die das Museum mit großer Aufmerksamkeit besichtigten und die fach-
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Aus der Stadt Gießen.
Sommerbesuch.
tincs Tages liegt die Karte da. „Wenn Ihr fcoiüt einverstanden seid, werden wir Euch auf ur erer Reise auf ein paar Tage besuchen. Wir feen dann am nächsten Freitag ein. Alles Gute bi. dahin. Berta und Otto." Die Karte löst eine lechaste Unterhaltung aus. Der Hausherr kann sich ni'jt erinnern, jemals mit Berta oder Otto zu tun grabt zu haben. „Was sind das für Leute? Ich hcve ja gar keine Ahnung." — „Aber Schatz", beruhigt ihn feine bessere Hälfte, „ich habe dir doch f(t<n oft genug von Bertchen erzählt. Es ist doch rn.ne Kusine von Mutters Seite, die sich damals ncih Königsberg verheiratete. Ich finde es nett, daß fit uns mal besuchen wollen. Wie hübsch schlank Batchen immer war, ein zierliches, reizendes Per- söichen..."
Die Hausfrau verliert sich in Erinnerungen, wölitt iD der Hausherr Uebcrlegungen öärüber anstellt, U)i denn dpr Besuch unterzubringen sei. Ganz wol ist ihm dabei nicht, denn aus sein Bett ver- zibltet er nicht gerne. Aber natürlich müssen der- iOKl ge selbstsüchtige Gedanken zurückgestellt werden, tr ihm seine Frau kurz darauf klarmacht. „Du schüfst einfach auf dem Sofa. Das geht ganz gut, Un die paar Tage wirst du es schon aushalten. D Kleine nehme ich zu mir, dann haben wir zwei Buten frei. Denke daran, es ist doch lieber Besuch." »er liebe Besuch erscheint auch wirklich zur an- puebenen Zeit. Das „zierliche Persönchen" hat inwischen eine erstaunliche Verwandlung durch- genacht. Bertchen ist eine sehr rundliche Dame, beim Gemahl schätzungsweise 100 Kilo wiegt. Aber fort sind Berta und Otto ganz nett. Sie fühlen fid jedenfalls wie zu Hause, wie sie immer wieder ncsichern. Der Hausherr bezeugt nicht weniger Funde darüber wie seine Frau, aber abends m, ;t er sich stöhnend auf dem Sofa. Daß die paar Tine rasch vorübergehen, ist nur ein geringer und noü dazu trügerischer Trost, wie sich bald erweist, betti Berta und Otto sind so gerührt von der gast- lid'n Aufnahme, daß sie beschließen, noch etwas ifiiiger zu bleiben.
;»er Sommerbesuch bleibt also „etwas länger", !)o heißt, die Verlängerung beträgt eine volle Wrhe. Was kann der Sommerbesuch auch mehr
! Tiefdruck- ihr sich ent- nserem @e- nsälle und wenn auch )ie Tempe- 5 bisher, veränderlich ständig und , kühler als
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zackten Tisch und fröhliche Unterhaltung. Dafür ift-zweifellos bestens gesorgt, wenn die 'Hausfrau aiy manchmal einen bedenklichen Blick in die W-tschaftskafse wirft und der genügsame Ehemann inmer neue Untersuchungen über die beste Körper- Iar? auf dem Sofa anstellt. Schließlich kommt dann pbr doch der Tag der Abreise mit herzlichem Ab- ch^d und tief empfundenen gegenseitigen Ver- id -rungen. Es läßt sich nicht leugnen: die Familie atnet auf. Doch am Nachmittag bringt der Post- bo - eine neue Karte ins Haus: „Wenn Ihr damit i verstanden seid ..." Der Hausherr resigniert er- qeten. Soll er etwa nicht einverstanden fein?
I I. \V. Sch. ,
Dornotizen.
Tageskalender für Dienstag.
MF.: 20 Uhr Hotel Hindenburg Vortrag Professor ( Möbner, Leipzig: „Wirtschaft und Erziehung". — Ilaria-Palast (Seltersweg): „Anna Favetti'. — biütspielhaus (Bahnhofstraße): „Mädchen in Weiß". -MS.-Frauenschast Gießen-Nord: 15 Uhr von der Lcillerschule Abmarsch der Kindergruppe nach Wsseck.
BDM-Untergau 116 Gießen.
'.im Mittwoch, dem 21. Juni, um 21 Uhr, treten □U Gießener BDM.-Mädel- und BDM. - Werk - puppen in der Roonstraße zur Sonnwendfeier an.
VD7N.-rverk Gruppe la/116.
Oie Spur.
Von Percy Ielion.
Copyright 1939 by Interpreß.
Man wußte nicht recht, warum Inspektor Leems rr Glasgow in das kleine Dörfchen S. versetzt riften mar. Manche meinten, daß seine Fähigkeiten jr die Großstadt nicht ausgereicht hätten, andere ridoer, er wäre gerade wegen seiner Tüchtigkeit leHer gekommen, weil die Fälle von Wilddiebstahl letzter Zeit so überhand genommen hatten.
Soalb sollte Leems Gelegenheit bekommen, fein $•» nen zu beweisen. Eines Morgens — der Jn- f.t dor rasierte sich gerade — kam einer der Bauern in er höchsten Aufregung zu ihm gestürzt.
»Unser Flurhüter..." keuchte er atemlos, ich feit! ihn hinter der Iägerhütte gefunden... tot... dciio ff en... I" ......
I Liems warf feine Rasiersachen beiseite und kleidete iphirasch an.
„Wo, sagen Sie, liegt die Leiche?"
,ninter 'der Iägerhütte. Es ist ziemlich schwer jki'iinben", antwortete der Bauer, „ich werde Sie Haiuhren." r . ..
Der Inspektor verständigte den Dorfarzt, instru- W feinen Kollegen Francis Steed, die laufenden Schäfte für ihn zu erledigen, und machte sich dann rilibem Doktor und zwei Gendarmen auf den Weg. ! Scumußten durch unwegsames Gebiet und erreichten sfl chlich auf einem schmalen, steilen Pfad die kleine irttung, auf der die Leiche lag.
Cs war ein Mord geschehen, das erkannten alle ifcrt. Der Flurhüter lag auf dem Rücken, die Arme iti ausgestreckt, die Hände zu Fäusten geballt. Auf mir Brust neben der Einschußstelle, hatte sich em ui.eibrauner Fleck gebildet. Der Arzt hatte hier rrfcs mehr zu tun.
br Inspektor machte sich sofort an die Unter» sLllng Aus der Art, wie er den Körper umwandte uib das umliegende Erdreich durch die Lupe be- hebtete, erkannte man, daß er über eine gewisse Lifihrung verfügte. Er schien jedoch trotz eifrigster Pickühung nichts Entscheidendes entdecken zu kon- tin Plötzlich, nach mehr als einstundiger Unter- ff mg, fand er hinter einem Gebüsch ein zusam- r.ijgefnüUtes Blatt Papier.
glättete es sorgsam und las: ..
.ihn Frühling werden alle Wiesen grün und die Ehrlern stecken den Kopf aus dem Erdreich. Die Sinne lacht, und die Vögel fingen. Auch die Groß- c:na setzt sich Dors Haus."
Dienstag, 20. ZunN9Z9
gahnstein
Dr. Bruchhäuser 70 Jahre alt.
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Am morgigen Mittwoch, 21. Juni, kann Dr. med. Bruch Häuser (Ulrichstein) seinen 70. Geburtstag begehen. Dr. Bruchhäuser, der bisher und seit vielen Jahren den VHC. führte, ist weithin im Vogelsberg und über den Kreis des VHC. hinaus bekannt und geschätzt. Sein Leben und fein Wirken würdigten wir bereits bei früherer Gelegenheit. (Gießener Anzeiger vorn 30. April 1939.) Den hochverehrte^ Jubilar werden zu feinem 70. Geburtstage viele Glückwünsche aus weitem Umkreis erreichen. Auch wir beglückwünschen ihn auf das herzlichste! Seit Jahrzehnten ist er treuer Leser des Gießener Anzeigers. (Aufnahme: Halboth-Gießen.)
Morgen Mittwoch:
Sommersonnwendfeier der Partei.
Für den morgigen Mittwoch ist in großem Rahmen der Partei und aller Gliederungen die Feier der Sommersonnenwende vorgesehen, die nach Einbruch der Dunkelheit, etwa gegen 22 Uhr, auf dem Trieb stattsinden wird. An der Feier nehmen die vier Gießener Ortsgruppen der NSDAP, (einschließlich Klein-Linden) mit sämtlichen Gliederungen teil. Die Gestaltung und Durchführung der Feier haben in Gemeinsamkeit die SA.-Standarte 116 und der Bann 116 der Hitler-Jugend übernommen. Die Stürme der SA. treten um 21 Uhr am Wcrner- wall an und marschieren unter Vorantritt des Musikzuges und des Spielmannszuges sowie des Fahnenblocks über Mühlstraße, Löwengasse, Seltersweg, Neuenweg, Neuen Bäue und Kaiserallee zum Trieb.
Ein dreimaliger Sonnwendruf wird die Feier eröffnen. Dem Äufflammen des Holzstoßes wird ein Vorspruch vorausgehen und im Scheine des lodernden Feuers werden Feuersprüche vorgetragen. Bei der diesjährigen Sonnwendfeier soll insbesondere auch unseres Grenzlandes im Osten gedacht werden. Nach dem gemeinsam gelungenen Lied „Flamme empor" wird Kreisleiter Backhaus die Ansprache halten. An die gesamte Bevölkerung unserer Stadt ergeht Einladung, sich an der Feierstunde zu beteiligen.
NS.-Frauenschast Gießen-Nord.
Der Gemeinschaftsabend unserer Ortsgruppe findet heute, Dienstag, 20. Juni, um 20 Uhr, im „Burghof" statt.
Arbeitstag in vielen anschaulichen Zeichnungen filmartig und mit kräftigem Humor festgehalten: die Ver- teilungsstelle, die mannigfaltigen Ladearbeiten an Bord eines Frachtschiffes, das Ausruhen in der „Kaffeeklappe", das Passieren der Zollstation, der Lohnkasse und den gemütlichen Feierabend in der Wohnküche im Kreife der Familie. In einer Ecke entdeckte man anmutige Aquarelle von fernen Küsten, Erinnerungen eines nunmehrigen Schiffs- und Kessel- reinigers an die Seemannsjahre seiner Jugend. Einem Speicherarbeiter fiel es eines Tages ein, den alten Ziegel- und Fachwerkbau, in dem er seine Tage verbringt, daheim aus, kleinsten Bausteinen nachzubauen. Als dieses immerhin noch einfache Werk gelang, wagte er sich an ein größeres: ein Modell vorn „Alt-Hamburger Bürgerhaus", und in viertausend Arbeitsstunden ist ihm die Nachbildung des Hauses mit allen seinen Möbelstücken gelungen.
Man wird die Kunstfertigkeit und die Geduld, mit der alle diese Arbeiten ausgeführt sind, um so mehr bewundern, wenn man bedenkt, wie ganz anders die Tagesarbeit dieser heimlichen Künstler ist. Wer auch nur einmal bei einer Hafenrundfahrt das Hantieren zwischen schwimmenden und festen, großen und kleinen Kränen beobachtet hat, das Verstauen von Ballen, Kisten, Säcken, ganzen Baumstämmen in den viele Stockwerke tiefen Schiffsladeräumen, in den großen Schuppen am Kai, in wartende Eisenbahnen ober in andere Schiffe, wer die Schiffsreiniger außenbords in hängenden Oerüftcn arbeiten sah, der weiß, wie schwer dieses Tagewerk ist, das den abendlichen Feierstunden mit dem Zeichenstift oder dem Schnitzmesser oorangeht. L. A.
Hochschulnachrichten.
Geheimrat Professor Dr. Hermann Wiener, der ehemalige Ordinarius für Mathematik (Geometrie) an der Technischen Hochschule Darmstadt, ist im 83. Lebensjahre gestorben. Wiener habilitierte sich 1885 in 5)aUe, wo er bis zu feiner Berufung nach Darmstadt (1894) tätig war. Der Gelehrte hat sich besonders um die mathematische Grundlagenforderungen Verdienste erworben. Seine ideenreichen geometrischen Modelle sind an zahlreichen deutschen und außerdeutschen Hochschulen wichtige Beftandtelle mathematischer Sammlungen und Schulung.
Professor Dr. Ludwig Mohler, Ordinarius für Kirchengeschichte an der Universität M unchen, wurde an die Universität Freiburg i. Br. berufen.


