Ausgabe 
20.6.1939
 
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sche Flotten-Geschwader zu einer längeren Kreuz­fahrt nach Spanien, P o r t u g nlu n d Ma­ro k k o (Tanger) ausgelaufen. Das Geschwader ve- steht aus den 24 OOO-Tonnen-Schlachtsch^ffenCa­vour" undGiulio Cesare", Kreuzern derZara Klasse (10 000 Tonnen) und 20 Torpedobooten Im westlichen Mittelmeer wird das Geschwader Uebun- gen ausführen, die der Ausbildung dienen. Die Kreuzfahrt gehört zur normalen Tätigkeit der Kriegsmarine. An der zweiwöchigen Fahrt nehmen rund tausend Offiziere und 200 00 Matrosen teil Der Aufenthalt in den spanischen Häfen soll auch der Bekundung der Waffenbrüderschaft und der Solidarität zwischen beiden Ländern dienen.

Oer Norden eine neutrale Einheit! Rede Stannings auf einer skandinavischen Kulturtagung!

Angell, wagt es sogar, zu dem tiefsten Problem der englischen Politik grundsätzlich Stellung zu neh­men und zu fordern, daß England seine eigene alte Vorherrschaft dem allgemeinen Friedensgesetz unter­stelle.

Aber gerade der Name Norman Angells warnt eindringlich vor einer Ueberschätzung solcher Einzelstimmen. Io, das bloße Auftauchen dieses Namens mutet wie eine Peinlichkeit an. Derselbe Norman Angell gewann vor genau 29 Jah­ren durch ein Buch über die G r o ß e Illu­sion" einen gewaltigen Ruhm, der aber sehr ver­gänglich war. Dieses viel gelesene Büchlein war ein recht logischer Beweis, daß es nicht zum Weltkrieg kommen kann, weil es den Weltkrieg nicht geben darf. Wer sich auf diese sehr lebhafte und auch eindrucksvoll vorgetragene Beweisführung verließ, hatte auf Sand gebaut. Vier Jahre später hatte die erste Einkreisung Deütschlands durch Eng­land zum Ziele geführt, und Norman Angell selbst warf das Steuer herum und schrieb überDas Preußentum und seine Zerstörung".

Als der Schreiber dieser Zeilen ein Jahr vor Kriegsausbruch in London studierte, verwies er in einem Gespräch mit einem vielseitig interessierten jungen englischen Staatsanwalt auf die Kräfte, die in Deutschland selbst in allen Schichten der Bevöl­kerung einen Krieg zu vermeiden suchten. Die Antwort darauf war verblüffend kurz:But they are powerless (Aber sie sind ohne Macht). Mit anderen Worten, dieser Engländer ging gar nicht auf das Thema ein, sondern schob den ganzen Ein­wand durch die ihm ganz selbstverständlich erschei­nende, freilich absolut falsche Behauptung zur Seite, daß die Träger der politischen Macht in Deutschland den Krieg wollten und alle anderen nichts zu bestellen hätten.

Was damals ein Debattierkniff war, ist heute eine e n g l i sch e Wirklichkeit. Die Friedensstimmen, die aus dem Jnfelreich herüberschallen, sind macht­los, wenn sie nicht gar den viel schlimmeren Zweck verfolgen, das deutsche Volk einfach zu täuschen. Die Wahrheit ist: die englische Politik lebt aus der Hand in den Mund, wagt nicht, das eigene Volk zu einem Gesamtbewußtsein seiner inneren und äußeren Lage aufzurufen oder gar eine Lösung zu empfehlen, bei der auch England Opfer bringt, um den Frieden für lange Zeit zu sichern. Alle eng­lischen Nachkriegsregierungen haben von kleinen Auskunftsmitteln gelebt und immer nur nach d e m Gesetz des gering st en Wider- st a n d e 5 gehandelt. Daher die Flimmer- ober Schaukel- oberZick-Zack"- Politik, bie England in seine jetzige peinliche internationale Lage hinein- manövriert und zugleich das Selbstvertrauen des eigenen Volkes erschüttert hat. Diese Erschütterung des eigenen Selbstvertrauens führt zu dem Eiertanz bald beschwörender, bald heftiger, halb salbungs­voller Reden, die niemanden befriedigen, weil jeder­mann die innere Unsicherheit herausspürt.

Dr Ho.

Rudolf Heß zum Tag des deutschen Volkstums. Berlin, 19. Juni. (DNB.) Zur Sammlung am Tag des deutschen Volkstums am nächsten Samstag und Sonntag wird der Stellvertreter des Führers Rudolf Heß als Schirmherr dieses Tages sich i n einem Aufruf über den großdeutschen R u n d f u nk all die deutschen Volksgenossen wenden. Auf der Kundgebung in Eger werden Gau­leiter und Reichsstatthalter Konrad Henlein und Generalmajor a. D. Professor Dr. Karl Haus­hofer sprechen, nicht aber der Stellvertreter des Führers, wie anfänglich irrtümlich gemeldet wurde. Führeraustausch zwischen GB.und Miliz

Berlin, 19. Juni. (DNB.) Die Kameradschaft zwischen Miliz und SA. wird weiter gefördert durch einen Führer-Austausch, in dessen Rahmen sich heute fünf SA.-Führer mit dem Führer der SA. - Gruppe Niederrhein, SA. - Obergruppenführer K n i ck m a n n . zum Studium der Faschistischer; Miliz nach Italien begeben. Zum Gegenbesuch trifft der Unterstabschef der Faschistischen Miliz, General­leutnant Gauttieri, mit einigen Milizosst- zieren in Berlin ein, um hier an den Ausscheidungs­wettkämpfen verschiedener SA.-^Gruppen teilzmieh- men. Zu den Reichswettkämpfen der SA. in Berlin werden außerdem noch als Teilnehmer und Besucher eine Anzahl von Offizieren und Mann­schaften der Miliz erwartet.

Italienische Jagdstaffel in Berlin-Döberitz.

Berlin, 19. Juni. (DNB.) Die italienische Jagd­staffel, die sich auf Einladung Generalfeldmarschall Görings zu einem Besuch in Deutschland aufhält, ist, von sNerseburg kommend, in Berlin-Döberitz eingetroff^n. Gegen Mittag begaben sich die Be­satzungen unter Führung von Colonelli Reglieri zur Meldung beim Staatssekretär der Luftfahrt und Generalinspekteur der Luftwaffe, Generaloberst Milch, der den Gästen ein Frühstück im Haus der Flieger gab. Generaloberst Milch erklärte dabei, daß die deutschen Flieger die Kameraden als Freunde und Waffengenossen betrachteten, wie sie Seite an Seite in Spanien gekämpft hätten. Der italienische Luftattache, General der Flieger Senator Liotta, dankte für die freundlichen Begrüßungsworte. Die Zusammenarbeit in Spanien, die Deutschland und Italien so eng zusammengeführt habe, sei für die Ideale beider Völker insofern überholt, als der heutige Geist der Zusammengehörigkeit die bisheri­gen Öbeale noch überstrahle.

Wachsende Schwierigkeiten für England in Ostasien

Berlin, 19. Juni. (DRV.) In der englischen presse tauchen seit einigen Tagen in verstärktem Maße bösartige hetz Meldungen auf, die sich mit angeblichen deutschen T r uppen- bewegungen in der Slowakei und im Protektorat Böhmen und Mähren be­schäftigen. Auch am heutigen Montag wird diese üble Vrunnenvergistung, die offenbar auf Grund eines wohlüberlegten planes und im Rahmen der allgemeinen Einkreisungsaktion durchgeführt wird, fortgesetzt. So wird von zahlreichen Tanks, Panzer­wagen und Transportsahrzeugen phantasiert, bie durch Prag nach Osten marschierten, und bei Mährisch-Ostrau wollen findige angelsächsische Reporter sogar nicht weniger als zehn Divisionen aufgespürt haben. .

Bon zuständiger deutscher Sette wer­den diese völlig unbegründeten Kombinationen, deren Ziel nur die weitere Verschärfung der vorhandenen Spannung sein kann, auf das schärf sie zu­rückgewiesen. Daß es sich dabei eindeutig um eine neue gewissenlose Rlache der eng­lischen Einkreisungspolitik handelt, geht schon dar­aus hervor, daß die Lügensabrikanten gleichzeitig das hirnverbrannte Märchen kolportieren, baß Deutschland und Ungarn angeblich die Teilung der Slowakei die bekanntlich unter dem Schuhe des Deutschen Reiches sieht vereinbart hätten.

Nicht der Schatten eines Soldaten zu sehen."

P a r i s , 19. Juni. (DNB.) Entgegen verschiedenen von der Auslandspresse aufgestellten Behauptungen über militärisch en Maßnahme ninDan-

London, 20. Juni. (DNB. Funkspruch.) Die Blätter berichten heute früh über eine Verschärfung de/ Lage in Tientsin. Ziemlich übereinstimmend nimmt die Londoner Presse im Zusammenhang mit neuen Instruktionen für den Botschafter in Tokio an, daß England zunächst einmal um Klarstellung ersuchen werde, worum es in dem englisch-japani­schen Streit gehe, ob cs sich nur um den lokalen Fall der vier Chinesen in Tientsin handele, oder ob Japan entschlossen sei, die weitergehende Frage der ausländischen Niederlassungen und der ausländi- chen Mächte in China überhaupt anzugreifen. ,News Chronicle" meint, es sei kein Geheimnis, daß sich die britische Regierung in einer s ch w i e- rigenLage befindet. Es gebe kaum Vergeltungs­maßnahmen, wodurch Tientsin wirklich geschützt würde, da Kriegsschiffe Tientsin wegen des seichten Wassers des Peiho nicht anlaufen könnten, und weder die Vereinigten Staaten noch Frankreich große Interessen in Tientsin zu verteidigen hätten. Trotzdem sollte man aber nicht den Fehler machen und aus dem Zögern auf die Bereitschaft schließen lassen, vor den Japanern zu kapitulieren.Daily Mail" schreibt, dem Kabinettsausjchuß fei nur ein vorläufiger Bericht über Gegenmaßnahmen vorge­legt worden, denn Schatz- und Handelsamt hätten bie Prüfung ber möglichen finanziellen M a ß- nahmen nicht beschlossen. In jedem Fall würde die englische Regierung eine Regelung des Zwi­schenfalles auf dem Verhandlungswege vorziehen.

Die Presse berichtet weiter mit wachsender Un= ruhe über eine neu aufkommende antieng­lische Stimmung in Kn längs u und S ch a n g h a i und meldet im übrigen, daß die chinesischen Blätter in H a n f a u die Besetzung der dortigen französischen Niederlassung durch japanische Truppen fordern. Wie die japa­nische Regierung den am Montag dem japanischen Botschafter übermittelten Wim sch nach Lokalisierung des Streitfälle.' von Tientsin aufnehmen wird, wagt man noch nicht vorauszusagen. Man scheint jeden-

Yalowa begeben. Don englischer Seite wirb er­wünscht, daß Aegypten dem o o r d er a st a ti­schen Pakt von Saadabad zwischen der Türkei, dem Iran, Afghanistan und dem Irak beitritt. Mit Hilfe der Türkei und Aegyptens soll der eng­lische Einfluß in diesem Paktfystem verstärkt wer­den, um aui im Dorberen Orient bie E in - kreisung besonders Italiens abzurunden. Das I. italienische Zlottengeschwader in das westliche Mittr'meer ausgelaufen.

Neapel, 19.Juni. (Europapreß.) Unter dem Befehl des Admirals R i c c a r d i ist das I. Jtalieni-

zi g stellt der Danziger Berichterstatter desPans Midi" fest, daß auch nicht der Schatten eines Soldaten oder die geringste Spur von Kriegsmaterial zu erblicken sei. Das Blatt erklärt, daß bei der gespannten Atmosphäre um Danzig selbst ein unbedeutender Zwischenfall eine gefährliche Krisis auslösen könnte.

Frei erfunden.

Slowakisches Prctzbüro dementiert Presse­berichte über deutsche Truppenbewegungen

Preßburg , 19. Juni. (DNB.) Unter dem Titel 20000 Deutsche in Sillein" schreibt das halbamt­liche Slowakische Preßbüro:

Die Agentur Associated Preß hat heute eine Mel­dung herausgegeben, derzufolge 2 0 0 0 0 deutsche Soldaten slowakisches Gebiet, und zwar Sil­lein in ber Richtung gegen bie polnische Grenze passiert haben sollen. Diese Nachricht ist ebenso wie viele andere Meldungen, bie in ben letzten Tagen von den verschiedensten Blättern verbreitet wurden und die in dem Sinne ausklingen, als ob eine A u f- teilung der Slowakei vorbereitet und die Slowakei eigentlich von deutschen Truppen besetzt würde und als ob ein deutschesHauptquar- tier in Preßburg einguartiert worden wäre, vollkommen frei erfunden. Wie uns aus Sillein gemeldet wird, sind in Sillein weder deutsche Truppen eingetroffen, noch haben solche die Stadt zu Fuß, mit ber Bahn ober mit Motorfahrzeugen passiert. Die Tendenz der­artiger Nachrichten sowie ihre Böswilligkeit wird jedem, der die Verhältnisse in der Slowakei kennt, aus eigener Erfahrung offenbar. Diese Nachrichten werden nur darum erfunden und konstruiert, um bie zwischen ben Völkern bestehende Spannung zu steigern.

Kopenhagen, 19. Juni (Europapreß). Ge­legentlich einer nordischen Kulturtagung auf der ölten Festuna Frederiksted bei Helden an der nor­wegisch-schwedischen Grenze sprachen die Minister­präsidenten Dänemarks, Schwedens und Norwegens vor 15 000 Teilnehmern aus allen nordischen Ländern. Der dänische Ministerpräsident S t a u n t n g sagte, daß viel über eine nordische Einheit geredet worden sei, daß man aber bei diesen Erwägungen nicht genügend mit den W i r k -1 lichkeiten des Lebens rechne. Die nordischen | Länder seien frei und selbständig trotz der Gleichheit von Sprache und Kultur. Namentlich die geographische Lage und die verschiedenartigen Wirt- schaftsinteressen hätten eine einheitliche Handlungs­weise in gewissen Lagen unmöglich gemacht.

Stauning kam dann auf den dänischen Nicht­angriffspakt mit Deutschland zu spre­chen und erklärte dazu:Wenn die anderen nor­dischen Länder keinen Anlaß gefunden haben, der gleichen Linie zu folgen wie Dänemark, so liegt das an der Verschiedenheit der Lage und der Ver­bindungen. Don dänischer Seite hat man sich selbst­verständlich nicht in die Erwägungen und Entschei­dungen der anderen nordischen Länder eingemischt, doch war man dankbar für deren Verständnis für den abweichenden dänischen Standpunkt."

Trotzdem kein politisches Bündnis zwischen den nordischen Staaten möglich sei, fuhr Stauning fort, schließe dies doch nicht bie Zusammenarbeit aus. Eine wirtschaftliche Einheit des Nordens fei zwar ein schöner, aber praktisch doch nicht durchführbarer Gedanke. Der Norden sei auch keine militärische Einheit, aber er sei eine neutrale Einheit, die nicht nur untereinander, sondern auch anderen Staaten gegenüber auf die Anwendung von Waffen verzichtet habe, wenn ihre neutrale Stellung nicht gefährdet werde. Der schwedische und der nor­wegische Ministerpräsident schlossen sich in ihren Reden den Gedankengängen Staunings an.

Griechenlands Neutralität.

Athen, 19. Juni. (DNB.) In den Besprechun­

falls noch immer auf einen Vermittlungsschritt des amerikanischen Admirals $ a r n e I I zu hoffen. Darnell war am Montagabend in Tientsin ein­getroffen und wird voraussichtlich etwa acht Tage dort bleiben. Er ist der Oberbefehlshaber der USA.=' Flotte in ben fernöstlichen Gewässern.

Keine dritten Staaten berührt.

Schanghai, 20. Juni. (DNB. Funkspruch.) Die japanische Presse weist energisch englische Greuel- märchen über Tientsin zurück. Sie stellt dabei aus­drücklich fest, daß die Absperrung der englischen Niederlassung in Tientsin nicht den Zweck habe, sie durch Aushungern zur Uebergabe zu zwingen, sondern sie als Herd politischer und wirt­schaftlicher Intrigen Englands gegen die tatsächlichen Machthaber in Nordchina mattzu­setzen. Diese Einstellung gelte grundsätzlich auch für alle anderen englischen Niederlassungen im von Japan besetzten chinesischen Gebiet. Es sei also lediglich Englands Schuld, wenn es in Miß­achtung feiner Pflicht als Neutraler im japanisch- chinesischen Konflikt eines Tages auch die Angehöri^ gen anderer Mächte in Schanghai in die glei­chen Unannehmlichkeiten bringe wie in Tientsin. England müsse endlich erkennen, daß es nicht der Diktator der Welt sei.

Die Bemühungen der englischen Diplomatie, dritte Staaten in den Streit durch die Be­hauptung einzubeziehen, durch die japanische Blok- kade würden auch die Interessen anderer Staaten verletzt, werden von den japanischen Behörden in Tientsin energisch zurückgewiesen; sie erklären, ihre Maßnahmen richteten sich ausschließlich gegen die englische Niederlassung, deren Verwaltung wie ein«Agent von Tschiangkai- schek handele". Die bei der Blockade eingesetzten Truppen hätten den ausdrücklichen Befehl erhalten, alle Nicht-Engländer und Chinesen höflich zu be­handeln, um darzutun, daß die Blockade nur gegen die Engländer gerichtet sei.

Niedergang ber weißen Rasse im Fernen Osten hm» weisen zu müssen, dann vergißt man dabei anichei- nend ganz, daß es gerade Frankreich war, das im Weltkriege farbige Truppen, u. m auch aus Ostasien, nach Europa warf und dadurch einen Zusammenprall mit der weißen Raße herbei- ührte, der dem Ansehen des Europäertums lilles andere als dienlich roar. Den Höhepunkt erreichte dieses schamlose Vorgehen Frankreichs gegen öie eigene Rasse in der brutalen Un t e r b r u a u n g- ber deutschen Bevölkerung i m Rhein­land und an der Ruhr durch farbige Regimenter, nachdem sich die Welt schon seit Jahren der Segnungen eines sogenanntenFrie­dens" erfreute. Wenn man heute wieder das Schreckgespenst von dergelben Gefahr" an die Wand zu malen glaubt, bann möge sich Frankreich gefälligst daran erinnern, daß es dieSolidarität der Westmächte" war, die 1914 Japan in den Krieg gegen Deutschland trieb. Daß man weiter ausgerech- net Deutschland, das nach dem Kriege im blinden Vertrauen auf eine allgemeine Weltabrüstung eine Abrüstung durchführte, die aus der Welt ihresgleichen nicht hatte, den Vorwurf des Wettrüstens macht, zeigt so recht den Gipfel­punkt demokratischer Verlogenheit. Deutschland hat mehr als einmal klare und präzise Vorschläge für eine Rüstungsbegvenzung gemacht und erst dann, als alle Vorschläge in den Wind geschlagen wurden, in selbstverständlichem Interesse der eigenen, durch die hochgerüsteten Vertreter der Demokratien be­drohten Sicherheit, mit der Aufrüstung begonnen.

Wenn man weiter von Methoden der Autarkie spricht, die uns ja von ben Demokratien selbst auf« gezwungen wurden, und bann glaubt, sich aus« gerechnet mit dem deutschen Lebensstandard beschäf­tigen zu müssen, bann können wir diesen demokra­tischen Besserwissern nur empfehlen, vor der eigenen Tür zu kehren. Deutschland, das nicht einen ein­zigen Volksgenossen innerhalb seiner Grenon hat, der zu darben braucht, muß es entschieden ablehnen, gute Ratschläge von jenen Staaten anzunehmen, deren Millionenarmee der Arbeitslosen die eigene Unfähigkeit deutlich genug unter Beweis stellt.

Mit einer nicht mehr ,?u überbietenden Schein- Heiligkeit bedauert dann derTemps", daß Deutsch­land sich kolonial zu wenig betätige und lieber an derHebung latenter Schätze' ar­beiten solle. Diese Aufforderung kommt aus einem Lager, das durch ben Raub unserer Kolonien, die Beschlagnahme unseres gesamten Auslanbskapitals und der gesamten Handelsflotte nicht verlangen kann, daß wir von ber Ehrlichkeit dieser Meinung überzeugt sind, zumal bisher von den westlichen Demokratien noch nicht das geringste unternommen worden, ist, um uns ein koloniales Betätigungsfeld zu verschaffen.

Gewissenloser Menseldzug der englischen presse

Phantasien über angebliche deutsche Truppenbewegungen in der Slowake» und im Protektorat.

gen zwischen dem griechischen Ministerpräsidenten Metaxas und dem rumänischen Außenminister Gase neu haben bie griechischen Kreise ihre Be­sorgnisse über bie Entwicklung ber Balkanentente nicht verborgen, da sich die Türkei, ohne bie Mitglieder ber Balkanentente zu unterrichten, mili­tärisch und politisch an England band und dadurch die Balkanentente ihren ursprünglichen Charakter verlor. Hinsichtlich Jugoslawiens Haltung zu ben Achsenmächten scheint man in Athen ber Auffassung zu sein, daß es einem Lande möglich sei, seine freündschaftlichen Beziehungen wirtschaft­licher und politischer Art mit großen und kleinen Nachbarn auszubaucn, ohne deswegen alte Ver­pflichtungen zu vergessen. Jugoslawien habe dies dadurch bewiesen, daß es im Gegensatz zur Türkei keinerlei Bündnis schloß. Die Bespre­chungen Gafencus und Metaxas haben Bulga­rien gegenüber zu einer gemeinsamen Haltung geführt, nach denen Rumänien und Griechenland zu territorialen Zugeständnissen nicht bereit seien. Metaxas werde, so betont man in Athen, unbekümmert um die Haltung der Türkei seine Politik st r i 11 e r Neutralität sortsetzen.

Aegyptische Hilfe

bei der Einkreisung Ztaliens.

Istanbul, 19. Juni. (DNB.) Der ägyptische Außenminister Pahya Pascha hat sich zur Som- mcrresidenz des türkischen Staatspräsidenten nach

DieGelbe Gefahr" das neue Schreckgespenst desTemps"

Paris, 20. Juni (DNB.) DerT emp s" be­schäftigt sich im Zusammenhang mit der Lage in Tientsin mit den eventuellen Rückwirkungen der fernöstlichen Ereignisse auf Europa unb meint, es sei klar, daß dieses Zwischenspiel nur benT rei­be r e i e n Deutschlands u n b Italiens" in Europa bienen könne. Dank einer tech­nischen Ueberlegenheit sei es dem kleinen Europa gelungen, das Riesenreich China zu kolonisieren, eine Position, die bei einer vollkommenenSoli­darität" hätte gehalten werden können. Nach dem Weltkrieg sei durch die Verträge, die die Wei­ßen in China in zwei Sorten trennten, in die Privilegierten" und dieNichtpriviligierten" und schließlich durch bie boljchewistsche Revolution, bie den russischen Flüchtlingsstrom zu erniedrigenden Arbeiten im Fernen Osten zwang, das Prestige der Weißen in China unwiderruflich verloren gegangen, und Europa habe sein Gesicht verloren. Das offiziöse Blatt hält es-für richtig, anschließend mit ebenso dummdreisten wie absurden Bemerkungen heftigste An­griffe gegen den Nationalsozialis­

mus und ben Faschismus zu führen, die beide alles täten, um eine Katastrophe herbei­zuführen. Das Ergebnis der von Deutschland be­gonnenen Methoden der Autarkie und des Wett­rüstens, so entblöbet sich das Blatt nicht mit frecher Stirn zu behaupten, sei offensichtlich eine Ver­armung ganz Europas und ein Rückgang des Le­bensstandards im allgemeinen. Wenn Deutschland ein Zehntel seiner Reichtümer, bie es für dieVer­wirrung in Europa angewandt habe", stattdessen friedlich für eine Hebung latenter Schätze eingesetzt hätte, so würden dieDeutschen" sicherlichbesser essen und sich besser kleiden können", und ganz Europa würde nicht von einer Abdankung bedroht sein. Die Treibereien des Dritten Reiches aber seien geeignet, diesegelbe Gefahr" oder etwas ähn­liches in noch verstärktem Maße heraufzubefchwören.

Es ist erstaunlich, daß man sich ausgerechnet in Paris mit Rassenfragen beschäftigt und sogar von einerSolidarität ber weißen Rass e" spricht. Wenn man heute an ber Seine mit warnend erhobenem Zeigefinger glaubt, auf den

Kunst und Wissenschast.

Oer Adlerschild des Deutschen Reiches für Heinrich Gobnrey.

Der Führer dem Schriftsteller Professor Dr. Heinrich Sohnrey in Berlin-Lichterfelde aus An­laß der Bollendung feines 80. Lebensjahres den Ablerschild des Deutschen Reiches mit der WidmungDem Hüter und Pfleger eines ge- sunden Vauerntumes" verliehen.

Reichsminister Dr. Goebbels sprach Professor Sohnrey zum 80. Geburtstag in einem Telegramm seine herzlichsten Glückwünsche aus. Er gedachte darin der bleibenden Verdienste, die sich der Jubi­lar in seinem dichterischen und sozialen Lebenswerk um die Pflege deutscher Heimat- und Bauernkultur erworben hat. Außerdem ließ er ihm- durch bie Schrifttumskammer eine Ehrengabe überreichen. Frankfurter Goethe-Plakette für Prof, kippenberg.

Professor Dr. Anton Kippenberg in Leipzig, der Inhaber und Leiter des Insel-Verlages, hat nut seiner Goethe-Sammlung in vorbildlicher Weise dazu beigetragen, das Erbe Goethes vor der Zerstreuung zu bewahren, das Andenken des Dichters zu pflegen und die Wirkung seiner Werke lebendig zu erholtem ' In einem schönen und uneigennützigen Wettbewerb