- Ersthöpfv-ngszust an de — Katarrhe
Das nervenberuhigende Heilbad wk BadSalznausen^
pousdial-ülVergünstigur^gskuren! Auikft, d. Hessische Badedirektion
Sol-, Lithium-, Schwefel- ü. Sfahlquellen Herz- u. Gefäßleiden — Rheuma
Grünber». Die Sommerfrische an Wald und Wasser, pialerisch am Fuße des Vogelsberges gelegen. Herrliche Spaziergänge in den Tälern, in prächtigen Tannen- und Laubwäldern, Ausflüge nach dem hohen Vogelsberg. Eisenbahnknotenpunkt. Gute Gaststätten. Großes Waldschwimmbad. Prospekt durch die Stadtverwaltung.
Flensungerhof
Christlich.Erholungsheim Post und Station Mücke in Oberhenen. — Werbeschrift auf,Verlang.
Staubfreie, sonnige Lage — Laubund Nadelwälder — Höhenluft — Zentralheizung — Liegehalle.
Tagespreis RM. 3.00 bis RM. 3.50 und 10°'o Bedienungsgeld. 33o»d
WGich* Rheuma Jschias
Bad Salzschlirf
Auskunft durch die Kurverwaltung
Lauterbach (Oberhest-en ). das idyllische Landstädtchen im lieblichen Tal der Lauter, am Hang des Vogelsberges, umgeben von weiten, stillen Buchen- und Tannenwäldern und von sanften Höhenzügen. Sommerfrische. Malerisches Alt-Lauterbach, Heimatmuseum. Grober Stadtvark (30 Morgens. Mod. Freischwimmbad.
SMya-NkillMMM
Pension Wirth, direkt am Rhein
Bolle Pension 3.30 RM.
Rheinterrasse — Liegewiese WC im Hause. SSSSV
Erholung und gute Verpflegung stnden Sie nicht nur in der Ferne, sondern auch in den Sommerfrischen u.Gaststätten der Heimat
cm Süd -Taunus
1 Ihr Arzt meint es gütmitlhnen
wenn er Ihnen eine Ker in BadSoden am Süd-Taunut, dieeern altbewährten Heilbad für Katarrhe, ÄUhma. Herzleiden verordnet, die Ihnen Gesundheit und Lebensfreude wiederbringen eoö. Mehr ab 20 verschiedenartige Heilquellen, ein stark kohlensäurehaltiger Thertnalsoleprudel (303 Q - Neuer Sprudel (34 C) eiark kohleneäurehaltig, 1938 er bohrt — das Badehaus und das beatbekaonte Inhalatorium - in Verbindung mit gleichmäßig mildem Klima - werden von erfahrenen Irrten für Ihre Gesundung eingesetzt. (Berühmt sind die Sodener Mineralpastillen.) Prospekte durch Bade- und Kurverwaltung
BAD
Wandern und Reisen • Bäder und Sommerfrischen
Wandere dich gesund!
Von Staatsrat Or. med. £ Eonti.
Es ist nicht notwendig, daß man jahrelang studiert hat, um die Kraftströme zu spüren, die dem Körper und der Seele aus dem Erlebnis des Wanderns zufließen. Allzu viele jedoch, namentlich unter den Städtern, ahnen nichts von diesem Kraftstrom. „Zu hart und abspannend sind die Anforderungen des Tages", hören wir von ihnen und sehen dann, daß sie ihre Erholung allein auf dem Sofa, tm Wirtshaus oder im Kino suchen. Gerade diesen Volksgenossen muß vom Arzt einmal nachdrücklich gesagt werden, daß sie sich auf einem Irrwege befinden.
Gewiß, sie sind müde und abgespannt, wir glauben es ihnen gern. Aber sie haben sich noch niemals Gedanken über die Ausnutzung aller, gerade für den Zioilifationsmenschen dringend notwendigen Erholungsmöglichkeiten gemacht.
Gleich, ob wir nun vorwiegend körperlich oder geistig arbeiten, nur in den seltensten Fällen wird unser ganzes Wesen dabei erfaßt. Immer wird nur ein ganz bestimmter, beschränkter Teil unserer Kräfte ausgepumpt. Dieft Einseitigkeit der Inanspruchnahme jedoch ist es, unter der wir leiden und die der Grund dafür ist, daß wir frühzeitig „abgespannt" sind. Zahlreiche Fähigkeiten unseres Organismus werden durch die einseitige Inanspruchnahme nie voll ausgeschöpft, zum Schaden unseres Wohlbefindens. Sobald wir das erkannt haben, ist uns auch das „Wunder" an Erholung und Heilwirkung erklärlich, das wir bei einer planmäßig betriebenen Körperkultur entdeckten. Zu ihr gehört auch das Wandern.
Bedarf es noch einer Erläuterung, warum das Wandern mit an der Spitze steht? Die leichte, gleichmäßige Bewegung der Glieder in der freien Luft, die auffrischende Reizwirkung des Windes auf unsere, den Gefahren der Verweichlichung ausgesetzte Haut, der belebende Einfluß des durch keine Fensterscheibe gebrochenen Lichts und nicht zuletzt die erhebenden Eindrücke der Natur: das alles trägt dazu bei, unsere Gesundheit und Schaffenskraft nicht nur zu erhalten, sondern zu stärken.
Der Arzt kann deshalb der NS.-Gemeinschaft ,Kraft durch Freude" nicht dankbar genug sein für die Hilfe, mit der sie seine Bestrebungen durch die Förderung des Wanderns ergänzt.
Wandern ist mehr als Medizin, ist Kräftigung, Heilung und Vorbeugung.
Mit der planvoll betriebenen Organisation des Wanderns hat KdF. für jeden Schaffenden einen mächtigen Gesundheitsfaktor körperlicher und seelischer Art geschaffen. Gleichzeitig werden aber auch alle kleinen Schwierigkeiten, die dem guten Willen bisher entgegenstanden, durch die festgefügte Orga- nisaüon überwunden. Es gibt jetzt keine Ausflüchte mehr, mit denen wir die Nichtteilnahme an den KdF.-Wanderungen entschuldigen können. Der Arzt sagt deshalb: Nutze jeder, was ihm geboten wird, wandert zu eurem und des Volks ganzen Wohl!
Mfelfrühling.
Von Walter Henkels.
Sobald der Frühling die Aprikosenbäumchen in den Weinbergen entzündet, wetteifert das Moseltal mit dem Rhein und der Bergstraße. Im Trierer Landesmuseum lächelt der „Fröhliche Steuermann" den Besucher in seiner unvergänglich stillen Heiterkeit an. Er ist sehr alt, aber käme einer, ihm Oden einzublasen, er würde dem Fremden gerne ein verläßlicher Reisemarschall sein. Und er würde gewiß nicht nur auf die Zeit der Rebenblüte und der Weinlese empfehlend Hinweisen, auch der stille und heitere Moselfrühling würde ihm, dem ewigen Lächler, ein Wort abnötigen.
Möglich, daß uns betriebsamen Menschen der Gegenwart die Gäßchen der Moseldörfer mit den drüber thronenden Burgen nur zu Kulissen werden, zwischen denen Bürger, Zunftaesellen, Schöffen und Geharnischte in Küraß und Pluderhosen einherwandeln, für manchen aber von uns wird die Stille und Geruhsamkeit mehr bedeuten, und mancher wird verwundert die Augen aufschlagen: Wö ist denn hier Unruhe, wo ist Hast? Und plötzlich lernen wir wieder, irgendwo zu verweilen. Wir werden wieder Liebhaber des Idylls. Wir weilen lange ohne
Langeweile. „
Wenn von den Bergen des Hunsrucks oder der Eifel der erste Kuckuck ruft, wenn Spechtgelächter aus den Weinbergen herunterschallt, wenn der Fährmann auf der Moselponte ein Schwätzchen hält und prophetisch verkündet, daß der „Neue em verläßlicher Tropfen wird, wenn der Wirt vom ,Anker" philosophierend erkennt, daß die Sache mit dem Frühling mal wieder in Ordnung geht ■— dres alles und noch einiges dazu, das ist der Zauber des Moselfrühlings! _ r , .. ,
In Koblenz wird man die Moselreise beginnen. Don hier flutet das Leben der Mosel in bie weite Welt. Hier vermahlt sich der Fluß mit dem großen Strom, dem Rhein, der ms Meer geht. Und von hier gehen auch, wenigstens was Unter- und Mittelmosel angeht, die Wemladungen über den Erdball. Vor den Toren von Koblenz ist W in üinaens mächtige Kirschblüte. Das Städtchen hat einen9 ber größten Kirschmärkte Deutsch °nd-. Aber darum ist der Wein nicht minder gut. Heber Ston- bergsmäuerchen, steil, aber mit ganzer Kraft der Sonne zugewandt, thronen die berühmten Weine „Uhlen" und „Hamm". Don Kobern, Gondorf, Lehmen, Kattenes, Löf und Hatzenpor^Kunden manchs „Lagen", manche Kreszenz, gnädig bewahrt vor den Nordwinden. Was hier ein Krummesser schwingen, eine Kiepe tragen kann, ist Winzer.
Die Straße nach Kochern nun ist kurz. Aber mie in der Kürze oftmals die Würze liegen kann, so auch auf dem Stückchen dorthin. Auf eme wun- berbare Art treiben Wolken über der Kochemer SS £ SÄteWÄ
ßungsualler Name, wie man wähl ift pq des Ueberleaens wert, ob man das veruyrnre Bä uchen W9 di- M°,eltaibahn >e b^ nach Trier 104 Kilometer benötigt, ^ten
AürzaaÄn"" d°°I^,Treppchen" der .Stein der se&fcfers? -ins
schäft", womit schon verraten ist, was es alles an dieser Strecke der Obermosel zu besuchen lohnt: Zell, Briedel, Traben-Trarbach, Erden, Uerzig, Graach, Bernkastel, Piesport, Trittenheim. Und da die vielen Dörfer und Städtchen nicht alle aufgezählt werden können, ist es besser, planlos da einzudringen, wo und wie es der Zufall will. Niemals spürt man so unmittelbar den jungen Frühling.
Wieviel ist hier in den Dörfern noch zu sehen, was die Bahnfahrt nicht ahnen ließ. Diele, viele blühende Apfel- und Zwetschenbäumchen vermögen
den Besucher zu mancherlei Phantasien zu begeistern. Jeder Ueberfahrt in so ein verwunschenes Nest, zumal in den Frühlingstagen, ist ein Fest. Uederall schläst noch die Vergangenheit tiefsten und dicksten Schlaf. Wir müßten nicht nach Trier kommen („Eher als Rom stand Trier ..."), um dies nicht bestätigt zu finden. Aber diese älteste deutsche Stadt entwickelt heute eine so tätige Lebendigkeit, daß man sich nichts Schöneres denken kann, als hier die idyllische Moselreise zu beschließen.
Zwei große Wanvenmgen über Pfingsten.
Zwei Tage im Vogelsberg.
1. Tag: Ehringshausen — hohler Grund — Groh-Felda — Ulrichstein.
Mit der Oberhessischen Bahn fahren wir nach Station Ehringshausen. Ohne Zeichen gehen wir, nachdem Ehringshausen und das benachbarte Oberndorf durchschritten sind, das Feldatal aufwärts. Dieses Tal, auch Hohler Grund genannt, ist von großem Reiz und eines der lieblichsten Täler des nördlichen Vogelsbergs. Nach genußreicher Wanderung kommen wir über die Oberförsterei Schellnhausen, ein ehemaliges Hammerwerk, nach dem freundlichen Marktflecken Groß-Felda, wo wir auf das rot-weiße Band Alsfeld-Frankfurt stoßen. Dieses Zeichen, eine Schöpfung des verstorbenen verdienten Professors Bender (Frankfurt), gibt uns fortan den Weg an. 3n südlicher Richtung gehen wir durch Wald und Feld über Stumpertenrod, ein echtes Voaelsberg- dorf, und später über den 618 Meter hohen Eckmannshain nach dem hochliegenden Ulrichstein, wo wir gute Unterkunft finden. Da die gesamte Wanderung nur höchstens 4 Stunden umfaßt, können wir noch den nahegelegenen Schloßbera besteigen, um von der Ruine die weite und umfassende Rundschau zu genißen.
2. Tag: Ulrichstein — Feldkrücker Höhe — herchenhainer Höhe — harlmannshain.
Das rot-weiße Band führt uns anderntags zunächst über Feldkrücken zur Feldkrücker Höhe, von deren höchstem Punkte sich eine der schönsten Aussichten bietet. Odenwald, Spessart, Taunus und die weite Wetterau sind bei klarer Luft deutlich sichtbar. Beim Ludwigsbrunnen mit schönem Blick auf Rudingshain und den Hohen Vogelsberg erreichen wir die Staatsstraße, auf der wir bis Poppenftruth weitergehen. Bei der Schutzhütte Charlottenhöhe kommen wir in den ausgedehnten Oberwald, der uns bis zum Hoherodskopf aufnimmt. Nach einer Rast im gastlichen Klubhaus führt uns das Zeichen weiter zum Taufstein, von dessen Bismarckturm wir die herrliche Rundsicht bewundern und weiter abwechselnd durch Wald und über blumige Wiesen an der Lauterbacher Hütte vorüber hinaus zum Gefallenendenkmal auf der Herchenhainer Höhe. Beim Abstieg erfreuen wir uns wieder an der schönen Fernsicht, namentlich nach der kuppenreichen Rhön, kommen an der Jugendherberge „Vater-Bender-Heim" vorbei und gelangen über Herchenhain nach Hartmanns- hain, wo wir die interessante Heimfahrt durch das Nitzdertal antreten. Wanderzeit 5% Stunden.
Zwei Tage durchs Lahntal.
1. Tag: Balduinstein — Schloß Schaumburg — Burg Hohlenfels — Katzenelnbogen.
Mit dem Frühzuge fahren wir das schöne Lahntal abwärts bis Balduinstein (Sonntagskarte bis Limburg, dort bis B. nachlösen). Vom Bahnhof gehen wir durch den zum Teil in einer Seitenschlucht gelegenen Ort, der von einer, auf mächtigem Felsen liegenden Burgruine überragt ist, und hierauf auf bequemem Wege, durch zwei Felsentunnels, zu dem hoch über der Lahn liegenden herrlichen Schlosse Schaumburg. Don dem Turm erschließt sich uns eine weite, umfassende Rundsicht. Am Schaumburger Weiher vorbei folgen wir zunächst roten Punkten, später roten Kreuzen durch prächtige Waldung auf der alten Rintstraße nach der waldumkränzten, hochgelegenen Burg Hohlenfels im Aartale. Nach Besichtigung der ausgedehnten, noch wohlerhaltenen Buraanlage, deren Bergfried einen entzückenden Ausblick gewährt, und Raft in der guten Gastwirtschaft, wandern wir den roten Punkten nach dem Endziel des ersten Tages, Katzenelnbogen mit feinem Hochliegenden, den Ort beherrschenden alten Schloß zu, wo wir in einem der guten Gasthäuser Unterkunft finden. Wanderzeit etwa 4 Stunden.
2. Tag: Katzenelnbogen — Dörsbach — Jammertal — Kloster Arnstein — Obernhof.
Diese Wanderung ist eine der lohnendsten, die das Lahntal mit seinen Seitentälern zu bieten vermag. Blaue Punkte und L geben uns auf der ganzen Strecke das Geleite. Zunächst ist das Tal noch ziemlich flach. Nachdem jedoch das benachbarte Klingelbach und hierauf Ergeshausen passiert find, erreicht man bei der Haarmühle die Talsohle, und hier beginnt nun der wildromantische Charakter des Jammertals. Meistens im Tale gehend, oft auch in schwindelnder Höhe führt unser Weg durch schlucht- artige Partien, dann wieder über liebliche Wiesengründe an mehreren idyllisch gelegenen Mühlen vorbei, von denen in der Neuwagen- und Attenhäuser Mittelmühle Erfrischungen zu haben sind. Nach 4^stündiger, überaus genußreicher, aber auch oft beschwerlicher Wanderung erreichen wir die Arn» fteiner Mühle am Fuße des gleichnamigen Klosters mit guter Einkehr. Hier empfiehlt sich noch die Besteigung des Klosterbergs, um die prächtige Aussicht in das Lahntal zu genießen und die Klosteranlagen mit der Kirche zu besichtigen. Don der etwa 5 Minuten entfernten Station Obernhof fahren wir heim. (Karte Obernhof—Limburg lösen!)
Geschichten ans aller Welt.
Der längste Bart.
Ndz. Tokio.
Die „Jzentai", der Verein der bärtigen Männer in Japan, hielt kürzlich im Stadtteil Akasaka zu Tokio seine 5. Jahresversammlung ab. Dabei stellte sich heraus, daß unter seinen Mitgliedern Naodschiro Kato mit 1,65 Meter den längsten Bart hat. Für japanische Verhältnisse ist das außerordentlich viel, denn die fernöstlichen Völker sind im allgemeinen nicht mit so reichlichem Bartwuchs gesegnet wie wir Europäer.
Der Schwur beim zerbrochenen Teller.
Ndz. London.
Altüberlieferte chinesische Rechtsbräuche wurden in einer Verhandlung vor dem Londoner Kriminalgericht Old Bailey angewandt, um die Wahrheit in einem Mordprozeß zu ergründen. Um die Gewißheit zu haben, daß die zahlreichen chinesischen Zeugen in diesem Verfahren wahrheitsgemäß Aussagen machten, ließ das Gericht es zu, daß sie den Eid nach ihrer Sitte ablegten. Die Zeugen zerbrachen beim Schwur einen Porzellanteller und erklärten, daß „ihre Seele genau so zerbrechen" sollte, wie der Teller, wenn sie die Unwahrheit sprechen würden. — Auch der Angeklagte, Peap Ching Pui, ein chinesischer Matrose, der in Singapore auf einem englischen Tankschiff angeheuert hatte, zerbrach den Teller und beteuerte feine Unschuld an dem ihm zur Last gelegten Morde. In gebrochenem Pidgin-Englisch und mit Hilfe eines Dolmetschers erzählte Pui, daß er mit einem anderen chinesischen Matrosen, seinem Freunde Ah Sing, in Streit geraten sei. Er habe Ah Sing versprochen, eine Schuld bald zurück-
zuzahlen, dieser habe aber „mit großer Stimme gesprochen" und ihn geschlagen. Er habe den Freund gebeten, nicht mehr zu schlagen, dieser habe jedoch einen Schraubenschlüssel ergriffen und sei noch einmal auf ihn eingebrungen. Daraufhin habe er sich zur Wehr setzen müssen und den Freund mit einer Eisenstange über den Kopf geschlagen. Ah Sing hatte durch den Hieb so schwere Kopfverletzungen öaoongetragen, daß er am nächsten Tage starb. — Auf Grund einer umständlichen Beweisaufnahme, in deren Verlauf mehrere chinesische Zeugen dem Angeklagten ein gutes Zeugnis ausstellten, kam das Gericht zu der Ueberzeugung, daß Pui nicht die Absicht hatte, den Freund zu töten, so daß auf Freispruch erkannt werden mußte. Der Dolmetscher schrieb in chinesischen Schriftzeichen das Urteil im kantonesischen Dialekt auf ein Blatt Papier und gab es dem Angeklagten. Pui verbeugte sich und meinte: „Mich sell (sehr) glücklich. Nicht gewollt machen tot!"
Der böse Storch.
Ndz. Kopenhagen.
Der Storch ist in Dänemark mindestens ebenso beliebt, wie in Deutschland. Der Storch von Vide- bäck im westlichen Jütland aber ist ein ausgesprochener Verbrecher, der die ganze Gemeinde terrorisiert. Er hat einmal" mit seinem harten Schnabel eine Fensterscheibe in einer Fischerkate zerschlagen. In diesem ersten Fall war es vielleicht ein verzeihlicher Irrtum; wahrscheinlich hatte Meister Adebar geglaubt, das Fenster sei offen. Das Klirren des durch feinen Schnabelhieb zersplitterten Glases hat aber offenbar dem Storch von Didebäck
ffür den Statur» freund!
MMben
Die Lebensgemeinschaft des deutschen Waldes in Bildern 150 Naturaufnahmen aus dem Tier» und Pflanzenleben des heimatlichen Waldes auf 128 Kupfertiefdruck- tafeln, mit lebendigem und aufschlußreichem Linführungstex' von K.Gerhard u.G.W >lff.
Dreie RM. 4,80.
„6s lebt und webt in dem Buche, und wer es versteht, mit etnp- fSnglichen Sinnen He bildgeword. Ratur- schönheiten in sick aufzunehmen, dem fingen u. klingen die Tafeln tausend (Erinnerungen wach an einstmals- leibhaft (Erschautes.'
Reclam» Universum
Verlangen Sie kostenlos unsere bebilderten
WerbeblSIter
Zu beziehen durchlebe Buchyandlung!
Hugo Dermühler Verlag
Berlin- Lichterfelde illlllllllllllllllllllllllllH
Spaß gemacht. Er spaziert seitdem an den Häusern entlang uni) erprobt die Kraft seines Schnabels an allen Fensterscheiben, die ihm erreichbar sind. Die meisten Erdgeschoßfenster werden darum durch vor- gespannte Netze gegen den Storchenschnabel geschützt. Die Einwohner sind verzweifelt, denn keiner bringt es übers Herz, mit dem Knüppel gegen einen Storch vorzugehen. Nur einer sieht mit Wohlgefallen girf das Treiben des Gemeindestorches: der Glasermeister von Videbäck.
Der weise Richter.
Ndz. O 5*1 o.
Norwegens Justizminister hat jetzt als letzte 3m- stanz einen langwierigen Streit der Gemeinden Hönefoß und Norderhov durch ein Urteil entschieden, das an das bekannte „salomonische" Urteil erinnert. Das Streitobjekt war in diesem Falle nicht ein kleines Kind, sondern ein alter Unterstützungsempfänger, der im Storelv, dem Grenzfluß zwischen beiden Gemeinden, ertrunken war. In Hönefoß war er unterstützungsberechtigt, aber auf der Norder- hover Seite des Flusses wurde er aus dem Wasser gezogen und begraben. Wer sollte nun die Kosten der Bergung der Leiche und der Beerdigung bezahlen? Beide Gemeinden boten Sachverständige
Schleussner Film
mit Garantieschein gegen Fehlbelichtung
auf, die nachweisen wollten, daß der Todesfall auf der gegnerischen Flußhälfte eingetreten sei. Auf der Jnstanzentreppe kam der schwierige Fall bis hinaus zum Justizminister. Der verkündete sofort, ohne weitere Verhandlung, seinen Spruch: Da der Mann in Hönefoß unterstützungsberechtigt war, bezahlt Hönefoß die Beerdigungskosten, da seine Leiche in Norderhov geborgen wurde, zahlt Norderhov dis Bergungskosten.
Wie der „Fliegende Holländer". •
AS. Helsinki.
Als sich der Strandwächter Cordsen in Sonder» borg in Dänemark auf einer Fisch fahrt befand, kam plötzlich die Galeasse „Erna" von Aalborg unter vollen Segeln auf ihn zugerauscht. Cordsen rief das Fahrzeug an, ohne jedoch eine Antwort zu erhalten. Es gelang ihm an Bord zu entern, wo er außer einem schlafenden Schiffsjungen keinen Menschen fand. Cordsen strich nun die Segel des „Fliegenden Holländers" und bugsierte das Fahrzeug in den Hafen von Sönderdorg, wo er e§. der Kriminalpolizei übergab. Der Schiffsjunge erklärte, daß das Schiff lediglich vom Schiffseigner und ihm bemannt war. Vor einigen Tagen hatte „Erna" Aalborg in Richtung Flensburg verlassen. Eines abends spät hörte er, daß der Schiffseigner laut fluchte und sich am Ankerzug zu schaffen machte, darauf schlief der Junge wieder ein und wurde erst wieder wach, als der Strandwächter Cordsen an Bord kam. Man nimmt an, daß der Schiffer über Bord gefallen ist.
Der Arzt in Nöten.
AS. Warschau.
Ein schwerer Gewissenskonflikt brachte einen Arzt aus Hohenlohehütte bei Chorzow vor den Richter. Eines Abends wurde der Arzt zur Hilfeleistung für einen Sterbenden angefordert. Er machte sich in seinem Kraftwagen auf den Weg und versuchte mit höchster Geschwindigkeit den Patienten zu erreichen. Unglücklicherweise stieß er mit dem Wagen einen Radfahrer um, der auf das Pflaster stürzte, eine Gehirnblutung erlitt und bald daran starb. Der Arzt war, ohne sich um sein Opfer zu kümmern, weitergefahren. Vor Gericht sagte er aus: „Ich befand mich in einem Gewissenskonflikt. Zwei Kranke haben meine ärztliche Hilfe benötigt, doch habe ich angenommen, daß der eine, nämlich der verunglückte Radfahrer, nur leicht verletzt sei. Andererseits hat sich der Kranke, zu dem ich fuhr, in Lebensgefahr befunden, und jede Sekunde war ent- .scheidend." Dem Ausgang des Prozesses gegen den Arzt, der fahrlässiger Tötung cmgeklagt wird, sieht man mit Spannung entgegen.
Die Stadt der Linkshänder.
Ndz. Batavia.'
Auf Celebes hat eine holländische Aerzte-Kom- Mission bei einer Studienreise eine merkwürdige Entdeckung gemacht. In der kleinen Hafenstadt Co- rontalo stellte sich heraus, daß von den 5000 Einwohnern neun Zehntel ausgesprochene Linkshänder sind. Die Träger am Hafen heben ihre Lasten mit dem linken Arm, die Barbiere rasieren mit der linken Hand, und so ist es in allen Berufen. Jedesmal, wenn die Aerzte einen Einwohner nach dem Weg fragten, wies er ihnen die Richtung mit dem ausgestreckten linken Arm. Es handelt sich bei den Einwohnern von Corontalo um ein seltsames Spiel der Natur, denn sonst gilt auch für die Bewohner der Sunda-Jnseln die von der Statistik festgelegte Erfahrung, daß nur fünf Prozent aller Menschen Linkshänder sind. — Die fünf Prozent brauchen übrigens dieser Eigenart wegen keinen Minderwertigkeitskomplex zu bekommen. Sie befinden sich in guter Gesellschaft, denn neben vielen anderen großen Männern waren auch Adolf Menzel und Leonardo da Vinci Linkshänder.


