ein Sammel-
Shakespeare-Revue
Oer erste Kunststoff — Zelluloid
gar mi
Die
unabhängig von dem Monopol
Aus aller Wett
2,1 0,8
Wenn Augen versagen Magnus-Brillen tragen!
Dichters für das amerikanische Lebenstempo viel zu lang sind, endlich die Konsequenzen zu ziehen. Das anmutige Produkt dieser Verbindung von Serrsationshunger und Rekordwahnsinn ist die
surium von einzelnen Szenen, die vor allem kurz sein müssen und, geschickt aneinandergereiht, eine Vorstellungsdauer von nicht mehr als 45 Minuten ergeben. Damit das Kind aber auch einen Namen hat, der seiner ungeduldigen Gemütsart entspricht, wird diese Revue unter dem vielversprechenden Titel „Stromlinien-Shakespeare" laufen. „Ist
neben aufgehängt hatte, war plötzlich verschwunden. Der Verdacht fiel auf Zigeuner, weshalb eine große Durchsuchung veranlaßt wurde. Der Schweinskopf fand sich aber nicht. Nach zwei Tagen meldete ein Nachbar, daß er den Schweinskopf unter einem
Weitere Zunahme des Posifparkafsendiensies.
Fast 78 000 neue Postsparbücher sind im Monat April ausgestellt worden, insgesamt damit seit dem Jahresbeginn 475000. Auf diese Bücher sind bisher über 71 Millionen Mark ein gezahlt und 18,5 Millionen Mark ausgezahlt worden. Das Durchschnittsguthaben eines Postsparbuches beträgt gegenwärtig 111 Mark. Einschließlich der ostmärkischen Postsparbücher gibt es im Reich jetzt über 880 000 mit einem Gesamtguthaben von 152 Millionen Mark. Das Postsparbuch kann auch ohne besondere Genehmigung bei Reisen ins Ausland mitgenommen werden. Bei der Rückkehr ins Reich kann man sich dann beim nächsten deutschen Postamt wieder mit deutschem Bargeld versehen.
3n Deutschland wird am meisten gespart.
Die Spartätigkeit in Deutschland hat im Vergleich mit dem Ausland einen gewaltigen Aufschwung erreicht. Ende 1932 waren im Altreich 9,9 Milliarden Reichsmark an Spareinlagen vorhanden, Anfang 1939 demgegenüber 18,5 Milliarden RM., d. h. in sechs Jahren ist der Einlagenbestand rund verdoppelt worden. Hingegen konnten die Vereinigten Staaten ihren Spareinlagenbestand nur von 6,2 auf 6,7 Milliarden erhöhen: Frankreich den seinen sogar nur von 57 auf 62 Milliarden Franken. Bei beiden Ländern ist die inzwischen, eingetretene Währungs-
rika.begeben. Er fliegt dort 12 von den Bücker-Werken nach
es schon Wahnsinn, hat es doch Methode", würde der alte Polomus dazu sagen. Denn in der Tat: Methode hat es! Insofern nämlich, als der Wunsch, große Dichtungen dem Publikum durch Streichungen mundgerecht zu machen, keineswegs auf Amerika beschränkt ist. Amerika ist nur unbedenklicher, rücksichtsloser in der Verwirklichung des Gedankens. Was dabei herauskommen wird, werden wir sehen. Der Geist Shakespeares wird es nicht fein, der wird sich wohl schon bei der ersten Vorstellung genötigt sehen, den Geist aufzugeben!
der Jagdhund des Nachbarn, der auf diese Weise für schlechtere Zeiten vorgesorgt hatte.
in Japan.
H. Sch—r.
Jahre 1855 auch der Engländer Alexander Parkes vor. Denn er suchte nach einem besseren Jso- liermaterial für den Telegraphen. Er nimmt Schießbaumwolle, Nitrozellulose. Man .hatte sie nach ihrer Entdeckung durch den Deutschen Schon- b e i n schon in allen möglichen, Lösungsmitteln gelöst und zu einer knetbaren und elastischen Masse geformt. Parkes löste sie nun in Anilin, Nitrobenzol und Eis-Essig auf. Dabei kommt eine plastische Masse heraus, die man leicht verformen und Härten kann. Kämme, Messergriffe, Marmorimitationen werden aus ihr hergestellt. Da damals die Baumwolle billig, Kautschuk aber teuer ist, versucht er, diese neue Masse an Stelle des Gummis für Jsolierzwecke zu verwerten. Zehn Jahre daraus aber kommt es zum amerikanischen Bürgerkrieg. Seine Folge ist das Steigen der Baumwollpreise
Zunehmende IHolorifierung Deutschlands.
Im April wurden im Deutschen Reich (einschließlich Ostmark und Sudetenland) insgesamt 64133 Kraftfahrzeuge und 1223 Kraftfahrzeuganhänger Heu zugelassen. Gegenüber dem Vormonat » Gesamtzahl der Neuzulassungen an
Kraftfahrzeugen um 24 v. H. zugenommen. Hierzu haben vor allem vermehrte Zulassungen von Krafträdern beigetragen, von denen 39 499 neu in den ^men, 17 236 Personenkraftwagen und 2729 Zugmaschinen. Im Vergleich zum April 1938 lag die Gesamtzahl der zugelassenen Kraftfahrzeuge um em Fünftel höher.
Der deutsche „Teufelsflieger“ wieder in Südamerika.
Der Chefpilot der Bücker-Flugzeugwerke, Arthur Benitz, der durch zweimalige Ueberfliegunq des Cordlllerengebirges und feine große Kunstflugtournee iri Südamerika als „Az' Diabolico“ der Teufelsflieger, bekannt geworden ist, hat sich wieder zu einem mehrmonatigen Aufenthalt nach Südame-
entrocrtung zu berücksichtigen, so daß dem Realwert nach der Einlagenbestand sogar stark gesunken ist. In der Schweiz sind Anfang 1939 2,9 Milliarden Franken Spareinlagen vorhanden gegen 2,6 Milliarden Franken 1932, in Dänemark 2,2 gegenüber Milliarden RM. und in Holland 1,0 gegenüber Milliarden Gulden.
wurden. — Bei seiner Ankunft ... ____ ________
wurde Benitz herzlich empfangen. Die brasilianische Presse würdigt die Leistungen der deutschen Luftfahrt, von denen die aus Deutschland zurückgekehrte brasilianische Luftwaffenkommission einen ausgezeichneten Eindruck empfangen habe. — Gleich nach seiner Ankunft flog Benitz, auf Wunsch der brasilianischen Luftverkehrsgesellschaft Vorig ein deutsches Kleinflugzeug vom Typ Bücker „Student" von Rio
nach Porto Alegre. Der kleine „Student" legte die 1500 Kilometer lange Strecke mit 160 Kilometer Durchschnittsgeschwindigkeit zurück und lieferte damit den Beweis für die Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit des deutschen Kleinflugzeugbaues, was durch Kunstflugvorführungen in Porto Alegre unterstrichen wurde und viel Beachtung in Brasiilien ge- ftlnden hat.
Von der Bahn zur Bühne.
Der seither bei der Hessischen Eisenbahn AG. in Darmstadt als Schaffner tätige Albert Zell ist als erster lyrischer und Charakterbariton an das Stadt- theater Elbing verpflichtet worden. Zell, der fchon mehrfach als Konzertsänger mit schönem Erfolg auftrat hatte sich außerhalb seines Dienstes der Ausbildung seiner außergewöhnlich guten Gesangsstimme gewidmet.
65jähriges Ehejubiläum.
Ministerpräsident Generalfeldmarschall Göring hat den Eheleuten Adolf und Anna - Karolina Ackermann in Siegen, Söhrtor 1 (Regierungsbezirk Arnsberg), aus Anlaß ihrer 65 i ähr i gen Ehejubelfeier am 10. Mai ein Glückwunschschreiben und ein Ehrengeschenk überreichen lassen. Kampf dem Zagdunfall. — Ein Film der Deutschen
Zagerschaft.
Der Umstand, daß die Zahl der Jagdunfälle, namentlich solcher im Umgang mit der Waffe, nicht zurückgegangen ist, zwingt dazu, kein Mittel unversucht zu lassen, um im Sinne der Verhütung solcher Schäden weiter aulklärend zu wirken. Unter Mitwirkung der mit der Deutschen Jägerschaft arbeitenden Stellen ist für diesen Zweck nunmehr auch ein Film „I a g d u n f ä l l e" herausgebracht worden, der sich besonders zur Vorführung deiJäger- appellen und ähnlichen Veranstaltungen eignet.
Der Schöpfer des Teddybären gestorben.
In Sonneberg, der Stadt schönen Spielzeugs in Thüringen, ist aus den Vereinigten Staaten die Nachricht eingetroffen, daß dort Richard Steiff, der Schöpfer des Teddy-Bären, gestorben ist. Der Name Steift ist eng verbunden mit der Entwicklung und Weltgeltung des deutschen Spielzeugs. Steiff schuf 1903 das erste Modell eines
ichts mehr zu tun haben.
Frage, was isoliert am besten, legte sich im
Randglossen zur kleinen Zeitgeschichte bim Ernst von Jhebelfdm
Nach einer amtlichen Meldung aus Athen haben die amerikanischen Ausgrabungen auf der Insel Kreta einen umfangreichen Wohnbezirk freigelegt, von dem man mit guten Gründen ünnehmen darf, daß es sich um den P a - last des a l t e n N e st o r in Pylos handelt. Trifft diese Vermutung zu, so würde abermals eine bisher vorn Mythos beanspruchte Figur in das Helle Licht der Geschichte rücken und die schon in Troja gewonnene Erfahrung bestätigen, daß Homer in seinen Epen konkrete geschichtliche Vorgänge geschildert habe. Von allen archäologischen Entdeckungen gilt ja der Grundsatz: man sucht nur das, was zu finden in einer ganz bestimmten geistesgeschichtlichen Lage das allgemeine Bedürfnis ist. Alle Grabungen feit dem 18. Jahrhundert lassen in zunehmendem Maße den Wunsch erkennen, unsere Kenntnis der Geschichte über die bisher anerkannten Grenzen hinaus zu erweitern, dem „prähistorischen" Raum immer mehr Land abzugewinnen. Die Entdeckung von Pompeji und Herkulaneum war ebenso wenig zufällig wie die weit jüngere von Troja und Mykenae. Die dienten der Ausdehnung des historischen Blickfeldes in Kulturen hinein, die nur so lange als unerforschbar galten, als das allgemeine Verlangen, sie dem Dunkel der Sage zu entreißen, noch nicht erwacht war.
Seitdem sind die Grenzen immer weiter zurückgeschoben worden, so daß uns das Griechentum bis in die ältesten Zeiten hinein fast kein Geheimnis, jedenfalls fein absolutes, mehr ist. Ueber das „Mittlere Reich" Aegyptens beginnt der Blick in das Dämmerlicht der Mysterien im „Alten Reiche" der Pharaonen vorzudringen, und schon sind wir so weit, uns gar in den alten Residenzen der mesopotamischen Hochlülturen einigermaßen heimisch zu fühlen. Die Ausgrabungen der Engländer und Franzosen in Ninive, Nimrud und Chorsabad haben zu erstaunlichen Ergebnissen geführt, durch Woolleys glorreichen Spatenfeldzug in Ur sind wir heute in der Lage, uns eine ziemlich deutliche Vorstellung davon zu machen, wie die Chaldäer gelebt haben mögen, und die Freilegung von Babylon und Assur durch die Deutsche Orientgesellschaft erlaubt uns einen sehr genauen Einblick in die Herrscherresi- denzen Nebukadnezars II. und Sanheribs, die damit aufgehört haben, halb sagenhafte Persönlichkeiten für uns zu sein. Das Gleiche gilt für die Helden der homerischen Epen, in denen wir Menschen von Fleisch und Blut zu sehen uns schon gewohnt haben. Ihnen gesellt sich nun auch der weise Nestor. Der Sinn dieser archäologischen Forschungen und Entdeckungen ist immer der gleiche: der heutige Mensch ist von dem tiefen Bedürfnis getrieben, sich um die nämliche Zahl der Jahrhunderte, die ihn vom Beginn unserer Zeitrechnung trennt, nach rückwärts zu orientieren. Das wären also etwa zwanzig und, wenn möglich, noch mehr. Man erkläre sich eine solche Tendenz, wie man will? Es scheint eine Schicksalsnotwendigkeit zu sein.
Es war im Jahre 1879, als Werner Siemens in Baden-Baden vor der Versammlung deutscher Naturforscher und Aerzte einen bedeutsamen Vortrag über die Elektrizität hielt. Er sprach von den unerhörten elektrischen Hitzegraden und der Energie des feurigen Schmelzflusses, durch den man neue Metalle und neue Chemikalien erhalten könne. Nicht undenkbar, so führte er aus, daß wir in Zukunft lediglich aus Wasser und Elektrizität billige Brennstoffe und Nahrungsmittel erzeugen können. Das war eine chemische Prophetie eines unserer wichtigsten Elektrizitätsfachmänner. Sie war aus der damaligen Zeit verständlich. Denn in jenen Jahren war in der Tat die Chemie der Schrittmacher des elektrischen Stromes.
1875 wurde in Hamburg die erste Dynamomaschine des. Werner Siemens aufgestellt und zur elektrochemischen Scheidung von goldhaltigem Silber eingesetzt. Ein Jahr später wurde mit derselben. Maschine die elektrolytische Kupferrafftnation betrieben. Es gab noch kein öffentliches Kraftwerk in Deutschland, als die chemische Fabrik Schering in Berlin elektrolytisch Bromoform und Jodoform und die Magnesiumfabrik in Hemelingen Magnesium und später auch Aluminium gewannen. Zu einer fruchtbaren Wechselwirkung hatten sich Chemie und Elektrizität verbündet. So wurde die Technik auf eine neue Stufe gehoben und der Menschheit neue Lei- stungsstofte geschaffen.
Die Entwicklung der Elektrizität stellte der Chemie die Aufgabe, nach neuen Stoffen zu suchen oder sie zu schaffen, mit denen man den elektrischen Strom isolieren und seine Energien bändigen konnte. Der Ruf nach solchen neuen, nicht leitenden Stoffen hat die ersten Kunststoff-Chemiker auf den Plan gerufen und hat sie weiterhin durch die Jahre hindurch zum Grübeln und Erfinden angeregt. Schließlich sind dann aus den Isolierstoffen die modernen plastischen Massen geworden, die als Stoffe der „tausend Möglichkeiten" für viele Zwecke glücklich zu verwenden sind, die mit der Elektrizität
In Stuttgart ist eine Gruppe von Bilderfälschern zu schweren Zuchthausstrafen verurteilt worden. Das alte Lied, das durch Wiederholung nicht wohlklingender wird! Wie lange werden wir es noch hören müssen? Vermutlich solange, bis sich die Zahl der Seichtaläubigen so weit vermindert hat, daß sich das üble Geschäft nicht mehr lohnt Und diejenigen, die bisher den Vorteil davon hatten, es vorziehen werden, sich gemeinnützigeren Berufen zu widmen. Aber das wird erst dann der Fall sein, wenn Bilder nicht mehr bloß um ihres -Namens willen gekauft werden, wenn also die sichtbare Meistersignatur und womöglich noch das Gutachten eines gelehrten Sachverständigen (Experten) nicht mehr die einzigen oder doch ehh scheidenden Kriterien sind, nach denen man, um die liebe Eitelkeit zu befriedigen, hohe Summen für Kunstwerke auszugeben bereit ist. Dergestalt plumpe Betrügereien, wie sie in dem Stuttgarter Prozeß zur Verhandlung kamen, gehören allerdings so sehr zu den Ausnahmen, daß der in der Wolle gewaschene Meisterfälscher sich seiner Kollegen geradezu schämen muß. Da werden einfach ganz geringwertige Gemälde in Auktionen billig zusammen- geramscht, ein wohlklingendes Meisterzeichen wird dazugemalt, die Mobilmachung eines für Geld käuflichen „Experten" bereitet auch keine Schwierigkeiten, und so entsteht dmn im Handumdrehen eine gan^e Galerie von „Meisterwerken der Münchener und Düsseldorfer Schule des 19. Jahrhunderts" die in unerschütterlichem Vertrauen auf den ersten Fälschergrundsatz, wonach die Summen nicht alle werben, auch ihre Käufer finden. Ueber den besonderen Fall hinaus hat aber der bisher größte Bilderfälschungsprozeß auch noch eine allgemeine Bedeutung, die der Staatsanwalt mit den Worten charakterisierte, es handele sich hier um die Bekämpfung eines „organisierten bandenmäßigen Betruges' durch das Strafgesetz. Es ist wirklich so: Gemaldefalschungen wurden nach der Inflation wie Wertpapiere gehandelt. Ob und wie bald diese Zustande aufhören werden, hängt aber, wie gesagt, nidjt so sehr von den Betrügern ab als vielmehr »on benen, die sich betrügen lassen. Eine F^hge Kunsterziehung, die der Leichtgläubigkeit durch Aufklärung vorbeugt, kann hier allein Wan- bei schaffen.
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Auf der Neuyorker Weltausstellung will man auch Shakespeare spielen, und zwar ist vorgesehen, einige Stucke auf dem naturgetreu nachgebildeten e a 4 e r ' öc^cn Leiter der große eng. lische Dramatiker war, aufzuführen. Somit wäre dann alles in schönster Ordnung, denn man sollte doch wohl annehmen, daß die Wahl der historischen Shakespeare-Bühne die Veranstalter vervslichten mußte, die zur Aufführung beftimmten Dramen auch so spielen zu lassen, daß Shakespeares G e i st dem Zuhörer lebendig und womöglich sogar echter als anderswo entgegentritt. Weit gefehlt! Denn Amerika müßte nicht Amerika fein, wenn es richt den Chr.geiz hätte, Shakespeare zu amerikanisieren. Schon das unlängst in Boston unternommene Experiment, die Königsdramen unter dem Titel „Fünf Könige" auf zwei Abende zu° sammenzudrängen, zeigte den Weg an, den man in einem Lande, in welchem der Schnelligkeitsrekord nachgerade den Charakter eines nationalen Glaubensbekenntnisses annimmt, mit Shakespeare zu gehen gewillt ist. Margaret Webster, die das Neuyorker Theater leiten wird, hat sich entschlossen, aus der Erkenntnis, daß die Dramen des britischen
Warta
Büchertisch.
— Heinz Scheibenpflug: Fährten und Spuren am Wanderweg. Eine praktische Naturkunde für den Wanderer, Jäger und Jugendführer. 124 Seiten mit 29 Textzeichnungen und 83 Fährten- und Spurenbildern nach Naturaufnahmen. In Leinen RM. 3,00. Hugo Bermühler Verlag, Berlin-Lichterfelde. — (40) — Das kleine, handliche und sehr anschaulich geschriebene Buch will dem Naturfreunde, jedem mit offenen Augen durch Feld und Wald Wandernden Anreger und Helfer sein: es lehrt ihn die mancherlei Spuren tierischen Lebens erkennen und unterscheiden, denen er auf seinem Wege begegnet. Das Buch gibt charakteristische Naturaufnahmen der bei uns Vorkommen- den wichtigsten Spuren und Fährten: es lehrt auch die Losungen, Wechsel, Erdbauten, Gewölle und Zeichen der wildlebenden Tiere ansprechen. Der gesamte Stoff ist zum Schluß in Tabellenform übersichtlich zusammengefaßt. Das gut ausgestattete, preiswerte Büchlein wird vielen Naturfteunden bald ein treuer und unentbehrlicher Begleiter fein.
hth.
— Helmut Vogt: Haus am Strom. Preis in Seinen 2 RM. C. Bertelsmann, Verlag, Gütersloh. — Für Geschlechter gebaut, blickt geruhsam das weiträumige Patrizierhaus der Rüst- hoffe über den Strom, der die Hansestadt mit dem Weltmeer verbindet. Aber in den schweren Läuft ten der Nachkriegszeit scheint der Wagemut des königlichen Schiffsherrn gebrochen, die Frau feines gefallenen Aeltesten lebt der Vergangenheit, und gar zu verschieden geartet sind die vier Brüder Rüsthoff So birgt das Haus viel Familienstreit, bis angeborener Hanseatengeist den Blick vom Vergangenen in die Zukunft lenkt und zwei Generationen, Männer und Frauen, zu neuen Aufgaben frei macht.
— Adam Alexander Carl: Die Petroleumsuppe. Süffige Geschichten aus Wien und andere Sachen zum Sachen. Dritter Teil von „Der Hund mit dem roten Kragen". 52 Seiten. Verlag der Univ.-Buchdruckerei Joh. Aug. Koch, Marburg an der Sahn. — (479) — Der Verfasser, ein bekannter Marburger Anwalt, fügt seinen früher erschienenen humoristischen Geschichten ein neues Bändchen an, das lustige, selbsterlebte Begebenheiten aus Wien enthält und dem Sefcr eine unbeschwert heitere Unterhaltung bereiten will.
zen Waldemar, in aanz Dänemark Sensatton durch den Ankauf eines Suxus-Autos. Es war der erste Kraftwagen am dänischen Königshof, eine Spitzenleistung der noch jungen Auto-Industrie jener Zeit. Die Prinzessin taufte ihn wegen der Grazie, mit der er sich durch den Straßenverkehr schlängelte, auf den Namen „Kolombine". Sie brachte auf der Seite der Innenwand auch ein Aquarell an, das die Gestalt der Colornbine darstellte. Noch heute schmückt dieses Bild das alte Auto. Prinz Waldemar verfügte über eine ganze Anzahl moderner Personenkraftwagen. aber er benutzte mit Vorliebe für feine Fahrten noch im letzten Jahre die alte „Colornbine". Der jetzt 33jährige Wagen, der immer vorzüglich instandgehalten wurde, hat niemals versagt und ist nicht nur durch fein Alter, sondern auch durch feine Pannenlosigkeit ein Unikum in der Geschichte des Kraftfahrwesens geworden.
Der Löwe war los.
In der Bahnhofstraße von Eiserfeld (Westfalen) sahen die Passanten plötzlich einen Sömen, der gemächlich einhertrottete. Alles rannte, rettete, flüchtete. Doch der König der Wüste schien friedlich gesinnt, er zog es vor, den Menschen aus dem Wege zu gehen und suchte sich schließlich ein Hintergebäude als Zuflucht aus. Inzwischen waren schon die „Häscher" hinter ihm her. Der Söwe stammte aus einer Raubtierschau: er suchte fein Heil in der Flucht, die durch mehrere Gärten führte und schließlich im Garten eines Bauunternehmers endete, wo die Mutter des Besitzers mit ihren Enkelkindern sich erging. Die alte Frau brachte sich und die Kinder schnell im Hause in Sicherheit. Die An- gestellten der Raubtierschau gingen mit einem Sasso gegen den Ausreißer vor und brachten ihn schließlich ohne weitere Zwischenfälle in seinen Käfig zurück.
Der Schweinskopf.
Auf einem Bauernhof im Hessischen gab es große Aufregung nach dem Schlachten. Die geschlachtete Sau hing am Haken, und der Kopf, den man da-
auf das Vierfache. Kautschuk war wieder billiger, und man begnügte sich mit ihm zu Jsolierungs- zwecken; die neue Masse des Parkes trat in den Hintergrund.
14 Jahre später spielt die Geschichte der Kunststoff- Chemie in Newark im Staate New Jersey. Die Brüder Hyatt suchten nach einem neuen, recht widerstandsfähigen, aber dennoch weichen Stofs, um Buchdruckwalzen herzustellen. Sie dachten an die Erfindung von Parkes, griffen dennoch nicht auf die Schießbaumwolle zurück, sondern gingen von anderen Ausgangsstoffen aus. Nach einer besonderen Methode oehandelten sie Papier mit Salpetersäure. Sie gelatinierten und kneteten die Masse mit Kampfer. So schufen sie das Zelluloid, einen kornartigen Stoff, der sich außerordentlich gut verformen läßt. Man kann ihn gefällig machen und schon färben. Im Saufe der Zeit werden viel wertvollere Dinge aus ihm hergestellt als Buchdruckwalzen: Perlen, Schmucksachen, Spielzeug. Bald gibt es keine Kämme und Schirmgriffe mehr aus Horn ober Gummi. Man macht sie aus Zelluloid. 1880 mitb in Deutschland die erste Fabrik gegründet: die Rheinische Gummi- und Zelluloidfabrik. Ihr Zelluloid ist dreimal billiger als das amerikanische. Schon im Anfang des 20. Jahr- hunderts fabrizierten wir Zelluloidwaren im Werte von mehr als 50 Millionen Mark. Inzwischen hatte aber die Chemie weitergeforscht. Sie gelangte zur Erfindung eines, durchsichtigen Zelluloids und eines solchen, das nicht so leicht brennt, nicht riecht und zu dessen Herstellung viel weniger Kampfer gebraucht wird. Und das durchsichtige Zelluloid wird zur Unterlage für photographische Filme verwendet. Und ohne diesen Kunststoff wäre es nicht zur Entwicklung der Filmindustrie gekommen.
Die Kampferbäume aber wuchsen in Japan. In Formosa und Altjapan. Auf Kampfer hatten die Augen Japaner ein Monopol. Sie saßen darauf und nutzten es aus. 1888 z. B. kostete der Kampfer je Kilo 2 Mark, 1895 schon 3,70 Mark, 1900 schon 5 und 1907 10 Mark. In diesen Jahren aber entwickelte sich außerordentlich stark der Kampferverbrauch der Zelluloidindustrie, obwohl die chemische Forschung dazu geführt hatte, bei der Zelluloid- fabrifation Kampfer zu sparen. 1890 z. B. brauchten die Zelluloidfabriken V« Million und 1906 schon 4,5 Millionen Mark für Kampfer. Das war eine schwere Situation für die junge Industrie. Hilfesuchend wandte sie sich an die Chemie. Die Chemiker eben sollten einen neuen Stofs schaffen und den Kampfer aus billigen, heimischen Stoffen synthetisch Herstellen. Das gelang der chemischen Fabrik Schering zu Berlin. Schon 1906 lieferte sie 800 000 Kilo synthetischen Kampfer. Von Jahr zu Jahr ftieg die Produktion. Bald führten wir nicht mehr für 4 bis 5 Millionen Mark Kampfer ein, sondern für 6 Millionen synthetischen Kampfer aus und waren
drolligen beweglichen Bären, das auf dem Weltmarkt und besonders in USA. einen ungeheuren Absatz fand, der bisher noch von keinem Spielzeug dieser Art erreicht worden war. Dieses aus Plüsch gefertigte Tier erhielt in den Staaten die Bezeichnung „Teddybär", womit man auf den damaligen Präsidenten Theodor (Teddy) Roosevelt anspielte, der als passionierter Bärenjäger bekannt war. Die Spielwarenstadt Sonneberg und die südthüringische Spielwarenindustrie griffen die Idee Steiffs auf. und versandten Millionen dieser Bären in die Welt. Richard Steiff selbst ging 1923 nach USA. Viel schönes Spielzeug verdankt die Welt der Tatkraft dieses Mannes, der auch den ersten Tretroller herausbrachte. Steiff war gebürtiger Stuttgarter. Dort lebt noch seine Tante, die sich ebenfalls die Spielwarenherstellung zur Aufgabe gemacht hat.
Die alle „Colornbine“.
Die testamentarische Verfügung über den Nachlaß des Prinzen Waldemar, des kürzlich verstorbenen ältesten Mitgliedes des dänischen Königshauses, ist jetzt bekannt geworden. Ein großer Teil des Nachlasses soll jetzt versteigert werden, aber die alte „Colornbine" ist nicht darunter. Sie wird in einem später vielleicht einmal entstehenden Automobil-Museum einen Ehrenplatz beanspruchen können. Im Jahre 1906 erregte Prinzessin Marie, die längst verstorbene Gattin des Prin-
Flug,zeuge ein, bie . VUD uh«:l einem
Brasilien geliefert Haufen Sägemehl gefunden habe. Der Dieb war in Rio de Janeiro h * --•* *- •- ' —


