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189. Jahrgang
Samstag, 2O./$onntag,2L Mai 1959
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Englands Paktpolitik
soll die
Welt zur Kenntnis nehmen, danach soll sie
auf Danzig deshalb Anspruch, weil Weichsel ein polnischer Fluß sei Danzig die Weichselmündung beherrsche, kämen ja auch nicht auf den Gedanken,
Die gegen einen
d i e und Dir mit
Der Führer hat diesen Tagesbefehl dem Oberbefehlshaber der Heeresgruppe 2, General der Infanterie von Wihleben, dem Befehlshaber der Luftverteidigungszone Dest, Generalleutnant kihinger, dem Generalinspektor Hauptdienstleiter Dr. Todt und dem Reichsarbeitsführer Reichsleiter h i e r l übermittelt.
Efringen (Baben), 19. Mai (DRB.) Der Führer hat nach Abschluß seiner sechstägigen Inspektionsreise durch das Gebiet des deutschen Westwalles folgenden Tagesbefehl erlassen:
„Soldaten und Arbeiter der Westfront!
Die Besichtigung des Westwalles hat mich von seiner Unbezwingbarkeit überzeugt. Mit mir dankt das deutsche Volk allen, die durch bedingungslosen Einsatz in kürzester Zeit die Grundlage für Deutschlands Sicherheit in Beton und Stahl geschaffen haben. Mein Dank gebührt außer den Soldaten. Wesiwallarbeitern und Ar
beitsdienstmännern der Grenzbevölkerung, die durch ihre Opferwilligkeit vorbildlichen nationalsozialistischen Gemeinschaftssinn bewiesen hat.
gez.: Adolf Hitler.
London, Mai 1939.
In einem Ausmaß wie selten seit dem Weltkriege wird heute in London wieder große Politik gemacht. Ob diese Politik für das britische Weltreich und für die anderen Nationen Europas und der Welt segensreich oder verderblich ist, darüber wird die Geschichte einmal das Urteil sprechen. Aber nach einer zwanzigjährigen Periode der Untätigkeit und der außenpolitischen Schwäche glaubt die britische Nation unter Chamberlain zum erstenmal'wieder, die Führung in der Weltpolitik an sich gerissen zu haben, und die Bereitwilligkeit, mit der sich gewisse Nationen des europäischen Ostens und Südostens in die höhle des britischen Löwens zu begeben scheinen, macht diesen Glauben bei der breiten Öffentlichkeit verständlich. Um so erstaunlicher erscheint dem englischen wie dem ausländischen Beobachter die geradezu erbitterte Gegnerschaft, mit der die Opposition inzwischen immer wieder gegen die Regierung auftritt.
Im Gegensptz zu den parlamentarischen Systemen des Kontinents, wo die Opposition einzelner Parteien vielfach willkürlich und schwankend ist, erfüllt die Opposition in England geradezu eine staats- politische Funktion. Die gesamte englische Politik der viktorianischen Zeit und bis zum Weltkrieg hin ist ohne das Gegenspiel von konservativen Tories und liberalen Whigs überhaupt nicht verständlich. Seit der Koalitionsregierung Lloyd Georges, die der Not der Kriegszeit entsprungen war, machen die traurigen Ueberreste der Liberalen, in sich wieder gespalten, eine unfruchtbare Opposition im Sinne kontinentaler Parlamente. Diese unter Gladstone und später wieder unter Asquith einst mächtigste Partei im Unterhause verfügt nur noch über 21 von 615 Sitzen.
die gerade diese Außenpolitik seit Jahren gefordert hatte, verweigert diesen Rückhalt aus doktrinärer Engstirnigkeit und außerdem aus verletzter Eitelkeit, weil ihrer Ansicht nach Chamberlain vor Einführung der Wehrpflicht die Opposition nicht hinreichend zu den Beratungen zugezogen hat. Im Unterhaus und mehr noch im Lande wird die Haltung der Oppositionsführer in eigenen
einer analogen Begründung etwa Rotterdam zu verlangen, weil es die Rhein- Mündung beherrsche. Ebenso wenig sei die Rede davon gewesen, daß wir Polen oon der Ostsee abdrängen wollten. Endlich könne wohl auch nicht ernstlich bezweifelt werden, daß eine Großmacht wie das Deutsche Reich m i t seiner Ost Provinz verbunden sein und diese Verbindung exterritorialen Charakter haben müsse. Diese Forderung sei wahrhaft maßvoll und billig.
Die polnische Oeffentlichkeit habe den Boden der Realitäten völlig verlassen, weil sie sich durch England gedeckt fühle. Mit schneidender Jro-
Reihen scharf getadelt. Aber Aktlee und seine politischen Freunde beharren auf ihrer Doktrin.
Für den Außenstehenden wichtig ist an dieser Entwicklung nur eines: Bedeutet dieses völlige Versagen der Opposition von heute zugleich die ernsteste Krise, durch die der englische Parlamentarismus bisher gegangen ist? Oder wird aus den Trümmern der Arbeiterpartei, der Liberalen und der allerdings nicht mehr sehr zahlreichen unzufriedenen Konservativen eine neue Opposition entstehen, die nicht mehr vom Geist, der stets verneint, getragen wird, sondern von der Bereitschaft und Fähigkeit, die Verantwortung zu jeder Stunde zu übernehmen?
Köln, 20. Mai. (DNB.) Reichsminister Dr. Goebbels sprach am Freitagabend in einer gewaltigen Massenkundgebung in den Ausstellungshallen. Dr. Goebbels entwarf ein plastisches Bild oon der stolzen Größe und Wehrhaftigkeit des neu- erftandenen Reiches. Der Führer habe die Richtigkeit des Treitfchkefchen Wortes bewiesen, daß M ä n- ner d i e Geschichte machen. Freilich sei dabei unerläßliche Voraussetzung gewesen, das sich das Volk hinter ihn gestellt habe, denn Ideen allein reichten nicht aus. Sie müßten sich stets mit der Macht verbinden, wenn sie zur Realität werden sollten. Das aber sei im nationalsozialistischen Deutschland unter der einzigartigen Führung Adolf Hitlers geschehen. Heute repräsentiere der Führer nicht nur das deutsche Ansehen, sondern vor allem auch die deutsche Macht. Mit beispielloser Zähigkeit habe er zusammen mit seinem Volk eine Wehrmacht geschaffen, in deren Schutz sich die Nation nach furchtbarsten Zeiten völkischer Demütigung endlich wieder geborgen wisse.
„Deutschland ist wieder eine Weltmacht geroorben und in einem sechsjährigen kühnen und steilen Aufstieg ist unser Reich zur Großmacht emporgewachsen. Was wir vor Jahren nicht im Entferntesten für möglich hielten, das ist geworden: auf der Grundlage der Einheit ist die nationale Freiheit und die Wiederherstellung unserer nationalen Ehre erstanden. Ein Volk, das den tiefsten Fall seiner ganzen Geschichte tat, ist 20 Jahre später zum bestimmenden Mittelpunkt der europäischen Politik geworden. Wir sind nicht mehr das oerträumte Volk der Dichter und Denker, mit dem man Jahrhunderte hindurch ein leichtes Spiel hatte, sondern entschloß sen, unser Recht als Weltmacht von Rang geltend zu machen. Hinter dem politischen Willen des Führers steht ein geschlossenes Volk und seine bis an die Zähne bewaffnete Wehrmacht und über dem Volk steht eine mutige und zielklare Führung, die das Richtige im richtigen Augenblick zu tun wisse. Unser Volk kann dem Führer'auf den Knien dafür danken, daß er durch seine Tat dafür gesorgt hat, daß in Zukunft nicht mehr der Neid und die Mißgunst einer machtlüsternen Umwelt das Reich ins Unglück stürzen kann. Der Führer hat vorgesorgt. Wir haben ja mit der Aufrüstung nicht erst gestern angefangen, und he u t e sindwirunüberwindlich! Mit stolzer Befriedigung können wir das stärkste Heer, die imponie-- rendste Luftwaffe unser eigen nennen und auch unsere Kriegsmarine steht im Begriff, wieder m die Reihe der bedeutenden Seemächte der Welt em- zurücken.
Allerdings sei mit Deutschland sozusagen e t n neuer Konkurrent auf dem internationalen Kraftfeld erschienen. Deutschland habe sich s e l b st das Recht geholt, das ihm in jahrelangen Bemühungen auf dem jo viel gepriesenen Verhandlungswege nicht zugesian- den worden fei. Es sei mehr als abwegig, diese Methode der Wiederherstellung des Rechtes als „brutal“ hinzustellen. Deutschland sei ja zu diesem angeblich brutalen Vorgehen immer nur durch die impertinente Unnachgiebigkeit der Westmächte gezwungen worden. Wan rede immer von „Verhandel n“, aber wo werde denn B. über die so brennende Frage der Rückgabe'der uns geraubten Kolonien die Möglichkeit zum verhandeln geboten. Die Welt würde besser beraten fein, wenn sie diesen Problemen mutig und einsichtsvoll ins Auge schaute. „Denn zu glauben, daß
wort auf die impertinente Botschaft Roosevelts hatte der Führer erklärt, daß Deutschland bereit sei, mit allen Staaten, die es wünschen sollten, Nichtangriffspakte abzuschließen. Es sind denn auch mit allen Staaten des Nordens und Nordostens Verhandlungen darüber geführt worden, die jetzt zu einem gewissen Abschluß gekommen sind. Von den drei baltischen Staaten war Litauen bereits in dem Abkommen über die Rückkehr des Memellandes zum Reich ein Nichtangriffsversprechen gewährt worden. Mit Estland und Lettland stehen Nichtangriffspakte vor dem Abschluß. Die vier nordischen Staaten hatten eine Konferenz ihrer Außenminister nach Stockholm berufen, um zu dem deutschen Vorschlag Stellung zu nehmen. Die Konferenz hat anerkannt, daß Dänemark durch seine unmittelbare Nachbarschaft mit Deutschland gegenüber den übrigen drei Mächten in einer besonderen Lage sei, die den Abschluß eines Nichtangriffspakts mit dem Reich wünschenswert machen könne, lieber einen solchen, selbstverständlich gegenseitigen Nichtangriffspakt wird also mit Dänemark weiter verhandelt werden, während Schweden, Norwegen und Finnland, die ja alle drei keine gemeinsamen Grenzen mit dem Reich haben, ein solches Abkommen nicht für erforderlich halten, da sie. wie sie noch einmal erklärt haben, sich von Deutschland nicht
nie prangerte Dr. Goebbels an, wie dieses Eng- land, um Deutschland einzukreisen, sich bemühe, auch Sowjetrußland in einen solchen Ring hineinzuziehen — das kapitalistischste, das feudalste und besitzendste, unproletarischste Land der Erde verbinde sich mit dem proletarischsten und dem kom-. munistischsten. Wenn am nächsten Montag dagegen das Militärbündnis zwischen Berlin und Rom unterzeichnet werde, so dokumentiere sich damit vor den Augen der europäischen Oeffentlichkeit ein Machtblock, wie ihn die neuere europäische Geschichte noch nicht sah. Man solle sich über seine Auswirkungen keinem Zweifel hingeben, denn hier begegneten sich nicht nur zwei Völker in gemeinsamen Interessen, sondern auch zwei Revolutionen in denselben weltanschaulichen Zielen.
Wir sind jetzt die stärkste Militärmacht der Welt, und die Achse, die Rom und Berlin miteinander verbindet, ist unzerbrechlich geworden. So kann uns irgendeine Panikmache nichts mehr anhaben. Die deutsche Ration will keinen Krieg. Sie steht Gewehr bei Fuß, so schloß der Minister, aber das deutsche Volk ist entschlossen, feine Lebensrechte zu wahren und zu verteidigen. Das deutsche Volk weiß, daß es bei der Verteilung der Welt zu kurz gekommen ist und die Welt muh einfehen, daß das auf die Dauer nicht so bleiben kann. Das deutsche Volk steht in blindem Vertrauen hinter feinem Führer und wartet der Dinge, die da kommen werden. Das Gefühl der Angst ist ihm gänzlich fremd. Aeberrascht werden können wir nicht mehr. Das deutsche Volk schläft sozusagen mit dem Tornister unter dem Kops. Es weih, worum es geht, und es ist entschlossen, fein Leben und feine Freiheit bis zum Letzten zu verteidigen, wenn es notwendig fein sollte.
Aber noch geben wir nicht die Hoffnung auf, daß die Vernunft zu den Völkern zurückkehren und daß es nicht notwendig fein werde, Europa in das tiefste Unglück hineinzustürzen, lediglich, weil die deutsche Nation in bescheidenem Umfange an den ' Reichtümern der Welt mitbeteiligt werden wolle. Das
in der Levante
von London betriebene Einkreisungspolitik die autoritären Mächte hat in Nordeuropa eklatanten Mißerfolg erlitten. In seiner Ant-
Oer Westwall unbezwingbar!
Oes Führers Dank an alle Milwirkenden.
handeln. Es ist das nicht nur ein Appell an das deutsche Volk, sondern ein Appell an die Welt. Der Führer isteinFriedenssreund. Er will wirklich den Frieden. Mit einem Minimum an Vernunft wird es möglich sein, den Frieden zu wahren, und zwar den Frieden der Gerechtigkeit. Die Kriegshetzer würden furchtbares Verhängnis über Europa heraufbeschwören, wenn sie Deutschland dazu zwingen, sein Leben zu verteidigen. Sie werden Europa seiner glücklichsten Zeit entgegenführen, wenn sie die vitalsten Lebensansprüche des deutschen Volkes erfüllen. Die Wahl liegt b e i den anderen, nicht bei uns. Wir aber find geschloffen und einig in einer nationalen Idee. Wir sind bewaffnet bis an die Zähne und vertrauen blind auf den Mann, der Deutschland aus seinem tiefsten Fall von 1919 zu der Höhe oon 1939 emporführte. In diesem Sinne sind wir auch religiös, in dem Sinne glauben wir an das Walten eines höheren Schicksals, das am Ende doch immer nur Mut und Kraft belohnen wird, und das uns dann auch einen Weg zeigt, um zu unserem Recht und zu unserer Freiheit zu kommen. In diesem Sinne haben wir den Mut und die Berechtigung, vor diese höhere über uns waltende Macht zu treten und zu sagen: „Wir haben uns selbst geholfen, nun, Gott, mußt du uns auch helfen!"
Deutschland will einen Frieden der Gerechtigkeit
Reichsminister Dr. Goebbels spricht aus einer Massenkundgebung in Köln.
Versagen der Opposition in England
Von unserem Dr. Li.-Korrespondenien
Diese Entwicklung bedrohte unmittelbar die Grundlagen des englischen Parlamentarismus, weil den Konservativen, die seit 1931 eine erdrückende Mehrheit besitzen, der politische Gegenspie- l e r genommen war. Die Arbeiterpartei war nach dem Willen ihrer Väter zur Nachfolge der : Liberalen berufen. Sehr schnell aber zeigte sich, daß ' sie dieser Aufgabe nicht gewachsen war. Der erste. Versuch einer arbeiterparteilichen Regierung, ' damals noch mit Hilfe der Liberalen, scheiterte 1923 ; schon nach wenigen Monaten. Die zweite Arbeiter- regierung in den Jahren 1929 brachte England an , den Rand einer schweren wirtschaftlichen und inner- politischen Krise. Ramsay Macdonald, einer der ältesten Führer der Arbeiterpartei, besaß damals genügend Patriotismus, um alle doktrinären Bedenken über Bord zu werfen und die Führung der nationalen Koalitionsregierung zu übernehmen. Diesen „Verrat" haben ihm seine Parteifreunde nie verziehen. Seitdem befindet sich die Arbeiterpartei in erbitterter Opposition, erst gegen ihren eigenen Führer, dann gegen Baldwin, der aus der Nationalregierung in Wahrheit eine konservative Regierung machte, und heute gegen Neville Chamberlain.
Es ist in England kein Geheimnis, daß Chamberlain für seine innenpolitischen Gegner ein großes Maß von Verachtung besitzt. Hinzu kommt, daß die Arbeiterpartei seit vielen Jahren nicht einen einzigen Mann von überdurchschnittlichem Format aufzuweisen hat. Bei dieser Unfähigkeit der Führung ist es nicht weiter verwunderlich, daß auch die Politik der Arbeiterpartei ahnd Format und Konturen ist. Vornehmste Aufgabe der englischen Opposition war seit jeher die Kritik an der In n e m Politik der Regierung. Das bedeutete nicht eine stillschweigende Vollmacht an die Regierung auf außenpolitischem Gebiet. Aber niemals hat ine Opposition derartig scharfe Angriffe ge g e n die Außenpolitik der Regierung gerichtet wie die Arbeiterpartei, und in ihrem Fahrwasser die Liberalen, während der letzten fünf Jahre, fühlbar wurde die Opposition schließlich faft überhaupt nur noch bei außenpolitischen Debatten, wahrend die Regierung bei der Erfüllung ihrer mneren Ausgaben auf die Mitarbeit der Opposition fast ganz verzichten mußte.
Es ist bekannt, daß die Opposition seit Jahren am lautesten nach der „starken Haltung gegen die f a s ch i st i s ch e n Staaten geschnen hat. Jeder Versuch der Regierung, mit Deutschland oder Italien in nähere Beziehungen einzutreten, wurde von der Opposition als Verrat an den heiligsten Gütern der Nation bezeichnet. Der D)t e r - pakt rnit Italien und der ! p anische B arge r E r i e g sind hierfür die hervorstechendsten Beispiele. Auch nach dem A b k o rn m en v on Mu n - chen beschuldigte die Opposition Chamberlain er habe Englands politisches Ansehen in der Welt „endgültig erschüttert". Als aber bie Regientng unter dem immer starker werdenden Druck ihrer eigenen Anhänger nn Marz dieses Jahres den Kurswechsel vornahm und nunmehr von sich aus ein? Politik trieb, deren Auswirkungen sich gegen die autoritären Staaten richteten, war der Opposition plötzlich der letzte Wmd aus den Segeln ^Jetzt^rächt es sich, daß seit Jahren die Opposition ihre eigentliche, innenpolitische Aufgabe wrnag lässigt hat. Trotzdem hat man m der a^etterpartej versucht, diese Schwenkung zuruck zur Innenpolitik durchzuführen, ist aber Öabci auf em memg glu liches Gebiet verfallen: die Bekämpfung de Wehrpflicht. Selbst die Gegner heutigen Außenpolitik Chamberlains sehen em, daßi die s unvorsichtig gegebenen Garantien m q Übel den Rückhalt der Wehrpflicht eigenen Lande zur Folgen haben mußten. Die Arbeiterpart - '
sich 80 Millionen Deutsche im Herzen Europas für die nächsten Jahrhunderte ohne den Besitz von Kolonien zufrieden geben könnten, ist geradezu kindisch. Wir müssen die Forderung auf Kolonien um unseres Lebens willen erheben, und es ist völlig unmöglich, ihre Erfüllung etwa auf die nächsten 20 oder 30 Jahre zu verteilen. Wir wollen unser Eigentum zurückhaben, auf das wir niemals verzichten können und auch niemals verzichten werden.“
Auf die deutsche Innenpolitik und* die' kümmerlichen Argumente kleinlicher und unsinniger Nörgler eingehend, beschäftigte sich der Minister voll beißenden Spotts mit den zwar ungefährlicheren, immerhin aber doch anspruchsvoll auftretenden Meckerern vom Schlage der Halbgebildeten und jeder charakterlichen Haltung entbehrenden Intellektuellen. Unbekümmert um diese kleine Clique der Nörgler habe es die große Masse des gläubigen deutschen Volkes für richtiger gehalten, einmal hier und da auf etwas Butter und Schweinefleisch zu verzichten und dafür dem Führer die Möglichkeit zu geben, daß er d i e Grenzen de »Reiches sichere und eine unüberwindliche Wehrmacht schaffe. „Dank dieser Einsicht", so betonte der Minister, „hat Deutschland an seiner Westgrenze eine Mauer von Zement und Stahl erhalten, die für alle Zukunft „einen Spaziergang nach Berlin" ins Reich der Phantasie verweist!".
Der Minister legte eingehend dar, daß das Reich mit den Maßnahmen der letzten Jahre in keiner Weife irgendwie die Interessen der westlichen Mächte verletzt hat. „Wir billigen England keinerlei Qualifikationen zu, über uns zu Gericht zu fitzen. Wir Haden mit der Errichtung des deutschen Protektorats über Böhmen und Mähren den Frieden in Mitteleuropa endgültig s i ch e r g e stellt, ohne dabei im übrigen unsere Rasten- und Volkstumsprinzipien auch nur im geringsten zu verleugnen. Beide Völker leben getrennt nebeneinander und gehen nur in elementaren Lebensfragen zusammen."
Zur Frage Danzig und Korridor stellte Goebbels mit Nachdruck fef(, es sei gar nicht zu bezweifeln, daß Danzig eine deutsche Stadt sei. Das habe ja der polnische Außenminister selbst in seiner Sfmrede offen zum Ausdruck gebracht. Ebenso wenig sei zu bezweifeln, daß dife Stadt zu uns ge- höre und zu uns wolle. Eine sonderbare Logik sei es, wenn die Polen sagten, sie hätten


