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Katsche Rezepte.

Der englische Ministerpräsident Chamberlain j war in den letzten Tagen der Zielpunkt offener und versteckter Angriffe der Clique um Eden und Duff Cooper, die ihm offen androhte, die Tage seiner politischen Führung seien gezählt, wenn er nicht endlich eine scharfe Stellung gegen Deutschland ein­nehmen werde. Wir glauben nicht, daß es diese An­griffe waren, die den Ministerpräsidenten veranlaß, ten, in seiner Rede in Birmingham eine unfreundliche Haltung gegen die Veränderungen in Mitteleuropa einzunehmen. Wenn er den Dorwurf erhoben hat, Deutschland habe das Münchener Ab­kommen verletzt und es habe auch den Grundsatz verleugnet, kein fremdes Volkstum beherrschen zu wollen, so mag daraus die typische englische An, schauung sprechen, von anderen Völkern zu ver­langen, was England selbst in keinem Zeitpunkt seiner Geschichte als berechtigt anerkannt hat.

Was das Münchener Abkommen anbelangt, fo ist es offenkundig, daß feit Ende September vieler, lei geschehen ist, was dem Geist und Sinn dieses Abkommens weiter entwickelte. Man braucht nur daran zu erinnern, daß sich inzwischen die Slowake, von Prag gelöst hat und daß auch die Karpatho- Ukraine ihre eigenen Wege gegangen ist. Der tschecho-slowakische Staat, der in einer veränderten Form in München ins Leben gerufen wurde, bestand nicht mehr, als die tschechische Regierung in Prag selber die Initiative ergriff, sich an den Führer zu wenden und seiner starken Hand die Geschicke der tschechischen Nation anzuvertrauen. Es ist doch nicht so. daß die Herren Hacha und Chvalkowsky erst in Berlin den ganzen Ernst der Lage erkannt hätten, vielmehr ist aus der Rundfunkrede des Präsidenten Hacha hervorgegangen, daß man sich in Prag über die Tragweite und das Ziel der Entschlüsse im tsche­chischen Ministerrat schon im klaren war, als man um den Empfang beim Führer gebeten hat.

Die Folgerung aus der veränderten Lage ging Deutschland ganz allein an. Das tschecho-slowakische Problem ist in der Vergangenheit stets daran ge­scheitert, daß allzu viele Köche an dem Brei herum» gerührt haben. So hat der verflossene Staatspräsi­dent Benesch selbst in seinem Domizil in Nordame­rika nicht vergessen, sich an Chamberlain, Daladier, Roosevelt und Finkelstein zu wenden, damit diese Männer den Schritt Deutschlands nicht anerkennen sollen. Aber der böhmisch-mährische Raum ist seit einem Jahrtausend so eng mit Deutschland verbun­den gewesen, daß es des guten Rates anderer Mächte nicht bedurfte, wenn endlich reiner Tisch gemacht und der Friede Mitteleuropas damit ge- sichert wurde. Wir mischen uns auch nicht in dir unendlich vielen Probleme, die das britische Well- reich an so vielen Stellen aufweist, nur dann und dort, wo deutsche Interessen mitsprechen, melden wir uns zum Wort. Daß aber die englischen Interessen durch die Proklamation des Protektorates nicht ge­schädigt worden sind, ist unbestreitbar.

Dann kommt noch die R a s-s e n f r a g e. Es ist sonderbar, aus dem Munde eines englischen Staats­mannes die Klage darüber zu hören, daß das Deutsche Reich (angeblich) seinen rassenpolitifchen Grundsatz verletzt habe. Seit sechs Jahren haben wir endlose Reden und zahllose Artikel aus Eng­land gehört und gelesen, in denen uns diese Rassen­frage zum schlimmsten Vorwurf gemacht wurde. Das ist verständlich, denn Großbritannien besitzt in seinem Weltreich die Angehörigen aller weißen und farbigen Völker, vom Nordgermanen bis zum Australneger. Nur kann man keine Folgerichtigkeit daraus erkennen, wenn jetzt der Ministerpräsident Chamberlain uns Vorhaltungen machen will, weif wir das tschechische Volk in den Schutz des @ro&- deutschen Reiches gestellt haben. Wie schon gesagt, ist das durchaus in friedlicher Weife und auf den Wunsch der tschechischen Regierung selbst geschehen. Das Dekret des Führers hat für das Protektorat bestimmt, daß die Rechte des tschechischen Volkstums gewahrt werden, es wird also keine Germanisierung betrieben, und die Tschechen werden nicht in die Rolle einerMinderheit" gedrängt Sie behalten ihre innere Verwaltung, sie besitzen einen eigenen Regierungschef, die Interessen des Reichs sind ledig­lich durch den Reichsprotektor gewahrt, der darüber wachen wird, daß die gemeinsamen Interessen keinen Schaden leiden.

Die Deutschen sind auch nicht als Feinde im Lande erschienen, sie haben keine farbigen Truppen mitgebracht und keine Offiziere, die mit der Reit­peitsche die friedlichen Einwohner vom Bürgersteig treiben, wie es einst im Rheinlands und im Saar- gebiet geschehen ist. Im Gefolge der deutschen Heere erschien auch kein Troß von Spekulanten und De­visenschiebern, wie es vor 20 Jahren erlebt wurde, als fremde Truppen in deutsches Land einrückten. Den deutschen Marschkolonnen und Panzergeschwa­dern folgten lediglich die Gulaschkanonen der NSV., die allen Notleidenden ohne Unter­schied des Volkstums ihre Hilfe boten. Schließlich will das tschechische Volk nach Jahren der Wirrnisse und der getäuschten Hoffnungen Ruhe und Ar­beit, die ihm weder von Benesch noch von Cham­berlain verschafft werden kann. Der deutsche Lebens­raum, in den die Tschechen durch ihr Schicksal hin- eingestellt sind, wird sich unter der nationalsozia­listischen Führung als kräftig genug erweisen, um auch dieses Problem zu lösen.

Es ist höchst seltsam, gerade von englischen Blät­tern in diesem Zusammenhang den Vorwurf zu hören, Deutschland strebe nach der Welt­herrschaft, besitzt doch nicht etwa Deutschland, sondern vielmehr England ein Viertel der Erdober­fläche und regiert mehr als ein Drittel der Mensch­heit. Das britische Empire und nicht Deutsch­land beherrscht alle bedeutenden Seewege des Erd­balls und verfügt 'über alle wichtigen Rohstoff- quellen. Seine überlegene Finanz- und Wirtschafts­kraft sucht den Außenhandel anderer Völker vom Weltmarkt zu verdrängen. Der Vorwurf des Im­perialismus klingt also angesichts dieser Tatsachen aus englischem Munde besonders merkwürdig Deutschland hat vielmehr durch den Abschluß des Flottenabkommens mit aller Deullichkeit die see- beherrschende Stellung Englands anerkannt und dem Wunsch nach klarer Trennung der lebenswichtigen Interessen beider Nationen Ausdruck gegeben, ob­wohl es selbstverständlich durchaus in der Lage wäre, eine gleichwertige Kampfflotte wie England aufzustellen. Aber Deutschland hat bislang daraus verzichtet, weil es jede Einmischung in die eigent­liche Interessensphäre des englischen Volkes abge­lehnt hat.

Nicht so England. Es wünscht noch heute, wie aus den ' Reden der britischen Staatsmänner und aus englischen Pressestimmen eindeutig heroorgeht. seine Schiedsrichterrolle auch im Lebensraum des deutschen Volkes aufrecht zu erchalten und glaubt nun, das deutsche Volk durch Drohungen mit einer neuen Einkreisung, für die man sich die Sowjet-' union und die Vereinigten Staaten neben Frank' reich als Bundesgenossen verschreiben will, einschüch'

Der deutsche Botschafter in London, Dr. von D i r k s e n , hat am Sonntag, um 14 Uhr, Lon­don verlassen und sich nach Berlin begeben. Der englische Botschafter in Berlin, Sir Neville Henderson, traf am Sonntagnachmittag in Lom don ein und begab sich sofort ins Foreign Office, wo er von Außenminister Lord Halifax empfangen wurde

Die deutsch-rumänischen Wittschastsverhandlungen.

Die freundschaftliche Atmosphäre ungetrübt

Bukarest, 19. März. ZDNB.) Die rumänische Presse veröffentlicht eine Mitteilung der amtlichen rumänischen Nachrichtenagentur Rador, in der die Behauptung von einem angeblichenUlti­matum" des Reiches an Rumänien im Ver­laufe der gegenwärtig stattfindenden Wirt­schaftsverhandlungen aufs entschiedenste in Abrede ge st eilt wird Die englische und die französische Presse hatte in dreister Weise die Lüge verbreitet, daß Deutschland im Zuge der zur Zeit im Gange befindlichen Wirtschaftsoerhandlungen einen Druck auf Rumänien ausgeübt habe. In politischen Kreisen Rumäniens ist man e m - pört über dieses durchsichtige Manö­ver, mit dem die deutsch-rumänischen Wirtschafts- Verhandlungen gestört werden sollten. Die für die rumänische Außenpolitik maßgebende Stelle hat so­fort eingegriffen und durch ihr Dementi alles getan, um die freundschaftliche Atmosphäre zu erhalten, in der sich diese Verhandlungen zwischen der rumäni­schen Regierung und dem deutschen Vertreter Mi­nisterialdirektor Wohltat bisher abgespielt haben.

Ende her Beflaggung

Eine Anordnung des Reichsinnenministers.

DNB. Der Reichsminister des Innern gibt im Einvernehmen mit dem Reichsminister für Volks­aufklärung und Propaganda bekannt:

Die anläßlich der Uebernahme des Schutzes über die Länder Böhmen und Mähren durch das Reich und aus Anlaß der Rückkehr des Führers aus die­sen Ländern in der Reichohauptstadt angeordnete Beflaggung endet am Sonntag, 19 März d. I., nach dem Empfang des Führers durch die Bevölkerung von Berlin.

verwandelt. Wenn wir heute, so sagte Dr. Schwarze, wieder einer lichteren Zukunft ent­gegen s e he n, so verdanken wir das dem Führer. Nie mehr werden wir uns durch poli­tische Grenzen das Recht nehmen lassen, uns zur deutschen Weltanschauung zu bekennen

Der Redner schloß mit einem Treuegelöbnis und einem dreifachen Sieg-Heil! auf den Führer Groß­deutschlands und den Führer der Memeldeutschen, Dr Neumann, in das die Masse begeistert ein­stimmte. Als Dr. Neumann den Platz am Denkmal verließ, um den Vorbeimarsch der Krieger­kameradschaft und der übrigen Verbände abzuneh­men, brausten ihm erneut stürmische Heilrufe ent­gegen, und aus den dichten Menschenmassen, die weichin die Straßen umsäumten, erklang immer wieder der Ruf:Wir wollen heim zum Reich?"

Kramer des Todes.

Franzosen! Während die Tschecho-Slowakei in ihr Grab niedersteigt, ruft sie euch zu: Wenn ihr auch 40 Divisionen verloren habt, so bleiben euch trotz allem elf Millionen Fxeunde!" Diese Aufschrift trägt ein Plakat in der Eingangshalle des ehemali­gen tschecho-slowakifchen Reisebüros in Paris, das sich in geschmackloser Weise in eine Trauerkapelle verwandelt hat. Hier zeichnet sich in Paris lebender marxistischer Pöbel in eine Art K v n d o l e n z l i st e ein, um so auf diese demonstrative Weise gegen das Ende des tschechoslowakischen Staates zuprotestieren", dem auch das Ausland seine Brüchigkeit in vollem Um­fange bestätigt hat.

Wir haben volles Verständnis dafür, wenn ein an seinem Volkstum und an dem Staat, der diesem Volkstum politische Macht gab, hängender Tscheche in diesen Tagen stürmischer Dorwartsentwicklung trauert Die Art aber, wie das Pariser Büro dieser Treue" Ausdruck gibt, zeigt in zynischster Form den Willen zur Hetze, zeiA den W i l l e n z u r u n - verschämten Provokation. Keine Tränen über das Ende des selbständigen Staates werden vergossen, keine Trauer darüber kommt zum Aus­druck, daß das ffchechische Volkstum nunmehr seine Macht Über andere verloren hat. Nur ein Gedanke beherrscht die Hetzer, die die demokratische Welt mo­bilmachen möchten: Frankreich hat 4 0 Di - visionen verloren! Die Zahl derer, die für Frankreichs Politik sterben sollten, ist kleiner ge­worden!

Daraus kommt es also denen an, die jetzt ihre Stimme gegen Deutschland erheben! Nicht der Ge­danke an die Gefühle tschechischer Volksangehöriger rührt sie, sondern der Verlust an Macht für imperialistische Ziele anderer. Nicht um Leben und Freiheit des ffchechischen Volkes geht es ihnen, sondern um die zahlenmäßige Stärke der Hin­termänner der Kriegshetze, der Versailler Kräfte, der Gegner des Reiches! Das, was in Paris jetzt vor sich geht, entlarvt die Freunde der zu Grabe ge­tragenen Tschecho-Slowakei als wahre Krämer des Todes, als nüchterne Rechner mit der Zahl derjeni­gen, die in Tod und Verderben geschickt werden kön­nen, damit die Versailler Politik lebe! Etwas Niedri­geres, etwas Gemeineres, etwas Zynischeres ist wohl fetten im politischen Leben der Völker inszeniert worden. Möge es dem tschechischen Volke die Augen darüber öffnen, welches Schicksal man ihm zugedacht hatte und weshalb man jetzt um sein Schicksal Klagelieder intoniert.

GngUschenndsranzösjscheproteste in Senin zurückaewiesen.

Berlin, 18. März. (DNB.) Der englische und der französische Botschafter haben aus Anlaß der Aktion, die von Deutschland zur Herstellung von Ruhe und Ordnung in Böhmen und Mähren und damit zur Befriedung Mitteleuropas durchgeführt worden ist, eine Demarche i m Auswärtigen Amt gemacht, um gegen eine angebliche Unrechtmäßigkeit des deutschen Vorgehens zu protestieren. Wie verlautet, ist den beiden Diplomaten von amtlicher Seite mitgeteUt worden, daß die Reichsregierung nicht in der Lage sei, solche Proteste entgegenzunehmen, da diese jeder politischen, rechtlichen und moralischen Grundlage entbehrten.

OerTag der Wehrmacht" in Prag.

Eindrucksvolle Parade der deutschen Truppen auf dem WenzelSplah.

Memel, 19. März. (DNB.) Unter gewaltiger Teilnahme der memeldeuffchen Bevölkerung fand am Sonntag in Memel die Einweihung des wiederaufgerichteten Denkmals Kai­ser Wilhelms I. statt, das vor 16 Jahren van litauischen Frevlerhänden gestürzt worden war. Der memeldeutsche Kriegerbund dem als Träger der soldatischen Tradition dieses alten preußisch-deutschen Landes die Führung der Feier übertragen wurde, war in Stärke von 3000 Mann aufmarschiert, daneben Ehren sturme und Abordnungen sämtlicher Gliederungen der memeldeutfchen Bewegung. Die Stadt prangte be- reits seit Tagen im reichen Flaggen- schmuck, da die Memeldeuffchen ihrer inneren Anteilnahme an dem historischen Geschehen in Böh- men und Mähren durch Hissung der Fahnen spon­tan Ausdruck gegeben hatten Neben den grünweiß, roten Memelfahnen waren besonders viele Hakenkreuzfahnen zu sehen.

Wir wollen heim zum Reich!"

Große Dolkskundgebung der Memeldeutschen bei der Wiederaufrichtung des Denkmals Kaiser Wilhelms I.

Prag, 19. März. (Europapreß) Am Tage der deutschen Wehrmacht wurde auch in der Hauptstadt des Protektorats Böhmen und Mähren eine große Parade aller zur Zeit hier liegenden Truppenteile der deutschen Wehrmacht einschließlich der Luftwaffe abgehalten. Schon in den frühen Morgenstunden begann trotz der bissigen Kalte der Zustrom der Bevölkerung, der deutschen sowie der tschechischen, zum Wenzelsplatz, zu jenem historischen Platz, auf dem am 28. Oktober 1918 der tschecho-slowakische Staat ausgerufen wurde und auf dem sich heute das für Prag erstmalige Schauspiel einer deutschen Truppenparade abspielen soll.

Als einige Minuten vor 10 Uhr der Oberbefehls­haber der Heeresgruppe3, General der Infanterie B l a s k o w i tz , vor der in der Mitte des Platzes aufgestellten und mit der Reichskriegsflagge, den Fahnen der Bewegung und den ffchechischen Farben geschmückten Tribüne eintraf, war der Wenzelsplatz bereits ein unübersehbar wogendes Menschenmeer geworden. Die Balkone der Häuser waren zum Bersten überfüllt. In den Fenstern lagen die Men­schen wie Trauben übereinander geschichtet. Auf der Tribüne hatten sich inzwischen die offiziellen Gäste, darunter der neuernannte Staatssekre­tär für das Protektorat Böhmen-Mähren, Karl Hermann Frank, Ministerpräsident Beran mit der gesamten Regierung des Protektorats, darunter auch General Sirooy, der deutsche Geschäfts­träger in Prag. Gesandtschaftsrat Hencke, der Pnmator der Stadt Prag, K l a p k a , und dessen Stellvertreter, Profesior Pfitzner, loroie eine große Anzahl anderer Vertreter von Böhmen und einiger noch in Prag bestehenden Gesandtschaften emgefunben.

Der Führer der Memeldeuffchen, Dr. Neumann, wurde bei seiner Ankunft von den Massen mit Sieg- Heitt-Rusen begrüßt. Der Memeler Gebietskrieger­führer Dr. S ch w a r z e hielt die Weiherede. Wenn verblendete Menschen, so sagte er, vor 16 Jahren glaubten, durch die Beseitigung der deutschen Denk­mäler auch die Treue aus den deutschen Herzen reißen zu können, fo hätten die Memeldeuffchen ourch sechs Wahlen aller Welt bewiesen, daß sie deutschen Blutes seien. Blut aber sei ftarter als Stein und Erz. 20 Jahre lang sei das Selbstbestimmungsrecht der Memeldeuffchen mit p u ßen getreten worden Ohne Volksbefragung feien sie abgetrennt und nach dem litauischen Putsch nn Jahre 1923 gegen ihren Willen Litauen e i n oerle ibt worden Zwölf Jahre lang habe das Memelland unter dem Kriegszustand geschmachtet, die memeldeuffchen Führer seien in Zuchthäuser geworfen worden, und die Wirtschaft des Memellandes wurde in einen Trümmerhaufen

Wenige Minuten nach dem Eintreffen des Ober­befehlshabers begann das Schauspiel, gleich ein­drucksvoll und unvergeßlich für die deutsche wie die tschechische Bevölkerung der Stadt. Bevor noch die ersten Fahnen am oberen Ende des Platzes aufge­taucht waren, verkündeten schon stürmische Heilrufe die Ankunft des Zuges. Besondere Bewunderung sand die Wucht der marschierenden Infanterie-Kom­panien, der ^-Verfügungstruppen und der Poli­zeitruppen. Zum erstenmal sah Prag auch mehrere Einheiten der Fallschirmjäger. Die berittenen Trup­pen, voraus ein Trompeterkorps, wurden beim Einschwenken mit besonderem Beifall bedacht. Das prachtvolle Pferdematerial mit für jede Einheit gleichmäßigen Farbe zeigte dem Pferdekenner den hohen Stand der deutschen Pferdezucht. Motorisierte Truppen, leichte und schwere Panzerspähwagen, Kraftradschützen, schwere Maschinengewehre, Panzer- Abwehrkanonen, leichte und schwere Artillerie roll­ten vorbei. Nachrichtentruppen, Flakbatterien und die dröhnende Kette der Panzertruppen bildeten den Abschluß der Parade. Auch die tschechische Bevölke­rung, die sich in den letzten Tagen mit den deutschen Soldaten schon auf recht freundschaftlichen Fuß ge­stellt hat, konnte sich des überwältigenden Eindrucks nicht erwehren, und fast selbstverständlich erhoben sich auch die Hände tausender Tschechen, wenn die Fahnen der einzelnen Truppenteile vorbeigetragen wurden. Die ursprüngliche Neugierde war einer Be­wunderung und Hochachtung gewichen. Unbeschreib­lich war natürlich der Jubel bei der deutschen Be­völkerung, die mit Stolz jeden Schritt der Soldaten und jedes Gerät der deutschen Wehrmacht beobach­tete. Während der Parade üb erflogen einige Male schwere Kampfflugzeuge in der Marschrichtung der Truppen den Wenzelsplatz.

Oer erste Reichsprotektor

Berlin, 18.März. (DllB.) Der Führer hat den Reichsminifter Freiherr» Konstantin von Neurath zum R e i ch s p r o t e k t o r in Böhmen und Mähren mit dem Dienstsih in Prag ernannt Freiherr von Neurath behält feine Aemter als Reichsminister und Präsident des <ße-, Heimen Kabinettsrates bet Ferner hat der Führer

sich Berlin zum Dolmetsch der Gefühle des ganzen deutschen Volkes. Als Adolf Hitler das erste Mal auf dem Balkon erscheint, sind in seiner Begleitung Generalfeldmarschall Hermann Göring und der Reichsmimster des Auswärtigen von Ribbentrop. Dreimal noch zeigt sich der Führer. Dann aber zieht er sich zurück zu dringenden Besprechungen Erst nach und nach verebbt die Hochstimmung auf dem Wil- helmplatz. Langsam gehen die Massen auseinander. Glücklich, eine der großen und herrlichen Stunden der deutschen Geschichte in nächster Nähe miterlebt zu haben.

Reichskanzlei aufgestellt hat, grüßt der Führer im Vorbeifahren vor allen anderen. Kaurn aber ist der Führer in der Reichskanzlei, da durchbrechen die Masten die Absperrungen und mit einem einzigen Jubelschret auf den Lippen stürmen sie über die Straße. Denn sie wissen, lange dauert es nicht mehr, bis der Führer auf dem Balkon erscheinen wird. Und doch vergehen Minuten, in denen die hunderttausende schaffende Berliner nicht aufhören, ihrer Begeisterung Ausdruck zu geben. Endlich öff­net sich die Tür Hunderttausend Hände strecken sich zum Gruß. Sieg-Heil! Unserem Führer! So macht

war er Kabinettschef des Königs von Württemberg. Auf diesem Posten verblieb Neurath bis November 1918, dann wurde er Gesandter in Kopenhagen. Zwei Jahre später vertrat er als Botschafter die In­teressen des Deutschen Reiches in Rom. Am 1 Okto­ber 1930 erfolgte seine Berufung auf den Botschas- terpoften in London. 1932 wurde er zum Reichs­minister des Auswärtigen ernannt. Seit 1933 ge­hörte er dem Kabinett des Dritten Reiches an, das Adolf Hitler am 30. Januar bildete. Neurath zählt zu den Persönlichkeiten, die das besondere Vertrauen Des Führers genießen Auf feinen eignen Wunsch entband ihn der Führer am 4. Februar 1938 von seinem Amt als Reichsminifter des Auswärtigen und ernannte ihn zum Präsidenten des am selben Tage gebildeten Geheimen Kabinettsrats. Durch seine Ernennung zum ersten Reichsprotektor in Böh­men und Mähren kommt das große Vertrauen zum Ausdruck, das der Führer seinem ehemaligen Mini­ster des Auswärtigen entgegenbringt.

Staatssekretär Karl Hermann Frank steht im 41. Lebensjahr. Er wurde in Karlsbad als Sohn eines Lehrers geboren. Er war Mitarbeiter Konrad Henleins und gründete in Karlsbad die erste Orts­gruppe der Sudetendeutschen Heimatfront. 1935 war

Freiherr von Neurath. (Scherl-Bilderdienst-M.) den stellvertretenden Gauleiter des Gaues Sudeten- land. Karl Hermann Frank, zum Staats­sekretär und den Regierungspräsidenteu Kurl von Burgsdorfs zum Miuisterialdirek- l o r beim Reichsprotektor in Böhmeü und Mähren ernannt.

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Der erste Reichsprotektor für Böhmen und Mäh­ren, Freiherr Konstantin von Neurath, der jetzt im 66. Lebensjahr steht, ist Württemberger: sein Vctter war der Oberstkammerherr des Königs von Württemberg. Schon vor über dreißig Jahren trat Neurath in den diplomatischen Dienst. Vor dem Weltkrieg war er Vizekonsul in London und bann Botschaftsrat in Konstantinopel. Während des Welt­krieges wurde Neurath von der Front, an der er als Kompanieführer kämpfte, zurückberufen und als Botschaftsrat nach Konstantinopel gesandt. 1917/18

Staatssekretär Karl Hermann Frank. (Scherl-M.)

er für die Wahlvorbereitung verantwortlich und wurde Abgeordneter des Egerland-Wahlkreifes. 1936 berief Konrad Henlein ihn in den Führerrat der SDP., und bestellte ihn 1937 zu seinem Stellvertre­ter. Bis jetzt war Karl Hermann Frank Stellvertre­tender Gauleiter des Sudetenlandes.