fern zu können. 21 ber damit wird man in London kein Glück haben. Deutschland wird sich durch solche plumpen Methoden ledialich veranlaßt sehen, die Sicherheit des deutschen Lölkes auf allen Gebieten mit den stärksten Mittel auf das äußerste zu steigern.
Chamberlain, der gerade in diesen Tagen seinen 70. Geburtstag begehen konnte, läuft Gefahr, unter dem Einfluß einer augenblicklichen Verstimmung der in München angebahnten Entwicklung zu einer ver- nünftiaen naturgegebenen Neuordnung und Friedenssicherung Europas den Weg zu versperren. Denn es kann nicht ausbleiben, daß auf die Herausforderungen, zu denen sich der britische Premierminister bedauerlicherweise hat hinreißen lassen, Deutschland die Antwort nicht schuldig bleiben wird. So wenig Deutschland es jemals unternommen hat, englische Interessen zu beeinträchtigen, so sehr darf es auch verlangen, daß das englische Volk sich jeder Einmischung in ausschließlich deutsche Angelegenheiten enchält. Nuraufdieser Grundlage kann zwischen Deutschland und England das freundschaftliche Verhältnis- entstehen, das das deutsche Volk und seine Regierung seit langem anstreben, dessen Zustandekommen aber durch solche Reden, wie wir sie in den letzten Tagen jenseits des Kanals hören mutzten, unmöglich gemacht wird.
Jedenfalls werden weder die Rüstungskredite, die Daladier gefordert hat, noch die Reden englischer Politiker das deutsche Volk von seinem Wege abbringen. Es kennt aus der Vergangenheit diese Töne gut genug und geht darüber zur Tagesordnung über. Vielleicht ist bk Opposition gegen Chamberlain durch seine Rede in Birmingham etwas besänftigt worden, in jedem Falle werden die Gelder für die Rüstungsindustrie lebhafter fließen — und darauf mag es gewissen Leuten ankommen. Es ist schade, daß sie kein anderes Rezept für den Wiederaufbau Europas gefunden haben.
Chamberlains Rede.
Gonntagsbefprechungen in London.
Erregte Kombinationen der englischen presse.
London, 20. März. (Europapreß.) In der Amtswohnung des Ministerpräsidenten fanden am Sonntag Besprechungen statt. Nachdem Chamberlain den Luftfahrtminister, Sir Kingsley Wood, empfangen hatte, hatte Lord Halifax, der vom Unterstaatssekretär C a d o g a n begleitet war, eine eineinhalbstündige Unterredung mit ihm. Weitere Besucher waren Handelsminister Stanley, Do- minienminister Sir Thomas Jnskip, Verteidigungsminister Lord C Hatfield und Marineminister Lord Stanhope. Von ausländischen Diplomaten sprachen der französische und sowjetrussische Botschafter im Außenministerium vor. Ministerpräsident Chamberlain begab sich kurz vor 19 Uhr in den Buckhingham-Pa- l a st, wo er oom König, der kurz vorher von Schloß Windsor nach London zurückgekehrt war, in Audienz empfangen wurde. Chamberlain erstattete dem König Bericht über die letzte Entwicklung der Lage und über den Verlauf der Kabinettssitzung. Die Audienz Chamberlains beim König dauerte über eine Stunde. Im Anschluß daran hatte der Ministerpräsident in seiner Amtswohnung neue B e - s p r e ch ungen mit Lord Halifax und dem Staatssekretär des Auswärtigen Amtes. Für Montagvor- mittag ist eine außerordentliche Kabinetts- I r si u n g zur Beratung der außenpolitischen Lage anberaumt worden. Sie wird den Ministern Gelegenheit geben, die Erklärungen zur Kenntnis zu nehmen und zu billigen, die Ministerpräsident Chamberlain und Außenminister Lord Halifax am Nachmittag im Parlament abzugeben beabsichtigen.
Mit Ausnahme der „Times" sprechen die Blätter in mehr oder weniger deutlicher Form von der
Möglichkeit einer gemeinsamen Front aller demokratischen Staaten unter Englands Führung, wobei aber eigentümlicherweise d i e Sowjetdiktatur neben Frankreich als einer der wesentlichsten Faktoren eines solchen demokratischen Paktes angesehen wird. „Daily Telegraph" schreibt, das Kabinett prüfe die Frage, ob es ratsam sei, sofortige Beratungen mit Frankreich, Sowjetrußland und den Balkan st aaten (!) zu eröffnen. Man erfahre, daß der Sowjetbotschafter Maiski ersucht worden sei, die Ansicht seiner Regierung über „gewisse Punkte" einzuholen, denen man in London wesentliche Bedeutung beilege. Die seit langem von der britischen Regierung vertretene Ansicht, daß es keinen Zweck habe, irgendwelche Länder nördlich ober westlich der Türkei aktiv zu unterstützen, werde in Downing Street zur Zeit überprüft. In größter Aufmachung meldet „Daily Mail" bereits, daß die britische Regierung die sowjetrussische Regierung formell aufgefordert habe, ihre Beteiligung an einem Pakt mit England und Frankreich zu prüfen. Das Blaff bezeichnet wieder einmal General st absbesprechungen mit Frankreich und möglicherweise auch mit anderen Ländern als „dringlich". Eine nüchterne Haltung nimmt das meistgelesene Londoner Blatt, der „Daily E x p r e ß", ein, der seinem Montagsteit- artikel die Überschrift „Kein Krieg in Aussicht" gibt. Das Blatt zitiert eine Anzahl hoffnungsvoller Zeichen bei der Beurteilung der neugeschaffenen Lage in Mitteleuropa und stützt sich dabei insbesondere auf die Persönlichkeit des zum Reichsprotektor ernannten Herrn von Neurath.
rung ist anzuordnen, wenn begründete Aussicht besteht, den Schulpflichtigen noch 'wesentlich zu fördern. Vorzeitige Entlassung aus der Schulpflicht ist nicht statthaft, widerrufliche Beurlaubung nach siebenjährigem regelmäßigen Schulbesuch nur bei ungewöhnlich schwierigen häuslichen, wirtschaftlichen oder persönlichen Verhältnissen. Während der ersten 4 Jahre darf nur in seltenen, besonders begründeten Ausnahmefällen an Stelle des Volksschulbesuchs eine anderweitige Erziehung und Unterweisung genehmigt werden. Als bildungsunfähig und damit von der Schulpflicht befreit find diejenigen anzusehen, die körperlich, geistig ober seelisch so beschaffen sind, daß sie auch inSonderschu- len nicht gefördert werden können. Die Schulpflicht geistig und körperlich behinderter Kin- ber und die Erfassung der Schulpflichtigen werden noch geregelt werden. Wo vom Schuljahr 1939/40 an die Volksschulpflicht von 7 auf 8 Jahre verlängert wird, sind Schulpflichtige des 8. Schuljahres, die das 14. Lebensjahr vollendet haben, zum Schluß eines Schulvierfeljahrs für den Reff der Schulzeit zu beurlauben, wenn Nachwuchsmangel es erfordert.
Verhandlungsangebot Madrids von Franco abgelebnt.
Paris, 19. März. (Europapreß.) Der rote „Derfeidigungsausschuß" von Madrid hat folgende Mitteilung an die nationalspanische Regierung Francos ergehen lassen: „Der Nationale Derteidi- gungsausschuß hat seine Mission erfüüt. Infolgedessen wendet er sich an Ihre Regierung, um ihr
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London, 18. März. (DNB.) Ministerpräsident Chamberlain, der am Samstag 70 Jahre alt wurde, hielt am Freitagabend in Birmingham eine Rede, in ber er zur tschechischen Frage Stellung nahm. Chamberlain verteidigte sich dagegen, daß das Abkommen von München an den letzten Ereignissen die Schuld trage. Die Tatsachen von heute änderten nichts an der Lage, wie sie im September vorigen Jahres gewesen sei. Wenn er damals recht gehabt habe, dann sei er auch noch heute im Recht. In München sei vorgesehen gewesen, daß durch eine internationale Kommission die „endgültige" B e g r e n z u n g der Tschecho-Slowakei erfolgen solle. Ferner habe er in München eine Erklärung unterzeichnet, wonach alle die beide Länder, Deutschland und England, berührenden Fragen i m Wege der Konsultation behandelt werden fällten. (Wobei darauf hinzuweisen ist, daß das fragliche Gebiet nicht als englische Interessensphäre gelten kann, dagegen aber seit Tausenden von Jahren unmittelbar zum deutschen Lebensraum gehört.)
3m weiteren Verlauf feiner Rede behauptete Chamberlain, bevor auch nur der tschechische Präsident empfangen worden fei, und bevor Forderungen gestellt worden seien, denen Widerstand zu leisten er nicht fähig gewesen wäre, seien die deutschen Truppen auf dem Marsch gewesen. (Hier muß Chamberlain an die Rundfunkansprache Hachas in Prag vor feiner Abreise nach Berlin erinnert werden, in der her tschechische Präsident nach einer Prager Rundfunkmeldung unmißverständlich erklärt hat, man müsse die historischen und geographischen Tatsachen respektieren, die die Eingliederung des tschechischen Staates in den Machtbereich bes Deutschen Reiches als gegeben erscheinen kreißen.)
Chamberlain erklärte bann, daß er die Ent- itäuschung des britischen Volkes über den Fehlschlag »der Münchener Politik teile, und gab seiner Sympathie für das tschechiche Volk Ausdruck. Der bri- Uische Ministerpräsident erinnerte darauf an die Keinerzeitige Erklärung, daß Deutschland nach ber Lheimkehr des Subetenlanbes keine territo ri« aalen Forderungen mehr habe, unb verbuchte hieraus einen Wiberfpruch zu konstruieren. llChamberlain vergißt dabei, baß deutsche territoriale ^Forderungen überhaupt nicht erhoben worden find, sondern daß es um die Sicher- fteUung von Ruhe, Ordnung und Frieden in einem Gebiete ging, das durch unerträgliche Ausschreitungen und einseitige Verhetzung iiu einem dauernden Gefahrenherd geworden war. Jeberbies hatte der tschechische Staatspräsident ja elbst von sich aus den Schutz des Deutschen Reiches nngerufen.)
Zum Schluß stellte Chamberlain die Frage, ob fcie Entwicklung ber letzten Tage ein Schritt auf »em Wege zu dem Versuch sei, die Welt mit Gern a l t zu beherrschen. „Das sind schwere und ernste fragen", fuhr er fort. „Ich werde sie heute nicht beantworten. Ich bin aber sicher, daß sie eine chwere und ernste Prüfung verlangen." siede Seite des nationalen Lebens müsse vom Gesichtspunkt der nationalen Sicherheit überprüft wer- ien. Er glaube nicht daran, daß irgend jemand sine Aufrichtigkeit in Zweifel stelle, wenn er erkläre, daß es kaum etwas gebe, was er nicht für inen Frieden opfern wolle. Ein Ding gebe es jedoch, Inas er ausnehmen müsse, unb bas sei b i e Freiheit, die England feit Hunderten von Jahren genieße und die es niemals aufgeben werbe. Obwohl ir das Land nicht unbegrenzt verpflichten wolle auf Bebingungen, die sich nicht voraussehen ließen, d dürfe doch niemand vermuten, baß Großbritannien sich nicht bis zum Letzten einer Beherrschung leer Welt burch Gewalt widersetzen würbe, jnlls sich diese Drohung jemals ergeben würde.
Lustflottenkommando in Wien.
Berlin, 18. März. (DNB.) Der Reichsmimster Iter Luftfahrt unb Oberbefehlshaber der Luftwaffe (ibt bekannt: „Infolge ber weiteren Verstärkung unb irtn Zuge der Errichtung des Reichs- zrotektorats Böhmen unb Mähren t irb mit sofortiger Wirkung bas Luftflotten- kvmmando 4 aus dem bisherigen Luftwaffen- Iimmanbo in Wien gebildet. In territorialer Einsicht umfaßt es folgende Gebiete des Großdeut- fyen Reiches: die Ostmark, Böhmen, Mähren, Teile d:s Sudetengaues und Schlesien. Z u m Chef bae r Luftflotte 4 und Befehlshaber Südost i der bisherige Kommandierende General des Luft- oaftenkommanbos Ostmark, Generalleutnant Löhr, unter gleichzeitiger Beförderung zum General der Flieger ernannt worden, der aus ber otten österreichisch - ungarischen Armee heroorgegan- am ist unb nach bem Weltkriege am Ausbau ber Fliegertruppe des österreichischen Bundesheeres füh- rmb beteiligt war. Die Tatsache ber Bildung des Luftflottenkommandos 4 bedeutet einen weiteren gsroaltigen Stärkezuwachs der deutschen Luftwaffe, der die (^''-rigen Alst" ' u-stchtLS Mf-elltüch übMeigLc",
Das Echo in Frankreich.
Sondervollmacht für Daladier.
Paris, 20. März. (DNB.) Das Ermächti- g u ngsgefetz wurde von der Kammer mit 321 gegen 264 Stimmen angenommen. Die Regierung hatte daran die Vertrauensfrage geknüpst. Auch ber Senat erteilte bem Ministerpräsidenten am Sonntagnachmittag mit 286 gegen 17 Stimmen die geforderten Vollmachten. Der K a b i n e 11 s r a t, der am Sonntag zusammentrat, hat einen Bericht des Ministerpräsidenten unb Kriegsministers Daladier über d i e ersten Maßnahmen angehört, die auf Grund der Vollmachten der Regierung getrof- fen werden. Diese Maßnahmen werden am Montag dem Ministerrat zur Billigung vorgelegt.
Zum erstenmal besinnt sich am Montag die Pariser Presse — vielleicht auf einen deutlichen Wink von oben hin — eine Art „nationale Einigung und so etwas wie eine nationale FroM gegen die angebliche Deutsche Drohung" widerzu- spiegeln. Nachdem das französische Parlament ber Regierung Daladier die Sondervollmachten bewilligt Hat, findet sich in allen Blättern von rechts bis links die Tendenz, den Eindruck einer geschlossenen öffentlichen Meinung hinter der Regierung zu erwecken. Auffällig ist, daß sogar ber ewig oppositionelle Querluant de Ke- rillis in den chauvinistischen Epoque erklärt, seinen Feldzug gegen die Regierung Daladier einstelten und der Regierung von heute an im Interesse des Gemeinwohles unb der Einigkeit aller Franzosen einen neuen und weitgehenden Kredit einräumen zu wollen. Auch aus ber sozialdemokratischen unb kommunistischen Presse sind die kämpferischen Aufrufe gegen Daladier unb gegen die Diktaturgesahr in Frankreich verschwunden. Dieser Umschwung scheint den Oppositionsblättery augenscheinlich leicht gemacht zu sein, durch die Hoffnung auf ein Z u - sammengehen der großen „Demokra-
tien" mit Moskau gegen die totalitären Staaten. Die außenpolitischen Kommentare aller Frühblätter bewegen sich um die angeblich in Bildung begriffene große Front der Demokratien gegen die „Hitler-Gefahr".
Das rechtsstehende „Petit Journal" rechnet mit Maßnahmen zur Beschleunigung der R ü - stungsproduktion, Steuerungen im System der 40-Stunden-Woche, Abstellung der Lieferungsrückstände in den für die Landesverteidigung arbeitenden Privatbetrieben, Priorität für die Bestellungen der Armee, der Luftwaffe unb ber Marine in allen Jnbustriezweigen, Finanzerleichterung für die Rüstungsbetriebe, weiter die Bildung von Reserven durch Ankäufe im Ausland. Ferner glaubt das Blatt an die schnelle Einberufung von Spezialisten und der Zurückgestellten im Bedarfsfall. Reserveoffiziere sollen in weitestgehendem Maße zum aktiven Dienst herangezogen werden. Der „Petit Parisien" sagt, es handle sich darum, daß Frank- reich eine industrielle Mobilmachung durchführe. Die französische Kraftanstrengung müsse der Englands entsprechen.
Der begeisterte Empfang des Führers durch die Bevölkerung der Reichshauptstadt wird von den französischen Blättern stark beachtet. Das Journal" sagt kummervoll: „Während die ganze Welt auf einen ,Gewaltstreiclst reagiert, bereitet Berlin dem Führer einen triumphalen Einzug!" Der Berliner Korrespondent des Blattes gibt zu, der Einzug sei eines großen siegreichen Füh- rers würdig gewesen. Dieser Empfang sollte dem Führer die Verehrung und Dankbarkeit des Volkes und gleichzeitig dem Ausland zeigen, daß dieses Volk ganz hinter feinem Führer steht. Der Berliner Vertreter des „Jour" versucht indessen, den Empfang abzuschwächen und möchte seinen Lesern weißmachen, „Berlin habe seine Angst am Sonntagabend in einem Taumel betäuben wollen".
Die Gestaltung des Jugendstrafrechts.
Lugendgemäße Strafen. - Vom Wochenendkarzer bis zum Lugendzuchthaus.
Im Anschluß an die Ausführungen im Jugendrechtsausschuß der Akademie fürDeut- s ch e 5 Recht äußert sich Staatssekretär Dr. F r e is« ler in ber sozialpolitischen Zeitschrift der Hitler- Jugend „Das junge Deutschland" über die materielle Gestaltung des Jugendstrafrechts. Die Haupt- bebeutung ber Jugendstrafrechtspflege liege in der Scheidung der asozialen Jugendlichen von der Gruppe der Labilen. Diese Aufgabe offenbare sich in ihrer ganzen Bedeutung, wenn man bedenke, daß drei Viertel aller zu Sicherungsverwahrung Verurteilten ihre erste Freiheitsstrafe als Jugendliche erhielten. Das frühzeittge Erkennen ber Antisozialen und Asozialen erspare der Volksgemeinschaft unenblich viel Leib. Die Jugendgemäßheit bes Jugendstrafrechts werde im Gesetz am sinnfälligsten im Nebeneinander von Erziehungsmaßnahmen unb Strafen heroortreten. Dabei fei die Frage entscheidungsbe- bürftig, ob ein Jugenb Zuchthaus vorgesehen werden müsse. Zuchthaus sei wegen seines entehren- ben Charakters keine fügend gemäße Strafe, feine Anwendung müsse daher ayf erkannt antisoziale Jugendliche beschränkt bleiben. Vielleicht fönno- bie sehr harte Behanblung im Zusammenhang mit anschließenden Ueberführungsmaßnahmen boch noch biesen und jenen ber Volksgemeinschaft wiedergewinnen. Gefängnis hatte in ber Jugendstrafrechts- pflege bisher große Bebeutung, aber brei Viertel ber Strafen lagen unter ber Dreimonatsgrenze. Einen Gefängnisvollzog, der die erstrebte Wirkung gar nichtentfalten könne, sollte man am Jugendlichen gar nicht erst beginnen. Zwei bis brei Monate seien die Minbestspanne zur Wirksamkeit des Jugendgefängnisses.
Als weitere jugendgemäße Freiheitsstrafe fei ber Jugendarrest empfohlen worben, unb zwar in zwei Vollzugsformen, als Wochenenbkarzer und als fortlaufenb zu vollziehender Arrest. Ein solcher Arrest entehrt nicht, behaftet in ber Öffentlichkeit nicht mit bem Makel ber kriminellen Strafe und gibt infolge feiner „Schockwirkung" eine letzte sehr ernfte Warnung vor dem Gefängnis. Sem Mindestmaß sollte 24 Stunben fein. Die Haftstrafe werde infolgedessen im Jugendstrafrecht nicht benötigt. Auch die Geldstrafe sollle ausgemerzt werden. Dagegen seien Sicherungsmaßregeln auch im Jugendstrafrecht notwendig. Das Arbeitshaus dürfe nicht in Frage kommen. Sehr schwierig sei die Frage, ob die Entmannung vorgesehen werden soll. Endlich müsse
? der Jugend bewahrung geklärt &£ iül texTfireis &£ JugelldlWü 2U»
Wendung finden konnte, für den Jugendzuchthaus in Frage kommt.
Staatssekretär Dr. Freister fordert, daß der Jugendarrest von allen Registerauskünften mit Ausnahme an die Strafgerichte ausgenommen fein muß. Er empfiehlt weiter, imAugenblickder Volljährigkeit bei jedem Jugendlichen zu prüfen, ob mem ihm noch einmal reine gänzlich weiße Papiere geben kann. Bei den Erziehungsmaßregeln müsse die Verwarnung mit einem lebendigen Inhalt versehen werden. Der Zwang zur Wiedergutmachung könne erzieherisch wirken. Die anderweitige Unterbringung sei häufig wertvoll. Die Schutzaufsicht werde steigend angewandt. Die Fürsorgeerziehung kranke an Diskreditierung dadurch, daß Schwer- kriminelle und ausgesprochen Unterwertige aus ihr nicht ausgeschieden sind. Wer mit schwerer Kriminalität belastet sei, gehöre in den Jugendstrafvoll- zug, während die Fürsorgeerziehung für erziehungsfähige gefährdete Jugendliche bestimmt sei.
Nie Volksschulpflicht.
Der Reichserziehungsminister hat die Bestimmungen über den Volksschulbesuch der Neuordnung und Vereinheitlichung für das Reich angepaßt. Für alle Kinder, die bis zum 30. Juni das 6. L e - b e n s j a h r vollenden, beginnt mit bem Anfang bcs Schuljahres die Pflicht zum Besuch der Volksschule. Auf Antrag ber Erziehungsberechtigten können aber auch solche Äinber zu Anfang bcs Schuljahres in die Schule aufgenommen werden, die in der Zeit vom 1. Juli bis 30. September das 6. Lebensjahr vollenden, wenn sie die erforderliche geistige und körperliche Reife besitzen. Wenn also Aussicht besteht, daß sie in ber Gage sein werden, ohne gesundheitliche Schädigung am Unterricht mit Erfolg teilzunehmen. Dabei sind bie örtlichen Umstände und die häuslichen Verhältnisse zu berücksichtigen. Ergeben sich Zweifel, ob ber Schulpflichtige körperlich ober geistig ausreichend entwickelt ist, so ist zu prüfen, ob es der Zurückstellung bedarf, die in ber Regel zunächst für das laufende Schuljahr auszusprechen ist. Dabei kann auf Antrag bes Schulleiters bestimmt werben, daß Zurückgestellte einen geeigneten Kindergarten besuchen, wenn dies zur Förderung ihrer Entwicklung angebracht erscheint.
Die Volksschulpflicht endet acht Jahre nach I ihrem gesttzlick^n Beginn, auch wenn der Schul-! MchsiLe AoaÄt üM, Ems LerLiiKge«
mitzuteilen, daß wir bereit sind, in Verhandlungen emzutreten. Wir erwarten Ihre Entscheidung."
Wie „Exchange Telegraph" erfährt, ist das Der- handlungsangebot von der Regierung in Burgos abgelehnt worden. „Nur ein siegreicher Friede kommt für das nationale Spanien als Abschluß des Krieges in Betracht", erklärte in ber Nacht zum Sonntag der Innenminister ber Franco- Regierung, Serano Suner, zu dem „Friebens- angebot" des Mabrider „Verteidigungsrates". Natio- nalspanien habe seine Großzügigkeit bei ber Liquidierung bes Krieges bereits unter Beweis gestellt. Ss habe Tausende von geflüchteten Milizangehörigen fteundlich aufgenommen. Nur die verbrecherischen Elemente würden zur Rechenschaft gezogen.
Kunst und Wisfenschast.
Goethemedaille für Emil Lannings.
Der Führer hat dem Staatsschauspieier Emil 3 a n n i n gs in Berlin aus Anlaß seiner 25jäh- rigen Tätigkeit beim Film in Anerkennung seiner Verdienste um bie beutsche Filmkunst bie Goethemedaille ffir Kunst und Wissenschaft verliehen.
Aus Anlaß des 25jährigeich Filmjubiläums von Jannings hatte der Produktionschef der Tobis, Ewald von Demanbowsky, hervorragende Künstler sowie alte Freunde des Gefeierten in den Kaiserhof geladen. Reichsminister Dr. Goebbels, der zur großen Freude aller der Einladung ebenfalls i^olge geleistet hatte, überreichte dem Jubilar im Namen des Führers die Goethe-Medaille für Kunst uni) Wissenschaft. In einer herzlichen Ansprache be- gründete er diese außergewöhnliche Ehrung für ben großen Schauspieler und Menschengeftalter. Er glaube, daß er sich zum Sprecher von Millionen deutscher Menschen mache, wenn er in Emil Jan- nings den Künstler ehre, dessen Durchschlagskraft und Reichweite wett über die Grenzen des eigenen Volkes hinausgegangen fei.
"Emil Jannings", fo stellte Dr. Goebbels fest, „hat den Namen und den Rang der deutschen darstellenden Kunst durch Europa und über alle Kontinente getragen. Es ist uns ein Herzensbedürfnis, Jm heute für 25 Jahre angestrengten Schäftens zu danken, die eine Unsumme von Erfolgen, aber auch oon Sorgen, Lasten und Verantwortung in sich schließen/ Mit der äußeren Ehrung, die der Führer ihm zuteil werden ließe, verbinde er den Wunsch, daß es Emil Jannings vergönnt fein möge, auch in Zukunft noch viele Jahre als Pionier der deutschen Schauspielkunst mitten hn Volke zu stehen.
Staatsschauspieler Emil Jannings dankte in bewegten Worten für die hohe Auszeichnung. Er wisse sehr wohl, daß seine Arbeit erst in einer Zeit wirklich erfolgreich sein konnte, in der in früher unvorstellbarer Weise die Kunst geachtet und geehrt werde. Sein Dank an den Führer solle in dem Versprechen bestehen, daß er unbeirrbar den Weg zu den hohen Zielen der deMschen Kunst weitergehen wolle.
Aus alter Welt.
Oer Reichskriegeibund in der Front »Heim aufs Land"'1
Der Reichskriegerführer hat an bie Kameraden des Reichskriegerbundes einen Aufruf gegen bie Landflucht gerichtet. Ueberall i den Kameradschaften soll vornehmlich bei den jüngeren Kameraden für bie Parole „Heim aufs Lanb" geworben werden. Jeder Kamerad oll seinen Kindern klarmachen, wie wichtig bie E r - Haltung bes beutschen Bauerntums ist, unb sie aufforbern, sich für den ßanbbienft zur Der- ügung zu stellen. Auch in ben Kinber- unb Waisenheimen bes NS.-Reichskriegerbundes werben bie Kinber auf lanbwirtfchaftliche Berufe vorbereitet. Der Aufruf spricht die Erwartung aus, daß bie alten Solbaten auch auf diesem Gebiet für Volk unb Daterlanb ihre Pflicht tun werden, wie sie es im großen Weltkriege taten.
General N inhards 70. Geburtstag.
Berlin, 19. März. (DNB.) Am 18. März beging ber Führer des NS. - Reichs - friegerbunbes, Generalmajor a. D. Reinhard, einen 70. Geburtstag. Der Führer und Oberste Be- ehlshaber ber Wehrmacht hat ihn aus biefem Anlaß zum charakterisierten General der Infanterie ernannt unb ihm burch Generaloberst oon Bock in Vertretung bes Oberbefehlshaber des Heeres folgendes Handschreiben überreichen lassen:
Lieber General Reinhard! Ich freue mich, Ihnen in Würdigung Ihres hingehenden Einsatzes für die Pflege deutschen Soldatentums und den Zusammen- chluß aller Gruppen ehemaliger Soldaten im NS.° Reichskriegerbund zu Ihrem 70. Geburtstag den Charakter als General ber Infanterie verleihen zu können. Meine 2lnerkennung verbinde ich mit den kcheZ KLLMichLU SMwünLchell Lhr iMlStts


