Ausgabe 
20.3.1939
 
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Ur. 67 Erstes Blati

189. Jahrgang

Montag, 20. Mrz 1939

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Ein dankbares Volk grüßt den Führer.

Triumphaler Empfang des Führers in der Reichshauptstadt. Feldmarschall Göring macht sich zum Dolmetscher der Gefühle des deutschen Volkes.

Die Reichshaupfstadt in Erwartung des Führers.

Berlin, 19. März. (DNB.) Adolf Hitler, der 3 ehrer des Reiches, kehrt nach seiner großen ge­richtlichen Tat in des Reiches Hauptstadt zurück. £*in Einzug in Berlin entspricht der geschichtlichen 8"öße seines Werkes. Obwohl ein leichtes Schnee- r iben herrschte, waren Hunderttausende schon in in frühen Nachmittagsstunden zu der Einzugsstraße strömt und bildeten hier ein dicht gestaffeltes Spa- . Singende Kolonnen ziehen durch die Straßen, Ygusikkapellen tragen zu der festlichen Stimmung ir Hunderttausende bei. SA., ff, Politische Leiter, Ql., Arbettsdienst und viele andere Verbände und Sieberungen haben ein Ehrenspalier und Absperr- rimst gebildet.

Der Wilhelmplatz trägt großen Staatsschmuck. Lmg wallen die großen Hakenkreuzfahnen an den rviräsentativen Gebäuden herab. Den Balkon der Mchskanzlei umwindet eine grüngoldene Girlande. Ach die Wilhelmstraße und die Linden sind in crie einzige Flut leuchtender Farben getaucht. Bor len Görlitzer Bahnhof sind die Ehrenformationen «getreten. Hohe Fahnentürme überragen den wei­te Platz. Auf dem Bahnsteig hat sich die große Ml der Ehrengäste bereits versammelt, an ihrer Emtze Generalfeldmarschall Göring, die Reichs- mnifter, Reichsleiter, Generale, Staatssekretäre und (Weiter. Man sieht ferner den italienischen Bot- Ichafter A t t o l i c o , den japanischen Botschafter v!ih i m a und den ungarischen Gesandten S z t o - jfli), sowie die Militärattaches von Italien, Japan pitB Ungarn.

Hermann Göring grüßt den Führer.

19.30 Uhr. Schmetternde Fanfaren eines Musik- kcns der HI. künden das Nahen des Sonderzuges Führers. Langsam rollt her Zug m die weite Lmmhofshalle ein und hält vor dem in langer auf dem Bahnsteig den Schöpfer Großdeutsch- ltm*5 erwartenden Führerkorps. Die Händen recken (itfc im Deutschen Gruß dem Führer entgegen, der etz den Wagen verläßt und von Generalfeldmar- |d)Ll Göring begrüßt wird. Tiefe Bewegung liegt tnf dem jedem Deutschen so vertrauten Antlitz, als tifcUf Hitler sich nun an das vor ihm stehende Füh- keüorps von Staat und Bewegung wendet und lebm einzelnen dieser Männer mit festem Hand abg begrüßt. Der unbeschreiblichen Stimmung von Da- kbarkeit und Begeisterung gibt bann General- ^limarschall Göring mit folgenben Worten Aus- ruff:

Mein Führer!

tot einem Jahr empfing Sie die Reichshauptstadl i großem Jubel zum ersten Mal. Eine geroal- l ge:Iaf war vollbracht. Sie hatten Ihre engere ! ei mat dem Reich zurückgeholt. Sie hatten Ihre ! runpen in Ihre Heimat geschickt, nicht als (Erobe- i sondern als Befreier. Der Erste aber, der mit i i sm Truppen in das befreite Land einrückte, find : i; selbst gewesen, mein Führer. Und als : igöbann in die Reichshauptstabl zurückkehrten, war 1 vielleicht der glücklichste Augenblick ; ) es Lebens. Sie halten dem Deutschen Reich *. hci Heimat gebracht.

Und nur wenigen Monate vergingen. Zum z w e i- t e n Male klopfte das Schicksal. Und Sie, mein Füh­rer, haben das Schicksal verstanden. Zum zweiten Mate sandten Sie Ihre Truppen, um deutsches Land zu befreien. Und wieder waren Sie, mein Führer, der Erste unter ihnen. Sie kehrten zurück unter dem Jubel Ihrer Reichshaupt­stadt. Das war ein stolzer Tag für Sie.

Rur wenige Monate trennen uns von diesem Ereignis und wiederum hat das Schicksal gerufen und wieder haben Sie den Ruf ver­standen. Diese drei Entscheidungen, mein Führer, ich weiß es, sind aus einem ungeheuer tapfe­ren und gläubigen herzen gekommen. Und seht kehren Sie zurück und haben nicht nur deutsche Brüder von einst ins Reich heimgeführt. Sie haben dem ganzen Volk auch die Sicherheit, den Frieden, die Herrlichkeit, die Gröhe und die A u f e r - siehung des Deutschen Reiches gebracht. Das, mein Führer, ist der stolzeste Augen­blick Ihres bisherigen Lebens. Wieder waren Sie bei den Truppen als erster und als Ihre Standarte, vom eisigen Winde gepeitscht, über dem hradschin aufgezogen wurde, entstand das ganz große gesicherte Deutschland.

Zum drillen Male, mein Führer, empfangen wir Sie jetzt in der Reichshauptstadt. Und ich soll für das ganze Volk sprechen und soll Ihnen Dank sagen. Wie sollen wir Ihnen unseren Dank ausdrücken? Das ist unmöglich, mein Führer. Aber statt des Dankes nehmen Sie heute namens des ganzen deut­schen Volkes einen heiligen Schwur, der uns nicht Phrase ist, den Schwur: Das Gewaltige, das Große, das Sie mit einzigartiger Tapferkeit ge­schaffen haben, nie mehr zu taffen, mag kom­men, was kommen will. Und wenn alles Große auch Reid und Mißgunst hervorruft, so stehen wir darüber. Denn es ist unmöglich, daß hinter einem so heldenhaften Soldaten ein nicht heldenhaftes Volk steht. So wie die Führung ist das Volk. Sie, mein Führer, haben dieses Volk wieder frei und ehrlich gemacht, tapfer und groß. Und das z u behalten und zu bewahren ist in dieser Stunde der Schwur aller Deutschen. Unser Führer Sieg-Heit!

Trmmphzug zur Reichskanzlei

Feierlich erklingen die Lieber ber Nation. Der Führer schreitet vorüber an bem Meer von blutroten Hakenkreuzbannern, bie im gleißenden Licht ber

Der Gau Hesseu-Aaffau dankt dem Mer.

NSG. Die Tage unerhörter Spannung, die das deutsche Volk seit jener denk­würdigen Rächt zum 15. März erleben durfte, haben mit der Heimkehr des Führers in die Reichshauptstadt ihren Höhepunkt und vorläufigen Ab­schluß gesunden. Mit unbändigem Stolz und voll Bewunderung schaut auch der letzte Volksgenosse auf das geschichtliche Wirken des Führers. Spontan und mit heller Begeisterung demonstrierte bereits am Mittwochabend die gesamte Bevölkerung des Gaues Hessen-Rassau in allen Städten und Orten. Voll Dank und Freude marschierten die Partei- und Volksgenossen auf den Straßen, um dem Führer zu huldigen. In einem Telegramm an den Führer gab am Sonntagabend Gauleiter Sprenger diesen Empfindungen der Bevölkerung unseres Gaues mit folgenden Worten Ausdruck:

Mein Führer!

Als Sie als Mehrer, Wahrer und Bürge der Sicherheit des Reiches in die Burg von Prag einzogen, eilten in Frankfurt a. 21t. und allen Orten des Gaues Heffen-Raffau die Partei- und Volksgenossen auf die Straßen und formierten Fackelzüge, um fo dem Dank und dem Jubel aller Volksgenossen Ihnen gegenüber Ausdruck zu verleihen. Heute, da die Reichshauptstadt, voran die deutsche Jugend, Sie in unerhörter Begeisterung empfing, nahmen die Millionen Volksgenossen des Gaues Hesien-Rafsau Anteil an dem Empfang und blickten ehrfurchtsvoll und dankerfüllt zu Ihnen auf. Mein Führer, wenn Sie uns rufen, die Gefolgschaft ist bereit, ihre Gcfolg- schaftstreue durch die Tat zu beweisen.

heil! mein Führer!

Gez.: Sprenger."

Scheinwerfer wie ein leuchtendes Purpurbanb bis Wänbe ber Halle oerkleiben. Nun hat er bep Aus, gang des Bahnhofs erreicht. Er wirb b e n M a s s e n sichtbar, bie bicht gebrängt seit Stunden! auf diesen Augenblick gewartet haben, ihm ihrs überströmende Dankbarkeit zum Ausdruck zu brin­gen. Der Jubelsturm, der über den weiten Bahnhofs­vorplatz fegt, schlägt dem Führer wie eine Welle entgegen und wird ausgenommen von den Hundert­tausenden, die in den anschließenden Straßenzügerr in einem tiefgegliederten Wall stehen. Der feierliche Hall der Kirchenglocken und das Donnern der Salut­schüsse mischen sich in diesen Orkan des Jubels.

Der Führer hat die Front der Ehrenformationen abgeschritten, und nun beginnt feine triumphale Fahrt durch die Hauptstadt des größeren Groß­deutschen Reiches. Ein Taumel der Begeisterung hat die Menschen erfaßt, die den Führer heute mehr noch als je zuvor ihre ganze Treue und Verehrung, ihre Liebe, Dankbarkeit und zugleich ihren Stolz bezeugen wollen.

Die phantastische Ausschmückung, die die Fest­straßen in ein einziges Meer von Fahnen und Licht getaucht hat und sie in ein feenhaftes Zauberkleid von Hakenkreuzbannern, Pylonen und begalischem Feuer hüllt, bildet den würdigen Rahmen "für diese einzigartige Fahrt des Führers. Wohin wir auch aus der Wagenkolonne blicken: jedes Fenster ist illuminiert, überall sehen wir jubelnde, begeisterte Menschenmassen, die immer aufs Neue dem Führer zujubeln. Wir passieren die festlich er­leuchtete Wiener Straße und fahren unter der Hoch, bahnbrücke hindurch, die durch wunderbaren Grün- und Goldschmuck in ein großes Tor verwandelt wor­den ist und in riesigen goldenen Lettern die Jn- srchift trägt:Wir danken unserem Führer!" Auf dem Oranienplatz grüßen zwei haushohe Fahnen­pylonen und die ganze Dresdener Straße ist ein ein­ziges Fahnenmeer. Wir fahren über die Roßstraßs und die Breitestraße, wo eine Abordnung der SA- Gruppe Sudeten Aufstellung genommen hat, zum Schlaßplatz. Ein grandioses Höhenfeuer­werk begrüßt hier den Führer Feenhaft leuchten die hellen Farben der Raketen und Lichtfassaden, dis ihr gleißendes Licht weit über den Himmel aus­streuen.

Die Front des Schlosses ist hell angesttahlt. Bengalisches Feuer hüllt Menschen und Häuser in einen zauberhaften Glanz. Bei der Ein­fahrt in die Linden bietet sich ein zauber­haftes Bild, ein Lichtdom erstrahlt am neblig­wolkigen Himmel und begleitet die Fahrt des Füh­rers. Unzählige Scheinwerferfäulen vereinigten sich zu diesem einzigartigen Schauspiel, das die ganze Straße Unter den Linden in Tageshelle taucht. Der Lichttunnel wird abgelöst wiederum von einem groß­artigen Feuerwerk. Und über diesem wunder­baren Schauspiel klingt und braust, rauscht und tönt immer wieder eine unvergeßliche Sinfonie des Ju­bels und der Begeisterung, die den Führer von der ersten Sekunde feines Aufenthaltes in Berlin an umgibt und nun auch in der Wilhelmstraße und am Wilhelmplatz noch einmal eine Steigerung erfährt.

Auf dem AMelmsvlaß

Jrn Wagen stehend fährt Adolf Hitler in lang­samer Fahrt die Wilhelmstraße entlang. Der Jubel der Menschen kennt keine Grenzen mehr. Ihre Heilrufe übertönen das Donnern des Feuerwerks. Allein die schmetternden Fanfaren des Musikkorps durchdringen den Begeisterungssturm. Eine Gruppe Egerländer, die sich an der Einfahrt zur

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Durch das Spalier der ff und verschiedener Formationen verließ der F ü h r e r den Görlitzer Bahnhof. Neben dem Führer Generalfeldmarschall Goring. Hinter ihm erkennt man (von links) Reichsminister Frick, Reichsaußenminister von Ribbentrop, Generaloberst K e i t e l und Reichsführer ff H i m m l e r. (Scherl-Bilderdienst-M.)

Nach seiner Rückkehr in die Reichskanzlei stand die Volksmenge Kopf an Kopf auf dem Wilhelmplatz und jubelte in unbeschreiblicher Begeisterung zum Führer empor, als dieser in Begleitung des Generalfeldmarschalls Göring auf den Balkon trat. (Scherl-M.)

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