Ausgabe 
20.2.1939
 
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an die Wand.

Dunkelheit sechs Sitze, drei vorn, drei hinten, aber

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den vorderen waren besetzt. Die waren Tinser und ein Mädchen

wieder eine Dummheit ausge- er Schulden?" forschte die Tüll-

nur zwei von beiden Besucher

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Jltf dem Motorrad in den Tod.

LPD. Alsfeld, 19. Febr. Auf der Landstraße SchwabenrodSeibelsdorf stieß ein Motorrad­ler aus dem Kreisort Vockenrod, der einen Mann aus Leusel auf dem Soziussitz mitführte, in voller Fahrt mit einer Zugmaschine zu­sammen. Dabei erlitt der Motorradler so schwere Verletzungen, daß er Jm Alsfelder Krankenhause

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LPD. Biedenkopf, 19. Febr. Die Wilddiebe­reien im Kreise Biedenkopf haben zur Verhaf­tung weiterer Einwohner aus Breiden­bach, Buchenau und anderen Orten geführt. Es stellte sich dabei heraus, daß die Verhafteten sogar noch bis in die jüngste Zeit hinein ihre Machenschaften betrieben haben, obwohl sie wußten, daß die Polizei die Untersuchung ausgenommen hatte. Ein Wilddieb aus Breidenbach hat zudem gestanden, im Jahre 1924 sein Wohnhaus in Brand gesteckt zu haben. Er war durch fortdauernde Trunkenheit in mißliche Verhältnisse gekommen und glaubte, durch den betrügerischen Gewinn einer hohen Versiche­rungssumme seine Verhältnisse einigermaßen ordnen zu können. Er zündete sein Haus an, als Frau und Kinder noch schliefen und ahnte nicht, in welche Ge­fahr er seine Familie brachte, denn die Rettung war mit größeren Schwierigkeiten verbunden. Die Unter­suchungen wegen der Wilddiebereien gehen weiter, und man glaubt, daß noch weitere Kreise in die Wilddiebsgeschichten verwickelt sind.

mit viel Tüll um die nackten Schultern und einem auffunkelnden Diadem im rostroten Haar. Gaidl wendete sich den Vorgängen auf der matt er­leuchteten Bühne zu. Dort tanzten leichtbekleidete Mädchen, sie sangen dazu ein Schlagerlied.

Der junge Tinser hatte bei der Störung, die durch Gaidls Eintritt entstanden war, flüchtig um­geblickt, bei der schlechten Beleuchtung nichts er­kannt und gab sich damit zufrieden, daß der späte Ankömmling sich geräuschlos hinter ihm niederließ. Der nicht allzu große, ovale Theaterraum war ab­geblendet. Jetzt schoß von der Decke her plötzlich ein rotes und blaues Lichtbündel auf die Bühne, über­kreuzte sich, floß zusammen und überzuckerte die weihen Körper der Tänzerinnen mit süßlichem Violett.

Disziplinen, u. a. auch im 5

hat der Gießener Student Ruprecht . , .. v in Berlin) auch einen Meisterschaftstitel zu verteidi­gen. Er wurde im vorigen Jahre Meister im Boxen der Leichtgewichtsklasse und wird bemüht sein, diesen Titel auch für 1939 zu erringen.

verstarb. Der Beifahrer kam mit leichten letzungen davon.

Aeue Wilderer-Verhaftungen im Kreise Biedenkopf.

Brandstiftung aufgeklärt.

abendlichen Straße stand und einen kalten Virginia­stummel in den Mund klemmte. Er überlegte. Ja, so ging es vielleicht. Er schritt hastig um das Theatergebäude bis zu dessen Rückseite, witterte mißtrauisch und verschwand durch eine unscheinbare Tür, auf derEintritt verboten" undRur für das Bühnenpersonal" stand. Tinser war wichtig, Tinser mußte her um jeden Preis.

Gaidl überquerte einen finsteren Hof, stieß sich das Schienbein an einer leeren Weinslaschenkiste, fluchte und geriet durch eine weitere Tür endlich in das Innere. Es roch muffig nach Staub und Schminke. Gaidl stolperte über einen verwinkelten Vorplatz, der von einer Notlampe dürftig erhellt war, zog sich aufs Geradewohl eine von den beiden Treppen hinauf, bog zweimal um eine Ecke und knallte schließlich einem Mann in blauem Overall eine Schwingtür gegen den Bauch, so daß dieser ärgerlich hoppla" schrie.

Tschuldigen schon, der Herr. Haben Sie vielleicht eine leise Ahnung, wo ich den Baron Tinser finde? Der geht doch hier ein und aus. Ich hätte was auszurichten. Wissen Sie vielleicht seine Loge?" fragte Gaidl und gab sich den Anschein von Eile und Geschäftigkeit.

Der Bgron? Der junge Tinser? Der ist oft da. Den kenne ich gut. Sehen Sie doch mal nach, ob er nicht in Loge 3 ist. Gleich dort drüben", erwiderte der verdutzte Beleuchter und wies mit dem Finger.

Danke ghorsamst, Servus!"

Na, das ist ja gut gegangen, frohlockte Gaidl und machte sich auf den Weg. Vor Loge 3 blieb er horchend stehen. Dann öffnete er behutsam die

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Schöner Kitsch", sagte Tinser halblaut und un­gehalten.

Violett zieht immer. Violett ist sturmerprobt", behauptete die Tüllfrau.Du mußt am letzten Tag kein so böses Gesicht machen. Laß sie doch violett sein."

Gaidl folgte mit Interesse dieser Unterhaltung, obwohl sie keineswegs für ihn bestimmt war. Er zog dabei ein paar schmutzige Pfefferminzplätzchen aus der Tasche, um diesen verwünschten Bierdunst wegzubekommen, der ihn umfloß und gesellschafts- umnöglich machte: er hatte im Hahnenkeller vorher ein paar Gläser gekippt. Dann fingerte er an feinem Gummikragen herum und an seinen herabgerutsch­ten Wollsocken.

Tinser lachte gutmütig und strich sich über den glänzenden schwarzen Scheitel, bann zupfte er seine Bügelfalten zurecht.

Ja, Mizzerl, jetzt sind die schönen Tage von Aranjuez halt vorüber. Da kannst nix machen."

Der Desi ist mir ein Sauberer", klagte die Tüllfrau.Einfach Herkommen und sagen: du, jetzt ist es aus mit uns zwei, morgen dampfe ich ab nach München. Ihr Männer seid eigentlich große. Schufte."

Der junge Tinser tätschelte ihren bloßen Arm.

Guck, wenn's doch halt nicht anders geht!"

Das Motorsport-Ehrenzeichen des Führers.

Verleihung durch Korpsführer Hühnlein.

Am Samstagvormittag war im Katholischen Ver­einshaus zu Gießen eine

Schulungstagung der Obstbaumwarte.

Landwirtschaftsrat Pfeiffer von der Landes­bauernschaft, Geschäftsführer des Landesverbandes der Obstbaumzüchter, berichtete über die Aufgaben, die der deutsche Obstbau zu erfüllen hat, wenn er die Einfuhr zurückdrängen und sich gegen die Kon­kurrenz des eingeführten Obstes behaupten will. Die Reichsregierung habe alles getan, was zur Forde­rung des Obstbaues zu tun war, sic habe Reichs- mittel zu feiner Förderung ausgegeben, im Rhein- Main-Bezirk feien diese Mittel aber nicht einmal ausgeschöpft worden. Es müsse nur solchen Gemein­den Reichshilfe vermittelt werden, 'die einwandfrei nachweisen könnten, daß ihr Obstbau in jeder Hin­sicht in Ordnung sei. Besonderer Wert sei auf die Unterstützung solcher Gemeinden zu legen, die die Arbeit des Baumwärters unterstützen. Der Bürger­meister müsse dem Baumwärter die erforderliche Rückenstütze geben. Wenn der Obstbaumbefitzer nicht wolle, werde er gezwungen werden.

Der Redner forderte unbedingte Beseitigung aller schlecht tragenden oder kranken Bäume. Er gab eine Uebersicht über die Arbeiten der Sortenregistrierstelle zur Vereinheitlichung der Sorten, die unbedingte Beachtung verdiene,'damit alles ausgemerzt werde, was nicht leistungsfähig fei. Es fei nötig, daß in her Gemeinde nur eine Sorte oder zwei angepflanzt werden, damit sich daraus eine geschlossene Liefe­rung ergeben könne. Es sei auch Sache des Orts­bauernführers sich im Obstbau um die betriebswirt­schaftliche Seite der Bauern zu kümmern und ihnen zu sagen, wie sie sich selbst einen Ueberschlag über ihre Erträgnisse machen. Beim Obstbau werde der Bauer mit kleinem Betriebskapital große Erfolge erzielen. Der beste Beweis seien die Groß- und Mittelbetriebe, die einen Teil ihrer Anbaufläche dem Obstanbau widmen und hieraus vielfach höhere Er­trägnisse erzielen, als aus der Vieh- oder Hackfrucht- Wirtschaft.

Abschließend gab der Redner den Obstbaumwarten praktische Winke für ihre Arbeit. An den Vortrag schloß sich eine lebhafte Aussprache.

Der Bezirks-Obstbauverein für den Kreis Gießen

hielt am Nachmittag seine Jahreshauptversammlung ab. Der Vorsitzende, Bauer Bopp (Bellersheim), begrüßte hier u. a. den Bezirksbauernführer Metz­ger (Röthges) und gab dann einen Rückblick auf die politischen Ereignisse des Vorjahres, die auch für den Obstbaumzüchter neue Aufgaben gebracht hätten.

Regierungsrat Weber vom Landratsamt Gießen hob hervor, daß die neuen Reichsverordnungen über die Schädlingsbekämpfung und den Obst- und Gar­tenbau mit Unterstützung der örtlichen Vereine überall durchgesetzt werden müßten.

Obstbauinspektor Rentsch (Friedberg) erstattete den Geschäftsbericht für die beiden letzten Jahre, aus dem u. a. zu entnehmen war, daß eine Reihe von Rundgängen durchgeführt wurden, die in allen Ge­meinden die gleichen Mißstände aufdeckten: Ver­nachlässigung der Bäume und Nichtbeachtung der Polizeiverordnungen. Bei den Rundgängen seien viele Bäume angetroffen wurden, die 30 Jahre nicht ausgelichtet wurden. Zur Förderung des Obstbaues wurden etwa 1500 RM. Reichsmittel in Anspruch genommen.

Aus dem Bericht des Rechners Happel ging hervor, daß in beiden Jahren etwa je 400 Mark für Verlosungen und je (500 Mark an Beihilfen für die Ortsverei'ne sowie 220 Mark für die Forderung der Baumwärter ausgegeben wurden.

Nachdem der Voranschlag genehmigt war, sprach Dr. Hanfs von der Pflanzenschutzstelle überDie Polizeioerordnungen im Obst- und Gartenbau". Wir * konnten im Inland einen größeren Bedarf als bis-

Punktekämpfe im Basketball beginnen

Das Basketballspiel, das gerade im Kreis 8 durch die eifrige Arbeit des Gaufachwarts Mohr eine starke Forderung erfahren hat, wird nunmehr in einer Pflichtrunde zum ersten Male einem Gau- meisterschaftsentscheid entgegengeführt. Innerhalb des Gaues Hessen haben 10 Mannschaften gemeldet und zwar in der Gruppe Süd Mtv., VfB.-R.» Spielvereinigung 1900, Polizeisportverein und NSKK.-Sturm 4/M147 (sämtlich Gießen), ferner der Turnverein Heuchelheim und die Universität Marburg: in der Gruppe Nord beteiligen sich MSV. Hofgeismar und SA.-Kampfspielgemeinschaft Kassel. Zunächst werden in einfacher Runde (jeder gegen jeden) die Gruppenmeister ermittelt, die dann zum Kamps um die Gaumeisterschaft antreten.

K Krausch in Innsbruck.

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Förderung der Kleingärtner und der Gemüseanbauer anschnitt und besonders auf die Schwierigkeiten in Städten, z. B. in Gießen, hinwies.

Logentür, zwängte sich durch den Spalt, preßte sich 1 Allmählich unterschied er in der

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war das, kann ich dir sagen. Ganz wild hat er mich angeschaut und ich hab's ihm feierlich geloben müssen."

Armer Desi, ich seh dich im Geist schon als kausmännischer Lehrling. Ist es wenigstens eine anständige Firma?"

Na, erlaub' mal. F. T. Hegemann! Chemisch- pharmazeutische Fabrik, München-Süd, hat an die tausend Arbeiter und Angestellte."

Was wird denn in der Fabrik eigentlich her- gestellt?" wollte Mizzi Löschet wissen.

Ach! Medizinische Präparate! Uebrigens ist auch eine Tochter da."

Melleicht eine Partie für dich, mein lieber Desider", spottete sie spitz.

Gar nicht ausgeschlossen, meine Teure."

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Oer Obstbau im Bezirk Gießen verdefferungsbevürftig.

Schulung der Obstbaumwarte. - Jahresversammlung des Bezirksvereins

her decken, wenn richtig angebaut und richtig ge­wirtschaftet werde. Nach dem Baumbestand im Reich sei es möglich, unseren gesamten Obstbedarf zu decken, wenn jeder einzelne seine Arbeit gut ver­stehe. Die Praxis zeige allerdings, daß schlecht ge­pflegte, verkrüppelte und geringe Erträge liefernde Bäume noch Platz einnehmen, der anderen Zwecken nutzbar gemacht werden müsse. Da die Aufklärung der Vereine nicht beachtet werde, müßten Zwangs­mittel helfen. Im Kreise Gießen gebe es 440 000 Obstbäume, die nur 132 000 Zentner Erträge liefern. Dieses Mißverhältnis fei Beweis dafür, daß noch sehr viele Bäume stehen, die längst hätten entfernt werden müssen. Damit nicht die Bäume solcher Einzelgänger Brutstätten der Schädlinge werden, die die Bäume der anderen Volksgenossen, die sich den Verordnungen gern fügen, gefährden, werde von Reichs wegen durchgegriffen. Der Redner er­läuterte dann die Verordnungen zur Beseitigung und Auslichtung der Bäume, der Anlage der Kleb­gürtel und der Spritzungen, und stellte diesen Auf­wendungen die Ergebnisse gegenüber, die die Arbeit zehnfach aufwiegen und der Volksgemeinschaft wert­vollen Dienst ^erweisen.

Anschließend fand eine rege Aussprache statt, in der u. a. auch der Vorsitzende des Gießener Obst­und Gartenbauoereins, Junk-er, die Frage der

fressen? Oder hat srau.

Schulden hab ich immer. Das heißt jetzt nicht mehr. Mein Alter hat das noch mal in die Reihe gebracht. Zum letztenmal, wie er gedroht hat. Ich glaube, es ist ihm verdammt ernst dies­mal. Er hat mir gestern die Pistole auf die Brust gesetzt: entweder besserst du dich, Bürschlein ober wir kenn uns nicht mehr. Beinah bramatisch

Am Freilag, 24. Februar, werden wir in den Familienblältern mit dem Abdruck eines neuen Romans beginnen, er heißt:Irrungen, Wirrungen" und soll die Bekanntschaft mit Theodor Fontane erneuern und festigen, die hier vor allem durch denölechlin" begrün­det wurde. Es hätte einer Verfilmung von Fon- lanes MeisterwerkEffi Briest" gewiß nicht bedurft, um erkennen zu lassen, daß feine dich­terische Erscheinung weit über Berlin und die Mark Brandenburg, und weit über das 19.Jahr­hundert hinausreicht.Irrungen, Wirrungen" ist von allen Büchern Fontanes vielleicht das zarteste und menschlichste, den unvergänglichen Liebesromanen unserer Dichtung zugehörig.

gericht hatten ebenfalls rechtliche Bedenken. Der l.Strafsenat des Reichsgerichts hob daher das an­gefochtene Urteil auf und wies die Sache zu neuer Verhandlung und Entscheidung an die Vorinstanz zurück, die auch die Frage der Untreue zu prüfen haben wird.

Theaternachmiitag für Kriegsopfer.

Die Kameradschaft Gießen der NSKOV. bereitete ihren Mitgliedern und deren Angehörigen am geftru gen Sonntagnachmittag wieder eine besondere Freude durch eine Sondervorstellung im Gießener Stabttheater. Die Künstlerinnen und Künstler des Stabttheaters in Gemeinschaft mit dem Stadt- theaterorchester brachten die Aufführung der Ope­retteDie luftige Witwe" in bekannter flotter Dar­stellung heraus. Den Besuchern, die den Theater- jaal bis auf den letzten Platz füllten, wurden einige schöne Stunden bereitet, die mit starkem Beifall für die Künstler und das Orchester herzlich bedankt wurden. Dank und Anerkennung gebühren aber auch der Kameradschaftsführung, bie diesen Genuß ver­mittelt hat.

** (fin Achtzigjähriger. Der in weiten Kreisen bekannte Kaufmann Carl Schwan, Mäusburg, begeht morgen in geistiger und körper­licher Frische seinen 80. Geburtstag, odjon in jungen Jahren trat er dem Turnverein von 1846 bei, und er nahm bis vor einigen Jahren auch regelmäßig an den Turnstunden teil, zuletzt noch in der Alters­riege. Neben seinem Interesse an der Turnsache ist er bis zum heutigen Tage auch ein eifriger Wan­derer geblieben. Frühaufsteher können ihn beobach­ten, wie er mit seinen Wandergenossen seinen Weg durch die Wisse" regelmäßig nach dem Philosophen- wald einschlägt. Seine Rüstigkeit führt er vorzugs­weise auf seine körperliche Betätigung zuruck. Dem Jubilar bringen auch wir unseren herzlichen Glück­wunsch bar. . _, _

** Mit bem Auto in ben Straßen- graben. In ber Nacht zum Sonntag ereignete sich in ber Robheimer Straße ein Autounfall. Ein Per­sonenkraftwagen, befien Lenker sich m angeregter Stimmung befunben hatte, fuhr unweit bemtfelb* schloßchen" in ben Straßengraben. Das Auto würbe schwer beschäbigt, bie beiben Insassen aus Rodheim erlitten aber keinerlei Verletzungen. Heute, Montag, morgen wurde ber Kraftwagen abgeschleppt.

Rhein-Mainische Börse.

Fast ohne Geschäft.

Frankfurt a.M., 18. Febr. An der Wochen, schlußbörse hat die Umsatztätigkeit eine weitere Schrumpfung erfahren, so daß auf den meisten Ge­bieten des Aktie nm ar ktes nahezu völlige Ge­

schäftsstille herrschte. Von der Kundschaft lagen kaum Aufträge vor. Zunächst kam nur eine verschwindend geringe Zahl von Papieren zur Notiz, bie keine ein­heitliche Linie aufwiesen, doch gingen bie Verände­rungen nur vereinzelt über 0,25 bis 0,50 v. H. hin­aus. Weiter schwach waren aber Aschaffenburger Zellstoff mit 107,25 (109). Am Montanmarkt be­obachtete man kleine Glattftellungen des Berufs- Handels. Mannesniann 112 (112,50), Vereinigte Stahl 111 bis 111,13 (111,25), Hoesch nominell 0,25 v. H. hoher mit 109,50, ebenso Rheinstahl mit 137,65 (137,50). IG. Farben bröckelten bei kleinstem Ge­schäft auf 153,75 (154) ab. Ferner kamen Reichsbank mit 181,50 (182), Gesfurel mit 139,50 (139,75) und 5)apag nach Pause 1 v. H. niedriger mit 62 zur No­tiz, Bekula 0,75 v. H. hoher gefragt mit 158,50.

Am Rentenmarkt zeigte sich erhöhtes Inter­esse für Papiere mit kurzfristiger Fälligkeit, im übrigen war auch hier das Geschäft äußerst begrenzt und die Kurse kaum verändert. Reichsaltbesitz 0,13 v. H. höher mit 129,65, Dekosama I unverändert 134,13. Am Pfandbrieftnarkt wiesen nur Liqui­dationswerte vereinzelt unwesentliche Abweichungen auf. Bon Stabtanleihen lagen die beiben Darm­städter je 0,13 v. H. höher, 26er 97,75, 28er 97,40. Industrie-Obligationen schwankten bei ruhigem Ge­schäft bis 0,25 v. H., weiter erhöht 6 v. H. IG. Far­ben mit 120,75 (120,50). Im Freiverkehr blieben Kommunal-Umschulbung unnerähbert mit 93,15.

Im Freiverkehr war bas Geschäft ebenfalls gering, etwas schwächer lagen Katz & Klumpp mit 89 bis 91 (90 bis 92), im übrigen nannte man un- neränberte Kurse. Dagesgeld 2,25 (2,50) v. H.

Die Löschet, Star ber Puella-Bühne, warf den schonen Kopf zurück unb buchte: Schluß mit bem Blöbsinn. Warum verekle ich mir ben letzten Tag?. Dann fragte sie besorgt:

Wirb's ber Desi benn in München auch aus«, halten?"

Ich muß! Ehrensache biesmal." Sein Ton klang nicht ganz frei. Das mit bem Lehrling wurmte ihn. Natürlich würbe er als Volontär anfangen müssen. Aber sobalb er eingearbeitet war, stand eine feste Stellung in Aussicht. Das hatte Hege- mann seinem Vater feierlich zugesagt. Die beiden alten Herren kannten sich vom Kriege her. Da war irgend so eine Geschichte mit einem rumänischen' Lazarett gewesen. Seither waren sie Freunde. Allerdings nur auf Entfernung; denn sie hatten sich viele Jahre nicht mehr gesehen.

Wann führst du?"

Morgen in aller Frühe. Bin gespannt, was dieser Hegemann für ein Mensch ist, ob man mit ihm auskommen kann.

Hals- und Beinbruch, Desi! Alles, alles Gute. Ich muß jetzt gehen. Bist du während meiner

Nummer noch da? Ach, bas ist nett von bir. Warst überhaupt ein netter Kerl. Ich werbe dich ' sehr

vermissen und am Anfang viel meinen müssen.

Aber das ist nun mal so. Laß es dir gutgehen

unb denke manchmal an mich. Herrgott, ich wollte boch noch etwas sagen, wo hab ich bloß meinen Verstand ja, richtig, ich banke bir halt auch schön für alles. Servus, bu!"

Sie küßte ihn zart auf die Wange, bann puderte sie huschhusch auf ihrer Nase herum, lief hinaus und ließ ein Geriesel von Stäubchen unb eine Wolke teures Parfüm hinter sich. Der junge Tinser blieb gerührt in biefer Wolke zurück. Wieber mal ein Abschieb vorüber. Der wievielte? War ein nied­liches Pupperl gewesen, bie Mizzi. Ohne Frage. Aber es mar dennoch gut, daß man aus alledem herauskam. Die Frauen und bas viele Bummeln führten zu nichts. Der Alte hatte ganz recht, wenn er mörberifd) zankte. Das Leben mußte jetzl einen völlig neuen Dreh bekommen. Mit Arbeit fing cs an. Dafür würbe schon biefer Hegemann sorgen, ber ein Buch mit sieben Siegeln war. Tinser schrak auf; denn ber Vorhang ging nieber.

Beifall prasselte burch bas Haus, etwas bünn unb nicht ganz befriebigenb. Es klang wie Knall­erbsen, ba eine, bort, eine, nun »iete. Die Revue 33 Frauen unb 1 Mann" zog nicht mehr, war zu Tob gespielt, zudem war Montag. Tinser spürte, wie jemand seine «Schulter berührte.

Herr Baron freut mich sehr, Herr Baron!"

Wie belieben?" (Fortsetzung folgt./

Am kommenben Wochenenbe werben in Innsbruck bie Stubentischen Meisterschaften in verschiebenen ..... ' Boxen, ausgetragen. Dabet t Ruprecht Krausch (z. H.

Ueberlieferungsgemäß ehrte am Tag nach der Eröffnung ber Berliner Autoschau Korpsführer Hühnlein als Führer des Deutschen Kraftfahrsports seine erfolgreichen Kämpen. Diesmal konnte ber Korpsführer gleichzeitig bei ber Feierstunbe im Ufa- Palast am Zoo bas vom Führer gestiftete Motor­sport-Ehrenzeichen an 63 Männer und brei Frauen in Golb überreichen. In Silber würbe bas Abzeichen 57mal und in Eisen 176maf vergeben. In seiner Ansprache schilderte der Korpsführer die Lei­stungen der deutschen Motorsportler in ihrer Be­deutung für die Formung zäher, entschlußkräftiger unb wagemutiger Männer und ben Fortschritt ber beutschen Technik. Weiter ehrte Korpsführer Hühn­lein bie deutschen Automobil- unb Motorrabmeister unb bie beutschen Europameister bes vergangenen Jahres.

Französische Basketball-Mannschaft kommt am 12. März.

Das Basketballspiel, das eine Gießener Stadt­vertretung ursprünglich am gestrigen Sonntag gegen die Basketballmannschaft von ChampionetSport" Paris austragen wollte, wird noch ftattfinben. Die Mannschaft aus Paris wird nunmehr zum 12. März erwartet. Das «Spiel gegen die Stadtmannschaft wird dann voraussichtlich in Heuchelheim, und zwar in der dortigen Turnhalle, ausgetragen werden, ba zu bem neuangesetzten Termin bie Gießener Volkshalle nicht mehr zur Verfügung stehen wirb. Das Spiel wurde beshalb in den Gau Hessen, in ben Kreis 8 verlegt, weil gerabe hier das Basketballspiel in ben vergangenen Monaten eine außerordentliche For­derung erfahren hat. Heuchelheim wird also ber Schauplatz bes internationalen Kampfes werden. Am Tag vorher wird Championet Sport Paris in Kreuznach ein Spiel austragen. Das Rückspiel in Paris wird eine Reichsmannschaft bestreiten.

Das Müöchm VaK.

Nomon von Walther kloepffer.

Eopp right by <IarI Suntfcr Hering, 55 er HnWss 1

Nachdruck verboten.

Am 3. August vorigen Jahres, um 21 Uhr, spielte sich in dem ebenerdigen Vorraum des Wiener RevuetheatersPuella" folgender Wortwechsel ab:

Portier, in mühsam gebändigtem Tor:Stern- laubonelement! I öerf Sie ohne Bullet not eini- lasen, Herr Gaidl ober wie Sie sich schreiben. Muaß i bös no oft sagn? San 'S boch gscheit unb gengan S unb machen 'S foanen Danz.' Man hört Ihren Krawall ja bis hinein!"

Der schlecht gekleibete ältere Herr:Nöt anfassen, bittschön! I vertag bas nöt, wenn mir einer seine Grifft auf bie Schultern legt. I nöt, verstengano Sie mit Ihrer Uniform! I muaß ben Herrn Baron Tinser sprechen. Seine Wirtin schickt mi extra her. Es is pressant, mehr sag i nöt. Wollen 'S mi jetzt gutwillig in seine Logen lassen ober nöt?"

Nein!"

Sa?"

Sie, jetzt wirb's mir fei z'bumm! I hab meine Vorschriften, ja? Ohne Düllett! Da kannt a jeher kommen. Wann 'S mit bem Herrn was auszu­machen ham, warten 'S bis bie Vorstellung gar is ober besuchen 'S ihn morgen in seinem Logis. Aber Krach schlagen da herinnen unb bie Aufführung stören Sie, bös gibts nicht, mein Lieder. Das kennt man!"

Der Mann ber Ordnung sprach diese Wutworte verhalten -und mit drohend vorgeschobenem Kinn. Er hatte nicht nur von Berufs wegen, sondern auch rein persönlich eine Abneigung gegen zu spät kom­mende Individuen. Zumal, wenn sie in Aummi- fragen und verschrumpeltem Anzug daherrückten wie dieser nach Bier riechende Herr Gaidl.

Sachen erlebte man tagtäglich, «Sachen! Der Hüter des AmüsierhausesPuclla" grätschte vor der glä­sernen Einlaßtür entschlossen seine Beine wie ein Spartaner, ber einen Engpaß zu ücrtcibigen hat. Sein Blick schweifte hoheitsvoll über bie Schieß- bubenfigur bes Herrn Gaibl und landete auf den drei Pigrilli Sijters, die als lebensgroßes Plakat die halbe Wand ber Vorhalle schmückten:

Alsbann halt nicht", quetschte der Mann zwi­schen seinen schadhaften Zähnen hervor und trat einen schmählichen Rückzug an.Mistviech, ölen» biges", brummte er vor sich hin, als er auf der