Ausgabe 
20.1.1939
 
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kreis Friedberg.

+ Butzbach, 19. Ian. Einer der ältesten Ein­wohner unserer Stadt, Oberreallehrer i. R. Otto Weide, ist nach einem arbeitsreichen Leben im Alter von 86 Jahren verstorben. Bis in die letzten Monate war er noch äußerst rüftig und geistig rege. Seit dem Jahre 1879 wirkte er zuerst an der hiesigen Stadtschule, dann bis zu seiner Ruhestandsversetzung im Jahre'1920 an der Ober­realschule. Er galt als hervorragender Kenner der Heimatgeschichte. Daneben stellte er nach jahre­langer Forschungsarbeit eine Anzahl Stammtafeln hiesiger Familien auf, die er mitunter auf mehr

als 500 Jahre zurückverfolgt hatte. Weide war Mit­begründer des Butzbacher Heimatmuseums und des Geschichtsvereins, dessen Ehrenmitglied er war.

^reis Lauterbach.

Lpd. U l r i ch st e i n , 19. Jan. Auf dem Sel­genhof verunglückte ein Pferd tödlich. Man nimmt an, daß infolge von Feuchtigkeit Erd­schluß in eine fehlerhaft gelegte Lichtleitung gekommen war, wodurch die Eisenkonstruk- tion im Stall unter Strom stand Durch die Kette war das Pferd mit dem elektrischen Strom in Berührung gekommen und wurde auf der Stelle getötet.

Um den Reichsbundpokal.

Vier Begegnungen der Zwischenrunde.

Der Pokal-Wettbewerb der Fußball-Gaumann­schaften, der im Dezember bei sibirischer Kälte ge­startet wurde und eine Reihe sensationeller Vor­rundenergebnisse brachte (0:7-Riederlage des Gaues Südwest in Duisburg und 0:5-Riederlage des Pokal­verteidigers Nordmark in Breslau!), wird am Sonn­tag mit den Spielen der Zwischenrunde fortgesetzt. Acht Mannschaften stehen noch im Wettbewerb, und zwar Ostmark, Niederrhein, Bayern, Württemberg, Schlesien, Ostpreußen, Mitte und Sachsen. Sie wur­den für die Zwischenrunde wie folgt gepaart.

Bamberg: Bayern Niederrhein Halle: Mitte Württemberg Hindenburg: Schlesien Ostmark Leipzig: Sachsen Ostpreußen.

Das Bamberger Treffen wird von Bayern mit einer Mannschaft bestritten, die das Zeug dazu hat, die starke Niederrhein-Elf aus dem Sattel zu heben. Auch beim Spiel in Halle, wo Mitte und Württem­berg die Gegner sind, spricht vieles für einen Sieg der Gäste. In den beiden anderen Spielen ist mit Siegen von Sachsen und O st m a r k zu rechnen. Oie ersten Gternfahrer in Deutschland.

Don den Teilnehmern an der 18. Monte-Carlo- Sternfahrt sind am Mittwochabend die ersten Fah­rer auf deutschem Boden eingetroffen. Don den 17 in Reval gestarteten Wagen trafen weit vor der festgesetzten Zeit 14 Teilnehmer in Königsberg ein Auf der 1022 Kilometer langen Strecke waren die Straßenverhältnisse bis zur deutschen Grenze nicht gerade die besten. Als Erster schrieb sich der Dor­jahrssieger Bakker-Schut (Holland) auf Ford ein, kurz darauf war auch der einzige Deutsche, Ingenieur Macher (Berlin), und zwar ebenfalls auf Ford, zur Stelle. Don Königsberg führte der Weg über 322 Kilometer nach Warschau, von da über 560 Kilometer nach Berlin.

Den schwierigsten Teil der Strecke haben die Starter in Athen nach ihrer Ankunft in Sofja hinter sich. Auf den Straßen in den zerklüfteten Gebirgen lag der Schnee stellenweise bis zu einen Meter hoch. Von Palermo aus gelangten die Stern­fahrer dieser Strecke nach Rom, von wo es weiter nach Oberitalien geht. Bereits auf tschecho-flowa- kischem Gebiet sind die Starter von Bukarest. Ueber Prag führt der Weg dann nach Frankfurt a. M. Um den Anschluß an die Fährschiffe kämvfen die Teilnehmer der beiden skandinavischen Startorte Umea und Stavanger, wäbrend Mittelengland von den Fahrern des schottischen Startplatzes John o'Groats erreicht wurde.

Turner-RachwuchS

im Meisterfchastskampf.

Der wird Junioren-INeister am Gerak?

Im tausendjährigen Gera trifft sich am Wochen­ende der Turner-Nachwuchs im Meisterschafts­kampf. Diese Reichswettkämpfe, die zum ersten Male durchgeführt werden, tragen den Charakter einer vorolympischen Leistungsvrü- fung. Unter den 80 Teilnehmern, die auf Grund der bei den Gaugruppen-Ausscheidungen erzielten Ergebnisse in der alten Turnerstadt Gera ans Gerät -gehen werden, befinden sich manche, die schon weit über die Grenzen ihres Gaugebiets bekanntgewor­den find. Die Leistungen werden also auf hoher Stufe stehen. Don den Jungturnern, die die größ­ten Aussichten haben, in diesem Mehrkampf (es ist ein Gerät-Zwölfkampf mit Pflicht- und Kür­übungen!) den Sieg davonzutragen, sind der Wünsdorfer Karl Stadel (deutscher Meister am Seitpferd) und der Frankfurter Emil Hlineßky zu nennen. Sehr zu beachten werden Kiefer (Bad Kreuznach), Schöffmann (Wieseck), Ren­ner (Geislingen), Roser (Lörrach), Haustein (Leip­zig), Oettert (Greiz), Schreyer (Braunschweig, frü­her München), Wehner (Frankfurt a M), Anna (Mannheims, Münster (Wünsdorf), Hahn (Köln) und Delle (Mainz) fein. Eine einigermaßen sichere

Voraussage ist bei der Fülle unserer ausgezeich­neten Jungmannen unmöglich.

Am Samstag turnen alle Teilnehmer die Pflichtübungen. Am Sonntag vormittag folgen, ohne die 12 besten Pflichtübungsturner, die Kür­übungen und am Nachmittag findet der Endkampf der 12 Besten in der Osterlandhalle statt.

Weidig-Bergfest am 17. und 18. Juni.

Das diesjährige 3. Weidig-Bergfest wird auf dem Schrenzer bei Butzbach am 17. und 18. Juni ab­gehalten. In diesem Jahre sind 12 5 Jahre seit der Schaffung des ersten festlichen Turnplatzes durch Fr. L. Weidig auf dem Schrenzer vergangen. Das Fest wird in diesem Jahre in einem besonders feierlichen Rahmen begangen.

Martha Genegers Weltrekord unterboten!

Der jungen dänischen Schwimmerin Inge Sörensen gelang es am Mittwochabend bei einem Schwimmfest in Kopenhagen, über 400 m Brust mit 6:16,2 Minuten einen neuen, Weltrekord aufzustellen. Seit dem 7. März 1937 war die Welt­bestleistung im Besitz der Deutschen Martha Genenger (Krefeld), die gleichfalls in Kopen­hagen mit 6:19,2 Rekord schwamm. >Jetzt verbesserte Sörensen die Leistung um drei Sekunden, womit ein Frauen-Weltrekord, der im Brustschwimmen' in deutschem Besitz war, verloren ging.

Deutsche Hallentennis-Meisterschasten.

Menzel schlägt Pellizza.

Am Donnerstag gab es bei den internationalen Hallen - Tennismeisterschaften von Deutschland in Bremen eine etwas verkürzte Spielfolge. Das wich­tige Ereignis des Nachmittags war zweifellos der Kampf zwischen Roderich Menzel und dem talentierten Franzosen Pierre P e l l i z z a um den Eintritt in die Vorschlußrunde. Der Franzose be­gann recht vielversprechend, aber obwohl er mit 3:0 führte, mußte er den ersten Satz mit 6:4 abgeben. Menzel bewies in der Folge, daß er auch in der Halle ein Klassenspieler ist, wenn er auch volle fünf Sätze (6:4, 4:6, 6:2, 3:6, 6:2) benötigte, um den temperamentvollen Gegner auszuschalten. Nach diesem Erfolg R. Menzels steht die Teil­nahme eines deutschen Spielers an der Endrunde bestimmt fest.

In der unteren Hälfte ist man durch das ver­spätete Eintreffen von Heinrich Henkel etwas in Verzug gekommen. Der Berliner bestritt seinen ersten Kamvf gegen den Bremer Karstedt und ge­wann recht sicher 6:1, 6:3.

Im Frauen-Einzel erreichten die Amerikanerin W h e e l e r, die jugoslawische Spitzenspielerin Kovac und die Ungarin Somogyi die Vor­schlußrunde, während im Männer-Doppel die Deut­schen Titelverteidiger, Beuthner - ©opfert, als Erste unter dieletzten Vier" kamen.

Mannschastskampf im Hingen!

Am morgigen Samstag empfängt der 1. Kraft- unb Sportklub 93 Gießen denTufpo" Hanau 1860 in der Turnhalle der alten Pestalozzi schule zum ersten Verbandskampf auf eigener Matte. Den Vorkampf in Hanau verlor die ersatzge­schwächte Mannschaft des Gießener Vereins, da aber bei diesem Kampf eine bedeutend bessere Mannschaft zur Verfügung steht, ist ein spannen­der Kampf zu erwarten, dessen Ausgang noch ungewiß ist. Die Hanauer haben in den Gebrü­dern Lamprecht, in Mädicke, sowie in dem deutschen Meister der schweren Altersklasse Krak - k e r ganz ausgezeichnete Kräfte zur Verfügung.

Die Hanauer treten vom Bantamgewicht auf­wärts in folgender Aufstellung an: Waßmuth, Hans, Christoph und K. Lamprecht, Ritter,- dicke und Kräcker.

Gießen meldet: Rabow, Hebeis, A. Funk, Klotz, Eder, Becker, Richter und Schmidt.

Handball im ASM.-Kreis VIII.

Wenn auch einstweilen die Wetteraussichten noch nicht allzurosig sind, so steht doch zu erwarten, daß diesmal das Programm restlos abgewickelt werden kann. Denn es wäre bedauerlich, wenn es diesmal abermals zu Verlegungen kommen müßte, weil da­durch zweifellos die ordnungsgemäße Durchführung des Spielbetriebes in Frage gestellt wäre.

Diesmal weist weder die Staffel IV noch die Staffel V einen Lokalkampf auf. Diese Tatsache läßt ohne weiteres erkennen, daß wichtige Paarungen nicht auf dem Programm stehen. Die Entscheidungen können also kaum irgendwelchen Einfluß auf die Tabellengestaltung insbesondere der Spitze ausüben.

Einen schweren Schlag hat die Staffel'V erhalten. Der Tv. Münchholzhausen hat feine Mannschaften zurückziehen müssen, lieber die angegebenen Gründe kann man geteilter Meinung fein. Fest steht, daß in einem Ort wie Münchholzhausen ohne weiteres möglich fein muß, den notwendigen Ersatz zu be­schaffen. Mit dem freiwilligen Verzicht auf eine weitere Teilnahme ist naturgemäß auch der Abstieg in die 1. Kreisklasse verbunden. Damit ist also auch die Abstiegsfrage bereits geklärt.

Die Spiele des Sonntags:

SpV. 1900 Gießen 1860 Marburg. Barbara Heuchelheim.

Hörnsheim Tv. Wetzlar. Garbenheim Katzenfurt.

Wenn auch 1900 anläßlich seines letzten Auftretens nicht restlos überzeugen konnte, so dürfte der Aus­gang diesmal nicht zweifelhaft fein. Die Marburger Mannschaft wird auch die Rückrunde kaum stärker bestreiten können und so sicherlich zu keinen Punkt- tzewinnen kommen. Nach dem erfolgreichen Ab­

schneiden der Artilleristen muß man ihnen gegen Heuchelheim naturgemäß ebenfalls Chancen ein­räumen, zumal sich die Mannschaft nicht den Scherz erlauben kann, durch eine nicht ausgeschlossene Ueberraschung zurückgeworfen zu werden. In Hörnsheim sollte es einen sicheren Sieg der Ein­heimischen geben, zumal Wetzlar doch noch nicht in stärkster Aufstellung antreten kann. Ein inter­essantes und spannendes Spiel wird in Garbenheim erwartet, wo die beiden Neulinge aufeinanderstoßen.

Kreisklaffen.

Holzheim Nauborn.

Dutenhofen Dillenburg.

Nauborn wird, wie auch im Vorspiel, den Sieg der Platzmannschaft anerkennen und eine hohe Nie­derlage einftecfen müssen. Denn Holzheim ist nach dem Punktgewinn (kampflos) gegen Gröningen auf dem besten Weg, die Meisterschaft zu machen. Dillenburg hat auf fremden Plätzen noch nicht viel gezeigt. Aus dem Grunde liegt es durchaus im Be­reich der Möglichkeit, daß es einen knappen Sieg der. Platzbesitzer gibt, nachdem das Vorspiel ver­loren wurde.

Mtv. Gießen II $21. 116 Gießen. Krofdorf Lich.

Luftwaffe Londorf.

Wenn die Mannschaft des Mtv. einigermaßen komplett antreten kann, wird es den Gästen schwer fallen, sich zu behaupten. Eine Voraussage über den Spielausgang in Krofdorf zu treffen, wäre ver- feblt, weil beide Mannschaften ungefähr gleichstark sind. Wenn die Luftwaffe nicht wieder verstärkt antritt, sollte es Londorf gelingen, zu einem Sieg zu kommen,

Handball im Männerturnverein Gießen

Die Spielabteilung des Männerturnvereins, die am kommenden Sonntag mit vier Mannschaften in die Runde einzugreifen hatte, erhielt eine Absage des Tuspo. Ockershausen infolge Unspielbarkeit des Platzes. Somit bleibt nunmehr die erste Elf des MTV. auch diesen Sonntag wieder ohne Spiel.

Die zweite Mannschaft empfängt die Elf der SA.- Standarte 116 Gießen auf eigenem Platze. Diesem kleinen Lokalkampf kommt weniger Bedeutung zu, denn beide Mannschaften können infolge verschie­dener Spielverluste einen Anschluß zur Spitze nicht mehr erreichen. Durch reichliche Abgänge und Ver­setzungen mußte der Platzoerein seine' Mannschaft fast zur Hälfte neu aufbauen. Notwendiges Ver­ständnis und Zusammenarbeit der einzelnen Mann­schaftsteile werden noch einige Zeit auf sich warten lassen. Ein so einwandfreier Sieg wie der des Vor­spiels ist wohl kaum zu erwarten. Ein Pflichtspiel der zweiten Jugendmannschaft geht diesem Treffen voraus.

Fußballklub 1936 Saasen.

Querfborn I Saafen I 2:8 (0:5).

Saasens 1. Mannschaft weilte am Sonntag zum Verbandsspiel in Queckborn. Die Platzverhaltnisse ließen manchen Wunsch offen. Saasens Elf zeigte

ein schönes Spiel und kam bereits in der 1. Minute zum Führungstor, um bis zur Halbzeit mit 5:0 zu führen. Auch in der zweiten Halbzeit war Saasen meist tonangebend und konnte noch dreimal erfolg­reich fein, während die Platzbesitzer nur zu 2 Toren kamen.

Deutschland mit drei Schlitten.

Bei der Weltmeisterschaft im Vierer-Bob am 28. und 29. Januar in Cortina d'Arnpezzo, die der Engländer McAvoy zu verteidigen hat, ist Deutsch­land unter sieben Nationen mit drei Schlitten am stärksten vertreten. Die deutschen Schlitten werden von Kilian, Zweierbob-Weltmeister Fischer und Schäfer geführt. Italien konnte wegen des anhaltenden Schneefalls in Cortina d'Ampezzo dis Ausscheidungskämpfe noch nicht durchführen und in­folgedessen auch bisher nicht seine beiden Mann­schaften aufftellen. Frankreich und England schicken je zwei Vertretungen, die Schweiz (Feierabend), Belgien und USA. (Heäton) sind mit je einem Bob vertreten.

Sprechstunden der Redaktion.

11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstagnach­mittag geschlossen.

Gebirgsjäger aus Schiern ganz hervorragend.

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Ein Bild von einer Hebung unserer Gebirgsjäger in der Nähe von Garmisch-Partenkirchen. (Schirner-M.)

Wirtschaft.

Der Kraftwagen

bei den Westbefestigungen.

Fwd. lieber den Einsatz der Lastkraftwagen bei der Durchführung der Befestigungswerke an der Westgrenze geben einige Zahlen, die wir der Deutsche Kraftfahrt, vereint mit DDAC.-Motor- welt" entnehmen, einen Begriff von den gewal­tigen Beförderungsleistungen. Der Reichskraftwagenbetriebsverband, dem die gesamte Organisation der Baustofftransporte mit Lastkraft­wagen im Westen übertragen wurde, hatte eine eigene Verkehrszentrale, die .Kraftwagenleitung West", eingerichtet. Ueber vier Anmietungsstellen wurden in kurzer Zeit Tausende von Fahrzeugen herangezogen. Im September waren im Tages­durchschnitt 11 bis 12 000 Fahrzeuge bei der Kraft- wagenleitung West beschäftigt, fast ausnahmslos Fahrzeuge des privaten Kraftwagengüterverkehrs. Die Gesamtbeförderungsleistung betrug im Monat September 3,31 Millionen Tonnen eine Menge, für die ein Güterzug von 2200 Kilometer Länge erforderlich fein würde. Zur Sicherstellung der Treibstoffversorgung waren über 70 Tankstellen im westlichen Sicherungsbereich eingerichtet worden, die seit ihrer Errichtung Ende Juli bis 1. Oktober 8,2 Millionen Kilogramm Gasöl. 8,8 Millionen Liter Benzin, 453 000 Liter Oele und 8400 Kilo­gramm Fette umsetzten.

Der private Lastwagen hat bei den Aufgaben im Westen bis an die Grenze feiner Leistungsfähig­keit seine verkehrstechnischen Vorzüge in jeder Be­ziehung unter Beweis gestellt.

Rhein-Mainische Börse.

Nlittagsbörfe sehr ruhig.

Frankfurt a. M., 19. Jan. Bei weiterhin sehr geringer Beteiligung der Bankenkundschaft lag die Börse erneut nahezu geschäftslos. Da aber ander­seits fein nennenswertes Angebot vorlag, zeigte der Aktienmarkt im allgemeinen nur wenig ver­änderte Kurse, und die Schwankungen nach beiden Richtungen gingen nur vereinzelt über 0,25 bis 0,50 v. H. hinaus. Schwächer lagen am Chemie­markt IG. Farben mit 148 bis 147,50 (148,75), auch Scheideanstalt 0,50 v. H. abbröckelnd auf 197, ferner konnten sich Metallgesellschaft mit 119 (119,25) nur knapp behaupten-, der in der heutigen Bilanzsitzung getroffene Vorschlag von wieder 6 v. H. Dividende war weiteren Kreisen noch nicht bekannt, Montan­werte konnten sich meist gut behaupten. Vereinigte Stahl 107 (106,75), Hoesch 106,90 (106,75), Mannes­mann unverändert 108, aber Rheinstahl 0,75 v. H. schwächer mit 131,25. Im übrigen kamen zunächst noch RWE. 1 v. H. höher mit 117,13, Daimler 1 v. H. schwächer mit 132, Aschaffenburger Zellstoff mit unverändert 110 und Reichsbank mit unverän­dert 188.25 zur Notiz.

Auch der R e n t e n m a r f t war fast ohne Ge­schäft. Reichsbahn-Vorzugsaktien setzten mit unver­ändert 123,25 ein, im Freiverkehr gingen Kommu- nal-Umschuldung mit 92,95 und später mit 92,90 um. Am Pfandbriefmarkt waren nur einzelne Liguida- tionsroerte leicht verändert, die beiden Frankfurter je 101,05 (101,25), andererseits Rheinische 101,50 (101,30). Stadt- und Staatsanleihen zeigten zu­meist, die gestrigen Kurse, auch Industrie-Obligatio­nen wichen nur wenig ab; 6 v. H. IG. Farben 0,40 v. H. ermäßigt auf 118,90. Reichsaltbesitz kamen verspätet mit 128,30 (128,50) zur Notiz.

Im Verlaufe blieb das Geschäft äußerst ruhig, die Kurse veränderten sich gegen den Anfang kaum, dagegen zeigten die erst später notierten Papiere

angesichts der Geschäftsstille überwiegend Abschwä­chungen von 0,50 bis 1 v. H. Höher gefragt wurden RWE. mit 117,65 nach 117,13.

Der Freiverkehr lag ruhig, man nannte die gestrigen Kurse. Tagesgeld unverändert 2,25 v. H.

Abendbörfe still.

Auch für die Abendbörse fehlte jede Unterneh­mungslust. Die vorwiegend ohne Umsatz notierten Kurse am Aktienmarkt weisen zumeist nur geringe Veränderungen auf, wobei die Haltung weiterhin etwas unregelmäßig war. Bis zu 1 v. H. ermäßigt waren AG. für Verkehr mit 117, Conti- Gummi mit 207,50 und Demag mit 146,25 (147). Knapp gehalten waren ferner Reichsbank mit 187,75 (188,25), MAN. mit 137 (137,50), Adler­werke mit 103,50 (103,75) und Rheinmetall mit 129,75 (130). Kleines Geschäft verzeichneten JG- Farben zu unv. 148, Verein. Stahl zu 107,25 (107) und Mannesmann zu unv. 108. Etwas gebessert Ingen BMW. mit 142 (141,50), Rhemstahl mit 131,75 (131,50), Gesfürel mit 132 (131,50), Metall- gesellschaft mit 119,50 (119) und Westdeutsche Kaufhof mit 101,75. Von Renten wurden 6 v. H. IG.-Farben mit 119 und Reichsbahn-VA. mit 123,40 je 0,13 v. H. höher bezahlt; Kommunal« Umschuldung werden mit unv. 92,90 bewertet.

Sranffurter Schlachtviehmarkt.

Frankfurt a. M., 19. Jan. Auftrieb: Rinder 1527 (gegen 1436 am 12. Januar), darunter 322 (300) Ochsen, 150 (151) Bullen, 734 (685) Kühe, 321 (300) Färsen, ferner 464 (350) Kälber, 134 (99) Hämmel und Schafe, 218 (360) Schweine. Notiert wurden je 50 Kilogramm Lebendgewicht in RM.: Ochsen a) 44 bis 46,50 (43,50 bis 46,50), b) 40 bis 42,50 (40 bis 42,50), c) 33 bis 35 (37 bis 37,50), d) 29 (). Bullen a) 42 bis 44,50 (43 bis 44,50), b) 39 bis 40,50 (40,50). Kühe a) 42 bis 44,50 (42 bis 44,50), b) 37 bis 40,50 (37 bis 40,50), c) 30 bis 34,50 (29 bis 34,50), d) 17 bis 25 (20 bis 25). Färsen a) 44 bis 45,50 (42,50 dis 45,50), b) 41 bis 41,50 (39,50 bis 41,50), c) 36,50 (33 bis 36,50). Kälber a) 63 bis 65 (62 bis 65), b) 55 bis 59 (53 bis 59), c) 45 bis 50 (47 bis 50), d) 38 bis 40 (39 bis 40). Hämmel b2) 45 bis 49 (45 bis 47), c) 35 bis 38 (41 bis 42). Schafe a) 40 bis 42 (40 bis 42), b) 33 bis 39 (33 bis 38), c) 18 bis 22 (23 bis 28). Schweine a) 58,50 (58.50), bl) 57,50 (57,50), b2) 56,50 (56,50), c) 52,50 (52.50), d) 49,50 (49,50) Sauen gl) 57.50 (57,50). Marktverkauf: Rinder, Kälber und Schweine zu« geteilt, Hämmel und Schafe mittel.

Briefkasten der Redaktion.

(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.)

h. D. in Gießen. 1855 erschien im Verlag Vrock- haus (Leipzig) das zweibändige Werk von Wilhelm SoldanGeschichte des Protestantismus in Frank­reich bis zum Tode Karl IX". Ferner wurde in den Jahren 1857 bis 1869 in fünf Bänden die ..Ge­schichte des französischen Calvinismus" (Verfasser: Polenz) herausgebracht. Für die Beschaffung dieser Bücher setzen Sie sich am besten mit einem Buch­händler in Verbindung, der ohne weiteres feststellen lassen kann, ob diese Bücher noch zu haben sind. Unter Umständen könnten die Werke antiquarisch beschafft werden. Im übrigen befinden sich die ge­nannten Werke im Besitz der Gießener Universitäts­bibliothek.