Ausgabe 
20.1.1939
 
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Und heute?

Selbstverständlich steht- der erste

Lpd. Mainz, 19. Jan. DerMainzer Anzeiger" «Mainz, wie er überhaupt während der genannten röffentlicht interessante Einzelheiten über den Ver- drei Tage von Ginsheim nach Mainz und zurück zu

i Aenderungen, sowie hurch Ausbau der Dachae- 1 schosse erweitert. Daneben kies das Bestreben, die

veröffentlicht interessante Einzelheiten über den Ver

lauf der ersten Vernehmung Koscheikes, der sich

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Serviettenringe herzustellen, schuf Lampen und Lüster und machte schließlich Auto- und Fahrrad­rückstrahler, bis die Zeiten besser wurden und man sich dem ursprünglichen Berus der Schmuckherstel­lung wieder zuwenden konnte.

Gablonzer Schmuckes; viele Frauen und Mädel werden ihn tragen, wenn sie sich freudig und fröhlich im Tanze drehen. Haben die Abzeichen des Winterhilfswerkes den Gablonzern geholfen, so wer­den Diademe, Perlen und Ketten das ihre tun, ihnen die Umstellung zu erleichtern und vielen Volksgenossen Arbeit und Brot zu bringen. We.

stiegen. 14 Aemter mit Handvermittlungsstellen wurden auf den Wählbetrieb umgestellt, wodurch nunmehr 69 v. H. aller Fernsprechoermittlungsstellen diese Betriebsweise haben. Erheblich vermehrt wur­den die öffentlichen Sprechstellen. 24 Fernsprech­häuschen, darunter 4 in Frankfurt a. M., wurden neu aufgestellt.

Die außergewöhnlich starke Entwicklung des Rundfunks hat sich auch im Jahre 1938 fort­gesetzt. Die Zahl der Rundfunkempfangsanlagen ist von 373 850 auf 438 400 gestiegen.

Diese starke Zunahme veranlaßte die Reichs­postdirektion, ihre Beförderungseinrich­tungen weiter zu verbessern und zu vermehren. 4 Postagenturen wurden in Zweigpostämter und 41 Poststellen in Postagenturen umgewandelt. Neueingerichtet wurden ein Zweigpostamt und 40 Poststellen.

An größeren Bauten sind zu nennen: die Errichtung eines neuen, 100 Meter hohen Rund- funksendeturms in Holzkonstruktion als Ersatz für den im Jahre 1934 erstellten, der Bau eines neuen Poltbauses in Rüsselsheim, Fertigstellung des Fernsehsenders auf dem Feldberg im Taunus (Inbetriebnahme voraussichtlich in den nächsten Monaten), Umbau und Erweiterung des Post­amtes in Frankfurt-Rödelheim sowie des Jakob- Sprenger-Kinder-Erholunasheimes bei Ober-Reifen-

jctzt wieder im Zuchthaus Freiendiez in sicherem Gewahrsam befindet. Der Verbre­cher schilderte, wie man annehmen darf, wahrheits­getreu den Verlauf seiner kurzen Freiheit.

Koscheike gab zu, sich bereits am Freitagabend aus den Wäldern des Taunusgebietes, das ihm schon nach dem ersten Tag seines Ausbruchs aus dem Zuchthaus unsicher geworden war, entfernt zu haben, um sich in die Umgebung von Mainz zu begeben. In der Nacht von Freitag auf Samstag verübte er in einer Wirtschaft in der Münsterstraße in Mainz einen Einbruch, der aber, wie Koscheike sagte, nichteinträglich" verlief. Einige Lebensmittel und etwa 200 Zigaretten, von denen er bei seiner Ver­haftung noch 30 besaß, waren die gesamte Ausbeute. Noch in der gleichen Nacht begab er sich nach Mainz-Ginsheim, um sich eine Scheune aus­zusuchen, die ihm für die nächsten drei Nächte Unterschlupf gewährte.

Mit Ausnahme eines Abstechers, den er am Sonntagvournittag nach Engenhahn bei Idstein unternahm, um dort einen Einbruch zu verüben, war er täglich in den Abendstnndm nach Mainz gekommen, um sich über die Nachrichten auf dem laufenden zu halten, die über ihn im Umlauf waren. ..Am Samstagabend", fo berichtete Koscheike den Mainzer Kriminalbeamten, die den Vernehmungen des Verbrechers in Freiendiez beiwohnten, , begab ich mich an das Schaufenster des .Mainzer Anzei- aers, um dessen ausführliche Berichte über meinen Ausbruch und die zur Fahndung nach mir unter­nommenen Schritte zu studieren. Ich glaubte diesen Berichten entnehmen zu können, daß ich mich hier sicherer fühlen konnte, als in den Taunuswäldern. Trotzdem wagte ich mich nicht in eine Wirtschaft, obwohl mich der Durst des öfteren quälte. Ich hatte vorher niemals Mainz gesehen, aber seine Altstadt wurde mir verhaßt, weil ich mich in den engen und winkeligen Gassen oft verlaufen hatte. Nur schwer konnte ich mich zu einer Großstadtstraße durchdrin­gen, die mir wieder Orientierungsmöglichkeiten bot." " In der Nacht von Montag auf Dienstag beschloß der Verbrecher, seinen Unterschlupf in Mainz-Grns- hctm aufzugeben. Anschließend unternahm er den Einbruch, bei dem ihm 400 Mark Bargeld in die Hände fielen. Am Dienstaavormittag beaab er sich zu Fuß über Gustavsburg, Kostheim und Kastel nach

Amts- und Aufenthaltsräume im Sinne

münden, Homberg, Nieder- und Ober-Oflekden und in der Gegend von Schweinsberg größere Seen an.

Deckenbach, 19. Jan. Der 38 Jahre alte Bergmann Peter Wiesner, der an feiner Ar­beitsstelle (wir berichteten bereits kurz darüber), un­ter einbrechenden Erd- und Gefteinsmasien ver­schüttet worden war, hat, wie nach feiner Ein­lieferung in die Chirurgische Klinik festgestellt wurde, esnen schweren Schädelbasisbruch und eine klaffende Kopfwunde erlitten. Der bedauernswerte Mann liegt schwer darnieder. Sein Arbeitskamerad war entgegen einer irrtümlichen Wiedergabe unserer Notiz vom Mittwoch nicht verschüttet worden und kam ohne Verletzungen da­von.

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berg im Taunus. Verschiedene Postdienstgebäude wurden durch Anbauten und größere bauliche

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Bei -en Glasmachern von Gablonz.

Wie kam der Tatzelwurm an die Neiße? Gablonzer Glas von Japan bis Australien. Aegyptische Sonnenkäfer als Schmuck.

Koscheikes Ausflug in die Freiheit

Aus dem ersten Verhör des wiedergefaßten Verbrechers.

NSG. Der Gauvorsitzende der Gemeinschaft Ruhestand sbemnten hatte die Kreisoorsitzenden , _ Gaues Hessen-Nassau zu einer Arbeitstagung nach Frankfurt a. M. einberufen. Als Vertreter des von dem Hauptamtsleiter des Hauptamtes für Beamte

Reichspostbetrieb in Zahlen.

Weiter aufwärts im Bezirk der Reichspostdirektion Frankfurt im Zähre ckS38

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eingesetzten Reichsvorsitzenden der Gemeinschast nahm Kreisamtsletter F a b i g, Breslau, Gauoor- sitzender des Gaues Schlesien, an der Tagung teil. Nach einem einleitenden Vortrag des Gauvor­sitzenden G l ä ß n e r, Frankfurt a. M., erstatteten die Kreisvorsitzenden Bericht über die von ihnen geleistete Arbeit.

Schönheit der Arbeit" zu verbessern und mit neuzeitlichen Möbeln usw. auszustatten. Beim Te­legraphenbauamt Frankfurt (Main) wurde eine Schulungswerkstätte für Segelflugzeugbau einge­richtet.

Hervorzuheben ist, daß die Gemeinschast der Ruhestandsbeamten dem Reichsbeamtenführer un­terstellt ist und daher auch die Gau- und Kreis- vvrsitzenden den Gau- und Kreiswaltern des RDB. als Mitarbeiter zugeteilt sind. In der Gemeinschaft wurden in erster Linie die in den aufgelösten Ruhestandsbeamtenoereinigungen bisher erfaßten Pensionäre, sowie die nicht organisierten Ruhe- ftanbsbeamten und die Beamtenhinterbliebenen zu- fammengeschlossen. In Verbindung mit einer lei­stungsfähigen Versicherunasaesellfchaft wurde eine Sterbegeldeinrichtung geschaffen. Außerdem besteht eine zusätzliche Krankenversicherung für Ruhestands­beamte und eine ausgebaute Notfallunterstützung. Die Betreuung der Mitglieder in allen Ruhestands- beamtenfragen erfolgt in engster Verbindung mit den Fachschaften des Reichsbundes der Deutschen Beamten. Durch die Inanspruchnahme der NS- GemeinschaftKraft durch Freude" wird den der Gemeinschaft angeschlossenen Ruhestandsbeamten eine Reihe von Vergünstigungen bei dem Besuch ber städtischen Kultureinrichtungen eingeräumt und ihnen die Möglichkeit geboten, an gemeinsamen Fahrten und Besichtigungen teilzunehmen. Die son­stigen kameradschaftlichen Veranstaltungen dienen in erster Linie der Vertiefung nationalsozialistischen Gedankengutes.

Wenn auch in den einzelnen Kreisen der Ausbau der Gemeinschaft noch auf Schwierigkeiten stößt, so konnte doch aus den meisten Kreisen über eine er­folgreiche Arbeit berichtet werden. In seinem Schluß­vortrag betonte Pg. Fabig (Breslau), es fei vor­nehmste Pflicht aller Kreisvorsitzenden, dafür zu sorgen, daß die noch nicht erfaßten Ruhestands­beamten der Gemeinschaft zugeführt werden. Die tägliche Arbeit der Gemeinschaft müsse im engsten Einvernehmen mit dem Amt für Beamte der NSDAP, und dem Reichsbund der Deutschen Be­amten durchgeführt werden.

Nicht geringes Verdienst an der Festnahme des Verbrechers hatte ein Beamter der Mainzer Schutz­polizei, der in Uniform an der Saarstraße Strei­fendienst versah. Der Beamte stand an der Straße, als eine Taxameterdroschke an ihm vor­überfuhr Der Fahrer, der den Polizisten kannte, grüßte ihn. Als der Polizist auch d^n Fahrer grüßte, fiel ihm der Mann im Innern des Wagens auf, der seine Mütze in diesem Augenblick tief in den Kopf zog und durch das Hintere Fenster nach dem Polizisten Ausschau hielt. Sofort war dem Be­amten klar, daß es sich um den gesuchten Verbre­cher handeln mußte. Er hielt einen nochkomnUnden Personenwagen an, der von einer Frau gesteuert wurde. Die Frau aber, die von der Mission, zu der sie berufen wurde, nicht wenig überrascht war, war so aufgeregt, daß ihr die Hände zitterten, so daß sie beim Fahren unsicher wurde und sich der Ab­stand zwischen dem Verbrecher und seinem Ver­folger immer mehr vergrößerte, bis der Polizeibe- amte die Spur verloren hatte. Immerhin war es feiner Initiative zu verdanken, daß die polizeilichen Meldungen an die rheinabmärts liegenden Orte fo rechtzeitig gegeben werden konnten, daß es nod) in Remagen zu der Verhaftung des Verbrechers kam,

Der Fahrer, der Koscheike in feiner Taxe nach Hirzenach gebracht hatte, schildert das Zusam­mensein mit dem ihm unbekannten Passagier: Schon vor der Mainzer Wirtschaft habe er Koscheike dar­auf aufmerksam gemacht, daß eine Fahrt nach Köln ziemlich teuer komme. Aber Koscheike hatte es eilig. ..Drinaende Geschäfte" machten feine unverzügliche Anwesenheit in Köln notwendig. Der Preis spiele dabei keine Rolle. Unterwegs sprach er mit dem Fahrer kein Wort, bis er vor Hirzenach nach einem Bl'ck auf die Torameteruhr den Fahrer wissen ließ, daß ihm die Fahrk doch mit fror t?vnr

komme. Er l' sich am Bahnhof Hirzenach ab­setzen, zahlte lächelnd den geforderten Breis und verabschiedetp sich freundlich mit einem Händedruck vnn dem Fahrer. Der Chauffeur trat bann die Rückfahrt an und kehrte im nächsten Ort in einer Wirtschaft ein. In dem Augenblick erreichte ihn eine motorisierte Versolgergrunpe, die an dem Auto- eichen den a-suchten Wagen erkannte und dem Mainzer Autofahrer Kenntnis von seinem gefähr­lichen Pasiagier gab.

Der großartige Aufstieg von Volk und Wirtschaft kennzeichnet auch die Entwicklung der Deutschen Reicyspost im Bezirk der Reichspostdirektton Frank­furt a. M., zu dem auch Oberhessen gehört.

Bei der Briefpost ist die Zahl der eingelie­ferten Briefsendungen von 285 Millionen Stück (im Kalenderjahr 1937) auf 313,6 Millionen gestiegen, die der Einschreibbriefe von 3,9 auf 4,1 Millionen.

Die Zahl der eingelieferten gewöhnlichen P a - ketsendungen hat sich von 12,6 auf 13,3 Mil­lionen Stück erhöht.

Im Luftpost dien st wurde in steigendem Um­fang europäische Poft ohne Erhebung des Luftpost­zuschlags mit Flugzeugen befördert. Die Sendungen nach entfernt gelegenen Ländern wie Finnland, Nor­wegen, Spanien, Portugal und Griechenland gelan­gen dadurch zum Teil mehrere Tage früher in die Hände der Empfänger. Eine besonders starke Zu­nahme weist der Luftpostverkehr nach Südamerika auf.

Der Kraftpostdienst stand im abgelaufenen Jahr stark unter dem Einfluß der politischen Ereig­nisse. Besonders stark zugenommen hat die Beför­derung der Arbeiter zu ihren Arbeitsstätten. Gefah­ren wurden 1938 = 4,9 Millionen Kilometer gegen 4,7 im Jahre 1937. Die Zahl der beförderten Per­sonen war um 400 000 höher als im Vorjahr.

Die Postscheckkonten haben sich um 1300 auf 87 133 erhöht. Buchungen wurden 61,1 (58,6) Mil­lionen im Betrage von 10,8 (9,4) Milliarden Mark ausgeführt.

Im Telegraphendienst wurden 682600 (609 000) Telegramme eingeliefert und 774 000 (690 000) Stück zugestellt.

Im Fernsprechdienst wurden 100,5 (94,8) Millionen Ortsgespräche und 14,8 (13,7) Millionen Ferngespräche vermittelt. Die Zahl der Sprechstellen ist innerhalb Jahresfrist um 5942 auf 158 740 ge-

Gablonz, im Januar.

Unweit von Reichenberg, der Hauptstadt des Sudetengaues, liegt inmitten der herr­lichsten Jsergebirgslandschast Gablonz an der Neiße, die Stadt der Gürtler und Glas­macher, deren Erzeugnisse vor ungefähr hun­dert Jahren bekannt wurden und dem Ort allmählich zu einem weltweiten Ruhm ver­halfen.

Kunstvolle Ringe, Spangen, Broschen und Ketten aus buntgefärbtem, glitzernden Gablonzer Glas, wo hätte man sie nicht getragen? Mit ihnen schmückten sich schon unsere Groß- und Ur­großmütter, wenn sie nach den Klängen Lanner- scher oder Straußscher Walzet sich im Ballsaal drehten. Sie erregten das Entzücken der marok­kanischen oder indischen Schönen, und sie waren geschätzt bei den Frauen auf der malaiischen Insel­gruppe ebenso, wie in China und Japan oder im australischen Busch.

lieber den Ursprung des Gablonzer Gürtlerhand- werkes ist etwas Bestimmtes nicht zu erfahren. Sie waren auf einmal da, diese Künstler, und mit ihnen ebenso plötzlich kam der Ruhm ihrer Erzeug­nisse, was begreiflich ist, solange die Menschheit Schmuckbedürfnisse hat.

Magere und fette Jahre.

Heutigentags mögen etwa 1200 Meister im Kreise Gablonz tätig sein, deren Wirken 10 000 bis 12 000 Menschen zu Arbeit und Brot verhilft. In der Vor­kriegszeit hieß Gablonz im Volksmunddie Stadt der Millionäre". Der Krieg schnitt dann die Fäden ab, die sie mit der Welt verbanden, und nachher waren die Zeiten auch nicht dazu angetan, im Menschen Freude und damit Lust am Schmuck zu wecken. Immerhin führen die Gablonzer wieder hinaus, trafen sich nach alter Gewohnheit in Eng­land, Spanien und Portugal, knüpften alte Ver­bindungen an, erwarben neue dazu und verstanden es solcherart, wiederum ein leidliches Geschäft in Gang zu bringen. Bis schließlich auch exotische Gäste neuerlich nach Europa kamen und in den Straßen der Neißestadt wieder Chinesen, Japaner und Inder auftauchten. So wechselten auch hier magere und fette Jahre, und dies um so mehr, als die Eigenart der Gablonzer Industrie stärker noch als manche andere mit dem Kräftespiel der großen Welt verknüpft ist.

Im übrigen paßte man sich während der Not-

Zahlreiche Fälle von Maul- und Klauen­seuche durch leichtfertigen Ferkelhandel

In den letzten Tagen wurden in zahlreichen Orten des Lumdatales Daudringen, Staufenberg, Allen- dorf (Lumda), Geilshausen, Rüddingsyausen, Kessel- bach, Weitershain, Bernsfeld und neuerdings aucy in Alten-Buseck etwa 30 Fälle von Maul- und Klauenseuche festgestellt, die sämtlich bei Ferkeln auftraten. Nach den Wahr­nehmungen in allen Orten des verseuchten Gebiets sind diese Erkrankungen auf den Absatz von Ferkeln durch einen Ferkelhändler zurückzuführen, der seinen Schweinehandel in Firmengemeinschaft mit seinem Bruder von Bromskirchen (Kreis Bie­denkopf) aus betreibt. Gegen diese Ferkelhändler werden von den schwergeschädigten Bauern, Land­wirten und Arbeitern, die sich ein oder mehrere Ferkel zur Zucht einleaten, schwere Anschul­digungen erhoben. Man hört u. a., daß die Fer­kel schon bei dem Handelsgeschäft von der Seuche befallen gewesen seien, die Händler aber den Käu­fern mit allerlei Bemäntelungen die Bedenken zer- ftraut hätten. Das Kreisoeterinäramt Gie­ßen hat bei der Nachprüfung aller Fälle den Sach- verhalt als so schwerwiegend erachtet, daß es beim Landratsamt (Gendarmerie) den Antrag auf Strafanzeige gegen die Händler wegen wis- sentlichen Vergehens gegen das Reichsoiehseuchen- gesetz und wegen Vergehens gegen das Handelsver­bot im Hausierhandel (die Händler haben keinen Hausier-Erlaubnisschein) erhoben hat. JDie Unter­suchung durch die Gendarmerie ist noch im Gange. Falls sich die Anschuldigungen der Käufer gegen die Ferkelhändler durch das Ergebnis der Untersuchung bestätigen, werden die Händler wegen der leicht­fertigen Verbreitung der Maul- und Klauenseuche einen empfindlichen Denkzettel zu gewärtigen hoben. Außerdem werden sie für den Schaden haft­bar gemacht.

Kind tödlich verbrüht.

Lpd. Bad-Nauheim, 19. Jan. Das drei­einhalbjährige Kind^ eines Beamten in Bad-Nauheim fiel in die kochende Wasch­brühe und erlitt so schwere Brandwunden, daß es unter qualvollen Schmerzen ft a r b.

Gefängnis für Schwarzhörer.

LPD. Alsfeld, 19. Jan. Vom Postamt Als­feld .wurden in den letzten Tagen vier Schwarz- Hörer des Rundfunks ermittelt. Zwei von ihnen waren noch so dreist, den Ermittlungs­beamten mit Beleidigungen zu kommen. Dom Ge­

richt erhielten sie die Antwort mit je 14 Tagen Gefängnis. Die Schwarzhörerei hat natürlich außerdem das übliche Nachspiel. In künftigen Fäl­len will man gegen diese Rundfunknepper auch die Hilfe des Staatsanwalts in Anspruch nehmen.

Landkreis Gießen.

J) Li ch, 19. Jan. In der Brauerei Jhring- Melchior und in der Fabrik landwirtschaftlicher Maschinen von Schiefer st ein fanden gestern Betriebsappelle statt. In etwa eineinhalb­stündigen Ausführungen sprach der Gauredner Pg. Rahner vor den Gefolgschaften über das Tchema: Leistungssteigerung, Rationalisierung und Arbeits­planung". Er stellte vor allem die Forderung her­aus, daß jedem Arbeiter der Arbeitsplatz gehöre, an dem er die größten Leistungen vollbringe. Die Zuhörer folgten mit gespannter Aufmerksamkeit. Beim hiesigen Feldbereinigungsamt wurden mehrere Beamte mit dem silbernen Treudien st - Ehrenabzeichen bedacht. Das Ehrenzeichen erhielten Oberlandmesser Hartmann und die Dermessungsinspektoren H. Bopp, Ph. G e m ü n b t, Gg. Iffland , E. Hofmann, K. Müller und K. T ö t h.

)( Ruppertsburg, 19. Jan. Nach den Aufzeichnungen im standesamtlichen R e - a i st e r wurden in unserer Gemeinde 17 Kinder (6 Knaben und 11 Mädchen) geboren, 6 Personen verstarb en. Getraut wurden nur 2 Paare. Der Ortsbauernführer hatte zu einem Vortrags­abend in den Gemeindesaal eingeladen. Dis Ver- anstaltung wurde von Ortsgruppenleiter Bürger­meister Lind geleitet. Dr. Hardt von der Landwirtschafts sch ule zu Grünberg verstand es, durch Film und Wort die besonderen Aufgaben des Bauern im Rahmen der Erzeugungsschlacht an­schaulich zu behandeln. Während der erste Film die Erzeugung und Behandlung von wirtschastseigenem Kraftfutter zeigte, gab der zweite Film Antwort auf die Frage:Wie erleichtere ich mir bei dem großen Landarbeitermangel meine Arbeiten in Haus- und Landwirtschaft?" In längerem Vor­trag wurde dann noch manche wichtige Frage für unsere bäuerlichen Betriebe geklärt. Zum Schluß zeigte der Redner noch interessante Filme von der Reichsnährstandsschau in München und aus Leipzig.

* Gonterskirchen, 19. Jan. Dem hiesigen Schlossermeister Wilhelm Kröll III. wurde durch Bürgermeister Graaf in feierlicher Weise das Goldene Trend ien st- Ehrenzeichen für 50jährige treue Arbeit überreicht. In seiner Ansprache lobte der Bürgermeister besonders das schöne Verhältnis, in dem der Jubilar zu seinem Betriebsführer steht.

sonstigen Schätzen finden sich Vorkommen an Erz, Kupfer, Blei, Antimon, Aluminium, Braunkohlen und in geringerem Umfange Steinkohlen. Die aus­gedehnte Baurnwoll- und die elektrotechnische In­dustrie, die Strickereien und der Fremdenverkehr bedeuten eine wesentliche Ergänzung. Mit einem Ausblick auf die große Bedeutung Wiens als Han­delsumschlagplatz für den ganzen Donauraum stellte Prof. Klute abschließend fest, daß abgesehen von den wirtschaftlichen Vorteilen, die sowohl der Ost- mark, als dem Reiche durch diese Eingliederung er­wachsen die Zurückgewinnung deutscher Men­schen für unser Volk der entscheidende Faktor für die Tat des Führers wurde, dem die Versammlung durch ein erneutes Treuebekenntnis ihren Dank ab­stattete.

Der reiche Beifall, der den Ausführungen des Vortraaenden folgte, war am Abschluß dieser wert­vollen Vortragsreihe zugleich ein Dank an die Ge­sellschaft für Erd- und Völkerkunde für die geistige Vermittelung deutscher Forschertaten, auf die unser Bolt stolz fein darf und die zu gleicher Pflichter­füllung gegenüber der Volksgemeinschaft anspvrnen.

Arbeitstagung

der Ruhestandsbeamten.

Kabinettstückchen.

Denn hierin liegt die eigentliche Begabung der Gablonzer Handwerksmeister, hier gelingen ihnen wahre Kabinettstückchen der Formgebung und der Farbenzusammenstellung, angefangen vom funkeln­den, feingliederigen Gürteloerschluß bis zur hauch­zarten Filigranarbeit einer Brosche. Sie wissen genau Bescheid um die Launen der Mode, sie hor­chen nach Berlin, nach Paris, nach London und nach Neuyork, was dort wohl gewünscht wird und was gefallen könnte, aber sie lassen sich nur An­regungen bringen, keine Befehle. Man weiß, was man kann in den Gablonzer Gürtlerstuben, wo viel­fach der Enkel am gleichen Platz schafft, den einst der Großvater einnahm, oo geschieht es, daß das, was irgendeinem Geschäftsfreund irgendwo in der weiten Welt unklar und verschwommen als Wunsch­traum vor den Augen steht, vom Meister in der stillen Werkstatt feste Form erhält und unter seinen geschickten Händen ^u dem wird, was alsMuster" hinausgeht und so der Mode das Gesicht gibt. Mit Recht spricht man in Gablonz vomModemachen", und die Gürtler sind dort beweglich genug, ihre Anregungen von überall herzunehmen, und nicht selten waren es Ereignisse von außen, die ihnen den schöpferischen Einfall gaben.

Die Geschichte mit dem Pillendreher.

So geschah es etwa, daß bei der Ausgrabung des Tutanchamon im Jahre 1922 auch der Skara­bäus, der Pillendreher und heilige Sonnenkäfer der Aegypter, gefunden wurde, den man, in Stein ober Ton nachgebildet, zur Zeit des Königs als «Siegel» stein benutzte. Plötzlich hatte, wie das fo ju gehen pflegt, jedermann ein Bedürfnis nach Skarabäen. Zuerst wurden sie aus Gold oder Silber hergestellt. Wer kann sich das aber leisten? dachten die Gablonzer und schufen einen niedlichen. Pillendreher aus Glas, der weite Verbreitung fand.

Richt viel anders ging es, als man in der Schweiz wieder einmal den berüchtigten Tatzel­wurm gesehen haben wollte, der sich mit seinen tapsigen, quergestellten Hinterflossen, mit seinem rundlichen Rumpf und überlangen Windmühlen- armen zur Abwechslung auf einem Gletscher her­umtrieb und aus seinem spitzen Vogelhaupt ganze Feuerbäche in die Luft spie. Sehr gut, meinten die Gablonzer, erzeugten das Untier aus ihrem gedul­digen Glas, und Hunderttausende hingen sich die Tatzelwürmer um den Hals.

Kreis Alsfeld.

. Homberg, 18. Jan. Der Kanin­chenzuchtverein Homberg errang auf der Landesgruppenschau in Frankfurt a. M. einen er­sten Preis für eine Vereinssammlung 1/10Fran- wsische Silber". Durch diesen Eriolg war der Verein berechtigt, seine Sammlung auf der 5. Reichskleintierschau in Leipzig auszustellen. Auch dort errang er einen ersten Preis. Bei bet Einzelbewertung erhielten Heinrich Strack einen Ehrenpreis, August Fey drei erste Preise und August Dick einen zweiten Preis.. Infolge der Schneeschmelze und des Regenwetters war schon in der vergangenen Woche oie Ohm stellenweise! über ihre Ufer getreten und bildete Teiche. Am Mittwoch erreichten diese Überschwemmungen ihre größten Ausmaße. Man trifft bei Nieder-Ge­

zeit den Erfordernissen des Tages an, erzeugte Fasching in Großdeutschland auch im Zeichen des Holzperlen, als solche aus Glas nicht abzusetzen ~ ~ ~ '

waren, verlegte sich darauf, Topfuntersetzer und