Ausgabe 
19.12.1939
 
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Ilr.297 Erstes Blatt

189. Zahrgang

Prüft und Verlag: vrShlsche Univ«rsilSt§i>ruckerei «.Lange In Sietzen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulftratze 7

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schlecht im Gange. Die russischen Panzerwagen rollen nunmehr seit 24 Stunden in nicht abrei- ßender Kette in südlicher Richtung längs des Pasvik- Flusses. Die Finnen hoffen, den russischen Vor­marsch 18 Kilometer südlich von Salmijärvi b e i Ksa k a m o auszuhalten, da hier das Gelände hüge­lig wird und von den Finnen in den letzten Wochen militärisch befestigt worden ist. Die Russen haben bereits am Sonntagabend den Kontakt mit den Finnen in diesem Kampfabschnitt ausge­nommen, und bis zum Montagnachmittag hatte sich die Dorpostentätigkeit tn einen erbitterten Kampf verwandelt, an dem auch schwere Ar. tillerie mitwirkte. Die russischen Luftstreit- kräste haben die zum Eismeer führende Straße zwischen Salmijärvi und Dirtaniemi bombardiert, um dem auf dem Wege befindlichen finnischen Nachschub die Möglichkeit zu nehmen, den im äußersten Norden sichenden Posten zu Hilfe zu eilen.

Helsinki, 19. Dezember. (DNB.) Wie hier verlautet, wurden die Versuche der russischen Trup­pen, einen Keil in die Mannerheim- Linie zu treiben und damit gleichzeitig einen Flankenangriff gegen den linken Flügel der finnischen Verteidigung zu unternehmen, am Mon­tag fortgesetzt. Obgleich der Vorstoß der Russen in dem karelischen Sektor bedeutend schlagkräftiger ist als bisher, scheinen die Finnen bis jetzt ihre ausgebauten Stellungen zu halten. Die russische Artillerie beschoß am Montag die fin­nischen Linien, wobei große Mengen von Tanks am Kampf teilnahmen. Die Hauptkämpfe spielen sich am Nordufer des Taipaleen-Flusses bei der Einmündung in den Ladoga-See ab. Die Russen beabsichtigen, die Eisenbahnlinie, auf der die Finnen Truppennachschub sowie Kriegsmaterial erhalten, abzuschneiden.

An der finnischen No rd.fr ont ist eine große

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Mtgewaffertes Flugzeug durch Flugsicherungsschiff eingeholt

Deutsche Aufklärer über -er Nordsee.

Volltreffer auf britische Vorpostenboote. - Geleitzug auseinandergesprengt.

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Der große Luftsieg an -er deutschen Ror-seeküste.

Von 44 britischen Bombern 34 abgeschoffen.- Oer feindliche Kampfverband völlig zersprengt

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Starker Einsatz russischer Tankeinheiten.

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Berlin, 18.Dezember. (DJIB.) Am Nachmittag des 18. Dezember unternahmen die Engländer einen großangelegten Einflug mit 44 moder­nen Kampfflugzeugen. Der feindliche Ver­band versuchte, verschiedene Stellen der Nord­seeküste anzugreifen, wurde aber bereits im An- flug nördlich Helgoland von deutschen Jägern gestellt und versprengt. Es gab verschie- dene erbitterte Ouftkämpfe über der in­neren Deutschen Bucht, hierbei wurden nach bisher vorliegenden Meldungen 34 Engländer abge- schossen. 3n dieser Zahl sind nicht die Verluste enthalten, die die übriggebliebeuen englischen Flug­zeuge aller Voraussicht nach auf dem Rückflug wei­ter erlitten haben. Bruchstücke abgeschossener eng- E Uscher Flugzeuge sind bereits an den deutschen In­seln angeschwemmt, die Besatzung zweier englischer Flugzeuge gefangengenommen. Einigen wenigen Engländern gelang es. nach Wilhelms­haven durchzubrechen. Sie gerieten in konzeu- Inertes Abwehrfeuer der Flakartillerie, fo daß sie nicht zum Bombenwurf kamen.

Von den Deutschen sind zwei Flugzeuge, deren - Besatzung mit Fallschirmen absprang/ abgestürzt. Die siegreichen deutschen Jäger, die mit Flugzeugen vom TypMesserschmitt" ausgerüstet sind, gehören zu dem Jagdgeschwader Schuhmacher, das bereits am 14. 12. durch den Abschuß von zehn der angreifenden 20 Engländer den Gegner mit 50 v. h. Verlust nach Hause schickte.

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alles wohlauf. Keiner der Kameraden war bei der Landung zu Schaden gekommen. Wir kurvten nun ununterbrochen über der notgewasserten Maschine. Die See war inzwischen recht unruhig geworden. Dies merkten wir auch oben. Mehrere Male muß­ten wir eine Zeitlang blind fliegen. In gewissen Zeitabständen fragten wir an, ob unten noch alles klar sei. Nach ungefähr vier Stunden wurde ich durch meinen Kameraden ab gelöst, der ihnen den Rest erzählen wird.

Ja, fuhr dann der andere Leutnant fort, ich löste meinen Kameraden ab. Eine halbe Stunde später wurde die Sache noch bedeutend schwieriger. In der Dämmerung konnten wir das notgewasserte Flug­zeug kaum noch ausfindig machen. Das Flugzeug war auch bereits durch das ewige An­rollen der See weiter beschädigt worden. Ich" mußte mit meinem Vogel immer tiefer herunter, um überhaupt noch die notgewasserte Maschine aus­findig machen zu können. Von Zeit zu Zeit verstän­digten wir uns mit Morselampe und erhielten die Antwort, daß unten noch alles wohlauf fei. Es war inzwischen fast 6 Uhr geworden. Fast neun Stunden waren die Männer da unten eingeschlossen. Wir standen bereits durch Peilzeichen mit dem Flugsicherungsschiff in Verbindung. Eine Stunde später konnten wir es durch Sichtzeichen heranholen und die Kameraden übernehmen, die rund elf lange Stunden auf dem Wasser gelegen hatten. Unsere Aufgabe war beendet, und wir flogen zurück. Wir hatten dann noch eine schwie­rige Nachtlandung vorgenommen, die aber glücklich verlief. Zehn Minuten später hatten wir nach dem dritten ordentlichen Grog alle Anstrengungen schon wieder vergessen und dazu noch das frohe Gefühl, unseren Kameraden aus Seenot geholfen zu haben.

Deutsche Flugzeuge versenkten vier englische Schiffe.

Berlin, 18. Dez. (DNB.) Deutsche Flugzeuge haben am 17. Dezember, wie der Wehrmachtsbericht bereits bekanntgab, neben ihrer eigentlichen Auf­gabe der Fernaufklärung gegen England auch eng­lische Kriegsschiffe und bewaffnete Fahrzeuge mit Bomben und MG. angegriffen. Vier englische Schiffe wurden versenkt

und drei Kriegsfahrzeuge ernstlich beschädigt. Unter den versenkten Schiffen befinden sich das Dorposten­bootPear I" und der KüstendampferS e r e - n i t y". Die Beschädigungen der Schiffe sind durch Schlagseite und Brand bzw. Rauchentwicklung fest­gestellt worden. Die Schiffsbesatzungen verließen nach kurzer Gegenwehr die Fahrzeuge und brachten sich mit ihren Rettungsbooten in Sicherheit. Entgegen englischen Falschmeldungen sind allein fahrende Dampfer neutraler Staaten weder innerhalb noch außerhalb der englischen Hoheitsgewässer durch deut­sche Flugzeuge angegriffen worden.

zeigten schwere Schlagseite, Brand und Rauchentwicklung. Die Schiffsbesatzungen verließen nach kurzer Gegenwehr ihre Fahrzeuge und brach­ten sich auf Rettungsbooten in Sicherheit. Bald dar­auf sind diese Vorpostenboote gesunken.

Das Auftauchen der deutschen Flugzeuge genügte, um unter den britischen Schiffen größte Un­ruhe auszulösen. Zahlreiche Besatzungen von Schiffen, die gar nicht angegriffen wurden, flüchteten trotzdem in die Rettungsboote. Eine Anzahl deut­scher Aufklärungsflugzeuge griff u. a. einen Ge­leitzug an, der von englischen Kriegsfahrzeugen begleitet war. Nachdem die erste Bombe unter die Schiffe fiel, spritzte der Geleitzug in alle Himmels­richtungen auseinander. Mehrere Explosio­nen konnten beobachtet werden. Die angreifenden Aufklärungsflugzeuge wurden von britischen Kriegs- schiffen und von der Küstenflak unter Feuer ge­nommen, das die deutschen Flieger jedoch nicht er­reichte. Entgegen englischen Lügenmeldungen sind alleinfahrendeDampfer neutraler Staaten weder innerhalb noch außerhalb der englischen Hoheitsgewässer durch deutsche Flugzeuge angegriffen worden.

Scharfer deutscher Protest in Montevideo.

Flagranter Bruch des Völkerrechts.

Berlin, 18. Dez. (DNB.) Die Relchsregie- r u n g hat durch ihren Gesandten in Uruguay bei der Regierung von Uruguay schärf st ens pro- t e st i e r l, weil die uruguayische Regierung dem havarierten PanzerschiffAdmiral Graf Spee u n - ker flangrantem Bruch internationa­len R e ch t es und Brauches die hiernach selbstver­ständliche Frist zur Herstellung der Seefählgkeit verweigert hat.

Der zerschosseneExeter".

Amerikanische Anerkennung für die Leistung desGraf Spee".

Neuyork, 18. Dez. (DNB.) DieNew York Times" meldet aus Montevideo, die Schiffslotfen in JBafyia Bianca, die den englischen KreuzerExe­ter" sahen, als er sich in Richtung Falklandinseln bewegte, erzählten, das Kriegsschiff habe a u 5 g e ehen, w i e ein großes offenes Ruder­boot, so viel vom Oberdeck sei weggeschossen. Der militärische Mitarbeiter des Blattes schreibt, es wäre ganz falsch, das Gefecht bei Montevideo als großen britischen Sieg hinzustellen. Das deutsche Schiff habe den Engländern mehr Schaden zu­gefügt als es selbst erlitt,Admiral Graf Spee" sei dem konzentrierten Feuer dreier Kreuzer ausgesetzt gewesen, während er selbst das Feuer verteilen mußte. Daher treffe nach wie vor das Urteil Marinesachoerständiger über die deut- chen Panzerschiffe zu, nämlich daß diese wohl von einer Flottille mehrerer feindlicher Kreuzer gejagt und schließlich zerstört werden könnten, daß die feindlichen Kreuzer aber dabei chwer zugerichtet werden würden.Admi­ral Graf Spee" habe seinen Zweck, feindliche Han­delstonnage zu versenken und die alliierten Streit­kräfte vom europäischen Kriegsschauplatz strategisch abzulenken, vollauf erfüllt.

Berlin, 18. Dez. (DNB.) Die deutsche Luft­waffe griff Sonntag, wie bereits kurz gemeldet, im Rahmen ihrer Aufklärungsflüge britische Vor­posten- und Sicherungsschiffe mehrfach erfolgreich an, zur selben Stunde, als die Feind­propaganda behauptete, daß die deutschen Flug­zeuge aus dem Nordseeraum verschwunden seien. Die deutsche Aufklärung wurde in breiter Fächerform durch die ganze Nordsee h i n bis nach den Shetlands-Inseln und bis Portsmouth durchgeführt. Bei dieser Gelegenheit fanden sich einzelne Aufklärungsflugzeuge nach vor­bildlicher Erledigung ihrer Aufgaben an verschiede­nen Punkten zum Angriff gegen feind­liche Schiffe zusammen. Mehrere Vorposten- schiffe, Küstenwacht) oote und Tankdampfer sowie sonstige Fahrzeuge, die im Kriegsdienst stehen, wurden teils in Hochangriffen mit Bomben leichten Kalibers belegt, teils inTiefangriffen mit Maschinengewehren beschossen. Durch Volltref­fer wurden zwei Vorpostenboote und zwei andere Kriegs sal enge zum Sinken gebracht, drei weitere 5 legsfayrzeuge, darunter das Vorposten­bootPearl" und der KüstendampferSerenity",

P.K. Mr erfahren dazu noch folgende Cinzel- lleiten: Es ist der 18. Dezember, etwa 14.30 Uhr, «uf.einem Flughafen in Norddeutschland. Da, plötz­lich Fliegeralarm! Englische Flugzeuge ge­lichtet! In großer Höhe nähern sie sich dem Fest­ig land! Das ist alles, was die unmittelbar nach dem lllarm gestarteten Flieger zunächst wissen, und «außerdem noch, daß die Engländer in unver­hältnismäßig großer Zahl angeschwirrt lommen. Da sind die Jäger auch schon gestartet, verschwinden. Vorwärts, dem Feind entgegen!

Wunderbar ist das Wetter, blau der Himmel, !lar die Sicht. Hoch oben in der Luft stehen kleine ^eiße Wattebäusche, die Sprengwolken unserer ftak. Einen eisernen Gürtel legen die Männer der Mak vor die deutsche Küste. Nicht ein Eng­länder kommt hindurch. Nach der See zu Nird der angreifende Verband abgetrieben, md da sind auch schon unsere Jäger heran. Sie reifen an, versprengen den Verband, schießen und hießen, was nur herauswill aus denKugel- Fritzen". Engländer stürzen ab, andere kehren um, Ersuchen erneut vorzustoßen, aber vergeblich! : Kach einem Kampf von etwa zwei Stunden ist ton den Engländern nichts mehr zu sehen. 34 Maschinen wurden von den deutschen lagern, die der Geschwader-Commodore selbst in den Kampf führte, auf See oder über den Oftfrte- s^chen Inseln abgeschossen.

Bald nach dem Kampf kommen unsere Jäger auf k>ren Flugplatz zurück. Sie wippen beim Herein- pegen mit demSteert", die Zurückgebliebenen hüen ihre Sieger im Triumphzug ein. Groß ist die fcetibe und groß wird überall die Freude sein im stnzen Land. Denn 34 Engländer auf einen Schlag, das wird denen drüben an der pentfe schwer auf den Magen schlagen. Und wenn il! jetzt auch in aller Welt die Lügenmeldungen von ihremSieg" über das Panzerschiff hinausposau- sun, diese Antwort wird ihnen noch lange, lange dchmerzen machen. Und dabei wird es noch nicht einmal unsere letzte Antwort gewesen .ffin. (Roeckenholdt-Schütt)

Reue Erfolge

der deutschen Lufiwaffe.

Der Wehrmachtsbericht vom Montag.

Berlin. 18. Dez. (DNB.) Das Oberkommando

Wehrmacht gibt bekannt:

Zwischen Mosel und Pfälzer Wald Dir das Artilleriefeuer von beiden Seiten etwas lebhafter.

Die Luftwaffe führte ihre Aufklärung Her Ost frankreich und der Nordsee durch, hierbei stießen die deutschen Flugzeuge j® Norden bis zu den Shetland-Inseln und n Süden bis Portsmouth vor. Sie vertrie- an mehreren Stellen englische Vorpostenschiffe tt) küsienwachboote von ihren Standorten. Ein ^rpostenschiff wurde durch Bombenwurf 'ersenkt. Am Abend versuchten englische Flug­lage die deutsche Küste anzufliegen.

Das PanzerschiffAdmiral Graf Spee kl die zur Wiederherstellung seiner Seefähigkeil ^.ötigte Frist von der uruguayischen Regierung ^t bekommen. Der Führer und Oberste Be- Ikhlshaber der Wehrmacht hat deshalb dem Kom- »ondanken den Befehl gegeben, das Panzerschiff taljalb der hoheitsgewäster selbst zu sprengen Md zu vernichten. Dies ist am 17. Dezember ksen 20 Uhr geschehen.

Aus Gee unbesiegt!

Mit wehender Flagge ist außerhalb der urugayi- schen Hoheitsgewässer das tapfere Panzerschiff Admiral Graf Spee" am Sonntagabend gegen 8 Uhr auf Befehl des Führers von seiner Be­satzung versenkt worden. Der erste deutsche Westentaschen-Panzerkreuzer", nur 10 000 Tonnen groß, ist damit dem Feinde, dessen Flotte wie ein Wolfsrudel die La-Plata-Mündung bewachte und das verwundete deutsche Panzerschiff durch ihre überlegene und zusammengeballte Gewalt erdrückt hätte, nicht in die Hände gefallen. Der billige Triumph ist den Gegnern also entgangen, und mit Stolz gedenken wir des tapferen Schiffes, das fern der Heimat über hundert Tage im Südatlantik feindliche Schiffe versenkte, von den Feinden gehetzt wurde, aber trotzdem vor der La-Plata-Mündung zwei feindliche Schiffe zu den Fischen schickte und einen siegreichen Kampf gegen drei feindliche Kreu- zer bestand.Admiral Graf Spee" ist nicht mehr, aber sein Geist wird unseren Tapferen immerdar verbunden fein.

Es war selbstverständlich, daß das Panzerschiff in dem vielstündigen Kampf gegen eine feindliche Uebermacht auch selbst Schaden davongetragen hatte. Daraus ergab sich die Frage, ob die Regie­rung von Uruguay dem deutschen Kriegsschiff die Möglichkeit zur Ausbesserung seiner Schäden auf der Rede von Montevideo zwecks Wiederherstellung der vollen Seetüchtigkeit so gewähren würde, wie dies in den völkerrechtlichen Bestimmungen vorge­sehen ist. Naturgemäß ist die volle Seetüchtigkeit einer so komplizierten Kampfmaschinerie, wie sie ein modernes Kriegsschiff darstellt, von einer größe­ren Anzahl von Faktoren abhängig als bei einem einfachen Handelsschiff.

Darauf baute sich die Spekulation und die diplo­matische Intrige Englands auf, das die Regie­rung von Uruguay vom Augenblick des Einlaufens des Panzerschiffes unter schärfsten Druck setzte. Die dem deutschen Kommandanten von der Regierung von Uruguay gesetzte Frist war zur Wie­derherstellung der vollen Seetüchtigkeit nicht aus­reichend. Eine Verlängerung der Frist hat die Re­gierung des südamerikanischen Staates verweigert, sie hat sich dabei eines schweren Pruches des Völ-

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Scharfer Rückgang beä englischen Exports.

Amsterdam, IS. Dez. (DNB. Funkjpruch.) Aus einer von der Financial News veröffentlichten Sta- tlstlk über den englischen Handel mit Argen-- t i n i e n ergibt sich, daß vom ersten und zweiten Knegsmonat die brittschen Exporte nach Argentinien um mehr als 52 v.H. gefallen sind. Wah­rend Großbritannien noch im September d. I. für rund 22,5 Millionen Pesos Waren nach Argentinien ausführte, belief sich der Wert der brittschen Aus­uhr nach Argentinien im darauffolgenden Monat Oktober nur noch auf 12,5 Millionen Pesos. Wie das Blatt bemerkt, werden die ftüher nach Groß­britannien vergebenen Aufträge Argentiniens jetzt vornehmlich an die Vereinigten Staa­ten und andere neutrale Länder gehen. Das gelte insbesondere für Maschinen, Stahlrohre und Kohlen.

.......18. Dez. (PK.) ..Deutsche Flugzeuge klärten über der Nordsee auf. Eine Maschine mußte notlanden. Besatzung und Maschine wurden durch Flugsicherungsschiff eingeholt." So oder so ähnlich konnte man hin und wieder im Wehrmachts­bericht lesen. Gestern hatte ich Gelegenheit, in einem Fliegerhorst mit den Führern zweier Flugzeuge zu sprechen, die auf die Funkmeldung ihrer Kameraden hin, daß sie mit ihrer Maschine eine Notwasserung hätten vornehmen müssen, die notgelandete Maschinesuchten und abwechselnd solange über der auf See niedergegangenen Maschine kurvten, bis das Flugsicherungsschiff Besatzung und Maschine bergen konnte. Die Flugzeugführer berichteten:

Früh gegen 8.42 Uhr erhielten wir von der Be­satzungCäsar" Funkmeldung, daß Notlandung auf See wegen Schaden vorgenommen werden mußte und Hilfe gebraucht werde. Position xxx. Unser Staffelkapitän gab uns beiden den Auftrag, die not­gelandeten Kameraden zu suchen und solange bei ihnen zu bleiben, bis sie durch ein Flugsicherungs- fdjiff ausgenommen werden könnten. Meine Ma­schine, so berichtet Leutnant B., sollte zuerst starten und nach einer gewissen Zeit von der meines Kame­raden abgelöst werden. Der Staffelkapitän hatte uns den Auftrag gegeben, weil unsere beiden Besatzun­gen besonders gut eingeflogen sind und die Rettung der notgewasserten Kameraden auf jeden Fall durch- geführt werden mußte.

Ich startete also kurze Zeit später. Das Wester war gut, und es gelang mir, ohne besondere Schwierigkeiten gegen 11.40 Uhr die notgewasserte Maschine zu finden. Sie war gut aufs Wasser ge­kommen, so daß für den Augenblick keine besondere Gefahr für die Kameraden bestand. Wir konnten uns durch Funk verständigen. Unten war an Bord

_ . _ _ Dienstag, 19. Dezember I93y

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General-Anzeiger für Oberhessen