Ausgabe 
19.10.1939
 
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'r. 245 Zweites Blatt

Donnerstag, l9. Oktober 1939

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen)

Goeche-Vund und Kaufmännischer Verein

im Winter 1939/40

Von Dr. Otto Henning.

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Iben MeinvertMer wie bei den früheren Aus-

231 o

von Eiern erfolgt.

(Nachdruck verboten.)

Fortsetzung.

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itürlich nur unter lautem und aufgeregtem Ge- iwatz geschieht. So oft ein neuer Trupp ankommt,

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Vertreter so einen verrückten Geschmack hat. Zucker in die Suppe hast du so was schon gehört!

Nikotine beurteilt das Leben heute als sehr schmierig. Aber die Arbeit ist da, muß geschehen und hilft ihr wenigstens über das viele Grübeln hinweg, das doch keinen Zweck hat.

Haft du die Zähne geputzt, Alto?"

Der Dub gurgelt demonstrativ statt jeder Ant­wort.

Guten Morgen, Luis. Da ist wieder ein Schuh- bändel zerrissen. Sagen könntest du es wenigstens, anstatt Knoten zu machen, die kein Mensch mehr aufbringt! Gut geschlafen, Maus?"

Kriege ich auch Kakao?"

Der Kakao ist für Herrn Dr. Wenz."

Ach, der! Hast du bemerkt, daß er seidene Strümpfe trägt, Tante Nikoline? Und rohseidene Hemden hat er. Der ist furchtbar fein, das sagen sie alle in der Schule."

Aber von Lucki versteht er einen Dreck", sagt Alto in einer Gurgelpause geringschätzig.

Alto!" tadelt Nikoline.

Aber wenn's doch währ ist! Gestern hat er beim Anfahren die Handbremse zugelassen. Und wie er den ausgekugelten Arm eingerichtet hat, hat er erst im Buch nachschauen müssen."

Wenn du jetzt dein vorlautes Mundwerk nicht hältst, kannst du etwas erleben", weist ihn Nikoline

Dichters der angelsächsischen Welt, Bernhard Shaw, trägt, mit dem dieser schon 1914 der hinterhältigen Politik Englands gegenüber Deutschland das Ur­teil gesprochen hat, suchen wir das Wesen des Eng­länders im Verlaufe seiner Geschichte in Dichtun­gen, Briefen und Dokumenten zu erkennen. Es ist das hohe Tribunal eines Weltgerichtes über Eng­land.

Der Fliegerdichter Dr. Peter Supf wird, ge­wissermaßen alsUraufführung", in Gießen zum ersten Male seinen einzigartigen Lichtbilüeroortrag halten:Deutsche Fluggeschichte".

Der Leiter der Deutschen Antarktischen Expe­dition, Kapitän Ritscher, wird in einem Film­vortrag mit dem ThemaDie Deutsche Antarktische Expedition 1938/39", und der deutsche Forscher Max Junge in einem Film- und Lichtbill)ervor- tragDurch 60 Breitengrade zur Sturmhölle der Erde" in eindrucksvoller Weise von dem Unter­nehmungsgeist, dem Wagemut und der Tatkraft deutscher Forschung berichten.

Schließlich wird der Schriftsteller Robert Henseling in einem VortragVorstoß ins Un­endliche" einen interessanten Einblick in den Welt­raum und in alle Blickweiten der Riesenfernrohre geben.

Zum Abschluß des Dortragsprogramms wird eine Gießener Woche für Kunst und Schrifttum mit dem GeleitwortVon ewiger deutscher Kunst" veranstaltet, die unter der Schirm­herrschaft des Oberbürgermeisters der Stadt Gie­ßen stehen wird. Das genaue Programm der Kunst­woche, an der sich das Gießener Stadttheater, der Gießener Konzertverein und weitere Gießener In­stitute beteiligen werden, wird noch bekanntgegeben. Der Goethe-Bund selbst veranstaltet im Rahmen dieser Kunstwoche eine besondere Feierstunde, an der der bekannte Literaturhistoriker Dr. Rein­hard Buchwald über das Thema:Schiller und die Gegenwart" sprechen wird. Es sei noch besonders erwähnt, daß sich die Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde der Vortragsgemeinschaft Goethe-Bund-^Kaufmännischer Verein angeschlossen hat und sich an den Völker- und erdkundlichen Vor­tragsabenden besonders beteiligen wird.

Mit diesem hervorragenden und umfassenden Dor- tragsprogramm bekunden Goethe-Bund und Kauf­männischer Verein ihre erhöhte Einsatzbereitschaft für die Pflege deutschen Kulturgutes in diesen Ta­gen der Abwehr des Kampfes unseres Volkes. Die Gießener Bürgerschaft wird auf gerufen, durch Mit­gliedschaft und Vortragsbesuch diese zu Nutzen un­seres Gießener Geisteslebens wichtige Kulturarbeit zu unterstützen.

lorgengqir" : MM hüchten. $ »erlaub, > ag. 10: P ianb-.v- g). 12.30 b ert b 16: W :en. 18: t ZeitgM

BDM.-Untergau 116 Gießen.

Dienstbefehl.

Die von Gießen zur Führerinnentagung in Bad- Nauheim am Sonntag, 22.10., abfahrenden Grup­pen- und Ringführerinnen bzw. deren Stellvertrete­rinnen treffen sich am Bahnhof um 9.15 Uhr. Wir benutzen den Eilzug um 9.37 Uhr und fahren auf Sammelschein.

Von allen Führerinnen ist jedoch Brotbeutel­verpflegung mitzubringen, da wir nur kurz Mittag machen.

Spielschargruppe 5/116 Gießen.

Der nächste Dienst der Spielschargruppe (Orche­ster) findet am kommenden Sonntag, 22.10., um 10 Uhr im Neuen Studentenheim, Leihgesterner Weg statt. Notenständer sind mitzubringen.

Die Untergauführerin.

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Sirenen-Alarm bei Zliegergesahr.

Es sei erneut daran erinnert, daß der Alarmruf der Sirenen bei drohender Fliegergefahr ein Heller, wellenförmig an- und abschwingender Heulton ist, der zwei Minuten lang anhält. Die Entwarnung nach einem Fliegeralarm wird durch einen gleichbleibenden hohen Heulton von zwei Minuten Dauer gegeben.

Beim Luftangriff im Kreien.

Zahlreiche Berufstätige sind gezwungen, sich viel im Freien aufzuhalten. Sie werden mitunter bei Fliegeralarm nicht mehr rechtzeitig einen Luftschutz- raum erreichen können. Wenn jemand außerhalb der Stadt, auf freiem Felde oder auf der Land­straße von einem Luftangriff überrascht rvird, dann sichert er sich am besten so teilt der Reichsluft­schutzbund mit, indem er Deckung in einem Graben oder in einer Ackerfurche nimmt. Dadurch ist er gegen die Splitter- und Luftdruckwirkung ab* geworfener Bomben geschützt. Wer in Kampfstoff­schwaden gerät, oder das Vorhandensein von Kampfstoffen befürchtet, muß entweder die Volks­gasmaske aufsetzen, oder ein feuchtes Tuch, mög­lichst Mull, vor Mund und Nase pressen. Gegen den Wind oder seitlich zur Windrichtung muß er sich dann ohne Hast aus dem vergifteten Gelände entfernen.

fit gegenseitig begrüßte und bewillkomme. Manch- ml werden auch Plätze gewechselt, und es gibt ksne Ruhe, bis die völlige Dunkelheit hereinge- -pchen ist. So geht es Abend für Abend zu, und jrien Morgen verlassen die Scharen ihr Nachtasyl, un sich den Balg vollzustopfen. Erst im Herbst be- ghnt der Aufbruch, auf dem aber noch vielmals genächtigt wird, und zwar immer wieder in Röh- rif)ten oder auch in den Kronen mächtiger Schwarz- Appeln.

Die Stare, die jetzt erscheinen und zuweilen den Men einen kurzen Besuch abftatten, sind bereits Hrchzügler und kommen aus nördlicheren Zonen, it die ortsansässigen längst abgewandert sind. Jrn- mr fliegen alte und junge Vögel in den Schwär- mn zusammen, die mit rauschendem Schwingen- gräujd) vorüberschnurren. Bekannt ist die große Shnelligkeit der Stare, die auf ihrem Südzug runb 74 Kilometer in der Stunde zurücklegen. Um bfefe Zeit bekommen auch die in Gefangenschaft lüenden Vögel das Reisefieber, sie Hüpfen unruhig ihre Käfigstangen hinauf und hinab, und es bauert Tage, bis sie wieder ihr lustiges Geplapper «fnehmen und ihre Kameraden vergessen, die als bk ersten Heimkehrer unter den Zugvögeln im Februar schon wieder bei uns eintreffen. P. B.

Dornotizen.

Tageskalender für Donnerstag.

Ich verstehe immer ,Land'. Ich war auch schon auf dem Land, gestatten Sie: in Garmisch, Tegern­see und so. Aber so was von einer Hauswirtschaft habe ich da nie gesehen. Dieses Otterlach schießt beit Vogel ab. Ich zuckle also mit der Kiste wieder los, pautz, bin ich im Straßengraben. Wege habt ihr hier, darauf braucht ihr euch nichts einzubilden...

Ist viel passiert?"

Wie rnan's nimmt. Ein Reifen ist geplatzt. Der Kotflügel ist verbogen, und die Windscheibe ist m die Binsen gegangen. Ferner ist so ne Kleinigkeit an der Kardanwelle. Ich habe ein paar Otterlacher requiriert, und die bringen den Wagen nun nut Kühen an. Warum machen Sie so ein verdrieß­liches Gesicht? Ich kann wirklich mchts Dafür; es war die Straße." .

Nikoline überschlägt tn Der Elle: em neuer Rei- fen Scheibe, Reparatur kann siebzig Mark machen. Schöner Salat.Trinken Sie gleich Ihren Kakao, Herr Doktor! Sie müssen Dann sofort nach Mooracker. Ein Bauer ist in Die Futterschneide­maschine gekommen; ab gebunden haben Die Leute selber."

Sagen Sie mal, liebes Fräulein, ist Der Betrieb immer so toll?"

Manchmal schon", lächelt Nikoline.Die Sem­mel müssen Sie schon entschuldigen; der Bäcker hak einen neuen Gesellen bekommen."

i WortfttztNA folgt-

i, i^tuug w u|i tut nxuci -Liupp UIlLUUimi,

Md Der Lärm lauter und allgemeiner, als ob man

'nzert. ...............

allen:

ebn Laiy Ernst Ns lleton un^ Gehen, P unischem v Uürbffl» )rutf ih4J Lange,

nit der !

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Schauen Sie, Lepsius, Gudrun ist auch wieder ei", sagt Die alte Frau von SteinackerDieses

, mit dem ich das letzte Mal so viel Geld ... run ist eine Blenderin. Sie werden doch mcyt f sie ... haben Sie Gudrun vorhin m der Box in Augenschein genommen. Wo ist denn mein Poni- pcDour? Ich glaube, Sie sitzen darauf, Lepsius.

Severin und Riele empfehlen sich mit Beschleu- irigung.Das war Großmama", lachte Riele arger- lih.Habe ich zuviel behauptet?"

Bißchen schwierig?" ,.£ .. . . ,

Bloß schwierig? Ein Geizkragen ist sie und herz- d; vergnügungssüchtig wie ein Backfisch. Hast du tei tyut beobachtet? Den trägt sie nun feit 20 Jah­re,."

Ihr versteht euch nicht gut?"

Wir können uns nicht riechen.

Hast du das mit der Praxis gehört?

Ja. Du, das ist keine dumme Idee. Dieser Lep- fhs hat eine gute Klientel. Ansehen kostet nichts. Ullst Du nicht wetten? Das solltest Du auch einmal mtgemacht haben. Es gehört zum Nennen.

Welches Pferd, Riele? Ich habe doch keinen Ditnft "

. -Laß mal ,eh-n. Nimm Allasch. Ich '-nn- M- lallig seinen Trainer. Rennen vier, Nummer sie

Seoerin gcht $um Toto. ®r «ird öfteren, diese prickelnde Erwartung ist WJ 3oei Herren untechalten sich in seiner Nahe^ Ällasch ist erstklassig, mein Junge!

üor nichts gegen Allasch, Mensch; werde ihn selber Bitten/

Seoertn beschließt, di- Summe zu ^doppeln. Ei stößt aus Santes, der gerade vom Wettschalter /Tm/sottor! Gin Wetterchen heute. Können Sie * wechseln? Die am Schalter h°benkemKlein »ei mehr, zu blöde. Könnten sich doch vorseyen, I ll',TutnmU-Cnirit>, Herr Santes. Hobe selber nur I wiberter", ruft Severin.

Dann ist eben nichts zu machen. Entschuldigen 8s", sagt Lanke s und eilt davon.

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mmer, c>nzert fe üeichrsch, 18:3hi(y löhrungA hrichten.

ber." Er fällt erschöpft auf den nächsten Stuhl. Sein Kragen ist aufaeweicht unD Die an Den Kopf gebür­steten Haare sind in Unordnung.Also Da gondle ich hinaus diese Kiste von einem, Auto macht natürlich Zicken unterwegs, es muß am Vergaser liegen, komme hinaus und gucke mir Die Be­scherung an. Diphtherie, Tracheotomie. Aber nun das andere. Zum HändeDesinfizieren eine alte Emailleschüssel, Die Löcher mit Werg verstopft! Dann feine vernünftige Beleuchtung, Karbid! Ich war immer der Meinung, Karbid gibt es nur noch bei Fahrradlampen; jetzt weiß ich Bescheid. Unb Fliegen! So was von Fliegen habe ich mein Leb­tag nicht gesehen! Zusammenfassend, ein richtig­gehender Saustall das Ganze!" Dr. Wenz ist noch jetzt fassungslos.

Sie vergessen immer, daß Sie nicht in Ihrer Klinik, sondern auf Dem Lande sind. Und zwar in einer armen Gegend. Und Die LiNsenmeyers, bet Denen Sie waren, gehören zu Den Aller ärmsten , belehrt ihn Nikoline.Diesem flotten Stadtfrack scha­det es gar nicht, wenn er so etwas auch mal mit« macht. Wegen dein können die Bauern nicht m Villen wohnen."

NSG. Für Die Zeit vom 18. bis 22. Oktober Nid auf Den Abschnitt L 45 Der Lebensmittelkarte weiteres Ei an jeden Versorgungsberechtigten »^gegeben. Auch für Diese Zuteilung gilt Das eiche, wie bet Den vorhergehenden, daß sie Durch

Der Goethe-Bund und der Kaufmännische Ver­ein Gießen im Reichswerk Buch und Volk der Reichsschrifttumskammer eröffnen in Arbeitsgemein­schaft mit der Volksbildungsstätte Gießen Der NS.- GemeinschaftKraft durch Freude" in diesen Ta­gen ihr Vortragsprogramm 1939/40, getragen und geleitet von der Erkenntnis, Daß ihre Vortrags­tätigkeit während des Krieges der geistigen Mobi- lisieruna der Nation gewidmet sein muß. Sie haben daher ihr umfassendes Vortragsprogramm, das von jeher im Geistesleben der Universitätsstadt Gießen eine führende Rolle einnimmt, auf die heutige Zeit und ihre Forderungen eingestellt.

Die Reihe Der dieswinterlichen Dichter ab ende wird am Montag, 23. Oktober, mit einer Lesung des auch in unserer Stadt bekannten Dichters August Hinrichs eröffnet. Der Dichter hat mit seinem VolksschauspielDie Stedinger", mit seinen VolkslustspielenKrach um Jolanthe",Wenn der Hahn kräht",Für die Katz" und vor allem durch seine prachtvollen Erzählungen uns Werke ge­schenkt, Die der Erhöhung der Lebensfreude unseres Volkes, der Stärkung feiner seelischen Kraft und nationalen Einsatzbereitschaft dienen.

Am zweiten Dichterabend wird Der Schweizer Dichter Jakob Schaffner über das bedeutsame Thema sprechen:Die schweizerische Eidgenossen­schaft und das Dritte Reich". Ueberall in Deutsch­land hat dieser Vortrag Beifall und starke Beach­tung gefunden.

Weiter ist der Dichter Edwin Erich Dwin - g e r zu einer Lesung aus feinem neuesten, zum Teil unveröffentlichten Werk eingeladen worden. Dwinger war vor nicht allzu langer Zeit Gast des Goethe-Bundes. Wenn wir ihn jetzt wieder zu uns gerufen haben, so deshalb, weil der Name und das Werk dieses Dichters gerade heute von ganz beson­derer Bedeutung sind.

Auf deutsche Einladung hin wird Der jugosla­wische Dichter Veljko Petrovic im Januar 1940 eine Vortragsfahrt durch Das Reich unter­nehmen, um über das Thema zu sprechenJugo­slawien und Deutschland in ihren kulturellen Be­ziehungen". Wir begrüßen Den geplanten Besuch des Dichters in Deutschland, den wir als ein wei­teres Anzeichen freundschaftlicher Beziehungen und kulturellen Austausches im Sinne des europäischen Friedens betrachten, und freuen uns, daß der Gast

Gammelergebnis

Kreis Wetterau: 28215.54 AM.

Nunmehr liegt das Gesamtergebnis der ersten Sammlung für das Kriegs-Winterhilf swerk, Die am Samstag und Sonntag von der Deutschen Arbeits­front durchgeführt wurde, vor. Einschließlich Der Stadt Gießen wurde im gesamten Gebiet Des Krei­ses Wetterau Der Betrag von 28 215,54 RM. auf­gebracht. Er übersteigt das Ergebnis jeder disheri- gen Derartigen Sammlung und stellt Der Opferbe­reitschaft der Volksgenossen tat Kreis Wetterau ein schönes Zeugnis aus.

Oer Soldat an der Westfront soll nicht frieren.

NSG. Unsere Soldaten Das ist selbstoerständ- lich für die Heimatfront dürfen im kommenden Winter unter keinen Umständen frieren. So manche Wolldecke wird Da als angenehm empfunden. Die NS.-Frauenschaft in Darmstadt hat deshalb die Parole ausgegeben; jede Frau fertigt von kleinen Wollresten, Die doch keinem anderen Zweck mehr dienen können, einen etwa 15 cm großen Flecken an. Zusammen genäht ergibt Das eine stattliche An­zahl schöner warmer Wolldecken für unsere Sol­daten.

Noch keine lleberführung Gefallener in die Heimat.

Das Oberkommando Der Wehrmacht teilt mit, daß das Verbot, Gefallene aus Dem Operations­gebiet oder besetzten Gebiet in die Heimat uberzu- führen, vorläufig noch nicht aufgehoben werden kann.

Passierscheine für das besetzte Gebiet.

Es wird erneut Darauf hingewiesen, Daß Past sierscheine zur Einreise aus Dem Reichsgebiet in das besetzte ehemals polnische Gebiet aus­schließlich von Der Passierschein-Hauptstelle Des Oberkommandos des Heeres, Berlin, SenDl.er-

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zurecht.

Hat Paps geschrieben?" fragt Luis.

Noch nicht. Ihr müßt Geduld haben, Kinder. : Schickt euch, es ist gleich 8 Uhr!"

Nikotine verspürt plötzlich wieder jenen dummen Schmerz in der Brust. Wenn man mit so einer aufregenden Person zusammen ist, hat man natür­lich keine Zeit für Briefe, denkt sie erbittert. Ach diese Männer, einer ist schlechter als der andere. Dieser Doktor Wenz z. B. hat auch feine Untugen­den. Reißt tagtäglich zwei frische Mäntel heraus, macht Jodspritzer auf Den weißen Tisch im Sprech­zimmer unb läßt die gebrauchten Instrumente ein­fach herumliegen. Und Dann Dieses Getue mit Den Bügelfalten. Andererseits hat er auch seine Manie­ren, plaudert gern, hilft ihr in den Mantel und macht ihr ein bißchen den Hof, was sie aus Trotz gegen Severin sich gern gefallen läßt. Ein hübscher Bengel, das muß man schon sagen, lang, gepflegt, nur so unausstehlich schnoddrig.

Um 9 Uhr kommt Dr. Wenz enMid) aus Otter­lach zurück, auf einem entlehnten Rad, das für feine Beine zu kurz ist. Um 6 Uhr haben sie ihn zu einem Luftröhrenschnitt gerufen.

Gut gegangen? Wo haben Sie denn Lucki? I Sie sich erzählen, liebes Fräulein Fer-ä

Ich helfe Ihnen gern aus. Wieviel soll s Denn ein?" erbietet sich ein Herr hinter 'Severin. Er ieht wie ein behäbiger Metzgermeister aus und trägt ein Hütchen ntit Gemsbart.

Ich kann Ihnen auch für zweihundert geben. Mll sowieso einen Wertbrief fortschicken und bin roh um große Scheine." ..

Der freundliche Mann mit Dem grünen Hütchen entnimmt einer abgewetzten Brieftasche drei funkeb nagelneue Fünfzigmarkscheine.Den Rest gebe ich Ihnen in Zehnern. Den Schmerz haben wir rasch kuriert"

Dielen Dank, mein Herr!" Severin verstaut Die Drei größeren Banknoten in einem Seitenfach fei- "Nühts t<zu^danken, gar nicht Der Rede wert", meint Der mit Dem Hütchen und geht davon.

Severin besorgt Die Wettkarten und beeilt sich, in seine Loge zu kommen.

Was hast Du genommen, Franz?

Nummer sieben. Zwanzig Mark auf Sreg Allasch stolpert kurz vor Dem Ziel und ist er­ledigt. Das Rennen gewinnt ein Außensei^r, der eine märchenhaft hohe Quote bezahlt. Severin trauert feinen 20 Mark nach.

Schade", tröstet ihn Riele.Ein andermal hast du mehr Glück. Das erste Mal muß man verlieren, das ist Wettregel. Unglück im Spiel, Glück m Der Siebe heißt ein Sprichwort."

Er' nickt ihr lächelnd zu, und nur so nebenbei acht ihm durch Den Kopf, daß er einmal ^aulein Berber fünf Mark für Blumen abgeschlagen hat.

Riele umfaßt mit einer zarten Bewegung seinen Arm und verlangt mit dunkler Stimme. ..Komm näher Franz. Ganz nah. Sei lieb zu mir. Wenn nur das dumme Rennen schon vorüber wäre.

11. Kapitel.

Nikoline reißt das Küchenfenster auf und wedelt mit der Schürze. Die Milch ist ubergekocht, weil irhf aleichzeitiq auf vier verschiedene Dinge ? kann Auf den Kaffee, auf Aldos Cibisch- tee P(ber Bub hustet wieder einmal: jedes Frühjahr fidi mit Dieser Bronchitis herum), aus für Den Frühstückskakao von Doktor Wenz <N das M-dchm Anda,

hie Kinder geweckt und an Die Wasch- S Ä« Sn. Seinmeln für Dottor !.a-n, f?nD natürlich wieder blaß und zu wenig 5 ist ein Kreuz mit Dem Backer. Jru5£v^ iauett das Problem, was zu Mittag Außerdem , fntb* mal, wenn Du fein ZkoA ?^EMÜ^wenn du fein Gemüse beim GäÄner haben kannst und wenn dieser noMMche

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Aus der Stadt Gießen.

Stare unterwegs.

Die Stare haben sich nicht erst zu ihrem Süd- jtua zusammengerottet, sie zigeunern fast das ganze $Jjr hindurch in Schwärmen umher, denn sie lieben Die laute Gesellschaft. Schon auf ber Nah­rungssuche für ihre Jungen kommen die alten Hgel gern zu gemeinsamen Plätzen, wo es etwas zu picken gibt. Dabei wirb unermüblich geschnarrt urD geschnalzt, lustig geschwatzt und gezwitschert.

ben Amseln, von Denen man bie Stare ber Göße nach leicht verwechseln könnte, unterscheiben sich burch ihren charakteristischen, ein wenig komischen Gang. Sie schreiten behäbig wackelnb dchin, wobei sie roürbtg mit bem Köpfe nicken, wihrend Die Amseln hastig unD stoßartig vorwärts reinen.

Sobald die Brutzeit überstanden ist, schlagen sich bi Stare, jung und alt, zu großen Schwärmen zusammen, Die tagsüber hungrig Das GelcinDe durchstreifen. Mit befanDerer Vorliebe stellen sie sich aff Kuhweiden ein, wo sie unbekümmert zwischen M Vieh umherspazieren und Maden und Käfer ata Dem Rasen ziehen. Zuweilen fliegt sogar einer oter Der anDere Vogel einem Tier auf den Rücken, un Dort ein Insekt abzupicken. Gegen Abend wer- dki Dann gemeinsame Schlafplätze ausgesucht. Die

Teichen und Seen liegen. In Den Schilf- und Hhrwäldern fühlen sie sich am geborgensten. In raenDem Fluge trifft ein Schwarm nach Dem an- dssn ein, unb wie auf Kommanbo lassen sich bie Mgel auf Die schwachen Stengel herabfallen, was

auch in unserer Stadt sprechen wirb.

In einer besonderen FeierstundeSoldatische Dichtung ber Gegenwart" werden zwei bis Drei namhafte Vertreter des soldatischen Schrifttums aus ihren Werken lesen. Voraussichtlich werden hierzu Josef Magnus Wehner unb Bruno Brehm eingeladen. Frontsoldaten waren es, bie, das Maschinengewehr mit Der Feder vertauschend, den Schild deutschem Soldatenehre in schwerer deut­scher Notzeit blank hielten. Darum soll diese sol­datische Dichterstunbe unter unseren Dichterlesungen einen besonderen Platz einnehmen.

Zum Abschluß der Reihe der Dichterabende wurde der Dichter Erwin Guido Kolbenheyer verpflichtet. Eine starke wissenschaftliche Veran­lagung vereint sich in Kolbenheyer mit dem Willen und einer großen Begabung zur künstlerischen Ge­staltung. Sein umfangreiches dichterisches Schaf­en wurde gefrönt durch bie Anerkennung, Die ihm burch die Verleihung des Adlerfchildes des Deutschen Reiches 1938 zuteil wurde.

In der Reihe der weiteren Veranstaltungen kommt dem Vortragsabend des Sprechers Dr. Leonhard Blaß, Der unter dem Thema steht: Der letzte Sprung des alten Löwen" (England in Dichtungen, Briefen und Dokumenten) besondere Beachtung zu. In diesem Vortragsabend, Der als Thema einen klassischen Ausspruch des bekannten!

3 Vorteile beim Rasieren:

Wer sich vor dem Einseifen mit

Creme einreibt, hat drei Vorteile: erstens ist das Rasieren angenehmer, zweitens wird die Klinge nicht so schnell stumpf und drittens tut man etwas für seine Hautj Dosen und Tuben: 22 H. bis 90 Pt

^euzerithaiug ,

RS.-Gerne in schäftKraft durch Freude", Deut- lies Volksbildungswerk: 20.30 Uhr im Großen hvrfaal der Universität Vortrag von Dr. Falke Las war Polen". Gloria-Palast (Seltersweg): Leimatlanb". Lichtspielhaus (Bahnhoffttaße): Flucht ins Dunkel".

Die Eier-Regelung vom 48. bis 22. Oktober.

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Koman oon Mllha kloepftr lMW hy Carl Duntftr verlas»Berlin w 62