Panzerkreuzern sowie großen Handelsdampfern durch deutsche U-Boote und Bomber in ganz England, besonders aber in London, ganz ungeheuer sei. Die englischen Besorgnisse seien sehr verständlich, weil nicht ohne Berechtigung in der englischen Bevölkerung noch immer die Ueberzeugung verankert sei, daß die Kriegsflotte Englands der ausschlaggebende Teil der englischen Rüstung sei. Die deutschen Fliegerangriffe chatten am Dienstag den ganzen Tag über
England in Atem gehalten. Der „Daily Expreß" schrieb, daß der Bericht über die Versenkung der „Royal Oak" im Unterhaus Zustände ans Licht gebracht habe, mit denen die britische öffentliche Meinung sicherlich nicht zufrieden sein könne. Es müßte feindlichen Kriegsschiffen völlig unmöglich gemacht werden, in die Bucht von Scapa Flow einzudringen. Die ganze Angelegenheit sei einfach eine Schande.
Der Heeresbericht vom Mittwoch.
Erfolgreiche Tage für die deutsche Lustwaffe. — Englische Kriegsschiffe in Gcapa Flow bombardiert und zehn feindliche Flugzeuge abgeschoffen. — Zahlreiche Gefangene im Westen.
Berlin, 18. Okt. (DBB. Funkspruch). Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Zwischen Mosel und Pfälzer Wald gaben die französischen Truppen im Laufe des 17.Oktober weitere auf deutschem Boden liegende Geländepunkte entlang der Grenze auf, die von unseren nachstohenden Truppen beseht wurden. Zahlreiche Gefangene sind eingebracht.
Die deutsche Luftwaffe setzte gestern ihre Operationen gegen die Kriegshäfen an der englischen Ostküste fort. In der Bucht von Scapa Flow wurde nach den bisher vorliegenden Meldungen außer anderen Kriegsschiffen ein älte
res englisches Schlachtschiff von Bomben schweren und mittleren Kalibers getroffen. Während eines Luftkampfes wurde ein englisches Jagdflugzeug von deutschen Flugzeugen abgeschossen. Ein deutsches Kampfflugzeug wurde durch englische Flak-Artillerie zum Absturz gebracht.
Am 16. und 17.Oktober hat der Gegner zehn Flugzeuge verloren, und zwar: Heber deutschem Hoheitsgebiet durch Flak-Artillerie fünf Flugzeuge, davon ein englisches, durch Jagdflieger je ein französisches und ein englisches, und im Luftkampf über englischem Hoheitsgebiet drei englische Flugzeuge.
Eine Dürftige Wochenübersicht im Unterhaus.
A m st e r ö a m, 18. Oktober. (DNB.) Im Unterhaus gab Chamberlain Mitttvochnachrnittag seine übliche Wochenübersicht über die politische und militärische Lage. Daß sie diesmal besonders dürftig ausgefallen ist, entschuldigt Chamberlain damit, daß angeblich noch keine Anzeichen aus Berlin über die Haltung der deutschen Regierung zu den Fragen vorliegen, die er zu definieren versucht habe. Offenbar werden dem englischen Ministerpräsidenten neuerdings auch so wichtige Nachrichten wie das deutsche Echo auf seine unverschämten Herausforderungen unterschlagen.
In der letzten Woche, so erklärte Chamberlain, fei die Angriffs- und Verteidigungstätigkeit unnachgiebig fortgesetzt worden. Er mußte dabei zugeben, daß die Flotte in Ausübung ihrer Aufgabe schwere V e r l u st e an Offizieren und Mannschaften erlitten hat. Als billigen Trost für das Parlament und die englische Oei- fentlichkeit wiederholte er dann ohne neue Einfälle den Fantasiebericht des Ersten Seelords Churchill, dessen Wunschträume nun glücklich Nirgendwo in der Welt noch Glauben finden. Wenn Chamberlain behauptete, daß die Regierung ohne Zögern ihre Verluste in vollem Umfange veröffentliche, dann strafen ihn allein die Berichte der neutralen Presse zum Teil sogar die Augenzeugenberichte der eigenen Presse empfindlich Lügen. Das Weiche gilt für die Behauptung, daß die englische Luftwaff.e keine Verlauste erlitten habe, die so absurd ist, daß sie selbst von der englischen Bevölkerung nicht geglaubt wird, auf keinen Fall von den Edinburghern, die ja Augenzeugen der Kampfhandlungen waren.
„In diesen Tagen dürfen wir uns keiner dummen Prahlerei hingeben", erklärte Chamberlain pathetisch. Offenbar hält er die Wiederholung der einfältigen Schwindelmeldungen für keine dummen Prahlereien. Es gehört schon eine gehörige Portion Unverfrorenheit dazu, der englischen Öffentlichkeit gegenüber abstreiten zu wollen, daß die „R e - pulse" torpediert wurde, und das ausgerechnet an einem Tage, wo der tapfere Kommandant des siegreichen deutschen U-Bootes vor der deutschen und der ausländischen Presse eine genaue Schilderung seines Angriffes mit den lückenlosen Feststellungen der erfolgten Treffer auch auf der „Repulse" gegeben hat. Herr Chamberlain mag sich gesagt sein
lassen, daß wir und die Welt dem Wort eines deutschen Offiziers mehr Glauben schenken als dieser ganzen englischen Regierung.
Ganz wohl ist dem englischen Premierminister offenbar bei seiner Erklärung selbst nicht gewesen, denn er hat weiteren schmerzlichen Einbußen der „Grand Fleet“ dadurch vorzubeugen versucht, daß er seine Wochenübersicht mit der Erklärung schloß, es gäbe im Kriege viele Ueberraschungen, und sie könnten nicht immer angenehm sein. Eine Feststellung, die wir auf England bezogen einmal vollinhaltlich unterschreiben können. Wie wenig diese Wochenübersicht auf das Parlament einen Eindruck machte, ging aus den Worten des Oppositionsführers A t t l e e hervor, der die Hoffnung aussprach, daß dem Parlament bald ein Bericht über den Verlust der „Royal Oak" vorgelegt werde, daß eine Erklärung für die Tatsache gegeben würde, daß man den Luftangriff auf den Firth of Forth erst in seiner vollen Bedeutung erkannt habe, als sich die deutschen Flieger schon über diesem Gebiet befanden und daß die Labour Party auch mit der wirtschaftlichen Organisation Großbritanniens nicht zufrieden sei. Ein bißchen viel Enttäuschung für eine so dürftige Wochenübersicht.
Oie Inder taffen sich nicht vertrösten.
London, 18. Okt. (Europapreß.) Der Vizekönig von Indien, Lord Linlithgow veröffentliche ein Weißbuch über seine Besprechungen mit indischen Politikern und über die künftige Politik hinsichtlich Indiens. Zu der Forderung der Inder aus genaue Bekanntgabe der Kriegsziele, insbesondere im Hinblick auf Indiens künftige Stellung im Empire, erklärt Lord Linlithgow, daß eine derartige Erklärung im gegenwärtigen Stadium des Krieges noch verfrüht fei. Später werde sie vielleicht erfolgen. Nach dem Kriege, so vertröstet der Vizekönig die Inder, solle Indien sicher auch einen Platz unter den Dominions einnehmen. Ober dieser Platz der eines gleichberechtigten Dominions ist, geht aus dieser Erklärung nicht hervor. Ebenso wenig wird in London berichtet, welchen Eindruck die Vertröstungen auf
Scapa Flow liegt auf der Insel Pomona, die zu den Orkney-Inseln im Norden von Schottland gehört. Es war schon im Weltkrieg dadurch bekannt, daß es der Hauptliegehafen der englischen Flotte war und am 21. Juni 1919 versenkte Admiral von Reuter dort die damalige deutsche Hochseeflotte, um sie nicht in Englands Hand fallen zu lassen. Schon damals in der Weltkriegszeit wurde aus verschiedenen Unternehmungen bekannt, wie stark die Bucht von Scapa Flow gegen alle Angriffe, vor allem auch gegen U-Bootangriffe, mit Minenfeldern, festen Sperren, Untersee-Stahlnetzen usw. gesichert war. Diese Vorkehrungen sind seit dem Weltkrieg selbstverständlich noch erheblich verstärkt und erweitert worden. Wenn es trotzdem einem deutschen U-Boot gelang, dort nicht nur einzudringen, sondern auch mitten im größten englischen Kriegshafen zwei der größten englischen Kriegsschiffe zu torpedieren, dann zeigt das nicht nur den unerhörten Schneid, sondern auch die außerordentlich gesteigerte Wirksamkeit der modernen deutschen U-Bootwaffe. England ist im eigenen Hause, ja gewissermaßen in seinen sichersten Verließen mit Erfolg angegriffen worden.
Es ist vorbei ‘mit der Unangreifbarkeit der englischen Flotte, vorbei auch mit der „splendid Isolation“, und England ist selbst schuld daran. Es hat in verbrecherischer Leichtfertigkeit und aus reiner Machtgier diesen Krieg entfesselt, der in so wenigen Wochen sein Prestige in Trümmer schlug. B. R. Gin Matrose des „Royal Oak" berichtet.
Römische Nachrichten über den U-Boots- Angriff in Scapa Flow.
Rom, 18. Okt. (Europapreß). Die römischen Morgenblätter veröffentlichen ausführliche Berichte über die Angriffe deutscher Luftstreitkräste gegen englische Flottenstützpunkte. Hervorgehoben wird vor allem das Eingeständnis Churchills, daß das Eindringen eines deutschen Unterseebootes in die Bucht von Scapa Flow, die durch natürliche Hindernisse und künstliche Sperren geschützt sei, als ein Musterbeispiel technischer Geschicklichkeit und Mut betrachtet werden müsse.
Ein Matrose des versenkten Schlachtschi fies „Royal Oak" gab folgende Schilderung von der Torpedierung des englischen Kriegsschiffes: Als die erste, starke Explosion erfolgte, sei er sofort a u f Deck geeilt, um zu sehen, was los fei. Zwanzig Minuten später sei der Schiffskoloß von einer zweiten, dann von einer dritten und noch einer vierten Explosion erschüttert worden. Das Schiff habe sich auf die Seite gelegt und sei untergegangen. Der junge Matrose, der schon bei dem Untergang des Flugzeugträgers „C o u r a g e o u s" dabei war, konnte sich auch ein zweites Mal retten. Er habe sich völlig ausgezogen und sei mit einem Rettungsring in s Meer gesprungen. Plötzlich habe sich das Meer mit großen Flächen Oel und Petroleum bedeckt. Die Gesichter der Schwimmenden seien ganz schwarz geworden und hätten zu brennen begonnen. Ein vorüberfahrendes Boot habe den Schwimmenden zugerufen, sich an ihm festzuhalten. Der Matrose hätte auch gerufen, er sei aber nicht gehört worden. Darauf sei er mit vielen anderen weiter geschwommen. Viele der Schiffbrüchigen seien vom Krampt befallen worden und untergegangen. Der Matrose glaubt, mehrere Stunden geschwommen zu haben, als er plötzlich seine Füße auf einen Felsen setzen konnte. Darauf habe er die Besinnung verloren. Viele Stunden später sei er aufgefunden und fortgeschafft worden.
Die Tatsache, daß die Bevölkerung von Edinburgh nicht durch Luftschutz-Alarmsignale vor dem Herannahen der deutschenFlieger gewarnt wurde, soll nach römischen Blättermeldungen durch Konfusion in der Organisation der Fliegerabwehr zu erklären sein. Es sei nämlich in London noch nicht entschieden, ob die Genehmigung zum Gebrauch der Alarmsignale vom Innenministerium oder vom Luftfahrtministerium erteilt werden müsse.
Der Londoner Korrespondent des „Giornale d'Italia" erzählt, daß der Eindruck der rasch aufeinanderfolgenden Versenkung von Schlachtschiffen,
„Flucht ins Dunkel."
Ein Terra-Film Arthur Maria Rabenalts.
Die Anregung zu diesem Film gab ein Roman von Karl U n s e l t: „Gespenst im späten Licht". Wir kennen ihn nicht, aber das Drehbuch Philipp Lothar M a y r i n g s und die Regie Rabenalts scheinen uns durchaus eigene Wege gegangen zu sein, um mit allein dem Film eigentümlichen Mitteln den Versuch zu machen, das Ethos des Dienstes am Werf herauszustellen in einer Zeit völliger Verwirrung jeder sittlichen Begriffe, wie es die Inflation in Deutschland war, wo Echos und wirtschaftliches Denken zwei völlig unvereinbare Größen zu sein schienen, wo im Zeichen des schrankenlosen Kapitalismus es höchst gleichgültig war, was ein Unternehmen produzierte, ja ob es überhaupt produzierte, weil es nur noch Objekt am Werk selber ?änzlich uninteressierter Finanzmagnaten war und einen Charakter als Arbeitsstätte völlig eingebüht hatte. Die Regie Rabenalts hat zusammen mit einem Ensemble meist jüngerer und noch nicht sehr bekannter Schauspieler als ausgezeichnete Gemeinschaftsleistung auf höchst fesselnde Weise, ohne in naheliegende Uebertreibungen in Schwarz-Weiß- Manier zu verfallen, auf dem Hintergrund des Chaos von 1923 das Ringen dieser beiden Prinzipien vor uns hingestellt.
Damit verknüpft ist ein anderes Problem. Zwei Menschen werden aus lauteren Motiven im Dienst einer höheren Idee vor dem Gesetz schuldig. Der eine kommt in den Verdacht der Fahnenflucht, als er beim Vormarsch im Herbst 1914 sich von seiner Truppe entfernt, um in einem nahen französischen Werk, in dem er vor dem Kriege gearbeitet hat, dort zurückaelassene, für die Fortführung feiner technischen Arbeiten unentbehrliche Aufzeichnungen wieder an sich zu bringen. Er wird von den Franzosen aufgegriffen, aber nach vierjähriger Gefangenschaft nimmt er mit unverminderter Zähigkeit die Suche nach dem Verlorenen wieder auf und kommt mit Hilfe der Schwester des französischen Werkbesitzers wieder zu seinem Eigentum. Daheim gilt er schon als verschollen. Sein Freund, dem er als Soldat in Frankreich den Schlüssel zu seinem Safe und Vollmacht zur Verwendung seines Vermögens übergeben hat, die dieser damals jedoch lachend verbrannt hat, hat inzwischen in dem Werk, in dem sie früher zusammen gearbeitet haben, sein geistiges Erbe angetreten. Aber um das Werk vor dem Verschachern an das Ausland zu bewahren, muß auch er vor dem Gesetz Unrecht tun, er fälscht die Vollmacht, die .ihm deu Weg zum Vermögen des Freun
des freigibt. Nur schwer wird nach dessen Rückkehr der Verdacht ausgeräumt, er könne zum ehrlosen und eigensüchtigen Betrüger geworden sein. Das Mißverständnis wird beseitigt und die Freunde finden sich, voreinander gerechtfertigt als Kämpfer im Dienst eines höheren Rechts, als der nackte Buchstaben des Gesetzes es manchmal begreifen kann, zu gemeinsamer Arbeit in dem seinem Sinn wieder- gegebenen Werk.
Wir sprachen schon von der ausgezeichneten Gemeinschaftsleistung von Regie und Ensemble, die nicht zuletzt diesen Film zu einem so starken Eindruck verhalfen hat. Trotzdem sollen einzelne besonders markante Leistungen genannt werden. So Ernst von Klip st ein vor allem, der als Dr. Gildemeister, von der Idee an seine Erfindung besessen, den schimpflichen Verdacht der Fahnenflucht auf sich nimmt, die Gefangenschaft durchhält und auf geradezu abenteuerliche Weise ans Ziel gelangt, ein Mann, der fanatisch an seine Sache glaubt und nur in dieser blinden Konzentration auf das Eine für einen Augenblick irre werden kann an der Treue des Freundes. Diesen Freund Engelbrecht spielt Joachim Gottschalk als einen klaren, aufrechten Mann von frohem Schaffensdrang, feinem sozialen Empfinden und einer zähen Beharrlichkeit bet seinen Versuchen, die Erfindung des Freundes zu vollenden. Ein anständiger Kerl, sachlich und pflichtbewußt ist der Ingenieur Dr. Marlow Siegfried Schürenbergs, ein Mann, der von seiner geraden Linie nicht abweicht, auch wenn die Verlockung ihm goldene Brücken baut, durch ein kleines Wort oder nur durch Stillschweigen die geliebte Frau und die Leitung des Werkes in die Hand zu bekommen. Paul Hoffmann als Werksinhaber Dr. Wrede ist der zynische Inflations-Kapitalist, der skrupellos den vom Vater ererbten Besitz verschleudert und der Belegschaft die Arbeitsstätte raubt, auch vor keiner sonstigen Gemeinheit zurückschreckt, aber in der Lebewelt eine große Figur macht, ein überaus unerfreuliches Früchtchen, das Paul Hoffmann mit geradezu erschreckender Treffsicherheit in Gebärde und Haltung spielt. Die beiden Frauen sind Hercha Feiler als Barbara Wrede von einer zarten, verhaltenen Schlichtheit und dann vertrauend und mutig, als es gilt, die Freunde wieder zusammenzuführen, und Annemarie Sauerwein als Madelaine Laroche, trotz enttäuschter Liebe von nobelster Gesinnung auf dem schmalen Pfad zwischen Pflicht und Neigung. Gut charakterisierten Gerhard Dienert einen schuftigen Lagerverwalter, Gerhard Dammann einen biederen Werkmeister und Walter Werner einen braven, etwas ängstliche^ Prokuristen. Die Gieße
ner werden in dem Dolmetscher des Gefangenenlagers Franz Arzdorf wiedererkannt haben.
Die Regie Rabenalts hat nicht nur höchst milieugetreue Bilder vom Schieberleben der Nachkriegszeit erstehen lassen, auch die Szenen vom Vormarsch in Frankreich sind mit scharfem Blick für die Wirklichkeit gesehen, ebenso das Gefangenenlager. Von starker innerer Spannung ist das Wiedersehen Gildemeisters mit Madelaine Laroche und nicht minder, wenn auch in einem anderen Sinne die Atmosphäre zäher Erfinderarbeit im Werkslabor Engelbrechts. So ist dieser Film auch regietechnisch eine ungemein saubere und noble Leistung.
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Irn Beiprogramm sahen wir neben einem kleinen spannenden Kriminalsilm in der Wochenschau eindrucksvolle Bilder von der Fürsorge für unsere Verwundeten und dem Einsatz der Kriegsmarine im polnischen Feldzug. Der Einzug der Leibstandarte in Prag, die Parade der siegreichen Truppen vor dem Führer in Warschau und schließlich die große Friedensrede des Führers vor dem Reichstag wurden dann in vielen ausgezeichneten Aufnahmen wieder lebendig. Fr. W. Lange.
„Gespensterinseln -
Vor kurzem hatte die „Times" berichtet, daß es Inseln gäbe, über die Meldungen vorlägen, die aber verschwunden und nie wieder auf gefunden worden seien, wie es vor etwa 10 Jahren mit der Thompson - und derBouvetinsel geschah, die im Südatlantischen Ozean liegen sollten und zugleich von England und Norwegen beansprucht wurden. Als aber der Kapitän Larson von der norwegischen Marine ausgesandt worden sei, habe er weder die eine noch die andere gefunden, unb seitdem habe auch kein anderer eine Spur von ihr bemerkt. Ein Kartograph in Nancy, Maurice Thisbaut, der diese Frage besonders studiert hat, macht darüber interessante Mitteilungen. Die Kokos- oder Keelingsinseln im Indischen Ozean sollten auch vor einiger Zeit verschwunden ein, aber bti Nachricht wurde nicht bestätigt, so >aß man über ihr Schicksal im Ungewissen ist. Es ind winzige Inseln, die aber große Bedeutung haben, )a sie eine Station des Untersee-Kabels bilden, das ie Wit Mauritius, Java und Australien verbindet. Sie haben auch ein geschichtliches Interesse, denn hier fand am 9. November 1914 der heldenmütige Endkampf des deutschen Kreuzers „Emde n" mit dem weitüberlegenen australischen Kriegsschiff „Sidney" statt. Ist man hier noch im Ungewissen, so stcht es fest, daß die Tho mp jou-Ärrjel tm
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Vorschub leisten, wenn diese Leistung sich gegen Deutschland richten sollte. Das ist d a s Dilemma, in das sich die türkische Pvlittk hi nein manövriert hat, als sie im Frühjahr die Bindung mit London jllotfl und Paris ein ging, ohne sich offenbar darüber im «in f klaren zu fein, daß sich in Osteuropa eine Neuge« pfoorm ftaltung vorbereitete. D.S. |« |ti
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zu gestalten.
In Moskau ist nun seit dem 23. September dar« über verhandelt worden, wie die Türkei im Sinm ihrer traditionellen Politik die Verlagerung de; machtpolitifchen Schwergewichts in Osteuropa nach bet Verständigung zwischen Berlin und Moskau in sich aufnehmen soll. Die Türkei ist und bleibt wirtschaftlich und politisch auf die Nachbarländer angewiesen, was sich in Südosteuropa, also auf bent Balkan dahin auswirkt, daß es ohne die Märkte Mitteleuropas für die Türkei einfach nicht gehl In Moskau ist der türkische Außenminister daraus aufmerksam gemacht worden, daß die Bindungen Ankaras an die Westmächte sich in Gegensatz ju der Neuordnung in Osteuropa stellen. Der Minister ist nach Ankara zurückgereist, um mit seiner Regierung die Lage zu erörtern, die dadurch entstanden ist, daß Sowjetruhland die türkischen Bindunaeni an die Westmächte nicht für vereinbar hält mit Dr Gegebenheiten, die Ankara bisher selbst als lebenswichtig für sich anerkannt hat.
Sowjetrußland als Anlieger des Schwarzen Meeres hat natürlich auch ein sehr großes Inttr- . „ esse daran, was mit den Dardanellen tu-, rr auf b Kriegs- und Friedenszeiten geschieht. Moskau ha! r$tn Ankara nicht darüber im Zweifel gelassen, dal Fü Sowjetrußland sein Verhältnis zur Türkei vor «Zug allem deshalb festlegen will, weil die Verträge zwü- ßsM schen Berlin und Moskau auch das Verhältnis «b Moskaus zur Türkei bestimmen. Dies Verhältni.; *i kann sich nicht unabhängig von einander nach zwei L, « Seiten entwickeln, kann also nicht den Weltmächten
SWattantik niemals existiert hat. Es ist auch feint« Insel, die vorübergehend erscheint, wie die Julia« Insel südlich von Sizilien oder die Sabrina« Insel in den Azoren, die nur ein vorübergehem« des Dasein hatten; sie taucht auch Nicht von Zeit z u Zeit auf wie die merkwürdige Falcon-Jnsel in der Gruppe der Tonga-Inseln im Stillen Ozeane Vielmehr ist die Thompson-Jnsel nur eine Fiktive die vielleicht auf einen Rieseneisberg zurückgeh l, der in der Nähe der Bouvetinsel im Nebel beobachtet wurde. Dagegen existtert die Bouve!«
i n s e l wirklich, und sie ist auch nicht verschwunden. Sie wurde Ende Dezember 1738 von Bouvet-Losisr entdeckt und als eine vorgerückte Spitze des and* arktischen Festlandes angesehen. Später wurde str von Norris wiederentdeckt, der auf ihr tm Jahrs 1825 landete und sie Liverpool-Insel nannte. Sts könnte also ebensogut wie von England und Nou« wegen auch von Frankreich in Anspruch genommen werden; seit der Expedition des Kapitän Larsm, der sie am 1. Dezember 1927 annektierte, wird fie als norwegisch angesehen. Die Bouvettnsel liegt ziemlich genau unter dem Meridian von Paris unri» unter 54,30 Grad Breite, die auf der nördliche n Halbkugel etwa der von Danzig entspricht; obwohl sie noch fern vom Pol liegt, ist sie sehr kalt, und her in der Mitte liegende Berg, der eine Höhe von 9# Meter hat, ist mit Eis bedeckt. Ihre Größe beträgt etwa 9.6 Kilometer, und sie ist ein erloschener Vulkan, der aus dem Ozean hervorragt. Mel um« stritten ist auch das Vorhandensein der benachbarte« Lindsay-Jnsel, aber sie ist gleichfalls wirklich vorhanden. Nachdem sie im Jahre 1808 von dem benachbarten Kapitän Lindsay entdeckt war, murto? sie 1932 von dem Kapitän des norwegischen fischfängers „Surabaja", Hansen, wieder entdeckt. gibt aber wirkliche Gespensterinseln i« ziemlicher Anzahl, von denen manche noch aw- den neuesten Karten verzeichnet finö. Dazu gehört Bocca-Perde im Stillen Ozean, zwisch«^ Mexiko und den Hawaii-In sein. Diese Insel hat & nie gegeben, und daß sie auf den Karten einge* tragen wurde, ist zweifellos nur die Folge des 3rr« tums eines Kopisten, der sie mit einer Insel otf Revilla-Gigedo-Archipels, die Roca-Partida Mj.« verwechselt hat. Es ist schade, daß es die Bocca-Perde nicht gibt, denn sie würde eine W nützliche Station für die Flugzeuge bei der Heben' querung des Stillen Ozeans abgeben. Die metftr* 1 anderen Gespensterinseln wurden in den
Stillen Ozean verlegt, so Hougherty, die Gruppe, Esmerald; einige sollten auch im tischen Ozean liegen, wie Saint-Mathieu tm SVA von Guinea, die Insel Saxemburg rm Südatlann. und Saint^Brandan.
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Der türkische Außenminister Saracvglu hct W nach einem Aufenthalt von über drei Wochen ; „* Moskau wieder verlassen. Es wird hinzv Mill gefügt, daß ein Ergebnis der Verhandlungen nich erzielt ist, wenigstens nicht in dem Sinne, den bas L. Ke nachbarliche Verhältnis zwischen Sowjetrußlach « und der neuen Türkei bestimmt. Dies Verhältnis iftlM^
die Zeit nach dem Kriege in politischen Kreisen In« 6Lt diens gemacht haben, die das gleiche Spiel der % Versprechungen und des Wortbruches bereits im i,Bir flir Weltkriege erlebt haben. Wohl aber muß der Lom- ' doner Rundfunk zugeben, daß Gandhi offen seims Enttäuschung über den Inhalt des englische« Weißbuchs ausaesprochen hat. Gandhi fagte,~ es wäre weit besser gewesen, wenn der Vizeköniz überhaupt nichts gesagt hätte. Es sei p erwarten, daß der Nationalkongreß sich ablehnend zu diesem Vorschlag Englands verhalkm werde. Eine neue Rvund-Table-Konferenz „am Ende des Krieges" werde ein voller Mißerfolg werden. Die von England beabsichttgte Lösung bt; indischen Problems sei in Wirklichkeit feine Lösung. Das führende Mitglied der Kongreßpartei, Nehru.
an sich nicht erschüttert, denn die Regierung von Ankara ist davon überzeugt, daß gute Beziehungen ..uj zu Moskau für die Türkei lebenswichtig sind. ■ L Seitdem Atatürk den neuen Staat aus den Trum- D mern des Osmanischen Reiches aufbaute, hatte er W ei immer einen Rückhalt an Moskau und der fomjet« r 'n- rusfischen Politik, der sich nicht nur in diplomatischer Unterstützung kundtat, sondern wiederholt sehr fräftig in anderer Form zum Ausdruck fam Das alles ist in Ankara heute noch unvergessen, aber es scheint so, daß nach dem Tode des Ghozi westmächtliche Einflüsse in Ankara Fuß gefaßt baden müssen. Das überrascht umso mehr, als Eng. land und Frankreich den Krieg von 1914/18 ebenfi gegen das osmanische Reich geführt haben wir etwa gegen die Mittelmächte. Das Kriegsziel der westlichen Demokratten im nahen Osten war dir völlige Zertrümmerung des osmanischen Reiches, um diese Trümmer ihrer machtpolitischen Einflutz' zone einzugliedern. Hätte Atatürk nicht bereitwillig bei Moskau Unterstützung gefunden, so märe c> ihm wohl sehr schwer geworden, eine neue Türkei
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