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Donnerstag, 19. Oktober 1959

189. Jahrgang

Mutig,

Der Führer

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fatzung. Unter stürmischem Jubel wurden neben namhaften Geldspenden ganze Wohnungseinrichtun­gen, Tausende von Zigaretten, vielwöchige Urlaubs­aufenthalte und ungezählte andere Dinge als Gaben für die tapfere U-Bootsbesatzung von überall her verkündet. Auch Reichsminister Dr. Goebbels war selbst auf kurze Zeit in den Wintergarten ge­kommen. Auf seine Veranlassung wird jeder Mann der Besatzung ein Buch mit einer Zusammenfassung sämtlicher Auslandspressestimmen erhalten, die von Freundes- wie von Feindesseite von ihrer kühnen Tat künden.

in seinem unerschütterlichen Vertrauen auf den Sieg nur noch bestärkt.

Der Führer gab in bewegten Worten seinem und des ganzen deutschen Volkes Stolz auf die Männer der deutschen U-Boot-Waffe Ausdruck. Was sie ge­leistet hätten, sei die stolzeste Tat, die überhaupt ein deutsches Unterseeboot unternehmen und voll- bringen konnte. Sie haben nicht nur ganz Deutsch­land auf das tiefste bewegt, sondern ihr Ruhm sei in die ganze Welt hinausgegangen. Der Führer überreichte sodann dem Kommandanten, Kapitän­leutnant Prien, als höchste Auszeichnung, die es für einen deutschen Soldaten geben kann, das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. Diese Auszeichnung ehrt zugleich auch die ganze Besatzung.

Kapitänleutnant Prien erstattete sodann dem Führer ausführlichen Bericht über seine Erleb­nisse in der Bucht von Scapa Flow. Anschließend waren der Kommandant und die Besatzung des 11- Bootes Gäste des Führers zum Mittagessen in seiner Wohnung.

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kentert. Wie eine Wand habe sich dabei das riesige Flugzeugdeck in die Luft erhoben, um dann noch hinten abzusacken, während die Be- sahung und Flugzeuge in einem wilden Wirbel in die Fluten gefegt worden seien.

Der holländische Dampfer habe 14 Rettungs­boote ausgesetzt, doch sei es nicht gelungen, Ueberlebende zu finden. Die Geretteten seien bereits durch englische Kriegsschiffe ausgenommen worden. Der holländische Kapitän nimmt an, daß ein großer Teil der Besatzung derCourageous" in der bis zu fünf Zentimeter dicken Heizölschicht u m g e k o m - men ist, die sich nach der Versenkung an der Wasseroberfläche gebildet habe. Die schwimmenden Besatzungsangehörigen seien durch die giftigen Aus­dunstungen des Heizöles getötet worden. In dieser Oelschicht sei auch das Schiffstagebuch derCoura­geous" gefunden worden. Das Tagebuch habe der Kapitän versiegelt den englischen Behörden über­geben.

Dummheiten undLUusionen" ,Lntransigeant" warnt vor Unterschätzung der deutschen Armee.

Poris, 18. Oktober. (Curopapreß.) In einem Aufsehen erregenden Artikel schreibt Gallus im Jntranfigeant" unter der UeberschristDumm­heiten und Illusionen":Ich liebe es gar nicht, zu hören, daß Deutschland nicht lange durchhalten werde, daß seine Moral schon angegriffen sei, daß sein Material nichts tauge und dies auch nur so schlecht erneuert werden könne. Dieses alte blöde Geschwätz von 19 14 kann nie­manden mehr täuschen. Die Soldaten des Reiches werden zu essen haben, und zwar sehr lange. Sind vielleicht die Deutschen unzufrieden oder haben vielleicht die Frauen demonstriert? Ich bin dessen nicht sicher. Und was schon das Kriegs­material angeht, so hat Deutschland genügend Zeit gehabt, es in allerbester Qualität herzu­stellen. Ich glaube, daß alle diese so übertrieben optimistischen Erzählungen sich höchstens zu Gun­sten einer allgemeinen Trägheit auswirken."

hätten nun den holländischen Dampfer überflogen und seien dann wieder an Deck derCourageous" niedergegangen. Eine Zeit lang habe sich nichts be­sonderes ereignet.

Plötzlich sei jedoch beobachlel worden, wie sich dieLourageous" durch künstliche Rauch­entwicklung einem unsichtbaren Gegner habe entziehen wollen. Rur wenige Sekunden später sei aber eine ohren­betäubende Explosion auf dem briti­schen Flugzeugträger erfolgt. Line riesige Rauch- und Feuersäule sei gegen den Himmel gestiegen und im Laufe weniger Augenblicke fei dann die Lourageous", nachdem sich das Schiff, tödlich getroffen, noch einmal aufgebäumt hatte, ge­

bet Führer empfing dann in feinem Arbeits­zimmer in der Reuen Reichskanzlei im Beifein des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine, Großadmiral Dr. h. c. Raeder, den Kommandanten Kapitän­leutnant Prien und die Besatzung des erfolg­reichen U-Bootes. Kapitänleutnant Prien meldete dem Führer die Besatzung des U-Bootes zur Stelle. Der Führer begrüßte jeden einzelnen der Offiziere und männer der Besatzung durch Handschlag und brachte sodann feinen und den Dank der ganzen deutschen Ration für diese Tat zum Ausdruck. Er erinnerte daran, daß die männer, die heute vor ihm ständen, diese einzigartige Leistung a u f jenem Platz vollbrachten, auf dem einst d i e deutsche Flotte durch eine schwache Regie­rung ausgetiefert wurde in der trügerischen Hoffnung, sie vielleicht zurückerhalten zu können, und auf dem dann ein deutscher Admiral diese Flotte vor der letzten Schande bewahrt und gerettet habe. Die große und kühne Tat der männer, die er glücklich sei, heute persönlich begrüßen zu können, habe das ganze deutsche Volk

Ein Augenzeuge berichtet vom Untergang desCourageous".

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Der Führer ehrt die Besatzung des siegreichen Lt-Bootes von Scapa Flow. Ieim Führer zu Gast. Das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes für Kapitanleutnant Prien

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Der Führer begrüßt die tapfere U-Boot-Mannfchaft in der Reichskanzlei. Neben dem Führer Kapitänleutnant Prien; ganz links Großadmiral R a e d e r. (Presfe-Jllustration-Hoffmann-M.)

Der Empfang in der Heuen Reichskanzlei

Deutschland ist stolz auf seine U-Bootwaffe.

Metzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

vrE und Verlag: vröhlsche Univerfitätrdruckerei R. Lange in Sietzen. Schriftleitung und Seschästrftelle: Zchulstratze ?

Vegeiflerter Willkomm in der Aeichshauplstadl.

3 e r l i n, 18. Oft. (DNB.) Don einer begeisterten Mnschenmenge stürmisch gefeiert, traf heute vor- Mfctag die heldenmütige Besatzung des sieg- ktichen deutschen U-Bootes von Scapa Mw mit ihrem Kommandanten, Kapitänleutnant Prien, an der Spitze, auf dem Flughafen Tem- pchof ein, um dann unter dem Jubel der Berliner Möllerung, die sich zu ungezählten Tausenden auf bei Aufahrtsstraßen bis zum HotelKaiserhof" ein- geünden hatte, ihren Einzug in die Reichs- hcuptstadt zu halten. Zum Empfang der tapfe­rer Besatzung, die auf Einladung des Führers und Obersten Befehlshabers der Wehrmacht nach Ber­lin gekommen ist, war der Chef des U-Boots- Antes im Oberkommando der Kriegsmarine, Kapi­tal zur See Siemens, mit feinem Stabe auf den Flughafen erschienen.

Als erster entstieg Kapitänleutnant Prien, mit beut Eisernen Kreuz I. Klasse geschmückt, der Ma­chte, um vom Kapitän zur See Siemens kurz zu einem herrlichen Waffenerfolg beglückwünscht zu »irden. Kapitän zur See Siemens hieß dann auch di« tapferen Männer namens des Oberbefehls- hÄers der Kriegsmarine im Standort Berlin herz- P willkommen.^,Mit Ihrer mutigen Tat", so sagte er,haben Sie nicht nur die ganze Welt in Erstau- m gesetzt, sondern auch denen, die es traf, einen hi losen Schrecken und einen gewaltigen Respekt Meslößt. Sie haben damit die unvergeßlichen Woots-Taten des Weltkrieges um ein neues Uvhmesblatt vermehrt und den Namen Ihres lÄootes und Ihren eigenen Namen in die Ge­fechte des Seekrieges eingeschrieben. Sie haben er- W bewiesen, daß bei der Erringung soldatischer Dcffenerfolge nicht die Zahl und die Größe mili- trscher Ausrüstung ausschlaggebend ist, sondern ber unbeugsame Wille zur Tat."

T'ann schritt Kapitän Siemens die Front ab und grüßte jeden einzelnen durch Handschlag. Spontan bicchte die versammelte Menge ein dreifaches Sieg- Heil auf die heldenmütige Besatzung aus, das von bieer als Ausdruck des Dankes für den festlichen Empfang erwidert wurde.

flnschließend ging es in langer Wagenkolonne, unter dem stürmischen Jubel der den Flugplatz und die Anfahrtsstraßen dicht umlagernden Berliner Be- Merung, zum HotelKaiserho f".

, Im Hotel empfängt die über und über mit Blu- Oiei geschmückten U-Boots-Helden ein BDM.-Mäd- djei. und überreicht dem Kommandanten einen st! chten Herbstblumenstrauß. Dann nimmt die Dcnnschaft vor dem Hotel Ausstellung. Nun kennt Ke Begeisterung der Berliner keine . Grenzen mehr. 5n Nu sind die Matrosen von der jubelnden Men- s-knmenge umringt. Der Kommandant, Kapitän- luinant Prien, kann sich nur mit Mühe den 8tg zu seiner Mannschaft bahnen. Die scharfen I jS6nmant>05 gehen beinahe unter in den Heil- üuien, als sich die U-Boots-Besatzung in Marsch fei zur Reichskanzlei.

Stunden der Kameradschaft Hilden Siegern von Scapa Flow k'8oot-Kommandant Prien berichtet der

Presse.

Berlin, 18. Okt. (DNB.) Am Nachmittag des tiiumphalen Tages, den die Sieger von Scapa in der Reichshauptstadt verbrachten, folgten dr Kommandant und die Besatzung des erfolg- rchen deutschen U-Bootes einer Einladung des Kchspressechefs Dr. Dietrich zu einem Tee- llivofang im Kreise der deutschen und der auslan- bil(kn Presse. Dabei gab der Kommandant des Bootes, Kapitänleutnant Prien, nochmals eiöin überaus lebendigen Bericht über den wage- Wtigen Vorstoß mitten in den Hauptliegeplatz der Uischen Kriegsflotte. Der erste Torpedo wurde dieR e p u l s e" abgeschossen, die an ihren diden Schornsteinen sofort erkannt wurde, da Island nur noch ein zweites Schlachtschiff dieser «t dieRenown" besitzt, von der dem Komman- »nt-en bekannt war, daß sie nicht zu den Schisssem- »n der Home-Fleet gehörte. Der Treffer aus DirRepulse" konnte von dem Kommandanten g e - festgestellt werden. Kurz nachher slog £ni dieRoyal Oa k" in die Luft. Als sich die ^clmwolken verzogen hatten, konnte der Komman- d-n feststellen, daß dieRepulse mit ihrem ^i'chifs ties im W a s s e r l a g und also ein ge- iges Leck abbekommen haben mußte.

Riapp, humorvoll und mit berechtigtem Stolz stierte Kapitänleutnant Prien die Freude über M erfolgreichen Vorstoß in den englischen Krieg - fe, der für die englische Flotte als Schlupfwinkel Nt Dem Dank der Pressevertreter gab Reichs- echef Dr. Dietrich beredten Ausdruck. Iw ra- ^r^dschaftlichen Beisammensein berichteten Q si- und Besatzung des U-Bootes dann m vielen landen Einzelheiten von dem Leben an Bord, früheren erfolgreichen Fahrten ^gen

8iird, vom Handelskrieg und von dem unvergeß

Amsterdam, 18. Okt. (DNB.) Heber die Ver­senkung des britischen Flugzeugträgers ',Coura- aeou^^ am 17. September durch ein deutsches U-Boot gibt jetzt Kapitän Philipp vom hollan- OzeandampferVendam" eine eindrucksvolle Wderuna An d e em Tage konnte in den Mit- Änben'-Don Borb derVendam" beobachtet Sen wie der britische ßanbelsbampferK a f l- ritt an" 375 Seemeilen westlich des Kanals durch -in deutsches U-Boot versenkt wurde. Vie Mannschaft wurde durch den amerikanischen Dampfer "American Banker" pejettet. Berede me- niaTstun&en spater wurde vorn bollandischen Schiss aus in einer (Entfernung von etwa sieben Seemeilen der britische Flugzeugträger .Cour a- ö n ii «>" aefichtet der von zwei Kreuzern

Splendid Zsolalion."

Innerhalb weniger Tage sind zwei leitende Grundsätze der englischen Jnsularpolitik, nämlich die Lehre von der Unangreifbarkeit und Unüber' windlichkeit der englischenRoyal Navy", der Königlichen Flotte", und von dersplendid Iso­lation als gegenstandslose Fiktionen nachgewiesen worden. Das Wort von dersplendid Isolation, der glänzenden Vereinsamung, kam etwa um die Jahrhundertwende im politischen Sprachgebrauch Englands auf; man bezeichnete damit einmal die Bündnisfreiheit Englands und die daraus resul­tierende Entschlußfreiheit, später wurde der Aus­druck dann auch in übertragener Bedeutung aus die vermeintlich unangreifbare Lage der englischen In­seln in der äußersten Nordwestecke Europas an­gewandt.

Seitdem England unter der Regierung Chamber­lain kurz nach München unter äußerstem Hochdruck die Ausrüstung und die Einkreisung Deutschlands betrieb, versuchte es auch, die wirksamsten Vor­kehrungen gegen Fliegerangriffe zu treffen. Die Schnelligkeit, Reichweite und Kampfkraft der deut­schen Fliegerwaffe hatte England ja in diesen Wo­chen bereits zu spüren bekommen, als es die Mel­dungen von den Bombenangriffen deutscher Staf­feln sogar auf die für unangreifbar gehaltenen Großkampfschifse vernahm. Daß aber deutsche Flie­ger sogar bis nach Nordschottland im Angriff vor- stoßen würden, nämlich bis in den Firth of Forth und bis nach Scapa Flow (auf den Orkney-Inseln), das hat den Engländern zu ihrer Bestürzung nachgewiesen, daß es mit dersplendid Isolation ihrer Jnsellage für immer vorbei ist. Es hat sich nun die überaus ernste Warnung er­füllt, die der Führer am 6. Oktober in feiner Reichs- tagsrede an England mit den Worten richtete: Es gibt heute keine Inseln mehr!"

Man bedenke, daß die Entfernung von der nordwestdeutschen Küste bis zum Firth of Forth un­gefähr 650 und bis nach Scapa Flow ungefähr 850 Kilometer beträgt, ferner daß diese beiden wichtigsten Liegeplätze der britischen Flotte selbstverständlich auss stärkste ausgebaut und bestückt sind. Der Firth of Forth ist eine 82 Kilometer ins Land einschneidende Bucht in Schottland, die nach dem dortigen Flüßchen Forth benannt ist und an der Einmündung ins Meer 27 Kilometer breit ist. Der Schreiber dieser Zeilen, der jenes Gebiet vor drei Jahren bereiste, erinnert sich noch sehr wohl des landschaftlich schönen Bildes der Einmündungs­stelle des Firth of Forth ins Meer, in deren un­mittelbarer Nähe die alte schottische Königsstadt Edinburgh liegt. Auf dem höchsten der drei Stadthügel ragt düster und trotzig die alte Königs­burg Schottlands. Nicht weit von Edinburgh, bei Queensferry, wird der Firth of Forth von einer der größten Bogendrücken Europas überspannt. Diese Brücke, die nach ihrer Fertigstellung 1890 in Eng­land als ein halbes Weltwunder bezeichnet wurde, trägt auch die Eisenbahngleise über den Firth, sie hat eine Länge von 2% Kilometer und liegt so hoch über der Meeresbucht, daß selbst große Ozeandamp­fer ohne weiteres unter der Brücke durchfahren können.

Noch weit eindrucksvoller für die Bewertung der deutschenU-Bootangriste auf die Schlupfwinkel der englischen Heimatflotte ist die Tatsache, daß das SchlachtschiffRoyal Oak" und der Schlachtkreuzer Repulse" unmittelbar in der Bucht von Scapa Flow vom Schicksal ereilt wurden.

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lidjen Empfang, den ihnen die deutsche Heimat be­reitet hat.

Reiche Gaben auf dem Wunschkonzert der Wehrmacht.

Berlin, 18. Okt. (DNB.) Den Millionen von Hörern, die am Mittwochabend dem Wunsch­konzert der Wehrmacht lauschten, wurde ein besonders schönes Erlebnis zuteil. In das Kon­zert wurde eine Uebertragung vom Berliner Win­tergarten eingeblendet. Dort weilten an diesem Abend Kapitänleutnant Prien und die U-Bootsbe-