Ausgabe 
19.9.1939
 
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Kr. 219 Zweites Blatt

Dienstag, 19. September 1939

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhefteil)

Hackfrucht-Erntehilfe hat begonnen

(Genaue Anschrift des Bestellers)

die

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Ver­

sagt

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Herz gge.

gepackt der Mann geht, von den höflichen beugungen des Verkäufers hinausbegleitet.

Und jetzt. Dieselbe Szene auf dramatisch.

Eine Frau will eine Tischlampe kaufen

mge. Blum« inb die i, Pro- in. Au­len In- nb Der- , K.-G-, 5 RR r SIu- lO Pl i5$f. itember

dem daß dra-

^ib so hübsch bunt, wenn L. 8 genheiten beim Kauf hätte, es

gültigen Bezugsschein über die bezugsfähigen Höchstmengen hinaus abgibt oder bezieht, auf gut deutsch also, wer Lebensmittel verschiebt oder durch Schieberei erlangt.

Der Leser wird meinen, daß diese Strafen nur dem Händler angedroht sind. Nein, auch dem, der den Händler dazu veranlaßt oder ihm seine Karten überläßt, denn er macht sich dann der Beihilfe schul­dig. Das von uns verlangte Verhalten ist so klar und eindeutig, daß sich niemand damit herausreden kann, er hätte nicht gewußt, was er getan habe.

Die Frau als Käuferin bat einen kaum abschätz- Monn sich, von den melooycyen uussuyrungen ves

toren Einfluß auf die Wirtschaft. Die Welt wäre Verkäufers über Lampen im^o^meinen und die

L" ' ' l die Frau nicht ihre Vorteile dieser Lampen im besonderen begleitet, ,ur

i«-yengenen Denn Kauf Halle, es gäbe statt tausend eine der Lampen enfichle en. 'ch !?' ge en -le rm

lapetenmufter vierzig oder fünfzig, wir hatten bitte diese Lamps tz.M TwtL Kotiert, oezaylt, SM.

Die Anforderungen der Erntehelferinnen geschieht durch die Ortsbauernführer, die die Zahl der not­wendigen Mädchen an das Arbeitsamt bzw. an die Nebenstellen melden. Die ersten Erntehelferinnen sind bereits vermittelt. So wurde dieser Tage eine stattliche Schar junger Mädchen mit dem Omnibus nach dem Hofgut Utphe gebracht, wo sie bei der Hackfrucht- und auch bei der Obsternte Betätigung finden. Den Transport hatte die Stadt Gießen übernommen, indem sie einen ihrer Omnibusse zur Verfügung stellte.

Die Kreisleitung ihrerseits unternimmt es, ins­besondere für den Transport der Mädchen zu sor­gen, die nötigen Fahrzeuge und den Betriebsstoff sicherzustellen.

Soweit die Mädchen in Orten in unmittelbarer Nähe der Stadt zur Arbeit angesetzt werden, soll für jeden Abend die Rückkehr in das elterliche Haus ermöglicht werden. Eine solche Regelung wird zum Beispiel für die Orte Heuchelheim, Watzenborn- Steinberg, Rödgen usw. gelten können, die mit dem Fahrrad in kurzer Zeit und ohne besondere An­strengung erreicht werden können. Im übrigen wird in den Orten Gelegenheit gegeben fein, die Mäd­chen auch über Nacht gut unterzubringen, da durch die Abberufung vieler junger landwirtschaftlicher Kräfte überall Betten frei geworden sind.

Außerdem werben auch Freiwillige für die ff-- Verfügungsttuppen untersucht und angenommen

Merkblätter durch jede bestehende ^-Dienststelle, sowie unmittelbar vom -Hauptamt, Amt Ergän­zung, Berlin SW 11, Prinz-Albrecht-Straße 9. An­nahmeuntersuchung am 5. 10. 1939, 17 Uhr, in

(Feldposionschrist genau ongeben)

Oie Äezugscechnung zahlt:

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:agnad)i

Sie geht in ein Geschäft. Sie grüßt und nicht:Ich möchte eine Tischlampe." Sie sagt: Ich möchte mir eine Tischlampe an fei) en."

In gemeinschaftlicher Arbeit sind die Kreisleitung, das Arbeitsamt und der BDM. bemüht, für die bevorstehende große Aufgabe der raschen und recht­zeitigen Einbringung der Hackfrucht- und der Obst­ernte olle Maßnahmen zu treffen. Noch hat diese Ernte nicht auf breiter Front eingesetzt, da in den vergangenen beiden Wochen das Wetter nicht son­derlich günstig war, anderseits ober auch die Hack­frucht noch nicht die notwendige Reife hatte. Nun ist es ober bald so weit!

Die Organisation des Erntehilfe-Einsatzes ge­schieht unter der Verantwortlichkeit des Arbeits­amtes Gießen und seiner Nebenstellen, die jeweils in ihrem Stadtgebiet alle diejenigen jungen Mäd­chen erfassen werden, die für die Erntehilfearbeit geeignet sind.

Wie mir in einer Rücksprache mit dem zuständigen Sachbearbeiter beim Arbeitsamt Gießen hörten, wird die Zeitdauer dieses Erntehilfe-Einsatzes be­schränkt sein, damit jegliche Ueberlastung der jungen Mädchen vermieden werden wird. Es wird dabei berücksichtigt, daß grundsätzlich Mädchen unter 14 Jahren nicht eingesetzt werden.

Das Arbeitsamt Gießen vermittelt die Ernte­hilfe für die Orte der näheren oder weiteren Um­gebung von Gießen, die Nebenstellen Grünberg, Büdingen, Alsfeld usw. sorgen jeweils für die Ge­biete ihrer Umgebung.

rolle.

Der sichtbare szenische Unterschied zwischen männlichen und dem weiblichen Kauf ist der, der eine völlig undramatisch, der andere höchst matisch ist.

Ein Mann will eine Tischlampe kgufen.

Wer die ihm auf die Lebensmittelkarten zugedach­ten Nahrungsmittel für seinen eigenen Bedarf in vollem Umfange nicht benötigt, darf nicht die un­benutzten Abschnitte dem Händler zu dessen freier Verwertung überlassen. Jeder vernünftige Mensch sollte sich selbst sagen, daß ein solches Verhalten un­möglich ist. Er leistet damit erstens der Schieberei mit Lebensmitteln Vorschub, zweitens schädigt er die Allgemeinheit aufs empfindlichste und drittens setzt er sich schwersten Strafen aus, die für ein sol­ches Verhalten bis zur Zuchthausstrafe gestaffelt find.

Die von der Reichsregierung festgesetzten Rationen sind für einen erwachsenen, gesunden und in Arbeit befindlichen Menschen bemessen. Wie jeder deutsche Volksgenosse festgestellt hat, sind die Rationen reich­lich bemessen worden. Die Reichsregierung war sich von vornherein im klaren darüber/daß ein großer Teil unserer Bevölkerung diese Rationen nicht voll benötigt. Da die gesamte gewerbliche Wirtschaft schon seit Jahren fachlich organisiert und statistisch bis ins einzelne erfaßt ist, so wußte die Reichsregie­rung, daß die auf Karten vorgesehenen Lebensmittel in ihrer Gesamtmenge in den Vorjahren nie ge­kauft worden sind, also normalerweise auch bei Zu­teilung durch Bezugsscheine nicht gekauft werden würden. Die Festsetzung einer reichlichen Ration für den normalen, gesunden, arbeitenden Menschen hat

Bitte schön!" sagt der Verkäufer und:Wollen Sie bitte hersehen." Sie geht mit, sieht die langen Lampenreihen auf dem Tisch, geht einmal betrach­tend um den Tisch herum und sagt dann:Ich finde doch nicht die Lampe, die ich suche sind das alle Lampen, die Sie haben?"Aber nein", beeilt sich der Verkäufer,wir haben natürlich mehr einen Augenblick." Er verschwindet und baut auf einem Tisch ein neues Regiment Lampen auf, und wie er am Ende feiner Lampen ist, sagt die Frau, die eine Tischlampe kaufen will:Wissen Sie, vielleicht wäre eine Stehlampe besser es soll für eine Wohnecke sein."

Sie wandelt mit dem Verkäufer durch einen Wald von Stehlampen, sieht, 'prüft, läßt die Lampen leuchten und wieder erlöschen und findet sie wunder­bar ober ob so eine Stehlampe in die Wohnecke paßt ist noch fraglich. Sie kommt von den Steh­lampen auf die Tischlampe zurück. Sie kommt von den Tischlampen doch wieder auf die Stehlampen zurück. Sie hat am Ende eine Tischlampe und zwei Stehlampen in die engere Wahl gezogen und bann kommt nun etwas Wunderbares: So selb­ständig und sicher sie bisher auftrat, suchte und wählte plötzlich gebraucht sie nun der Wirklich­keit gegenüber, die sie hart bedrängt (denn der Ver­käufer schwieg natürlich nicht), das wirksamste weib­liche Mittel: sie stellt sich plötzlich schwach und hilf­los, sie sägt:Also, ich kann es nicht entscheiden, ich muß mit meinem Mann wiederkommen."

Der Verkäufer sagt:Aber bitte schön!"

Sie geht, von den höflichen Verbeugungen des Verkäufers hinausbegleitet.

Irgendwo kauft sie einmal wirklich eine Lampe. Vielleicht im vierten oder fünften Geschäft, das sie besucht. Denn sie kauft keine Lampe, die ihr so obenhin gefällt, die sie nur ganz hübsch, ganz brauch­bar findet sie muß, um kaufen zu können, be­geistert sein. Das ist es: Sie kauft mit Lei­denschaft.

Und es ist hübsch und gut so. Ach, wir haben eine Welt, in der es tausend Lampen gibt, Hängelam­pen, Tisch- und Stehlampen, tausend Farben und Formen, eine herrlich bunt betupfte Welt, die allzu nüchtern, allzu farblos märe, gäbe es picht -die. Frau alZ Säuferin , " 1

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Verlag des Siebener Anzeigers, sieben

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also den Sinn, die Volksgenossen von vornherein von der Versuchung abzuhalten, . unter der Hand etwas zuzukaufen, denn wenn die Ratton reichlich ist, hat kein Mensch dazu Veranlassung. Diese Ver­teilungsmethode, die jeden Anreiz zu Schiebereien zu unterbinden sucht, hat auf der anderen Seite zur Voraussetzung, daß derjenige, der seine Karten nicht voll benötigt, diese Karten nicht Schiebern aushän­digt, die sich nun auf Grund der ihnen nicht zu- stehenden Karten Hamsterbestände anlegen ober kaufkräftigen" Kunden die Möglichkeit bieten, das zu tun.

Es ist selbstverständlich, daß unsere Regierung da nicht zusehen kann, denn auf diese Weise wür­den unsere an sich sehr großen Lebensmittelbestänüe unnötigerweise dezimiert. Es sind deshalb von vornherein in derVerordnung zur vorläufigen Sicherstellung des lebenswichtigen Bedarfs des deutschen Volkes" vom 27. 8. 1939 schwere Strafen für derartiges Verhalten vorgesehen. Nach § 9, Abs. 1, Satz 3 dieser Verordnung wird, soweit nicht schwerere Strafen verwirkt sind, mit Gefängnis, in besonders schweren Fällen mit Zuchthaus bestraft, wer vorsätzlich einen ihm nicht zustehenden Bezugs­schein für sich ausnutzt. Um jede Lücke zu schließen, ist ferner im gleichen Paragraphen Abs. 1, Satz 1 bestimmt, daß der gleichen Strafe verfällt, wer vor­sätzlich bezugsscheinpflichtige Verbrauchsgüter ohne

Fulda, Brauhausstraße 3, Dienststelle 11/83. ^-Stan­darte, am 6.10.1939, 8 Uhr, in Alsfeld, Bürger­meisteramt, am 6.10.1939, 14 Uhr, in Gießen, Gartenstraße 1, Dienststelle 83. ^-Standarte, am 16.10.1939, 8 Uhr, in Aschaffenburg, Hofgarten- sttaße 12, Dienststelle III/83. ^-Standarte.

Gießener Flieger erhielten das Eiserne Kreuz.

Generalfeldmarschall Göring zeichnete

Die -Totenkopfstandarten stellen einmalig eine beschränkte Anzahl von Freiwilligen der Jahrgänge 1921 und 1922 ein. Bedingung: Volle ^-Tauglich- kett, Mindestgröße 1,68 Meter mit 17 Jahren, 12- jährige Dienstzeitverpflichtung.

Die Bewerber dürfen von der Wehrmacht noch nicht ausgehoben sein und keinen Freiwilligen-An- nahmeschein der Wehrmacht besitzen. Bei Eignung Aufstieg in die Führerlaufbahn. Dienstzeitversor­gung. Spätere Uebernahme in den Dienst der Poli­zei (einschl. Geheime Staatspolizei), mittleren und gehobenen Staatsdienst oder Einsatz als Wehrbauer.

wahrscheinlich eine Art Einheitswelt, indem man allenthalben dieselben Ornamente und Farben sähe.

Aber nun wird es heikel: man kann zu streiten anfangen, was besser ist oder besser wäre, und ich erbiete mich, wenn es sein soll, für beide Meinungen eine überzeugende Verteidigung zu schreiben, und die eine Verteidigung hätte so gute Argumente wie die andere, man könnte das eine wie das andere mit gutem Spott zunichte schreiben. Immerhin pflegt sich ja doch zumeist eine Waagschale zu nei­gen und eine sich zu heben, und vielleicht ist es gut so wie es ist. Vielleicht haben wir etwas zuviel der bunten Dinge, ober wir können uns dann wenig­stens unter allem aussuchen, was uns gefällt. Und wenn es uns am Ende doch nicht ganz gefällt, kön­nen wir es noch einmal umtauschen, es ist genug da.

Ja es fehlte etwas, ich wußte es doch: ich ver­goß die köstlichste weibliche Leidenschaft im Ge­schäftsleben, das Umtauschen! Und das ist nun doch wohl eineLeidenschaft an sich", eine, die weit weniger ein praktisches Ziel hat (etwas Besseres, passenderes zu bekommen), die vielmehr (viel mehr!) in der reinen Freude am Vorgang des Umtauschens selbst ihre eigentliche Erfüllung findet.

Gewiß spielt auch der praktische Sinn des Um­tauschens, der Sinn, der etwa im Lexikon stehen wird, eine Rolle, aber nicht unbedingt die Haupt-

DerSelönonoerfiinli Des (Siebener Wiflers hält die ersehnte Derbinduna unserer Soldaten und Arbeitsdienftmänner mit ihrer oberhessischen Heimat täglich aufrecht! Senden Sie an uns die Anschrift Ihres Familienangehörigen oder Ihres Freundes ein; alles übrige wird von hier aus pünktlich erledigt.

*

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Hochschulnachrichten.

Es ist übertragen worden: dem ao. Professor Dr. Wilhelm Wagner der Lehrstuhl für Chirur­gie an der Universität Halle; dem ao. Professor Dr. Herbert Baintzinger der Lehrstuhl für tech­nische Chemie an der Universität Jena; dem ao. Professor Dr.Hellmuth Hartmann der Lehr- stuhl für anorganische Chemie an der Technischen Hochschule Braunschweig; dem Landwirtschaftsrat Dr. Hans I ö ch l e der Lehrstuhl für Hufkrankheiten an der Universität München; dem ao. Professor Dr. Emil Lehnarz der Lehrstuhl für Physio­logische Chemie an der Universität München; dem ao. Professor Dr. Walter Schulze der Lehrstuhl für allgemeine Physiologie an der Universität Leip­zig; dem Dozenten Dr. Erhard Voigt der Lehr­stuhl für Geologie an der Universität Hamburg.

Es ist berufen worden: der o. Professor Dr. Ernst Seifert in Würzburg auf den Lehrstuhl für Chirurgie an der Universität Würzburg; von den amtlichen Verpflichtungen sind entbunden worden: Professor Dr. Alfred D e n g I e r, Eberswalde, we­gen Erreichung der Altersgrenze; Professor Dr.-Jng. Kurt Euler (Technische Hochschule Breslau) und Professor Dr. Alfred H e i d u s ch k a (Technische Hochschule Dresden) beide auf ihren Antrag.

Zeitschriften.

Die September-Ausgabe der ZeitschriftM u t terundKind (Verlag Elwin Staude K.-G., Ber­lin W 30) bringt einen Artikel:Zur Frage der Ver­hütung der Kinderlähmung" als Fortsetzung der SerieAus der Kinderstube in gesunden und kranken Tagen". Das neue Heft bringt auch noch weitere interessante und lehrreiche Beiträge für die Mutter und für jeden, der mit der Säuglings- und Klein­kinderpflege zu tun l)at, wie z. B.:Trockenbettung ein Problem der häuslichen Säuglingspflege",So werden Medikamente leicht eingenommen",Aepfel und Birnen",Gefahren auf dem Spielplatz",Eine hübsche Papierfaltarbeit",Ehrlichkeit auch beim Kinderspiel?" usw.

In Hinsicht auf den bevorstehenden Parteitag des Friedens widmet die Jllustrirte Zei­tung, Verlag I. I. Weber, Leipzig, der alten Reichsstadt Nürnberg den Hauptinhalt ihrer jüng­sten Nummer. Eingeleitet wird das Heft durch einen Beittag des Oberbürgermeisters Willy Liebel, Nürn­berg. Das Heft enthält zahlreiche Abbildungen von den im Entstehen befindlichen Reichsparteitags­bauten. Ferner bringt das Heft reichbebilderte Bei­trägeNürnberg als Derkehrszenttum",Stadt der Erfindungen",Die Kunst in der Stadt Albrecht Dürers" undSex Neue Nürnberger Tiergärten^

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aachgenannten Offiziere und Unteroffiziere der in Gießen beheimateten Fliegergruppe mit dem Eiser­nen Kreuz aus: Generalmajor Süßmann, Major von Lachemair, Major S ch e m m e l, Hauptmann von Knauer, Oberleutnant S a b - ler, Oberleutnant Höfer, Unteroffizier Pa­dura, Unteroffizier T ö r n e r und Unteroffizier Außensieben.

Neue Brücke über die Wieseck.

Im Zuge von Umbauarbeiten in der Hammstraße hat sich vor einiger Zeit eine Verlegung des Bettes der Wieseck erforderlich gemacht. Nunmehr wird dort eine Brücke über den neuen Wiesecklauf er­richtet. Die Brücke wächst mit ihren beiden Wider­lagern bereits heran. In der Hammstraße, die nach der Fertigstellung der neuen Brücke über diese t in weg geführt werden soll, sieht man gegenwärtig xroße Materialsilo für Sand, Kies, Schotter und Steine. Gleichzeitig mit dem Brückenbau sind auch die Arbeiten zur Auffüllung des Geländes eifrig im Gange.

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Er geht in ein Geschäft. Er grüßt und sagt:Ich möchte eine Tischlampe."Gern", sagt der Ver­käufer und:wollen Sie bitte hersehen." Der Mann, der eine Tischlampe kaufen will, geht mit und sieht, zu Regimentern angetreten, die Lampen auf dem Tisch stehen, er wandelt die Front der Lampen hin und bleibt bald vor einer Lampe stehen:So un­gefähr müßte sie sein", sagt er und:Was kostet die Lampe?" Der Verkäufer nennt den Preis, und wie er b?n Kunden mit dem Kopfe nicken sieht, weiß er, welcher Art Lampen und wie teure er etwa an- bteten kann, er weiß außerdem, daß der Kauf, wie man's in der saloppen Geschäftssprache nennt,in Ordnung geht". Er zeigt drei, vier Lampen ähnlicher Art und im Verlaufe zweier Minuten hat der Mann sich, von den melodischen Ausführungen des

Erster Gtallbau für den Mittelmirkt im Rohbau erstellt.

Trotz mancherlei technischer Schwierigkeiten wer­den die Bauarbeiten für den neuen Gießener Mit­telmarkt fortgeführt. Einer der Ställe ist bereits im Rohbau aufgeführt und steht nun für die Herstellung des Dachgerüstes bereit. Ein zweiter Stallbau ist begonnen worden. Für weitere Bauabschnitte sind die Grundmauern betoniert

Rat und Beistand für Kriegsbeschädigte und Hinterbliebene.

Kriegsbeschädigte und Hinterbliebene finden Rat und Beistand in ollen Fürsorge- und Versorgungs­fragen durch die Wehrmachtfürsorge- und Versor­gungshilfsstellen und die Dienststellen der National­sozialistischen Kriegsopferversorgung (NSKOV.).

Die Angehörigen gefallener Kameraden erhalten in allen Fürsorge- und Versorgungsstagen Rat und Beistand durch die Wehrmachtsfürsorge- und 23er» sorgungsdienststellen und das Hauptamt der Kriegs­opfer der NSDAP, und die Dienststellen und Ka­meradschaften der Nationalsozialistischen Kriegs­opferversorgung.

Es ist zweckmäßig, sich in allen Fürsorge- und Versorgungsangelegenheiten des Beistandes der Na­tionalsozialistischen Kriegsopferversorgung zu be­dienen.

Gashähne schließen bei Fliegeralarm!

Wenn bei Fliegeralarm der Haupthahn der Gas­leitung geschlossen wird, muß auch in den einzelnen Haushaltungen unbedingt darauf geachtet werden, daß außerdem die Zuleitung zu den sonst immer brennenden Stichflammen der Gas-Kühlschränke, Wasserdauerhitzer, Gasbadeöfen, Heißwasserautoma-

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Freiwillige für die ^-Totenkopsstandarte und die Berfügungstruppe.

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Oie Frau als Käuferin.

Von Christian Bock.

Darf, der hier von der Frau als Käuferin i?red)en will, eine private Bemerkung zuerst auf­schreiben: daß er Junggeselle ist. Diese Notiz soll veder sagen, daß er voreingenommen, noch daß er röllig unvoreingenommen ist. Sie ist vorausgeschickt, veil er in jenem menschlich provisorischen Zustand, in dem er sich also befindet, sich dem Kamps mit den äußeren tausendfältigen und kleinlichen Nol- v-endigkeiten des Lebens ebenso ausgeliefert glaubt, vie es die Frau ist. Fast noch ärger ausgeliefert, vest er diesem Kampf einfach nicht soviel Mühe und Zeit widmen kann wie die Frau. Er glaubt zu­mindest, so mit den schlechten und guten Seiten der Singe etwas vertraut zu sein, von denen er hier spricht.

Wie oft stand er (ungeduldig, nervös und schlech­ter Laune vor Warten) in Kaufläden mitten unter Miauen, die einkaufen wollten wie er.

Und das war es also, was er zuerst entdeckte (es Car gleich das Wesentlichste): daß nämlich der mo= derne Kauf, dessen Hauptprinzip derfestePrers it eine ganz und gar männliche Erfindung ir, mit der sich die Frau höchst ungern abfindet. (Sie Frau hätte wohl niemals in der Wirtschaft den festen Preis eingeführt dazu handelt sie vel zu gern.)

Sie gibt es auch dem festen Preis gegenüber ab-- Mut noch nicht auf, in anderer Art zu handeln: Sie prüft, fragt nach der Qualität der Ware, zögert bt im Kauf, sagt auch gelegentlich offen, dies fei zu teuer und das nicht preiswert, mit anderen Worten: fi wendet die uralte Methodik des Handelns, so 9it es geht, noch in der modernen europäischen Wirtschaft an und ist wenn sie schon nicht direkt 1 un den Preis handeln wenigstens wählerisch. | 2as ist nun darum alles noch kein bloßes Queru- Itntentum, kein rechnerischer Geiz und keine bloße I Überschätzung materieller Pfennigdifferenzen man könnte es. mit einiger Bosheit so nennen, aber I ist etwas mehr: es ist neben allem anderen ein differenzierter, sehr bewußter und sicherer Ge- ich-mack, der die Frau erst nach vielem Suchen und Dählen kaufen läßt.

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UllverdraiMe Abschnitte nicht dem Händler geben

Auf Lebensmittelschieberei steht Gefängnis und Zuchthaus.

Aus der Stadt Gießen.

Die Kartoffelernte.

Das Getreide ist gemäht und eingefahren, das ©rammet geschnitten und eingeholt, und nun be­ginnt wieder eine neue Ernte: die Kartoffeln wer­den aus dem Boden genommen. Dürres, braunes Kraut wird nun bald überall die Felder kennzeich­nen, auf denen das Kartoffelgewächs den Sommer über grünte, lila un weiß blühte und danach all­mählich zu gilben anfing. In der Erde aber run­deten sich derweilen die weißen, gelben, roten und bläulichen Knollen immer größer und größer. Die .Erdäpfel reiften im sonnendurchwärmten, re gen - durchsickerten Ackergrund wie ihre windumwehten, sonnenumschmeichelten Brüder hoch in den Zweigen der Apfelbäume.

Einst, vor Jahrhunderten, als die Kartoffel eben aus Peru und Chile in Deutschland eingeführt, aber dem Volke noch lange ein Fremdling war, glaubte man, ihre kleinen, grünen, über der Erde gereif­ten Früchte seien das, was sie dem Menschen dar- böten, und man war mit Recht wenig davon ent­zückt. Erst als die Belehrungen einfetzten, daß die in der Erde sitzenden Knollen der genießbare Teil der Kartoffeln seien, wurden sie ganz allmählich das, was sie heute find: das Nahrungsmittel des Volkes und eine unserer wichtigsten Kulturpflanzen. In mannigfacher Art kamen fortan die Erdäpfel auf den Tisch, zu vielerlei Produkten wurden sie verarbeitet, niemand könnte und möchte sie heute mehr missen!

Weite, unendlich weite Kartoffelfelder erstrecken sich über das deutsche Land. Und überall beginnen nun die Pflüge die Furchen aufzureißen, beginnen bije Kartoffelhacken und die Kartoffelforken den Boden zu durchwühlen. An allen Ackerrainen reihen sich die vollen Kartoffelsäcke, ehe sie am Abend aus- geladen und heimgeholt werden. Aus den abgeern­teten Feldern häuft sich das trockene Kraut. Es war ftüher Brauch und Sitte, das Kraut nach getaner Arbeit zusammenzutragen und die sog. Kartoffel­feuer zu entzünden. In der jetzigen Zeit soll kein Kartoffelkraut mehr verbrannt werden. Es kann im ländwirtschaftlichen Betrieb vielerlei Verwendung finden, so zum Eindecken von Kartoffel- und Rüben­mieten. Besonders vorteilhaft ist es als Frostschutz auf den Viehweiden. Eine schwache Decke von Kar­toffelkraut schützt die Grasnarbe vor Frost.

Dornotizen.

Tageskalender für Dienstag.

Gloria-Palast (Seltersweg):Kitty und die Welt­konferenz".