Ausgabe 
19.8.1939
 
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Die Veterinar-Mlute und -Kliniken der LlniverW Gießen.

Große Bedeutung für die Wissenschaft und die heimische Wirtschaft.

reff der verfallenen Burg aus den Fragmenten ehe­mals mächtiger Mauern. Oft ist er von dichten Nebeln umbrout und ragt dann düster und einsam, fast weltverloren, in den Raum. Selten lassen sich die Einheimischen auf der Höhe blicken, aber die VHC.er aus weitem Umkreis halten bei gutem Wetter immer wieder einmal Ausschau von dieser Warte. Nach Westen und nach Süden öffnet sich ein schöner Ausblick. Nach Norden und nach Osten zu beschränken die weiter ansteigenden Höhen und die Wälder den Ausblick. Der zartgliedrige Turm der Kirche zu Ulrichstein ragt nahe vor dem Schauenden auf und läßt die Weite und die Großlinigkeit der Vogelsberglandschaft doppeU klar empfinden. Zu Winterszeiten fegen rauf) der Nord- und der Nord­westwind um den Turm, und hinter den Mauern liegen dann oft tiefe Mächten lockeren Schnees. Zur Sommerszeit und gerade jetzt weiden die gedrunge­nen Vogelsberger Kühe um das alte Gemäuer.

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Diese Schilderung von Aussichtstürmen unserer Heimat erhebt nicht den Anspruch, vollständig zu sein. Noch mancher schöne Aussichtspunkt lohnt den Be­such! Nur eines wollen Worte und Bilder nahelegen: von den Aussichtstürmen aus lernt man die Heimat in immer neuer und begeisternder Schau kennen, erlebt sie von hoher Warte aus in ihren größeren Linien und in mancher Schönheit, die anders ist als jene der stillen Wald- und Feldwege. N.

Aus der Stadt Gießen.

Glücklicher Sonntag!

Jeder Alltag hat seine kleinen Freuden. Sie sind oft zu unscheinbar, daß mancher achtlos an ihnen vorübergeht. Aber wer sich richtig umschaut und einen empfänglichen Sinn hat für alles, was sich am Rande unserer täglichen Straße begibt, dem zeigen sich diese kleinen Freuden gern und willig. An ihnen kann er sich ergötzen und aufheitern, so daß er immer wieder neue Kraft gewinnt, um das Pensum an Pflicht und Verantwortung, das ihm der Werktag auferlegt, gern und freudig zu erfüllen. Nicht jeder ist jedoch ein solcher Lebenskünstler. Die Natur verteilt ihre Gaben unterschiedlich, und wem es etwa an einer frohgemuten Betrachtungsweise mangelt, dem ist vielleicht die Fähigkeit in die Wiege gelegt worden, in der praktischen Arbeit Außer­ordentliches zu leisten.

Ein Tag in der Woche aber übt zweifellos auf alle eine starke Anziehungskraft aus: der Sonntag. Er ist wie ein immer wiederkehrendes leuchtendes Gestirn, dessen Schein noch im Untergehen frohe Gefühle erweckt, und dessen Wiederkommen schon vorahnend die Freude hervorzurufen vermag. Ob wir einer optimistischen Lebensauffassung huldigen oder ob wir sehr nüchtern den Vorgängen des Le­bens gegenüberstehen, über den Sonntag gibt es im allgemeinen keine geteilte Meinung. Er ist für alle gewissermaßen der Glücksbringer, der von Woche zu Woche das Tor zur behaglichen Lebensfreude öffnet.

Gewiß, die Art und Weife, wie der einzelne den Sonntag verbringt, ist recht verschieden voneinander. Während der eine keinen größeren Genuß kennt, als am Sonntagmorgen ordentlich auszuschlafen, ist der andere schon beim ersten Sonnenstrahl auf den Beinen, um sich in seinem* Garten zu ergehen. Noch Gewitztere genießen von der sonntäglichen Glück­seligkeit von vornherein einiges mehr, indem sie bereits zum Wochenende hinausstreben aus der all­täglichen Umwelt. Aber nicht jeder kann schon am Samstag in seinen Wagen steigen, und nicht jedem erlauben es die Verhältnisse, am Sonntag seiner Wohnung fernzubleiben. Dafür kann er indessen mit großem Genuß am Frühstückstisch sitzen und sein Frühstück mit der Gemütsruhe eines Menschen ein­nehmen, dem kein Maschinenlärm, keine Betriebs­uhr und keine Ladenklingel etwas zu bestellen hat. Wenigstens nicht für diesen Tag. Und so wird diese Stunde am Frühstückstisch zu einem wahren Labsal für alle, die an den Wochentagen nur in hastiger Eile ihr erstes Frühstück einzunehmen pflegen.

Doch dann steht der lange Sonntag erst noch bevor. Was läßt sich bei sorgfältiger Einteilung nicht alles mit ihm anfangen. In dieser Jahreszeit verlockt er noch zu Spaziergängen in die nähere und weitere Umgebung, man kann Freunde besuchen oder sich mit ihnen verabreden. Dieser geht frohgemut in seinen Schrebergarten, jener strebt zu seinem Verein, der eine nimmt sein Angelgerät zur Hand, der andere macht sich an seiner Bastelei zu schaffen, kurz: es findet jeder nach seiner Neigung ausgiebige Gelegen­heit, dem Sonntag jene Werte abzugewinnen, die zu seinem persönlichen Glücksempfinden gehören.

Und darum ist jeder Sontztag ein glücklicher Sonn­tag, was er auch dem einzelnen bringen mag.

H. W. Sch.

Dornotizen.

Tageskalender für Samstag.

Gloria-Palast, Seltersweg:Mann für Mann". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Ich bin Sebastian Ott".

Tageskalender für Sonntag.

Bergschenke, Gießen: 15,30 Uhr bis 19 Uhr, Großes Luftwaffenkonzert. Gloria-Palast, Sel­tersweg:Mann für Mann". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Ich bin Sebastian Ott". Krieger­kameradschaft 1874: 16 Uhr Karlsruhe.

Hitler-Jugend Bann 116.

Alarine-Gef. 1/116.

Am Montag, 21. 8., 20 Uhr, Antreten zum Ge­folgschaftssport am Mtv.-Sportplatz. Dienstanzug: weißes Arbeitspäckchen mit Sportzeug.

palucca-llraufführung in Gießen.

Intendant Hermann Schultze-Griesheim hat die Tänzerin Palucca zu einem Tanzabend im Stadttheater verpflichtet, bei dem Frau Palucca neue Tanzschöpfungen zur Uraufführung bringen wird. Die Uraufführung wird besondere Aufmerk- keit erregen, da hier zum erstenmal eine Tänzerin große musikalische Werke ohne Verkürzung oder Veränderung gestaltet, wie die Händelvariationen von Brahms und die Ls-clur-Sonate von Mozart. Außerdem tanzt Palucca eine FolgeSpanische Fantasien" Cubana, Andalusische Serenade, Fiesta, Ungarische Melodien" und den Rosenkaoalier- walzer.

Auf einem großen Grundstücksblock in der äußeren Frankfurter Straße in Gießen be­finden sich die meisten Institute und Kliniken der V e t e r i n ä r m e d l z l- Nischen Fakultät der Universität Gießen geschlossen beieinander. Von die­sen Instituten und Kliniken reichen vielfäl­tige Bande der wissenschaftlichen Arbeit und der wirtschaftlichen Beziehungen hinaus in die engere Heimat und weithin ins Reich. Die hohe Bedeutung dieser Institute und Kliniken wird allein schon daran erkennbar, daß sie im Raume zwischen Hannover, Leip­zig und München die einzige Veterinärmedi­zinische Fakultät im ganzen südwestlichen Deutschland darstellen. Aus einer Unter­redung mit der zuständigen Stelle ist über das Arbeitsgebiet dieses Teilabschnittes un­serer Gießener Universität Folgendes zu be­richten:

Die Institute und Kliniken unserer Veterinärmedi­zinischen Fakultät sind in vorklinische und klinische Arbeitsgebiete gegliedert. Die Veterinärmedizini­sche Fakultät verfügt über folgende Institute und Kliniken: das Veterinär-Anatomische Institut, das Veterinär-Pathologische Institut, die Chirurgische Veterinärklinik, die Medizinische und Forensische Beterinärklimk, die Ambulatorische- und Geburts­hilfliche Veterinärklinik. Zur Chirurgischen Deteri- närklinik gehört auch die Lehrschmiede, die zugleich Hufbeschlagschule für das ganze Land Hessen ist. Mit jeder der drei Kliniken ist eine Poliklinik für kleine und große Haustiere verbunden. Zur Deteri- närmedizinischen Fakultät gehören ferner das Vete­rinär-Hygienische- und Tierseucheninstitut, das eben- alls in der Frankfurter Straße auf einem Grund- tück für sich untergebracht ist, und das Institut für tierärztliche Nahrungsmittelkunde, das sich in dem Deterinär-Untersuchungsamt in der Marburger Straße befindet.

Das veterinärmedizinische Studium dauert acht Semester; davon sind drei vorklinische und fünf kliniscye. Die Ausbildung der Studierenden ift eine naturwissenschaftlich-medizinische. Die naturwissen- chaftlichen Fächer (Botanik, Zoologie, Physik, Chemie) hören die jungen Deterinärmediziner in Gemeinschaft mit den Studierenden der Human­medizin in den entsprechenden Universitäts-Insti­tuten. Physiologie hören sie zur Zeit im Physio­logischen Institut der Medizinischen Fakultät bei deren Physiologen und ferner bei dem im vorigen Semester neuberufenen Professor für Veterinär­physiologie. Die Arzneimittellehre (Pharmakologie) wird im Pharmakologischen Institut der Medizini- schen Fakultät gehört; die Errichtung einer außer­ordentlichen Professur für Veterinärpharmakologie und -Toxikologie ist in Aussicht genommen. Die Tierzuchtlehre wird im Tierzuchtinstitut, die Land­wirtschaftslehre in den landwirtschaftlichen Institu­ten vorgetragen. Die Ausbildung in der Praxis der Fleischbeschau erfolgt im Städtischen Schlacht­hof. In die praktische Veterinärpolizei werden die Studierenden von dem Regierungs-Oberveterinär­rat des Kreises Gießen eingeführt. Ferner gehört in den Kreis dieser Mitarbeit, vom nächstjährigen Sommer ab, auch das Lehrgut Selgenhof bei Ul­richstein, auf dem wie wir am Donnerstag be­reits berichteten alljährlich Lehrkurse während des klinischen Studiums durchgeführt werden sollen. Im Veterinär-Anatomischen Institut und im Tier- seucheninstttut wird Unterricht auch an die Studie­renden der Landwirtschaft erteilt.

Erweiterungsbauten und Neubaupläne.

Gegenwärtig wird auf dem geschlossenen Grund­stücksblock der Veterinärmedizinischen Institute und Kliniken an der Frankfurter Straße ein Erwei­terungsbau für d i e Chirurgische Vete­rinärklinik und der dazu gehörigen Hunde- klinik errichtet. Mit der Fertigstellung dieses Baues ist im Lause des Sommers nächsten Jahres zu rechnen.

Das an das Grundstück der jetzigen Veterinär­kliniken nach Süden zu anschließende Gelände (gegenwärtig noch in der Nutzung der Gärtnerei Bernhardt und des Baugeschästs Dern & Co.) bis zum Wasserturm der Reichsbahn, auf der rech­ten Seite der Frankfurter Straße, ist für E r wei­te r u n g s b a u t e n für d i e Veterinärme­dizinische Fakultät vorgesehen. Auf diesem Gelände soll zunächst ein Neubau für d i e Ambulatorische und Geburtshilfliche Veterinärklinik errichtet werden. Zu einem späteren Zeitpunkt werden dort auch noch andere Institute und Erweiterungsbauten der Kliniken der Veterinärmedizinischen Fakultät, sowie Wirtschafts­gebäude ihren Platz finden. Außerdem sollen dort auch die erforderlichen Ausläufe für kranke Groß­tiere eingerichtet werden.

Die Verflechtung mit der heimischen Wirtschaft.

Zu dem Betriebe der Veterinär-Institute und -Kliniken gehören über 100 Personen. Naturgemäß ist die Verbindung dieser Institute und Kliniken besonders mit dem Landvolk sehr eng und sehr weitreichend. Man denke nur daran, daß viele kranke und krankheitsverdächtige Tiere aus der engeren und weiteren Umgebung unserer Stadt den Veterinär-Kliniken der Universität zugeführt wer­den. Als Maßstab dafür, wie weitreichend diese Verbindungen sind, sei erwähnt, daß kranke Tiere so­gar aus Köln, Kassel, Frankfurt a. M., Aschaffen­burg usw., also aus einem Radius von 200 bis 250 Kilometer um Gießen, mit der Bahn oder mit dem eigenen Lastkraftwagen für Großtiertransporte un­serer Kliniken zur veterinärärztlichen Behandlung hierher befördert werden. Die Besitzer dieser Tiere nehmen dann vielfach an den Sonntagen Gelegen­heit, ihre vierfüßigen Arbeitskameraden in den Kli­niken aufzusuchen; an manchen Sonntagen herrscht dadurch in dem Gelände der Veterinärkliniken ge­radezu Großbetrieb von Landbewohnern. In die­sem Zusammenhangs sei erwähnt, daß durch die Operationen und Behandlungsmethoden in den Veterinärkliniken und -Instituten alljährlich große Tierbestände erhalten bzw. wieder arbeitsfähig und nutzbar gemacht werden. Daher ist es denn auch erklärlich, daß sich unsere Bauern und Landwirte mit diesen Männern der Wissenschaft und der

Praxis, sowie mit chren Arbeitsstätten eng verbun­den fühlen, zumal auch bäuerliche Werkschulen, Ortsbauernschaften usw. diese Stätten zur Ausbil­dung und zur Raterteilung und Belehrung gern aufiuchen. Den Oberklassen unserer Schulen sei die Besichtigung dieser Jiistitute und Kliniken ebenfalls empfohlen. Von Bedeutung ist fernerhin, daß die Ambulatorische Veterinärklinik in verschiedenen Ge­meinden der Umgegenb® von Gießen tierärztliche Praxis an Ort und Stelle ausübt. Rein wirtschaft­lich gesehen haben die Veterinärkliniken für die Landwirtschaft in Oberhessen dadurch besondere Be­deutung, daß sie Großabnehmer in Futtermitteln der verschiedensten Art sind, die sogar noch aus den Gemeinden des Vogelsbergs in erheblichen Mengen angeliefert werden.

Wissenschaft und Praxis der Veterinärmedizin treten vereint auch noch auf einem anderen Ar­beitsfeld zum Nutzen unserer engeren Heimat mit weitreichender Wirkung in Erscheinung. Zum Bei- piel sei nur darauf hingewiesen, daß im Institut für Nahrungsmittelkunde in allen Zweifelsfällen die bakteriologischen Fleischuntersuchungen von ge­schlachteten kranken oder krankheitsverdachtigen Tieren vorgenommen werden. Diese Untersuchungen haben es bisher schon in zahlreichen Fällen ermög­licht, erhebliche Werte an Fleisch für den mensch­lichen Genuß als brauchbar und unbedenklich zu bezeichnen und dadurch volkswirtschaftliche Werte zu erhalten. Die mit der Fleischbeschau beauftragten Tierärzte in allen Teilen Oberhessens wenden sich in Zweifelsfällen stets an dieses Institut, von dem sie innerhalb kurzer Zeit einwandfreie Gutachten über die Verwertbarkeit des Schlachtgutes erhalten. Weiter fei hier das Wirken der Lehrschmiede und der Hufbeschlagschule erwähnt. Die Lehrschmiede der Chirurgischen Veterinärklinik dient zur Aus­bildung der Studierenden der Veterinärmedizin in der Huf- und Klauenbeschlagskunde. Die mit der Lehrschmiede verbundene Hufbeschlagschule, die von dem Regierungs-Oberveterinärrat des Kreises Gie­ßen geleitet wird, hat die Ausbildung der Huf­beschlagschüler, die die Prüfung für die selbständige

Das herrliche Wetter von dem man nicht wissen kann, wie lange es anhält ist Veranlassung für unsere Bauern, die Erntearbeit mit allen zur Ver­fügung stehenden Hilfsmitteln und Arbeitskräften vorwärts zu treiben. Was in den Scheunen liegt ist gesichert! Oftmals kann der Bauer ganz allein mit feinen Angehörigen die Arbeit nicht schaffen. So ift es im Geiste der Volksgemeinschaft eine Selbst­verständlichkeit, daß sich auch die Bevölkerung der Stadt dem Bauern verpflichtet weiß, der für unsere Ernährung sorgt und dazu manchmal nicht genug Hände hat, um alle feine Aufgaben erfüllen zu können.

Durch das Arbeitsamt Gießen wurden deshalb vielen Lauern und Landwirten in den umliegenden Dörfern Erntehelfer vermittelt, die aus den Betrieben und aus den Aemtern heraus auf das Land gingen und für einige Stunden den Schraubenschlüssel, den Hammer, den Federhalter oder die Schreibmaschine mit dem Rechen und der Gabel vertauschten und sich nach besten Kräften nützlich machten. Der Kreisleiter und seine Mit­arbeiter, die Behörden vom Amtsvorstand bis zum Lehrling, Betriebsführer, Angestellte, Meister, Ge-

NSG. Auf der großen AusstellungWille und Tat" in Wiesbaden tritt auch das Raffenpolitifche Amt des Gaues Hessen-Nassau mit einer wertvollen Ausstellung an die Öffentlichkeit. Nachdem sich die Arbeit des Rassenpolitischen Amtes in den vergan­genen Jahren nicht so sehr an der Oeffentlichkeit abgespielt hat, zeigt es nun als Summe seiner auf­bauenden und erzieherischen Tätigkeit eine Aus­stellung, die bereits in verschiedenen Städten un­seres Gaues mit großem Interesse und Erfolg ge­zeigt wurde.

Der Besucher der Ausstellung soll erkennen, daß wir nur dann ein Recht haben, von der Ewigkeit des deutschen Volkes zu sprechen, wenn die leben­dige Substanz dieses Volkes zahlen- und wertmäßig über Generationen hinaus erhalten wird. Die Aus­stellung beginnt deshalb mit der Entstehung des Lebens und den Arten der Fortpflanzung. Sie zeigt den elementaren, naturgegebenen Auslefegrundfatz und die Gegenauslese der sogenannten Zivilisation, die sich in einem dauernden Geburtenrückgang be­merkbar macht.

An der bevölkerungspolitischen Statistik, die an­schaulich. dargestellt wird, können wir die Entwick­lung der Bevölkerungsbewegung feit 1932 verfolgen. Dabei tritt die praktische Erb- und Rassenpflege, die seit der Machtergreifung einen grundlegenden Wandel gebracht hat, sichtbar in Erscheinung. Die Gegner des wiedererweckten rassischen Denkens, die bei den politisierenden Kirchen und Juden zu finden sind, werden von der Ausstellung schonungslos ge-

Kleine Strafkammer Gießen.

Der W. I. in Friedberg hatte einen Strafbefehl über 15 RM. erhalten. Er wurde beschuldigt, am 27. Dezember 1938 mit einem Lastkraftwagen auf der schneebedeckten Straße BerstadtWölfersheim einen Radfahrer aus Melbach mit einer Fahrge­schwindigkeit von 30 bis 40 Kilometer überholt und dabei den Radler an Rücken und Arm beschädigt zu haben.

Gegen den Strafbefehl hatte I. Einspruch einge­legt. In der Hauptverhandlung vor dem Amtsge-

Ausübung des Handwerks des Hufbeschlagschmiedes ablegen wollen, durchzuführen. Die Gesellen dieses Handwerks erfahren hier eine gründliche Aus­bildung, deren Vorteile sich bei der Pferde- und Rinderhaltung zum besten wirtschaftlichen Nutzen der Viehbesitzer auswirkt. Das Veterinarhygienische und Tierseuchen-Jnstitut der Universität Gießen ist als Hersteller des Impfstoffes gegen die Bornasche Krankheit der Pferde und Schafe weithin in Deutschland bekannt geworden. Dieser Impfstoff wird bis jetzt allein in diesem Institut hergestellt und von hier nach allen Teilen Deuffchlands ver­sandt. Die Geburtshilfliche Deterinärklinik genießt auch durch ihre diagnostischen Untersuchungen zur Früherkennung der Trächtigkeit von Stuten in weiten Bezirken Deutschlands besten Ruf bei den Pferdezüchtern, die an dieser wissenschaftlich-prak­tischen Arbeit natürlich besonders interessiert sind. Dem Veterinär-Pathologischen Institut wird aus Iägerkreisen auch viel gefallenes Wild zur Fest­stellung der Todesursachen eingesandt, lieber not­wendige Maßnahmen zur Verhütung von Wild- krankheiten werden die Jäger durch dieses Institut beraten.

Der Tierschutz und alle Bestrebungen zu seiner Förderung haben natürlich in den Veterinär-Insti­tuten und -Kliniken eine besonders eifrige Mit­arbeiterschaft. Wie könnte es auch anders sein, denn ein Deterinärmediziner, der nicht zugleich warm­herziger Tierfreund ift, dürfte wohl überhaupt nicht aus innerer Berufung feiner Arbeit dienen. Aus die Tierschutzarbeit und -bestrebungen werden die Studierenden der Veterinärmedizin immer wieder hingewiesen, und dabei wird ihnen die praktische Mitarbeit besonders ans Herz gelegt.

So finden wir in den Veterinärmedizinischen In­stituten und Kliniken unserer Universität die Wissen­schaft und die Praxis vereint am Werk für einen hohen Gedanken und eine edle Aufgabe, nämlich: zu arbeiten im Dienste der Volksgesundheit, der Volkswirtschaft und zugleich auch zum Besten der Tiere. b.

fetten und Lehrlinge aus vielen Betrieben unserer Stadt vertauschten frohgemut den angestammten Arbeitsplatz mit der freien Natur und dem sonne- überstrahlten Erntefeld. Eiftig wurde beim Garben­binden, beim Zusammenrechen der Aehren, beim Aufftetten der Garben zu Haufen, beim Aufladen sowie beim Abladen in den Scheunen geholfen, und wenn dabei auch mancher Schweißtropfen vergossen wurde, so war doch jedermann bei der Heimkehr von tiefer Befriedigung erfüllt über die Arbeit, die er während einiger Stunden leisten durste. Der Bauer aber weiß den Erntehelfern Dank, die, wenn sie auch in seinem Sinne nicht alsFacharbeiter" angesprochen werden können, ihm doch nützliche Hilfe leisteten.

Der gute Wille, der allenthalben im Einsatz der Erntehelfer zum Ausdruck kommt, gibt der ganzen Aktion über die unmittelbar geleistete praktische Bedeutung hinaus ihren inneren Wert. Auch her heutige Samstag und der morgige Sonntag werden wieder zahlreiche Erntehelfer auf den Feldern sehen. Insbesondere wird die SA. der Standarte 116 in verschiedenen Orten des Kreises Gießen eingesetzt.

Ausstellung

S'

i«e und Tal".

Rassenpolitik eine der großen nationalsozialistischen Grundlagen.

Aus den Gießener Gerichtssälen.

brandmarkt. Den Erfolgen und den Grundsätzen nationalsozialistischer Siedlungspolitik, der segens­reichen Tätigkeit des Mütterdienstes sowie der natio« nalsozolistischen Wohlfahrtspflege ist ein breiter Raum gewidmet. An all dieser Arbeit, die von den verschiedenen nationalsozialistischen Organisa­tionen: NS.-Frauenschaft, HI., NSV., Arbeits­dienst, Reichsbund der Kinderreichen usw. geleistet wird, erkennen wir, wie ernst heute die raffen- politischen Fragen angepackt und in die Tat um» gesetzt werden.

Stadt und Kreis Gießen auf der Ausstellung.

Auf der AusstellungWille und Tat" sind auch die Stadt Gießen und der Landkreis Gießen als Aussteller vertreten. Die Stadt Gießen bringt u. a. eine Großphoto-MontageGießen als Liebig- Stadt", weiterhin Photos, die den Aufbau der Stadt Gießen während der letzten Jahre zeigen, u. a. Altstadt-Sanierung, Siedlung usw. Der Land­kreis Gießen zeigt im Mittelpunkt feiner Aus­stellung eine verkleinerte Darstellung des Hütten­berger Hoftors als eines der hervorstechendsten Teile der Hüttenberger Hofreite. Weiterhin gibt der Land­kreis in Großphotos und sonstigen Bildern Aufschluß über Land, Leute und ihre Tätigkeit. In einer Vitrine zeigt er die nutzbaren Steine, Erze und Er­den des Kreises. Dazu kommen noch einige kleinere Gegenstände kultureller Art.

richt Friedberg am 23. Mai d. I. erhielt der Ange­klagte die gleiche Strafe, wie im Strafbefehl.

Gegen das Urteil legte er Berufung ein. Die Be­weisaufnahme ergab kein klares Bild. Der An­klagevertreter führte aus, es sei nicht einwandftei festgestellt, daß der Angeklagte der Täter fei, und er beantragte Freisprechung mangels ausreichenden Beweises. Das angefochtene Urteil wurde aufge­hoben und der Angeklagte mangels ausrei­chenden Beweises freigesprochen, unter Belastung der Reichskasse mit den Kostern

Erntehilse-Etnsah auf breiter Front.

Für alles Zarte und Feine die schonende Persil-Kaltwäsche! Persil wäscht alles, was waschbar ist!