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Die HZ.-Mrschiereraus demGauHessen-Aaffau

Mn tragen sie ihre Jahnen durch deutsches Land.

NSG. Nachdem der Marschblock Hessen-Nassau des Adolf-Hitler-Marsches am Donnerstagabend m Darmstadt feierlich verabschiedet worden war, führte die erste Marschstrecke die Bannfahnen und ihre jungen Träger nach P f u n g st a d t zu dem Grabe des ermordeten HI.-Kameraden Crößmann. Vor Beginn des zweiten Marschtages fand an dem Grab eine kurze, aber eindringliche Gedenkfeier statt, bei der Kreisleiter Dr. Schilling den Hitlerjungen die Kampfzeit erstehen ließ, um ihnen daraus das Werden unserer heutigen Einheit und Größe klar zu machen. Vor dem eigentlichen Be­ginn des zwei Wochen dauernden Marsches nach Nürnberg war diese Gedenkfeier ein tiefer symbo­lischer Akt. Die Fahnen, die sich an dem Grabe des in treuester Pflichterfüllung gefallenen jungen Kameraden senkten, werden in langen Tages­märschen zum Führer getragen, um ihm von der gleichen Treue der gesamten deutschen Jugend zu künden. Voll Stolz tragen die hundert besonders ausgewählten HI.-Führer die Fahnen nach Nürn­berg, wo sie nach dem Eintreffen aus allen deut­schen Gauen als einzige HI.-Einheit vor dem Führer vorbeimarschieren dürfen.

Die Fahnenträger und Fahnenbegleiter aus dem Gebiet Hessen-Nassau wurden vor Beginn des Marsches in der Gebietsführerschule besonders für den Marsch ausgerichtet, damit der aus allen Bannen zusammengestellte Marschblock zu einer festen Einheit wurde. Außerdem wurden in dem Lager bereits die Vorbereitungen für die Dorf­gemeinschaftsabende getroffen, die in allen lieber« nachtungsorten mit der Bevölkerung zusammen durchgeführt werden. Die tägliche Marschleistung beträgt 25 Kilometer, so daß noch genügend Seit für Sport und Schulung bleibt. Außerdem sind

mehrere Ruhetage eingeschoben. Die Teilnahme am Adolf-Hitler-Marsch gilt in diesem Jahr als Besuch der Gebietsführerschule. Die Hitlerjungen legen während des Marsches die Prüfungen für das HJ.-Leiftungsabzeichen ab und können sogar den Lehrschein für Geländesport erwerben.

Das Ziel des zweiten Marschtages ist Ober- Ra mstadt, tags darauf wird in Höchst oder König übernachtet, wo auch der erste Ruhetag eingelegt ist. Am Montag verläßt dann die Marsch­einheit den Gau Hessen-Nassau und nimmt ihren weiteren Weg durch den Gau Mainfranken.

Unsere Wervcdaren für Nürnberg.

NSG. Auf Befehl des Reichsorganisationsleiters der NSDAP., Dr. Ley, nehmen am Reichspartei­tag 1939 die Werkscharen in einer Stärke von etwa 7000 Mann teil. Hiervor stellt der G a u Hessen- Nassau über 300 Mann. Die Werkscharen wer­den in Nürnberg in dem Zeltlager der KdF.-Stadt untergebracht, und zwar das Hauptkommando zu­sammen mit den KdF.-Urlaubern und das Sonder­kommando im Wachlager. Das Sonderkommando trägt zum ersten Male die Uniform der Politischen Leiter, während das Huuptkommando noch die alten Werks'charmützen mit den Spiegeln eines Politischen Leiters trägt. Außer den beiden Kommandos fährt eine Abordnung der Nationalsozialistischen Muster- betriebe mit der goldenen DAF.-Fahne nach Nürn­berg: sie besteht aus den Betriebsobmännern und je einem Fahnenträger. Durch sie werden die sieben Nationalsozialistischen Musterbetriebe des Gaues Hessen-Nassau vertreten sein. Mit dem Haupt­kommando fährt auch der Musikzug der Werkschar Nr. 119 des Reichsbahnausbesserungswerkes Nied zum Reichsparteitag.

der Puppen (in diesem Falle des Hasen) finden las­sen würde. Bevor daher der Film endgültig in Auf­trag gegeben wurde, mußten Vorversuche angestellt werden, die schließlich auch in diesem Punkt ein einwandfreies Ergebnis brachten. Und so entstand ein Film, der in seiner Art als ein neuer Ty­pus angesprochen werden darf. Er ist weder photo­graphierte Natur, noch Nachahmung naturgegebener Formen und darum, wenn man vom zweidimensio­nalen Zeichenfilm absieht, ein erstes, wenn auch schlichtes Dokument eines von den Fesseln des Na­turalismus restlos befreiten Filmes. Ein absoluter Film insofern, als hier tote Materie ausschließlich und allein durch die Mittel des Filmes Leben und Bewegung erhält."

Drei oder vier Kinder?

In der bevölkerungspolitischen Aufklärungsarbeit beit wird als Mindestfamiliengröße eine Familie mit vier Kindern bezeichnet. Wie die ZeitschriftNeues Volk" erklärt, geht diese For­derung auf folgende Berechnung zurück: Auf 100 000 Mädchen werden 106 500 Knaben geboren. Dazu kommen 5500 Totgeborene, das sind zusammen 212 000 Kinder. Von 100 000 Mädchen erreichen das 16. Lebensjahr 90 211. Von 100 000 Mädchen sind bis zum 45. Lebensjahr verheiratet 79 033. 10 v. H. der Ehen sind kinderlos. Es bleiben an fruchtbaren Ehen 71130. Um den Bestand zu erhalten, müssen diese 71130 Frauen wieder 212 000 Kindern das Leben schenken. Notwendige Kinderzahl der Ehe 3,0. Ein Volkswachstum tritt nur ein, wenn jede Ehe vier oder mehr Kinder hat.

Zeitgeschichte auf Schallplatten.

Das im Verlag Kurt Vowinckel erschienene Handbuch des Deutschen Rundfunks" enthält eine Fülle des Wissenswerten aus allen Rundfunkgebieten. So erfährt der Leser aus einem Beitrag von K. v. Brauchitsch, daß das Schall­plattenarchiv des Deutschen Rundfunks bereits 140 000 Platten enthält und daß ein Teil da­von sämtliche wichtigen politischen Er­eignisse im Reich seit 1933 aufzeichnet und jeden Augenblick sendebereit bewahrt. Es ist dafür gesorgt, daß die späteren Generationen die Möglichkeit haben, das große Erleben unserer Zeit mit seinem starken Echo im deutschen Volk nacherleben zu kön­nen. Die politischen Geschehnisse seit 1933 liegen lückenlos auf Schallplatten vor, das heißt, daß nicht nur die Reden der leitenden Staatsmänner fest­gehalten sind, sondern auch die politischen Ereig­nisse in ihrer Ganzheit, an denen das deutsche Volk über den Runkfunk teilnehmen kann. Wir denken hierbei beispielsweise unter anderem an die Durch­führung der Tage der Nationalen Arbeit am 1. Mai jeden Jahres, in denen nicht nur die von der Regie­rung durchgeführten Veranstaltungen festgehalten sind, sondern auch die Feiern innerhalb der Betriebe, an denen es dem Rundfunk an den einzelnen Stel­len Deutschländs möglich war, teilzunehmen. Wir sind beispielsweise heute auch in der Lage, alle Reichsparteitage seit 1933 oder auch die großen poli­tischen Ereignisse des Jahres 1938 in einer Form wiederzuerleben, wie es mit Hilfe von Schrift und Bald allein niemals möglich wäre.

Geschichten aus aller Welt

im

Ich der

Traum würde es mir einfallen, dich zu heiraten." Naja", sagte er. Es schien, er nahm es sehr gleichmütig, auf.Ich meinte ja nur, ich hab' es nur so geschrieben, ich dachte: zu Weihnachten."

Sie lachte hell hinaus.Von was wolltest du denn mit mir leben?"

Von was ich leben wollte? Von dem, was ich verdiene."

Und was verdienst du?"

Was ich verdiene?" Es kam ihm jetzt selbst etwas unbedeutend vor, was er verdiente, obwohl, als Baggermann, der er geworden war, verdiente

sie fragte, was sie denn gehabt habe, bekam sie im Nu nasse Augen, verbarg ihr Gesicht an seiner Brust und flüsterte, ohne daß er es recht begriff, es hätte doch auch sein können, daß sie ihn gar nicht liebe, sie wisse es doch selber vielleicht nicht genau, wie sie es denn wissen solle.

Das weiß man doch", sagte er,ich weiß es doch auch."

Ja, du", sagte sie und gab zu verstehen, daß sie bei ihm eine reiche Erfahrung auf diesem Gebiet vermute. Er schwieg. Er hatte wohl noch weniger Erfahrung als sie, aber aus irgendeinem Grunde hütete er sich, ihren Glauben in dieser Hinsicht zu zerstören.

Den Brief?" fragte Niddy zurück,welchen? bekomme viele Briefe."

Das kann ich mir denken", knurrte Bert, nicht wußte, ob ihm die Laune vergehen sollte.

Und daß du es weißt", sagte sie,nie

er recht schön; andere hatten weniger. Er sagte es. Und es wird mehr werden", fügte er hinzu.

Sie entgegnete nichts. Sie liefen eine Weile tumm nebeneinander her. Es war eine Sommer­nacht. Das Heu auf den Wiesen duftete, die Grillen zirpten, es war warm, eine herrliche, warme Nacht. Er hatte sich das anders oorgestellt. Er spürte sie neben sich, ab und zu streifte er unabsichtlich mit der Hand an ihrem Rock vorbei, so daß es raschelte. Er hätte sie so gern geküßt.

Schlag dir nur das aus dem Kopf", sagte sie nach einer Weile,wenn wir Freunde bleiben wol­len. Ich und dich heiraten!"

Naja", sagte er wieder,ich wollte es nur wissen, darum hab' ich geschrieben, es war doch so ausgemacht."

Ausgemacht?" Sie blies hohnlachend den Atem von sich, ihr war offenbar nichts davon bekannt.

Seit' wir klein waren, war es so bestimmt", beharrte er,und du hast dich auch oft genug von mir küssen lassen.

Wie du nur so etwas Schamloses aussprechen magst", sagte sie.

Und du hast mich sogar wiedergeküßt", fuhr er triumphierend fort. Er überlegte, ob er es wagen konnte, daran anknüpfend, jetzt um einen Kuß zu bitten, aber es war vielleicht nicht der rechte Augen­blick.

Jedenfalls sieht man deutlich, was du für einer bist!" sagte sie gekränkt.Sehr hübsch von dir, mit solchen Sachen anzufangen!"

Wieso?" Er verstand nicht.

Wenn ich das gewußt hätte!" rief sie. Ihrer Stimme war anzuhören, daß sie dem Weinen nahe war.

Aber was ist denn dabei?"

Ach?!" Sie fuhr herum.Bei dir ist wohl nichts dabei, wie? Du küßt wohl jeden Tag eine andre, nicht?"

Blödsinn!" entfuhr es ihm. Unklar fühlte er, daß ihr Vorgehen nicht gerade streng logisch sei, aber in der Eile konnte er den Punkt nicht ent­decken, von dem aus sie ihn anscheinend erfolg­reich ins Unrecht setzen wollte. Er fing an, sich zu ärgern. Da er nicht dahinter kam, wie er die Sache einrenken konnte, stieg richtiger Aerger in ihm hoch. Diese Weiber! dachte er. Es fiel ihm ein, daß fein Vater, wenn er sich über irgendwelche Frauen­zimmer ärgern mußte, die Debatte gern mit dem Ausruf: Blöde Weiber! abschloß. Vielleicht war es nicht ungeschickt, Niddy zu zeigen, daß er auch ein Mann sei.Blöde Weiber!" brummte er leise, sehr leise und vorsichtig, aber es wurde doch gehört.

Es kam auch grade ein Radfahrer, der sie mit ; seiner Laterne beleuchtet, so daß Niddy stehen blei-

Junge Leute.

Von Rudolf Schneider-Schelde.

Sie kannten sich schon so lang, zehn Jahre, zwanzig Jahre, eine ganze Ewigkeit, nein, zwanzig Jahre waren es noch nicht, denn so alt war Niddy noch gar nicht, aber sie waren nebeneinander im selben Dorf groß geworden, und jetzt war Bert auf Urlaub nach Hause gekommen und wollte end­lich wissen, woran sie miteinander seien.

Er hatte ihr am Nachmittag einen Brief ge­schrieben, denn in gewissen Sachen ist die schriftliche Form das einzig Richtige, und jetzt war es Abend. Sie mußte den Brief, wenn irgend etwas an ihr war, hinter dem Scheunentor gefunden und gelesen haben und mußte jetzt auf seinen Pfiff warten, der ihr anzeigte, daß er sie abholen kam. Er ging zu chrem Haus und stellte sich unter den Hollunder­baum am Zaun und pfiff. Nach einer Weile kam sie richtig heraus. Es schien, sie war eine große Dame geworden, feit er sie zuletzt gesehen hatte, allerdings schien es auch, daß sie nicht in rosiger Laune war.

Ach, da bist du ja", sagte sie nur und sah direkt an ihm vorbei.

Fein siehst du aus", sagte er und richtete seine glänzenden Augen auf sie.Hast du meinen Pfiff gehört?" Das war nun eine dumme Frage, und sie gab gar keine Antwort darauf. Sie gingen nebeneinander her. Sie gingen die Dorfstraße ent­lang und dann einen Seitenweg zu den Hügeln. Ab und zu mußten sie jemand grüßen, aber es ging gut, niemand blieb stehen oder schloß sich ihnen an. Bert hätte gern von dem Brief angefangen, aber wie? Schließlich fragte er direkt heraus: ,J)aft du den Brief bekommen?"

(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.)

Gesunder Schlaf.

Ndz. Neuyork.

Man muß dem 22jährigen amerikanischen Matro­sen Paul Worshau zugestehen, daß er eine Art Welt­rekord im gesunden Schlaf aufgestellt hat. Denn er hatte es fertig bekommen, zwischen den Schienen der Neuyorker Untergrundbahn fest zu schlafen, wäh­rend die Züge über seinen Kopf hinwegdonnerten. Ein Angestellter der U-Bahn sah morgens um 7 Uhr, als er zum Dienst kam, den Matrosen zwi­schen den Schienen liegen. Er nahm an, daß es sich um einen Toten handele, einen Verunglückten oder einen Selbstmörder. Dies meldete er dem Fahr­dienstleiter. Im gleichen Augenblick fuhr ein Zug in den Bahnhof ein und wiederum über den .Leich­nam" hinweg. Als der Zug ausgefahren war, hoben Angestellte der U-Bahn den Körper von den Schie­nen. Erft hierbei stellte sich heraus, daß es sich um einenlebenden Leichnam" handelte, daß der Ma­trose nur geschlafen hatte. Er erwachte und hatte außer zwei Schrammen an den Beinen keine Ver­letzung davongetragen. Nach dem Zustand seiner Kleidung zu urteilen, muß der Mann mehrere Stun­den zwischen den Schienen geschlafen haben. Denn es hatte sich eine dicke Staubkruste auf seinem An­zug gebildet. Er selbst kann sich daran nicht erin­nern. Sein Bewußtsein hatte ihn verlassen, nachdem er, wie es in den Zeitungen heißt, dem Alkohol allzu reichlich zugesprochen hatte.

59 Stunden am Klavier.

C. K. Washington.

Einen Wettkampf der Ausdauer und des Gedächt­nisses, wie er nur in Amerika möglich scheint, haben sieben Klavierspieler des Musikkonservatoriums von Minneapolis durchgeführt. Der erste mußte bereits nach 23 Stunden aufgeben, nachdem er 200 Musik­stücke aus dem 18. Jahrhundert gespielt hatte. Der zweite und der dritte Wettbewerber waren am Ende ihrer Kräfte, als sie 29 Stunden gespielt hatten. Der Vierte kam bedeutend weiter, denn er spielte 41 Stunden hintereinander Kompositionen von Verdi. In der 44. Stunde waren also nur noch ein deutscher und zwei holländische Musiker im Wett­bewerb. Der erstere bekam einen Fieberanfall und mußte aufgeben, während die beiden letzten in zwei getrennten Zimmern noch lange Stunden hindurch ihr Konzert fortfetzten. Nach Ablauf der 48. Stunde wurden die beiden Kämpfer von allen ihren Stu­diengenossen sehr gefeiert, und sie begannen nach

Kinder Canellas. Die brasilianischen Behörden wer­den demnächst die Entscheidung treffen.

Das Testament als Flaschenpost.

Ndz. London.

Im Herbst 1896 verschwand der englische Segler Kent" mit 22 Mann Besatzung auf der Fahrt von Valparaiso im Stillen Ozean. In diesem Jahr wurde von einem Fischer an der samoanischen In­sel Upolu eine von diesem Schiff stammende Fla­schenpost gefunden, die nach England weiterbefördert wurde. Der Inhalt der Flaschenpost war ein Bericht des Kapitäns über das Scheitern des Schiffes und zugleich das Testament des Kapitäns. Da dieser keine Verwandten hatte, hinterließ er in diesem Testament sein gesamtes Eigentum dem Sohne eines Kameraden, der sich damals auf der Navigations­schule befand. Der Nachlaß bes vor mehr als 40 Jahren im Beruf gestorbenen Schiffsführers war gar nicht gering. Sein Bankkonto beläuft sich jetzt mit Zins und Zinseszins auf über 600 000 RM. in deutschem Geld. Nach langen Bemühungen ist es nun auch gelungen, den Erben auhuspüren. Der ikhemalige Navigationsschüler ist jetzt em alter Mann, der sich vom Seemannsberuf zurückgezogen hat und seine bescheidene Rente verzehrt. Er hat aber von dem ihm so plötzlich in den Schoß gefallenen Reichtum keinen persönlichen Gebrauch gemacht, sondern das Geld einem Heim für alte Seeleute überwiesen.

Die Taucher-Krankheit.

Ndz. Kopenhagen.

Vor Seelands-Riff liegt gegenwärtig eine große Steinfischerflotte, bei der sich dieser Tage ein Fall von Taucherkrankheit ereignet hat. Der 30jährige Taucher Christensen hatte je vier Stunden vormit­tags und nachmittags in 12 bis 13 Meter Tiefe auf dem Meeresboden gearbeitet. Einige Zeit danach begann feine Haut zu prickeln, der Blutdruck stieg, und es stellte sich eine starke Uebelfeit ein. Man schaffte schnell einen Arzt von Nyköbsng herbei, der an dem Patienten alle Anzeichen der Taucherkrank­heit feststellte. Da die Temperatur inzwischen auf 41 Grad gestiegen war, bestand unmittelbare Le-

ben und Bert wie aus großer Ferne anblicken konnte. Auf alle Fälle", sagte sie sehr steif,ver­bitte ich mir, daß du mich mit deinen ordinären Wirtshausausdrücken beleidigst."

Bert sah sie erschrocken an.

Sie war sehr befriedigt, sowohl von der Wirkung ihres Satzes, als auch von ihm selbst. Er stammte zwar nicht ganz aus ihr, sondern war eine hübsche Erinnerung an eine miterlebt Eheschlacht, aber das konnte Bert schließlich nicht wissen. Niddy war eigentlich jetzt mit einemmal in ganz guter Laune. Sie wußte nicht, wie das kam, und war zu schlau, es ohne weiteres zuzugeben.

Hier riecht es gut", sagte sie nach einer Weile, als sie wieder im Dunkeln gingen.

Bert brummte etwas.

Also?" sagte sie etwas später ohne rechten Uebergang.

Was also?" fragte er unsicher und mürrisch zurück.

,Zch dachte, du wolltest etwas sagen.

Ich nein." Er überlegte, aber er war zu unsicher und kam zu keinem Ergebnis. Meinte sie es jetzt ernst? Ach, es war wohl besser, zu schwei­gen. Es war wohl besser, schweigend sein Los als Mann zu tragen, und am besten war es wohl, sich dieses unverständliche Mädchen völlig aus dem Kopf zu schlagen. Er würde in die weite Welt gehen und sie vergessen. Mochte die Sommernacht duften, mochte er, der Teufel wußte, warum, sich eingebildet haben, sie würde seine Frau werden, er würde sich vornehmen, sie zu vergessen.

Also zu Weihnachten, dachtest du", sagte sie plötzlich ohne jede Spur einer Verlegenheit.

Ich dachte", sagte er ziemlich überrumpelt.

Und wie kommst du auf Weihnachten?" fragte sie freundlich.

Ich dachte es mir eben so", sagte er noch ein­mal, wobei er möglichst viel abgeschlossenen Verzicht in feine Stimme zu legen versuchte.

Hm", sagte sie und kam etwas näher zu ihm heran.Vielleicht wäre es an Weihnachten wirklich sehr hübsch, was meinst du?"

Sein Herz, das vor einer Minute die Welt als einzige Trübsal gefühlt hatte, begann zu jubeln, aber er wagte noch nicht, daran zu glauben. Er bemühte sich nun, möglichst nahe neben ihr zu gehen, ohne daß es auffällig war. Plötzlich stolperte sie. Er mußte nach ihr fassen, damit sie nicht fiel. Sie war sehr weich in seinem Arm, so bewunde­rungswürdig weich, daß er sie unwillkürlich an sich zog.

Ach", sagte sie nur. Dann küßten sie sich.

Etwas später, als er glücklich, stolz und strah­lend neben ihr auf einem Baumstamm saß und

Fahrers, daß er die Ruhe behielt und trotz ber gefährlichen Situation die richtigen Rettungsmafr nahmen traf. Sein erster Geoanke war, die Tür des Wagens zu öffnen, was sich aber selbstverständ­lich wegen des hohen Wasserdrucks als unmöglich erwies. Dagegen gelang es ihm, das hinterste Fensier des Wagens oben zu öffnen, so daß das Wasser in den Wagen strömte. Unterdessen zog sich Dorgen aus. Als der Wagen fast bis oben mit Wasser ge­füllt war, machte er noch einen'tiefen Atemzug mit der letzten Luft, die unter dem Dach des Wagens zurückgeblieben war, stieß bann die Tüv auf und suchte die Wasseroberfläche zu gewinnen. Dies ge­lang ihm auch mit vier Schwimmstößen. Trotz der gewaltigen Anstrengung kam er gesund an Land.

Das neue Tobis-Programm

Wir haben bereits vor kurzem an dieser Stelle einen kleinen Ueberblirf über die neue Produktion der Tobis und ihr Programm für die Spielzeit 1939/40 veröffentlicht. Der Verleih-Chef der Tobis legt jetzt ein starkes, üppig ausgestattetes und reich bebildertes Buch vor, das eine lückenlose Zusam­menstellung der neuen Filme enthält. Wir ent­nehmen daraus, unsere frühere kurze Vorschau ergänzend, u. a., daß Hannings in vier neuen Filmen zu sehen sein wird: nebenRobert Koch^ und demLetzten Appell" erscheinenDer Vater (Friedrich Wilhelm I.) undFlachsmann als Er­zieher" nach dem Lustspiel von Otto Emst- Al ber s spielt nicht nurPercy auf Abwegen", sondern auch den Panduren Trenck zur Zeit der Maria Theresia.Tiefland" heißt eine Verfilmung nach d'Albert,Die unheimlichen Wünsche" wurden nach einem Roman von Balzac,Eine kleine Nacht' musik" Nach Mörikes NovelleMozart aus der Reise nach Prag" gedreht. Im Sonderverleih er­scheint ein ZeitungsfilmDie 7. Großmacht. Melodien, die jeder kennt" bringt ein Paul-Lincke- Film. InTraummusik" hat Kirsten Hei berg die Hauptrolle.Die Nacht ohne Abschied" spstll auf einer einsamen Insel. Ein Variete-Film heißt Wir tanzen um die Welt".Kopf hoch, Johan­nes" ist die Geschichte eines vierzehnjährigen Jun­gen.Segen der Arbeit" erzählt von den Schick­salen eines Dorfes.Lord Burnleys Affäre" mit Karl Ludwig Diehl in der Titelrolle behandelt einen Spionagefall.Aus erster Ehe" nennt sich ein Film mit Franziska Kinz. Theo Lingens lustiges KriminalstückWas wird hier gespielt erscheint nächstens auch auf der Leinwand. Dies ist eine zweite, noch immer nicht erschöpfende Vor­schau auf das reichbestellte neue Tobis-Programm, das überdies durch eine Reihe interessanter Kultur­filme und Wochenschauen ergänzt wird.

einer Stunde der Ruhe ihren dritten Tag. Als die 52. Stunde ihrem Ende zuneigte, zeigte der Pianist Smidson unverkennbare Anzeichen der Erschöpfung, und, obgleich er versuchte, sich nicht übermäßig an­zustrengen, indem er leichte Musik aus dem 18. Jahr­hundert spielte, überfiel in eine Krisis, und er mußte aufhören. Der letzte hätte sich nun schon als Sieger ansehen können, aber er zog es vor, fortzufahren, um seine Ueberlegenheit zu unterstreichen, und er konnte tatsächlich noch bis zum Schluß der 59. Stunde weiterspielen. Die letzte halbe Stunde, die »dieser Sieger im Dauerklavierspielen leistete, wurde durch den Rundfunk gesendet und auf eine Schall­platte aufgenommen, die im Archiv des Konserva­toriums von Minneapolis aufbewahrt werden soll. Van Loon, so heißt er, ist heute in Amerika ein berühmter Mann.

Nachspiel zum Fall Canella-Bruneri.

Ndz. Ric> de Ianeiro.

Vor einigen Jahren befaßte sich die ganze Welt mit dem Kriegsteilnehmer, der sein Gedächtnis ver­loren hatte und von zwei Frauen beansprucht wurde. Kurz nach Kriegsende wurde in Italien ein Mann in ein Krankenhaus ein geliefert, der jede Erinne­rung verloren hatte und für dessen Identität kein Anhaltspunkt vorlag. Das Bild ging durch die ganze Weltpresse, bis sich eines Tages die Frau des ita­lienischen Professors Canella meldete und den Mann als ihren verschollenen Gatten wiedererkannte. Diese Angabe wurde von anderer Seite bestritten, und es wurde behauptet, daß es sich um den Turiner Typographen Mario Bruneri handele. Es sand ein Prozeß statt, der damit endete, daß der Mann ohne Erinnerung als der Typograph Bruneri festgestellt wurde. Frau Canella kümmerte sich nicht um diese Entscheidung, sie wanderte kurzerhand mit dem ver­meintlichen Gatten nach Brasilien aus. Wie brasi­lianische Blätter melden, hat der Mann inzwischen seine Erinnerung wiedergewonnen und Frau und Kinder erkannt. Die Familie erhielt Zuwachs, und Professor Canella leitete Schritte ein, um endlich auch wieder als Canella anerkannt zu werden. Er ist jetzt schwer erkrankt und hat den Wunsch, daß er nicht als Mario Bruneri sterben muß. Die brasilia­nischen Behörden sollen den Fall entscheiden. Hierzu liegt ein Gutachten von Professor Silva vor, das die italienische Entscheidung als irrtümlich bezeich- net. Für die Identität Canellas lägen so viele Be­weise vor, daß feine Zweifel mehr möglich seien. Der sicherste Beweis liege in den übereinstimmenden Bluttypen der in Italien und Brasilien geborenen

bensgesahr. Der Arzt setzte sich entschlossen mit dem Marineministerium in Kopenhagen in Perbinduna, das schleunigst ein Flugboot entsandte. Aus diese Weise gelang es, innerhalb weniger Stunden den Patienten nach Kopenhagen zu schaffen, wo er einer besonderen Behandlung durch Marineärzte unter- zogen wurde. In einer Kammer wurden die gleichen Druckverhältnisse hergestellt, denen der Taucher auf dem Meeresboden ausgesetzt war. Die Kur glückte, und das Leben des Tauchers ist gerettet. Nach Mei- nung der Aerzte ist der Taucher zu schnell vom Meeresboden aufgestieaen, denn er hat nur eine halbe Minute für den Aufstieg aus 13 Meter Tiefe gebraucht.

Rettung aus der Tiefe.

Ndz. Stockholm.

In Halmstad verfehlte ber Straßenbaumeister Torgen aus Stockholm ben Weg unb fuhr mit seinem Wagen in ben Nissanfluß. Das Auto sank in sieben Meter Tiefe ab. Es war das Glück des

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727D FotO-Rllhl, Seltersweg 67