Ausgabe 
19.8.1939
 
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Wandern und Reisen Bäder und Sommerfrischen

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Die das Gesicht der Stadt bestimmen, Museen fehlen

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lelangt, fährt man durch Geisenheim, dessen j^uhm durch die botanische Lehranstalt begründet i't. Rüdesheim bedarf keiner Erwähnung mehr,

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Spezialkuranstalt Hofheim 15 (Taunus) erCffl von s Pf.

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und 10°/o Bedienungsgeld.

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und Interessantes gibt es dort zu sehen! Von Eltville bis Rüdesheim drängen sich Städtchen und Dörfer, am Ufer des Flusses gedeiht das Obst, während die Hügel und Hänge rechts der Straße unzählige Reben in sauberen, geraden Reihen tragen. Roch gibt der Taunus dem Leben am lifer einigen Raum, das Auge schaut über nahe Hügel zu ferneren Höhen, und Schlösser und Kir­chen schmücken die Landschaft. Manche Denkwürdig­keit ist hier in Stadt und Dorf verborgen; das

?in Name ist mit der Freude am Rhein und Jtieirt identisch, und das Nationaldenkmal auf dem Niederwald bildet eine ständige Sehenswürdigkeit.

Flensungerhof ^vriitlich.Erholungsheim foft und Station Mücke in Oberhessen. Werbeschrift auf Verlang.

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zusammen treffen. Wie Worms und Oppenheim ihre romantische und gotische Pracht gezeigt haben, so empfängt dann Mainz den Besucher mit einem seltenen Reichtum an geschichtlichen und prunkvollen Bauten. Es ist nicht allein der Dom, es sind auch das Kurfürstliche Schloß und zahlreiche Adelshöfe,

.mfangreiche Freilegungen und Erneuerungsarbei- !»n durchgeführt sind. Bevor man nach Rüdesheim

Staubfreie, sonnige Lage Laub- und Nadelwälder Höhenluft Zentralheizung Liegehalle.

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Mäßige Preise. S.-R. Dr. M. Schulxe-Kahleyss, Nervenarzt

im Laufe der Entwicklung des Badelebens von selbst eine gewisse Geselligkeit herausgebildet, die sich auf sportliche Spiele bezieht. Etwas wird also auch der Behäbigste ober er müßte ein unver­träglicher Außenseiter sein zur Bewegung ge­zwungen. Doch gilt es heute auf diesem Gebiet der allgemeinen Gesundheits- und Erholungskuren och vielmehr zu tun. Sehr aufschlußreich war in dieser Beziehung eine kürzlich von den Nord- und Ostieebadern einberufene Tagung auf der Insel Langeoog, auf der man überein kam, daß das ge­samte Strandleben eine gewisse Neuausrichtunq er­fahren müsse, die namentlich der Intensivie­rung des Spiel, und Sportbetriebes dienen soll. Wenn man von den großen Bädern vielleicht absehen kann, so gibt es doch eine Menge kleinerer Ortschaften, die Strandbetrieb haben und sich mehr und mehr zum Seebad entwickeln. Diese kleinen Bäder an der westlichen und mittleren Ost­see, aber auch an der Nordsee sollen Gerät­schaften erhalten und für die Anlage von Sprel- und Sportplätzen sorgen. Nach Möglichkeit ist auch an die Einstellung von Sport­lehrkräften gedacht. Man ist überzeugt, daß der gesunde sportliche Sinn, der heute vorherrscht, un­willkürlich auch die allzu Bequemen veranlaßt, am fröhlichen sportlichen Spiel teilzunehmen. Wenn diese Leute sich nur einmal jeden Tag eine Viertel­oder Halbe Stunde sportliche Bewegung schaffen, ist das Ziel im gesundheitlichen Sinne schon erreicht.

Es kommt bei diesen Planungen nicht nur darauf an, den sportlichen Gedanken und den Nutzen der körperlichen Betätigung auch in den Ferien und insbesondere an der See zu fördern, sondern es muß gewissen Gepflogenheiten Einhalt geboten werden, die in jedem Jahr viel Unheil anrichten. An erster Stelle ist hier die Leidenschaft des Sonnen- b a de n s zu nennen. Es gibt gerade am Strand zahllose Badegäste, die stundenlang, ja tagelang in

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der Sonne liegen, umbrau n" z u werden. Trotz der katastrophalen Folgen, die dieses Sonnen­baden unter Umständen schon an Ort und Stelle auslösen kann, trotz der vielen gesundheitlichen Be­nachteiligungen, die sich auf weite Sicht ergeben können, läßt diese krankhafte Angewohnheit nicht nach, sie wird vielmehr noch immermoderner". Niemand will dem einzelnen die äußerliche Genug­tuung verübeln, möglichst gesund worunter man braun" versteht nach Hause zurückzukehren, aber warum verschafft man sich diese Bräune nicht auf normalerem und wesentlich zuträg­licherem Wege? Auch in dieser Beziehung will die Organisation des Spiel- und Sportbetriebes einen gewissen Einfluß nehmen.

Nicht das starreBrüten" in der Sonne bräunt den Körper, sondern der bewegliche Aufent­halt i n der salzigen Seeluft in Verbin­dung mit Wind und Sonne. Darum ist daran ge­dacht, in den Seebädern, die über sportliche Ein­richtungen noch nicht verfügen, für' F r e i l u f t- sportplätze zu sorgen, die diesen Gedanken­gängen entsprechen, sich auch an Altersschichten unter den Besuchern zu wenden, die für diese Ein­richtungen besonders empfänglich sind, so daß man einerseits dem Wahnsinn des Sonnenbadens steuert, andernteils die aUgemeine sportliche Betätigung fördert. Außer den sportlichen Einrichtungen für Tennis und Leichtathletik sollen Kegelbahnen, Schießstände und Rollschuhbahnen im Freien er­richtet werden. Man ist überzeugt daß diesen Be­tätigungsmöglichkeiten auch der ganz bequeme Herr aus der Stadt ein gewisses Interesse entgegenbringt, denn er findet hier ja Dinge wieder, die er zu Hause in seiner Freizeit als schönste Erholung be­frachtet. Der grundlegende Unterschied zwischenzu Hause" und an der See liegt nur darin, daß er an der See im Freien, in der frischen, bewegten Luft sich sportlich betätigt.

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ruf ihrer Weine verlockt, den Versuch unternommen, neue Hänge der Rebe dienstbar zu machen, aber wo die Natur dem Boden den Muschelkalk versagt, da fehlte dem Wein die letzte Köstlichkeit, die wir am Frankenwein preisen, wie er reich genug für uns alle auf den Hügelketten zwischen Karlstadt und Schweinfurth wächst.

Frankenland ist ältester Kulturboden. Und so alt wie seine Geschichte, ist auch die seines Weines. Mit den ersten Klostergründungen, deren Spuren wir heute noch in Kitzingen, Frickenhausen oder anderen Orten finden, grünt in Franken auch die Rebe. Schon die Karolinger kannten die Güte des Frankenweines und förderten die Häcker, die den Weinbau pflegten. So alt der Frankenwein ist, so alt ist auch sein guter Ruf, der schnell Wohlstand ins Land brachte. Die vielen Schlösser, die prunk­vollen Bürgerhäuser, die stolze Wehr der kleinen Städte und die Ueberfülle des Reichtums der zahl­losen Barockkirchen, die mit ihren Zwiebeltürmen überall ins Land ragen und der Landschaft ihr Ge­präge geben, legen heute noch davon Zeugnis ab.

Es muß ja nicht geradeLeisten" oderStein" sein, in den kleinen Dörfern scheint die Sonne mit der gleichen Kraft, und der Wein ist nicht schlechter. Und wer an Ort und Stelle Bekanntschaft mit ihm macht, dessen Glück ist noch größer. In der niedri­gen Winzerstube von Escherndorf kann man in Gesellschaft des weitgerühmtenEscherndorfer Lump" ein echt fränkisches Fest feiern. AuchEulen­grube",Kirchenstück" undFürstenberg" werden in der Gesellschaft nicht fehlen. Und wer einmal ge­kostet hat, wird mit langsameren Schritten weiter­wandern und mit andächtigen Schlucken trinken.

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Wie ein Märchen aus dem Mittelalter hat sich Sulzfeld erhalten, behütet und umschlossen von schützendem Gemäuer mit Wehr und Türmen. Volkach, das uralte Frankenstädtchen, birgt das schönste der frännkischen Bürgerhäuser des 16. Jahr­hunderts, das Schelfenhaus. Droben, mitten in den Rebenhängen, steht die KapelleMaria im Wein­berg", in der Riemenschneiders Rosenkranzmadonna die'Arbeit der frommen Häcker segnet. Auch in dem benachbarten, von trutziger Wehr umschützten Som­me r a ch wächst ein guter Wein. Dettelbach grüßt mit seinen 52 alten Türmen und Toren. Der weinfrohe Wanderer wird Iphofen nicht ver­gessen, eine PMe im Kranz der fränkischen Wein­orte, in dem Riemenschneiders herrlicher Johannes den Sinn nicht weniger erfreut als der edle Wein und die verträumte Romantik des Städtchens. Wein­geruch erfüllt auch Randersacker, ein echtes HäckerdorfHobuch",Pfülben" undTeufels­keller" heißt hier die hohe Gesellschaft der Bocks­beutel. Rebenumkränzt grüßen Frickenhausen, Sommerhausen, Rödelsee und all die hübschen Orte, die sich wie Perlen zu einer Kette reihen. Man kann sie nicht alle aufzählen die Weinorte Frankens.

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Frankenland ist Weinland. Ein Leuchten geht über Hügel und Zwiebeltürme, über Fluß und Brücken, über Sie Madonnen des fränkischen Bild­schnitzers und das frohe Antlitz der Häcker, über das ganze Land. Blaßgold fließt der Frankenwein aus dem dickbauchigen Bocksbeutel in das Glas des Zechers. Beim ersten Schluck ist es, als ob er sich noch versage. Man ahnt erst den Duft und die Würze. Die Liebe zum Frankenwein'will erobert sein. Aber dann macht sie glücklich. Wer so mit offe­nen Augen und offenen Sinnen durch die kleinen Städte und Dörfer des Frankenlandes wandert, in den Kirchen unter den Zwiebeltürmen Rast hält, abends mit dem Häcker feinen Wein aus den selt­samen Flasche trinkt der hat es erlebt, das Land des Barock und des Bocksbeutels unvergeßlich wie eine tiefe beglückende Freude. Adolph Meuer.

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Erholung und gute Verpflegung

finden Sie nicht nur in der Ferne, sondern auch in den Sommerfrischen und Gaststätten der Heimat

Schloß von Eltville hat Erinnerungen an Gutenberg aus Mainz, in Winkel steht las Graue Haus als ältester profaner Steinbau Deutschlands und das Haus der Brentano; )as helle Schloß Johannisberg liegt wie iine Löwenpranke auf dem weinbestandenen Hügel, rnd weitet landeinwärts schon von Hattenheim :us zu erreichen ersteht das mächtige Kloster 5 derbach in alter Schönheit wieder, nachdem

Meingau und INittelrhein.

Von Or. Paul Neumair.

Die sprichwörtliche Rheinlandschaft ist die Land­schaft der edlen Weine und der alten Burgen: Rheingau und Mittelrhein.

Wenn der Fluß das Tor von Mannheim und Ludwigshafen passiert hat, strebt er auf Worms zu, das als älteste Stadt deutscher Gründung am südlichen Eingang von Rheinhessen liegt. Links­rheinisch breitet sich der Wonnegau aus, dessen Weinbau Jahr um Jahr gute Erträge bringt, auf dem Weg nach Mainz steht hoch am Hier die Mharinenkirche und die Ruine Landskron' als Zierden der alten Reichsstadt Oppenheim, und wo der Main sich mit dem Rhein vereinigt, liegt das goldene Mainz im Schmuck seiner Türme und Kuppeln. Der Taunus drängt vom gegenüberliegen­den Ufer den Rhein zu einer scharfen Links­wendung, und die südlichen Hänge dieses Höhen­zuges sind die Heimat des edelsten Rheinweines. Rheingau heißt die Landschaft von Biebrich bis zum Mäuseturm bei Rüdesheim und Aßmannshausen, ein wundervolles Fleckchen Erde voll Kultur und Romantik! Sehenswürdigkeit reiht sich an Sehenswürdigkeit. Gewiß ist überall am Rhein die große Vergangenheit noch sichtbar, schwerlich aber wird man anderswo so viele Denk­mäler deutscher Art und Kunst auf engem Raum

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Das Postsparbuch

ein praktischer Reisebegleiter.

Die Deutsche Reichspost hat im Monat Mai 1939 rund 100 000 und damit seit Aufnahme des Post- sparkassendienstes (2. Jan. 1939) insgesamt 570 000 Postsparbücher ausgestellt. Aus diese Bücher sind bisher 96,3 Millionen RM. eingezahlt und 29,7 Millionen RM. ausgezahlt worden. Der tägliche Einlagezuwachs beträgt etwa 783 000 RM. Das Postsparbuch ist ein unentbehrlicher Reisebegleiter. Es macht die Mitnahme größerer Barmittel auf Reisen entbehrlich. Mit dem Postsparbuch, gleich­gültig, wo es ausgestellt worden ist, kann man b e i allen Postämtern und Amts st eilen der Reichspost in Großdeutschland beliebige Beträge bis 100 R M. täglich (insgesamt bis 1000 RM. im Monat) abheben. Größere Be­träge bedürfen der Kündigung. Das Postsparbuch darf ohne besondere Genehmigung auch bei Reisen ins Ausland mitgenommen werden. Bei der Rück­kehr ins Reich besteht dann die Möglichkeit, sich durch Abhebung aus dem Postsparbuch bei dem nächsten Postamt sogleich wieder mit deutschem Bargeld zu versorgen.

Ruhe im Kurviertel.

Der Kur- und Verkehrsverein Wiesbaden hat eine Arbeitsgemeinschaft gebildet, die sich ausschließlich mit den Maßnahmen zur Sicherung der Ruhe im Kurviertel befaßt. In der Erkenntnis, daß von der Lösung dieser Frage die weitere Entwicklung der Kurstadt entscheidend abhängig ist, wird an- geftrebt, das Kurviertel von jedem vermeidlichen Straßenlärm, besonders vom Motorenlärm der Om­nibusse, Lastkraftwagen und Motorräder, frei zu halten. Unter Berücksichtigung der Tatsache, daß das Kurviertel für Kranke und Erholungsbedürftige be» stimmt ist und der Verkehr der Großstadt in keiner Weise mit den Bedürfnissen der Kurgäste in Einklang tu bringen ist, wird man bei den zu ergreifenden Maßnahmen keine Kompromisse machen können. Der Kur- und Verkehrsverein will kein Mittel unversucht lassen, um an der erfolgreichen Lösung dieser wich­tigen Frage mitzuwirken.

Das jüngste deutsche Bad.

Die Stadt Honnef am Rhein, am Fuße des Siebengebirges malerisch gelegen, hatte im vergan­genen Jahre mit ihren auf der Rheininsel Grafen­werth durchgeführten Quellenbohrungen guten Er­folg. In 700 Meker Tiefe wurde eine mineralische Thermalquelle erbohrt, die auf Grund wissenschaft­licher Begutachtung als hochwertiges Heilwasfer an- gesprochen werden darf. Die Quelle wurde zunächst zur Speisung eines Thermalschwimmbades benutzt, das schon 1938 von 40 000 Besuchern ausgesucht wurde. Inzwischen ist noch ein Schwimmbecken für die Jugend erbaut worden. Der Gedanke, den ge­pflegten Kurort wieder zu einem Bad mit Trink- und Badekuren zu machen, wurde schnell verwirk­licht. Binnen weniger Monate entstanden innerhalb des Kurgartens Trinkhalle, Badehaus und Wandel­halle, die kürzlich der Oeffentlichkeit übergeben wer­den konnten. Honnef, das durch den Reichsfremden­verkehrsoerband alsBad" anerkannt worden ist, vereinigt die Heilkraft seines Wassers Pit einer überaus reizvollen Lage. .

Wir woll'n zur guten Sommerszeit ins Land der Franken fahren ..." Der Sommer schenkt dem Wanderer die Glut der Rebenhänge, den Sonnen­glanz der gesegneten Landschaft, den Schatten der Wälder, das wohlige Naß des Mainwassers oder die angenehme Kühle still und einsam träumender Dorfkirchen, in denen der Wanderer zur Mittags­zeit ein Stündlein rastet und über den unerwarteten Glanz der überreichen Barockaltäre fast erschrickt, wenn ein Sonnenstrahl das hell aufflammende Gold des Gewandes einer der vielen Figuren trifft. Der Sommer öffnet den Mantel dieser überreichen Landschaft, er enthält ihr Geheimnis, zeigt sie in ihrer Lust und in ihrem liebermut. Nur wer sie be­lauscht, wenn der Sommer mit seiner Glut die Trauben kocht, der kann das Glück des Fran­ke n l a n d e s erleben. Aber er muß schon abseits gehen von den großen Heerstraßen, wenn er die verborgenen Kostbarkeiten finden roUF, wo die kleinen Städte mit ihren Tortürmen und Mauer- ünnen, mit ihren Schlössern und Bürgerhäusern heute noch wie vor Jahrhunderten stehen, wo in einsamen Kirchen auf weit entlegener Höhe eine Madonna des deutschen Bildschnitzers Tilman Riemen schneider, der aus dem Frankenland seine Kräfte schöpfte, den überraschren Wanderer entzückt.

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Würzburg ist ein großartiger Höhepunkt, zu dem Landschaft, Kunst und Natur sich vereinen, aber man muß den tausendjährigen Bischofssitz mit dem blendenden Prunk seiner Residenz, der ver­wirrenden Fülle seiner Barockkirchen, seinem be­rühmtenStein" undLeisten" und dem frohen Rokoko des Falken-Hauses hinter sich lassen, wenn man so recht ins Land der Franken kommen will. Wenn von Seligenstadt aus, weit hinter 'Würz­burg, uns ein museal anmutendes Dampfroß einer Kleinbahn über eine uralte Brücke nach Volkach bringt, dann müssen wir den Asphaltstaub des Großstädters aus unseren Kleidern schütteln. Denn wir sind mitten im gesegneten Frankenland. Mit dieser Brücke hat es seine Bewandtnis sie ist wie eine Barriere vor dem Paradies. Alles drängt über sie, Radfahrer, Autos, Schafherden, Fußgän­ger, Kuhwagen, und wenn das Dampfroß, das die gleiche Brücke benutzt, ankommt, muß der Brücken­wärter, der zugleich den Brückenzoll heute -noch wie ehemals einkassiert (5 Rfg. von jederfreigehenden" Person) mit Fahne und Nebelhorn alle anderen Wegebenutzer von der Brücke zurückhalten, bis der Zug sie passiert hat.

Das rasende Tempo der Zeit gilt hier nicht. Diese Landschaft trägt ihren eigenen Rhythmus m sich, in den früchteschweren Hängen, im großen Schwung des Flußlaufes, in den zarten Linien der bewalde­ten Höhen. Und wie die Landschaft in sich ruht, fest verankert, gläubig und vertrauensvoll so sind auch die Menschen, ehrlich und gerade, naturhaft, heiter, fleißig und mit einem starken Sinn für das Wesentliche. *

Die fränkischen Winzer nennen sichHäcker". Wo sie wohnen das ist ein rechtes, echtes Hackerdorf, voll Weingeruch, mit breiten Türen zu tiefen Kel­lern mit köstlichem Inhalt. Die Häcker find em stilles aber frohes Volk, und wenn des Tages Ar­beit hinter ihnen liegt, bann glättet her Frohsinn jede Miene und lauter erschallt am Abend aus den Weinschenken und Bocksbeutelstuben das befreite Lachen Sie wissen, wo. der feurigste Wein wachst, und wenn man sie fragt, warum dieser oder jener fianq keine Reben trägt, schütteln sie weise lächelnd den Kopf. Nur wo Muschelkalk ist, sei er m.t Ton und Mergel oder Buntsandstein vermischt, fei es, daß er als dichtere Schicht dem Boden aufliegt, nur da gedeiht das, was wir F r a n k e n w e i n nennen. An manchen Orten haben die Häcker, von dem Welt-

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Wanderfahrten.

Wetzlar kalsmunt Magdalenenhausen Oberndorfer Hütte Braunfels.

Mit Sonntagskarte Braunfels fahren wir nach Wetzlar, durchschreiten die alte Reichsstadt, um beim Schutzengarten auf schwarze Dreiecke zu stoßen. Diese führen uns in mäßigem Anstieg auf die Ruine Kals- munt, von deren Bergfried sich ein prachtvoller Rundblick bietet. Zu unseren Füßen lehnt sich die Stadt mit dem hochragenden Dom an den Berghang, lieber das Lahntal hinweg grüßen die Burgen Glei­berg und Vetzberg mit dem Dünsberg. Ferner sehen wir Greifenstein, Dianaburg, das Braunfelser Schloß, den Stoppelberg und die Höhen des Taunus mit dem Feldberg. Die Zeichen leiten uns durch eine Senke hinauf zum Magdalenenhäufer Hof (Gastwirt­schaft). Hinter dem Anwesen nimmt uns der Wald auf, an dessen Ausgang wir einen überraschenden Blick auf das auf stolzer Höhe thronende Schloß Braunfels haben. Bald erreichen wir die im Tal liegende Oberndorfer Hütte (gute Einkehr) und stei­gen einen Feldpfad empor, der uns nach Braunfels bringt. Hier können wir das herrliche Schloß mit feiner reichhaltigen Gemälde-, Kunst- und Altertums- fammlung besichtigen, die prächtige Fernsicht bewun­dern und dem nahegelegenen Tierpark mit feinen zahmen Hirschen einen Besuch abftatten. Don der am Fuße des Städtchens liegenden Obermühle (bekannte Gaststätte) führt unser Weg durch den reizenden Mühlengrund zur Station Braunfels, von wo wir heimfahren. Wanderzeit 3% Stunden.

Ehringshausen Lemptal üölschhausen Aßlar Wetzlar.

Diese Wanderung ist, da sie wenig Schatten bietet, für die kühlere Jahreszeit geeignet. Wir fahren nach dem im Dilltal gelegenen Ehringshausen. Vor der Dillbrücke haben wir einen schönen Blick auf Dill­heim, Greifenstein und Hirschbergkoppe. Nachdem wir das ansehnliche Dorf bis zum Westende durch­schritten haben, folgen wir schwarzen Dreiecken, die uns auf der Landstraße das Lemptal aufwärts über Kölschhausen an der Grundmühle vorbei nach Nieder- Lemp bringen. Hier verlassen wir das seitherige Wegezeichen und gehen jetzt den blauen Strichen nach, die uns zuerst über die Lemp, sodann über einen bewaldeten Höhenrücken nach Bechlingen am Fuße des Adlerhorstes, hierauf durch das breite Bechlinger Tal nach Aßlar führen. Ohne Zeichen wandern wir von hier über Hermannstein nach unserem Endziel Wetzlar. Wanderzeit 5 Stunden.

ebenfalls nicht und vertiefen die kulturellen Züge, mit h' Von Mainz fetzen wir nach Kastel und nach

bindW Wiesbaden-Biebrich über, um so auf die

hrf J chäne rechtsrheinische Uferstraße zu kommen. Diese .Sonnenstraße am Rhein" führt den Wanderer beim letzten Schloß der nassauischen Herzöge in Biebrich in den Rheingau, und wieviel Schönes

Spott am Meeresstrand.

Man spricht in den Ferien oft von einemsüßen Nichtstun". Darunter versteht man im landläufigen ioinne, daß nicht nur jede berufliche Arbeit aus­geschaltet ist, sondern auch jede körperliche Betäti­gung. Wenn man im Dienst war, mußte man chließlich viermal täglich den Weg ins Büro machen. Ob zu Fuß, zu Rad ober mit einem Verkehrsunter- lehmen, es war immerhin eine körperliche Be­rgung damit verbunden. Auch auf diese Art Be­rgung möchte man während der Ferien verzichten, man will sich den ganzen Tag in die Sonne legen, näßere Wanderungen kommen nicht in Frage, man v'tll dick und rund werden und nachher zu Hause wirklicherholt" aussehen. Das ist die Meinung ton vielen tausend Nichtschwimmern, die sich für | re Ferienfahrten den Nord- ober Ostsee- F r a nb ausgesucht haben.

, Es sollte eigentlich überflüssig sein, in unserer ?eit des KdF.-Sports und Betriebssports noch f lche falschen Anschauungen zu brandmarken, trotzdem ist es nötig, denn viele Menschen und Mistens gerade diejenigen, denen dasLiegen auf d r Bärenhaut" am wenigsten zuträglich ist, plegen im Bad eine Ruhe, die gewiß nicht mehr as gesundheitsfördernd anzusehen ist. Nun hat sich

Während der sagenhafte Mäuse türm aus dem Ahein aufsteigt, biegt dieSonnenstraße" scharf nad) rechts, wir verlassen den Rheingau und treten im das Gebiet des Mittelrheines über. Ehren- Sfeis ist die erste Rheinburg, die hoch über uns »erscheint, und unten setzt Aßmannshausen ö>ie Reihe der bekannten Weinorte fort. Das Tal iist nun sehr eng geworden, dicht an das Ufer [schieben sich die felsigen Schieferwände heran, und Ihinter den Häusern steigen Weinberge ober schroffe iHänae empor. Zu beiden Seiten des Stromes be- Iginnt allmählich bie große Parade der Burgen tunb Schlösser, bald aus bewaldeten Kuppen ragend, nneist aber als Kranen hochansteigender Weinberge. 'Wie vorher der Mäuseturm, so erscheint jetzt bas rreijenbe Bauwerk der Pfalz bei Kaub am tRhein, bann tritt das Massiv der Loreley übrängenb und gewaltig in die Straße, bis es nach über Kurve an einer neuen Reihe schönster, alter Würgen zur Marksburg über Braubach Kcht und weiter zum Lahn eck. Hier langt von "weiter Reise die Lahn an, um im Rhein aufzu- «ehen, hier hat auch die sprichwörtliche Rhein- Momanfik ihr natürliches Ende.

«... ins Land der Franken fahren!"

Weinfrohe Bilder ans dem Bocksbeutel-Paradies.

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fommerbad (Braunfels

Schwimmbad mit erwärmtem Quell wasser

Luft-, Licht- u. Sonnenbad am Waldesrand. Auch Sonntags geöffnet.

In nächster Nähe der Obermühle, Schloßbrauerei.

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