Ausgabe 
19.8.1939
 
Einzelbild herunterladen

Mr das nackte Leben gerettet.

Erschütternde Berichte Volksdeutscher Flüchtlinge über den Terror der polnischen Ehauvinisten-Banden.

machen. Flugs dreht man in London, erbost über diesen Mißerfolg. den man sich freilich bei richtiger Wertung der ethischen Triebkräfte nationalsozialisti­scher Außenpolitik hätte ersparen können, den Spieß um und behauptet mit geradezu zynischer Frechheit, der Konferenzplan sei von Deutschland lanciert worden, um Mischen England und seinem polnischen Schützling Mißtrauen zu säen, wenn über eine solche Konferenz diskutiert werden sollte, dann müsse die Einladung dazu von Polen ausaehen. Es ist oben schon dargelegt worden, aus welchen trif­tigen Gründen Deutschland keinerlei Interesse an solch einer Konferenz hat. Der Führer hat auch bei anderen Gelegenheiten immer wieder dargetan und durch die Praxis erhärtet, warum er sich von solchen Konserenzen nichts verspricht und daß er zweiseitige Verhandlungen der an dem zur Debatte stehenden Problem direkt interessierten Mächte für die zweckmäßigste Form eines Lösungsversuchs hält.

Dieser Auffassung ist einst der deutsch-polnische Vertrag des Jahres 1934 zwischen ihm und Pil- sudski entsprungen, und sie war auch maßgebend für das bekannte Angebot des Führers an Polen, durch die Zustimmung zur Wiedervereinigung Dan­zigs mit dem Reich und eine vernünftige Regelung der Korridorfrage, wogegen Deutschland die pol­nische Grenze garantieren und Polens wirtschaftliche Interessen an einem Zugang zum Meer berücksich­tigen wollte, das deutsch-polnische Problem aus der Welt zu schaffen. Das großzügige Angebot wurde von Polen abgelehnt, man hatte es in Warschau offenbar feinem tieferen Sinne nach nicht verstan­den und überhaupt nicht begriffen, welch unge­heure Chance es der polnischen Politik eröffnete, indem es die einst mit Marschall Pilsudski getroffe­nen Abmachungen mit einem konkreten Inhalt er­füllte und damit Polen wenigstens nach der einen Seite hin die Sicherheit gab, die dem Gründer des polnischen Staates als dringlichstes Ziel feiner Außenpolitik vorgeschwebt hatte, ein Ziel, das feinem nüchternen Tatsachensinn, der die Lehren der wechseloollen polnischen Geschichte wohl begriffen hatte, durch bloße Bündnisverträge mit den nur aus Eigennutz und in bestimmten Kombinationen an Polen interessierten Weftmächten keineswegs erreicht zu fein schien, solange sein Land, ohne na­türliche Grenzen zwischen zwei Großmächte einge­keilt und mit schwierigsten innerpolitischen Proble­men überlastet, nicht in aller Aufrichtigkeit und ohne Vorbehalte mit dem großen deutschen Nach­barn seinen Frieden gemacht hatte. Pilsudskis Nach­folger haben die weitblickende Konzeption des Mar­schalls so wenig begriffen wie das aus der glei­chen Auffassung und im gleichen Geiste gemachte Angebot Adolf Hitlers. Das Angebot war einmalig und hätte nur in zweiseitigen vertrauensvollen Ver­handlungen zu einem fruchtbaren, zukunftsträch­tigen Ergebnis führen können. Indem sich Pilsudskis Epigonen in völliger Verkennung der tatsächlichen Gegebenheiten und aus Mangel an Mut, vor ihrem Volk eine vielleicht im Augenblick unpopuläre Ent­scheidung von geschichtlicher Tragweite zu verant­worten, England in die Arme warfen, haben sie die ihr gegebene Chance schlecht genützt und das Schicksal ihres Landes an das Phantom einer Freundschaft geknüpft, mit der schon aridere Völker vor den Polen in kritischen Stunden die schlechtesten Erfahrungen gemacht haben.

Eines hat die deutsche Initiative zur Lösung der brennenden Ostfrage wiederum in aller Kraßheit enthüllt, was in den letzten Jahren der Pilfudsti- Aera durch die große staatsmännische Persönlichkeit des Marschalls zurückgedämmt oder wenigstens ver­deckt schien: die kaum glaubliche politische Unreife des polnischen Volkes, das aus feiner Geschichte nichts gelernt hat und sich hemmungslos dem glei­chen Chauvinismus hingibt, der so oft schon der Totengräber seiner Freiheit und Unabhängigkeit gewesen ist. Mit den gleichen verlogenen und haß­erfüllten Argumenten, die vor zwangia Jahren den polnischen Unterhändlern auf der Friedenskonferenz in Versailles dazu dienen mußten, altes deutsches Kulturland für ihre Staatsgründung zu bean­spruchen, streckt die polnische Agitation jetzt in ein­fältiger Großmannssucht ihre Forderungen immer weiter nach Westen. Der Westmarkenverein in Posen und Pommerellen, die berüchtigten Ausständischen- verbände in Ostoberschlesien, die Haller-Legionäre werden mobil gemacht, schon hat unter ihrer Füh­rung im ganzen Lande ein brutaler Vernichtungs­feldzug gegen das deutsche Volkstum eingesetzt. Deutsche Landsleute, die zwei Jahrzehnte hindurch trotz aller Schikanen, die sich polnisches Gesindel erlauben durfte, geduldet von der polnischen Regie­rung und von lokalen Machthabern wie dem berüch­tigten schlesischen Wojewoden Grazynski immer wie­der angestachelt, als loyale Staatsbürger ihr schweres Los vorbildlich getragen haben, füllen die polnischen Gefängnisse, werden von Haus und Hof vertrieben, bis aufs Blut gepeinigt fliehen sie bei Nacht und Nebel über die Grenze, um wenigstens das nackte Leben zu retten. Es scheinen sich die entsetzlichen Greuel wiederholen zu sollen, die vor zwanzig Jahren die polnischen Aufstände in Oberschlesien unter Führung des in diesen Tagen verstorbenen Korfanty zu einer der schreckensvollsten Episoden der Nachkriegszeit gemacht haben. Damals schrieb der französische Publizist Rens Märtel, einer der wenigen freien Anwälte des Weltgewtssens, in seinen Erinnerungen an die Taten des pol­nischen Aufftändischengesindels:Eine fürchterliche Schreckensherrschaft begann. Die Morde vervielfäl­tigten sich. Die Deutschen wurden gemartert, ver­stümmelt, zu Tode gepeinigt, ihre Leichen geschän­det. Dörfer und Schlösser wurden ausgeraubt, in Brand gesteckt, in die Lust gesprengt. Die deutsche Regierung hat über diese Vorgänge eine Reihe von Weißbüchern veröffentlicht, die mit Bildurkunden vusgeftattet find, die der einem Gefühl zugängliche Leser nicht leicht vergessen wird. Die hier im Bilde festgehaltenen Vorgänge überschreiten an Grausam­keit die schlimmsten Schrecken, die man sich vorstel- len kann." So ein Franzose.

Heute sind wieder die gleichen Kräfte am Werk, mit den gleichen Mitteln tückischer Niedertracht die letzten Spuren des Deutschtums auszurotten, um ein einstmals geraubtes Land von feinen eigent­lichen Besitzern zubefreien". Und die polnische Regierung, die dieses schamlose Treiben duldet, ja deren lokale Organe sich wie damals wiederum an die Spitze der Verbrecherbanden stellen, erhält von ihrem britischen Protektor die lobende Zensur, daß sie angesichts der deutschen Provokationen bewunderungswürdige Ruhe und Geduld" zeige. Man hätte meinen sollen, die auf der Hand liegen­den Ueberspanntheiten der polnischen Agitation hät­ten ebenso wie die polnischen Greuel gegen das deutsche Volkstum besonnene Engländer nachdenklich stimmen müssen. Denn es kann ja keinem Zweifel unterliegen, daß erst die Blankovollmacht, die Polen mit der britischen Garantie erhielt, den polnischen Chauvinismus dazu hinriß, sich hemmungslos aus­zutoben. Daß dadurch die Krisis eine spürbare Ver­schärfung erfuhr und Englands Verantwortung da­für immer schwerer wiegt, muß mit aller Deutlich-

Dreslau, 19. Aug. (DNB.) Tag und Nacht treffen weitere Flüchtlinge, Männer und Frauen, Greise und Kinder, an der Grenze ein, die vor dem Wüten des polnischen Terrors gerade noch das nackte Leben retten konnten. Hunderte von Volksgenossen hat das Unglück vor Erreichen der rettenden Grenze in die Arme der polni­schen Schergen getrieben. Sie wurden zurück- aeschleift, mißhandelt und in schmutzstarrende G e - fängniszellen gepfercht.

Der maßlose Schrecken der Flüchtlinge spiegelt sich noch immer in ihren Augen. Bange Sorge um die zurückgebliebenen ober verschleppten Ange­hörigen bewegt sie, die Hab und Gut im Stich lassen mußten, um der Verfolgung haßerfüllter Chauvinisten zu entgehen. Alle wissen sie von un­erträglicher Schikane, von unmenschlichen Mißhand­lungen und der Zerstörungswut des polnischen Pbbels zu berichten. Trostlose Schicksale zeigen die Schilderungen der Volksdeutschen, die in den Flüchtlingslagern Zuflucht fanden. Sie sind froh, geborgen zu sein. Ihre Erzählungen geben ein schreckliches, erschütterndes Bild von dem Erleben der letzten Monate, Wochen und Tage.

Daß die Wut des Pöbels nicht vor hilflosen Grei­sen HaU macht, zeigt die Schilderung des Ferdinand Kemp, geboren am 29. Juni 1850 in Maximil- janow, der im Lager Ottmachau Zuflucht ge­funden hat. Der 8 9jährige, der seit 1920 bei feinem Sohn in Tomaschow wohnte, wurde von polnischen Banditen überfallen nur weil er ein Deutscher ist. Er erhielt mehrere Schläge über den Kopf, so daß die Schädeldecke am Hinter- köpf verletzt wurde. Am 11. August konnte er mit feinem Sohn bei Rosenberg über die Grenze flüch­ten. Karl Kemp, der früher in einer Kunstseide­fabrik in Willanow arbeitete, bis er von den Polen brotlos gemacht würbe, arbeitet feit 1920 als Schmied in Tomaschow. Am Tage feiner Flucht über die Grenze suchte eine Horde verhetzter Polen feine Wohnung heim. Nichts blieb von der Einrichtung heil. In sinnloser Zerstörungswut zertrümmerten die Polen auch das letzte Möbelstück, zerfetzten die Betten und mißhandelten Vater und Sohn in viehischer Weife. Nur schleunige Flucht rettete ihnen das Leben.

Im gleichen Flüchtlingslager in Ottmachau befin­det sich auch die Volksdeutsche Marie Sturm, die nach schweren Schikanen und Bedrohungen mit ihrem Sohn am 6. August über die Schönwaldgrenze entkam. Wie verhetzt auch schon die polnische Ju­gend durch die uncrbläfsigen Morddrohungen und die Jagd auf alles Deutsche ist, zeigt die Schilderung dieser Frau, deren 13jähriger Sohn Rudolf von polnischen Jungen, denen er beim Fußball­spiel zusah, mit Steinen beworfen wurde. Ein Stein traf das Kind ins Gesicht und raubte ihm das eine Auge.

Der deutsche Grubenarbeiter August K o p i e tz , bis 1933 in Mittel-Lafzisk auf der Pleß-Grube tätig und seitdem von den Polen brotlos gemacht, konnte nach schweren Bedrohungen, verfolgt von den pol­nischen Schergen, am 5. August mit knapper Not über die Grenze flüchten. Auch er ist im Lager Ottmachau und berichtete folgendes über feinen Bruder, den

feit gesagt werden. Polen hat die Ermutigung sehr wohl verstanden, die ihm von London aus immer wieder zuteil wird, wie es ja auch einst in Ver­sailles verstanden hat, den Wunsch der Westmächte, Deutschland durch Zerreißung feiner Ostgrenze zu knebeln, für feine eigenen Zwecke auszuschlachten. Aber glaubt England wirklich, mit einem durch den Nationalsozialismus zum Bewußtsein feiner Kraft, seines Selbstbehauptungswillens und feiner politischen Sendung gelangten deutschen Volke das gleiche Spiel wiederholen zu können? Es wäre eine Unverfrorenheit, die sich bitter rächen müßte. Nein, auch in England wird man sich je eher je besser darüber klar werden müssen, daß diese Zeiten unwiederbringlich dahin sind und das Deutsche Reich die Zukunft der deutschen Stadt Danzig und das mit ihr eng zusammenhängende Problem des Korridors nicht in feine Hand genommen hat, um vor- dem durch englische Kurzsichtigkeit entfesselten polnischen Größenwahn zurückzuweichen. Die Dinge sind zur Lösung reif und werden so gestaltet wer­den, wie es die Gerechtigkeit fordert, die die einzig tragfähige Grundlage einer diesen Namen allein verdienenden wahrhaften Friedensvrdnung Europas ist. Fr. W. L.

Neue ausländische preffelügen

Der Besuch Graf Csakys auf Salzburg.

Berlin, 18. August. (DNB.) Vor wenigen Tagen erst sah sich die deutsche Presse veranlaßt, die im Zusammenhang mit einem Besuch des Königlich - Ungarischen Außenministers Graf Csaky bei Reichsaußenminister von Ribben­trop verbreiteten Gerüchte über angebliche deutsche Einflußnahme auf die Politik Ungarns als üb elfte Giftmischerei zu kennzeichnen. Trotzdem nimmt eine gewisse ausländische Presse weiterhin die Anwesen­heit Graf Csakys in Salzburg, wo er als Gast des Reichsinnenministers Dr. Frick weilte, erneut zum Anlaß tendenziöser Gerüchte. Englische und französische Blätter behaupten, daß angeblich gestern auf dem Obersalzberg eine Begegnung' d e s Führers mit dem ungarischen Außenminister stattgefunden habe, wobei man deutscherseits Gras Csaky einen aus 22 Punkten bestehenden Der- t r a g angeboten habe. Die Londoner und die Pariser Blätter sind auch sonst in ihren Kombina« tionen über dieBesprechungsthemen" nicht klein­lich: denn diese reichen von einem angeblich unter stärkstem Druck ausgesprochenen deutschen Ultima- tum an Ungarn bis zu den freundschaftlichsten Bundnisangeboten und Vorschlägen über eine Zoll- u^d .Währungsunion ober eine Militärallianz. Die ausländische Presse versucht mit diesen-zen- !"fIbun<£en llnruf>c 3U stiften und in unverantwort­licher Weise eine weitere Trübung der internatio­nalen öffentlichen Meinung herbeizuführen. Das Deutsche Nachrichtenbüro ist ermächtigt, festzustellen, daß Graf Csaky seit seinem privaten Besuch bei Reichsaußenminister von Ribbentrop am 8. August weder mit dem Führer noch mit dem Reichsaußen­minister von Ribbentrop Besprechungen gehabt hat.

Mussolini empfängt Graf Csaky.

Rom, 19. August. (Europapreß.) Mussolini hat am Freitagnachmittag den ungarischen Außen-

Kesselheizer Viktor Kopietz: Als dieser nachts mit seiner Frau nach Hause ging, wurde er vor dem Gasthaus von dem im Ort übel beleumundeten Polen Woznikowski, der ihm aufgelauert hatte, a n - gefallen. Er erhielt mit einem eisernen Noten­ständer einen wuchtigen Schlag über den Kopf und brach sofort bewußtlos zusammen, so daß er in das Nikolaier Krankenhaus transportiert werden mußte. Auf dem Wege dorthin starb er. Der polnische Mordgeselle wurde formell zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Er hat diese Strafe b i s heute noch nicht angetreten.

Alle diese Berichte der Flüchllinge enthüllen das Grauen, das der tierische Haß der polnischen Chau­vinisten über das Deutschtum in Polen gebracht hat. Ehrliche, brave Menschen, die niemand etwas zuleide taten, die dem polnischen Staat loyale Bürger waren, sind Freiwild, das man hetzt und jagt. Ihr Eigentum wird zertrümmert, ihre An­gehörigen werden verschleppt, und sie selbst sind froh, das nackte Leben gerettet zu haben.

3m polnischen Gefängnis zu Tode geprügelt.

DNB. G l e i w i tz, 18. August Aus Oftober- fchlesien treffen Meldungen über die Verhaftungen von mehr als 100 führenden Volksdeutschen ein. Die Verhaftungen erfolgten im Anschluß an durch­geführte Haussuchungen, unter den nichtig­sten Vorwänden. Sie wurden beispielsweise auch dann vorgenommen, wenn veraltete und voll­kommen gebrauchsunfähige Waffen, die nur noch Mufeumswert haben, vorgefunden wurden. Aus Bielitz werden weitere Verhaftungen von 10 Amts- leitern der Jungdeutschen Partei und anderen Volks­deutschen Organisationen gemeldet. Der auf Grund haltloser Verleumdungen verhaftete Volksdeutsche Thomalla wurde mit Knüppeln und Fäusten blutig und besinnungslos geschlagen und erst nach zwei Tagen, die er ohne Wasser und Nahrung verbrin­gen mußte, freigelassen. Thomalla hat infolge der Mißhandlungen ernsten Schaden genommen. Der Volksdeutsche Valetta aus Piekar, der bei den von Polen provozierten Grenzzwischenfällen in die­sem Ort am Montagabend verhaftet wurde, ist d e n schweren Mißhandlungen, die er im Ge­fängnis erdulden mußte, erlegen. Die Frau des erschlagenen Kaletta ist von den Polen ins Ge­fängnis geworfen worden. Am Dienstagabend drang polnischer Pöbel nach einer Hetzkundgebung in die Wohnung des Kaletta ein, wo sich nur das Kind des Ehepaares und dessen Großmutter befan­den. Der Mob verwüstete d i e gesamte Wohnungseinrichtung und warf das Kind aus dem Fenster.

polnische Polizei mißhandelt politischen Leiter der AO.

Berlin, 18. Aug. (DNB.) Wie die NSK. mel­det, haben die U Übergriffe der polnischen Behörden auf Volksdeutsche in den letzten 24 Stunden For-

N. F. London, 18. August.

Die an die beiden letzten Besuche Sir Robert Craigies bei dem japanischen Verhau dlungs- führer Kato geknüpften Hoffnungen auf eine bal­dige Wiederaufnahme der Tientsin-Verhandlungen in Tokio scheinen sich zunächst kaum zu verwirk­lichen. Von englischer Stelle wird mitgeteilt, der Botschafter habe neue Instruktionen erhal­ten, die er in seiner Besprechung am Freitag mit Kato der japanischen Regierung übermittelt habe. England erklärt die japanischen Forderungen, wo­nach der Gebrauch der nationalchinesischen Währung in der britischen Niederlassung in Tientsin verboten und die auf 800 000 Pfund Sterling bewertete Silberreferve aus den chinesischen Banken dcr Niederlass >!g entfernt wer­den soll, könnten nicht im Rah inen von englisch­japanischen Verhandlungen geregelt werden, son­dern berührten die Interessen anderer Mächte. Deswegen fei man der Ueberzeugung, nützliche Ergebnisse könnten in diesen Punkten auf einer rein englisch-japanischen Grundlage nicht er­reicht werden. Wenn Japan die weitere Diskussion biefer wirtschaftlichen Vorschläge fordere, müßten nach englischer Meinung alle Unterzeichner­mächte desNeunmächte-Vertrages her- angezogen werden. Gegenüber diesem Einwand gegen die grundsätzlichen japanischen Wirtschafts-

minifter Graf Csaky im Palazzo Venezia empfangen. An der längeren Unterredung nahm der italienische Außenminister Graf C i a n o teil, der bereits vorher eine Besprechung mit dem un­garischen Außenminister gehabt hatte. Graf Csaky hatte sich von München aus im Flugzeug nach der italienischen Hauptstadt begeben.

Geheimnisvoller Doknmenten-Diebsiahl in Sofia.

Sofia, 18. August. (Europapreß.) Ein geheim­nisvoller D'iebstahl diplomatischer Doku­mente hat in Sofia Aufsehen hervorgerufen. Der rumänische Hauptmann Paolicu, der diploma­tische Schriftstücke von Sofia nach Bukarest bringen sollte, bemerkte, daß der Koffer mit den Dokumen­ten aus feinem Kraftwagen verschwun­den war. Als er den Fahrer zur Rede stellte, er­klärte dieser, Paolicu habe den Koffer doch f e I b ft aus dem Wagen genommen. Es stellte sich heraus, daß ein Mann, der dem Hauptmann zum Verwech­seln ähnlich sah und ebenso gekleidet war, den Koffer entfernt hatte. Der rumänische Ge- sandte in Sofia, Filoti, und Hauptmann Paolicu begaben sich sofort zur Polizeidirektion, um An­zeige zu erstatten. Beim Verlassen der Polizei­direktion richtete Hauptmann Paolicu plötzlich einen Revolver gegen sich und schoß sich eine Kugel in hie Schläfe. Er wurde sterbend in ein

men angenommen, die an Chauvinismus nicht zu überbieten find. Die Bestialität, mit der deutsche Frauen und Mädchen mißhandelt wurden, zeigt die ganze moralische Minderwertigkeit der Polen. Daß sie darüber hinaus instinktlos genug sind, um Aus« länber zu mißhandeln, beweisen die jünasten Ereig­nisse. Diese Uebergriffe schlagen jedem Anstand und jeder nationalen Gepflogenheit, nach der Auslän­der, so lange sie nicht ausgewiesen sind, Gastrecht genießen, ins Gesicht. In den letzten 14 Tagen sind über 100 Mitglieder d e r Auslandsor­ganisation der NSDAP, verhaft etund schikaniert worden. Allein 11 politische Leiter der AO., darunter ein Kreisleiter und acht Ortsgruppenleiter, wurden ins Innere des Landes verschleppt, niemand weiß, wo sich heute befinden. Die polnischen Behörden gaben nicht einmal den Angehörigen Auskunft über deren Verbleib. Von fünf Ortsgruppenleitern vermutet man, daß sie in Warschauer Gefängnissen sind, von allen anderen f e h l t j e d e Spur, so daß die An- gehörigen auf alles gefaßt sein müssen. In Katto- witz hat eine Polizeistreife am späten Nachmittag des 17. August einen Angehörigen des deutschen Konsulats vor dem Konsulatsgebäute festgenommen und ebenfalls ins Landesinnere verschleppt, auch von ihm fehlt jede Nachricht.

Ungeahnte Folgen der Setze.

Lebensmittelhamster und Kleingeldmangel

Hindenburg, 18.August. (DNB.) Die pol­nische Kriegshetze und das brutale Vorgehen gegen alles Deutsche in Ostoberschlesien haben auch Fol­gen, die sich der Wojewode Grazynski und die on- oeren polnischen Hetzer nicht dachten. So hat sich der polnischen Bevölkerung eine regelrechte Panikstimmung bemächtigt. Sie hamstert Lebensrnittel, um im Kriegsfälle" eingedeckt zu fein. Die Auswirkungen sind ein ständiges Steigen der Preise und die Verknappung einer Reihe von Artikeln des täglichen Bedarfs. Bemerkenswert ist auch, daß Regierungsbeamte und andere führende Polen in Ostoberfchlefien in aller Eile ihre Familien ins Innere des Landes schaffen, ihre Wohnungen räumen sowie Möbel und alles Wertvolle, wie z. B. Silber usw., sicherzustellen suchen.

Das Wirtschaftsleben in Ostoberschlesien wird weiterhin auf das Empfindlichste von dem allge­meinen Hartgeldmangel beeinträchtigt. Es ist fortan nicht möglich, mit Banknoten zu zahlen, da niemand in der Lage ist, auf einen 20-Zloty- Schein das nötige Kleingeld herauszugeben. Die Polonia" nennt das Kleingeldhamsterneine ge­fährliche Kriegserscheinung". Obwohl sich die pol­nische Presse, die jeglichen Beweis dafür schuldig geblieben ist, krampfhaft bemühte,bezahlte Hitler- agenten" für den Kleingeldmangel verantwortlich zu machen, häufen sich jetzt die amtlichen Meldungen über ständige Verhaftungen von Juden wegen dieses Vergehens. Allein in Ostoberschlesien und im Olsagebiet wurden bisher etwa 200 tuben in diesem Zusammenhang festgenommen.

forderungen dürfte es kaum ins Gewicht fallen, wenn von englischer Seite betont wird, in den Ver­handlungen über die Zusammenarbeit mit den Ja­panern zur Aufrechterhaltung der Ordnung in der englischen Niederlassung in Tientsin seien beträcht­liche Fortschritte erzielt worden.

Im Anschluß an die Unterredung zwischen deck Vertreter Japans und dem britischen Botschafter fand eine längere Beratung des japani­schen Außenamtes statt, an der Außen­minister Arita, Vizeaußenminister Sawada, Ge­sandter Kato und auch Vertreter der Armee teil- nahmen. Daraufhin erklärte Kato dem britischen Botschafter Craigie, daß die Haltung Londons die japanische Regierung schwer enttäuscht habe. Japan könne, wie es schon wiederholt betont habe, keine getrennte Behändlung der Wäh­rungsfragen und der Frage der öffentlichen Sicher­heit zulafsen. Es stehe England frei, sich mit dritten Staaten über die Währungsangelegenheiten zu ver­ständigen, aber es müsse mit Nachdruck darauf hin­gewiesen werden, daß England genügend Zeit ge­habt habe, um eine Entscheidung über das Verbot der chinesischen Währung zu treffen. Abschließend forderte Gesandter Kato die sofortige Wie­deraufnahme der Besprechungen, da sonst mit einem Abbruch der Verhandlungen ge­rechnet werden müsse.

Krankenhaus gebracht. Die bulgarische Polizei hat umfangreiche Nachforschungen eingeleitet. Bis­her sind jedoch alle Bemühungen erfolglos geblie­ben. Am Freitagnachmittag traf aus Bukarest einer der besten rumänischen Kriminalisten ein, um sich an den Nachforschungen zu beteiligen. Bereits am 11. Mai sind drei Koffer verschwunden, die ein Mitglied der rumänischen Gesandschaft auf dem Bahnhof in Sofia aufgegeben hatte. Die Kof­fer waren von Unbekannten aus ge!oft worden, von denen bisher jede Spur fehlt. Die ZeitungMir" meint, es könne sich bei dem Doku- mentendiebftahl auch um eine internationale In­trige handeln. Es fei daher Pflicht der Polizei, alles aufzubieten, um den Fall zu klären.

Oer italienische Kronprinz berichtet über seine libysche Inspektionsreise.

Rom, 18. August. (Europapreß.) Mussolini hat am Freitag den italienischen Kronprinzen zur Berichterstattung über dessen Inspektionsreise bei verschiedenen Divisionen des Mutterlandes und in Libyen empfangen. Der Kronprinz machte dem Duce Mitteilung über die bei dieser Inspektion bei den Grenzbefestigungen in Libyen unverhoffte Probemobilisation. Mussolini empfing fer­ner den General Bergia, der stellvertretender Generalftabschef der territorialen Luft­abwehr ist. Bergia berichtete dem Duce über die

Kritisches Stadium

in den englisch-japanischenVerhandlungen