Nr. 193 Erstes Man
Samstag, 19./$onntag,2O. August 1939
189. Jahrgang
Gietzener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
Driitft und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange in Gießen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Lchulftratze 7
Erschetttt tüglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblatter Heimat im Bild • Die Scholle Monatr-Vezngspreir:
Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr . , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt
Zernfprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach. richten: Anzeiger Gießen
Postscheckkonto: granffurt am Main 11688
Annahme von Lnzetge« für die Mittagsnummer vis8'/,Uhr des Vormittags
Grundpreise für 1 mm höhe
für Anzeigen oon 22 mm Breite 7 Rpf., für Te^l« anzeigen von70 mm Breite 5ORpf.,Platzvorschr<fi nach vorh.Dereinbg.25°/<, mehr.
Lrmähigte Grundpreise:
Stellen-, Vereins«, gemein« nützige Anzeigen sowie ein« jpaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzei« gen, Bäder«, Unterrichts« u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B
Lande, hätte nichts anderes getan, als
was
Flug nach Danzig.
Don unserem LUD.-Sonderberichterstotter.
wir in den letzten acht Wochen getan haben. Wir haben dafür gesorgt, daß Danzig und seine Bevölkerung nicht mehr wehrlos sind: Wir haben die -heimwehr gegründet. 3n solchen Zeiten wie augenblicklich sind nicht tote Buchstaben aus irgendeinem Beitrag oder einer Verfassung maßgebend, sondern der Selbsterhaltungstrieb von 400000 Menschen.
Auf Euch genau so wie auf Eure Kameraden in der Landespolizei setzt die Bevölkerung von Danzig alle Hoffnungen Ihr seid dazu berufen, die schöne alte deutsche Stadt und ihre Menschen im Falle eines polnischen Uebergriffes zu verteidigen. Die Bevölkerung oon Danzig baut auf den Mut und die Tapferkeit ihrer Söhne. Die Fahne, die ich Euch heute übergebe, trägt Symbole, die Euch heilig und teuer sind. Neben dem Hakenkreuz, dem alten germanischen Sonnenrad, die Runenzei- ch e n d e r ff und das Danziger Wappen. Der Toten köpf mag Euch noch eine besondere Mahnung zur Unerschrockenheit und Tapferkeit sein. Sorgen wir dafür, daß auch in der Zukunft immer diese Fahne zum Siege voranflattert. Immer werden wir dann, ganz gleich, was kommen mag, am Ende die Sieger sein.
ff-Obersturmbannführer Goetz, der Kommandeur der Danziger heimwehr, erklärte dann: Die ff-heimwehr Danzig will sich einsetzen für alles, was ihr heilig ist, für deutsches Blut und deutsche Heimat. Wir können ehrlich und voll Stolz sagen: Wir sind einsatzfähig, und es würde dem schlecht bekommen, der es wagen sollte, mit uns anzubinden! Die Fahne trägt die Symbole, für die die ff-heimwehr sich einsetzen wird, Mann für Mann bis zur Hingabe des Lebens ge-
fchlag im Hafen zurück. Polen baute in unmittelbarer Nachbarschaft von Danzig einen zweiten Hafen. Die deutsche Stadt an der Weichselmündung sollte abgewürgt, sollte totgemacht werden. 1938 betrug der gesamte Warenverkehr in Danzig 7,12 Millionen Tonnen, in Gdingen 9,17 Millionen Tonnen. Danzig war weithin am gesamten seewärtigen Warenverkehr beider Häfen mit 43,7 v. h. Gdingen dagegen mit 56,3 v. h. beteiligt. Die mengenmäßige und die wertmäßige Beteiligung einerseits Danzigs, andererseits Gdingens am polnischen Außenhandel betrug während des Jahres 1938: Mengenmäßig: Danzig 5,98 Millionen Tonnen — 31,6 v. h., Gdingen 8,714 Millionen Tonnen — 46,1 v. h.; wertmäßig: Danzig 375Millionen Zloty = 15,1 v. h., Gdingen 1183 Millionen Zloty = 47,6 v. h. Der Durchschnittswert der umgefchla- genen Waren betrug im Jahre 1938 pro Tonne in Danzig 62,8 Zloty, in Gdingen 135,8 Zloty. Das war die Einhaltung des Berprechens von Versailles.
Danzig hat sich daher i n d u st r i a 1 i s i e r t. Es versuchte, die Verluste im Hafen auszugleichen. Danzig befindet sich in einer Zollunion mit Polen. Aber mit scheelen Augen blicken die Polen auf die wirtschaftlichen Leistungen 8er Danziger. Sie behindern den Import Danziger Waren nach Polen, wo sie nur können. Und das tun sie, obwohl sie ständig davon faseln, daß Danzig auch ihr wirtschaftlicher Lebensraum sei. Danzig hat ttotz aller Einschränkungen, trotz aller Schwierigkeiten seinen Hafen von Jahr zu Jahr modernisiert. Es hat große Anstrengungen auf diesem Gebiet gemacht, aber auch das alles verhindert nicht das ständige Sinken des Umschlaganteils seines Hafens.
Aund um St. Warfen.
Danzig, August 1939.
Ein eiliges Telephongespräch — und 10 Stunden später sitze ich in einem Flugzeug, das mich nach Danzig bringen soll. Mit Windeseile verschwinden Berlin und seine Vorstädte. Unter uns liegt das Land wie ein Mofaikbild in bunter Pracht. Es wird geerntet. Winzig klein erscheinen aus einer höhe von über 2000 Meter die Menschen und die Wagen und die Getreidestaken, die in die Scheunen gebracht werden sollen. Wir überfliegen die herrliche Pommersche Seenplatte. Zwischen Hügeln und Wäldern eingebettet liegen die Seen ■im Hellen Grün und dunklen Blau wie leuchtende große Augen, lieber Straßen imb Bahnen, über Städte und schmucke Dörfer fliegen wir dahin. Eingestreut in die Landschaft liegen die neuen Siedlungen, Zeugnisse einer zielbewußten, geordneten wirtschaftlichen Aufbauarbeit. Zwischen zwei großen, hölzernen Türmen, überfliegen wir die deutsch- polnische Grenze, die heute dieselbe Land- Ichaft, dasselbe deutsche Land, in zwei Teile trennt. Auch hier sehen mir unten neue Siedlungen, die selbst in Polen berüchtigten „Poniatowken . Auch sie sind Zeugnisse, Zeugnisse der nicht minder berühmten polnischen Wirtschaft. In wenigen Minuten ist der Korridor überquert. Wir überfliegen die Kohlenbahn, die die Polen mit französischem Kapital, unter Umgehung von Danzig, von Schlesien nach Gdingen gebaut haben, wir überfliegen eine bewaldete höhenkette, und unter uns liegt nun in greifbarer Nähe das Gebiet der Freien Stadt Danzig am Strande der Ostsee. Zur Rechten grüßt uns der Turm von St. Marien, das steinerne großartige Wahrzeichen dieser deutschen Stadt. Vor uns, durch die Bucht von Danzig getrennt, liegt als schmaler Streifen am Horizont in e I a, heute polnisch, unter uns Langfuhr, der Flughafen von Danzig, dann Oliva, Zoppot, bekannt in aller Welt, dann Adlershorst, heute auch polnisch, und im grauen Dunst der neu erbaute polnische Hafen Gdingen.
Schnell sind die Formalitäten der Paß- und Zollbehörden erledigt. Eiligen Schritts und gespannt fcegebe ich mich in die Stadt. Auf der Hauptstraße □)on Langfuhr treffe ich einen Zug Uniformierter. .Was sind das für Leute? Wohl Militär, was?" fragte ich meinen Nachbarn, der neben mir stehend gleich vielen anderen mit Genugtuung der vorbeiziehenden Truppe zusah. „Das ist unsere Polizei", antwortete er, und dann fuhr er weiter fort: „Sie wissen doch, was die Polen wollen, oder nicht? Sie wollen Danzig und Ostpreußen und Schlesien und Pommern. Bei Berlin wollen sie die Deutschen zusammenhauen. Wir aber hier in Danzig, wir wollen heim ins Reich. Da sollen mal jetzt die Polen zu uns kommen und ihre wilden Phantasien wahr machen wollen, wir werden sie bestimmt entsprechend begrüßen."
In den Straßen von Danzig herrscht das eigenartige, geschäftige Treiben einer Hafenstadt. Ms ob die ganze Welt nicht von Danzig sprechen würde, als ob nichts geschehen wäre, so sehen die Menschen aus. Panik glaubte ich in ihren Gesichtem zu lesen, wenn ich an die Meldungen und Berichte der ausländischen Presse dachte. Aber nichts von alledem war zu bemerken. Ruhe und Entschlossenheit standen in ihren Gesichtern geschrieben, und es kam mir fast wie eine Enttäuschung vor, wie eine angenehme Enttäuschung.
Wenn man durch Danzig wandert, dann wird einem immer mehr bewußt, daß man hier eines 'der schönsten deutschen Städtebilder Ibemunbern darf. Auf einem verhältnismäßig engen 'Raum mußte die alte Hansestadt zusammengedrängt iwerden. Starke Befestigungen schützten sie vor den !Angriffen der Feinde, und erst bei der weiteren ^Entwicklung der Stadt wurden die Mauern und Wälle und Gräben überschritten: Danzig wurde seine moderne Großstadt. Wie ein prunkvoller Eingang zur alten Stadt erhebt sich d a s h o h e T o r. In eigenartiger Trennung lieft man an ihm den llateinifchen Sinnspruch.
„Justitia et pietas sunt regno- rum omnia fundamental
Das heißt: Zum Regieren gehört ein gerechter und ehrfurchtsvoller Sinn. Man sieht, daß die Danziger sowohl die Grundsätze der Blüte ihrer Stadt gekannt haben wie auch den guten Trunk zu cchätzen wußten. Denn der Danziger Volksmund behauptet, daß der Steinmetz mit voller Absicht kn Spruch in dieser Trennung eingemeißelt habe, 'j:m den Fremden schon beim Betreten der Stadt uif die hier seiner harrenden Genüsse aufmerksam ;m machen. Und schließlich nicht zuletzt verdankt ja cuch Dan,zig seine Berühmtheit den köstlichen gebrannten Wassern, dem Danziger Goldwasser und hem nicht minder berühmten Machandel.
Die L a n g g a s s e ist die Hauptstraße der Stadt, taute wie vor Jahrhunderten. Die alten Patrizier- Inufer mit ihren hohen Giebeln, schmal und eng «meinandergedrängt, und zum Abschluß das hohe mchtsftädtische Rathaus verleihen ihr eine einzig- artige architektonische Wirkung, hier trifft sich ganz Ranzig. Am frühen Morgen die Volksgenossen, die ;jr Arbeit eilen, die Geschäftsleute, dann die Hausstauen, die Einkäufe machen, die Kinder, die aus i»r Schule kommen, die Fremden, die Danzig einen besuch abstatten, und abends bummelt hier nach eiter Tradition die Danziger Jugend, und die El - i rn besichtigen die Auslagen der großen Geschäfte, hinter dem Rathaus erweitert sich die Langgasse <um Langen Markt, heute wie vor Jahren die tra-
dittonelle Dersammlungsstätte der Bürger der alten Hansestadt. Der Artushof, die Börse' zeugen von dem Glänz und der Pracht und der einzigartigen Tradition der alten deutschen Stadt. All die Gassen Danzigs, die die seltsamsten Namen tragen, Plappergasse, Petersiliengasse, Lavendelgasse, atmen Behaglichkeit und Ruhe.
Wuchtig erhebt sich vor mir der Turm von St. M a r i e n, dem großartigsten Denkmal der Backsteingotik im deutschen Osten. Von der 82 Meter hohen Plattform auf dem Turm übersieht man fast den gesamten Freistaat. Im Süden erkennt man die Türme oon D i r s ch a u, heute in polnischer Hand. Man hat ein Ahnen von der gewaltigen Marienburg. Im Osten sieht man die Mündung der Weichsel, im Norden die See und hela, im Westen gleitet der Blick über Neufahrwasser und Langfuhr, Oliva und Zoppot, über die Grenze nach Adlershorst, nach Gdingen.
Durch das K r a n t o r kommt man zum alten Hafen an der Motttau. In einem Dampfer fahre ich durch den Hafen. Er ist das Herz dieser Stadt. Als 1920 die „Freie Stadt" geschaffen wurde, entgegen dem Willen ihrer Bevölkerung, da überschüttete man die Danziger mit Argumenten wirtschaftlicher Natur. Ein nie dagewesener Wohlstand sollte in Danzig einttehen, der Umsatz im Hafen sollte Ausmaße annehmen, die an Hamburg heranreichten. Don den Versprechen ist nicht viel übriggeblieben. Von Jahr zu Jahr ging der Um-
Danzig, 18.August. (DNB.) Unter begeisterter Anteilnahme der Bevölkerung trat zum ersten Male Danzigs ^-heimweyr an, die jetzt, zum Schutze der Freien Stadt gegen die ständigen polnischen Kriegsdrohungen gebildet wurde. Bei ihrem Aufmarsch auf dem Maifeld übergab Gauleiter Forster der Gruppe die Fahne, die künftig dem jungen Aufgebot der Danziger Freiwilligen ooran- aetraqen werden wird. Der Gauleiter führte dabei aus: Nachdem die deutschen T r u p p e n 'm Januar und Februar 1920 die deutsche Stadt Danzig unter den Tränen der zum Abschied herbeigeströmten Bevölkerung v e r i a f s e n mußten, wurde die Stadt unter den „Schutz der Genfer Ljaa gestellt, die wiederum Polen zur beson- deren Schutzmacht" berief. Nun hat sich aber besonders in den letzten Monaten die politische Lage so entwickelt, daß Danzig von dem Staat der es laut Beschluß beschützen soll, ft a ndig bedroht wird und damit rechnen muß, eines Taaes von Polen über fallen zu werden. Aus dem polnischen Staat der von der Genfer Liga dazu ausersehen war, Verteidiger Danzigs zu sein, ist plötzlich der allem mögliche Angreifer geworden.
Noch vor acht Wochen wäre Danzig und feine Bevölkerung einem polnischen Ueberfa 11 ausgeliefert gewesen. Wir hatten damals keine Möglichkeiten, einen polnischen Angriff abzuwehren und Danzig zu schützen. Die Genfer Liga aber wäre zu einem nennenswerten Schuh weder willens noch fähig gewefen. Es blieb uns daher in dieser bedrohten Lage gar nichts anderes übrig, als daß wir uns nach Hilfe umfahen. Jede verantwortungsbe- wußte Staatsführung, ganz gleich, in welchem
lieber den Dächern von Danzig erhebt sich der großartige Turm der gotischen Marienkirche, die im 14. Jahrhundert als Basilika gebaut und später zur Hallenkirche vergrößert wurde. Als ein Zeichen trutziger Wehrhaftigkeit ragt der 76 Meter hohe Westturm in den Himmel hinein und beherrscht das gesamte Stadtbild. — (Scherl-Bilderdienst-M.)
Lieber sterben als polnisch werden!
Danzigs tt-Heimwehr erhält ihre Jahne.
"'#■■■ ...
Recht gegen Terror.
In den Betrachtungen der ausländischen Presie zur politischen Lage taucht immer wieder das Schlagwort vorn „Nervenkrieg" auf und wird mit Vorliebe in allen nur denkbaren Tonarten variiert, nicht ohne die fördernde Regie der demokratischen Regierungen Englands und Frankreichs, die in der wachsenden Nervosität ihrer Völker das beste Stimulans zur Ueberbrüdung innerpolitischer Gegensätze und Erzielung nationaler Opferwilligkeit und Einsatzbereitschaft sehen. Aber zu einem guten Teil entspringt diese keineswegs ungefährliche Panikmache, die mit einer klaren Erkenntnis und nüchternen Beurteilung des Ernstes der Lage, wie man in Deutschland die jüngste europäische Krisis betrachtet, nicht das geringste mehr zu tun hat, der absoluten Unsicherheit über die nächsten Absichten der deutschen Staatsführung. Man hatte sich in den westlichen Demokratien von dem Besuch des italienischen Außenministers Graf Ciano in Salzburg und seinen Besprechungen mit dem Führer und Reichsaußenminister von Ribbentrop irgendwelche Anhaltspunkte für neue Kombinationen versprochen. Aber das erwartete Kommunique nach Art demokratischer Ministerkonferenzen ist ausgeblieben, auch irgendwelche zuverlässigen Informationen waren nicht zu erhalten. Man tappt also in Paris und London weiter im Dunkeln und greift nun in seiner Verzweiflung nach echt demokratischer Methode zu dem oft erprobten Rezept, durch Ausstreuung von Gerüchten, deren Unglaubwürdigkeit für jeden Einsichtigen auf der Hand liegen, täglich einen neuen Versuchsballon loszulassen in der stillen Hoffnung, daß Deutschland doch irgendwo einmal herausgucken möchte. Aber man vergißt dabei trotz aller Lehren, die frühere Krisen den demokratischen Geschäftsmachern erteilt haben, immer wieder, daß solche Methoden gegenüber der ebenso zielbewußten wie selbstsicheren Außenpolitik einer nationalsozialistischen deutschen Staatsführung wirkungslos bleiben müssen.
In diese Kategorie der Versuchsballons gehört auch das Gerede von der Viermächtekonferenz. Es wurde von englischen Blättern in die Welt gesetzt, um zu sondieren, ob sich vielleicht nicht auf diese Weise für England ein Ausweg aus der Sackgasse eröffnen könnte, in die die englische Politik mit ihrer Garantie für Polen geraten ist. Diese Sondierung stößt in Deutschland selbstverständlich auf eisige Ablehnung, denn Deutschland hat nach den in zwanzig Jahren mit solchen Konferenzen gemachten trüben Erfahrungen keine Lust, das gute Recht einer nach Geschichte, Kultur, Bevölkerung und geographischem Zusammenhang so unzweifelhaft rein deutschen Stadt wie Danzig auf Wieder- Vereinigung mit dem Reich und seinen politisch wie wirtschaftlich ebenso wohlbegründeten Anspruch auf Revision des unmöglichen und für ein ehrlichen» des Volk wie das deutsche untragbaren Korridor- Gebildes zum Gegenstand eines Kuhhandels zu
maß ihrem Schwur: Lieber sterben als polnisch werden!
In musterhafter Ordnung marschierte sodann die JL-heimwehr Danzigs am Gauleiter Forster vorbei. Die breite hindenburgallee war auf beiden Seiten dicht besetzt mit der begeisterten Danziger Bevölkerung, die ihre heimwehr mit Jubel überschüttete.
Die neue Weichselbrücke.
Auf Danziger Staatsgebiet ist eine neue Weichselbrücke erbaut und eröffnet worden. Die Gründe, die zur Erstellung dieses Verkehrswerkes geführt haben, sind in mehr als einer Hinsicht interessant. Bekanntlich hat es sich das alte Preußen der Vorkriegszeit angelegen sein lassen, in seinen Gebieten ein vorbildliches Wegenetz anzulegen. So führte damals auch eine durchgehende Straße von Danzig über Dirfchau und Marienburg nach' Königsberg. Den Friedensmachern von Versailles blieb es vorbehalten, unter dem Druck des polnischen Chauvinismus diesen natürlichen Verkehrsweg zu zerreißen. Wer in der Nachkriegszeit von Danzig nach Königsberg auf dem Landwege reifen wollte, mußte nicht weniger als vier Mal die Grenze überqueren. Der Versailler Grenzziehung fiel unter anderem auch die Brücke über d i e Weich-' sei bei Dirschau zum Opfer, wodurch selbst das Danziger Staatsgebiet in zwei Teile geteilt wurde, deren ungehinderte Verbindung über die Weichsel nur mit Hilfe von Fähren möglich war. Diese Fähren hatten auch den direkten Wirtschaftsverkehr zwischen Danzig und Ostpreußen zu bewältigen, was umso schwieriger wurde, sobald nach der Machergreifung ein außerordentlicher starker Aufschwung des Wirtschaftslebens und damit auch des Gütertransvortes zwischen Danzig und Ostpreußen eintrat. Diese unhaltbaren Verhältnisse an der Weichsel — man mußte oft stundenlang auf die Fähre warten, die bei Hochwasser überhaupt nicht verkehrte, machten eine schnelle und gründliche Lösung des Verkehrsproblems notwendig. Nachdem am 20. Juni d. I. der entsprechende Beschluß in Danzig gefaßt war, wurde die jetzt in Betrieb genommene große Schwimmbrücke in nur acht Wochen fertiggestellt Wir empfinden die neue Weichselbrücke so als ein doppeltes Sinnbild. Wir sehen in ihr den einstigen Zerstörungswillen der interaüieerten Zufallssieger des Weltkrieges ebenso verkörpert wie die aufbauende Kraft des nationalsozialistischen Geistes, die der Danziger Techniker mit allen seinen Helfern bei diesem seinem Bauwerk bewiesen hat.


