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Der moderne Mnskamps und die SA.
Von SA.-Obergruppenführer Beckerle.
Bei den Olympischen Spielen in Berlin konnte Lnan feststellen, daß der moderne Fünfkampf bei den anwesenden SA.-Angehörigen größte Beachtung fand. Dieselbe Beobachtung konnte man bei den SA.-Reichswettkampfen und den NS.-Kampfspielen der letzten Jahre machen.
Die Begründung hierfür liegt nicht etwa in der Einstellung, die jedem Mehrkampf gegenüber am Platze erscheint und die in seinem körper- und charakterbildenden Wert begründet liegt. Richt etwa in dem Gefühl, das den König von Schweden bei der Fünften Olympiade 1912 in Stockholm zu dem Sieger im Zehnkampf, dem Indianer Thorpe, sagen ließ: „Sie sind der wunderbarste Athlet der Welt!" Richt etwa in dem Empfinden, wie es solche gewaltige und begeisternde Leistungen auslösen.
Es ist vielmehr die Erkenntnis, die ihren Niederschlag fand, daß wir hier einen Wettbewerb vor uns haben, der wie kaum ein zweiter rein wehrsportlichen Charakter trägt. Diese Erkenntnis wird auch durch die Geschichte des modernen Fünfkampfes bestätigt. Ganz klar kommt der wehrsportliche Charakter zum Ausdruck, wenn man das „Pentathlon" in das Auge faßt, das zur Begründung dos modernen Fünfkampfes Veranlassung gab. Es stand im Mittelpunkt der Olympischen Spiele und bestand aus Weitsprung mit Anlauf, Wettlauf über eine Stadionlänge, Diskuswerfen und Ringen. Aristoteles bezeichnet die Fünfkämpfer als „die schönsten Leute, da ihr Körper zur Kraftleistung und zur Schnelligkeit in gleicher Weise befähigt ist."
Mit Recht sahen die Hellenen im Pentathlon den für die Wehrertüchtigung wertvollsten Wettbewerb ihrer Olympischen Spiele, in dem die Wehrhaftigkeit besonders zu erproben war. — Es war bezeichnend, daß es hauptsächlich Spartaner waren, Angehörige dieses wehrstarken, gestählten, kriegstüchtigen Stammes, die den Sieg im Fünfkampf er- ranaen. An Stelle der Waffen der Soldaten der alten Zeit find die Waffen des Soldaten der Neuzeit getreten, an Stelle der für den griechischen Soldaten zur Slählung und zur Erhaltung seiner Wchr- tüchtigkeit dementsprechend wichtigen Hebungen die dem Soldaten unserer Zeit gemäßen. Diese Erkenntnis hat sich immer mehr durchzusetzen begonnen. Man liest immer mehr von Bezeichnungen als militärischer Fünfkampf, als dem Fünfkampf der Soldaten, man findet Vergleiche mit den Wettkämpfen der Ritter des Mittelalters. Der wehrsportliche Charakter des modernen Fünfkampfes zeigt sich in seiner Entwicklung seit der Einführung bei der Olympiade in Stockholm 1912 aber auch darin, daß die Sieger seither stets Offiziere waren und daß man unter den Teilnehmern neben einer Heben zahl von Soldaten nur ganz vereinzelt Zivilisten finden konnte.
Ein Rückblick auf die Geschichte und die Entwicklung des modernen Fünfkampfes unterstreicht die Erkenntnis von seiner wehrsportlichen Eigenart. Sehen wir uns doch nun die Wettbewerbe einmal im einzelnen an.
Der moderne Fünfkampf besteht aus:
1. Reiten (einem Geländeritt von 5000 Meter in wechselndem Gelände mit Hindernissen).
2. Fechten (Stoßdegen).
3. Schießen (20 Schuß in 4 Serien zu je fünf Schuß, mit Pistole oder Revolver, auf Mannscheibe in 25 Meter Entfernung).
4 Schwimmen (300 Meter Freistil).
5. Laufen (4000 Meter Geländelauf).
Bei dem Reiten fällt uns besonders die Bestimmung auf, daß die Pferde vom Träger der Orga- nisation gestellt und dann von den Teilnehmern ausgelost werden, die sie vor dem Wettkampf nicht reiten dürfen. Gegen diese Bestimmung ist immer wieder Sturm gelaufen worden, weil dadurch „alles zu einem Spiel des Glückes gemacht werde", da der beste Reiter sich mit einem schlechten Pferd sich nicht durchsetzen könne und das Los allein den Ausgang des Wettkampfes entscheiden müßte. Wir SA- Ängehörigen haben gar keine Veranlassung, für oder gegen solche Begründungen Stellung zu nehmen. Wir bejahen die Bestimmung der Auslosung an sich schon deswegen, weil auch darin ein wehrsportlicher Gedanke verankert ist. Man muß auf jedem Pferd reiten können, wenn es darauf ankommt, und bei dem Einsatz, als dessen Spiegelbild wir ja den modernen Fünfkampf ansehen, kommt es eben darauf an, daß man auch auf irgendeinem fremden Pferde reiten kann.
Unb aus demselben Grunde bejahen wir es auch, daß im Gegensatz zu dem sonst bei Fechtkämpfen üblichen nur ein Treffer entscheidet. Denn auch hier kommt es darauf an, eben diesen einen ersten Treffer zu setzen, der den Gegner unschädlich mad)t und außer Gefecht setzt. Während wir aber über das Pistolenschießen, das Laufen und das Schwimmen als Wettbewerbe des modernen Fünfkampfes nichts zu sagen haben, beschäftigen uns auch Erwägungen, die das Reiten und das Fechten angehen, Erwägungen, die teilweise schon von anderer Seite oft an- gestellt wurden.
In der Klasse B des modernen Fünfkampfes hat man feit 1937 bei der Wehrmacht, bei den SA - Reichswettkämpfen und bei den NS.-Kampfspielen das Kraftradgeländefahren an Stelle des Reitens durchgeführt, um auch den nicht berittenen Soldaten unb den Nicht-Reitern die Möglichkeit zu geben, an diesem Wettbewerb teilzunehmen. Unb wir fin- ben auch sonst die verschiedensten Versuche in Ordnung, den wehrsportlichen Fünfkampf den Bedürfnissen anzugleichen, die die Einsatzgesichtspunkte auferlegen. Die SA. hat einen Fünfkampf für SA.- Führer eingeführt, bei dem neben Pistolenschießen und 3000-Meter-Geländelauf Weitsprung, hand- granatenzielwurf unb 100-Meter^Schwimmen gefordert wird.
Alle diese Versuche sind zu bejahen und zeigen nur, daß das Wesen des Pentathlon im nationalsozialistischen Deutschland richtig erfaßt worden ist. Die Wettbewerbe des modernen Fünfkampfes können eben nicht feststehend sein für alle Zeiten, sondern sie müssen sich im Gegenteil von Zeit zu Zeit ändern unb anpassen, um eben den Charakter dieses Wettkampfes zu erhalten. Wie bei allen wehrsportlichen Kämpfen sind die Waffentechnik und die Ausbildungsnotwenbigkeit der Armee maßgeblich.
Zusammenfassend muß festgestellt werden, daß wir SA.-Angehörigen den modernen Fünfkampf als wehrsportlichen Mehrkampf anerkennen müssen. Wie kaum ein zweiter ist er würdig und geeignet, der Wettkampf des SA.-Führers zu werden. Er umfaßt Wettbewerbe, in denen jeder SA.-Führer Meister sein muß, die vor allem von jedem Nachwuchsführer beherrscht werden müssen. Infolge seiner besonders körper- und charakterbildenden Bedeu
tung ist er darüber hinaus für weitere SA.-Ange- hcirige, die die Möglichkeit haben, ihn zu pflegen, erstrebenswert.
Infolge feiner Entstehung, seines Wesens und seiner Ableitung in unserem Sinne bietet er die Grundlage, für Sonde re in heilen, wie z. B. die Marine-SA., umgebaut zu werden und gegebenenfalls den Anschauungen einer vielleicht nahen Zukunft gemäß entwickelt zu werden.
Im Rahmen des Wehrsportes der SA. wird er eine sinnvolle Entwicklung erleben können. Es wird auch zu prüfen sein, ob nicht sofort eine Durstführung bei den Wettkämpfen der SA. nach den für uns maßgeblichen Altersklassen erforderlich wird. Das dürfte um so wichtiger sein, als ja gerade die Erhaltung der Wehrkraft mit Hilfe des Wehrsportes bis in das höchste Alter hinein den Wert eines solchen Wettbewerbes besonders für das SA.-Führer- korps ausmacht.
Wir wollen uns deshalb aufrichtig freuen, daß der Stabschef bestimmt hat, daß der moderne
Fünfkampf unter die von der SA. betriebenen Lei. besübungen aufgenommen wird. Er hat mich damit beauftragt, die Ausbildung der Fünfkämpfer der SA. zu leiten. In Lehrgängen auf den Sportschulen der Gruppe Hessen in Frankfurt a. M. wird die Grundlage für diese Ausbildung gelegt.
Wir können auf eine sehr günstige Entwicklung innerhalb der SA. hoffen. Wir erstreben fte sehr bald, um uns schon in den nächsten Jahren mit unseren Kameraden von der Wehrmacht, der Polizei und der ff, die auf diesem Gebiete einen großen Vorsprung haben, unter gleichen Voraussetzungen messen zu können.
Wir freuen uns auch deshalb darauf, weil wir glauben, auch der großen Zahl der heldischen unb kämpferischen Männer der SA. in Zukunft auch einen Teil des Nachwuchses stellen zu können, aus bem der von dem General Reichenau geführte deutsche Fünfkämpferaiisschuß diejenigen bestimmt, die die deutschen Farben im Kampf mit anderen Na- Honen vertreten.
Die Kreismeisterschasts-Rölkrunde im Zaustball der Altersklasse I.
Zu der Rückrunde waren am Sonntag auf dem Hof der Zeughaus-Kaserne in Gießen sämtliche vier Mannschaften, die fchon die Vorrunde bestritten hatten, angetreten. Bei gutem Wetter konnten die erforderlichen sechs Spiele reibungslos abgewickelt werden. Da immer nur zwei Mannschaften spielten, hatten die beiden spielfreien Mannschaften Gelegenheit, ihre Gegner auch von außerhalb des Spielfeldes zu beobachten. Wie zu erwarten m,ar, hatten sämtliche Mannschaften die Zwischenzeit benutzt, um ihr Können zu verbessern und auch durch Einstellen neuer Spieler ihre Schlagkraft zu erhöhen.
Im ersten Spiel standen sich Nauborn und Niedergirmes gegenüber. Nauborn war von Anfang an überlegen und konnte in der zweiten Halbzeit' das Spiel' mit größerem Punktvorsprung für sich entscheiden.
Im nächsten Spiel zeigte sich Wetzlar den Gießener Polizisten gegenüber stark im Vorteil, zumal die Polizeimannschaft in der zweiten Halbzeit keinen Widerstand mehr leistete. Dieses Spiel konnte infolgedessen Wetzlar mit der geringsten Fehlerzahl gewinnen.
Wohl das spannendste Spiel war wieder das Zusammentreffen von Nauborn und Wetzlar, in dem sich keine Mannsck)aft der anderen überlegen zeigte. Mit wechselndem Punktvorsprung sah es ausgangs des Spieles so aus, als ob Nauborn gewinnen sollte. Jedoch brachten einige Fehler in der letzten Minute den Ausgleich, so daß das Spiel unentschieden beendet wurde. Das Treffen zwischen Niedergirmes und bei; Polizei konnte die erste Mannschaft, nachdem sie ständig leicht geführt hatte, für sich entscheiden. Im Spiel Nauborn gegen Gießen spielte die Nauborner Mannschaft völlig zerfahren, so daß die Polizei in der Halbzeit mit vier Punkten Vorsprung führte. In der zweiten Halbzeit machte jedoch Nauborn nur noch fünf Fehler und gewann mit drei Punkten Vorsprung. Zum Schluß lieferten sich Niedergirmes und Wetzlar ein sehr verbissenes Spiel, wodurch gerade auf beiden Seiten viele Fehler entstanden. Wetzlar gewann mit einem Punkt.
Die Zpielergebnisse:
Niedergirmes — Nauborn (12:17)
Wetzlar — Gießen (25:11)
Nauborn — Wetzlar (14:15)
Niedergirmes — Gießen (16:12)
24:36
50:18
25:25
34:27
Nauborn — Gießen (14:18) 28:23
Niedergirmes — Wetzlar (19:19) 35:36
Tabellenstand von Vorrunde und Rückrunde:
Wetzlar ..............11 Punkte
Nauborn ........- . - - 9 Punkte
Niedergirmes 4 Punkte
Gießen ...........- . 0 Punkte
Die Mannschaft des Turnvereins Wetzlar hat nunmehr den Kreis bei den Gaufpielen zu vertreten. Es wäre jedoch bei dem geringen Kräfteunterfchied der Nauborner Mannschaft zu wünschen, daß sie als zweiter Vertreter des Kreises an diesen Spielen teilnimmt.
Runhfunfprogramm
Donnerstag, 20. Juli.
5 Hhr: Frühmusik. Es spielt der Gaumusikzug der NSDAP., Gau Ostpreußen. 5.50: Bauer, merk auf! 6: Fantasie in g-moll von Joh. Pachelbel. Morgen, spruch. Nachrichten. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. Es spielt das kleine Dresdner Orchester. 8.10: Gymnastik. 8.25: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 8.40: Froher Klang zur Werkpause. „Ohne Sorgen jeder Morgen." Es spielt die Tanzkapelle des Reichssenders Königsberg. 10: Schulfunk: Volksliedsingen. (Liederblatt 8.) 11.40: Ruf ins Land. 12: Mittagskonzert. Es spielt die Tanzkapelle des Reichssenders München. 13: Nachrichten. 13.15: Leichte Mittags- mufit.14: Nachrichten. 14.10: „Schwarz-Weiß"-Künft- ter. (Jndustrie-Schallplatten.) 14.45: Für unsere Kin- der: Wir erzählen euch Märchen aus dem Spessart. 16: Nachmittagskonzert. Es spielt das Rundfunkorchester Leipzig. 17 bis 17.10: Neues für den Bücherfreund. 18: Aus Arbeit und Beruf: 1. Aktuelle Nachrichten. 2. Die zusätzliche Gefolgschaftsversorgung. 18.30: Ein fröhlicher Feierabend. Solange noch die Sonne scheint ... Hoch Paddellust und Fröhlichkeit. Heitere Hörfolge. 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Der fröhliche Lautsprecher. (Jndustrie-Schallplatten und Eigenaufnahmen.) 20: Nachrichten. 20.15: Mit 500 PS durchs Reich der zehnten Muse. Bunter Abend am ersten Trainingstag zum Großen Preis von Deutschland auf dem Nürburgring. Beliebte Rennfahrer sagen an. 22: Nachrichten. 22.15: Spor/» nachrichten in Kürze. 22.20: Großer Preis von Deutschland. Die besten Rennfahrer der Wett auf dem Nürburgring eingetroffen. 22.30 bis 24: Volks- und Hnterhaltungsmufik.
Biber in Deutschland
Don Professor Dr. Gustav Hinze
75 Seit. m. 9 Textabbildungen u. 62 Abbildung, auf Kunstdrucktofeln nach Naturnrbundcn des deutsch. Bibervaters Amtmann Behr
Herausgegeben von der
Reichsstelle für Naturschutz, Berlin
3n Leinen gebunden RM. 3,00
Wie Wisent und Elch, so gehört auch der Biber zu jenen Tierarten, die einst in Deutschlands (Bauen weit verbreitet waren, aber durch das unnachsichtige Eingreifen des Menschen mehr und mehr der Vernichtung anheimfielen. Es gehört heute zu den wichtig, sten Aufgaben allerIreunde unserer heimischen Tierwelt, dieses seltsame Nagetter.vor dem Aussterben zu schützen und die wenigen in Deutschland noch vorhandenen Biber zu erhalten und zu hegen. Ein hervorragender Kenner gibt hier in trefflichen Schilderungen und herrlichen Natururkunden ein anschauliches Lebensbild vom deutschen Biber.
Hugo Bermühler Verlag
Berlin-Lichterfelde
49800
Heute nacht 1 % Uhr verschied nach kurzer, schwerer Krankheit meine liebe Frau, meine liebe, gute Tochter, Schwiegertochter, Schwägerin und Tante
Frau Marie Clara Staus
geb. Döring
im Alter von 38 Jahren.
In tiefer Trauer:
Ernst Staus
Familie Döring nebst Angehörigen.
Gießen, Bottenhorn, den 18. Juli 1939.
Die Beerdigung findet am Donnerstag, dem 20. Juli, nachmittags 2 Uhr. auf dem Neuen Friedhof statt.
Gießen (Liebigstr. 80), den 19. Juli 1939.
03556
Für die vielen Beweise herzlicher Anteilnahme, die Blumenspenden sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Wißmann bei dem Heimgang unseres lieben Entschlafenen
Herrn Daniel Polster
sagen wir allen unseren tiefgefühlten Dank.
Madeleine Polster und Kinder.
Bekanntmachung.
Vetr.: Ehrenkreuz der Deutschen Mutter.
Anträge auf Verleihung des Ehrenkreuzes der Deutschen Mutter können noch gestellt werden, auch von Müttern unter 60 Jahren.
Das Ehrenkreuz wird verliehen an Mütter, die mindestens vier Kinder lebend geboren haben, falls die Eltern der Kinder deutschblütig und erbtüchtig sind, und die Mutter der Auszeichnung würdig ist.
Antragsvordruck wolle alsbald beim Standesamt (Altes Rathaus, Marktplatz 14) in den Sprechstunden werktags von 8 bis 10 Hhr und 15 bis 16 Uhr - mittwochs und samstags nur vormittags — abgeholt werden^ Meldeschluß: Montag, 31.Jnli 1939. An diesem Tage müssen alle Vordrucke ausgefüllt und von der zu ehrenden Mutter unterschrieben beim Standesamt eingegangen sein, andernfalls Verleihung zum 1. Oktober 1939 (Erntedanktag) nicht mehr vorgeschlagen werden kann.
G ic ß e n, den 5. Juli 1939. 4789 C
Trohe, den 19. Juli 1939.
03554
4982D
Der Oberbürgermeister.
I. V.: Vogt, Beigeordneter.
Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgang unserer lieben Tochter
Irmgard Heuser
sowie für die Kranzspenden, den Schul kameraden und dem Herrn Pfarrer Naumann sagen wir auf diesem Wege unseren innigsten Dank.
Familie Heinrich Heuser.
[ Einspaltige | werden zum ermäßigten
Arbeitsvergebung.
~*c. Erd , Maurer» und Jsolicrungsarbeitcn zum Erweiterungsbau der medizinischen Poliklinik der Universität Gießen sollen im öffentlichen Wettbewerb auf Grund der V.O.B. vergeben werden.
Angebote sind verschlossen, mit entsprechender Aufschrift versehen, bis spätestens Mittwoch, den 26. Juli 1939, vorm. 19 Ubr, auf dem Neubaubüro des Hess. Hochbauamts Gießen in der Klinikstraße 32 (Verwaltungsgebäude) einzureichen, wo die Eröffnung der Angebote im Beisein der erschienenen Bewerber stattfindet. Die Leistungsverzeichnisse kön- nen, solange Vorrat reicht, in der Zeit von 7 bis 13 I und 15 bis 18 Hhr im Neubaubüro .Klinikstraße 32 abgcholt werden. Tort liegen auch die Pläne zur Einsicht offen.
Klpinan?pinpn 6'undprcis von 5 Pt ,ür die j vi°ß°», is.3uii iro.
MvlliaiUvIlM MJiiimetef$sUe veröffentlicht! 1 . tzejj, tzMftUMKM
Bekanntmachung.
Fliegeralarmübung in Gießen.
Am Donnerstag, dem 20. Juli 1939, werden in Gießen zwei Fliegeralarmübungen durchgeführt. Die Bevölkerung der Stadt Gießen wird aufgcfor- dert, die nachstehend aufgeführten Anordnungen, die bereits durch den Reichsluftschutzbund in allen Kursen gelehrt worden sind, genauestens zu beachten.
1. In allen Gebäuden:
Da die Alarmübungcn am Tage durchgeführt werden, erfolgt keine Verdunkelung der Räume. Die luftschutzmäßige Herrichtung der Häuser wird nicht durchgeführt.
Beim Ertönen der Großalarmgeräte (Sirenen) sind alle Fenster zu öffnen. Vorhandene Fensterläden sind zu schließen. Das Schließen der Fensterläden bzw. Rolläden muß aus Hebungsgründen unbedingt erfolgen.
Sämtliche Bewohner, mit Ausnahme von schlafenden Kindern und Kranken, müssen in die Schutzräume. Die Heberwachung dies,- Anordnung ist Aufgabe der Luftschutzwarte, die für hic Durchführung verantwortlich sind.
Die Bewohner bleiben in den Schutzräumen bis zur Entwarnung, die ebenfalls durch Sirenensignal bekanntgegeben wird. Der Aufenthalt in der Wohnung und an den Fenstern ist strengstens verboten und wird in jedem Falle bestraft.
Die Haustüren müssen zu, jedoch nicht verschlossen sein.
2. In den öffentlichen Lokalen und Geschäften:
Beim Ertönen des Alarms dürfen keine Personen die Gebäude verlassen. Der Verkauf ist für die Dauer des Alarms einzustellen. Tie Gebäude sind wie zu 1. herzurichten. Soweit Rolläden an den Schaufenstern vorhanden, sind diese zu schließen. Anwesende Personen (Käufer u. dgl.) sind, soweit Schutzräume vorhanden sind, in diese zu bringen. Es ist Pflicht eines jeden Geschäftsinhabers, zu überprüfen, ob seine Schutzräume für das anwesende Publikum ausreichen.
Bei der Entwarnung ist der Geschäftsbetrieb wieder aufzunehmen und das anwesende Publikum kann auf die Straße entlassen werden.
3. Auf her Straße und öffentlichen Plätzen:
a) Fußgänger:
Beim Alarm müssen sämtliche Personen die Straßen räumen. Soweit öffentliche Schutzräume in der Nähe sind, sind diese aufzusuchen. Alle anderen Personen müssen sich in Toreinfahrten oder Häuser unterstellen. Kinderwagen sind, soweit möglich, untcrztl- stellen.
b) Fuhrwerke:
Die Fahrzeuge sind, wenn möglich, unter Bäumen abzustellen und zwar so, daß der Verkehr auf der Fahrbahn nicht behindert wird. Tiere (Pferde oder Kühe) sind auszuspannen und in Hallen oder unter Bäumen unterzustellen. Sie müssen angebunden werden. Die Fahrer stellen sich an geeigneter Stelle unter. An den Fahrzeugen sind die Bremsen anzuziehen. Lebens- und Futtermittel auf den Fuhrwerken sind gegebenenfalls abzudeckcn.
c) Kraftfahrzeuge:
Sämtliche Kraftfahrzeuge haben beim Ertönen des
Marms-anzuMtev. Md M.jo.(mjaujteüen, daß per
Verkehr nicht gestört wird. Soweit möglich, sind die Fahrzeuge unter Bäume zu stellen. Die Bremsen sind anzuziehen und die Motore abzustellen. Die Fahrer bzw. Insassen begeben sich in die nächsten Schutzräume bzw. Toreinfahrten.
d) Radfahrer:
Die Radfahrer müssen die Fahrräder in Höfen oder Gärten abstellen. Die Radfahrer selbst müssen in die nächsten Schutzräume oder Toreinfahrten gehen.
e) Oeffentliche Verkehrsmittel.
Alle öffentlichen Verkehrsmittel müssen beim Ertönen des Alarms sofort anhalten. Straßenkreuzungen müssen srcigemacht werden. Die Fahrgäste müssen aussteigen und die nächsten Schutzräume oder Häuser aufsuchen. Omnibusse sind so aufzustellen, daß der Verkehr nicht gestört wird. Die Verkehrsmittel sind durch Anziehen der Bremsen und Abstellen der Maschinen zu sichern.
4. Erweiterter Selbstschutz:
In allen erweiterten Selbstschutzbetrieben sind die Maßnahmen wie in den Wohnungen, unter Berücksichtigung der besonderen Anweisungen für den Betrieb, durchzuführen. Entlassung der Belegschaft darf erst bei der Entwarnung erfolgen.
5. Wertluftschutzbetriebe:
Die Werkluftschutzbetriebe haben sich, soweit Maßnahmen nach außen in Betracht kommen, der Hebung anzuschließen. Für die Maßnahmen innerhalb der Betriebe sind die für den Werkluftschutz erlassenen Bestimmungen maßgebend.
Die Gefolgschaft darf während des Alarms nicht aus dem Betrieb entlassen werden.
6. Oeffentliche Luftschutzräume:
Die öffentlichen Luftschutzräume sind durch Hinweisschilder kenntlich gemacht. Den Lustschutzraum- ordnern ist unbedingt Folge zu leisten. Das Rauchen in allen Schutzräumen ist verboten.
7. Dienstfahrzeuge der Wehrmacht, Polizei, Feuerwehr, Aerzte und des Sanitätsdienstes: Diese Fahrzeuge können während des Alarms zur Durchführung ihrer Aufgaben ungehindert passieren, wenn sie als solche zu erkennen sind oder die Fahrer bzw. Insassen die Dienstfahrt glaubhaft nachweisen.
8. Alarm- und Entwarnungssignale:
Der Alarm erfolgt durch die Großalarmgeräte (Luftschutzsirenen).
Alarmsignals 2 Minuten lang dauernd unterbrochener Heultom
Entwarnungssignal: 2 Minuten lang tiefer Dauerton.
9. Personen mit ansteckenden Krankheiten:
Personen mit ansteckenden Krankheiten dürfen nicht in die von anderen Personen besuchten Schutzräume gehen bzw. ausgenommen werden. Sie sind jedoch verpflichtet, sich in anderen geeigneten Räumen unterzustellen.
Den eingesetzten Kräften der Polizei und des Reichsluftschutzbundes ist unbedingt Folge zu leisten. Zuwiderhandlungen werden auf Grund des Luftschutzgesetzes vom 26. 6. 1935 und den dazu erlassenen Ausführungsbestimmungen bestraft.
Gießen, den 17. Juli 1939.
Der Polizeidirektor.
M. d. F. b.: Heinackcr
Hauptmann her^chutzpol^ei.


