Haushalt der Arbeitskräfte
ses nicht erfüllt.
Wirtschaft
uppe
eiten
mit 94,25 (94,05 bzw. 94) und später zum halb- amtlichen Kurs von 94,10 um, August auf 94,20 (93,90) befestigt. Kommunal-Umschuldunu nur knapp gehalten mit 93,55 (93,65). Industrie-Obligationen uneinheitlich, meist aber 0,13 bis 0,25 v. H. abbröckelnd. Von Stadtanleihen 1926er Darmstadt 95,50 (96), sonst behauptet. Liquidationspfandbriefe zogen teilweise 0,13 v. H. an.
Von unnotierten Werten erholten sich Dingler Maschinen um 1 v. H. auf 101 bis 103. Tagesgeld unv. 2,50 v. H.
Gegen die F. R. und den A. I., beide in Gießen, wurde unter Ausschluß der Oeffentlichkeit ver- handelt, und Zwar gegen die R. wegen versuchter Abtreibung, gegen den I. wegen Beihilfe zum Abtreibungsversuch. Die Angeklagten wurden je anstelle einer an sich verwirkten Gefängnisstrafe von einem Monat zu einer Geldstrafe von 100 Mark verurteilt.
Hroße Strafkammer Gießen.
Segen den $. M. in Ober-Mockstadt wurde unter Abschluß der Oeffentlichkeit verhandelt. Der An- gc agte hat in den Jahren 1935 bis 1938 mit Per- sosn unter 14 Jahren unzüchtige Handlungen vor- gr lammen. Er wurde zu einer G e s a m t g e f ä n g- nsstrafe von zehn Monaten, abzüglich füff Monate 23 Tage Untersuchungshaft, verurteilt. 2- Schutz des § 51II StGB, wurde dem Ange- tlflten zugebilligt.
Abendbörse weiter befestigt.
Im Anschluß an den Mittagsverkehr nahm auch die Abendbörse einen weiter befestigten Verlauf, da ich kleine Kundschaftskäufe fortsetzten, deren Auswirkung sich in überwiegend um 0,25 bis 0,50 v. H. anziehenden Kursen zeigte. Das Geschäft war stellenweise etwas belebter. IG.-Farben gewannen 0,75 vorn Hundert auf 143,75, ferner erhöhten sich u. a. Verein. Stahl auf 99,75 (99,25), Buderus auf 92,50 (92,25), Mannesmann auf 103,75 (103,50), Bem- berg auf 128 (127,50), Scheideanstalt auf 205,50 (205,25), Westdeutsche Kaufhof auf 95 (94,50), Gesfürel auf 126 (125,75), Licht und Kraft auf 127,75 (127,50), AG. für Verkehr auf 111,50 (111), Adlerwerke auf 97,50 (97,25) und Hapag auf 42,25 (42). Je 0,50 v. H. niedriger gefragt wurden Daimler mit 118 und Reichsbank mit 180. Am Rentenmarkt gingen Reichsaltbesitz zum erhöhten Schluß- kurs von 131,75, 5 v.H. Gelsenberg mit unv. 99,25, Reichsbahn-VA. mit unv. 121,90 um; 6 v. H. IG.- Farben wurden zu unv. 119,25 gefragt. Steuergut- scheine lagen ruhig und behauptet, Serie II in allen Abschnitten 94,10, Serie I etwa 99,15.
Frankfurter Schlachtviehmarkt.
Frankfurt a. M.. 18.Juli. Auftrieb: Kälber 932 (gegen 745 am 11. Juli), Hämrnel und Schafe 265 (217), Schweine 4231 (2909). Notiert wurden je 50 kg Lebendgewicht in RM.: Kälber a) 63 dis 65 (62 bis 65), b) 56 bis 59 (55 bis 59), c) 42 bis 50 (45 bis 50), d) 30 bis 40 (35 bis 40). Hämrnel bl) 48 bis 50 (48 bis 50), b2) 44 bis 47 (43 bis 47), c) 40 bis 42 (37 bis 42), d) 25 bis 34 (28 bis 32). Schafe a) 40 bis 42 (40 bis 42), b) 34 bis 39 (35 bis 39), c) 18 bis 32 (20 bis 32). Schweine a) 62 (59), bl) 61 (58), b2 60 (57), c) 56 (53), d) 53 (50), Sauen gl) 61 (58). Marktverlauf: Kälber und Schweine zugeteilt, Hämrnel und Schafe mittel.
5*n von ho«, et Über 206)] oße Tage doH i den Teilnch inschaft „N hessische» i Montag mil lagspause, ta ließen uns«! t)on erfennn mgen für br »n sind, ?
hinaus i asichen & h lebendig', olt!" mirbö großes Heimt> sbesondere ki i SudeteM werden.
der neue Pächter davon hörte, wäre er die längste Zeit hier Tankwart gewesen ...
Vallendar schlenderte den Gang herunter.
Mächtig früh heute! wunderte sich Fritz. Na ja, heute kam alles früher. Das sollte wohl so sein.
„Guten Morgen, Huckemann!"
Als Vallendar vor ihm stand, gkoß, kräftig, mit seinem frischen, strahlenden Gesicht, kam es Fritz vor, als würde alles heller, einfacher.
„Fräcklein Sandner kommt wohl gleich?" Vallendar blickte auf den kleinen Zweisitzer.
„Nee, die ist weg. Herr Schmitz fährt sie hin. Ihr Wagen ist kaputt."
Ein Schatten flog über Vallendars Gesicht. „Schade! Was ist denn mit ihrem Wagen? Er lief doch gestern noch."
Huckemann fiel plötzlich etwas ein. Vallendar — das war der richtige Mann! Vallendar — dem konnte man sich anvertrauen! „Ich muß Ihnen etwas erzählen, Herr Vallendar! Denken Sie: Heute nacht waren Spitzbuben bei uns in der Garage! Die ganzen Wagen in C sind beschädigt; beim ,Ftäu- lein' haben sie sogar die Kabel durchgeschmtten. Was sagen Sie dazu? Und ich bin doch verantwortlich! Wenn ich Mühsam das melde — der holt sofort die Polizei. Und stellen Sie sich das vor: heute kommen die Pachtbewerber! Und dann: Polizei in der Garage? Wenn ich das noch bloß vermeiden
Wie'elektrisiert hörte Vallendar zu. „Was: Spitzbuben —?" Er überlegte. „Zornacks Wagen auch?
„Ja, da haben sie den Drücker ab gefeilt; aber sie konnten das Schloß nicht aufbekommen.
„So? und Schmitz ist für Fräulem Sandner em- gesprungen?"
Also, dann schießen Sie mal los, Huckemann!"
Fritz erklärte, zeigte und schimpfte dabei. „Was wird das für Unannehmlichkeiten geben, wenn die anderen Besitzer, kommen!" ... ., ,
Vallendar reckte sich. Das war etwas für chn4 „Wo hat Burds Wagen gestanden? Dort doch
Ässsru-r «*» ä Sä“**? ä
SezWWffengerich« Gießen.
Die Gebrüder E. G. und H. G. in Vadenrod hatten sich gestern unter der Anklage der Urkundenfälschung zu verantworten.
E. G. wurde beschuldigt, am 10. ober 11. November 1938 in Almerod versucht zu haben, eine
^schritt h, "»stich. ''bchr-iWch. UrWge mit Zeigen uni ' Mn Fuß, Okenpflichtig^
a.(gebrochen!" t ...
Der Fluch ließ sich nicht unterdrücken: .Hlmmel- hirrgottsakrament!" Richtig: die Krampe von Box 2]i war ßerausgebrochen! Er knipste das Licht an. 24ar der Wagen gestohlen? Heute wäre alles mög- Ich ... Gott sei Dank, er stand noch da! Hucke- roann riß den Schlag auf. Sein Atem ging freier; ev- schien nichts weiter geschehen zu sein.^„Lassen Nie den Wagen mal anspringen, Herr Schmitz^
Der junge Schriftsteller war völlig sprachlos. „So emas! Da bezahlt man seine teure Pacht, damit nxm sicher ist ... Dann hätte ich auf der Straße purfen können!" Er stieg in den Wagen.
ie.
r, be ?.etlb
b(. >
u
A»i°n > nqen ‘
-it A Eichen9;?1' ’öe auch
0®eit sie?
-ltc tour-
•Ä
meti, »d°s Beispj^ ?? ®.elQn? bzw. m bi
Huckemann war verwirrt. „Der »Garage? Ja, an dem Abend, als das Unglück geschah, stand er dort, setzt steht er hinten im kleinen Stall ... Nun mutz ich «rauf und Mühsam einweihen! Das ist kerne
Augenblicks Huckemann! Wer von den Angestellten könnte verdächtig sein?" .
„Von der Belegschaft? Da lege ich meine Hand für ins Feuer! Für jeden! Don der Belegschaft kommt niemand in Frage!"
Richttg, das meine ich auch. Also ist es em The- ter'__ einer der neuen Mieter." Vallendar machte,
einen Rundgang und schnippte habet mit den Fingern. „Huckemann — die Sache klaren wir auf! Wir beide gemeinsam! Ich fühle es schon m den Flnger- spitzen wie alles zusammenhangt? Horen Sie zu. Heute abend rufen Sie die Belegschaft zusammen.
i erhielt er auf n dem Polizei- her sein Tesch identen, eslaut Etzbach herbei- Studentenschaii ierg aus; am BerhaMungen Polizei hatlel B auf Seiten ?n sogar einen eiert hatte, uitskonzerte, di- 116 unter ihrem Sommerzeit ®
Garten veM Publikum NW außerhalb mer die Zaun- Zartenstraße auf Aelände.herm olooortrage; w (eil des
litfi an und ver Igete Stille fäftigin Seil* en W b-'-ms
ließen. Ibendkonzerte erte wieder * ““phg.
hm-rN.
der pW? - °uix7
-nd- K',f» ehr^ ^'^sse \ lasse (1Oo kjl (*20 E
ul*.
^Unwillkürlich ballten sich die Hände de- Tank. warts zu Fäusten. Das mußte ihm wlherfahren! Gerade jetzt! Um zehn erschien her erste Pachtbewerber — und Polizei, Kriminale in der Garage! In her Garage, in her er, Huckemann her - — ----- Wenn das Hilde erführe !
fahren, Fräulein Sandner! Da müssen neue Kabel ’rein — der Wagen muß repariert werden ..."
„Ich muß doch aber ins Geschäft!" rief sie, nun auch empört. „Ich muß in fünf Minuten dort sein! Ich komme zu spät!" ,
Der Schokoladenvertreter Zornack tauchte auf. Ist Ihnen auch etwas am Wagen zerstört wordey? Mein Drücker ist durchfeilt. Glatt durchfeilt. Ich habe ein'Sicherheitsschloß, das niemand so leicht aufbekommt. Ich muß nämlich meine Ware im Wagen lassen. Aber ich werde die ©aragenleitung verantwortlich machen, wenn etwas fehlt!"
,Lch drehe durch!" stöhnte Huckemann.
Ein neuer Wagen fuhr an C vorbei. Schmitz hielt und stieg aus. Er lächelte schon wieder. „Gott fei Dank: ich bin mit einem blauen Auge davongekommen! Mein Wagen ist in Ordnung. Man hat nur mein Vorlegeschloß beschädigt... Ist hier auch eingebrochen worden?"
,Sieht einer mit dem Krückstock!" schimpfte Zornack. „Aber meine Ware scheint da zu sein. Nee, meinen Wagen haben sie nicht aufbekommen. Patentschloß, meine Herrschaften! Sieht man doch, wo- 3U Ihre^Tür'haben Sie nicht aufbekommen?" Mißtrauisch sah Fritz ihn an. „Aber den Drücker abgefeilt? Merkwürdig! Wozu denn?"
„Darum sollten Sie sich kümmern, Herr Hucke-
Ich muß eine Droschke nehmen .. " Charly sah auf die Uhr. „Lassen Sie meinen Wagen ausbessern, Huckemann!" Ihr kleiner Aerger war verflogen Es war ja so gleichgültig. Was lag an dem Wagen-' Morgen, morgen — im Achtzylinder!
Den Hut in her Hand, kam Schmitz auf sie zu. Darf ich Sie vielleicht mitnehmen, gnädiges Fraulein? Ich muß nämlich zu meinem Verleger, aber ich brauche nicht so pünktlich zu sein. Er lachte ^^Sehr liebenswürdig, Herr Schmitz! Ich nehme
Aus den Gießener Gerichtssälen
^D^Brummen seines Motor- Derfdjlang Hucke- monns empörte Antwort. Zornack entschwand ,m
Sonst zu feinem Menschen ein Wort! Auch nicht zu Mühsam! Mühsam ist ein ängstlicher alter Herr. Sie haben recht: her würde gleich die Polizei rufen. Und dann gäbe es schockweise Unannehmlichkeiten ... Wir, Huckemann und Vallendar — verstehen Sie — wir beide werden uns den Burschen greifen. Ich komme heute abend früh zurück. Werde alles vorbereiten. Ist her Raum hinten frei? Ja? Also wundern Sie sich nicht, wenn gegen Nachmittag em Last- wagen hier Unterkunft sucht. Weisen Sie ihm den Platz an! Tun Sie ganz harmlos! Verlassen Sie sich auf mich! Es geht, hier um mehr als nur darum, einen Spitzbuben zu fangen ... Begriffen, Huckemann?" Sein Temperament war unwiderstehlich.
„Wenn Sie meinen, Herr Vallendar —?" „Ich meine! Wie wär's, wenn Sie morgen Mühsam erzählen könnten: Das und das ist geschehen, aber wir haben den Halunken, und fo und so heitzt er, wir haben ihn festgenommen!?"
Fritz strahlte. „Ja, bas wäre aüerbmgs grotz- ar,h(3ut, abgemacht! Hanbschlag, Huckemann! Ich fahre jetzt los. Komme heute zeitig zurück. Schreiben Sie alles auf, was sich ereignet hat! Aber im übrigen halten Sie ben Munb!" Er brückte bem Tankwart bie Hanb unb holte seinen Achtzylinder.
Na ja! bachte Huckemann unb beschwichtigte feine Bebenken. Es wäre schon am besten so! Mühsam würbe ganz aus bem Häuschen geraten. Unb der Herr Vallendar — der wußte schon, was er wollte. Der würde die Sache schon fingern! Und dabei rieb sich Fritz die Hände, als habe er ben Missetäter dazwischen. „Wirb gemacht!" rief er Vallendar zu, der eben an ihm vorbeifuhr. Die Gedanken Vallendars aber gingen wieder einmal krause Wege. Schmitz —! Wie kam Schmitz ausgerechnet gestern abend in Ruffos Weinstube? Er hatte gelächelt Lag in dem Lächeln nicht ein geheimes Zugeständnis: Sie wissen schon, warum ich hier bin, Herr Vallendar? Also wurde Charly von der Polizei bewacht. Schmitz war Kriminalbeamter — natürlich! Und heute früh hatte er Charly selbst ins Geschäft ge-
«tie Deutsche Arbeitsfront, Abteilung für Berufs- f ■cHung unb Betriebsführung, fetzte am gestrigen 1 )i(istagabenb mit einem weiteren Vortrag bie Wrte Vortragsreihe vor Betriebsführern unb fuh- . arten Mitarbeitern der Wirtschaft fort. Zahlreiche Mörer fanden sich dazu im Hotel Hindenburg em. )el Leiter der Fachabteilung Handel in her DAF., zy Erich Bittner, hieß Redner und Zuhörer erlich willkommen.
2er Redner Hans Budian (Berlin), ein Mtt- itbiter des Statistischen Reichsamts, sprach über )a5 Thema „Haushalt der Arbeitskräfte". Er be ape einleitend, daß die Frage des Haushalts her Irbeitsfräfte in der Wirtschaft nicht eine Frage jarieüe, die ausschließlich gegenwartsbedingt sei. ks handle sich nicht um. ein Problem allein der eksn Jahre, sondern um ein Problem, das schon ieil bem Kriege zur Aussprache stehe, unb das nur rvUbergehenb durch die Arbeitslosigkeit während yei Systemzeit überdeckt gemefen sei. Die Frage iatj leistungsfähigen Menschen berühre alle Na- lior en, die am Kriege teilnahmen, in gleidjem M-ße. Deutschland habe durch den Krieg 2 Mil- ionen Männer verloren, viele Mettschen seien wah- feiiD der vier Kriegsjahre ungeboren geblieben^ber £ri;g habe außerdem eine biologische Schwächung iui Folge gehabt, deren Auswirkung bis in unsere Hm fühlbar sei. Ein Krieg, eine Naturkatastrophe INI Leben eines Volkes, wirke immer in solcher
fn ben Jahren nach dem Kriege sei leider nicht M ein quantitativer, fonbern auch ein qualitativer Riff gang der Arbeitskraft unseres Volkes zu ver- icchnen gewesen. Durch bie lange Arbeitslosigkeit eiiit viele Menschen der Arbeit entwöhnt worden mt, im Leistungsniveau zurückgefallen. Außerdem haie die Ausbildung des Nachwuchses in fast allen Bi-ufen während der Zeit der Arbeitslosigkeit nicht so ntensiv erfolgen können, wie es im Interesse der deitfchen Volkswirtschaft dringend notwendig gewißen wäre. Der Mangel an arbeitsfähigen Men- Mm überhaupt, wie auch der Mangel an qualisi- jifiien Facharbeitern werde sich noch über geraume Zck hinweg bemerkbar machen.
a seinen weiteren Darlegungen zog der Redner (ein bas Problem her lleberalterung unseres Volke: in ben Kreis feiner Betrachtungen. Mit beson- bei»m Interesse folgte man ferner ben Ausführun- get über die Möglichkeiten der Behebung des Men-
zelnen sei. Es habe sich zwar schon ein erfeulicher Gesinnungswandel angebahnt, der Wunsch zum Kinde sei lebendiger geworden, selbst in älteren Ehen werde eine größere Zahl Kinder geboren, als es noch vor Jahren der Fall war, aber noch fei das Soll unseres notwendigen Bevölkerungszuwach-
65 Mer ist doch selbstverständlich, daß man sich ilft!" Sein Wagen fuhr zur Ausfahrt hmaus
Ich muß losmachen! grollte Zornack. „Ich ver säume mich! lieber den Schaden rede ich nachher n- Büro Das Schloß muß mir ersetzt werden. Mßerbem - scheid ja eine" nette Wirtschaft hier
Vallendar fuhr jetzt an einem Buchladen vorüber unb hielt. Stieg aus, ging auf bas Schaufenster zu unb betrachtete bie Bücher. ..
„Leihbücherei", stand aus kleinen Würfeln, d>e abenbs von innen erhellt würben. Vallenbar suchte. Unter einem Zettel „Neuerscheinungen" fanh (»r, mas er suchte, unb was er hoch nicht vermutet hatte: „Hans Schmitz: Das Tal der Verbannung. .
Er las ben Titel ein paarmal. Dann wäre ia alles Unsinn, was er erklügelt hatte? Em Kriminal- beamter schrieb hoch keine Romane! Schmitz war also wirklich ein junger Schriftsteller, ber vielleicht hoffte' er könne burch ihn einen Filmstoff verkaufen. Was ftl®an3 ©ebanfen versunken, stieg Vallenbar wieher in seinen Wagen.
(Fortsetzung folgt.)
Privaturkünde, bie zum Beweise von Rechten unb Rechtsverhältnissen von Erheblichkeit ist, zu fälschen ober fälschlich anzufertigen urtb von ber Urkunde zum Zwecke ber Täuschung Gebrauch zu machen, unb in bie Wohnung ober in bas befriebete Besitztum eines anderen wiberrechtlich eingebrungen zu sein; H. G. unb E. G. waren beschulbigt, gemeinschaftlich einen anberen durch Gewalt ober burch Bebrohung zu einer Duldung genötigt zu Haden.
An dem fraglichen Tage kamen die Angeklagten in bie Hofreite des Bauern Sch., um helfen Kuh abzuholen, bie biefer zum Gesamtpreis von 343,56 RM. an ben Ernst G. verkauft hatte, lieber ben ,______. Abschluß bes Kaufs hatte ber Angeklagte Ernst G.
In Andettacht der gesamten Sachlaoe sei es not- einen Schlußschein ausgestellt, ben er mit bem wendig, die vorhandenen Arbeitskräfte auf bas h^arrien des Bauern Sch. als Verkäufer unterzeich- forgfälHgfte an b e n Punkten unserer Wirtschaft ein- nef hatte. Er legte ben Schluß!chein mit einem zusetzen, bie für bie Nation als lebensnotwendig zu Geldbetrag, ber kleiner als ber ausgemachte Kaufbezeichnen sind. An Hanb eines umfangreichen und preis war. in die Wohnung des Sch. Eine Ab-
intereffanten statistischen Materials gab der Redner schrift von diesem Schlußschein hat die Kreisbauern- Aufschluß über die Gliederung ber Berufe innerhalb schäft nicht erhalten. Da Ernst G. den vollen Kaus-
der deutschen Volkswirtschaft, er ließ aus anschau- preis nicht zahlen wollte und nur 342 Mark gab,
lichem Zahlenmaterial die soziologische Struktur ein- erklärte Sch., er gebe die Kuh nicht eher heraus, meiner Berufe und Berufsgruppen erkennen, und bis der Kaufpreis vollständig bezahlt fei, und es sprach davon, in welcher Form die durch die 6ta= |Dme sich niemand unterstehen, ben Stall zu be- tiftif ermittelten Erkenntnisse für die zu treffenden treten. Als der Bauer Sch. sich in der Küche befand, Maßnahmen auf dem Gebiete des Arbeitseinsatzes um das Geld nachzuzählen, ging der Angeklagte ausgewertet werden können. Dor allem solle es ($rn[t G. in ben Stall, nachdem er vorher die Tür durch diese Erkenntnisse aus ber Statistik möglich mit Gewalt aufgerissen hatte, und führte die Kuh sein, in Zukunft die Fehlleitungen von Arbeitskräften heraus. Sch. lief den beiden Angeklagten, bie sich zu vermeiden und schon von der Lehrlingszuweisung schon mit der Kuh auf ber Straße befanben, nach her ben Arbeitseinsatz so zu lenken, daß den Inter- und versuchte, bem Ernst G. bas Tier zu entreißen, essen ber Nation am besten gedient ist. Die Ve- Heinrich G. jagte zu seinem Bruder: „Schlag ihm rufswahl sollte dabei durchaus auf dem Grunde ^ch den Stock auf den Kopf." Es gelang Sch. auch, der Freizügigkeit bestehen bleiben. die Kuh zu bekommen, er wurde aber von bem
Für alle Parteibienststellen unb Behörben, für Angeklagten Ernst G. zur Seite gestoßen, her bie alle, die hier mitzuarbeiten berufen seien, sei es Kuh wieder an sich nahm. Dabei wirkte ber An- notwendig, bie Erziehungsarbeit so auszurichten, geklagte Heinrich G. mit.
daß dem jungen Menschen, der vor der Berufswahl Der Angeklagte Ernst G. gab zu, ben Namen steht, Derstänbnis für volkswirtschaftliche Notwendigkeiten nahegebracht wirb. Der junge Mensch müsse solchen Berufen zugeführt werden, in denen er nicht nur ber Volksgemeinschaft unmittelbar wertvoll sei, sondern auch mit Lust und Liebe arbeite unb daburch mit einer Leistung aufzuwarten ver-, .
möge, bie über das Maß ber Pflichterfüllung hin- AheM-MmNlsche Dökse.
ausgehe. , . Mttagsbärse überwiegend freundlich.
In seinen abschließenden Worten appellierte ber Frankfurt a. M., 18. Juli. Die Börse behielt Redner unmittelbar an feine Zuhörer, indem er Jie I }ng freundliche Grundtendenz. Seitens der Kund- aufforberte, mit bestem Willen an ber Behebung ber ,. würben mäßige Anlagekäufe fortgesetzt, die Nöte auf bem Gebiete des Arbeitseinsatzes mit^u« Qm Aktienmarkt überwiegend zu weiteren arbeiten und der Gesamtlage gegenüber alles Der- Besserungen um etwa 0,50 bis 1 v. H. führten, ftänbnis zu beweisen. Allerdings fehlte es auch weiterhin nicht an eben»
solchen Rückgängen, doch waren sie nur vereinzelt anzutreffen. Die Umsatztätigkeit vermochte sich kaum zu beleben, was auch in zunächst nur außerordentlich wenig notierten Papieren zum Ausdruck kam. wobei er eine Glasscheibe zur Veranda eingeschla- IG.-Farben lebhafter mit 143,25 bis 143 bis 143,25 gen, die Türe zur Küche gewaltsam geöffnet, sechs (142,50). Fest lagen am Montanmarkt Rheinstahl Truhen und Spinde ausgebrochen und ebenfalls eine mit 135,40 (134,25). Hoher setzten ferner u. a. Reichs- Reihe von Gegenständen entwendet hat. Der An- bank mit 180,50 (180), Rheinmetall mit 113,75 geklagte war teilweise geständig. Sein als Zeuge (113,50), Gesfürel mit 125,75 (125) J-tn' wogegen vernommener Tippelfreund erschien sehr verdächtig, AG für Verkehr auf 111 (111,75) i auf
ber Unbekannte zu sein. 97,25 (97,50) und Scheibeanstalt auf 205 25 (206)
Der Angeklagte würbe eines schweren Diebstahls zurückgingen. Am Einheitsmarkt wurden die kurz- im Rückiall in zwei Fällen schuldig erkannt und lich in den amtlichen Börsenverkehr elngefuhrten unter Freisprechung im übrigen zu einer Gesamt- Ada-Ada-Schuh-Aktien bei größeren Umsätzen mit Zuchthausstrafe von zwei Jahre und 122 erstmals notiert.
sechs Monaten verurteilt. Von ber Unter- Der Rentenmarkt lag unverändert ruhig suchungshaft werden drei Monate auf die Strafe und wies kaum Abweichungen auf. Reichsaltbesitz angerechnet. Die bürgerlichen Ehrenrechte wurden unv. 131,60, Dekosama I unv. 136,25.
ihm auf die Dauer von fünf Jahren aberkannt. In scheine I wurden mit 99,25 bis 99,35 (99,20) be= d-r Urteilsbegründung wurde ausgeführt, daß der wertet. Don Serie II gingen Ium und Juli zunächst Angeklagte ein haltloser Mensch sei, auf ben auch' <" -»«; (qa ak form 94) nnd Ivater xum halb- bie schweren Zuchthausstrafen, die er bereits verbüßt hat, keine Wirkung gehabt haben.
•Qltei U/e6ten
Roman von Harald Baumgarten
(oopyright by Carl Duncker Verlag, Berlin W 35
19. Fortsetzung. (Nachbruck verboten.)
.„Hat sich bei ber „Gemüsekraft" angesteck^, lichelte Fritz. Nur nicht ben Humor verlieren! Er tiat an ben Wagen und öffnete die Haube. Griff i- ben Motor hinein. Seine Finger kannten jebe Lthraube; er brauchte gar nicht hinzusehen ... Jioer jetzt erblaßte er. „Die Kabel sind durchge- jcinitten; da tann ber Wagen nicht anlaufen."
»Charly beugte sich aus dem Wagen. „Die Kabel d.irchgeschnitten? Sie sind wohl nicht recht bei Ii-ofte, Herr Huckemann?"
Mit der flachen Hand schlug er auf ben Kühler; bis Wut zersprengte ihn fast. „Ist nicht bas einzige! Die meisten Wagen aus ber Sammelgarabe C fri b kaput! Weiß ber Kuckuck, wer bas gemacht hat! Ci sie bem alten Pachter einen Streich spielen rollten?"
.„Tankwart!" ertönte eine Stimme aus dem $nng.
Hetzt kommen die Boxen dran, durchzuckte es z-jtz. Ich habe es gewußt! Natürlich — da hatte ;ixer bem alten Pächter einen bösen Stteich gelt eit ... „Bitte, wer ruft denn da?"
Man konnte es schlecht verstehen, weil in A ein iJiotor ijeufte. Der Fahrer ließ ben Motor im Verlauf mächtig auf Touren kommen. Eigentlich rar bas verboten; bie Gase d erb ar ben bie Luft. !I»er Fritz griff heute nicht ein.
„Tankwart!" Die Stimme klang beinahe Hag- lig. ,Ha, ich komme! Ach, Sie sind es, Herr rchmitz? Was ist denn los?" ___
„,Da hat einer hie Krampe von meinem Schloß
bes Verkäufers Sch. unter ben Schlußschein geschrieben zu haben. Dies soll aber bei Schreib- übungen, bie er zu Hause gemacht haben will, geschehen (ein, unb ber Schlußschein, ben er zufällig bei sich gehabt habe, sei ihm offenbar in ber Wohnung bes Sch. aus. der Tasche gefallen. Im übrigen bestritten bie Angeklagten jegliche Schulb.
Die Ehefrau Sch. bekunbete als Zeugin, baß sie von Ernst G. aufgeforbert worben sei, ben Schlußschein zu unterschreiben, was sie aber abgelehnt habe. Bezüglich ber weiteren Beschuldigungen, wurden bie Angeklagten überführt.
Der Vertreter ber Anklage beantragte gegen Ernst G. eine Gesamtgefängnisstrafe von vier Wochen unb eine Gelbstrafe von 50 Mark, gegen Heinrich G. eine Gefängnisstrafe von zwei Wochen.
Die Angeklagten Ernst G. unb Heinrich G. wurden der gemeinschaftlichen Nötigung und Ernst G. des Hausfriedensbruchs schuldig erkannt und verurteilt: Ernst G. zu Geldstrafen von 200 und 50 Mark, zusammen 250 Mark, Heinrich G. zu einer Geldstrase von 200 Mark. Der Angeklagte Ernst G. roufbe von der Anklage der schweren Urkundenfälschung freigesprochen, -straferschwerend kam besonders das Verhalten der Angeklagten während der Verhandlung in Betracht.
Die Kreisbauernschaft wird — wie ber Vorsitzenbe bes Gerichts betonte — sich mit ber Angelegenheit noch zu befassen haben, da ihr ein Schlußschein überhaupt nicht zugestellt würbe.
llnton Heinrich Aretz in Mainz, mehrfach ein- fdügig vorbestraft, hatte sich wegen Einbruchbieb- fhols zu verantworten. Er hat gemeinschaftlich mit eism Unbekannten brei Einbrüche in ber Nacht trt-ri 10./11. Oktober 1938 ober um diese Zeit in ber ßigenb von Butzbach ausgeführt, unb zwar: 1. in len Häuschen des Pflanzgartens her Försterei Stufen, wobei er einen Fensterlaben ausgehängt ir* die Fensterscheiben eingeschlagen hat, sodann äigeftiegen ist und eine Axt entwendete; 2. tn bem ^gdhaus eines Fabrikanten von Butzbach, wobei tx an ber einen Tür ein Vorhangschloß mit Ge- wllt abgebrochen unb bas Fenster aufgerissen hat, ' (oiiann eingestiegen ist unb eine Reihe von Gegenwinden entwendete; 3. in einem Wochenendhaus,
schenmangels in unserem Volke. Es wurde darauf hingewiesen, daß die Frage des Wachstums unseres Volkes eine weltanschauliche Frage für jeden ein-


