Pflichtjahrmädel nach der Dringlichkeit und Eignung der Haushalte.
Zwischen der Reichsfrauenfiihrun-g und dem Reichsnährstand sind im Einvernehmen mit dem Reichsarbeitsminister Richtlinien für die Prüfung und Betreuung der ländlichen Pflichtjahr- st eilen, die städtische Jugendliche aufnehmen, ausgestellt worden. Ebenso sind analoge Richtlinien für das Pflichtjahr in d e-r Stadt entstanden. Danach werden zur Neuaufnahme der Pflichtjahrmädchen nach der kommenden Schulentlassung die im letzten Jahr besetzten Stellen sowie die wegen Mangel an Jugendlichen nicht zur Besetzung gelangten Stellen sorgfältig überprüft. Auf Grund dieser Prüfung werden die Stellen bezüglich des Grades der Dringlichkeit ihrer Besetzung und ihrer Eignung gekennzeichnet, um auch bei einer nicht ausreichenden Zahl von Pflichtjahrmädeln die gerechte Verteilung der Jugendlichen durch das Arbeitsamt vorzubereiten. Eine verstärkte Betreuung der Haushalte ist im Interesse beider Teile sichergestellt worden.
Denkt beim Weihnachtseinkauf an die anderen!
Wenn wir in diesen Tagen unsere Weihnachtbeinkäufe besorgen, so wollen wir auch an die Mitmenschen denken, denen wir durch unser Geschenk fröhliche Weihnachten bereiten. Das sind die Heimarbeiter im Thüringer Wald, die mit fleißigen Händen reizende Puppen und originelle Tiere basteln, die Holzschnitzer aus der Rhön, die wertvolle Sachen schnitzen, besonders geeignet zu Geschenken wie Buchstützen, Kerzenhalter, Obst- und Fruchtschalen, Ketten, Spielwaren, Schreibgarnituren und dergleichen Dinge mehr. Denkt aber auch an die Glasbläser aus dem Bayerischen Wald und die Spitzenklöpplerinnen aus dem Erzgebirge! Mit einem Wort: Denkt an unsere Heimarbeiter und wißt, daß für sie alle ein gutes Weihnachtsgeschäft Arbeit und Brot bringt, und wenn nur jeder von uns eine Arbeit der Heimarbeiter als Geschenk ersteht! So spenden wir dreifache Freude: den Herstellern des Geschenkes, dem, der das Geschenk erhält und nicht zuletzt uns selbst, weil es doch ein beglückendes Gefühl ist, anderen Freude zu machen.
Denkt aber auch an die vielen Kinder, die vielleicht kein richtiges Weihnachten feiern können. Kauft ein paar Süßigkeiten oder Spielzeug, das sie bisher nur sehnsüchtig im Schaufenster bewundern durften. Denkt auch an Kleidung für sie. Noch ist genug Zeit, aus Altem auch etwas Neues zu machen, um andere damit zu erfreuen. Wenn wir bei jedem Einkauf nur ein paar Pfennige zurück- legen, können wir wenigstens einem Kinde auf dem Wege Über die NSV. die schönste Weihnachtsfreude bereiten.
Und vor allem: denkt an unsere Soldaten im Felde und spendet Liebesgaben! Schickt Rauchwaren, Tabak, Zigarren, Zigaretten, schenkt Bücher, denn Bücher erfreuen manches Soldatenherz. Schenkt aber nur gute Bücher!
So gilt für alle Weihnachsteinkäufe: Denkt nicht n*ur an euch — denkt auch an die anderen!
Kampf der Ueberheizungsunsitte.
Mahnung des Reichsgesundheitsamtes.
Das Reichsgesundheitsamt veröffentlicht im „Reichs-GesundheitSblatt" eine gesundheitliche Mahnung, richtig zu Heizen. Darin heißt es: Schlecht Heizen ist keineswegs gleichbedeutend mit zu wenig Heizen. Genau so schlecht wird geheizt, wenn zu viel geheizt wird! Für gewöhnlich pflegen die üblichen Wohn-, Aufenthalts- und Arbeitsräume dann behaglich geheizt zu sein, wenn das Thermometer in der Aufenthaltszone 18 bis 19 Grad anzeigt. Schlafräume sollen stets wesentlich kühler gehalten werden. Kinder, ältere Personen und Leidende pflegen wärmebedürftiger zu sein. In für sie bestimmten Aufenthaltsräumen sind höhere Lufttemperaturen am Platze, die aber nicht über 21 Grad C als obere Grenze hinausgehen sollen.
Es gibt fraglos auch unter gesunden Menschen solche, die besonders leicht frieren. Sie müssen diese persönliche Eigenart durch entsprechende Wahl ihrer Unter- und Oberkleidung ausAeichen. Es ist dagegen in Gemeinschaftsräumen, die gleichzeitig mehreren Personen zum Aufenthalt dienen müssen, ein nicht zumutbarer Zustand, wenn alle übrigen eines Fröstlings wegen schwitzen sollen, der es versäumt oder gar ablehnt, sich in seinem eigenen Interesse wärmer anzuziehen. Das gilt sinngemäß auch für die großen Mietshäuser mit ihren vielen Wohnungen.
Es ist eine unbestrittene Erfahrungstatsache, daß in zentralbeheizten Häusern — und ganz besonders in Büro- und Geschäftsgebäuden — der Uebelstand der Ueberheizung geradezu die Regel ist. Temperaturen von 25 Grad C werden an getroffen; sie werden, einmal angewöhnt, dauernd verlangt und ängstlich eingehalten! Es liegt auf der Hand, daß solche Temperaturen nicht nur ausgesprochen ab
träglich für die Behaglichkeit und die Gesundheit sind. Ohne Uebertreibung kann sogar ausgesprochen werden, daß alle gesundheitlichen Nachteile, die der Zentralheizung nachgesagt werden, nur bei Ueberheizung bestehen. Jedenfalls trifft das uneingeschränkt für die heute für Wohn- und Aufenthaltsräume fast ausschließlich üblichen Warmwasserzentralheizungen zu, sofern sie technisch einwandfrei sind. Insbesondere werden die gelegentlich geäußerten Klagen über zu trockene Luft in zentralbeheizten Räumen rasch verstummen, wenn nicht überheizt wird. $
Ofenheizungen werden im Volke deshalb als gesünder empfunden, weil sie von dem einzelnen Benutzer vernünftig bedient werden und weit schwerer zu dauernder Einhaltung einer zu hohen Lufttemperatur in sämtlichen Räumen und Gebäudeteilen mißbraucht werden können, als es bei der Zentralheizung so überaus leicht möglich ist.
Bei der Bekämpfung der Ueberheizungsunsitte müssen alle Beteiligten mitwirken. Vor allen Dingen kommt es auf denjenigen an, der die Heizung betreut. Tut er in verständnisvoller Weise seine Pflicht, so hat er Anspruch darauf, gegen unberechtigte Wünsche, Vorwürfe und Nörgeleien in Schutz genommen zu werden. Wärmevergeudung bedeutet neben Mehrausgaben Brennsto scher geuüung. Ob Friedens- oder Kriegszeit: unsere Kohlenvorräte sind ein wichtiger Teil unseres Volksvermögens, der in zunehmendem Maß auch als Rohstoff zur Herstellung vieler wichtiger Lebens- und Verbrauchsgüter dringend benötigt wird. Sie erheischen daher sparsamste Verwendung. Darum nochmals: Heizt richtiger!
9 Ji.-'Spott
Fußball-Ergebnisse
der Gauliga-Marmschasten.
Hessen: Gruppe Süd: TSV. 1860 Hanau — Borussia Fulda 1:1; VfB. GroßMuheim — FC. Hanau 93 2:1; Kewa Wachenbuchen — Dunlop Hanau 3:3. — Gruppe Nord: SC 03 Kassel — Hessen Bad Hers selb 10:1; SpV. Kassel — BC. Sport Kassel 2:1; Dura Kassel — Kurhessen Kassel 2:2.
Süd west: Main: Eintr. Frankfurt — Kickers Offenbach 1:4; SD. Wiesbaden — FSV. Frankfurt 0:1; Union Niederrad — Rotweiß Frankchrt 0:2. — Saarpfalz: Bor. Neunkirchen — GfL. Darmstadt 7:0; VfR. Frankenthal — Wormatia Worms 1:2; FK. 03 Pirmasens — 1. FC. Kaiserslautern 1:5.
Bayern: 1. FC. Nürnberg — Neumeyer Nürnberg 5:0; FSV. Nürnberg — VfR. Schweinfurt 2:5; 1. FC. 05 Schweinfurt — 1860 München 6:0; Bayern München — BC. Augsburg 0:3; Jahn Regensburg — SpDg. Fürth 1:1.
Gießener Fußball mit schlechtem Start
1900 — Burgsolms 1:3.
Der Start der Blau-Weißen bei den Spielen um die Kriegsmeisterschaft war wenig verheißungsvoll. Hatte man doch infolge der als einigermaßen gut zu bezeichnenden Mannschaftsaufstellung insgeheim mit einem Erfolg gerechnet. Dies verstärkte sich noch, als kurz vor Spielbeginn bekannt wurde, daß nach längerer Pause Heilmann wieder in den Reihen der Blau-Weißen stehen würde. Trotzdem erfüllten sich die Hoffnungen nicht. Der Grund hierfür war hauptsächlich, daß man sich der Eigenart des Spieles der Gäste nicht entsprechend anzupassen wußte. Hinzu kam, daß die Gäste über eine überaus körperliche Mannschaft verfügten, was sich als ein großer Vorteil gegenüber den durchschnittlich kleinen Spielern der Platzbesitzer erwies.
Der Beginn des Spieles ließ noch nicht ahnen, welch bitteren Geschmack das Ende für die Blau- Weißen bringen würde. Denn ohne den erforder
lichen Einsatz tändelte man im Felde hin und her und als sich nach einiger Zeit der erste Erfolg ein» stellte, glaubte man, daß es mit diesem kraftlosen Spiel so weiter gehen könnte und die nächsten Erfolge einem so in'den Schoß fallen würden. Bei den Gästen war dies anders. Hier wurde um jeden Zoll Boden gekämpft und als auch hier sich der Erfolg einstellte, vermehrte sich der Eifer noch, was bald durch einen weiteren Treffer belohnt wurde. Es war daher weiter nicht verwunderlich, daß die Gäste bei her Pause mit 2:1 in Führung lagen. Nach dem Wechsel machte sich bei den Platzbesitzern eine Besserung bemerkbar. Der Erfolg war eine deutliche Feldüberlegenheit. Zu zählbaren Treffern ließ es die verstärkte Gästeverteidigung jedoch nicht kommen. Im Gegenteil, bei einem harmlosen Angriff wußten die Burgsolmser ihren Vorsprung auf 3:1 geschickt auszubauen. Dem Spiel jetzt noch eine Wendung zu geben, hätte bei dem Schlußangriff wohl möglich sein können, aber in der Hitze des Gefechts wüßte man selbst mit den klarsten und aussichtsreichsten Chancen nichts anzufangen. Ja selbst ein Elfmeter konnte nicht ausgewertet werden.
Burgsolms hatte im Torwächter seinen besten Mann.' Verteidigung und Läuferreihe hatte ein Plus in der Körpergröße und im Sturm waren die beiden Außen am auffallendsten. 1900 in der Aufstellung Dinges, Schneider, Goß, Carstens, Jäger, Hain, Bonarius, Pechaufchek, Heilmann, Balz, Weiß war im Schlußdreieck nicht ohne Schwächen, worunter die Läuferreihe, besonders aber der Sturm zu leiden hatte.
Ehringshausen — VfV.R. Gießen 7:1 (2:1).
VfB.-R. mußte die Reise nach Ehringshausen mit 8 Mann antreten, weil 3 Spieler unentschuldigt fernblieben und 2 weitere abgesagt hatten. Dadurch war an einen Sieg nicht zu denken, und wenn noch der stark vereiste, kaum spielfähige Platz in Betracht gezogen wird, so muß doch anerkannt werden, daß sich diese 8 Mann bis zur Halbzeit sehr tapfer schlugen. Ehringshausen konnte komplett und mit bewährter Mannschaft antreten. Das Tor für Gießen schob Sokolowski.
Rundfunkprogramm
Dienstag, 19. Dezember.
6 Uhr: Morgengruß. 6.10: Morgengymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8: Landvolk, merk auf! 8.10: Gymnastik. 9.15: Kleine Ratschläge für den Garten. 9.30: Schulfunk (Mittelstufe). Sendereihe: Lebendige Geschichte „Das ist England". 10: Frohe Weisen. 11: Musik am Vormittag. 11.50: Stadt und Land — Hand in Hand. 12: Aus einem Rüstungsbetrieb: Werkskonzert. In Verbindung mit der NS.-Gemeinschaft ,^raft durch Freude". 12.30: Nachrichten. 13: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.15: Der fröhliche Lautsprecher. 15.55: Bücher für unsere Soldaten. 16: Klingende Liebesgaben. Eine fröhliche Sendung des Reichssenders Frankfurt für die Kameraden am Westwall. 17: Nachrichten. 18: Ruf ins Land: Berichte vom Landesernährungsamt. 18.25: Unterhaltungskonzert. 18.30: Aus dem Zeitgeschehen. 19.10: Berichte. 20: Nachrichten. 20.15: Übertragung vom Deutschlandsender: 22: Nachrichten. 24: Nachrichten.
Gießen, den 18. Dezember 1939.
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