Ausgabe 
18.11.1939
 
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Samstag, 18./Sonntag,19. November 1959

189. Jahrgang

Ur. 2Z1 Erstes vlatt

England soll seinen Krieg selbst finanzieren

Zum Besuch des französischen Jinanzministers in London.

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Gießener Anzeiger

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2er französische Finanzminister Paul Rey - ^aud ist zum Besuche des englischen Schatzkanz- Lrs Str John Simon in London einaetroffen. Er Mrd auch die Großbankiers der City sprechen.

Zwei Umstände geben dieser Reise eine besondere Zarbentönung: einmal wird Reynaud nicht nur mit uer englischen Regierung und den ihr nahe stehen­den Grohfinanziers Fühlung nehmen, sondern auch mit den Vertretern der englischen Opposition Sin- lair und Attlee, was schon darauf deutet, etwasGroßes" im Zuge ist. Und zweitens , jt die Reife Reynauds nach London so geleat wor- en daß unmittelbar nach seiner Heimkehr die Haushalts aus schlisse der Kammer und des Senats ihre Beratungen ausnehmen, worauf dann Lnde November ein oder zwei Tage lang auch ' Plenarsitzungen des Parlamentes stattfinden.

Unter solchen Umständen gehört nur wenig Phan- i «sie dazu, den Zweck der Reise Reynauds nach London zu entschleiern. Die englische Finanzpresse verweist darauf, daß Frankreich infolge ferner urn- «ssenden Mobilisation von 5 Millionen Mann inanziell schwerste Lasten auf sich ge- ! Kommen habe. Hier liegt auch der wesentliche Unterschied zu Deutschland. Frankreich mit seinen , =2 Millionen Einwohnern hat seit der Kriegserklä- unq an Deutschland eine M a s s e n m o b i l i f l e- ung durchgeführt. 5 Millionen Franzosen unter >en Fahnen bedeuten ebensoviel, als wenn das - Froßdeutsche Reich mit seiner ungefähr doppelt so [ großen militärpflichtigen Bevölkerung 10 Millionen Mann unter die Waffen gerufen hätte. Davon kann ' eine Rede sein. In Deutschland liegt gegenüber der ranzösischen Allgemeinmobilmachung nur eine Teil- mobllmachung vor und vom ersten Kriegstage ist »er größte Wert darauf gelegt worden, daß Deutsch- and wirtschaftlich leistungsfähig bleibt, besonders m Außenhandel. Wenn der englisch-französische und iium Teil der Ueberseemarkt wegfällt, so wird der ^ord- und südosteuropäische Handel Deutschlands im so stärker gepflegt und die enorme Erhöhung pes Wirtschastsaustausches mit Sowjetrußland ist ein zusätzlicher Faktor. Die Allgemeinmobilmachung n Frankreich hat dagegen das Wirtschaftsleben ver­heerend getroffen. Teilbeurlaubungen haben fett» yer an diesen Tatbeständen wenig ändern können.

Der andere gewaltige Unterschied liegt aber darin, vaß Frankreich seine nördlichen und östlichen De­partements und Paris weitgehend geräumt hat. Die Flüchtlinge sind in den wirtschaftlichen Kreis- auf nicht eingegliedert. Sie fallen also als Steuer­träger völlig aus und stellen im Gegenteil enorme Ansprüche an die Staatskasse. Unter diesen Umstän­den darf es nicht Wunder nehmen, daß der Zivil­haushalt Frankreichs für 1940 Ausgaben in Hohe Don 70 gegen 40 Milliarden im Vorjahre vorsieht. Dazu kommt ein monatlicher Fehlbetrag von 5 Mil- iarben bei Gemeinde und Gemeindeverbanden sowie 5ei den schwer notleidenden französischen Eisen« bahnen. Und dann kommt erst der zusätzliche Rriegsetat der aus 20 bis 25 Milliarden Franks (ein Frank etwa 6,5 Rpf.) im Monat ge° schätzt wird. Das große Kreuz ist dabei, daß Frank­reich zum Ausgleich dieser Fehlbeträge rem sachlich dieselben kriegswirtschaftlichen Maßnahmen wie Deutschland durchführen müßte, daß es aber vor diesem Schritt zurückschreckt, um nicht bet der Nach- cchmung Nachahmung heißt französisch ,^unta- ttion4' desNazismus" und des ,Hitlerdeutsch« Lands" ertappt zu werden.

Also zieht sich die französische Regierung aus der Märe,indem sie den Engländern sagt: Wenn nmr schon die Heere stellen und die Blutopfer anif uns nehmen, so ist es an euch, euren Geld« Deutel zu zücken und so viele Pfundeauszu- spucken", als es eurem von euch selbst besungenen Reichtum geziemt!

Finanzielle Dinge sind immer etwas nrtt dem Much der Langweiligkeit geschlagen. An sich sind s^ ggar nicht langweilig, aber sie fe|jen üoraus, baß man über sie nachdenkt und diese Mühewaltung macht sie manchmallangweilig". Uebersetzt man «rber den finanzpolitischen Vorgang, der sich mit Lern Besuche Reynauds in London verknüpft, etwas Drastisch in gemeinverständliches Deutsch, so läßt sich Kein Sinn in dem Worte zusammenfassen:Bezahlt sturen Krieg gefälligst selbst!"

»England erwägt Zwangsanleihe

Rom, 18. Nov. (Europapreß). Schon nach so kurzer Kriegsdauer stehen nach den Berichten der iLondoner Korresporchenten der römischen Presie Frankreich und England vor finanziellen Schwierigkeiten. In London hören die Kor-1 irespondenten, Frankreich und England hätten die OEinsetzung eines gemeinsamen Obersten Wirtschaftsrates beschloßen. Ein gleichartiger Schritt sei von den Alliierten im Weltkrieg erst mach zweieinhalbjähriger Kriegsdauer untemom= mren worden. In London werde gegenwärtig der jFinanzierungsplan des ehemaligen Schatz- nninisters Keynes besprochen, der die Aufstape- llung der schon in kürzester Zeit notwendig wer­denden Geldmittel ermöglichen solle. Von Gehältern runb Löhnen sollten nach diesem Plan Zwangs- iabzüge gemacht und in Sparbüchern eingelegt noerden, die der Besitzer erst lange nach Beendigung Des Krieges kündigen dürfe Abhebungen feien nur iin den seltensten Ausnahmefällen zulässig. Keynes lhabe den Ertrag auf jährlich 400 Millionen Pfund Sterling geschätzt. Dieser Plan, der einer .Zwangsanleihe gleichkomme, finde entgegen .aller Erwartung in der Volkspresse eine günstigere 'Aufnahme als in jener der konservativen Kreise.

Neuer Erfolg im Kaperkrieg.

Britischer Tanker

an der Ostküste Südafrikas versenkt.

Amsterdam, 17. Nov. (DNB.) In englischen Marine- und Schiffahrtskreisen haben Telegramme aus Kapstadt besondere Beachtung hervorgerufen, in denen gemeldet wurde, daß einbewaff­

netes Kaperschiff" den britischen Tankers Africa Shell" versenkt habe. Die Londoner Reedereivertreter desAsrica Shell" teilen mit, daß | der Kapitän P. G. Dove, der von den Deutschen interniert worden sei, aus London stamme. Wie die in dem portugiesischen Hafen Lourenco Mar­ques in Ostafrika gelandete Mannschaft des versenk­ten britischen TankersAfrica Shell^ berichtet, er­hielt ihr Schiff von dem deutschen Kriegsschiff Be­fehl, z u ftoppen. Das Kriegsschiff feuerte einen Schuß ab. Einige Deutsche kamen an Bord des Africa Shell" und beschlagnahmten die Lebens­mittelvorräte. Die Besatzung mußte sodann in die Boote gehen. DerAfrica Shell" wurde dann mit zwei Bomben versenkt, die ein großes Loch

Amsterdam, 18. November. (DNB.) Mangels ehrlicher Kriegshandlungen, die die englischen Hetzer nicht schätzen, entblöbet man sich nicht, im Lon­doner Unterhaus von angeblichenHeldentaten" zu prechen, die bewaffnete britische Han - )elsdampfer bei Angriffen auf de u t - che U-Boote vollführt hätten. Man hält es also scheinbar nicht einmal mehr für notwendig oder vielleicht auch für hoffnungslos vor der Welt eine der brutalsten Dölkerrechtsverletzungen Englands zu verbergen.

Der Abgeordnete Ropner, gleichzeitig Direk­tionsmitglied einer Reederei, brüstete sich im Par­lament ganz offen mit gemeinen Attacken seiner Schiffe. Einer dieser Dampfer habe vor kurzem dank feiner starken Bewaffnung ein mehrstün­diges Gefecht mit einem deutschen U =

in den Schiffsboden rissen. Der Inspektor der Lloyd- Versicherungsgesellschaft berichtet, daß derAfrica Shell" kieloben auf dem Wasser liege und daß ein kleiner Teil des Schiffes noch sichtbar fei. Eine Bergung fei ausgeschlossen.

Englands Schiffahrt verschwindet ans dem amerikanischen Verkehr.

Neuyork, 17. Nov. (Europapreß). Ein Be­weis dafür, daß die englische Schi, >ahrt immer mehr die Folgen des von England provozierten Krieges zu spüren bekommt, ist die Tatsache, daß jetzt eine wichtige Schiffsverbindung zwischen Neu­york und Südamerika eingestellt werden muß, die bisher von englischen Schiffen betrieben wurde. Die Neuyorker Vertretung der englischen Furneß- Schiffahrtsgesellschaft hat erklärt, daß ihre vier Passagierdampfer, die vor Ausbruch des Krieges zwischen Neuyork und Südamerika ver­kehrten und seitdem stillgelegt waren, nunmehr end­gültig diese Verbindung e i n ft e 11 e n. In Kreisen der US^..-Schiffahrt hofft man, diese Verbindung zwischen Nord- und Südamerika nunmehr mit amerikanischen Schiffen aufrechterhalten zu können. Dies soll gleichzeitig ein gewisser Ersatz für die durch die Neutralitätsgesetzgebu.ig verur­sachte Lahmlegung der amerikanischen Schiffahrt nach Europa fein.

Boot geführt und während dieser Zeit noch fun­kentelegraphisch einen englischen Zersti r herbei- gerufen. Auch ein zweiterHandelsdampfer dieser Ropner-Flotte habe ein anderes deutsches U-Boot angegriffen und in die Flucht geschlagen. Unter dem Beifall des Hauses pries der Abgeordnete am Schluß denungeheueren Mut" feiner Besatzungen.

Von diesem traurigen Mut dürfte wahrscheinlich nicht sehr viel übrig bleiben, wenn unsere deut­schen U-Boot-Kommandanten, deren Ritterlichkeit höchste Bewunderung in aller Welt gefunden hat, den hinterhältigen Angriffen der Piratenschlfte die einzige richtige Antwort geben sollten. Es stünde dann allerdings zu bezweifeln, ob man sich in dem sehr erlauchten Parlament noch einmal so offenherzig mit britischen Schurkentaten brUften könnte.

Kampf bis zum Sieg.

Das Vermittlungsangebot der Königin der Nie. berlaube unb des Königs der Belgier ist von den beiden westlichen Demokratien zwar m der Form durch einige vernebelnde Phrasen und überhebliche Sophistereien verklausuliert, aber der Tatsache nach völlig eindeutig ab gelehnt worden. Das war auch kaum anders zu erwarten, nachdem unmittelbar nach Bekanntwerden der holländisch-belgischen Ini­tiative sowohl der britische Außenminister Lord Halifax wie sein Marinekollege Churchill m öffentlichen Reden erneut als Englands Kriegsziel verkündet hatten, denHitlerismus" zu vernichten und damit Deutschland und das deutsche Volk wie­der in die Sklaverei von Versailles zurückzufuhren. Wenn dabei Lord Halifax versuchte, mit schein­heiligen, von falscher Moral triefenden Redens­arten England von der Schuld am Ausbruch des Krieges reinzuwaschen und vom wahren Kriegsziel ber Vernichtung Deutschlands durch die lächerliche Behauptung abzulenken bemüht war, daß die Al­liiertenfür einen redlichen und dauerhaften Frie- ben der Zusammenarbeit aller Völker auf der Grundlage der Gleichheit, Selbstachtung und gegen­seitigen Toleranz" kämpften, während der massivere Churchill mit gewohnter Brutalität offen das Kind beim Namen nannte, fo ist das nichts anderes als ein Spiel mit verteilten Rollen, in dem Halifax sich vornehmlich an die Oeffentlichkeit des neutralen Auslandes wendet, das durch die skrupellosen Me­thoden des britischen Wirtschaftskrieges, unter denen es selbst am meisten zu leiden hat, bereits schwer ver­ärgert ist und deshalb mit hochtrabendem heuchle­rischem Friedensgesäusel und der Genfer Motten­kiste entnommenen Plattheiten besänftigt werden sollte während Churchill für den Hausgebrauch sprach, um die in breiten Kreisen Englands noch immer nicht gerade stürmische Kriegsbegeisterung durch hemmungslose Schönfärbers der Kriegslage und eine robuste Haßpredigt gegen das deutsche Volk aufzupulvern. .

Beide Reden hatten die Antwort Englands und Frankreichs auf das Vermittlunasangebot der Kö­nigin der Niederlande und des Königs der Belgier schon vorweggenommen. Es bedurfte kaum noch des auf den gleichen Tenor der bis zur endgülti­gen Vernichtung Deutschlands verkündeten Kriegs­bereitschaft ab gestimmten Echos der englischen und französischen Presse, um zu wissen, daß tn den herrschenden Kreisen Englands und Frankreichs der blinde Dernichtungswille und sinnlose Haß der Kriegsmacher über die hier und da vielleicht noch laut gewordenen Stimmen der Vernunft und der Billigkeit triumphiert haben. Diesem Rahmen an­gepaßt waren selbstverständlich auch die Antwor­ten, mit denen der König von England und der Präsident der französischen Republik das Angebot ber beiden neutralen Souveräne, ihre guten Dienste

meffene und dauerhafte Lösung finden tonne. Es ei kein Wunder, daß Adolf Hitler die britische Regierung ersucht habe, ihre Ehrlichkeit dadurch zu beweisen, daß sie Indien als freie Nation aner­kenne. Was man auch immer von Hitler sage, so ei doch nicht zu leugnen, daß ferne Forderung ehr angemessen gewesen fei. Man solle auf alle Fälle die englische Oeffentlichkeit wissen lassen, daß die Forderung der Kongreßpartei unwider­ruflich sei und daß man sie auch erfüllen könne, vorausgefetzt, daß der Wille bestehe, vom Impe­rialismus zu lassen. Der Arbeitsausschuß werde am 19 November in Allahabad zusammentreten um den nächsten Schritt zu erwägen. Es sollte daher kein Mißverständnis in dieser Frage bestehen. Sollte es zu einem Kamps zwischen England und ber Kongrehpartei kommen, so müsse diese genau wissen, worum er gehe.

Aehru, Wllionarssohn und öolkssijhrer.

Pandit Jawaharlal Nehm, der Präsident des indischen Nationalkongresses, der jetzt zum zweiten­mal die völlige Unabhängigkeit Indiens verlangt hat, erhob schon vor 10 Jahren, am 31.12.29 die Forderung, Indien zum selbständigen Dominion zu erheben. Der 4lljährige Nehm ist ein Millionärs­sohn, Rechtsanwalt von Beruf wie fein Vater, der einst die Hälfte seines Vermögens unter die Armen verteilte und sich wie später der Sohn der Lehre Gandhis widmete. Nehm fährt in ber Eisenbahn dritter Klasse und geht agitierend zu Fuß von Dorf zu Dorf. Während Gandhi früher stets zu Kompro­missen neigte, war Nehm Sozialist und Fanatiker von reinstem Wasser, in seinen Forderungen stets radikal. Er hat in Oxford studiert und vertritt die Meinung, daß das europäische England nur durch seine eigenen Waffen zu schlagen ist. Sein Ideal ist ber bewaffnete Aufstand, ohne baß er je davon spricht, sein Ziel ein Arbeiter- unb Bauernstaat, in bem er sich selbst, ber Aristokrat unb Brahmane, als Staatsoberhaupt sieht. Währenb Gandhi mehr konservativ eingestellt ist, hat die von Nehm ge­führte Partei der Swarajisten sozialistisch-revolu­tionären Charakter; ihrem linken Flügel werden Beziehungen zum Kommunismus nachgesagt. Nehm ist in seinen national-indischen Forderungen ganz gewiß nicht zur Nachgiebigkeit gestimmt worden dadurch, daß die Engländer ihn zweimal zu zwei­jährigen Kerkerstrafen verurteilten, einmal wegen Verletzung der Salzgesetze unb einmal wegen ber Unruhen vom Dezember 1931. Dabei ist Nehm einer ber Unterzeichner bes sogenannten Delhi-Manifestes vom November 1929, durch bas sich bie Unterzeich­ner zur Teilnahme an ber ersten inbisch-englischen Konferenz am Runden Tisch bereiterklart Hattern

(Sin indischer Freiheitsführer spricht.

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Urtfer Bikd zeigt beit Präsidenten des indischen N°tionÄkongr«ss-s, Pandit 31 c b ru,

während einer Ansprache bet ber Eröffnung eines Ausbildungslagers für Frauen in ^rnbay, bie sick? freiwillig der indischen Freiheitsbewegung zur Verfügung stellten. (Assoelated-Preß-M.)

England vor einem Llliimaium Indiens

Anerkennung Indiens als unabhängige Nation Vorbedingung jeder Einigung.

Rom, 17. Nvv. (DNB.)Popolo die Roma meldet aus London, daß dort eine offiatelie indische Erklärung ultimativen Cha­rakters vorliege, in der es heißtIndien kann 3ur Aufrechterhaltung des britischen Imperialismus keine Hilfe beisteuern. Angesichts der Meige- runq der britischen Regierung, die nationalen For­derungen des indischen Nationalkongresses zu ersul- len, herrscht in ganz Indien nunmehr der Gert unb ber Zustand berNan-Co°peratwn (Nichtzu- fammenarbeit"). Sollte bis zum 19. November ber tote Punkt in den englisch-indischen Beziehungen nicht überwunden sein, so besteht kein e 21 u s - icht mehr, in Indien gewisse Wunsche durchzu- setzen. Es gibt keine Möglichkeit der Einigung Zwi­schen England und Indien, sofern nicht die britische Regierung bie drei Hauptforderungen der Mehrheit der Inder erfüllt;

1. Eine erschöpfende Erklärung über bie eng­lischen Knegsziele,

2. eine bindende Verpflichtung Englands, Indien seine Unabhängigkeit zu gewähren,

3. die sofortige Anerkennung, daß Indien m einer verfassunggebenden Versammlung seine Ver­fassung beschließt.

In einem Telegramm an bieNews Chromcle hat Gandhi den Standpunkt der Kongreßpartel gegenüber ber anmaßenden und verständnislosen Haltung des britischen Imperialismus nochmals klar umrissen. Es gehe um die Frage, ob England Indien als unabhängige Nation an­erkennen wolle. Acht Provinzen von insgesamt elf hätten bereits nachdrücklich erklärt, daß sie am Kriege nicht teilnehmen wollten. Die vor- geschlagene verfassungsmäßige Nationalversamm­lung sei bie einzige Körperschaft, die eine ange-

Britische Handelsdampser greifen deutsche U-Boote an.