Aus der engeren Heimat.
25 Lahre Badenweiler Marsch.
Von Hans Walther.
HL.-Marschierer in Butzbach.
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Be-
Der
Jugendlichen Urlaub in her
i t der Beruf s- t eines Lagers
Das Zeitalter des Lichtbildes.
Zum 100. Geburtstage der Erfindung der Photographie.
auf einer kleinen Anhöhe) durch das Rauschen des Regens und das Rollen des Donners ein mir unvergeßliches Kindergeheul. Frauen riefen: „Gwants Scheuer brennt!" Ein schreckliches Feuer loderte gen Himmel. Die Scheune gehörte Peter Wagner. Durch das sehr rasch anziehende Wetter waren die Leute schnell in das Dors gescheucht worden und konnten somit rasch eingreifen, und das Feuer wurde in dem sehr dichten Gebäudekompler mit Gottes Hilfe aus seinen Herd beschränkt. Zu allem Glück wehte in der Zeit kein Lüftchen, und durch den starken Regen waren die angrenzenden Gebäude sehr naß. Um 11 Uhr abends lag die Scheune in Asche."
Die niedergebrannte Scheune lag ungefähr 20 bis 25 Meter von derjenigen, in welcher das große Schadenfeuer im Jahre 1748 durch Blitzschlag seinen Anfang nahm, entfernt.
Rach einer langjährigen Brandpause ging als erste im Frühjahr 1911 die Scheune der früheren Gastwirtschaft von Luise Waldschmidt Wwe. in Flammen auf. Im Juli des Jahres 1914 brannte die Scheune mit Stallungen des Landwirts Jakob Wagner nieder. Dem letzten größeren Brand fiel eine Scheune des Werkmeisters Wilhelm Jost zum Opfer. Rach dieser Zeit ist bis heute kein größerer Brand mehr zu verzeichnen. Zwei Brände entstanden durch Blitzschlag, während die Ursachen der späteren Brände unergründet blieben.
Eine Katastrophe wie die des Jahres 1748 würde sich heute, dank der in unserem Orte neuzeitlichen vorhandenen Feuerlöschgeräte nicht mehr wiederholen. Zum anderen werden der Bevölkerung immer wieder die Worte des durch Brandschäden verloren gehenden Volksvermögens nahe gebracht und zur Schadenverhütung aufgefordert. Was die Jugend betrifft, so werden ihr in der Schule sowie in den heutigen Jugendorganisationen immer wieder die Folgen leichtsinnigen Handelns vor Augen geführt.
Die Szenen vor der Akademie der Wissenschaften in Paris, die sich nach der Bekanntgabe der Erfin- findung abspielten, beschreibt Ludwig Pfau: „Rach langem Warten öffnet sich endlich im Hintergrund eine Tür, und die ersten Zuhörer stürzen auf den Vorplatz: ,Jodsilbersi ruft der eine, ,Quecksilbers schreit der andere. Eine Stunde später sind bereits die Läden der Optiker belagert, die nicht genug Instrumente auftreiben können, um das hereinbrechende Heer der Daguerrotypisten zu befriedigen, und nach einigen Tagen sieht man auf allen Plätzen von Paris dreibeinige Guckkästen auf- gepflanzt."
Schon 18 Tage nach diesem denkwürdiaen 19. August in Paris, also am 6. September 1839, konnte man in Berlin die ersten französischen Apparate kaufen. Und nach weiteren 10 Tagen verkaufte der Berliner Optiker D ö r f f e l seine selbst gebauten Apparate dem stürmisch andrängenden Publikum. Daß diese hell aufflammende Publikumsbeaeisterung für die „Daguerrotypie", wie der Erfinder sein Verfahren nannte, kein Strohfeuer war, braucht angesichts des beispiellosen Siegeslaufes der Lichtbildkunst nicht ausgeführt zu werden. Wer vermöchte auch in dem begrenzten Rahmen dieser Ausführungen die hundertjährige Geschichte dieser Kunst mit ihren tausendfältigen Verbesserungen und Verfeinerungen nur andeutungsweise wie- derzuqeben?
Dennoch lockt die Geschichte der Lichtbildkunst zu einer grundsätzlichen Betrachtung. Roch im selben
dies möglich ist. Ob diese Voraussetzung gegeben ist, d. h. ob die betrieblichen oder persönlichen Verhältnisse es zulassen, die Jugendlichen in der Zeit eines Lagers oder einer Fahrt der HI. zu beurlauben, entscheidet der Betriebsführer nach pflichtgemäßem Ermessen. Ein Eingreifen des Gewerbeaufsichtsamts ist dann zulässig, wenn der Betriebsführer diese Ermessensfreiheit offenbar mißbraucht."
s ch u l f e r i e n und in der v oder einer Fahrt der HI. zu erteilen, wenn
Jahre 1839 wurde für die Daguerrotypie die Bezeichnung Photographie erdacht, welche Bezeichnung somit ebenfalls in diesem Jahre ihren 100. Geburtstag begehen kann. Diese Bezeichnung gibt das Wesen der Erfindung Daguerres weit besser wieder, heißt doch photographieren so viel wie „m i t Licht schreiben oder malen". Und damit taucht die Frage auf, warum man zwar von einem Zeitalter der Dampfmaschine, von einem Zeitalter der Elektrizität, aber nicht von einem Zeitalter des Lichtbildes spricht? Vielleicht mag das Fremdwort Photographie daran schuld sein. Wenn hier auch kein Feldzug gegen das Fremdwort geführt werden soll, so muß doch bedauert werden, daß sich das ebenfalls vor 100 Jahren geprägte Wort „Sonnenbild" für Photographie wenigstens nicht im Unterbewußtsein erhalten hat. Denn, wenn das Dichterwort „Die Sonne bringt es an den Tag" auf eine Erscheinung unseres Lebens paßt, dann sicherlich auf die „Licht"bildnerei, weshalb auch der Begriff „Camera obscura“, d. h. dunkle Kammer, nicht eines unaewollten Wortwitzes entbehrt.
Zeitalter des Lichtbildes? Ja, — ein völlig neues Zeitalter, eine Zeitwende brach mit der Erfindung Daguerres an, die uns Menschen die R e v o l u t i o n des Sehens brachte. Gewiß haben uns auch die bildenden Künstler aller Jahrhunderte das Sehen gelehrt. Trotzdem lernten wir erst durch das „Sonnenbild" in dem großen Buche der Natur wirklich intensiv zu lesen. Denken wir nur an die Makrophotographie der Himmelskörper, an die Mikrophotographie der kleinsten Lebewesen, an die Rönt- aenbilder, an die Unterwasseraufnabmen und an die Fliegerbilder, und endlich an das „dynamische Sonnenbild", an den Film mit seiner Zeitlupe und seinem Zeitraffer! Ist es nicht so, daß das Wort Goetbes
Geheimnisvoll am lichten Tag
Läßt sich Natur des-Schleiers nicht berauben. Und was sie deinem Geist nicht offenbaren mag, Das zwingst du ihr nicht ab mit Hebeln und mit Schrauben!
Ist es nicht so, als ob dieses Wort beinahe widerlegt wurde? Daß es trotz des Lichtbildes immer seine metaphysische Gültigkeit behalten wird, ist selbstverständlich. Aber daß die Erfinduna Daguerres vor 100 Jahren die Natur sehr vieler Schleier beraubt hat, das ist ebenso gewiß. Und darin liegt auch der Grund, weswegen wir mehr noch als bisher von dem Zeitalter des Lichtbildes sprechen müßten, um dem Genie die ihm zustehende Achtung zu zollen.
D. S.
gangen. Qualitätsunterschiede nach den einzelnen Fabrikaten werden in keiner Weise behindert. Eine besondere entsprechende Verordnung zur Kennzeichnung von Ziegenkäse gilt nicht für die Gebiete Alpenland, Donauland, Südmark und Sudetenland.
Vereinheitlichung
deö Versteigerungswesens.
Das Reichgesetzblatt bringt eine Verordnung des Reichsministers der Justiz über das nichtgewerbliche Versteigerungswesen, die auf diesem Gebiet einen Schritt zur Rechtsvereinheitlichung bedeutet. Während für das Versteigerergewerbe die wichtigsten Grundlagen bereits einheitlich geregelt worden sind, blieben hiervon bisher die Versteigerungsbefugnisie unberührt, die nach Landesrecht noch besonderen Behörden oder Beamten zustehen. Zu diesen gehören z. B. die Dorf- und Ortsgerichte in Preußen und die Ortsgerichtsoorsteher in Hessen. Die neue Verordnung b e s e i t i gt die Befugnisse der genannten Beamtengruppen auf dem Gebiet des Versteigerungswesens, soweit die Rücksicht auf die Bevölkerung und die betroffenen Beamten dies zu-
läßt. Wo solche Befugnisse bestehen bleiben, werden die bisherigen landesrechtlichen Vorschriften durch eine Geschäftsanweisung des Reichsministers der Justiz ersetzt. Die Verordnung tritt am 1. Oktober 1939 in Kraft. Die Zuständigkeit der Notare wird durch die neue Verordnung nicht beschränkt.
Urlaub für Luoendliche.
Der ReichsapbeitsmiNister führt in einem Schreiben an eine Nachgeordnete Dienststelle zur Durchführung der Urlaubsvorschriften für Jugendliche aus: „Nach § 21 Abs. 2 Satz 1 des Jugendschutzgesetzes ist der Betriebsführer verpflichtet, den
—Homberg, 17. August. Bei der hier durchgeführten Kartoffelkäfer-Suchaktion wurden auf einem Acker am Hohen Berg mehrere Larven des Kartoffelkäfers gefunden. Das Landratsamt Alsfeld wurde noch am gleichen Tage benachrichtigt. — Nachdem die trockene Witterung das Einfahren des Getreides gestattete, wurde am Montag mit dem Dreschen begonnen. — Dieser Tage wurde auf der vor der Stadthalle errichteten Freilichtbühne das Schauspiel „Der Prinz von Homburg" gegeben. Die Veranstaltung war sehr gut besucht. Die Schauspieler bereiteten allen ~ suchern einen genußreichen Abend.
___französische Dekorationsmaler Dag^uerre gehört zu jenen glücklichen Erfindern, die bereits zu ihren Lebzeiten anerkannt, mit Ehren bedacht und reichlich belohnt wurden. Die Erfindung, eine Silberplatte Joddämpfen auszusetzen, die auf diese Weise lichtempfindlich geryachte Platte in eine „Camera obscura“ zu spannen, die Platte zu belichten, sie alsdann mit Quecksilberdämpfen zu bearbeiten, die sich an den belichteten Stellen verdichten und dadurch ein Bild erzeugen, — diese staunenswerte Erfindung Daguerres wurde am 14. August 1839 in England patentiert. Da dieses britische Patent das erste auf photographischem Gebiete war und fünf Tage später zur allgemeinen Benutzung bekannt- gegeben wurde, so konnten wir den 14. August d. I. mit Recht als ben 1 0 0. © e b u r t s t a g b e r $ I) o = tographie begehen, zumal — wie fast immer bei solchen Vorgängen — wegen der langen Reihe ber angestellten Versuche bie Geburtsstunde ober besser: ber entscheibenbe Augenblick ber Geburt ber Erfindung kaum noch festzustellen ist.
4 Krumbach, 17. August. In ber Heimctt- g-chichte werden oft Gedenktage übersehen. Der 6jhö dazu ist wohl ber, daß die ereignisreichen ton vielen Einwohnern nicht mehr bekannt sind, toit diese in ber Heimatgeschichte wichtigen Daten nnt vergessen werben, sind sie in der Dorfchronik abgezeichnet. Unter anderem finden wir auch eini= gt! über Brandkatastrophen ausgezeichnet. Der C!:onikschreiber hat von diesem Unglück folgendes noergeschrieben.
.Den 15. August 1748 hatte sich ein Gewitter Ü6ir Krumbach zusammengezogen, und da es kaum eirgemat ein wenig gedonnert, hat es gleich bei Pern Sonnenschein, zwischen 2 und 3 Uhr nach- niitags mit einem entsetzlichen Knall in Johann j Seitab Schmidt, Scheuer, Schreinershof, einge- slh!agen, dieselbe entzündet, wodurch die wüthenden glimmen um sich griffen und 19 Häuser, V Scheuern und ebensoviele Ställe in die Asche gelegt. Viele Einwohner wurden da- brd) obdachlos und eine Menge Vieh kam in den iinmmen um. Der Jammer war sehr groß. Doch li tte (Bott das Herz unseres gnädigsten Fürsten tkd fyrrn, daß auch durch dessen hohe Verfügung Iho viele mitleidige Seelen gefunden, welche den 2.'ogebrannten vieles an Korn und Geld gesteuert hlben. (Bott setze das Gute und bewahre alle und ;| j"en von solch und dergleichen großem Unglück."
Mach diesem Schadenfeuer zählte Krumbach zur bumaügen Zeit nur noch 36 Häuser. Der dritte 1 il des Dorfes war somit ein Raub der Flammen gworden.
2er nächste größere Brand war ein W a l d - band, der eine Panik unter den Dorfbewohnern hTDorrief; denn in der fraglichen Zeit war es st v heiß, und durch die damalige Trockenheit hätte ei leicht noch verheerendere Folgen nach sich ziehen ; tinnen. Am 19. August 1892 wurde unser Gemeinde- | wild durch ein verheerendes Schadenfeuer um einen ife:r großen Fichtenbestand geschmälert. Zwei Jun- ijin steckten in Wclldesnäbe ein Wespennest an, um rr zu vernichten. Das dürre Gras brannte schnell m'iter, und das Feuer erreichte den nahen Hege- s: (b; In dem dürren Unterholz fand das Feuer schlich Nahrung und verbreitete sich sehr schnell. V kurzer Zeit vernichtete es einen 30fährigen, zirka !( Morgen großen Fichtenbestand. Trotz der fürch- Mchen Hitze während des Brandes wurden von iissig?n Einwohnern Schneisen gehauen, damit das fauer nicht noch größeren Umfang annahm. Der «üdergebrannte Waldstrich bot ein trauriges Bild. ?-uz und quer lagen die verkohlten Stämme auf ” großen Fläche umher. Nach amtlicher Schätzung leurug ber Schaden zur damaligen Zeit zirka -^0 RM.
-er Schrecken des Waldbrandes lag den Krum- achern noch in den Gliedern, als nicht ganz zwei t nafe später wiederum ein Feuer ausbrach. Der irvnd entstand durch Blitzschlag, und es hätte leicht ’i «einer Katastrophe in dem sehr dichten Gebäude- 'nplex kommen können. Der damalige Pfarrer liftau Hamann, welcher später nach Hermannstein tr etzt wurde, schrieb folgendes nieder:
,3lm 1. Oktober 1892, einem Sonnabend, zwischen und 6 Uhr, erlebte ich mit das heftigste Blitz- und ^nerwetter, das ich hier erlebt habe. Etwa 10 ’inuten nach 6 Uhr that es den greulichsten der I ^schlage mit rein blauem Licht, von dem sich jeder fl'«: hier hat es eingeschlagen. Nack drei Minuten sgioll von der Straße herauf (das Pfarrhaus liegt
linnerungen an Vrandkalastrophen in Krumbach
Aus alten Aufzeichnungen in der Dorfchronik.
* Großen-Linden, 18. Aug. Am gestrigen Donnerstag gegen 19 Uhr ereignete sich hier in der Steinstraße ein Zusammenstoß eines Motorradlers mit einer Radfahrerin. Dabei wurde die Radlerin so erheblich verletzt, daß sie nach Gießen in die Klinik verbracht werden mußte. Der Motorradfahrer kam mit geringfügigen Verletzungen davon. Die Untersuchung über die Schuldfrage ist im Gange.
* AUendorf (Lahn), 17.Aua. Am gestrigen Mitwoch feierten der Zugführer Ludwig V Lehmann und Frau Marie, geb. Luh, Bergstraße, ihre Silberne Hochzeit. Viele Glückwünsche von Verwandten und Bekannten wurden dem Jubelpaare zuteil. — Technische Umstände haben es notwendig gemacht, daß das T r a n s f o r m a t o r e n -- h a u s der elektrischen Hochspannungsleitung unseres Ortsnetzes um mehr als vier Meter erhöht werden muß. Mit ben Arbeiten ist bereits begonnen morben. — Die Dreschmaschine hat mit dem Dreschen des Roggens begonnen. Die Landwirte {inb außerdem mit dem Schneiden der letzten Reste Hafer beschäftigt, während die größeren Bauern ihre Ernteschätze in die Scheunen einbringen.
(!) Lollar, 16. Aug. Wie in jeder Woche, traten oüch jetzt wieder die Suchkolonnen an, um Jagd auf Öen Kartoffelkäfer zu machen. Nachdem in ber Nachbargemarkung bei ber Badenburg dieser Schädling festgestellt wurde, wurde die hiesige Suche mit besonderer Sorgfalt durchgeführt. Glücklicherweise war auch diese Suche erfolglos.
Kreis Alsfeld.
Alteingesessene Bauerngeschlechter.
Zur besonderen Auszeichnung ber bewiesenen Treue zu Blut unb Boben werben auf Anordnung des Reichsbauernführers' alteingesessene Bauerngeschlechter besondersgeehrt, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. So ist zum Beispiel der familiengeschichtliche und besitzrechtliche Nachweis für mindestens 200 Jahre zu führen. Bisher konnten schon 5158 alteingesessene Geschlechter ausgezeichnet werden. Man rechnet aber damit, daß insgesamt rund 150 000 solcher alteingesessenen Landoolk- geschlechter vorhanden sind, die sich von keiner Stadtsucht verlocken ließen, vom Lande zu fliehen.
Neue Vorschriften
zur Käsekennzeichnung.
Die Hauptvereinigung der deutschen Milch- und Fettwirtschaft hat durch zwei weitere Anordnungen die Qualitätssicherung und Kennzeichnungsklarheit für wichtige Käsesorten gefördert. Die eine Anordnung betrifft die Vereinheitlichung der Sorten, Großen, Kennzeichnung und Verpackung von Sauermilchkäse Darin werden Form, Korbkase und Landkase, bestimmt. Alle diese Käsesorten dürfen n u r noch in runber Form hergestellt »erben. Die Harzer Käse müssen ein Einzelgewicht zwischen 25 unb 27 Gramm unb einen Durchmesser oon4,3 Zentimeter haben. Entsprechende Vorschriften sind für die l a n g- förmige n K ä s e unter den Sauermilchkäsen er-
llnter ben Kompositionsformen, die sich beim beutschen Volke einer allseitigen Vorliebe erfreuen, sind auch unsere Armeemärsche. Daß Kunstmarsch und Militärmarsch anderen Kompositionen ebenbürtig sind, beweist die Tatsache, daß unsere bedeutendsten Tonmeister einzigartige Märsche verfaßt haben, man denke an den Iorck-Marsch Beethovens, an die Militärmärsche Schuberts, an den „Marsch ber Priester" aus Mozarts Zauberflöte, ober an ben vor dem Kriege viel gespielten ,Kaisermarsch" Richard Wagners. Diese Reihe ließe sich weiterführen bis auf Richard Strauß, hinzu kommen die vielen Armeemärsche von Militärmusikern, von Piefke unb leite bis zu Wieprecht.
Einer der volkstümlichsten Märsche unserer Zeit, ber heute gerade ein Vierteljahrhundert alt wird, ist der Badenweiler Marsch, ber eine nicht alltägliche Entstehungsgeschichte aufweist. In ben Augusttagen 1914 hatten bie Franzosen ben Grenzort Badonviller als starke Stellung ausgebaut und verteidigten ihn hartnäckig, tagelang; schließlich aber gelang es dem wilden Ansturm der „Leiber" — so hießen bie Soldaten des Kgl. Bayerischen Jnfanterie- Leibregiments — bie Stellung zu nehmen. Unter ben Stürmenden war auch das Bataillon des damaligen Majors Epp, des jetzigen Reichsstatthalters in Bayern.
EiN Augenzeuge hat davon berichtet: „Es war ein unvergleichlicher, ein unvergeßlicher Anblick, wie die Truppen in mehreren Angriffswellen immer wieder vvrstürmten, bis ber Ort genommen war."
Kühn und zäh wehrten die Feinde die „Leiber" immer wieder ab, doch am 12. August gegen Abend brach der letzte Widerstand zusammen unter der ehernen Wucht des bajuvarischen Angriffs. Dem Kgl.
- Steinbach, 17.Aug. Durch bas Einsetzen fce: günstigen Witterung konnten bie Erntear- b -iten gut gefördert werden, so daß nun alles (fcreibe gemäht ist. Wie alljährlich, dreschen die fitneren Betriebe ihr Getreide auf der Maschine, bi! seit Anfang der Woche auf ber Höhe über dem Arft nach Gießen zu im Betriebe ist. Bei weiterer gültiger Witterung dürfte mit Ende ber Woche größte Teil ber Ernte geborgen sein.
5 Steinbach, 18. Aug. Am heutigen Freitag, August, kann Landwirt Jakob Haas V. in mer Gesundheit seinen 71. Geburtstag feiern, iv Jubilar verrichtet noch seine sämtlichen land- wiüschaftlichen Arbeiten. Am 19. August feiert Frau 9)1:rie Margarethe <5 d) mitt, geb. Horn, Ehefrau b?: Landwirts Karl Schmitt I., ebenfalls ihren 71. Eäurtstag. Auch sie erfreut sich noch einer guten 6 'undheit. Unsere Glückwünsche gelten beiden Ju- tiiren.
5 211b ad), .18. Aug. Unser Mitbürger Jakob Schmitt, srüherer Pflasterermeister,' kann am jhiitigen 18., August seinen 7 5. Geburtstag in g:er Gesundheit begehen. 1937 konnte er bie Hldene Hochzeit feiern. Dem Jubilar herzliche Glück- vmsche.
§»ife beteiligten. Am heutigen Morgen setzen D^seldorser Jungen ihren Weg bis nach Nie F.irstadt fort.
Landkreis Gießen.
Obermusikmeister Georg Fürst lag noch lange ber Klang der stürmenden Bataillone im Ohr, und noch am selben Abend entwarf er zur Erinnerung an diesen siegreichen Tag den „Badonviller Marsch"; als man bald daraus feststellte, daß ber Grenzort Babonoiller früher einmal zum Deutschen Reich gehört hat, und damals Badenweiler hieß, wurde ber Marsch auch umbenannt unb ist heute jedem Deut» scheu als „Badenweiler Marsch" bekannt.
Schnell eroberte sich dieser neue, aus heißen Kampftagen geborene Marsch bie Herzen ber Feldgrauen, bald konnte man ihn in allen deutschen Gauen hören, sogar bie Ausländsdeutschen nahmen ihn freudig auf, und einer schrieb an ben Komponisten, „aus diesem deutschen Marsch hören wir ben festen Marschtritt unserer heimatlichen Bataillone!"
Unter bem Rhythmus des Badenweiler Marsches marschierten nach dem Zusammenbruch 1918 die freiwilligen Grenz- und Baltikumkämpfer unb später bie braunen Kolonnen ber jungen Bewegung, deren Führer diese mitreißende Musik schon als unbekannter Gefreiter an der Westfront erkannte. Es ist sicherlich mehr als ein bloßer Zufall, wenn sich diese Marschmusik aus den übrigen damals entstandenen Märschen heraushebt, denn in ihr klingt jener Geist des Fronterlebnisses durch, ber {eben echten Deutschen nicht nur ansprechen, sondern gefangen nehmen muß.
Selbstverständlich ist der Badenweiler Marsch in die Reihe der Heeresmärsche ausgenommen worden als Heeres marsch II, 113. Auch darf dieser Lieblingsmarsch des Führers fortan nur zu würdigen Gelegenheiten gespielt werden, denn er soll das bleiben, was er einmal war, wenn sein anfeuerndes Signal ertönt: Ruf zum vollen Einsatz für das eine große Ziel, Deutschland!
'V Butzbach, 17. Aug. Gestern abend traf ber reite Marschblock b er H i t l e r - I u g e n b, lC sich auf dem Marsch zum Reichsparteitag nach Airnberg befinbet, von Wetzlar kommend, in un- ti?r Stadt ein. Die Jungen stammen aus Düsselers. Am Stadteingang wurde bie Gruppe von k- Gliederungen, bie in großer Zahl angetreten C:ren, eingeholt. Unter Dorantritt der Werkschar- ka?elle bewegte sich der Zug nach bem Marktplatz, M bie Gäste von Ortsgruppenleiter unb Bürgerin ster Dr. Mörschel herzlich begrüßt würben, to:rauf der Führer des Marschblocks für ben herr- üden Empfang banktss. Nachdem sich die Jungen in den Quartieren gestärkt hatten, fand auf bem Drktplatz ein Singabend statt, an dem sich Gäste •uiö einheimische Jugendorganisationen in gleicher ,-v?He beteiligten. Am heutigen Morgen setzen bie
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