Ausgabe 
18.8.1939
 
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Aus der engeren Heimat.

25 Lahre Badenweiler Marsch.

Von Hans Walther.

HL.-Marschierer in Butzbach.

ach Nieber-

Don

Be-

Der

Jugendlichen Urlaub in her

i t der Beruf s- t eines Lagers

Das Zeitalter des Lichtbildes.

Zum 100. Geburtstage der Erfindung der Photographie.

auf einer kleinen Anhöhe) durch das Rauschen des Regens und das Rollen des Donners ein mir un­vergeßliches Kindergeheul. Frauen riefen:Gwants Scheuer brennt!" Ein schreckliches Feuer loderte gen Himmel. Die Scheune gehörte Peter Wagner. Durch das sehr rasch anziehende Wetter waren die Leute schnell in das Dors gescheucht worden und konnten somit rasch eingreifen, und das Feuer wurde in dem sehr dichten Gebäudekompler mit Gottes Hilfe aus seinen Herd beschränkt. Zu allem Glück wehte in der Zeit kein Lüftchen, und durch den starken Regen waren die angrenzenden Gebäude sehr naß. Um 11 Uhr abends lag die Scheune in Asche."

Die niedergebrannte Scheune lag ungefähr 20 bis 25 Meter von derjenigen, in welcher das große Schadenfeuer im Jahre 1748 durch Blitzschlag seinen Anfang nahm, entfernt.

Rach einer langjährigen Brandpause ging als erste im Frühjahr 1911 die Scheune der früheren Gast­wirtschaft von Luise Waldschmidt Wwe. in Flammen auf. Im Juli des Jahres 1914 brannte die Scheune mit Stallungen des Landwirts Jakob Wagner nieder. Dem letzten größeren Brand fiel eine Scheune des Werkmeisters Wilhelm Jost zum Opfer. Rach dieser Zeit ist bis heute kein größerer Brand mehr zu verzeichnen. Zwei Brände entstanden durch Blitz­schlag, während die Ursachen der späteren Brände unergründet blieben.

Eine Katastrophe wie die des Jahres 1748 würde sich heute, dank der in unserem Orte neuzeitlichen vorhandenen Feuerlöschgeräte nicht mehr wieder­holen. Zum anderen werden der Bevölkerung immer wieder die Worte des durch Brandschäden verloren gehenden Volksvermögens nahe gebracht und zur Schadenverhütung aufgefordert. Was die Jugend be­trifft, so werden ihr in der Schule sowie in den heu­tigen Jugendorganisationen immer wieder die Folgen leichtsinnigen Handelns vor Augen geführt.

Die Szenen vor der Akademie der Wissenschaften in Paris, die sich nach der Bekanntgabe der Erfin- findung abspielten, beschreibt Ludwig Pfau:Rach langem Warten öffnet sich endlich im Hintergrund eine Tür, und die ersten Zuhörer stürzen auf den Vorplatz: ,Jodsilbersi ruft der eine, ,Quecksilbers schreit der andere. Eine Stunde später sind bereits die Läden der Optiker belagert, die nicht genug In­strumente auftreiben können, um das herein­brechende Heer der Daguerrotypisten zu befriedigen, und nach einigen Tagen sieht man auf allen Plätzen von Paris dreibeinige Guckkästen auf- gepflanzt."

Schon 18 Tage nach diesem denkwürdiaen 19. August in Paris, also am 6. September 1839, konnte man in Berlin die ersten französischen Appa­rate kaufen. Und nach weiteren 10 Tagen verkaufte der Berliner Optiker D ö r f f e l seine selbst gebauten Apparate dem stürmisch andrängenden Publikum. Daß diese hell aufflammende Publikumsbeaeisterung für dieDaguerrotypie", wie der Erfinder sein Ver­fahren nannte, kein Strohfeuer war, braucht ange­sichts des beispiellosen Siegeslaufes der Lichtbildkunst nicht ausgeführt zu wer­den. Wer vermöchte auch in dem begrenzten Rahmen dieser Ausführungen die hundertjährige Geschichte dieser Kunst mit ihren tausendfältigen Verbesserun­gen und Verfeinerungen nur andeutungsweise wie- derzuqeben?

Dennoch lockt die Geschichte der Lichtbildkunst zu einer grundsätzlichen Betrachtung. Roch im selben

dies möglich ist. Ob diese Voraussetzung gegeben ist, d. h. ob die betrieblichen oder persönlichen Ver­hältnisse es zulassen, die Jugendlichen in der Zeit eines Lagers oder einer Fahrt der HI. zu beur­lauben, entscheidet der Betriebsführer nach pflichtgemäßem Ermessen. Ein Eingreifen des Gewerbeaufsichtsamts ist dann zulässig, wenn der Betriebsführer diese Ermessensfreiheit offenbar mißbraucht."

s ch u l f e r i e n und in der v oder einer Fahrt der HI. zu erteilen, wenn

Jahre 1839 wurde für die Daguerrotypie die Be­zeichnung Photographie erdacht, welche Be­zeichnung somit ebenfalls in diesem Jahre ihren 100. Geburtstag begehen kann. Diese Bezeichnung gibt das Wesen der Erfindung Daguerres weit besser wieder, heißt doch photographieren so viel wiem i t Licht schreiben oder malen". Und damit taucht die Frage auf, warum man zwar von einem Zeitalter der Dampfmaschine, von einem Zeitalter der Elektrizität, aber nicht von einem Zeitalter des Lichtbildes spricht? Vielleicht mag das Fremdwort Photographie daran schuld sein. Wenn hier auch kein Feldzug gegen das Fremdwort geführt werden soll, so muß doch bedauert werden, daß sich das ebenfalls vor 100 Jahren geprägte WortSon­nenbild" für Photographie wenigstens nicht im Un­terbewußtsein erhalten hat. Denn, wenn das Dichter­wortDie Sonne bringt es an den Tag" auf eine Erscheinung unseres Lebens paßt, dann sicherlich auf dieLicht"bildnerei, weshalb auch der BegriffCa­mera obscura, d. h. dunkle Kammer, nicht eines unaewollten Wortwitzes entbehrt.

Zeitalter des Lichtbildes? Ja, ein völlig neues Zeitalter, eine Zeitwende brach mit der Erfindung Daguerres an, die uns Menschen die R e v o l u t i o n des Sehens brachte. Gewiß haben uns auch die bildenden Künstler aller Jahrhunderte das Sehen gelehrt. Trotzdem lernten wir erst durch dasSon­nenbild" in dem großen Buche der Natur wirklich intensiv zu lesen. Denken wir nur an die Makro­photographie der Himmelskörper, an die Mikro­photographie der kleinsten Lebewesen, an die Rönt- aenbilder, an die Unterwasseraufnabmen und an die Fliegerbilder, und endlich an dasdynamische Son­nenbild", an den Film mit seiner Zeitlupe und seinem Zeitraffer! Ist es nicht so, daß das Wort Goetbes

Geheimnisvoll am lichten Tag

Läßt sich Natur des-Schleiers nicht berauben. Und was sie deinem Geist nicht offenbaren mag, Das zwingst du ihr nicht ab mit Hebeln und mit Schrauben!

Ist es nicht so, als ob dieses Wort beinahe widerlegt wurde? Daß es trotz des Lichtbildes immer seine metaphysische Gültigkeit behalten wird, ist selbstverständlich. Aber daß die Erfinduna Daguerres vor 100 Jahren die Natur sehr vieler Schleier be­raubt hat, das ist ebenso gewiß. Und darin liegt auch der Grund, weswegen wir mehr noch als bisher von dem Zeitalter des Lichtbildes sprechen müßten, um dem Genie die ihm zustehende Achtung zu zollen.

D. S.

gangen. Qualitätsunterschiede nach den einzelnen Fabrikaten werden in keiner Weise behindert. Eine besondere entsprechende Verordnung zur Kennzeich­nung von Ziegenkäse gilt nicht für die Gebiete Alpenland, Donauland, Südmark und Sudetenland.

Vereinheitlichung

deö Versteigerungswesens.

Das Reichgesetzblatt bringt eine Verordnung des Reichsministers der Justiz über das nichtge­werbliche Versteigerungswesen, die auf diesem Gebiet einen Schritt zur Rechtsverein­heitlichung bedeutet. Während für das Versteigerer­gewerbe die wichtigsten Grundlagen bereits einheit­lich geregelt worden sind, blieben hiervon bisher die Versteigerungsbefugnisie unberührt, die nach Lan­desrecht noch besonderen Behörden oder Beamten zustehen. Zu diesen gehören z. B. die Dorf- und Ortsgerichte in Preußen und die Orts­gerichtsoorsteher in Hessen. Die neue Verordnung b e s e i t i gt die Befugnisse der ge­nannten Beamtengruppen auf dem Gebiet des Ver­steigerungswesens, soweit die Rücksicht auf die Be­völkerung und die betroffenen Beamten dies zu-

läßt. Wo solche Befugnisse bestehen bleiben, wer­den die bisherigen landesrechtlichen Vorschriften durch eine Geschäftsanweisung des Reichsministers der Justiz ersetzt. Die Verordnung tritt am 1. Ok­tober 1939 in Kraft. Die Zuständigkeit der Notare wird durch die neue Verordnung nicht beschränkt.

Urlaub für Luoendliche.

Der ReichsapbeitsmiNister führt in einem Schrei­ben an eine Nachgeordnete Dienststelle zur Durch­führung der Urlaubsvorschriften für Jugendliche aus:Nach § 21 Abs. 2 Satz 1 des Jugendschutz­gesetzes ist der Betriebsführer verpflichtet, den

Homberg, 17. August. Bei der hier durchgeführten Kartoffelkäfer-Suchaktion wurden auf einem Acker am Hohen Berg mehrere Larven des Kartoffelkäfers gefunden. Das Landrats­amt Alsfeld wurde noch am gleichen Tage benach­richtigt. Nachdem die trockene Witterung das Ein­fahren des Getreides gestattete, wurde am Montag mit dem Dreschen begonnen. Dieser Tage wurde auf der vor der Stadthalle errichteten Frei­lichtbühne das SchauspielDer Prinz von Homburg" gegeben. Die Veranstaltung war sehr gut besucht. Die Schauspieler bereiteten allen ~ suchern einen genußreichen Abend.

___französische Dekorationsmaler Dag^uerre gehört zu jenen glücklichen Erfindern, die bereits zu ihren Lebzeiten anerkannt, mit Ehren bedacht und reichlich belohnt wurden. Die Erfindung, eine Silber­platte Joddämpfen auszusetzen, die auf diese Weise lichtempfindlich geryachte Platte in eineCamera obscura zu spannen, die Platte zu belichten, sie alsdann mit Quecksilberdämpfen zu bearbeiten, die sich an den belichteten Stellen verdichten und dadurch ein Bild erzeugen, diese staunenswerte Erfindung Daguerres wurde am 14. August 1839 in England patentiert. Da dieses britische Patent das erste auf photographischem Gebiete war und fünf Tage später zur allgemeinen Benutzung bekannt- gegeben wurde, so konnten wir den 14. August d. I. mit Recht als ben 1 0 0. © e b u r t s t a g b e r $ I) o = tographie begehen, zumal wie fast immer bei solchen Vorgängen wegen der langen Reihe ber angestellten Versuche bie Geburtsstunde ober besser: ber entscheibenbe Augenblick ber Geburt ber Erfin­dung kaum noch festzustellen ist.

4 Krumbach, 17. August. In ber Heimctt- g-chichte werden oft Gedenktage übersehen. Der 6jhö dazu ist wohl ber, daß die ereignisreichen ton vielen Einwohnern nicht mehr bekannt sind, toit diese in ber Heimatgeschichte wichtigen Daten nnt vergessen werben, sind sie in der Dorfchronik abgezeichnet. Unter anderem finden wir auch eini= gt! über Brandkatastrophen ausgezeichnet. Der C!:onikschreiber hat von diesem Unglück folgendes noergeschrieben.

.Den 15. August 1748 hatte sich ein Gewitter Ü6ir Krumbach zusammengezogen, und da es kaum eirgemat ein wenig gedonnert, hat es gleich bei Pern Sonnenschein, zwischen 2 und 3 Uhr nach- niitags mit einem entsetzlichen Knall in Johann j Seitab Schmidt, Scheuer, Schreinershof, einge- slh!agen, dieselbe entzündet, wodurch die wüthenden glimmen um sich griffen und 19 Häuser, V Scheuern und ebensoviele Ställe in die Asche gelegt. Viele Einwohner wurden da- brd) obdachlos und eine Menge Vieh kam in den iinmmen um. Der Jammer war sehr groß. Doch li tte (Bott das Herz unseres gnädigsten Fürsten tkd fyrrn, daß auch durch dessen hohe Verfügung Iho viele mitleidige Seelen gefunden, welche den 2.'ogebrannten vieles an Korn und Geld gesteuert hlben. (Bott setze das Gute und bewahre alle und ;| j"en von solch und dergleichen großem Unglück."

Mach diesem Schadenfeuer zählte Krumbach zur bumaügen Zeit nur noch 36 Häuser. Der dritte 1 il des Dorfes war somit ein Raub der Flammen gworden.

2er nächste größere Brand war ein W a l d - band, der eine Panik unter den Dorfbewohnern hTDorrief; denn in der fraglichen Zeit war es st v heiß, und durch die damalige Trockenheit hätte ei leicht noch verheerendere Folgen nach sich ziehen ; tinnen. Am 19. August 1892 wurde unser Gemeinde- | wild durch ein verheerendes Schadenfeuer um einen ife:r großen Fichtenbestand geschmälert. Zwei Jun- ijin steckten in Wclldesnäbe ein Wespennest an, um rr zu vernichten. Das dürre Gras brannte schnell m'iter, und das Feuer erreichte den nahen Hege- s: (b; In dem dürren Unterholz fand das Feuer schlich Nahrung und verbreitete sich sehr schnell. V kurzer Zeit vernichtete es einen 30fährigen, zirka !( Morgen großen Fichtenbestand. Trotz der fürch- Mchen Hitze während des Brandes wurden von iissig?n Einwohnern Schneisen gehauen, damit das fauer nicht noch größeren Umfang annahm. Der «üdergebrannte Waldstrich bot ein trauriges Bild. ?-uz und quer lagen die verkohlten Stämme auf großen Fläche umher. Nach amtlicher Schätzung leurug ber Schaden zur damaligen Zeit zirka -^0 RM.

-er Schrecken des Waldbrandes lag den Krum- achern noch in den Gliedern, als nicht ganz zwei t nafe später wiederum ein Feuer ausbrach. Der irvnd entstand durch Blitzschlag, und es hätte leicht i «einer Katastrophe in dem sehr dichten Gebäude- 'nplex kommen können. Der damalige Pfarrer liftau Hamann, welcher später nach Hermannstein tr etzt wurde, schrieb folgendes nieder:

,3lm 1. Oktober 1892, einem Sonnabend, zwischen und 6 Uhr, erlebte ich mit das heftigste Blitz- und ^nerwetter, das ich hier erlebt habe. Etwa 10 inuten nach 6 Uhr that es den greulichsten der I ^schlage mit rein blauem Licht, von dem sich jeder fl'«: hier hat es eingeschlagen. Nack drei Minuten sgioll von der Straße herauf (das Pfarrhaus liegt

linnerungen an Vrandkalastrophen in Krumbach

Aus alten Aufzeichnungen in der Dorfchronik.

* Großen-Linden, 18. Aug. Am gestrigen Donnerstag gegen 19 Uhr ereignete sich hier in der Steinstraße ein Zusammenstoß eines Motor­radlers mit einer Radfahrerin. Dabei wurde die Radlerin so erheblich verletzt, daß sie nach Gießen in die Klinik verbracht werden mußte. Der Motorradfahrer kam mit geringfügigen Ver­letzungen davon. Die Untersuchung über die Schuld­frage ist im Gange.

* AUendorf (Lahn), 17.Aua. Am gestrigen Mitwoch feierten der Zugführer Ludwig V Leh­mann und Frau Marie, geb. Luh, Bergstraße, ihre Silberne Hochzeit. Viele Glückwünsche von Verwandten und Bekannten wurden dem Jubel­paare zuteil. Technische Umstände haben es not­wendig gemacht, daß das T r a n s f o r m a t o r e n -- h a u s der elektrischen Hochspannungsleitung unse­res Ortsnetzes um mehr als vier Meter erhöht wer­den muß. Mit ben Arbeiten ist bereits begonnen morben. Die Dreschmaschine hat mit dem Dreschen des Roggens begonnen. Die Landwirte {inb außerdem mit dem Schneiden der letzten Reste Hafer beschäftigt, während die größeren Bauern ihre Ernteschätze in die Scheunen einbringen.

(!) Lollar, 16. Aug. Wie in jeder Woche, traten oüch jetzt wieder die Suchkolonnen an, um Jagd auf Öen Kartoffelkäfer zu machen. Nachdem in ber Nachbargemarkung bei ber Badenburg dieser Schädling festgestellt wurde, wurde die hiesige Suche mit besonderer Sorgfalt durchgeführt. Glücklicher­weise war auch diese Suche erfolglos.

Kreis Alsfeld.

Alteingesessene Bauerngeschlechter.

Zur besonderen Auszeichnung ber bewiesenen Treue zu Blut unb Boben werben auf Anordnung des Reichsbauernführers' alteingesessene Bauern­geschlechter besondersgeehrt, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. So ist zum Beispiel der familiengeschichtliche und besitzrechtliche Nachweis für mindestens 200 Jahre zu führen. Bisher konnten schon 5158 alteingesessene Geschlechter ausgezeichnet werden. Man rechnet aber damit, daß insgesamt rund 150 000 solcher alteingesessenen Landoolk- geschlechter vorhanden sind, die sich von keiner Stadt­sucht verlocken ließen, vom Lande zu fliehen.

Neue Vorschriften

zur Käsekennzeichnung.

Die Hauptvereinigung der deutschen Milch- und Fettwirtschaft hat durch zwei weitere Anordnungen die Qualitätssicherung und Kennzeichnungsklarheit für wichtige Käsesorten gefördert. Die eine Anord­nung betrifft die Vereinheitlichung der Sorten, Gro­ßen, Kennzeichnung und Verpackung von Sauermilch­käse Darin werden Form, Korbkase und Landkase, bestimmt. Alle diese Käsesorten dürfen n u r noch in runber Form hergestellt »erben. Die Harzer Käse müssen ein Einzelgewicht zwischen 25 unb 27 Gramm unb einen Durchmesser oon4,3 Zentimeter haben. Entsprechende Vorschriften sind für die l a n g- förmige n K ä s e unter den Sauermilchkäsen er-

llnter ben Kompositionsformen, die sich beim beutschen Volke einer allseitigen Vorliebe erfreuen, sind auch unsere Armeemärsche. Daß Kunst­marsch und Militärmarsch anderen Kompositionen ebenbürtig sind, beweist die Tatsache, daß unsere bedeutendsten Tonmeister einzigartige Märsche ver­faßt haben, man denke an den Iorck-Marsch Beet­hovens, an die Militärmärsche Schuberts, an denMarsch ber Priester" aus Mozarts Zau­berflöte, ober an ben vor dem Kriege viel gespielten ,Kaisermarsch" Richard Wagners. Diese Reihe ließe sich weiterführen bis auf Richard Strauß, hinzu kommen die vielen Armeemärsche von Mili­tärmusikern, von Piefke unb leite bis zu Wieprecht.

Einer der volkstümlichsten Märsche unserer Zeit, ber heute gerade ein Vierteljahrhundert alt wird, ist der Badenweiler Marsch, ber eine nicht all­tägliche Entstehungsgeschichte aufweist. In ben Augusttagen 1914 hatten bie Franzosen ben Grenz­ort Badonviller als starke Stellung ausgebaut und verteidigten ihn hartnäckig, tagelang; schließlich aber gelang es dem wilden Ansturm derLeiber" so hießen bie Soldaten des Kgl. Bayerischen Jnfanterie- Leibregiments bie Stellung zu nehmen. Unter ben Stürmenden war auch das Bataillon des da­maligen Majors Epp, des jetzigen Reichsstatthal­ters in Bayern.

EiN Augenzeuge hat davon berichtet:Es war ein unvergleichlicher, ein unvergeßlicher Anblick, wie die Truppen in mehreren Angriffswellen immer wieder vvrstürmten, bis ber Ort genommen war."

Kühn und zäh wehrten die Feinde dieLeiber" immer wieder ab, doch am 12. August gegen Abend brach der letzte Widerstand zusammen unter der ehernen Wucht des bajuvarischen Angriffs. Dem Kgl.

- Steinbach, 17.Aug. Durch bas Einsetzen fce: günstigen Witterung konnten bie Erntear- b -iten gut gefördert werden, so daß nun alles (fcreibe gemäht ist. Wie alljährlich, dreschen die fitneren Betriebe ihr Getreide auf der Maschine, bi! seit Anfang der Woche auf ber Höhe über dem Arft nach Gießen zu im Betriebe ist. Bei weiterer gültiger Witterung dürfte mit Ende ber Woche größte Teil ber Ernte geborgen sein.

5 Steinbach, 18. Aug. Am heutigen Freitag, August, kann Landwirt Jakob Haas V. in mer Gesundheit seinen 71. Geburtstag feiern, iv Jubilar verrichtet noch seine sämtlichen land- wiüschaftlichen Arbeiten. Am 19. August feiert Frau 9)1:rie Margarethe <5 d) mitt, geb. Horn, Ehefrau b?: Landwirts Karl Schmitt I., ebenfalls ihren 71. Eäurtstag. Auch sie erfreut sich noch einer guten 6 'undheit. Unsere Glückwünsche gelten beiden Ju- tiiren.

5 211b ad), .18. Aug. Unser Mitbürger Jakob Schmitt, srüherer Pflasterermeister,' kann am jhiitigen 18., August seinen 7 5. Geburtstag in g:er Gesundheit begehen. 1937 konnte er bie Hldene Hochzeit feiern. Dem Jubilar herzliche Glück- vmsche.

§»ife beteiligten. Am heutigen Morgen setzen D^seldorser Jungen ihren Weg bis nach Nie F.irstadt fort.

Landkreis Gießen.

Obermusikmeister Georg Fürst lag noch lange ber Klang der stürmenden Bataillone im Ohr, und noch am selben Abend entwarf er zur Erinnerung an diesen siegreichen Tag denBadonviller Marsch"; als man bald daraus feststellte, daß ber Grenzort Babonoiller früher einmal zum Deutschen Reich ge­hört hat, und damals Badenweiler hieß, wurde ber Marsch auch umbenannt unb ist heute jedem Deut» scheu alsBadenweiler Marsch" bekannt.

Schnell eroberte sich dieser neue, aus heißen Kampftagen geborene Marsch bie Herzen ber Feld­grauen, bald konnte man ihn in allen deutschen Gauen hören, sogar bie Ausländsdeutschen nahmen ihn freudig auf, und einer schrieb an ben Kompo­nisten,aus diesem deutschen Marsch hören wir ben festen Marschtritt unserer heimatlichen Bataillone!"

Unter bem Rhythmus des Badenweiler Marsches marschierten nach dem Zusammenbruch 1918 die freiwilligen Grenz- und Baltikumkämpfer unb spä­ter bie braunen Kolonnen ber jungen Bewegung, deren Führer diese mitreißende Musik schon als un­bekannter Gefreiter an der Westfront erkannte. Es ist sicherlich mehr als ein bloßer Zufall, wenn sich diese Marschmusik aus den übrigen damals entstan­denen Märschen heraushebt, denn in ihr klingt jener Geist des Fronterlebnisses durch, ber {eben echten Deutschen nicht nur ansprechen, sondern ge­fangen nehmen muß.

Selbstverständlich ist der Badenweiler Marsch in die Reihe der Heeresmärsche ausgenommen worden als Heeres marsch II, 113. Auch darf dieser Lieblingsmarsch des Führers fortan nur zu würdi­gen Gelegenheiten gespielt werden, denn er soll das bleiben, was er einmal war, wenn sein anfeuerndes Signal ertönt: Ruf zum vollen Einsatz für das eine große Ziel, Deutschland!

'V Butzbach, 17. Aug. Gestern abend traf ber reite Marschblock b er H i t l e r - I u g e n b, lC sich auf dem Marsch zum Reichsparteitag nach Airnberg befinbet, von Wetzlar kommend, in un- ti?r Stadt ein. Die Jungen stammen aus Düssel­ers. Am Stadteingang wurde bie Gruppe von k- Gliederungen, bie in großer Zahl angetreten C:ren, eingeholt. Unter Dorantritt der Werkschar- ka?elle bewegte sich der Zug nach bem Marktplatz, M bie Gäste von Ortsgruppenleiter unb Bürger­in ster Dr. Mörschel herzlich begrüßt würben, to:rauf der Führer des Marschblocks für ben herr- üden Empfang banktss. Nachdem sich die Jungen in den Quartieren gestärkt hatten, fand auf bem Drktplatz ein Singabend statt, an dem sich Gäste uiö einheimische Jugendorganisationen in gleicher ,-v?He beteiligten. Am heutigen Morgen setzen bie

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